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Stein-Aspekt · Geschichte

Türkis Geschichte - Kreuzzüge, Osmanisches Reich und Native-American-Tradition

Die Kulturgeschichte des Türkises - von Plinius "kallainos" über die Kreuzfahrer und das Osmanische Reich bis zur Native-American-Schmucktradition.

Lesezeit ~6 Min Aktualisiert 18. Mai 2026 Zur Türkis-Übersicht
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Türkis in der Antike

In der lateinischen Enzyklopädie “Naturalis Historia” des altrömischen Schriftstellers “Plinius d. Ä.” erscheint der heutige Türkis schon unter der altgriechischen Bezeichnung “kallainos” für “blau und grün schillernd” (lateinisch abgeleitet “callaina”).

Türkis war in der Antike bekannt und geschätzt - vor allem in den Regionen rund um:

  • Ägypten (Sinai-Halbinsel, Türkis-Minen)
  • Persien (Nishapur, “Persischer Türkis”)
  • Mesopotamien (Handelszentrum)
  • Griechenland und Rom (über Handelswege)

Der “Türkenstein” - die Kreuzzugs-Spur

Europäische Kreuzfahrer kamen in der heutigen Türkei erstmals mit dem undurchsichtigen, blaugrünen Stein in Kontakt und brachten ihn von ihren Kreuzzügen mit. Diese Begegnung prägte den europäischen Namen.

Das französische “turkoys”

In Frankreich entstand schon Anfang des 13. Jahrhunderts die Bezeichnung “turkoys” für den auffallend blaugrünen Schmuckstein aus dem eurasischen Raum.

Etwa zwei Jahrhunderte später entwickelte sich daraus “pierre turquoise” für “türkischer Stein”, denn zu Beginn des 14. Jahrhunderts gewann der blaugrüne Schmuckstein im “Osmanischen Reich” immer mehr an Bedeutung.

Türkis-Handel im Osmanischen Reich

Da man im “Osmanischen Reich” Türkis nicht nur in tragbaren Schmuckstücken und dekorativen Gegenständen, sondern auch in der Architektur verwendete, importierte man das blaugrüne Gestein auch aus dem iranischen Raum.

Mit der Zeit entwickelte sich in der Türkei ein intensiver Türkis-Handel, sodass über die Heimkehrer die attraktive Handelsware schließlich auch Europa erreichte. So gelangten Schmuckstücke mit “Kallait” auch in den Westen Europas, wo sich mit der Zeit im deutschen Sprachraum die Bezeichnung “Türkis” für den auffällig gefärbten Schmuckstein aus der türkischen Region durchsetzte.

Die Sinai-Halbinsel - älteste Türkis-Funde

Auf der Sinai-Halbinsel wurde Türkis bereits in der Vor-Pharao-Zeit abgebaut. Die alten Ägypter nutzten ihn:

  • Für Amulette und Schmuck der Pharaonen
  • In Grabbeigaben (Tutanchamun-Grab enthielt auch Türkis)
  • Für Mosaike und religiöse Objekte
  • Symbolisch für Wiedergeburt und Schutz

Die Sinai-Minen gehören zu den ältesten bekannten Edelstein-Abbau-Orten der Menschheit.

Native-American-Tradition

In Nordamerika, vor allem im Südwesten der heutigen USA, hat Türkis eine eigene jahrtausendalte Tradition. Die Anasazi, Pueblo, Navajo, Zuni und andere indigene Stämme nutzten Türkis:

  • Als heiligen Stein in religiösen Zeremonien
  • Für Schmuck in Cabochon-Silber-Verbindung
  • Als Schutzstein auf Reisen und im Krieg
  • In Mosaiken und Kunstgegenständen
  • Für Handel mit anderen Stämmen

Diese Tradition lebt bis heute - Navajo-Türkis-Silberschmuck ist weltweit bekannt.

Anfang 19. Jahrhundert - der Name “Kallait”

Anfang des 19. Jahrhunderts prägte der deutsche Naturforscher “J. G. Fischer von Waldheim” den Begriff “Kallait”, der bis heute immer wieder als Synonym für Türkis auftaucht.

Moderne Türkis-Bewegung

Heute ist Türkis ein beliebter Schmuck- und Heilstein:

  • In der westlichen Welt als Mode-Schmuck und Heilstein
  • In der TCM als alternative Heilmethode
  • In den USA im Native-American-Tradition-Schmuck
  • Im persischen Raum weiterhin als kulturelles Symbol

Türkis und das Wasser-Problem

Bereits in der Antike erkannte man, dass Türkis mit Wasser problematisch ist. Die “Patina”-Tradition (Farbveränderung als Warnung) entstand aus der Beobachtung, dass Türkis im Hautkontakt seine Farbe verändert.

Heute wissen wir: Es ist eine chemische Reaktion (Kupfer mit Sauerstoff), keine Orakel-Botschaft. Aber die alte Warnung - kein Wasserbad, keine innere Anwendung - bleibt richtig und wichtig.

„Mit der Zeit entwickelte sich in der Türkei ein intensiver Türkis-Handel, sodass über die Heimkehrer der Kreuzzüge die attraktive Handelsware schließlich auch Europa erreichte."
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