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Heilstein · Sulfide (Eisensulfid, FeS₂)-Familie

Pyrit

Pyrit - der "Stein, in dem Feuer wohnt". Vom griechischen "pyrites lithos". Seit der Steinzeit als Feuerstein verwendet. Beiname "Katzengold" / "Narrengold" wegen Verwechslung mit echtem Gold.

messinggelbgoldgelbbraungelbSulfide (Eisensulfid, FeS₂)Nabel-Chakra
Pyrit - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Faktenbox

Mineralfamilie
Sulfide (Eisensulfid, FeS₂)
Mohshärte
6
Farbe
messinggelb, goldgelb, braungelb
Chakra
Nabel-Chakra
Sternzeichen
Löwe, Widder
Fundorte
Griechenland, Spanien, Peru
Reinigung
NIEMALS unter fließendem Wasser! In Hämatit-Steinen oder im Eisfach reinigen, mit Naturhaarpinsel abstäuben.
Aufladung
Mit Bergkristall oder in der Morgensonne.
Element
Feuer / Erde
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Pyrit im Überblick

Der kubische Pyrit hat meistens die Farbe Messinggelb. Als Würfel, Grüppchen oder Pyrit-Sonne zeigt er unterschiedliche Wirkungen. Dementsprechend kann er beispielsweise wie ein “Spiegel” für die eigene Seele sein und Geheimgehaltenes an die Oberfläche spülen. Dadurch kann die Selbsterkenntnis wachsen und sich angstvolle “Unglücksgläubigkeit” auflösen.

Wie ist Pyrit entstanden?

Wer einen perfekten, goldglänzenden “Pyrit-Würfel” betrachtet, mag es kaum glauben, dass er natürlichen Ursprungs ist. Auch die sogenannte “Pyrit-Sonne” beeindruckt durch ihre radialstrahlige, goldmetallene Erscheinungsform. Kein Wunder, dass Pyrit einst sehr oft mit gediegenem Gold verwechselt wurde. Heute kommen jedoch nur der gelbmetallene Markasit als Aggregat und die ebenfalls optisch ähnlichen Eisensulfide Chalkopyrit und Pyrrhotin für eine Verwechslung in Frage.

Ein “Durchläufer” aller Bildungsarten

Pyrit kommt weltweit vor und ist das häufigste Sulfid-Mineral überhaupt. Da es eine hohe Stabilität in allen drei Bildungsbedingungen zeigt, kann es primär (magmatisch), sekundär (sedimentär) und tertiär (metamorph) entstehen. So sind weltweit über 44.000 verschiedene Lagerstätten nachgewiesen, die teilweise mächtige Pyrit-Vorkommen vorweisen können.

Pyrit in Paragenese

Natürlicherweise kommt Pyrit oft mit vielen anderen Mineralien in einer sogenannten “Paragenese” vor. Die charakteristische Vergesellschaftung der verschiedenen Mineralien am gemeinsamen Bildungsort führt zu Verwachsungen von Pyrit mit anderen Sulfiden und Sulfosalzen wie Galenit und Markasit, aber auch Chalkopyrit, Pyrrhotin, Sphalerit und Arsenopyrit. Weitere mögliche Mineralien sind Quarze, Fluorit, Hämatit, Baryt und Calcit.

Magmatische Bildung

In magmatischen Gesteinen kommt Pyrit nur als Begleitmineral vor, dessen Anteil im Verhältnis zu den anderen Bestandteilen sehr gering ist. Auch in Granit-Pegmatiten ist die Pyrit-Menge sehr nieder. Allein in Nickel-Pyrrhotin-Lagern können sich bei geeigneten Temperaturbedingungen auch größere Mengen an Pyrit ausbilden (z. B. Merensky Reef in Südafrika).

Hydrothermale Bildung

Am häufigsten kommen weltweit jedoch hydrothermal entstandene Pyrit-Lagerstätten vor. Dabei kann das Mineral in den Gangvorkommen als derbe Massen, aber auch als sehr attraktive, perfekt ausgebildete Kristalle in Erscheinung treten. Auch sogenannte “Verdrängungslagerstätten”, bei denen durch Metasomatose ein vorhandenes Mineral chemisch verändert und durch ein anderes ersetzt wird, weisen Pyrit-Vorkommen auf. Italien (z. B. Toskana) und Griechenland (z. B. Chalkidiki) besitzen massive Pyrit-Verdrängungslagerstätten.

Sedimentäre Bildung

In Sedimenten kann sich Pyrit bilden, wenn amorphes Eisen-Monosulfid als Ausgangsstoff vorhanden ist. Dieses entsteht beispielsweise durch den Stoffwechsel (Sulfat-Atmung) von bestimmten Bakterien, aber auch in sauerstofffreien Gewässern (z. B. Schwarzes Meer), in denen meistens ausreichend Sulfat-Ionen vorhanden sind. Allerdings kommt Pyrit auch in der Nähe von Gipslagern im Boden vor, wenn das Grundwasser reich an Sulfaten ist. Der stetig mikrobiell ausgefällte Schwefel lässt das zuerst entstandene, amorphe Eisen-Monosulfid mit der Zeit zu Eisen-Disulfid reagieren, aus dem schließlich rhombischer Markasit oder kubischer Pyritkristallisieren kann.

Die beiden Eisensulfide “Mackinawit” und “Greigit” sind dabei oft “Vorstufen”, die eine vergleichsweise geringe Stabilität besitzen. Durch den vorhandenen, bakteriell hergestellten Schwefelwasserstoff wandeln sie sich weiter in Pyrit um.

Marine Pyrit-Vorkommen

Während die oben beschriebenen Reaktionen in Sedimenten innerhalb von Jahrzehnten bis Jahrhunderten ablaufen, ist die Pyrit-Bildung in mariner Umgebung um einiges schneller. Dabei erweist sich allein Pyrit als Eisensulfid-Phase stabil genug, um auch in sauerstofffreien (anoxisch) Bedingungen in Meerwasser zu bestehen. Mindestens fünf Millionen Tonnen an Pyrit sollen schätzungsweise jährlich auf diese Weise entstehen.

Diagenese und Verdrängung

Wenn sich Sedimente mit der Zeit unter vergleichsweise geringem Druck und niederen Temperaturen verfestigen (Diagenese), entstehen durch Sammelkristallisationen gröbere Korngrößen, und damit auch verschieden große Strukturen an Hohlräumen. Pyrit kann während dieses Prozesses die meisten gesteinsbildenden Mineralien verdrängen, sodass er beispielsweise in Strukturen erscheint, in denen eingebettete Schalen von Weichtieren (z. B. Gehäuse von Ammoniten) vorkommen. Durch die stetige Anhäufung von Pyritsubstanz werden die Kammern der Gehäuse mit der Zeit ausgefüllt und ein steinerner Kern aus Pyrit entsteht. So können zum einen größere Kristalle wachsen, sich zum anderen aber auch Fossilien wie Muschelschalen oder Knochen bei entsprechenden Drücken gänzlich in Pyrit umwandeln.

Die sogenannten “Goldschnecken” aus der Fränkischen Alb sind Beispiele für fossile Ammoniten, deren strukturelles, äußeres Erscheinungsbild als Pyritsubstanz erhalten blieb. Diese ursprünglichen Kopffüssler-Gehäuse stammten aus der Jura-Zeit und waren vor der Umwandlung in Pyrit über 145 Millionen Jahre alt.

Metamorphe Bildung

Während einer sogenannten “Regional-Metamorphose” kann Pyrit unter bestimmten Bedingungen erhalten bleiben und sich später in monoklinen oder hexagonalen Pyrrhotin (Magnetkies) umwandeln. Allerdings schon bei vergleichsweise niederen Temperaturen (unter 500° C) können sich in einer Sammelkristallisation aus den feinverteilten Pyritkörnchen im Ursprungsgestein erneut größere Kristalle bilden.

Pyrit-Vorkommen

Diese Form an Pyrit-Kristallbildung kommt in Gneisen und Schiefern (Grün-Schiefer) aus Österreich, Deutschland und der Schweiz vor, während größere Aggregate und Kristalle vor allem aus der Republik Kosovo stammen. Pyrit-Pseudomorphosen nach Pyrrhotin hat Russland zu bieten, wobei auch die dort gefundenen Stufen aus verschiedenen Sulfid-Mineralien wie Pyrit, Pyrrhotin, Galenit, Chalkopyrit und Sphalerit oft eine beeindruckende Ausbildung und Größe zeigen. Pyrit in Paragenese mit Quarz stammt meistens aus China, wo Kristalle-Aggregate in Dezimeter-Größe auftreten.

Kristallsystem und Merkmale

Pyrit kristallisiert im “Kubischen Kristallsystem” und kann deshalb perfekte, isometrische Würfel bilden. Dabei zeigen die sechs Würfelflächen parallel zur Kante oft charakteristische Streifen, die unterschiedlich ausgerichtet sind. Nur die beiden gegenüberliegenden Flächen besitzen dann die gleiche Richtung an Streifung. Des Weiteren kommen Oktaeder, Pendagon-Dodekaeder sowie miteinander verwachsene Mischformen, Zwillinge und komplexere Pyrit-Gruppen vor. Meistens aber entstehen dichte, knollige, krustige, körnige, derbe, manchmal auch stängelige Aggregate. Dann zeigt sich das Mineral beispielsweise als kugeliges Gebilde (Pyrit-Kugel), selten als schmaler, gebogener Kristallstängel (Pyrit-Leiste) oder als kugelige, knollige Konkretion aus Pyrit und Limonit (Bojis).

Eine Rarität sind jedoch die in Sammelkreisen sehr beliebten, radialstrahligen Scheibenformen des Pyrits, die als “Pyrit-Sonnen” auf dem Markt erscheinen.

Pyrit-Bestimmungsmerkmale

Als Eisensulfid gehört Pyrit in die Mineralklasse der “Sulfide und Sulfosalze” und zeigt eine chemische Zusammensetzung von einem Teil Eisen (Fe) und zwei Teilen Schwefel (S). Deshalb haben sich bis heute auch die SynonymeEisenkies” und “Schwefelkies” erhalten. Aufgrund der oft messing- bis goldgelben, metallenen Färbung, die ehemals zu Verwechslungen mit echtem Gold führte, existieren ebenso noch die beiden SynonymeKatzen- und Narrengold”. Wobei die Bezeichnung “Katzengold” auch für Glimmer, insbesondere verwitterten Biotit, verwendet wird.

Allerdings sollte man “Narrengold” nicht mit “Rauschgold” verwechseln, das speziell gefertigte, hauchdünne Messingfolien beschreibt. Diese senkten einst bei der Herstellung von Weihnachtsschmuck, wie dem bekannten “Rauschgold-Engel”, als günstiger Blattgold-Ersatz die Kosten.

Weitere Synonyme

Neben den oben genannten gebräuchlichen Synonymen, existiert eine Vielzahl an weiteren Bezeichnungen für das Eisensulfid “Pyrit”. Dazu gehören beispielsweise Namen wie Gelbeisenkies, Grünkies, Schwefeleisen oder Stragold, die sich auf die Zusammensetzung und farbliche Erscheinung beziehen. Dagegen verweisen Begriffe wie Hahnenkamm, Kiesball, Kohlenkies, Zellkies, Poliopyrit oder **Treppenkies **auf ein individuelles Erscheinungsbild der einzelnen Kristalle und Gruppen-Bildungen. Weitere Synonyme sind außerdem Inkastein, Kaltschedan, Kyßgilbe, Sideropyrit, Xanthopyrit, Vitriolkies oder Telaspyrin.

Pyrit mit Tradition

Die volkstümlichen Bezeichnungen “Leberkies”, “Lebereisenerz” oder “Leberschlag” hingegen lassen deutlich eine traditionelle Nutzung als “Gesundheitsstein” erkennen. Da Pyrit ein alt bekanntes Eisensulfid ist, das schon lange vor der Entstehung der im Jahre 1958 gegründeten IMA (International Mineralogical Association) als anerkannte, eigenständige Mineralart existierte, wurde seine “antike Bezeichnung” übernommen.

Auch wenn im Altertum sicherlich nicht alle als “pyrítes” bezeichneten “feurigen Steine” dem heutigen Pyrit entsprachen, so gehört das Eisensulfid durch seine lange Tradition inzwischen jedoch zu den sogenannten “Grandfathered Mineral”. Wahrscheinlich nutzte man Pyrit im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht nur traditionell als “Feuerstein”, sondern sicherlich auch therapeutisch.

Härte und Dichte

Mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 und Dichte um die 5, liegt Pyrit nur knapp über dem Referenzmineral “Orthoklas”, das sich mit einer Härte von 6 gerade noch mit einer Metallfeile einritzen lässt. Seine unvollkommene Spaltbarkeit in Richtung der Würfelflächen hinterlässt unebene, spröde Bruchstellen. Einer mechanischen Belastung hält das ungewöhnlich harte Sulfid jedoch nicht lange Stand und bricht leicht wie Glas mit muscheliger Oberfläche.

Charakteristisches Erscheinungsbild mit typischem Glanz

Die beeindruckende Eigengestalt des Pyrits zeigt oft eine charakteristische Geometrie (z. B. eine perfekte Würfelform) mit sehr gut ausgeprägten, teils gestreiften Kristallflächen. Diese zeichnen sich im frisch entdeckten Zustand durch einen grünlich gelben, gold- bis graugelben Metallglanz aus, der auch bunte Anlauffarben auf den jeweiligen Oberflächen entwickeln kann. Pyrit hat immer eine undurchsichtige (opake) Transparenz.

Gold oder Pyrit?

Pyrit wurde in der Vergangenheit gerne mit Gold verwechselt, aber auch heute noch können Unkundige dem schönen, goldenen Schein verfallen. Doch es gibt deutliche Merkmale, die eine Unterscheidung leicht machen. Im Gegensatz zu Gold zeigt Pyrit auf einer hellen Strichtafel immer eine schwarze Strichfarbe, die einen grünlichen oder bläulichen Stich haben kann. Außerdem ist Pyrit wesentlich härter und lässt sich nicht wie Gold verformen. Das weiche Gold hingegen hinterlässt auf einer dunklen Tafel natürlich einen goldfarbenen Strich.

Die Pyrit-Krankheit

Nicht nur in seiner natürlichen Umgebung verwittert Pyrit mit der Zeit. Auch museale und private Sammelstücke sind unter Sauerstoffeinfluss mit den Jahren und Jahrzehnten einer Veränderung unterworfen.

Die Natur nimmt ihren Lauf

In freier Natur wandelt sich Pyrit zuerst in Eisensulfate wie beispielsweise das wasserhaltige “Melanterit” oder “Copiapit” um. Im nächsten Schritt bilden sich unter dem allgegenwärtigen Sauerstoff Oxide und Hydroxide wie z. B. “Limonit”. Wenn die Temperaturen steigen, kann schließlich durch den Entzug des gespeicherten Kristallwassers “Hämatit” entstehen.

Die Lagerung in der Vitrine

Luftsauerstoff ist der größte, natürliche Feind des Pyrits… Das zeigt sich leider auch immer wieder bei Sammelobjekten und wissenschaftlichen Proben. Selten ist eine sauerstofffreie Lagerung möglich, deshalb kommt es mit den Jahren zu sogenannten “Ausblühungen” (Effloreszenz), die man schon an den Wänden von Gebäuden sehr fürchtet. Im nächsten Schritt bilden sich Risse entlang der entstandenen, krustigen Ablagerungen und das Mineral zerbricht oder zerbröselt gar.

Am widerstandsfähigsten erweisen sich hier gut auskristallisierte Pyrit-Kristalle und Kristallstufen mit möglichst glatten Oberflächen. Diese können durch eine zusätzliche Behandlung der Oberfläche auch Jahrhunderte ohne große Schädigung überstehen. Allerdings sollte man grundsätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung unbedingt vermeiden.

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