Vanadiumberyll oder Smaragd?
Farblich gesehen, steht der unbekanntere Vanadiumberyll dem Mitglied der "Großen Vier" (Diamant, Rubin, Saphir und Smaragd) in nichts nach. Im Gegenteil, denn er kommt zum einen seltener vor als der chromhaltige Smaragd und zeigt oft eine bessere Reinheit als sein ebenfalls grüner Edelstein-Verwandter.
Vanadiumberyll ist nicht gleich Smaragd
Obgleich das "Geological Institute of America" (GIA) zwischen Vanadiumberyll und Smaragd keinen Unterschied macht und beide zu den Smaragden rechnet, sehen die Schmuckindustrie und viele Fachleute in Europa dies anders. Laut deren Definition können nur Berylle, die durch das chemische Spurenelement "Chrom" grün gefärbt sind, auch die Bezeichnung "Smaragd" tragen. Allerdings kann auch das chromhaltige Beryllium-Aluminium-Silikat manchmal einige Vanadium-Moleküle im Kristall-Gitter vorweisen, sodass man die Einschätzung der GIA durchaus nachvollziehen kann.
Die Einschätzung der Steinheilkunde
Hier taucht Vanadiumberyll als eigene Varietät des Berylls auf und wird somit klar getrennt vom Heilstein "Smaragd" behandelt. Da sich das Übergangsmetall "Vanadium" teilweise anders auf das ganzheitliche System des menschlichen Körpers auswirkt als Chrom, muss die Steinheilkunde aus therapeutischer Sicht natürlich den Unterschied zwischen den beiden grünen Beryllen deutlich machen. Dieser Gesichtspunkt spielt bei einer fachlich, rein gemmologischen Einstufung logischerweise keine Rolle. Nichts desto trotz gibt es ohne Zweifel auch große Ähnlichkeiten zwischen den beiden Mitgliedern der Beryll-Gruppe, denn die beiden Übergangsmetalle "Chrom" und "Vanadium" haben auch in ihrer therapeutischen Wirkung Gemeinsamkeiten.
Vanadium und Chrom in der Steinheilkunde
Beide chemischen Elemente (V und Cr) besitzen laut Steinheilkunde entzündungshemmende und entgiftende Eigenschaften, die im übertragenen Sinne auch eine ganzheitlich-geistige Heilung beeinflussen können. Dabei soll sich im Mineral gebundenes Vanadium hauptsächlich positiv auf die Haut, Horn- und Bindehaut der Augen sowie die Atemwege auswirken, während Chrom vor allem einen heilenden Einfluss auf die inneren Organe (z. B. Herz, Leber, Magen, Darm, Nieren...), die Nase und Nebenhöhlen haben kann.
Positive Lebenssicht und seelische Regeneration
Da Vanadium dabei helfen soll, destruktive Gedanken abzulegen und dafür ein "positives Denken" zu kultivieren, kann Chrom daran anknüpfen und den Wunsch nach selbstbestimmter Selbstverwirklichung beisteuern. Somit ist Vanadium die Voraussetzung für eine befreite Gefühlswelt, die sich endlich rückhaltlos Ausdruck verschafft, sodass in der "Chrom-Sphäre" anschließend eine seelische Erholung einsetzen kann und gemäß seinem Namen (griech. "chromos" für "Farbe") mehr Farbe ins Leben kommt.
Beryll-Merkmale
Wie alle Berylle ist auch Vanadiumberyll in einer "Primären Bildung" entstanden, wobei sich einzig Smaragd auch tertiär bilden kann. Das mineralstoffreiche Mineral gehört wie alle Beryllium-Aluminium-Silikate strukturell in die Mineralklasse der Ring-Silikate und ist durch seinen signifikanten Vanadium-Gehalt definiert.
Kristallsystem und Bestimmungsmerkmale
Vanadiumberyll kristallisiert "beryllgemäß" im "Hexagonalen Kristallsystem" und bildet deshalb sechseckige Kristalle, deren Prismenflächen eine deutlich erkennbare, vertikale Streifenbildung zeigen. Da seine Kristalle oft weniger Einschlüsse besitzen als Smaragd-Kristalle, ist Vanadiumberyll in der hochwertigen Schmuckherstellung als Edelstein sehr beliebt. So zeigt er meistens eine größere Reinheit, gepaart mit einer durchsichtigen Transparenz und attraktivem Glasglanz.
Härte und Dichte machen den Unterschied
Mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 und Dichte von 2,65 bis 2,75 lässt sich Vanadiumberyll klar von anderen grünen Mineralen unterscheiden. Allerdings ist eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung notwendig, die beispielsweise die Unterschiede bei grünlichem Apatit (Härte 5, Dichte 3,2) und Jadeit (Härte max. 7, Dichte mind. 3,3) oder grünem Spinell (Dichte mind. 3,58) und Turmalin (Dichte mind. 3,0) deutlich macht.
Die Spurenelemente der Beryll-Varietäten
Unter den grünen Beryll-Varietäten ist Aquamarin durch seinen Eisen-Anteil (Fe) meistens "wässrig" hellblau, aber auch blau-grüne Exemplare kommen vor, die jedoch nicht die Grüntöne des Vanadiumberylls erreichen. Davidsonit erhält durch Stickstoff-Einlagerungen (N) eine eher gelbliche Grünfärbung und Heliodor kann wiederum durch Eisen (Fe) und Uran (U) gelbgrün bis blaugrün gefärbt sein. Farblich erreicht jedoch meistens nur der chromhaltige Smaragd die ähnlich grüne Vanadium-Varietät, denn nicht alle Smaragde zeigen auch die namengebende, hohe Farbqualität "Smaragdgrün".
Vanadiumberyll als Edelstein
Neben der hohen Edelstein-Härte von 7,5 bis 8 und dem weltweit raren Vorkommen, kann man unter den seltenen Vanadiumberyll-Kristallen oft Exemplare mit großer Reinheit und einer dementsprechend durchsichtigen Transparenz finden. Hat ein Kristall außerdem eine intensive, grüne Farbe mit Glasglanz zu bieten, gehört dieser sehr seltene Vanadiumberyll zu den beliebtesten Schmucksteinen überhaupt, denn er hat alle Kriterien eines Edelsteins erbracht. Deshalb erscheint er im Handel in minderer Qualität als Rohkristall, aber in Bestform als Edelstein mit Facettenschliff (z. B. länglichem Treppen-, bzw. Smaragd-Schliff).
(Mehr Infos auf den Seiten "Beryll" und "Smaragd")