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Stein-Aspekt · Geschichte

Rubin Geschichte - Bronzezeit, biblischer Hohenpriester und mittelalterliche Karfunkel

Die Kulturgeschichte des Rubins - wahrscheinlich seit der Bronzezeit in Südostasien abgebaut. 2.000 Jahre alter Talisman in Indien, biblisches Symbol für den Stamm Juda, Mittelalter als "Karfunkel".

Lesezeit ~5 Min Aktualisiert 9. Juni 2026 Zur Rubin-Übersicht
Rubin - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

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Antike

Bronzezeit-Abbau in Südostasien; 2.000 Jahre alter Talisman in Indien.

2

Bibel

Vierter Edelstein im Gewand des jüdischen Hohenpriesters - steht für Stamm Juda.

3

Name

"Rubin" erst ab 1250 - davor "Karfunkel" für Granat, Spinell und Korund gemeinsam.

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Rubin - “Stein der Steine”

In vielen alten Kulturen Europas (Griechenland, Rom), Asiens (Indien, Myanmar) und im alten Ägypten war der rote Korund bekannt. Wahrscheinlich baute man schon in der Bronzezeit in Südostasien Rubine ab. Bewiesen ist jedoch nur die Nutzung der roten Edelsteine als Talisman in Indien vor bereits 2000 Jahren.

Ein biblisches Symbol

Im “Alten Testament” der Bibel taucht Rubin als vierter Edelstein des liturgischen Gewandes des jüdischen Hohenpriesters auf, in das 12 verschiedene Edelsteine eingearbeitet waren. Diese symbolisieren die 12 Stämme Israels, wobei Rubin für den königlichen Stamm “Juda” steht. Er besteht aus den Nachkommen des vierten Sohnes “Juda” des jüdischen Stammvaters “Jakob”.

Traditionelle Gelehrtenmeinungen

Der Mainzer Erzbischof und Universalgelehrte “Hrabanus Maurus” (780 - 856) erwähnte den Rubin in seinen zahlreichen Schriften und beschrieb ihn als das “Wort Gottes”, das im Dunkeln leuchtete. Für den königlichen Berater “Alkuin” von Carl dem Großen war der Rubin dem Erlöser “Christus” gleich. Somit ist Rubin bis heute in den Lapidarien religiöser und esoterischer Kreise der sogenannte “Stein der Steine”, der die Wirkkräfte aller Heilsteine in sich vereinen soll.

Rubin oder Karfunkel?

In Europa entstand erst um das Jahr 1250 die heute noch übliche Bezeichnung “Rubin”, die sich vom lateinischen “rubeus” für “rot” ableitet. Der im Mittelalter gebräuchliche Namen “Karfunkel” galt nämlich zuvor für verschiedene, rote Edelsteine. Da man sie noch nicht stofflich auseinanderhalten konnte, waren rote Granate, Spinell und roter Korund zu dieser Zeit in einem gemeinsamen “Namenstopf” vertreten. Deshalb kann man in mittelalterlichen Schriften heute nachträglich nicht mehr genau nachvollziehen, welches Mineral dort als Karfunkel tatsächlich auftaucht. So hat sich schon mancher “Rubin” in adligem und königlichem Geschmeide in späterer Zeit als beispielsweise roter Granat oder Spinell entpuppt.

Rubin oder Saphir?

Anfang des 19. Jahrhunderts erkannte man schließlich die nahe stoffliche Verwandtschaft des roten Karfunkels “Rubin” mit dem blauen Saphir. Die Tatsache und Nachweismöglichkeit, dass beide zur Korund-Familie gehören, machte endlich eine klare Unterscheidung bezüglich der beiden anderen Karfunkelsteine “Granat” und “Spinell” möglich.

Die Farben des Korunds

Heute bezeichnet man alle chromhaltigen, hell- bis dunkelroten Korunde mit dem Begriff “Rubin”, da Korund noch andere Farben zu bieten hat. Auch wenn wahrscheinlich die meisten hier zuerst an blaue Edelsteine denken, fasst man unter der Bezeichnung “Saphir” jedoch alle nicht-roten Korunde zusammen. Laut Definition können Saphire somit auch farblos, grünlich, gelb, grau oder sogar rosafarben sein. Aber im Allgemeinen ist tatsächlich ein strahlendes Himmelblau bis fast schwarzes Dunkelblau das Markenzeichen von Saphiren.

Häufige Fragen

Seit wann werden Rubine genutzt?
In vielen alten Kulturen Europas (Griechenland, Rom), Asiens (Indien, Myanmar) und im alten Ägypten war der rote Korund bekannt. Wahrscheinlich baute man schon in der Bronzezeit in Südostasien Rubine ab. Bewiesen ist jedoch nur die Nutzung als Talisman in Indien vor bereits 2.000 Jahren.
Welche biblische Bedeutung hat Rubin?
Im "Alten Testament" der Bibel taucht Rubin als vierter Edelstein des liturgischen Gewandes des jüdischen Hohenpriesters auf. Er steht für den königlichen Stamm Juda - einen der 12 Stämme Israels.
Seit wann heißt der rote Stein "Rubin"?
In Europa entstand erst um das Jahr 1250 die heute übliche Bezeichnung „Rubin", abgeleitet vom lateinischen „rubeus" für „rot". Davor sprach man im Mittelalter von "Karfunkel" - und meinte damit gemeinsam Granat, Spinell und roter Korund.

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