Seeopal mit Perlmutt-Eigenschaften
Die großen Seeschnecken besitzen eine Schalenform, die an Ohren erinnert, sodass, durch die optische Erscheinung inspiriert, die Bezeichnung "See- oder Meerohren" entstand. Ihre Schaleninnenseiten sind ganz besonders reich an Perlmuttbildungen, die ein schillerndes Farbenspiel zulassen. Seeohren kommen in fast allen warmen Meeren vor, sodass ihr Perlmutt keine Seltenheit ist.
Eine Schnecke - keine Muschel!
Die Schneckenschalen der Seeohren (Haliotis) sind so beeindruckend bunt, dass sich auch das Synonym "Irismuschel" geprägt hat. Auch wenn es sich in Wahrheit natürlich um eine Schneckenart handelt, kann man den Bezug zu Muschelschalen natürlich schon rein optisch nachvollziehen. Derartige Schalenformen und Perlmuttschichten kennt man im Allgemeinen nämlich nur von Muscheln.
Standorttreu statt mobil
Meerschnecken unterscheiden sich von wesentlich beweglicheren Schneckenarten unter anderem durch ihren spiralförmigen Aufbau des Fußes, mit dem sie sich am Felsengrund festhalten können. Doch leider wird diese Standorttreue der Seeohren auch zu ihrem Verhängnis, denn ihr kräftiger Fuß zählt vor allem in Ostasien zu den Delikatessen, sodass inzwischen selbst viele Unterarten dieser anpassungsfähigen Schneckenart vom Aussterben bedroht sind.
Artenvielfalt unter den Seeohren
Mit 66 Arten ist eine ausreichende Vielfalt der Seeohren gegeben, die in ihrer Größe zwischen 10 bis etwa 25 cm Durchmesser variieren. Ihre Höhe erreicht dabei um die 7,5 cm.
Eine der größten unter ihnen heißt "Haliotis gigantea" und bildet sogar bizarr geformte Perlen, die in Blau-, Grün-, Grau- oder Rotbraun-Tönen schillern. Somit haben Muscheln kein Monopol auf die Produktion von Perlmuttperlen. Die größte Seeohren-Art (Rotes Seeohr) erreicht mitunter stolze 30 cm im Durchmesser und kommt an der Westküste der USA vor.
Perlmuttschale mit "Heilstein-Qualität"
Die schönsten Perlmuttschalen besitzt allerdings die "Neuseeländische Paua" (Haliotis iris), die bis heute als Räucherschalen bei rituellen Handlungen im Einsatz sind. Ihr blau-grün dominierendes Farbenspiel faszinierte die Menschen schon immer, sodass man gefährliche Tauchgänge unternahm, um diese Schätze des Meeres an Land zu holen.
Diese Paua-Abalone wird in der Steinheilkunde vorzugsweise zu therapeutischen Zwecken verwendet, denn ihre farbenfrohe Ausstrahlung zeigt die deutlichste Wirkung.
Nutzung durch den Menschen
Nicht nur die "Neuseeländische Paua", sondern auch andere Abalonen-Arten zählen bis heute mit ihrem Schneckenfleisch nicht nur in Neuseeland zu den Delikatessen. Traditionell verarbeiten die Maori ihre Schalen zu kunsthandwerklichen Schmuckstücken und dekorativen Objekten. Vor allem die bunt schillernden Perlmuttschichten eignen sich, um Augen für geschnitzte Figuren zu fertigen und öffentliche Gebäude zu verzieren.
Kulinarische Spezialität
Aber auch in Japan ist man dem Muskelfleisch der "Haliotis gigantea" und der heimischen Art "Haliotis japonica" nicht abgeneigt. Dort zählt die Schnecke allerdings angeblich zu den Muscheln. Aus dieser Beliebtheit heraus, sind große Seeohren-Farmen entstanden, die vor allem große Arten wie das "Rote Seeohr" kommerziell züchten. In Australien, Japan und China, aber auch an der Westküste der USA kann man diese Betriebe beispielsweise finden.
Seeopal und seine Wirkung auf den Menschen
Natürliches Perlmutt gilt allgemein als stimmungsaufhellend und soll dabei helfen Enttäuschungen sowie tiefsitzende Traurigkeit und Unsicherheiten zu überwinden. Ähnlich wie Perlen, kann man auch Seeopal dazu nutzen, um innere, unverarbeitete Konflikte zu lösen und endlich Verlust- und Trauergefühle zuzulassen. Denn der erste Schritt zur Besserung führt über die Befreiung alter Lasten, die in unserem Inneren oft ein unerkanntes Dasein fristen... und erkannt, bedeutet auch gebannt oder erlöst.
Während radial-strahlige Perlen körperlich eine Linderung bei Migräne, Kiefer- und Zahnproblemen bringen sollen, kann man eine "Paua-Abalone" bei Entzündungen der Schleimhaut und Oberhaut sowie der Sinnesorgane (Augen, Ohren und Atemwege) einsetzen.