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Stein-Aspekt · Bedeutung

Sodalith Bedeutung - Natrium-Stein, T. Thomson 1812, Princess-Tradition

Was der Sodalith symbolisiert - Name von englisch sodium (Natrium) + griechisch lithos. 1812 von T. Thomson nach Grönland-Funden benannt. Princess-Stein als Sondertradition.

Lesezeit ~4 Min Aktualisiert 9. Juni 2026 Zur Sodalith-Übersicht
Sodalith - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

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Etymologie

Englisch sodium (Natrium) + griechisch lithos (Stein).

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1812

T. Thomson prägt den Namen nach Grönland-Funden.

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Symbolik

Stein der Wahrheit, modern interpretiert im 20. Jh.

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Der Natrium-Stein “Sodalith”

Im Jahre 1812 kreierte der englische Mineraloge und Chemiker “T. Thomson” die Bezeichnung “Sodalith” für das blaue Mineral aus der Mineralklasse der Gerüst-Silkate, das man erstmals im Westen Grönlands (Typlokalität) entdeckt hatte. Der Name bezieht sich auf seinen hohen Gehalt an Natrium (engl. sodium = Natrium und griech. lithos = Stein).

Synonyme für Sodalith sind Sodastein, Blaustein, Alomit, Glaukolith, Odalith und Handelsnamen wie “Kanadischer Blaustein” lassen keinen Zweifel über seine Herkunft aufkommen.

Sodalith-Entstehung

In einer “Primären Bildung” entsteht Sodalith immer unter liquidmagmatischen oder vulkanischen Bedingungen. Er gehört zu den sogenannten “Foiden” (z. B. Sodalith, Nosean, Haüyn, Lasurit, Danalith, Tugtupit…), die nur entstehen können, wenn Quarz in der Gesteinsschmelze fehlt, da sich ansonsten durch eine chemische Reaktion Feldspat bilden würde. Somit schließen sich die selteneren Foiden aus einer kieselsäurearmen Umgebung und die häufig vorkommenden Quarze (reich an Kieselsäure) gegenseitig aus.

Mögliche Gesteine für eine primäre Sodalith-Bildung

Im Gegensatz zu den Quarzen gehören Foide, und somit auch Sodalith, zu den seltenen Mineralen, da nur wenige Gesteine die Voraussetzung einer “Kieselsäure-Armut” bieten können. Beispiele für geeignete Umgebungen sind plutonische Syenite, manche Trachyte, vulkanische Basalte, und auch Phonolithe gehören dazu. In den Pegmatiten von Syenit entstehen dabei breite Adern, die teilweise auch gesteinsbildend sein können. Auch wenn die Vorkommen des Sodaliths weltweit gesehen selten sind, so können sie trotzdem unter besten Bedingungen vereinzelt große Lagerstätten bilden.

Tertiäre Sodalith-Bildung

Einige Sodalithe stammen allerdings aus einer “Tertiären Bildung”, die hier durch eine sogenannte “Metasomatose” in Kalksteinen und Marmor gekennzeichnet ist. Bei diesem Grenzfall einer Metamorphose werden die ursprünglichen Gesteine chemisch verändert oder durch das neu entstandene Mineral ersetzt (Pseudomorphose).

In Paragenese mit Sodalith

Mit “charakteristische Vergesellschaftung verschiedener Mineralien am selben Bildungsort” wird der Begriff “Paragenese” definiert. Auch Sodalith kommt gemeinsam mit anderen Mineralen vor, die unter den selben Bedingungen entstehen können. Dazu gehören Aegirin, Albit, Andradit, Baryt, Calcit, Fluorit und Mikroklin.

Sodalith-Erscheinungsformen

In Vulkaniten tritt Sodalith in der Regel nur mikroskopisch klein und in feinster Verteilung auf, und obwohl er im “Kubischen Kristallsystem” kristallisiert, bildet Sodalith auch nur sehr selten Kristalle. Derbe oder körnige Mineral-Aggregate sind somit seine häufigste Erscheinungsform, wobei diese Massen über einen Meter erreichen können. Während die massigen Aggregate eine erstaunliche Größe ausbilden, erreichen die seltenen Kristalle hingegen nur einige Millimeter bis maximal wenige Zentimeter.

Die Farben des Sodaliths

In seiner besten Qualität hat Sodalith eine mittel- bis dunkelblaue, manchmal fast blauschwarze Farbe und zeigt einen seidigen Schimmer und Glasglanz. Doch meistens ist er leicht bläulich grau mit einem eher fettigen Glanz. Charakteristisch für Sodalith sind außerdem die hellen bis weißen Adern, die fast immer das Mineral durchziehen.

Je nach vorhandener Fremdstoffe kann sich Sodalith aber auch weiß bis gelb oder lila bis rosa präsentieren. Manche Kristalle können sogar völlig farblos sein.

Sodalith-Varietät mit besonderen Eigenschaften

Ein typischer Sodalith ist im Allgemeinen blau, doch die Ausnahme von der Regel zeigte sich erstmals in Russland auf der Halbinsel “Kola”, als man rötlichen Sodalith entdeckte. Er ist bis heute noch seltener als die blaue Varietät.

Allerdings nur die späteren Kristallfunde aus Kanada im Jahr 1991 erreichten schließlich eine bestimmte Größe und Qualität, sodass sich ein aufwendiges Schleifen überhaupt lohnte. Inzwischen kennt man einige Sodalithe, die nicht nur in der Farbe variieren, sondern auch weitere, für die Wissenschaft sehr interessante Eigenschaften besitzen.

Der Sodalith “Hackmanit”

Nach dem finnischen Geologen “V. A. Hackman” ist die Sodalith-Varietät “Hackmanit” benannt, deren Sulfat-Gehalt auffällt. Sie wurde im Jahre 1991 erstmals in Kanada (Québec) entdeckt und kann weißliche bis rosa-violette Farbtöne zeigen. Doch nicht allein die Farbe ist außergewöhnlich, denn Hackmanit zeigt außerdem auch eine sogenannte “Photochromie”, die vermutlich durch bestimmte Farbzentren verursacht wird. Dabei verändert sich die Farbe der Sodalith-Varietät deutlich unter dem Einfluss von Licht (oft UV-Licht), allerdings meistens nicht dauerhaft.

In einer “Rückreaktion” nimmt Hackmanit nämlich in der Regel immer wieder seine Ausgangsfarbe an, wenn sich nach der Lichteinwirkung die Veränderung des Absorptionsspektrums zurückbildet. Sodalith-Varietäten mit photochromatischen Eigenschaften hat man inzwischen auch auf Grönland, in **Arkansas **(USA), Norwegen (Telemark), Russland (Insel Kola) und Myanmar gefunden.

UV-Licht und Röntgenstrahlen

Normalerweise verblasst die Farbe eines Hackmanits, wenn er lange dem Sonnenlicht ausgesetzt ist. Allerdings einige “unnormalen” Exemplare verhalten sich genau umgekehrt und steigern sogar noch die Intensität ihrer Farbe. UV-Lampen oder Röntgenstrahlung verstärken diesen Effekt zusätzlich, sodass ein intensives Violett entstehen kann. Außerdem zeigt sich eine orange bis rosafarbene Fluoreszenz, die unmittelbar nach der Bestrahlung (Anregungslicht) kurz weiter leuchtet (Emissionslicht).

Je nach Fundstelle nimmt Hackmanit jedoch seine ursprüngliche Farbe während der Dunkelheit wieder an.

Hackmanit für die Wissenschaft

Neusten Erkenntnissen aus dem Jahre 2022 zufolge besitzen einige Sodalith-Varietäten die Eigenschaft, farblich auf radioaktive Quellen (Alpha-, Beta- und Gammastrahlen) zu reagieren. Ähnlich wie bei der UV- und Röntgenbestrahlung schon beobachtet, zeigt Hackmanit auch hier eine Veränderung der Farbe, allerdings wesentlich langsamer. Die dabei entstehenden Rosa- und rötlichen Violett-Töne sind von der Strahlendosis abhängig und verschwinden ebenso schnell wieder, wenn man die ionisierende Strahlungsquelle abschaltet.

Defekte in der Kristallstruktur

Im Vergleich zu anderen Bestrahlungsarten, bleiben nach einer radioaktiven Bestrahlung jedoch kleinste Defekte im kristallinen Gefüge des Minerals zurück, sodass man von einer gespeicherten Strukturveränderung ausgehen muss, die eine ursprüngliche Ausstrahlung zunichte macht. Eine sinnvolle Heilstein-Anwendung ist deshalb bei diesen bestrahlten Exemplaren mehr als fraglich.

Eine ungiftige Alternative

Allerdings könnte diese “radio-chromatische” Eigenschaft des Sodaliths “Hackmanit” im Bereich des Strahlenschutzes eine ungiftige Alternative in sogenannten “Dosimetern” sein, die üblicherweise zur Messung einer Strahlendosis dienen. Da die Indikatoren dieser Messgeräte aber leider aus giftigen oder nicht recyclebaren Substanzen bestehen, könnte der Einsatz des unbedenklichen Hackmanits tatsächlich eine umweltfreundliche Möglichkeit darstellen.

Häufige Fragen

Woher kommt der Name Sodalith?
Vom hohen Natriumgehalt - englisch "sodium" + griechisch "lithos" (Stein). 1812 vom englischen Mineralogen T. Thomson nach Funden in Grönland geprägt.
Was ist die Sodalith-Nosean-Gruppe?
Eine Mineralfamilie der Gerüst-Silikate. Enthält neben Sodalith auch Nosean, Hauyn, Lasurit (Lapislazuli-Bestandteil) - alle ähnliche Strukturen.
Warum heißt er "Princess-Stein"?
Im 19. Jh. fand Prinzessin Patricia of Connaught 1901 in einem kanadischen Steinbruch Premium-Sodalith - die Variante wurde nach ihr "Princess-Sodalith" genannt.

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