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Stein-Aspekt · Geschichte

Achat Geschichte - von ägyptischen Pharaonen-Siegelringen zu Idar-Oberstein

Die Kulturgeschichte des Achats - über 3.000 Jahre alte Funde aus ägyptischen Pharaonen-Gräbern, Theophrastos vom Fluss Achates, Mittelalter-Schutzstein in Bauernhäusern und die Idar-Oberstein-Industrie.

Lesezeit ~6 Min Aktualisiert 19. Mai 2026 Zur Achat-Übersicht
Achat - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

1

Ägypten

3.000+ Jahre alte Achat-Funde aus Pharaonen-Gräbern - Siegelringe, Schmuckstücke, Grabbeigaben.

2

Antike

Theophrastos beschrieb den "Erdregenbogen-Stein" vom Fluss Achates auf Sizilien.

3

Mittelalter

Schutzstein in Bauernhäusern gegen Unwetter, Geister und Dämonen.

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Alte ägyptische Tradition - über 3.000 Jahre

Vermutlich gehört der heutige Achat zu den ältesten Mineralien, die der Mensch für seine Zwecke bearbeitet hat. Schon vor mehr als 3.000 Jahren war er in Ägypten ein begehrter Schmuckstein, was Funde aus Pharaonen-Gräbern beweisen.

Zu dieser Zeit stellten die Ägypter aus dem gebänderten Stein prachtvolle Siegelringe her, die vor allem hohe Beamte am Hof des Pharaos trugen. Achat stand für Reichtum und eine vornehme Lebensweise.

Wer das nötige Geld und Ansehen besaß, trug Schmuckstücke mit diesem Stein am Körper oder ließ sich aus großen Exemplaren Gefäße und Kunstgegenstände herstellen. Später dienten sie Verstorbenen als wertvolle Grabbeigaben.

Antike Griechenland - Theophrastos vom Fluss Achates

Das erste Exemplar soll angeblich in der Antike auf der heutigen Insel Sizilien entdeckt worden sein.

Nach Überlieferungen des griechischen Philosophen Theophrastos von Eresos (369-288 v. Chr.) stammt der erste Achat-Fund aus dem Fluss Achates (heute Carabi, Caratello oder Dirillo). Der Schüler des Aristoteles beschrieb einen „Erdregenbogen-Stein” mit hoher Wertschätzung.

So ist es wahrscheinlich, dass zu dieser Zeit erstmals die Bezeichnung „Achat” entstand - da verschiedene, besonders schöne Steine aus dem Gebiet des Flusses Achates hauptsächlich zu Schmucksteinen verarbeitet wurden.

Seine Bedeutung als Heilstein bekam der Achat jedoch erst später.

Antikes Rom - die ersten Färbungen

Schon in der Antike bei den Römern konnte man durch Einfärben Achate manipulieren. In dieser Zeit entstanden bereits kunstgewerbliche Gebrauchsgegenstände und Schmuckstücke aus Achaten, die man schwarz einfärbte.

Bis Anfang des 17. Jahrhunderts hatte sich vor allem in Rom im Laufe der Zeit eine bedeutende Achat-Industrie entwickelt.

Mittelalter - Schutzstein in Bauernhäusern

In vielen Bauernhäusern konnte man im Mittelalter ebenfalls Achate finden - man glaubte, dass sie fähig waren, Unwetter mit Blitzen, Hagel und Stürmen abzuwehren.

Außerdem sollten Achate vor allem die Kinder beschützen, bei denen die Sterblichkeitsrate sehr hoch war.

Der sogenannte „Böse Blick” unfreundlicher Zeitgenossen schien allgegenwärtig sein Unwesen zu treiben - und die Angst vor Geistern und Dämonen war groß in der Bevölkerung. Auch davor sollten Achate die Menschen bewahren.

Im frühen Mittelalter wurden Achate außerdem auf Marktplätzen angepriesen, die es dem Träger ermöglichen sollten, zwischen echten und falschen Freunden zu unterscheiden.

19. Jahrhundert - Idar-Oberstein als Edelstein-Metropole

Um das Jahr 1813 entdeckte man die Möglichkeit des Achat-Brennens, um eine gewünschte Farbveränderung zu erzielen.

Als im Jahre 1819 die bis dato geheime Methode des Schwarzfärbens durch einen Händler von Rom in das deutsche Idar-Oberstein gelangte, konnte hier in den folgenden Jahren das Färben von Achaten perfektioniert werden. Idar-Oberstein entwickelte sich zur Metropole der Edelstein-Verarbeitung.

Um das Jahr 1834/35 erreichten erstmals Achate aus Uruguay und später auch der schwarze Onyx aus Südamerika die Region. Vor allem die Achat-Industrie vor Ort erlebte einen weiteren, nie zuvor dagewesenen Boom.

Die Steinschneidekunst entwickelte sich in diesen Jahren rasant - in Paris und Idar-Oberstein entstanden Kameen, Intarsien und Kunstgegenstände auf hohem handwerklichen und künstlerischen Niveau. Ab dem Jahre 1850 begann man, Kunstgegenstände aus Achat in Silber und später in vergoldetem Tombak (Messing mit hohem Kupfergehalt) zu fassen.

Naturvölker bis heute

Bis heute vertrauen viele Naturvölker weltweit immer noch dem Achat als Schutzstein. Er soll vor den Bissen giftiger Schlangen schützen und böse Geister bannen. Angeblich besessene Personen müssen nur Achat-Wasser trinken, um die Dämonen zu vertreiben.

Häufige Fragen

Seit wann nutzen Menschen Achate?
Vermutlich gehört der heutige Achat zu den ältesten Mineralien, die der Mensch für seine Zwecke bearbeitet hat. Schon vor mehr als 3.000 Jahren war er in Ägypten ein begehrter Schmuckstein, was Funde aus Pharaonen-Gräbern beweisen.
Wie wurde Achat im alten Ägypten verwendet?
Die Ägypter stellten aus dem gebänderten Stein prachtvolle Siegelringe her, die vor allem hohe Beamte am Hof des Pharaos trugen. Achat stand für Reichtum und eine vornehme Lebensweise. Wer das nötige Geld und Ansehen besaß, trug Schmuckstücke mit diesem Stein am Körper oder ließ sich aus großen Exemplaren Gefäße und Kunstgegenstände herstellen. Später dienten sie Verstorbenen als wertvolle Grabbeigaben.
Welche Rolle spielte Achat im Mittelalter?
In vielen Bauernhäusern konnte man im Mittelalter Achate finden - man glaubte, dass sie fähig waren, Unwetter mit Blitzen, Hagel und Stürmen abzuwehren. Außerdem sollten Achate vor allem die Kinder beschützen, bei denen die Sterblichkeitsrate sehr hoch war. Auch vor dem "Bösen Blick" und Dämonen sollten sie bewahren.

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