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Stein-Aspekt · Schmuck

Diamant Schmuck - Brillantschliff, die 4 Cs und die Schliff-Geschichte

Diamant als Schmuckstein - vom Tafelschliff im 15. Jh. zum modernen Brillantschliff. Die vier Klassifizierungs-Kriterien Carat, Color, Clarity, Cut. Plus die Marquise de Pompadour und ihr eigener Schliff.

Lesezeit ~6 Min Aktualisiert 19. Mai 2026 Zur Diamant-Übersicht
Diamant - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

1

Geschichte

Erst ab 13. Jh. bearbeitbar; Tafelschliff (15. Jh.), Skaif-Schleifscheibe, Marquise-Schliff für Pompadour.

2

4 Cs

Carat (Größe), Color (Farbe), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff) - die Klassifizierungs-Kriterien.

3

Brillant

"Brillant" ist immer ein echter Diamant - mindestens 32 + 24 Facetten.

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Diamantenschleifen - handwerkliche Kunst

Nachdem die Bearbeitung des härtesten natürlichen Minerals der Welt ab dem 13. Jahrhundert möglich war, entstand im 14. Jahrhundert der sogenannte Punktschliff. Das einfache Polieren der achteckigen Kristallflächen erzeugte gleichmäßige Facetten.

Die Schliff-Geschichte im Überblick

Tafelschliff (15. Jh.)

Der Tafelschliff war der erste weltweit anerkannte Diamantschliff. Aus ihm entstand später:

  • der Baguetteschliff
  • der heute noch beliebte Smaragdschliff (achteckiger Stufenschliff mit großer, offener Tafel)

Spitz geschliffene Diamanten (Spitzenschliff) wurden erstmals von den Römern in Europa verbreitet. Weitere Schliffarten wie Herz- und Birnenschliff entstanden erst danach.

Die Skaif-Schleifscheibe - die Revolution

Nachdem ein flämischer Diamantschleifer die Skaif-Schleifscheibe entwickelt hatte, waren schließlich auch komplexere Diamantschliffe möglich.

Rosenschliff (um 1530)

Um 1530 wurde der im 19. Jahrhundert beliebte Rosenschliff in Europa eingeführt.

Marquise-Schliff (Mitte 18. Jh.)

Erst Mitte des 18. Jahrhunderts wird der beliebte Marquise-Schliff entwickelt - speziell für die Marquise de Pompadour entwickelt und durch die Namensgebung gewidmet.

Synonym: Navette-Schliff - die Ellipsenform mit den spitz zulaufenden Enden erinnert an ein Schiff.

Industrielle Diamantenschleiferei (Ende 19. Jh.)

Die Erfindung der Schleifmaschine revolutioniert am Ende des 19. Jahrhunderts das Diamantenschleifen. Die Entdeckung der Diamantvorkommen in Südafrika führt zu einem regelrechten Diamanten-Rausch.

1876 wurde die erste Steinkreissäge mit Diamanten besetzt auf der Weltausstellung in Philadelphia vorgestellt.

Der Brillantschliff bei Schmucksteinen

Der quadratische oder rechteckige Cushion-Schliff (Kissen- oder Minenschliff) mit seinen abgerundeten Ecken und weichen Konturen gilt als Urform des modernen Brillantschliffs.

Moderne Fantasieformen:

  • Prinzess-Schliff (rechteckiger Brillantschliff)
  • Ovalschliff
  • Radiant-Schliff

”Brillant” ist immer ein Diamant

Der typische Brillantschliff wurde ca. um 1910 entwickelt. Der Begriff „Brillant” ist immer auf einen echten Diamanten bezogen.

Imitationen werden z.B. als „Zirkonia im Brillantschliff” bezeichnet.

Der Brillantschliff hat mindestens:

  • 32 Facetten um die Tafel im Oberteil
  • 24 Facetten im unteren Teil des Edelsteins

Vier Hauptkriterien - die 4 Cs

Größe - Carat

Die Größe wird in Karat (carat) angegeben - das erste entscheidende Kriterium, ob ein Rohdiamant überhaupt für das Schleifen geeignet ist.

Farbe - Color

Das zweite Kriterium. Besonders wertvoll sind selten natürlich vorkommende Farbvarianten - rote Diamanten sind seltener als blaue, natürliche grüne Steine gibt es kaum.

Reinheit - Clarity

Besonders reine, farblose Steine sind Bedingung. Klassifizierung in 11 Qualitätsgruppen:

  • von lupenrein (fl = flawless)
  • bis Piqué III (pi3) mit deutlich sichtbaren Einschlüssen

Schliff - Cut

Der Schliff entscheidet über:

  • Brillanz (Lichtreflexionen)
  • Glanz
  • Farbstreuung

Ziel des Diamantenschleifers: die angelegten Qualitäten durch den geeigneten Schliff besonders zur Geltung zu bringen. Die hohe Lichtbrechung (auch „Feuer” genannt) soll möglichst beeindruckend wirken.

Diamanten als Werk- und Hilfsstoffe

Heute ist das Feld der Nutzung von Industrie-Diamanten in Handwerk, Wirtschaft und Wissenschaft groß geworden:

  • Diamantspitzen schneiden präzise Glas und harte Materialien
  • Werkzeuge (Bohrer, Fräsen, Schleifscheiben) mit Diamantbeschichtungen
  • Polierpasten mit Diamantpulver für perfekt glatte Oberflächen

Außerdem besitzt der Diamant die höchste Wärmeleitfähigkeit aller Minerale.

”Diamant-Bestattung” - der neueste “Nachruf”

Bei einer sogenannten „Diamant-Bestattung” presst man aus dem Kohlenstoff der Asche von Verstorbenen künstliche Diamanten.

Da in Deutschland eine Bestattungspflicht besteht, ist dieses neue Verfahren allerhöchstens geduldet - die übrigen Bestandteile der Asche müssen ohnehin ordnungsgemäß bestattet werden. Ob sich diese teure Form der Erinnerung als Trend durchsetzen kann, bleibt abzuwarten.

Häufige Fragen

Was sind die "4 Cs" beim Diamant-Kauf?
Die vier Hauptkriterien zur Klassifizierung: Carat (Größe), Color (Farbe), Clarity (Reinheit), Cut (Schliff). Die Reinheit ist in 11 Qualitätsgruppen eingeteilt - von lupenrein (fl=flawless) bis Piqué III (pi3) mit deutlich sichtbaren Einschlüssen.
Was unterscheidet einen "Brillant" vom Diamant?
Ein "Brillant" ist immer ein echter Diamant mit Brillantschliff. Alle anderen Schmuck- und Edelsteine mit diesem Schliff dürfen nicht den Zusatz "Brillant" tragen. Ein Diamant-Imitat aus z.B. Zirkonia muss immer als "Zirkonia im Brillantschliff" deklariert sein. Der Brillantschliff hat mindestens 32 Facetten um die Tafel im Oberteil sowie 24 Facetten im unteren Teil.
Wer war Marquise de Pompadour?
Mitte des 18. Jahrhunderts wurde der beliebte Marquise-Schliff speziell für die Marquise de Pompadour entwickelt und ihr durch die Namensgebung gewidmet. Synonym: Navette-Schliff - die Ellipsenform mit spitz zulaufenden Enden erinnert an ein Schiff.

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