Faktenbox
- Mineralfamilie
- Talk (Magnesium-Silikat / Schicht-Silikate)
- Mohshärte
- 1
- Farbe
- weiß, grün, rot, blau, gelb, braun, grau, violett
- Chakra
- Wurzel-Chakra
- Fundorte
- weltweit Indien, China, Korea
Speckstein im Überblick
Je nach Zusammensetzung ist Speckstein ein Mineral mit bis zu 100 % Talk als Hauptbestandteil oder aber ein Mineralgemenge, dann zählt er zu den Gesteinen. Meistens hat er weiße, graue, gelbe, rosa bis violette und rötlich braune sowie grünliche bis bläuliche Färbungen.
Körperlich soll er beruhigend auf das Nervensystem wirken und allzu geistig ehrgeizige Ambitionen mit einer bodenständigen “Machbarkeit” konfrontieren.
Speckstein - Mineral oder Gestein?
Der Begriff “Speckstein” ist weit gesteckt, denn seine jeweilige Zusammensetzung entscheidet darüber, ob man ein Mineral oder ein Gestein vor sich hat. Dabei besteht das amorphe Gestein überwiegend aus Talk (Magnesium-Silikat) und je nach Fundort zusätzlich aus verschiedenen Mineralien in unterschiedlicher Menge. Dazu gehören Glimmer, Magnesit, Quarz, Chlorit sowie verschiedene Amphibole und Karbonate.
Speckstein-Entstehung
Als metamorphes Gestein bildet sich Speckstein meistens tertiär unter verhältnismäßig hohen Temperaturen und relativ starkem Druck aus vorhandenen, älteren Gesteinen. Da diese Ausgangsgesteine aus dem Erdmantel stammen und nicht wie viele Gesteinsarten aus der Erdkruste, ist ihr Silicium-Gehalt vergleichsweise nieder. Magnesium-reiche Gesteine des Erdmantels, aus denen sich Speckstein bilden kann, sind Peridotit, Dunit oder Pyroxenit.
Hydrothermale Bildung des Specksteins
So entsteht Speckstein unter dem Einfluss von mineralienreichen, heißen, wässrigen Lösungen oft zusammen mit Serpentiniten tief in der Erde, oder aber im Bereich weitreichender **Dehnungszonen der Erdkruste **(mittelozeanische Rücken), wo beispielsweise Peridotiten aus dem Erdmantel nach oben gedrückt wurden. Dies geschieht in der Nähe des Meeresbodens, wobei die mineralienreiche Flüssigkeit auf das vorhandene Gestein einwirkt und sich enthaltene Mineralien wie z. B. Olivin oder Pyroxen auflösen (Kontaktmetasomatose).
Das so freigesetzte Magnesium kann nun mit der Kieselsäure reagieren, sodass durch die darauffolgende Umwandlung (Metamorphose) des alten Gesteins schließlich reiner Talk in Form des Minerals “Speckstein” entsteht. Dieses extrem weiche Mineral (Mohshärte 1) besitzt die charakteristisch fettig-speckige Haptik, die dem Namen “Speckstein” zugrunde liegt.
Die Sekundärmineralien des Gesteins
Auch wenn Talk als Hauptbestandteil des Specksteins auftritt, so prägen doch andere Mineralien, die je nach Bildungsort ebenfalls vorkommen, die Farbe und Struktur des Gesteins. Sogenannte “Sekundärbestandteile” können beispielsweise Magnesit, verschiedene Chlorite und Serpentine sein, die auch Übergangsformen zu Chloritschiefer (Grünschiefer), Talkschiefer oder Talkfels bilden.
Das Erscheinungsbild des Specksteins
Oft lässt sich schon an der Farbe erkennen, woher ein Speckstein stammt. Neben den einfarbigen Exemplaren gibt es auch mehrfarbig marmorierte Specksteine, die manchmal eingeschlossene Verhärtungen aufzeigen, sodass sie sich schlecht für eine Verarbeitung eignen. Speckstein kommt weltweit in verschiedenen Farben und Musterungen vor, die auf den Bildungsort schließen lassen. Die auf dem Markt erhältlichen Speckstein-Platten sind oft grau, grau-grünlich oder graubläulich und von weißen Quarzadern und wirbelartigen Musterungen durchzogen, sodass jeder Naturstein stets einzigartig ist.
Fundorte farbiger Specksteine
Einfarbiger Speckstein stammt beispielsweise aus Brasilien (weiß) oder China (Grüntöne), wobei China aber auch andere Farben und eine sehr attraktive, schwarz-weiß marmorierte Varietät liefern kann. Mehrfarbige Gesteine besitzt vor allem Indien mit einer türkis-grün und schwarz-oliv Optik, wobei letztere Specksteine eine besondere Härte zeigen.
Eine vierfarbige Varietät aus Indien verbindet in ihrer Musterung beispielhaft die Farben Gelb, Grün, Türkis und Schwarz. Doch die Farbpalette des Specksteins ist groß, wenn auch nicht immer sehr intensiv. Meistens besitzt er nämlich zarte grünliche bis gelbliche oder weißliche bis hellgraue Töne, die von dunkleren bis schwarzen Einschlüssen durchbrochen sein können. Verschiedene Farbschattierungen und “Wolkenbildungen” machen die einzelnen Varietäten noch zusätzlich attraktiv.
Der Kisii-Stone aus Kenia
Eine lokale Schönheit ist außerdem der hellgelbe bis rosé-goldfarbene Speckstein aus dem Osten Kenias, der im Umfeld der kleinen Gemeinde “Tabaka” händisch ohne Maschinen abgebaut wird. Der sogenannte “Kisii-Stone” besitzt eine homogene Struktur, die sich bestens sägen, feilen, schnitzen, färben und polieren lässt. Die daraus gefertigten, handwerklichen Kunstobjekte und Gebrauchsgegenstände sind inzwischen durch den Verkauf auch hier in Deutschland zu einer wichtigen Einnahmequelle für die örtlichen Gemeinschaften geworden.
Ähnliche Steine
In erster Linie kann man weißen bis hellgrauen Alabaster aus der Gips-Familie mit gleichfarbigem Speckstein verwechseln, allerdings ist letzterer immer schnell durch seine sehr niedere Mohshärte identifiziert. Alabaster ist außerdem leicht milchig durchscheinend und zeigt eine feinrissige Struktur, während Speckstein eine deutlich feinkörnig-geschlossene Oberfläche besitzt. Hier konkurriert er mit Serpentinen und Seleniten, die teilweise optisch eine sehr ähnliche Oberflächenstruktur zeigen können.
Jade im Handelsnamen
“Soochow-Jade” aus der gleichnamigen, chinesischen Stadt “Soochow” greift die Ähnlichkeit des dort vorkommenden Magnesium-Silikats auf, um echte Jade (Jadeit, Nephrit) zu imitieren. Einst als Synonym für “Steatit”(Talk) verwendet, zählt die “falsche Jade” heute allerdings fachgerecht zu den Serpentinen, die eine höhere Härte (2,5 - 3) besitzen.
Bestimmungsmerkmale des Minerals und Gesteins “Speckstein”
Talk (Steatit = Fettstein) kristallisiert als Magnesium-Schichtsilikat im “Monoklinen Kristallsystem”, bildet aber nur selten Kristalle. Meistens entstehen dichte, körnige, großblättrig schuppige Massen, die dem Namen gemäß Wachs- oder Fettglanz zeigen. Allerdings gibt es auch Exemplare, die sich mit Perlmutt- oder Glasglanz präsentieren.
Aufgrund seiner schuppigen Struktur lässt sich reiner Speckstein (Talk) hervorragend spalten und die Flexibilität der Spaltplättchen ist so groß, dass sie sich leicht biegen lassen. Speckstein besitzt immer eine undurchsichtige **Transparenz **und zeigt trotz seiner vielfältigen Farbigkeit (weiß, grau, schwarz, blau-grünliche, gelbliche, bräunliche, rötliche Töne) stets eine weiße Strichfarbe.
Charakteristische Hauptmerkmale
Das erste und auffälligste Merkmal des Specksteins ist haptischer Natur, denn er fühlt sich leicht ölig bis fettig an. Auch seine Härte-Bestimmung fällt selbst Unkundigen leicht, denn Speckstein ist in seiner reinen Form (100 % Talk) das weichste Mineral, das wir kennen. Somit bildet Steatit, Fett- oder Speckstein den untersten Bereich der Härteskala mit der geringsten Mohshärte von 1 , was ihn zum Gegenstück des Diamanten macht, der mit der höchsten Härte von 10 die Spitze der natürlich vorkommenden Mineralien bildet.
Der Ritztest
Talk kann man leichter als die meisten Holzarten bearbeiten, denn reiner Speckstein lässt sich schon allein mit dem Fingernagel ritzen, was das definierende Kriterium der Mohshärte 1 ist. Deshalb eignen sich für seine Be- und Verarbeitung ebenso die Werkzeuge der Holzbearbeitung, wie Sägen, Feilen, Stichel und Schnitzwerkzeuge.
Speckstein als Gestein
Allerdings enthalten viele Varietäten nur maximal 50 % Talk sowie oft auch Einlagerungen des Magnesium-Carbonats “Magnesit”, die ebenfalls bis zu 50 % Anteile ausmachen können. Diese steigern die Härte, sodass man zur Bearbeitung der allermeisten Specksteine geeignetere Werkzeuge benötigt, als nur den Fingernagel. Finnischer Speckstein enthält beispielsweise zusätzlich bis zu 8 % das härtere Silikat “Pennin” (Klinochlor-Varietät), sodass auch hier ein Fingernagel nichts mehr ausrichten kann.
Weitgehend flecken-resistent
Mit seiner festen, homogenen Oberfläche ist Speckstein wasserabweisend, was ihn im Gebrauch wesentlich unempfindlicher macht als beispielsweise Granit oder Marmor. Deren Steinplatten erhalten nämlich zum Schutz vor Flüssigkeiten meistens eine spezielle Versiegelung.
Die Dichte des Specksteins liegt mit 2,75 (2,2 bis 2,8) im Bereich von Granit (2,65 - 2,75) und Marmor (je nach Sorte 2,6 - 2,9.)
Eine besondere, fremdbestimmte Eigenschaft
Specksteine mit härteren Einschlüssen können deutlichen Magnetismus zeigen, der sogar auf die Nadel eines Kompasses Einfluss nehmen kann. Grundsätzlich ist reiner Talk natürlich nicht magnetisch, weshalb ein auftretender Magnetismus immer ein Zeichen für Fremdeinlagerungen von Eisenmineralien wie beispielsweise Magnetit ist. Besonders betroffen sind mehrfarbige, oft marmorierte Specksteine, die erst aufgrund der Verunreinigung durch verschiedene Mineralien ihre Farben entwickeln.
Die traditionelle Nutzung von Speckstein
Seit Jahrtausenden gehört Speckstein zu den natürlichen Materialien, die immer wieder als Gebrauchsgefäße, Skulpturen oder Rollsiegel auftauchen. Beispielsweise Ausgrabungen in Afrika (Ägypten, Simbabwe, Liberia…) belegen die frühe Verwendung dieses Natursteins vor allem im Alltag. Auch in China gehörte Speckstein zu den ersten Materialien, die man plastisch bearbeiten konnte. Aus dem Iran stammen ebenfalls Gefäße, die nachweislich über 5000 Jahrealte sind.
Europäische Speckstein-Verwendung
Während die Funde aus der minoisch-mykenischen Kultur in Griechenland hauptsächlich im Bereich der Siegel, Gefäße und kleineren Skulpturen liegen, beweisen die Funde in Norwegen aus der Wikinger-Zeit, dass man dort nicht nur Gefäße, sondern auch Handspindeln, Gewichte und Schwungräder für die Holzbearbeitung (Bohrvorrichtungen) aus Speckstein hergestellt hat. Auch wenn diese teilweise durch eingeritzte Runen und Ornamente verziert sind, lassen sie keinen Zweifel an der Alltagstauglichkeit dieses Natursteins.
Allgemein sieht man den europäischen Höhepunkt der Produktion an Behältern und Kochgeschirr (Töpfe, Pfannen, Schüsseln…) aus Speckstein im Mittelalter.
Amerikanische Tradition
In Nord-Kanada sind die traditionellen Tranlampen der Inuit bis heute aus dem feuerfesten Speckstein, erst später tauchten auch kleine geschnitzte Skulpturen auf. Inzwischen haben sich diese allerdings auch zu beliebten Reiseandenken für Touristen entwickelt, sodass eine zusätzliche, lukrative Einnahmequelle für die Einheimischen entstanden ist.
Der Lavez-Stein
Während sich die deutsche Bezeichnung “Speckstein” auf seine Optik (speckiger Glanz) und leicht fettig wirkende Haptik bezieht, verbergen seine Synonyme je nach Sprachraum und zeitlicher Epoche unter anderem bestimmte Abbaugebiete und ebenso seine praktische Form der Nutzung.
Nördliches Tessin und Veltlin
Laut Sprachforschung sind dabei verschiedene Möglichkeiten der Deutung der lokalen Ursprünge denkbar und teilweise durch schriftliche Überlieferungen belegt, die das Schweizer Synonym “Lavez-Stein” betreffen. Da diese Bezeichnung “Lavez” oder “Lavetz” regional begrenzt in traditionellen Abbaugebieten des Specksteins (West- und Südalpen), insbesondere im Bereich des italienischen Veltlin (Lombardei) und nördlichen Tessins bis heute auftaucht, drängt sich der Bezug zum Tessiner Tal “Val Lavizzara”, aber auch zu einer historisch belegten, dort ansässigen Familie “Lavizzari” förmlich auf.
Dokumente aus dem Jahre 1760 und 1766 erwähnen in diesem Zusammenhang auch eine Felskette “Berge di Lavezzi”, in der traditionell der “Lavezzstein oder Tropfstein” (1760) abgebaut wurde. “Gedrechselte Häfen und Küchengeschirr” (1766) waren regionale Alltagsgefäße aus Speckstein in dieser Zeit. Dabei steht das italienische “lavezzo” oder “laveggio” für “Topf”.
Lavabo und Laffetsch
Historische Begriffe für Speckstein-Gefäße des Alltags sind das römische “labra” für “Wasserkessel” und das lateinische “labrum” bzw. “lavabrum” für “Becken, Wanne oder Badewanne”. Das heute noch gebräuchliche, italienische “lavabo” für “Waschbecken”, das vereinzelt auch regional in der Schweiz und Deutschland mit dieser Bedeutung auftaucht, hat hier seinen Ursprung.
Betrachtet man sich außerdem das lateinische Verb “lavo” für “waschen und baden” und das dazugehörige Nomen “lavatio” für “Bad, Badewasser und Waschen”, erschließen sich daraus weitere Bezüge zur traditionellen Funktion des Lavez-Steins. Im 13. Jahrhundert wurde allerdings die Bezeichnung “lavezzo” auch auf Metallkessel (Bronze, Kupfer) ausgeweitet.
Speckstein-Gefäße für sakrale Handlungen
Bis heute bezeichnet man das Gefäß für religiöse Waschungen als “Lavabo”, die man hauptsächlich in römisch-katholischen Zeremonien immer noch durchführt. Dabei war das lateinische “Lavabo inter innocentes manus meas” (“Ich wasche meine Hände in Unschuld”) für das Gefäß der rituellen Handwaschung namengebend. Nachweislich ist Speckstein ebenso ein traditionelles Material für Weihwasser- und Taufbecken.
”Lafetsch”-Töpfe aus der Lombardei und dem Tessin
Urkunden aus dem Jahre 1401 erwähnen einen sogenannten “Lafetsch” (“Lafetz”), der als großer Kessel für die Wäsche und das Bad diente. Es ist historisch nachvollziehbar, dass vor allem Handwerker und Händler auf ihren Wanderschaften diese Bezeichnung aus den Abbaugebieten des Specksteins (Lombardei und Tessin) mitnahmen und somit in anderen Regionen verbreiteten. Denn der Ursprungsort eines Naturwerkstoffs und sein äußeres Erscheinungsbild (siehe viele Namen aus der Bergmannssprache) sowie seine nutzbaren Vorteile für das Handwerk in der Verarbeitung und späteren Verwendung entscheiden oft regional über die Namensgebung.
Der Seifenstein
Die Vielseitigkeit des Specksteins, die dem Menschen den Alltag erleichterte, machte ihn schnell zu einem unverzichtbaren Rohstoff. Nicht nur die vielfältigen Gefäße (Waschbecken, Kochtöpfe, Schüsseln, Teller) für das alltägliche Waschen, Kochen und Essen, sondern auch Vorratsbehälter, feuerfeste Öllampen und Öfen waren aus dem weichen Naturprodukt.
Speckstein-Pulver
Doch neben der Verwendung des Gesteins, entdeckte man bald auch noch eine weitere Nutzungsmöglichkeit des Specksteins, denn seine instabilen Gesteinsschichten und das Abfallprodukt der Feil- und Schleifarbeiten waren keinesfalls unnütz. Das pulverige Material barg eine wichtige Eigenschaft in sich, die es zu einem ersten “Waschpulver” der Menschheit machte. Durch seine Zusammensetzung aus Talk, Kieselsäure, Magnesium und anderen Mineralien entwickelt Speckstein-Pulver eine seifige Konsistenz, die sich zum Waschen eignet. Daher entstand recht früh parallel Speckstein und Lavez-Stein ebenso das Synonym “Seifenstein”, das auf diese Eigenschaft und die Verwendung als Seifenpulver Bezug nimmt.
Zusatzstoff für die Industrie
Heute ist die pulverisierte Form des Speckstein in der Industrie ein wichtiger Rohstoff. Als Zusatzstoff in Kosmetikartikeln glättet das Pulver die Haut (Gesichts- und Körpercremes), saugt Feuchtigkeit auf (Babypuder und Deodorants) und erleichtert Herstellungsprozesse in der Pharmaindustrie. Als “E 553b” ist das Talkpulver selbst teilweise in der Nahrungsindustrie zugelassen. Ansonsten ist Speckstein-Pulver ein wichtiges Trennmittel und vielseitiger Füllstoff in der Gummi-, Papier- und Kunststoff-Herstellung. Man findet es in Keramik, Farben und Scheuerpulver.
Der feuerfeste Speckstein
Erstaunlicherweise ist die Wärmebeständigkeit des Specksteins, die man mindestens seit der Antike kennt, nicht in den Synonymen wiederzufinden. Seit Jahrtausenden ist dieser Naturstein nicht nur vermutlich, sondern ziemlich wahrscheinlich als Kochgeschirr im Gebrauch und trotzdem weist keine Namensgebung darauf hin.
Der Fettstein “Steatit”
Ein weiteres Synonym bezieht sich auf die fettige und seifige Haptik des Specksteins und leitet sich vom griechischen “stear” für “Talg oder Fett” ab. Doch auch bei der Bezeichnung “Steatit” spielen die feuerfesten Eigenschaften des Specksteins keine Rolle. Während er nämlich bei Holzöfen eine lange Wärmespeicherfähigkeit beweist, zeigten die ersten, hergestellten Speckstein-Gussformen eine hohe Hitzebeständigkeit, sodass eigentlich ein diesbezügliches Synonym in der traditionellen “Nomenklatur” fehlt.
Traditionelles Material für Gussformen
Erste, feuerfeste Gussformen für beispielsweise Metallschmuck oder Silberbarren waren oft aus Speckstein, denn man konnte den weichen Naturstein leicht bearbeiten und somit auch detaillierte, plastische “Negativformen” herstellen. Bis heute ist der Speckstein in diesem Bereich nicht gänzlich verschwunden, denn seine Gussformen werden zu Forschungszwecken in der Archäologie noch immer verwendet. Im künstlerisch-experimentellen Bereich findet man das feuerfeste Gestein ebenfalls nach wie vor, um beispielsweise Kunstgüssen aus Bronze oder Wachsmodelle herzustellen.
Öfen aus Speckstein
Auch wenn das Schnitzen des weichen Specksteins eine lange Tradition besitzt, die dem Menschen sinnvolle Gebrauchsgefäße für den Alltag und künstlerisch gestaltete Objekte bescherte, so haben die “harten Brocken” des Gesteins eine ebenso bedeutende Karriere gemacht. Für traditionelle Speckstein-Öfen kamen nämlich nur Specksteine zum Einsatz, die wegen ihrer Härte für eine plastische Gestaltung nicht zu gebrauchen waren. Da die Specksteinplatten jedoch eine erstaunlich lange Wärmespeicherfähigkeit besitzen, kommen sie auch heute noch in diesem Bereich zum Einsatz.
Traditionellen Speckstein-Ofen-Bau findet man in Norwegen, Finnland, Norditalien und der Südschweiz, wobei sich das “Speckstein-Museum” im Schweizer Kanton” Wallis” befindet. Vor allem das Tal “Val de Bagnes” war bekannt für sein großes Speckstein-Vorkommen, das durch den Ofenbau eine historischer Bedeutung erlangte.
Moderne “Heiße Steine”
Speckstein eignet sich hervorragend, zum Anbraten von Fleisch und Gemüse (Indoor-Grill), denn er besitzt eine optimale Hitzeverteilung, die lange konstant bleibt. Dadurch ist ein gleichmäßiges Durchgaren der Speise gewährleistet, die zusätzlich nicht am “Heißen Stein” anhaftet, denn Speckstein verfügt über eine “natürliche Antihaftbeschichtung”.
Schon in der Antike ließen Töpfe aus “Steatit” (griech. “stear” für “Fett”) “nichts anbrennen” und entsprechende Vorratsbehälter hielten Speisen kühl, sodass sich die Haltbarkeit erhöhte.
Speckstein für die Industrie
Die wohl wichtigste Form der Speckstein-Verwendung ist das “Talkum”, das als fein gemahlenes Speckstein-Pulvernicht nur in der industriellen Herstellung von Farben, Papier und Glas eingesetzt wird.
Ein umstrittenes Produkt für die Kosmetikindustrie
Seit dem Jahre 2021 ist es nun bewiesen, was schon lange von Fachleuten vermutet und angemahnt wurde… Talkum kann Asbest-Fasern enthalten, die schon seit vielen Jahren als krebserregend eingestuft sind. Genauere Untersuchungen von kosmetischen Produkten zeigten nun, dass tatsächlich Asbest-Anteile vorhanden sind, die zuvor den üblichen Screening-Methoden der Kosmetikindustrie entgangen waren.
Produkte mit Talkum für den Alltag und besondere Stunden
Wer glaubt, dass er von Talkum in seinem Leben verschont bleibt, irrt sich gewaltig, denn dieser eigentlich natürliche Stoff ist oft in der optisch verschönernden Kosmetik, wie beispielsweise Rouge oder Kajalstiften zu finden. Nun denkt sich mancher Mann vielleicht, dass ihn diese Produkte wenig angehen, doch auch Produkte für unsere intimsten Momente wie zum Beispiel Kondome oder Diaphragmen sind mit Talkum gleitfähiger.
Als eindeutig gefährlich für die Gesundheit stuft das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) allerdings Babypuder mit dem Bestandteil Talkum ein, da es eingeatmet die Lunge schädigen und zu schweren Atembeschwerden führen kann. Hier steht der offensichtliche Nutzen einer potenziellen Gefahr gegenüber.
Die Vorteile von Talkum
Speckstein-Pulver ist logischerweise nicht ohne Grund schon Jahrzehnte und länger im Einsatz, denn Talkum hat natürlich auch Vorzüge zu bieten. Das feine Mineralpulver nimmt in erster Linie besonders gut Feuchtigkeit (Wasser) auf, glättet raue Hautregionen und reduziert die Reibung auf der Haut, sodass Hautreizungen vermindert auftreten oder vorbeugend verhindert werden.
Außerdem kann Talk ebenso Fette und Gerüche absorbieren, weshalb der Einsatz in Babypudern für den Windelbereich oder in Gesichts- und Körperpudern sowie desodorierenden Produkten eigentlich recht sinnvoll erscheint.
Gesundheitsgefährdung durch oral eingenommenes Talkum?
Unter dem oben genannten Gesichtspunkt der möglichen Asbesteinlagerungen, erscheint die Tatsache, dass Talkum auch durch beispielsweise Tabletten in den menschlichen Organismus gelangt, noch fragwürdiger als eine äußere Anwendung. Da man nicht alle Risiken diesbezüglich ausräumen kann, wie die fehlerhaften Test-Methoden und Ergebnisse der Kosmetikindustrie beweisen, sollte man bei einer oralen Anwendung eine höhere Sorgfalt walten lassen.
Ein Hilfsstoff für die Pharmaindustrie
Üblicherweise nutzt die Industrie im pharmazeutischen Bereich Talkum-Pulver als “Gleitmittel”. Bei der **Herstellung von Pillen **verhindert es beispielsweise, dass diese in ihrer Form festkleben und sich dafür leicht herauslösen. Im Gebrauch als Medikament verbessert es beim Schlucken den “Rutsch” der Tablette in die Speiseröhre, was vielen Menschen die Einnahme erleichtert.
Wie gefährlich Talkum als Zusatzstoff E 553b tatsächlich ist, können bisher auch Fachleuten nicht eindeutig einschätzen, allerdings die möglichen Nebenwirkungen sprechen Bände. Diese können im Einzelfall Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Husten, Übelkeit bis zum Erbrechen und Kreislaufprobleme mit Zittern sein.
Ein inzwischen eingeführtes und vielversprechendes Ersatzprodukt ist Magnesium-Carbonat, das keine gesundheitlichen Risiken in sich birgt. Es hat sogar eine gesundheitsfördernde Wirkung, denn schließlich ist Magnesium ein wichtiges Spurenelement für unseren Körper.
Speckstein in der Kunst und im Kunstunterricht
Aus den oben beschriebenen Gründen ist der früher so beliebte, plastisch gestaltbare Naturstein schon einige Jahre für den Kunstunterricht umstritten, obgleich er in diesem Bereich für die künstlerische Schulung große Vorteile hat. So kann man gezielt das räumliche Sehen und Vorstellungsvermögen schulen sowie gleichermaßen die handwerkliche Fähigkeit fördern, sinnvoll mit entsprechenden Werkzeugen, durch Reduktion des vorhandenen Materials, neue Formen zu erschaffen. Es liegt somit im Ermessen der Lehrkraft, ob Speckstein zum Einsatz kommt oder nicht.
Wer allerdings sicher gehen möchte, vermeidet inzwischen den Werkstoff “Speckstein” im Zusammenhang mit Kindern, da bei der Bearbeitung (Feilen, Schleifen) auch feiner Staub entsteht, der natürlich vorhandene Asbestfasern freisetzen kann. Außer man findet einen seriösen Lieferanten, der zertifizierten Specksteine ohne Asbest anbieten kann!
Speckstein als Heilstein
Da sich die gesundheitsschädliche Asbest-Gefahr des Specksteins hauptsächlich auf seine pulverisierte Form bezieht, muss man sicherheitshalber bei der Verarbeitung des Werksteins Vorsichtsmaßnahmen (z. B. Mund- und Nasenschutz) treffen. Das betrifft vor allem die Fachkräfte, die Specksteine in eine gewünschte Form schleifen und anschließend polieren. Nach diesen Verarbeitungsprozessen ist die Steinoberfläche nahezu “versiegelt”, so dass man Trommelsteine, plastisch gestaltetes Schmuckstück (Kugelkette, Anhänger) oder auch beispielsweise Feuergefäße gefahrlos nutzen kann. Dasselbe gilt auch für Kunstobjekte aus Speckstein und Bodenplatten, die natürlich in ihrer polierten Form keine potenziellen Asbestfasern mehr freisetzen.
Ein emotionales Gleichgewicht schaffen
Da Speckstein emotionale Blockaden lösen soll, können Menschen mit einer unausgeglichen Gefühlswelt ganz besonders von diesem Naturstein profitieren. Er kann dabei helfen, die eigene Persönlichkeit ohne Scham- und Minderwertigkeitsgefühle zu entfalten und fördert außerdem einen gesunden Ehrgeiz, der sich an der machbaren Realität orientiert.
Speckstein kann den inneren Austausch zwischen Gedanken und Gefühlen ausbalancieren und dabei verschüttete Fähigkeiten ausgraben, die dabei helfen Probleme zu lösen, deren Ursache schon lange zurückliegt. Gemäß seiner wasserabweisenden Fähigkeit kann er im übertragenen Sinne ebenso dabei helfen, überwältigende Emotionen von Außen abzuwehren, die unser inneres Gleichgewicht immer wieder bedrohen.
Der seelische “Lotus-Effekt”
In der Wissenschaft hat man sich die Fähigkeit eines Lotusblattes, Schmutz und Flüssigkeit einfach abperlen zu lassen, schon lange zunutze gemacht. Schon kurz nach der Entdeckung dieses Effekts erforschte man den Mechanismus genauer, um ihn für den Menschen in Produkten alltagstauglich zu machen. Dem Bild des abperlenden Schmutzes entsprechend, verwendet inzwischen auch die Psychologie den Begriff “Lotus-Effekt” und überträgt ihn auf den menschlichen Alltag.
Um eine gewisse Resilience im Leben zu entwickeln, die durch eine selbstbewusste Widerstandskraft und situationsbedingte Anpassungsfähigkeit in Krisenzeiten gekennzeichnet ist, muss man auch die Fähigkeit in sich stärken, bestimmte Eindrücke und Erfahrungen an der Seele “abperlen” zu lassen. Nur wer sich nicht von einer bedrohlichen Lage beherrschen lässt, sondern nach praktikablen Lösungen sucht, behält einen klaren Kopf und übersteht die Situation weitgehend unbeschadet.
Stress abperlen lassen
Wer im Alltag oft gegen stressige Bedingungen ankämpft und fast darin versinkt, kann den vergleichsweise kostengünstigen Heilstein “Speckstein” austesten. Ein passender Handschmeichler für die linke Hand dürfte nicht schwer zu finden sein. Auch eine größere Bodenplatte aus Speckstein, auf die man unter dem Schreibtisch die bloßen Füße (Nebenchakra) abstellen kann, ist keine Rieseninvestition und für nervöse Zeitgenossen eventuell eine beruhigende Alltagshilfe.
Speckstein und das Wurzel-Chakra
Hier bietet sich ein regelmäßiger Aufenthalt in einem Steinkreis an, wobei man sich während einer Meditation zusätzlich auf eine passende Speckstein-Platte setzen kann. Das im Wurzel-Chakra generierte Urvertrauen kann sich auf diese Weise verbessern und verstärken, sodass sich mit der Zeit auch ein größeres, inneres Gleichgewicht einstellt. Wer in sich ruht und sich bei Bedarf zur Erholung zurückziehen kann, entwickelt ein gutes Gespür für seine Bedürfnisse und verfügt über ein gesundes Vertrauen ins Leben samt seinen natürlichen Kreisläufen.
”Mit beiden Beinen auf der Erde stehen!”
Um eine notwendige Erdung des ganzheitlichen Körpers zu fördern, bietet sich, wie oben schon erwähnt, ebenso eine Bodenplatte aus Speckstein unter dem Schreibtisch oder am Leseplatz an, denn auch über die Füße, kann man das Wurzel-Chakra erreichen.
Die Redewendung “mit beiden Beinen auf dem Boden stehen” beschreibt auch die Fähigkeit einer beständigen **Widerstandskraft **(Resilience), mit der man “mit beiden Beinen im Leben steht”. Hier weist schon der Volksmund bildhaft auf die Notwendigkeit einer innigen Erdverbindung (“Erdung”) hin, denn erfahrungsgemäß können “schwebende Traumtänzer” und “Traumschloss-Besitzer” nur schwerlich im profanen Alltag verweilen.
Speckstein für mehr Bodenhaftung
So kann Speckstein für Menschen ohne genügend “Bodenhaftung” im übertragenen Sinne ein nützlicher “Mühlstein” sein, der als Basis dient, auf der man sicher stehen kann. Denn er hilft dabei, “Grobes”, Verletzendes und Belastendes seelisch “fein zu zermahlen”, um es anschließend einem neuen Nutzen zuzuführen. Niemand hängt sich schließlich freiwillig einen erstickend wirkenden Mühlstein um den Hals, wenn er sich viel sinnvoller unter den Füßen erweist.
Wer also “wieder auf die Beine kommen” und “festen Boden unter die Füße bekommen” möchte, kann Speckstein als Hilfestellung nutzen.
Die Wirkung des Specksteins auf den Körper
Im Altertum sagte man dem Fettstein (Steatit) eine entgiftende Wirkung nach, da seine Gefäße eine längere Haltbarkeit der Nahrung garantierten. Man nutzte ihn deshalb vor allem bei Verletzungen und Reizungen der Haut, was Talkpulver tatsächlich auch zu unserer Zeit unter Beweis gestellt hat (siehe oben “Speckstein für die Industrie”).
In der modernen Steinheilkunde soll Speckstein allerdings vor allem das Herz stärken, was ebenfalls das Tragen eines Speckstein-Anhängers auf dem Herz-Chakra sinnvoll erscheinen lässt. Als Heilstein soll Steatit allgemeine Fehlfunktionen der Hormondrüsen regulieren und insbesondere die Thymusdrüse unterstützen.
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