Faktenbox
- Mineralfamilie
- Wulfenit (Molybdate)
- Mohshärte
- 3
- Farbe
- gelb, orange, braun, rot, farblos, grünlich, schwarz
- Chakra
- Wurzel-Chakra, Nabel-Chakra
- Fundorte
- Österreich, Deutschland, Slowenien
- Reinigung
- Trocken abreiben – wegen der Giftigkeit Hautkontakt und Wasserbäder meiden
- Aufladung
- In der Abendsonne oder mit Bergkristall
Wulfenit im Überblick
Das Molybdän-Bleierz “Wulfenit” gehört zu den giftigen Mineralien, die man mit Vorsicht behandeln sollte. In reiner Form ist es farblos, aber meistens tritt Wulfenit in Gelb-, Orange- und Rottönen auf. Ebenso kommen Rotbraun-, Grün- und Blautöne vor, die bis ins Schwarze reichen.
Wulfenit soll eine zwanghafte Anpassung erkennbar machen, die durch übernommene Erziehungsmuster ausgelöst wurde. So können mit der Zeit Verhärtungen, Verkrampfungen und depressive Stimmungen verschwinden, wenn man sich selbst bewusst mehr geistige und emotionale Bewegungsfreiheit genehmigt.
Unterschiede in der Wulfenit-Klassifizierung
Was zuerst auffällt, wenn man sich mit dem Mineral “Wulfenit” (Gelbbleierz) beschäftigt, ist seine unterschiedliche Einordnung, denn hier scheinen sich die verschiedenen Systematiken der Mineralien nicht ganz einig zu sein. Je nach Quelle erscheint Wulfenit so unter den Sulfaten oder Phosphaten. Allgemein anerkannt ist zwar der deutsche Mineraloge “Hugo Strunz”, der erstmals eine moderne “Klassifikation der Minerale” entwickelte, doch im englischsprachigen Raum nutzt man oft auch die Systematik der Minerale nach “James Dwight Dana”.
International Mineralogical Association
Die IMA orientiert sich an der “Strunz´schen Mineralsystematik” und ordnet Wulfenit seit dem Jahre 2009 zusammen mit anderen Mineralen (Scheelit, Stolzit, Powellit, Fergusonit) in die “Scheelit-Gruppe”, die in die Mineralklasse der “Sulfate” gehört. Diese schließt Selenate, Chromate und Tellurate sowie Molybdate und Wolframate mit ein.
Allgemein ist vor allem die Einordnung der IMA wissenschaftlich anerkannt, allerdings ist sie durch Neuentdeckungen und Forschungen auch einem stetigen Wandel unterworfen. Um eventuelle Umbenennungen und neue Etikettierungen in Sammelkreisen (auch Museen) zu umgehen, bevorzugt man deshalb die folgende Systematik nach Stefan Weiß.
Lapis-Systematik nach Stefan Weiß
Auch diese im Jahre 2016 überarbeitete Systematik basiert auf “Strunz” und ordnet Wulfenit in die Mineralklasse der “Sulfate, Chromate, Molybdate und Wolframate”. Hier gehört das Gelbbleierz in die Abteilung “Molybdate und Wolframate / Polywolframate”, wobei es zusammen mit Scheelit, Powellit, Stolzit, Paraniit und Suseinargiuit in eine namenlose Gruppe mit Systemnummer eingeordnet wird.
Die Lapis-Systematik ist in privaten Sammelkreisen (aber auch bei Museen und in der Fachliteratur) sehr beliebt, da sie eine übersichtliche Katalogisierung und entsprechende Beschriftung der Sammelobjekte ermöglicht, ohne dass ständige wissenschaftliche Neuerungen und Umbenennungen die gesamte systematische Ordnung umwerfen. Das wichtigste Nachschlagewerk im deutschsprachigen Raum “Der Mineralatlas” und ebenso “Das große Lapis-Mineralienverzeichnis” nutzen den traditionelle Aufbau der Lapis-Systematik nach Weiß.
Systematik der Minerale nach Dana
Einzig in der Systematik des amerikanischen Mineralogen “James D. Dana” taucht Wulfenit in der Mineralklasse der “Phosphate, Arsenate und Vanadate” auf. Doch auch hier gehört das Gelbbleierz in die Unterabteilung der “Molybdate und Wolframate” und bildet zusammen mit Stolzit die “Wulfenit-Reihe” (Mischkristall “Chillagit”).
Dieses System taucht vor allem im nordamerikanischen Raum (USA, Kanada) auf, wo es in der Geologie und Mineralogie sowie von Museen und in Privatsammlungen zur wissenschaftlichen Klassifikation der Mineralien verwendet wird. Hier stehen die chemische Zusammensetzung und die jeweilige Kristallstruktur im Vordergrund, sodass auch der dortige Handel seine Verzeichnisse und Kataloge nach Dana ausrichtet.
Wulfenit-Entstehung
Chemisch gesehen ist Wulfenit ein Blei-Molybdat, das sekundär in der Oxidationszone von Calcit-Lagerstätten mit hohem Zink- und vor allem Bleigehalt entsteht. Durch das Einwirken von Flüssigkeiten mit Molybdän-Gehalt, das oft aus Nebengesteinen stammt, werden das Calcit und die vorhandenen Bleimineralien in den Bleierzen durch Wulfenit verdrängt, sodass oft sogenannte “Pseudomorphosen” durch Substitution (Verdrängung) entstehen.
Allerdings bildet sich Wulfenit als typisches “Sekundärmineral” meistens aus Galenit durch Oxidation. Dabei sind übliche Begleitminerale beispielsweise Anglesit, Cerussit oder Vanadinit.
Wulfenit-Pseudomorphose
Während sich die ursprünglichen Minerale (z. B. Galenit / Bleisulfid oder Anglesit / Bleisulfat) auflösen, füllt Wulfenit nach und nach die verbleibenden, freien Stellen auf, wobei er die innere Struktur und stoffliche Zusammensetzung des jeweiligen “Vorgängers” übernimmt. Schließlich präsentiert sich Wulfenit zwar in seiner charakteristischen Kristallform, allerdings in “falscher Gestalt” (griech. “pseudo” für “falsch” und “morphe” für “Gestalt”).
Fundorte der Wulfenits
Auch wenn Wulfenit weltweit verbreitet ist, so liegt seine Typlokatität in Österreich (Kärnten / Bad Bleiberg), wo sich das wichtigste, historische Vorkommen befindet. Hier tauchten die farblich beeindruckenden Kristalle erstmals dokumentiert auf.
Namensgebung
Wissenschaftlich beschrieben wurden die im Jahre 1785 neu entdeckten, tafeligen Kristalle erstmals durch den österreichischen Naturforscher “Franz Xaver Freiherr von Wulfen”. Ihm zu Ehren wählte später im Jahre 1845 der österreichische Mineraloge “Wilhelm Haidinger” die Bezeichnung “Wulfenit”, die man heute immer noch allgemein verwendet. Im Jahre 2020 war Wulfenit “Mineral des Jahres” in Österreich.
Weitere historische Vorkommen
Doch es gab auch andere, europäische Fundorte des Wulfenits mit historischer Bedeutung. Dazu gehören in Deutschland beispielsweises die “Grube Clara” (Schwarzwald), in Griechenland das Gebiet um Laurion und auch einige Funde in Slovenien.
Die Mineralbezeichnung “Gelbbleierz” prägte der deutsche Mineraloge “A. G. Werner” und der ebenfalls deutsche Mineraloge “C. F. Naumann” nannte das Bleierz “Bleimolybdat”. Beide Begriffe tauchen bis heute als Synonyme für das Mineral “Wulfenit” auf.
Heute bedeutende Wulfenit-Vorkommen
Qualitativ hochkarätige Exemplare stammen inzwischen oft aus **Mexiko **(Chihuahua, Durango), wo man in zwei Minen immer wieder besonders sammelwürdige, orangerote Wulfenit-Kristalle findet. Ebenso sind die farbig leuchtenden Sammelstufen in Sammelkreisen sehr begehrt. Diese Kristalle weisen Einlagerungen von Arsen und Vanadium auf.
Als “Staatsmineral” tritt Wulfenit in Arizona (USA) ganz besonders in den Mittelpunkt. In der sogenannten “Red Cloud Mine” findet man den inzwischen weltbekannten “Mineralklassiker” in rotleuchtender, meist glasig glänzender, hervorragender Qualität.
Afrika hat in mehreren Ländern (Kongo, Namibia, Zaire) Wulfenit-Vorkommen vorzuweisen, wobei die Funde aus Namibia durch eine besonders gute Transparenz und intensive Orange- und dunkle Gelbtöne bestechen.
Tetragonaler Wulfenit
In reiner Form bildet Wulfenit durchsichtige, farblose Kristalle, die im “Tetragonalen Kristallsystem” kristallisieren. Bei möglichen Fehlern im kristallinen Gitterbau kann es allerdings zu einer veränderten Lichtbrechung kommen, sodass diese Kristalle in Weiß erscheinen. Aber auch Polykristalle, die sich aus mehreren Einzelkristallen (Kristallite) in reiner Form zusammensetzen, haben aus dem gleichen Grund ein weißes Erscheinungsbild.
Farbiger Wulfenit
Besonders beliebt sind seine intensiv leuchtenden gelben bis orangeroten Kristalle, die durch verunreinigende Fremdstoffe entstehen. Übliche Fremdbeimengungen sind Calcium oder Chrom und Titan sowie Vanadium und Arsen, die zu einer großen Bandbreite an Farben der tafeligen Kristalle mit glasartigem bis diamantähnlichem Glanz führen können.
Farbgebende Spurenelemente
So gibt es neben den farblosen und weißen Exemplaren die begehrten, intensiv leuchtenden Gelb-, Orange- und seltenen Rottöne, die durch die Einlagerung von Vanadium und Arsen (Kristalle aus Mexiko und Arizona) verursacht werden. Tiefe Gelborange- bis Rottöne wiederum sind auf die Anwesenheit von Chrom (Chrommolybdän-Bleispat) zurückzuführen, während Titan Gelbtöne entstehen lässt. Weitere Verunreinigungen bringen schließlich rotbraunen, braungrünen, hell- bis dunkelblauen und grauen bis fast schwarzen Wulfenit hervor.
Weitere Erscheinungsformen
Neben den kurz-säuligen, prismatischen oder dünnen, tafeligen Kristallen, kommt Wulfenit auch in Form von kristallinen Krusten und körnig bis derben, dichten bis porös-löchrigen Aggregaten vor. Aber meistens bildet er Kristalle, die auf dem vorhandenen Bleierz oder in sich zu attraktiven Kristall-Gruppen verwachsen sind. Kleine mit Kristallen ausgekleidete Drusen und Kristallzwillinge, die an ihrer Basis miteinander verwachsen sind, kann man ebenfalls gelegentlich finden.
Merkmale des Wulfenits
Die Dichte des Gelbbleierzes ist mit 6,8 ziemlich hoch, doch mit einer geringen Mohshärte von maximal 3 gehört Wulfenit zu den weichen Mineralen, sodass eine Verarbeitung zum Schmuckstein nicht üblich ist. Das recht spröde Mineral eignet sich durch seine Empfindlichkeit nämlich nicht wirklich für die Herstellung eines geschliffenen Schmucksteines, obgleich es in bester Qualität an den Kristallflächen mit einem attraktiven Fett-, Glas- bis Diamantglanz aufwarten kann.
Glanz und Transparenz
Wulfenit-Kristalle mit einer durchsichtigen bis durchscheinenden Transparenz und einem Glanz, der an Diamanten erinnert, gehören in intensiven Farbtönen zu den Raritäten in der Mineralienwelt. Deshalb erscheinen sie manchmal, trotz ihrer Empfindlichkeit und geringen Härte, als facettierte Kristalle im Handel. Diese seltenen, transparenten Schönheiten zählen zu den begehrten Sammelstücken, die so gut wie nie gefasst in Schmuckstücken erscheinen, sondern in Schauvitrinen landen.
Weitere Bestimmungsmerkmale
Charakteristisch für Wulfenit ist, außer der erwähnten Dichte, Härte und Transparenz, auch seine unvollkommene Spaltbarkeit, die durch seinen tafeligen Aufbau richtungsorientiert verläuft. Nach einem Bruch zeigt Gelbbleierz zudem eine unebene Oberfläche und die Strichfarbe ist nach dem Abrieb immer weiß.
Wulfenit-Verwendung
In Gebieten mit hohem Wulfenit-Vorkommen findet ein kommerzieller Abbau des Erzes statt, wenn die Höhe des Blei- und Molybdän-Gehalts für die Industrie lukrativ genug ist.
Molybdän ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper für viele Stoffwechselvorgänge (z.B. Entgiftungsprozesse) benötigt. Es ist lebensnotwendig für die Verwertung der Nährstoffe in den Zellen (Energiegewinnung).
Allerdings in der Schmuckindustrie spielt Wulfenit keine Rolle, da seine Kristalle zwar wunderschön sein können, aber als Schmuckstein viel zu empfindlich im Gebrauch sind (Kratzer, Abnutzung der Facettenkanten). In der Mineralien-Sammelgemeinde ist Wulfenit jedoch sehr beliebt und seine Kristallgruppen, Zwillinge und aufgewachsenen Kristalle
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