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Stein-Aspekt · Geschichte

Bernstein Geschichte - von der Urgeschichte zum Bernsteinzimmer

Die Kulturgeschichte des Bernsteins - Bernsteinobjekte aus Ägypten über 6000 Jahre alt, Mittelalter als Schutzamulett, 16./17. Jahrhundert als Kunsthöhepunkt und das legendäre Bernsteinzimmer.

Lesezeit ~6 Min Aktualisiert 19. Mai 2026 Zur Bernstein-Übersicht
Bernstein - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

1

Urgeschichte

Bernsteinobjekte aus Ägypten sind schon über 6000 Jahre alt.

2

Mittelalter

Talisman gegen Hexerei, Krankheit, böse Geister; Rosenkränze aus Bernstein.

3

Höhepunkt

Bernsteinzimmer - "Achtes Weltwunder", verschwand 1945, 2003 rekonstruiert.

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Urgeschichte - Bernstein als Kraft- und Heilstein

Der Bernstein wird seit unserer Urgeschichte als Kraft- und Heilstein gehandelt - was die Jahrtausend alten Funde an Bernsteinobjekten beweisen. Ausgegrabene Bernstein-Objekte aus Ägypten sind schon über 6000 Jahre alt.

Ob als Talisman oder Heilmaßnahme - dem Bernstein wird bis heute eine mächtige Wirkkraft nachgesagt.

Antike - das griechische “Elektron”

Schon die alten Griechen nannten Bernstein “Elektron”, was nicht nur auf seine Leuchtkraft verweist, sondern auch auf seine Fähigkeit, sich durch Reibung elektrostatisch aufzuladen. In antiken, vornehmen Haushalten diente ein passend großer Bernstein gerne als “Kleiderbürste”, der kleinste Staubpartikel und dünne Haare auf der Kleidung entfernte.

Der Bernsteinweg

Nicht zu unterschätzen ist die kulturelle Bedeutung des Bernsteins. Der “Bernsteinweg” - eine Handelsroute, die von der Ostsee bis ins Mittelmeer führte - machte ihn schon in der Antike zu einem begehrten Gut. Er war Schmuck, Zahlungsmittel und Kultobjekt gleichermaßen.

Mittelalter - Schutz und Gebetsketten

Im Mittelalter galt er als mächtiger Talisman gegen Hexerei, Krankheit und böse Geister. Nicht zufällig wurden Rosenkränze und Amulette aus Bernstein gefertigt - er symbolisierte die Nähe zum Göttlichen und versprach zugleich Schutz vor dem Bösen.

Auch die Verwendung als Heilmittel bei Rheuma und Gicht war schon im Mittelalter bekannt.

Staatsmonopol bis ins 19. Jahrhundert

Bis ins 19. Jahrhundert hinein musste jeder Bernsteinfund dem Staat oder staatlichen Pächter übergeben werden. Unterschlagungen wurden hart bestraft - ein Zeugnis dafür, wie hoch der Stein in dieser Zeit gewertet wurde.

16. und 17. Jahrhundert - Höhepunkt der Bernsteinkunst

Der Höhepunkt der künstlerischen Bernsteinverarbeitung brachte im 16. und 17. Jahrhundert große, repräsentative Kunstobjekte hervor.

Auch König Friedrich der Große, der von Gicht geplagt war, soll stets einen Bernstein in seiner Hosentasche aufbewahrt haben.

Das Bernsteinzimmer - “Achtes Weltwunder”

Das weltberühmte Bernsteinzimmer, das der preußische König Friedrich I. als Tauschobjekt gegen Soldaten an den russischen Zaren Peter den Großen weitergab, ist seit dem zweiten Weltkrieg verschwunden.

Die Wände und barocken Ornamente, Reliefs und architektonischen Details waren völlig aus Bernsteinen gefertigt. Dazu kamen Leuchter, Figuren, Gefäße und Vitrinen mit vielen Kunstgegenständen einzig aus Bernstein hergestellt.

Das demontierte Bernsteinzimmer lagerte im 2. Weltkrieg als Kriegsgut bis 1945 im Königsberger Schloss, wo es bei dessen Großbrand wahrscheinlich verbrannte. Ab den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts begannen russische Spezialisten, nach alten Plänen, das Bernsteinzimmer zu rekonstruieren. Schließlich im Jahre 2003 erstrahlte erneut eine originalgetreue Kopie des Bernsteinzimmers im Katharinenpalast in St. Petersburg.

Inklusen - wissenschaftliche Bedeutung

Ein absolutes Highlight sind Bernsteine mit sogenannten “Inklusen”. Diese lebensgetreuen Einschlüsse in klargelbem Bernstein zeigen den Forschern längst ausgestorbene Vorfahren unserer Insekten- oder Pflanzenwelt. Auch die Sammlergemeinde freut sich über diese von Urharz eingeschlossenen, kleinen Tiere ganz besonders.

Heute - Naturstoff mit Geschichte

Wer ihn trägt, verbindet sich mit einem uralten Naturstoff, der aus dem Harz längst vergangener Wälder entstanden ist und doch heute noch Sonnenenergie in sich zu tragen scheint. Diese Mischung aus Geschichte, Natur, Mythos und sanfter Heilwirkung macht den Bernstein zu einem der beliebtesten “Steine” weltweit.

Häufige Fragen

Wie alt sind die ältesten Bernstein-Funde?
Ausgegrabene Bernstein-Objekte aus Ägypten sind schon über 6000 Jahre alt. Der Bernstein wird seit unserer Urgeschichte als Kraft- und Heilstein gehandelt - was die Jahrtausend alten Funde an Bernsteinobjekten beweisen.
Was war der Bernsteinweg?
Der "Bernsteinweg" war eine Handelsroute, die von der Ostsee bis ins Mittelmeer führte. Er machte den Bernstein schon in der Antike zu einem begehrten Gut. Bernstein war Schmuck, Zahlungsmittel und Kultobjekt gleichermaßen.
Wann war der künstlerische Höhepunkt der Bernsteinverarbeitung?
Im 16. und 17. Jahrhundert brachte die künstlerische Bernsteinverarbeitung große, repräsentative Kunstobjekte hervor. Der absolute Höhepunkt war das Bernsteinzimmer.

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