Versteinerter Mammutbaum
Die versteinerten Überreste der urzeitlichen Riesengewächse stammen meistens von längst ausgestorbenen Mammutbaum-Arten, deren Gattungen jedoch noch jeweils einen lebenden Verwandten vorweisen können. In der Vergangenheit hat sich allerdings so mancher vermeintliche "Versteinerte Mammutbaum" als eine Versteinerung der Aurakarie (Affenbaum, Chiletanne) entpuppt, die zur ältesten Baumfamilie der Erde gehört, sodass man heute wissenschaftlich genauer hinschaut.
Mammutbaum oder Aurakarie?
Da beide Baumarten eine ähnliche Holzstruktur zeigen und eine stattliche Größe erreichen, sind deren Versteinerungen für Unkundige und Profis nicht so leicht zu unterscheiden. Erst eine genaue mikroskopische Analyse der jeweiligen Anordnung der verkieselten Zellwände legt die spezifische Struktur der beiden Nadelbaumarten offen und lässt so eine präzise Einordnung zu. Heute noch lebende Mammutbäume wachsen in Nordamerika (Kalifornien) und können über 3000 Jahre alt werden, wogegen Aurakarien in den Anden Südamerikas (Chile, Argentinien) beheimatet sind und "nur" ein Alter von etwa 1000 Jahren erreichen.
Noch lebende Mammutbäume
Die Unterfamilie der Mammutbäume gehört in die Familie der Zypressengewächse und diese in die Ordnung der Koniferen, wobei inzwischen nur noch drei "monotypische Gattungen" mit jeweils einem Vertreter überlebt haben. Durch die vielen Funde verschiedener Holzversteinerungen weiss man, dass vor Urzeiten wesentlich mehr verschiedene Arten der einzelnen Mammutbaum-Gattungen existierten.
Nur noch drei Arten
Heute gibt es einzig die drei Arten Riesen-, Küsten- und Urwelt-Mammutbaum als kläglichen Rest, die man bisher als sehr widerstandsfähig bezüglich Waldbränden und Insektenbefall eingestuft hatte. Doch der Klimawandel setzt auch ihnen inzwischen heftig zu, sodass man hoffentlich die angestrebten Schutzmaßnahmen auch tatsächlich durch- und umsetzt, damit die Nachkommen eines der größten und ältesten Lebewesens auf Erden der Nachwelt erhalten bleiben.
Der feuerfeste Riesen-Mammutbaum
Vor allem die Baumriesen in der kalifornischen Sierra Nevada (USA) überdauerten bisher immer spielend Dürreperioden, denn sie gehören zu den sogenannten "Pyrophyten", die durch Hitze und Waldbrände im Wachstum bzw. in der Vermehrung gefördert werden. Die faserige Rinde des mächtigen Stammes schützt den Baum vor schwerwiegenden Brandschäden und seine Zapfen öffnen sich erst nach dem Feuer. Wenn nur noch die Asche der anderen Pflanzen übrig ist, können sich die Samen des Mammutbaumes ungehindert entfalten.
Mammutbaum-Besonderheiten
Amerikanische Formen des Riesen-Mammutbaums sind Flachwurzler, im Gegensatz zu asiatischen Vertretern, deren Wurzeln sich tief ins Erdreich erstrecken. Außerdem sind seit Mitte des 19. Jahrhunderts sowohl die immergrünen Riesen- (aus Nordamerika) als auch die Nadeln abwerfenden Urwelt-Mammutbäume (aus China) inzwischen auch in den Parkanlagen Mitteleuropas ansässig und erweisen sich als ziemlich winterhart. So zieren die imposanten Riesen weitläufige Park- und Landschaftsgärten nicht nur in England und sind im Herbst durch ihre immergrüne oder aber rötliche Färbung der Nadeln zu unterscheiden.
Der Größte von allen
Mit einer Höhe von etwa 84 Metern und einem Stamm-Umfang von über 30 Metern ist der "General Sherman Tree" des Sequoia-Nationalparks in Kalifornien nach seinem Rauminhalt des Stammes der größte Riesen-Mammutbaum der Welt. Die ältesten Bäume seiner Art sollen über 3000 Jahre alt sein und bis zu 2400 Tonnen wiegen, womit sie die größten Pflanzen der Erde sind. Allerdings kann der schlankere Küsten-Mammutbaum aus den regenreichen, nebligen Gebieten Nordkaliforniens (pazifische Küste) sogar die 100 Meter-Marke knacken. Der höchste heute noch lebende Küsten-Mammutbaum erreicht stolze 115 Meter, doch es kursieren Berichte über gefällte Stämme mit einer Länge von bis zu 135 Metern.
Fossiler Mammutbaum
Wenn man die Langlebigkeit und die räumlichen Dimensionen der noch lebenden Mammutbäume betrachtet, ist es kein Wunder, dass verkieselte Exemplare aus der Urzeit mitunter erstaunliche Größen zeigen. Grundsätzlich erreichten diese Urriesen wahrscheinlich ähnliche Ausmaße wie ihre Nachfahren, allerdings war ihre Artenvielfalt um einiges größer und als Mammutbaum-Wälder weltweit häufiger anzutreffen.
Mindestens 4300 Jahre im Einsatz
Die versteinerten Überreste urzeitlicher Bäume sind dem Menschen schon lange bekannt, allerdings konnte er seine Entstehung und Abstammung lange Zeit nicht richtig deuten. Als Werkzeuge der Götter oder Knochen von riesigen Geschöpfen waren sie Kultobjekte, die entsprechende Kräfte in sich bargen und so für magische Handlungen verwendet wurden. Dies beweisen Funde aus einem Tempel der Etrusker, der stolze 4300 Jahre alt ist.
Modernes, rückblickendes Hilfsmittel
Heute verwendet man in esoterischen Kreisen Kieselhölzer, also auch "Versteinerten Mammutbaum", um sich an frühere Leben zu erinnern. Für sogenannte "Rückführungen" erscheinen diese Fossilien aus der Urzeit das geeignete Hilfsmittel zu sein, denn Mensch und Baum waren zu allen Zeiten eng miteinander verbunden, was die gegenwärtigen Generationen im Zeichen des Klimawandels zum Glück wiederentdeckt haben.
Sekundäre Entstehung der "Versteinerten Hölzer"
Während wässrige Flüssigkeiten mit hohem Kieselsäure-Gehalt auf den abgestorbenen Mammutbaum einwirken, wird das organische Material mit der Zeit völlig durchtränkt. Wichtig dabei ist ein gänzlicher Luftabschluss, damit keine Sauerstoffzufuhr zum Vermodern führen kann. Dies ist nur möglich, wenn Sedimente nach dem Absterben des Baumes seine organischen Reste sehr schnell luftdicht bedecken konnten.
Kieselsäure und Mineralstoffe
Für den Prozess der Versteinerung mussten in den Lösungen neben der oben genannten Kieselsäure außerdem noch genügend Mineralstoffe vorhanden sein, die sich im Laufe von Jahrmillionen in den organischen Zellen ansammeln konnten. Während die pflanzlichen Stoffe zerfielen, ersetzten Quarze wie Chalcedon die typische Holzstruktur, sodass sie optisch erhalten blieb. Deshalb findet man die charakteristischen Farben der jeweiligen Ursprungshölzer, die von Hell- bis Dunkelbraun reichen, auch unter den versteinerten Hölzern.
Farbgebende Spurenelemente
Allerdings zeigen viele Funde des "Versteinerten Mammutbaums" nicht nur Braun-, sondern auch Rostbraun- und Rottöne, die durch die zusätzliche Einlagerung von Eisenoxid (Hämatit) während der Verhärtung und Verkieselung entstanden sind. Sehr seltene Blau- bis Grün-Töne sind wiederum auf Einlagerungen der Spurenelemente "Kupfer" oder "Chrom" sowie des grünlichen Schichtsilikats "Seladonit" zurückzuführen. Das hellgrüne bis blaugrüne Glimmer-Mineral kann während der Phase der Versteinerung ebenfalls in Hohlräume eindringen und so bläuliche Grüntöne hervorrufen.
Kristallsystem und optische Erscheinungsform
Da die Versteinerung der verschiedenen Hölzer nicht nur durch Quarz (Verkieselung) sondern auch durch Opal (Opalisierung) erfolgen kann, richtet sich das Kristallsystem nach diesen beiden mineralischen Substanzen. Entsprechend unterschiedlich kann das farbliche Erscheinungsbild der versteinerten Hölzer ausfallen. Extrem selten sind Versteinerungen, die durch die Substanzen Pyrit, Hämatit / Goethit, Galenit, Baryt oder gar Fluorit entstanden sind.
Trigonal oder amorph
Üblicherweise dominiert der trigonale Quarz, sodass verkieselte Hölzer auch wesentlich öfter im Handel erscheinen. Opalisierte Hölzer sind hingegen seltener und gemäß der amorphen Opal-Substanz oft optisch ziemlich beeindruckend, vor allem wenn Edelopal mit seinen Farben ins Spiel kommt. Allerdings bleibt die ursprüngliche Struktur des ehemaligen Holzes gleichermaßen erhalten, sodass man mit der Lupe bzw. unter dem Mikroskop das Grundgewebe recht leicht erkennen kann.
Dabei unterscheidet sich auch in der Versteinerung das recht einheitliche Zellgewebe der Nadelbäume, zu denen auch der Mammutbaum gehört, von dem vielseitigeren Grundgewebe eines Laubbaumes, das größere Poren und auch Linien der ehemaligen Wasserleitungen zeigt.
Bestimmungsmerkmale und Verwechslungen
Die Steinheilkunde nutzt vor allem verkieselte Hölzer, nicht zuletzt, weil sie häufiger vorkommen und somit leichter im Handel zu finden sind. Sowohl die große Quarz- als auch die vielfältige Opal-Familie gehören in die Mineralklasse der Oxide, sodass sich auch die folgenden Bestimmungsmerkmale einzig auf diese Kieselhölzer beziehen.
Härte, Dichte und Spaltbarkeit
Mit einer Mohshärte von 6,5 bis 7 liegt "Versteinerter Mammutbaum" im Bereich des Quarzes, denn Opale besitzen maximal eine Härte von 6. Auch die Dichte von 2,6 bis 2,65 liegt über der Opal-Dichte (max. 2,5). Mit einem unebenen, splittrigen Bruch besitzt das Kieselholz keine Spaltbarkeit, was sowohl dem Quarz als auch Opal entspricht, die sich beide ebenfalls nicht spalten lassen.
Transparenz, Glanz und Strichfarbe
Unter den versteinerten Hölzern gibt es nur eine undurchsichtige Transparenz sowie im naturbelassenen Zustand eine matte Oberfläche. Allerdings kann man durch Polieren die Flächen der undurchsichtigen Kieselhölzer bis zum Glasglanz steigern, sodass wundervolle Kontraste zwischen matten und glänzenden Bereichen entstehen können.
Im Allgemeinen zeigen die meisten "Versteinerten Mammutbäume", wie andere Kieselhölzer auch, eine weiße Strichfarbe, was Quarz und Opal entspricht. Doch manchmal setzt sich auch die Farbe des jeweiligen Ursprungsholzes durch.
Verwechslungen mit Jaspis
Zum Glück ist versteinertes Holz im Allgemeinen und "Versteinerter Mammutbaum" im Besonderen optisch sehr einzigartig, sodass maximal eine Verwechslung mit dem vielfältigen Jaspis möglich ist. Doch diese oberflächliche Ähnlichkeit, ist schnell ausgeräumt, wenn sich die charakteristische Holzstruktur unter dem Mikroskop (Kieselholz) zeigt oder eben nicht erkennen lässt (Jaspis).
Versteinerter Mammutbaum im Handel
Nicht nur "Versteinerter Mammutbaum" sondern alle versteinerten Hölzer sind beliebte Dekorationsobjekte, die ein Sammlerherz höher schlagen lassen. Teilweise kann man größere Exemplare erwerben, die in der Vitrine entsprechend beleuchtet durch ihre Strukturen und Farben sowie kontrastierenden matten und glänzenden Oberflächen wahre Schönheiten sind.
Die Steinheilkunde verwendet vor allem Trommelsteine und Scheiben des ehemaligen Baumstammes, die sich bestens auflegen lassen. Als Anhänger oder Handschmeichler in der Hosentasche ist der dekorative Schmuckstein auch für den Alltag eine unaufdringliche, therapeutische Hilfe.