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Stein-Aspekt · Herkunft

Lapislazuli Fundorte - Afghanistan, Chile und die Mehrgarh-Spur

Wo Lapislazuli vorkommt - Sar-e-Sang in Afghanistan als Typlokalität, dazu Chile, Pakistan, Iran, Russland und USA.

Lesezeit ~5 Min Aktualisiert 16. Mai 2026 Zur Lapislazuli-Übersicht
Lapislazuli - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Auf einen Blick

1

Typlokalität

Sar-e-Sang (Badachschan, Afghanistan) - Abbau seit 8000-9000 Jahren.

2

Chile

Heller, weniger goldhaltig - der 18-Tonnen-Monolith für den Wiener Brunnen kam von hier.

3

Weitere

Pakistan (Mehrgarh, ältester Fund), Iran, Russland, USA, China.

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Typlokalität des Lapislazulis

Die ältesten Schmuckstücke aus Lapislazuli, die man bisher gefunden hat, stammen aus dem frühen Neolithikum. Funde der vorgeschichtlichen Siedlungsgruppe “Mehrgarh” im heutigen Pakistan (Belutschistan) belegen, dass die damaligen Menschen das blaue Mineral schon vor über 7000 Jahren abbauten, handelten und verarbeiteten.

Im Norden Afghanistans (Sar-e-Sang) liegt die Typlokalität des Lapislazuli, denn der dortige Abbau reicht bereits 8000 bis 9000 Jahre zurück. Untersuchungen zeigen, dass die Rohblöcke sowie auch geschliffene Perlen schon früh im ganzen asiatischen Raum gehandelt wurden. Funde von Werkstätten im Osten und Norden des Irans beweisen beispielhaft, dass auch in diesen Regionen vor etwa 4700 Jahren die Bearbeitung des aus Sar-e-Sang importierten, blauen Gesteins üblich war. Dabei dienten Klingen und Bohrer aus Flint sowie Schaber und sogenannte “Glätter” mit parallelen Kanten aus Jaspis als Werkzeuge.

Bis heute stammt die beste Qualität des Lapislazulis aus dem Ort “Sar-e-Sang” in Afghanistan, der nach wie vor die bedeutendsten Lapis-Vorkommen in der afghanischen ProvinzBadachschan” vorweisen kann.

Chile - der westliche Riese

Ein bekanntes Beispiel für Lapislazuli aus Chile ist eine Wiener Skulptur, der sogenannte “Wasserwellen-Lebensbrunnen”, der aus einem einzigen, großen Lapislazuli-Monolithen besteht. Der damalige Rohstein wog stolze 18,3 Tonnen und stammt aus Chile. Die am Ende des 20. Jahrhunderts entstandene Wellenwasser-Skulptur trägt unter anderem auch die Bezeichnung “Lapislazuli-Brunnen”, den man unter “Blaues Zeichen” im 1. Wiener Gemeindebezirk “Innere Stadt” finden und besichtigen kann.

Chilenischer Lapislazuli ist oft etwas heller als der afghanische, mit höherem Calcit-Anteil - er zeigt also häufiger die typischen weiß-grauen Adern (“Fleck-Lapis”).

Wie entsteht Lapislazuli geologisch?

Während einer Kontakt-Metamorphose von Kalk und Marmor oder Dolomit bildet sich Lapislazuli tertiär durch Syenite, Granite oder andere Pegmatite. Wenn heißes Magma aufsteigt, entsteht ein enormer Druck, sodass sich vorhandene Sedimente in der heißen Kontaktzone der Megmatiten und Metamorphite (Marmor) durch eine Metasomatose (Stoffaustausch) metamorph umwandeln. In diesem Bereich kann man später Lapislazuli finden. Oft zeigt er dabei auch goldfarbene Pyrit-Einschlüsse, die entstehen, wenn lokal Eisen vorhanden ist.

Merkmale je nach Fundort

Obwohl Lapislazuli im “Kubischen Kristallsystem” kristallisiert, bildet er nur äußerst selten gut sichtbare Kristalle. Rhombendodekaeder-Kristalle sind eine wahre Rarität. Meistens findet man im Gestein jedoch größere Linsenformen als dichte, feinkörnige bis derbe Massen. Im rohen, unbearbeiteten Zustand ist Lasurit immer matt und zeigt eine dunkelblaue Färbung, die teilweise durch goldfarbene Einlagerungen (Pyrit) oder auch weiß-graue bis gelbliche Einsprengsel (Marmor) durchbrochen sein kann.

Das schwefelhaltige Natrium-Aluminium-Mineral “Lapislazuli” ist ein seltener Vertreter der Sodalit-Nosean-Gruppe und zählt zur Mineralklasse der Gerüst-Silikate. Geringe Mengen von Eisen führen zur erwähnten Pyrit-Bildung. Weitere Bestandteile sind Kalium, verschiedene Hydroxid-, Nitrat- und Carbonat-Gruppen sowie Spuren von Magnesium und Beryllium.

Lapislazuli hat eine Mohshärte von 5 bis 5,5 und eine Dichte von 2,4, die durch entsprechende Einschlüsse auf bis zu 2,9 ansteigen kann. Nach einer unvollkommenen Spaltung zeigt er eine muschelige Bruchstelle, die wie das ganze Mineral eine völlig undurchsichtige (opak) Transparenz besitzt. Nur selten sind Bereiche der Kanten dabei leicht durchscheinend.

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