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Stein-Aspekt · Geschichte

Smaragd Geschichte - von ägyptischen Pharaonen zu Hildegards Klosterspital

Die Kulturgeschichte des Smaragds - vor 3.300 Jahren in Ägypten als "Mutter aller Edelsteine" der Pharaonen. Hildegards Klosterspital, Theophrastos, dann ab 1573 aus Kolumbien.

Lesezeit ~6 Min Aktualisiert 19. Mai 2026 Zur Smaragd-Übersicht
Smaragd - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

1

Ägypten

Vor 3.300 Jahren: "Mutter aller Edelsteine" der Pharaonen aus Sahara-Bergwerken.

2

Mittelalter

Hildegard von Bingen verwendet Smaragd-Heilwasser im Klosterspital.

3

Neuzeit

Ab 1573 dominieren die kolumbianischen Smaragde (Muzo-Mine) den Weltmarkt.

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Ägyptens “Mutter aller Edelsteine”

„Smaragdos” lautet die griechische Bezeichnung des grünen Edelsteins, der zum ersten Mal im alten Ägypten vor etwa 3.300 Jahren erwähnt wurde.

Über 1.000 Jahre lang lieferte man die grünen Naturschätze aus den Bergwerken in der Sahara auch nach ganz Europa.

Laut Überlieferungen soll der anspruchslose Edelstein - der unempfindlich in der Handhabe war - das Statussymbol der Pharaonen gewesen sein.

Deshalb erhielt der Smaragd in Ägypten wahrscheinlich nicht nur aufgrund seiner Schönheit die besonders hervorhebende Bezeichnung „Mutter aller Edelsteine”.

Ein Heilstein für die Gebrechen der Menschheit

In der Antike war der grüne Edelstein nachweislich als Heilmittel für die Augen in Gebrauch - und im Mittelalter sogar für „alle Gebrechen des Menschen” zuständig.

Schon der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos von Eresos beschreibt seine positive Wirkung bei Beschwerden mit den Augen.

Im Orient und alten Indien

Tatsächlich war der grüne Edelstein in vielen alten Kulturen Europas als „smaragdos” (grüner Stein) wohlbekannt - und auch im Orient (Osmanen, Perser, Mongulreich) eine Edel- und Heilstein-Größe.

  • Im alten Indien nannte man den grünen Beryll „samaraka”
  • In Persien „zamarrad”

Mit Merkur im Schlepptau

Allgemein steht der Smaragd in vielen Kulturen in Verbindung mit dem „Götterboten Merkur” - als Gott der Wege, des Schlafes und Traums - dem Überbringer göttlicher Botschaften und Inspirationen.

Smaragd sollte hier eine mühelose Kontaktaufnahme gewährleisten - damit in Krisenzeiten praktikable Lösungen für eine Neuorientierung in eine göttlich geführte, erfolgreiche Zukunft weisen konnten.

Hildegard von Bingen - die mittelalterliche Heilstein-Autorität

Ganz besonders die bekannte Äbtissin Hildegard von Bingen beschrieb in ihren Aufzeichnungen die angeblich sehr vielfältigen Heilkräfte des Smaragds:

„Ein grün leuchtender Smaragd bringt gespeicherte Sonnenstunden in ein trauriges Herz”

Ihrer Meinung nach hatte diese Beryll-Varietät auf den menschlichen Körper und die Seele eine „prächtige Wirkung” - weshalb die Ordensfrau insbesondere auch das Smaragd-Heilwasser in ihrem Klosterspital therapeutisch einsetzte.

Sie beobachtete, dass der grüne Heilstein den Menschen schenkte:

  • mehr Lebensfreude
  • innere Kraft
  • körperliche Ausdauer

Wer von Albträumen geplagt wurde oder eine schwere Lebenskrise meistern musste, konnte im Smaragd eine wertvolle Hilfestellung finden.

Hildegards Urteil:

„… er ist einer der besten unter den edlen Steinen und der würdigste, eine königliche Hand zu zieren…”

Sie verwendete Smaragd oft auch bei Magenbeschwerden.

Smaragd-Handel in der “Neuen Welt” (ab 1573)

Im Zuge der Eroberung von Südamerika durch die Spanier im 16. Jahrhundert erschloss man sich eine sehr lukrative „Smaragd-Quelle”. Der traditionelle Handel reichte hier von den Fundorten in Kolumbien bis nach Chile und Mexiko.

Ab dem Jahre 1573 stammten die Smaragde nicht mehr aus Ägypten, sondern aus der erbeuteten kolumbianischen Muzo-Mine der südlichen „Neuen Welt”.

Bis heute liefert Kolumbien etwa 55 % der Smaragde für den Weltmarkt.

Der “Wunschknecht” - eine mittelalterliche Wortkreation

Da Smaragd angeblich sogar lang gehegte Wünsche und Träume erfüllen konnte, gab man ihm im Mittelalter den Beinamen „Wunschknecht” - dessen Symbolik bis heute nachwirkt.

Häufige Fragen

Seit wann nutzen Menschen Smaragde?
"Smaragdos" wurde zum ersten Mal im alten Ägypten vor etwa 3.300 Jahren erwähnt. Über 1.000 Jahre lang lieferte man die grünen Naturschätze aus den Bergwerken in der Sahara nach ganz Europa.
Wer beschrieb Smaragd als Heilstein?
In der Antike war der Edelstein als Heilmittel für die Augen in Gebrauch - schon Theophrastos von Eresos beschreibt die positive Wirkung. Im Mittelalter war er für "alle Gebrechen des Menschen" zuständig - vor allem dokumentiert von Hildegard von Bingen, die Smaragd-Heilwasser in ihrem Klosterspital verwendete.
Was geschah 1573 mit dem Smaragd-Markt?
Ab 1573 stammten die Smaragde nicht mehr aus Ägypten, sondern aus der erbeuteten kolumbianischen Muzo-Mine der südlichen "Neuen Welt". Bis heute liefert Kolumbien etwa 55 % der Smaragde für den Weltmarkt.

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