Gelee- oder Wasseropal?
Diese Opal-Varietät hat zwei Gesichter, denn je nach Erscheinungsbild gehört Wasseropal zu den "Gewöhnlichen Opalen" oder aber zu den kostbaren Opalen. Meistens zeigt er kein ausgeprägtes Farbenspiel (Opaleszenz) und besticht daher eher durch wasserklare Reinheit und eine glasähnliche Transparenz (Hydophan). Die edlere Variante des Wasseropals mit schwacher Opaleszenz und durchsichtiger bis durchscheinender Transparenz heisst ihrer Optik entsprechend "Jelly-Opal" (Gelee-Opal).
Hyalith, Hydrophan und Jelly-Opal
Allgemein kann der Eindruck entstehen, dass scheinbar keine klar definierende Einigkeit bezüglich der Bezeichnungen "Hyalith" (Glasopal), "Hydrophan" (Wasseropal) und "Jelly-Opal" (Gelee-Opal) herrscht. Letzterer erscheint als hochwertiger "Kristallopal" (irreführende Bezeichnung!) ebenso unter den Wasseropalen, allerdings oft mit schwachem Farbenspiel. Hydrophan als sogenanntes "Weltauge" ist selten und kann nur nach Wasseraufnahme ein Farbenspiel zeigen, weshalb man ihn teilweise zu den Edelopal-Varietäten rechnet.
Wasseropale
Da die Transparenz eines Wasseropals mit durchscheinendem Gelee oder wasserklarem Glas verglichen wird, ist eine Gleichstellung mit dem engen Opal-Verwandten "Glasopal" (Hyalith) nicht weit. Tatsächlich rechnet man gemeinhin den porösen Hydrophan, der durch zusätzliche Aufnahme von Wasser durchsichtig wird, ebenso wie den edleren Jelly-Opal, der eine charakteristische Opaleszenz zeigen kann, zu den Wasseropalen. Dieser glasklare, hochwertige "Gemeine Opal" besitzt eine gelee-artige, wässrig wirkende, blassere Konsistenz mit möglichem Farbenspiel, das man bei dem verwandten Glasopal (Hyalith) meistens nicht beobachten kann.
Wasseropal und Glasopal
Auch wenn einige Quellen Wasseropal (Hydrophan) und Glasopal (Hyalith) als Synonyme handeln, so scheint dies nicht der korrekten Einordnung zu entsprechen. Für die Unkundigen bleibt hier nur eine maximale Verwirrung zurück, an die man sich jedoch gewöhnt, wenn man sich eine Weile mit Mineralien, Schmuck-, Edel- und Heilsteinen beschäftigt. Denn die Namensgebung ist hie und da keine mineralogisch und traditionell gebräuchlich abgestimmte Sache.
So ist der "gewöhnliche" Glasopal durch seine gänzlich farblose, sehr wasserklare Reinheit und Transparenz definiert, wobei seine oft traubenartigen Gebilde sehr selten Opaleszenz zeigen, im Gegensatz zu "Jelly-Opalen". Hydrophane Opale (griech. "wasserliebend") können wiederum durch ihre rissige, poröse Struktur jederzeit Feuchtigkeit im Wasserbad aufnehmen und auch später wieder durch Verdunstung abgeben. Hier variiert die Transparenz dann von wasserklar (mit aufgenommenem Wasser) bis milchig durchscheinend (nach Wasserverlust).
Opal-Merkmale
Auch wenn die genaue Einordnung in "Glas"- oder "Wasseropal" nicht immer leicht ist und scheinbar auch "schwimmend" sein kann, so besitzen sie als Mitglieder der Opal-Familie deren gemeinsame Merkmale.
Quasi-amorphes "Kristallsystem"
In der Mineralwelt sind Opale aufgrund ihrer Struktur ausgesprochen einzigartig, sodass man sie in kein Kristallsystem einordnen kann. Selbst die amorphen (gestaltlosen) "Mineralien" ohne kristallines Gefüge, wie beispielsweise das Vulkanglas "Obsidian" oder der geschmolzene Gesteinsspritzer "Moldavit", sind mit Opalen eigentlich nicht vergleichbar. Diese beiden Naturgläser besitzen nämlich überhaupt keine innere Struktur, da sie während ihrer schockartigen Abkühlung (nach Vulkanausbruch bzw. Meteoriten-Einschlag) keine Kristalle bilden konnten.
Kügelchen aus Kieselgel
Obwohl Opale beim Abkühlen eine Struktur aus winzigen Kieselgel-Kügelchen (Siliciumdioxid) bilden, die in sich meistens eine tetragonale (Cristobalit) und selten eine hexagonale (Tridymit) Kristallstruktur bilden, rechnet man sie unter die "amorphen Minerale". Laut mineralogischer Definition gehören diese amorphen Gebilde jedoch, aufgrund der fehlenden Kristallstruktur, eigentlich zu den Mineraloiden, denn das charakteristische Kennzeichen eines Minerals ist die Kristallisation in einem der sieben Kristallsysteme. Da Opale aber nicht gänzlich ohne innere Struktur daherkommen, nennt man sie "quasi-amorph".
Aufgrund dieser einzigartigen Kügelchen-Formation, die das noch verbliebene, wasserhaltige Kieselgel zusammenhält, bildet Opal niemals sichtbare Kristalle, sondern immer nur knollige, glasähnliche Aggregate. Außerdem erscheint die amorphe, anpassungsfähige "Opal-Masse" zusätzlich als Füllung von Hohlräumen in Gesteinen.
Lichtreflexe im Opal-Gefüge
Gerade bei Wasseropalen wird die Auswirkung der Kügelchen-Struktur auf den Lichteinfall sehr deutlich, denn Hydrophan verändert durch seine Wasseraufnahme die Lichtreflexion auf den kugeligen Hüllen der Siliciumdioxid-Kügelchen entsprechend. Da sich durch das vorhandene Wasser die Lichtbrechung erhöht, kann man hier ein temporäres Opalisieren beobachten, das bei Edelopalen dauerhaft zu beobachten ist... vorausgesetzt man schützt sie vor intensiven Sonnenstrahlen und Wärmequellen.
Bei der farblichen Erscheinung eines Opals spielt die Größe der Zwischenräume innerhalb der Kügelchen-Struktur eine wesentliche Rolle, denn in kleinen Räumen spaltet sich das einfallende weiße Licht in gelbe, grüne, blaue bis violette Lichtfarben. Dadurch entstehen verschiedene Lichtreflexe und bunt schimmernde Flecken. Sind die gelartigen Freiräume zwischen den Kieselkügelchen hingegen etwas größer, dann kann man die heißbegehrten Rottöne beobachten.
Opal-Bestimmungsmerkmale
Die aus einer "Sekundären" oder "Primären Bildung" stammenden Opale sind durch ein allmähliches Austrocknen einer wässrigen Kieselsäure-Lösung entstanden, in der sich im ersten Schritt im Wasser winzige Tröpfchen aus Kieselgel bildeten. Das stets vorhandene, amorphe Kieselgel hält die Struktur fest zusammen und umgibt die Tröpfchen weiterhin, selbst wenn sich diese mit der Zeit zu Kieselkügelchen verfestigen konnten und so ein Opal entstanden ist. Da die Hauptsubstanz dieses Schmuck- und Heilsteins Siliciumdioxid ist, gehört die große Opal-Familie zur Mineralklasse der Oxide.
Ohne Wasser kein Opal!
Die Existenz und Schönheit eines Opals sind abhängig von der Einlagerung der verbliebenen Wasserreste, ohne die das Licht kein Farbenspiel hervorzaubern kann. Wasser ist somit neben Siliciumdioxid der wesentliche Bestandteil eines Opals, insbesondere Wasseropals (Hydrophan). Bei gänzlichem Wasserverlust wandelt sich die einzigartige Kügelchen-Struktur eines Opals nämlich in die trigonale Quarz-Struktur eines Chalcedons um, sodass dabei auch ihr charakteristisches Opalisieren verloren geht. Deshalb sollte man Opale immer in "feuchte Tücher" packen oder ihnen ab und zu ein "Wasserbad" genehmigen. Wasseropal (Hydrophan) profitiert hier ganz besonders stark.
Härte, Dichte und Spaltbarkeit
Opale spielen mit einer Mohshärte von 5,5 bis maximal 6,5 im Mittelfeld der Mineralien und Mineraloiden mit. Auch die Dichte des Opals ist mit 1,98 bis etwa 2,4 vergleichsweise niedrig, denn die meisten gesteinsbildenden Minerale liegen über 2,5 in ihrer Dichte. Grundsätzlich besitzen alle Opale keine Spaltbarkeit und ihre Bruchstellen sind muschelig, spröde bis splittrig.
Transparenz und Glanz
Je nach Mineralstoff-Einlagerungen im verbliebenen Kieselgel zwischen den verfestigten Kieselkügelchen, zeigen Opale eine durchscheinende bis durchsichtige Transparenz. Je weniger Fremdstoffe hier vorhanden sind, umso klarer und durchsichtiger fällt die optische Erscheinung aus. Diese glas- und wasserklaren Exemplare heißen "Glasopal" (Hyalith) und "Wasseropal" (Hydrophan), während auch manchmal die irreführende Bezeichnung "Kristallopal" auftaucht. Diese kann bei Unkundigen nämlich den Eindruck erwecken, dass es sich hier um einen Kristall handeln könnte, den es natürlich aufgrund der Entstehungsgeschichte eines Opals gar nicht geben kann. Wasseropale zeigen je nach Einlagerungen einen leicht fettigen bis glasartigen Glanz.