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Stein-Aspekt · Geschichte

Labradorit Geschichte - 1770 entdeckt, 1962 Spektrolith, junger Heilstein

Wie der Labradorit durch die Geschichte wandert - 1770 auf der Halbinsel Labrador entdeckt, 1962 finnischer Spektrolith benannt. Anders als Aquamarin oder Smaragd kein antiker Stein.

Lesezeit ~4 Min Aktualisiert 22. Mai 2026 Zur Labradorit-Übersicht
Labradorit - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

1

1770

Erstmals auf der Halbinsel Labrador (Kanada) gefunden - Typlokalität.

2

1962

Bunter finnischer Labradorit erhält den Namen "Spektrolith".

3

Junger Stein

Keine antike oder mittelalterliche Überlieferung - Heilstein erst seit Neuzeit.

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1770 - die Entdeckung

Aus dem Original klar belegt:

Der im Jahre 1770 erstmals auf der Halbinsel “Labrador” gefundene Schmuck- und Heilstein ist nach seiner Typlokalität benannt.

Damit ist der Labradorit ein ungewöhnlich junger Edelstein in der Geschichte der Steinheilkunde:

  • Aquamarin, Smaragd, Saphir, Rubin sind seit der Antike bekannt
  • Topas, Diamant seit der Antike bzw. dem Mittelalter
  • Labradorit ist erst seit dem 18. Jahrhundert der westlichen Welt bekannt

Die Inuit-Verbindung - historischer Kontext

Die Halbinsel Labrador war Heimat der Inuit-Kultur. Es ist anzunehmen, dass die einheimischen Bewohner den schillernden Stein lange vor 1770 kannten - aber:

Das Original gibt keine konkreten Inuit-Sagen über den Labradorit her.

In der esoterischen Literatur kursieren später entstandene Aurora-Stein-Mythen (“Polarlichter sind in den Steinen gefangen”), die aber keine belegte historische Tradition sind und nicht von heilstein.de stammen.

18. Jahrhundert - Missionare bringen den Stein nach Europa

Die historische Wahrscheinlichkeit:

  • Herrnhuter Brüdergemeinde missionierte ab dem 18. Jahrhundert unter den Inuit in Labrador
  • Missionare entdeckten den schillernden Stein
  • Sandten Proben nach Europa, wo Mineralogen ihn beschrieben
  • 1770 wurde der Stein in der europäischen Wissenschaft erstmals dokumentiert

19. Jahrhundert - mineralogische Einordnung

Im 19. Jahrhundert wurde der Labradorit systematisch in die Mineralogie integriert:

  • Plagioklas-Reihe der Feldspäte zugeordnet
  • Labradoreszenz als optisches Phänomen erklärt
  • Erste Industrie-Verwendung als Bauornament
  • Erste Sammlerstücke im 19. Jahrhundert in Naturkundemuseen

20. Jahrhundert - die Spektrolith-Entdeckung

Aus dem Original:

1962: Auffällig buntes finnisches Exemplar erhielt Namen “Spektrolith”.

Diese Namensgebung war eine kleine Sensation in der Mineralien-Welt:

  • Die finnischen Labradorite zeigten ein ungewöhnlich buntes Farbenspiel
  • Im Spektrolith sieht man Farben von Blau über Grün, Gelb, Orange bis Rot
  • Der Name leitet sich vom lateinischen spectrum ab - “Erscheinung, Farbspektrum”
  • Spektrolith wurde schnell zu einem Premium-Schmuckstein

Moderne Steinheilkunde - Wirkungsbeschreibungen

Da der Labradorit erst seit dem 18. Jahrhundert bekannt ist, fehlen klassische Heiltraditionen wie bei Aquamarin oder Smaragd. Seine Wirkungsbeschreibungen wurden in der Neuzeit entwickelt:

  • Intuition und Gefühlstiefe als zentrale Eigenschaften
  • TCM-Integration im 20. Jahrhundert
  • Sternzeichen-Zuordnungen sind nicht im Original belegt (siehe Abschnitt zum Sternzeichen)

Madagaskar-Funde - der Regenbogen-Mondstein

Im 20. Jahrhundert wurden die madagassischen Vorkommen erschlossen:

  • Weiße Labradorite mit bläulichem Schimmer
  • Wurden zunächst als “Mondstein” verkauft (Verwechslung)
  • Heute oft als “Regenbogen-Mondstein” bezeichnet
  • Mineralogisch eindeutig Labradorit, nicht Mondstein

Ukrainische Vorkommen - postsowjetisch erschlossen

Die ukrainischen Labradorit-Vorkommen (Wolyn-Region) wurden erst nach Auflösung der Sowjetunion (1991) intensiv erschlossen - sie liefern heute Premium-Spektrolithe für den europäischen Markt.

Heute - moderner Heilstein und Schmuckklassiker

Heute ist der Labradorit:

  • Beliebter Heilstein in der modernen Steinheilkunde
  • Premium-Schmuckstein (vor allem als Spektrolith)
  • Sammlerobjekt für Mineralogen
  • Architektur-Material für hochwertige Innenausstattungen (polierte Platten)

Der Aufstieg des Labradorits zeigt, wie ein mineralogisch interessanter Stein auch ohne antike Tradition zu einem bedeutenden Heilstein werden kann - getragen von der Faszination der Labradoreszenz.

Zeitleiste in Kürze

JahrEreignis
1770Erstentdeckung auf der Halbinsel Labrador
19. Jh.Mineralogische Einordnung in die Plagioklas-Reihe
1962Spektrolith aus Finnland benannt
20. Jh.Madagaskar-Vorkommen erschlossen (Regenbogen-Mondstein)
Späteres 20. Jh.Aufnahme in die moderne Steinheilkunde
HeuteBeliebter Heil- und Schmuckstein

Häufige Fragen

Seit wann ist Labradorit bekannt?
Seit 1770, als der Stein erstmals auf der Halbinsel Labrador in Kanada gefunden wurde. Davor war er der westlichen Welt unbekannt - daher gibt es keine antiken oder mittelalterlichen Bezüge.
Wer entdeckte den Labradorit?
Wahrscheinlich Missionare der Herrnhuter Brüdergemeinde, die unter den Inuit in Labrador missionierten. Sie sandten Proben nach Europa, wo der Stein mineralogisch beschrieben wurde.
Wann bekam der Spektrolith seinen Namen?
1962 - ein besonders buntes Exemplar aus Finnland wurde so getauft, wegen seines vollen Farbspektrums (lateinisch spectrum).

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