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Stein-Aspekt · Geschichte

Lapislazuli Geschichte - Mesopotamien, Ägypten und das Ultramarin der Renaissance

Die Kulturgeschichte des Lapislazuli - Mesopotamien, Tutanchamuns Totenmaske, der Renaissance-Farbstoff Ultramarin und das Meißener Porzellan.

Lesezeit ~6 Min Aktualisiert 16. Mai 2026 Zur Lapislazuli-Übersicht
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Ein blauer Stein als Handelsgut

Da “Lapis lazuli” einfach nur “blauer Stein” bedeutet, kann man davon ausgehen, dass man in der Vergangenheit auch andere blaue Mineralien so nannte. Wirklich bewiesen ist die hohe, symbolische Bedeutung und Wertigkeit des heutigen Minerals “Lapislazuli” aus der sumerischen Handelsstadt “Ur” im Zentrum der Kulturlandschaft “Mesopotamien” (vor ca. 4000 Jahren) und im Alten Ägypten. Dort verwendete man das Mineral unter anderem für kultische Handlungen, da Lapislazuli allgemein als “Stein der Herrscher” galt. Weltberühmt ist die goldene Totenmaske des ägyptischen Pharaos “Tutanchamun” mit ihren Einlegearbeiten aus Lapislazuli. Auch der heilige “Pillendreher” Skarabäus war als altägyptisches Glückssymbol oft aus dem “Blauen Stein” gefertigt.

Synonyme - vom Lasurstein bis zum Klaphrotin

Die lateinische Bezeichnung “Lapis lazuli” ist die Grundlage für die deutschen Synonyme “Lasurstein” oder “Lasurspat”. So ist auch der mineralogische Name “Lasurit” daran angelehnt. Die Ursprünge liegen wahrscheinlich im ehemals persischen Raum und Arabien. Im Mittelalter finden sich schließlich die ersten Erwähnungen und Aufzeichnungen über dieses charakteristisch blaue Mineral auch in Europa. Weitere Synonyme sind Blauspat, Blaustein, Lasur, Lazurit, Bergblau, Ultramarin, Orientalischblau und Klaphrotin, die sich allerdings gegen den wesentlich attraktiveren Begriff “Lapislazuli” bis heute nicht durchsetzen konnten.

Ein mineralisches Pigment

Die farbgebende Substanz “Ultramarin” wurde einst mit Gold aufgewogen, denn man musste das sehr lichtechte, anorganische, blaue Farbpigment aus dem Orient über den gefährlichen Seeweg (ultramarin = jenseits der See) nach Europa bringen. Deshalb handelte man die Farbe “Blau” in der Wertigkeit auf dem Niveau von Gold und zahlte Unsummen für das blaue Pulver.

Im Mittelalter finden sich somit nur selten kräftig ultramarinblaue Farbakzente in religiösen Heiligen-Darstellungen. Am höchsten war das Preisniveau für das Lapislazuli-Farbpigment jedoch in der Renaissance. In der muslimischen Architektur nutzte man das kräftige Blau, um kunstvoll bemalte Fliesen herzustellen, die als zierende Elemente nicht nur den Boden, sondern auch Innenwände und Außenfassaden schmückten.

Islamische Keramik mit blauer Lapislazuli-Bemalung gab es bereits im persischen Raum des 12. bis 14. Jahrhunderts. Am bekanntesten ist bei uns jedoch das aus dem 18. Jahrhundert stammende, sogenannte “Meißener Porzellan” mit seinem berühmten, blauen Dekor. Die Entwicklung eines Herstellungsverfahrens für synthetisches Ultramarinblau im Jahre 1828, ließ die Bedeutung des Originals schwinden, da nun günstigere Farbpigmente auf dem Markt zur Verfügung standen.

Heutige Verwendung des Lapislazuli-Farbpigments

Da das natürliche Ultramarin-Pigment aus Lapislazuli aufgrund seiner aufwändigen Herstellung immer noch sehr teuer ist, wird es in Europa meistens nur noch in der Restauration verwendet. In China, Japan und ganz Arabien ist jedoch die Beliebtheit des himmlisch göttlichen und zugleich irdisch herrschaftlichen Blaus ungebrochen. Auch in der modernen, asiatischen Kunst und Architektur taucht das echte Lapislazuli-Farbpigment immer wieder auf.

Lapislazuli als Dekorationsstein heute

Auch in der Neuzeit hat Lasurit nichts an seiner Attraktivität eingebüßt. Ein bekanntes Beispiel ist eine Wiener Skulptur, der sogenannte “Wasserwellen-Lebensbrunnen”, der aus einem einzigen, großen Lapislazuli-Monolithen besteht. Der damalige Rohstein wog stolze 18,3 Tonnen und stammt aus Chile. Die am Ende des 20. Jahrhunderts entstandene Wellenwasser-Skulptur trägt unter anderem auch die Bezeichnung “Lapislazuli-Brunnen”, den man unter “Blaues Zeichen” im 1. Wiener Gemeindebezirk “Innere Stadt” finden und besichtigen kann.

„Im Mittelalter handelte man die Farbe "Blau" in der Wertigkeit auf dem Niveau von Gold und zahlte Unsummen für das blaue Pulver."
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