Das Epidot-Feldspat-Gestein "Unakit"
Das Silikat "Epidot" kann primär entstehen, wenn sich in Magmatiten gebildeter Feldspat, Amphibole und Pyroxene durch magmatische, heiße Flüssigkeiten erneut chemisch verändern bzw. umwandeln. Hydrothermal bilden sich auf den Flächen von Klüften und Drusen dann prismatische bis nadelförmige Epidot-Kristalle, die im "Monoklinen Kristallsystem" kristallisieren. Typisch für diese seltenen Kristalle ist eine Längsstreifung an den Seitenflächen, die allerdings bei der Vermengung mit Feldspat gar nicht erst entsteht. Hier erscheint Epidot als derbe bis körnige Masse und trägt mit rosafarbenen Feldspat-Einschlüssen den Namen "Unakit".
Gruppen-, Insel- und Gerüst-Silikate
Als basisches Calcium-Aluminium-Silikat gehört Epidot ebenso wie der stofflich vielfältige Feldspat in die Mineralklasse der "Silikate" und dort zur Unterabteilung der "Gruppen-Silikate", obgleich er auch einige Moleküle an "Insel-Silikaten" vorweist. Feldspat ist hingegen ein Mitglied der Untergruppe "Gerüst-Silikate", sodass der zweifarbige Unakit zum Großteil aus Gruppen-und Gerüst-Silikaten besteht, teilweise jedoch in geringem Maße auch Insel-Silikat-Moleküle besitzt.
Farblicher Kontrast
Da Epidot meistens einen Grünton besitzt, der an Pistazien erinnert (Pistazit), können Unakite mit ziegelroten Feldspat-Anteilen optisch einen intensiven, komplementären Rot-Grün-Kontrast zeigen. Epidot kann aber hie und da auch in gelblicher, brauner und grauer bis schwarzer Farbe vorkommen, sodass Epidot-Varietäten wie beispielsweise der eisenhaltige "Klinozoisit" in Hellgrün bis Braungrün, der grüne Tawmawit mit Chrom-Gehalt und der rote, manganhaltige Piemontit entstehen.
Feldspat steuert, je nach Gehalt an Spurenelementen, bei einer Vermengung und Gesteinsbildung mit Epidot entweder rote (Unakit) oder weiße (Schneeflocken-Epidot) Einsprenkel bei, die sich kontrastreich vor allem von den Grüntönen abheben.
Typlokalität und Entstehung
Da erstmals rotgefleckte Epidot-Exemplare aus den Unakas-Mountains bzw. der gleichnamigen Unaka-Ranch wissenschaftlich untersucht und beschrieben wurden, ist diese Gegend zwischen dem US-amerikanischen North Carolina und Tennessee Namenspate für das grün-rosa gesprenkelte Epidot-Feldspat-Gemisch. Hier ist das metamorphe Gestein durch eine Metasomatose (hydrothermale Umwandlung) von Granit entstanden, wobei der trikline Natrium-Calcium-Feldspat (Plagioklas) durch Epidot ersetzt wurde. Somit besteht Unakit hauptsächlich aus den Mineralen "Epidot" und "Orthoklas" (monokliner, rötlicher Kalifeldspat) sowie teilweise zusätzlich noch aus durchsichtigen Quarz-Anteilen.
Je nach Bildungsort entsteht Unakit zwar grundsätzlich tertiär, doch sowohl eine Kontakt- als auch eine Regionalmetamorphose sind dabei möglich. Deshalb kann man dieses Mischgestein gebietsweise in größeren Massen finden, wodurch dieser Schmuck- und Heilstein sehr gut auf dem Markt vertreten ist. Allerdings ist bei beiden Bildungsmöglichkeiten die unbedingte Voraussetzung, dass die umgewandelten, basischen Ausgangsgesteine einen hohen Calcium- und Aluminium-Anteil besitzen.
Unakit als dekorativer Schmuckstein
Im Allgemeinen spielt Unakit keine große Rolle in der Schmuckherstellung, doch besonders schöne Exemplare tauchen immer wieder auch in individuellen Schmuck-Kreationen auf. Da er als kostengünstiger Stein auch in einer gewissen Größe abgebaut werden kann, ist Unakit aufgrund seines attraktiven Äußeren im Kunsthandwerk gern gesehen. So wird er in der traditionellen Steinschneidekunst (Glyptik) verwendet, um mithilfe von Schneid- und Schleifgeräten kleinere und größere Objekte und figürliche Skulpturen (z. B. Tierdarstellungen) herzustellen.