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Heilstein · Natürliche Elemente (Edelmetalle)-Familie

Silber

Silber symbolisiert weibliche Energien und Mondzyklen, wirkt kühlend und desinfizierend sowie herzöffnend.

weiß-grausilberfarbenNatürliche Elemente (Edelmetalle)Sakral-ChakraNabel-ChakraHerz-ChakraHals-ChakraStirn-ChakraKronen-Chakra
Silber - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Faktenbox

Mineralfamilie
Natürliche Elemente (Edelmetalle)
Mohshärte
3
Farbe
weiß-grau, silberfarben
Chakra
Sakral-Chakra, Nabel-Chakra, Herz-Chakra, Hals-Chakra, Stirn-Chakra, Kronen-Chakra
Sternzeichen
Krebs
Fundorte
Norwegen, Frankreich, Spanien
Reinigung
Regelmäßiges Polieren zur Glanzerhaltung - chemisch stabil
Aufladung
Mit Mondlicht laden
Element
Wasser / Mond
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Silber im Überblick

Das “Natürliche Element” Silber steht mit den Zyklen des Tages, Mondes und Jahres sowie deren Lichtqualitäten in Verbindung. Grundsätzlich ist es ein Symbol für die weiblichen Urkräfte, während Gold den männlichen Gegenpart dazu bildet.

Gediegenes Silber wirkt kühlend, desinfizierend und fördert die Wundheilung. Es soll die Emotionen befreien und ein herzliches Einfühlungsvermögen fördern.

Das Edelmetall “Silber”

Obwohl Silber eigentlich als Edelmetall zur Mineralklasse der “Natürlichen Elemente” gehört, spielt es ebenso wie gediegenes Gold in der Steinheilkunde schon immer eine Rolle. Man weiss, dass Silber schon vor über 7000 Jahren bei einigen Völkern verarbeitet wurde. Hochkulturen wie das alte Ägypten und die Assyrer, aber auch später die alten Griechen und Römer, entdeckten die Vorzüge des weiß-silbrig schimmernden Metalles schon früh. Sogar die Germanen (insbesondere Goten) nutzten das helle Silber, das schon bei den Ägyptern ein Symbol des Mondes war.

Der beständige Schimmer des Mondes

Als Edelmetall ist Silber in seiner natürlichen Umgebung chemisch stabil, was bedeutet, dass es nicht auf das Einwirken von Luft (Sauerstoff) und Wasser reagiert. Deshalb kann keine Oxidation und darauffolgende Korrosion greifen.

So ist es kein Wunder, dass Silber schon früh einen hohen Stellenwert in der Metallverarbeitung besaß und zeitweise sogar über der Wertschätzung des Goldes lag. Sein helles Weißgrau erinnerte an den nächtlichen Mond und seine kühlende Wirkung beruhigte auch hitzige Gemüter. Bis heute wird Silber mit der Mondgöttin “Luna” und den Mondzyklen in Verbindung gebracht.

Vor Kühlschrank und Pasteurisierung

Die praktischen Eigenschaften des Silbers für den Alltag sind ebenfalls schon lange bekannt, so nutzte man beispielsweise eine Silbermünze, um die Haltbarkeit von frisch gemolkener Milch zu verlängern. Denn ohne Kühlungsmöglichkeiten verdarb diese sehr schnell, besonders in den warmen Zeiten des Jahres. Die Erfahrung hatte gezeigt, dass eine Silbermünze auf dem Grund des Milchgefäßes jedoch verhinderte, dass sich durch den Luftkontakt schnell Keime bildeten und die Milch sauer wurde. Allerdings waren “Keime” zu dieser Zeit noch gar nicht bekannt, denn erst Mitte des 17. Jahrhundert entdeckte man die ersten Mikroorganismen, Schimmelpilz-Strukturen und Bakterien, ohne deren Bedeutung für den Organismus und dessen Gesundheit zu begreifen.

Koch und Pasteur

Im 19. Jahrhundert erkannte schließlich der deutsche Mediziner und Mitbegründer der Mikrobiologie “Robert Koch”, dass Krankheiten von Bakterien verursacht sein können und widmete einen Großteil seiner Zeit der Suche nach “Krankheitserregern”. Die moderne Bakteriologie und spätere Virologie nahmen in seinen Forschungen Ende des 19. Jahrhunderts ihren Anfang.

Aufgrund dieser Erkenntnisse und Forschungen entwickelte der französische Wissenschaftler “Louis Pasteur” ein nach ihm benanntes Verfahren, mit dem man Getränke und Nahrungsmittel haltbarer machen konnte. Auch er gehörte zu den Mitbegründern der Mikrobiologie und hat im Bereich Krankheitsprophylaxe durch Impfungen wesentliche Impulse in der Medizin gesetzt.

Das chemische Element “Silber”

Als chemisches Element “Argentum” (lat. für Silber) hat das hellgraue, eher ungiftige Schwermetall mit dem Kürzel “Ag” einen festen Platz im Periodensystem und zählt zur “Kupfer-Gruppe”. Interessant ist hier auch die Tatsache, dass das südamerikanische Land “Argentinien” von europäischen “Schatzsuchern” mit der Hoffnung auf dortige Silber-Funde seinen Namen hat.

Doch neben seiner “mystischen” Wirkung auf den Menschen, hat Silber bedeutende Eigenschaften für die Wissenschaft zu bieten.

Merkmale und “silberne” Eigenschaften

Wie oben schon beschrieben, ist das Edelmetall “Silber” unempfindlich gegen Korrosion und lässt sich aufgrund seiner geringen Mohshärte von 2,5 bis 3 leicht verformen, was für eine Bearbeitung natürlich ideal ist.

Das formbare Schwermetall

Die Silberschmiede-Kunst profitiert bis heute von möglichst hoch legiertem Silber, dessen Dichte mit fast 10,5 sehr hoch ist (Schwermetall) und dessen Schmelzpunkt um die 960 °C liegt. Durch die geringe Härte ist Silber weich und gut formbar, sodass man leicht filigrane Drähte ziehen und dünne Bleche aus diesem Edelmetall walzen kann. Hauchdünne, bläulich grün durchschimmernde Silberfolien verwendet man unter anderem als “Blattsilber” (ähnlich wie “Blattgold”) für edle Beschichtungen.

Eine hervorragende Leitfähigkeit und Reflexion

In seiner gediegenen, reinen Form besitzt Silber die höchste elektrische und thermische Leitfähigkeit und die beste Lichtreflexion unter den Metallen. Diese Eigenschaften sind vor allem in den Bereichen Elektrizität, Elektronik und Optik von großer Bedeutung. Durch die chemische Versilberung von Glasscheiben kann man beispielsweise Wärme- und Lichtreflektoren herstellen und Klebstoffe mit beigemischtem Silberpulver werden zu Strom- und Wärmeleitern.

Der polierte “Silberspiegel”

Auch wenn Silber nicht oxidiert, so kann es auch in gediegener Form sehr wohl gelblich, bräunlich bis schwarz anlaufen. Um den silbrigen, fast weißen Metallglanz herzustellen, der das höchste Reflexionsvermögen unter allen Metallen zeigt, muss man deshalb Silberflächen immer wieder erneut polieren. Dann reflektiert der so entstandene “silberne Spiegel” alle Farben unverändert.

Frisch abgeschiedenes Silber reflektiert so über 99,5 % des sichtbaren Lichts, deshalb verwendet man das “weiße Metall” bis heute zur Herstellung von Spiegeln. Die Strichfarbe von Silber ist jedoch nicht rein weiß, sondern leicht hellgrau.

Silber-Beschichtungen in der Fotografie

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zur Erfindung der Digital-Technik bildete das lichtempfindliche **Fotopapier **mit einer speziellen Beschichtung (Silberhalogenide), die Grundlage für jede Fotografie. Inzwischen weiss man allerdings, dass Silber besonders in Form dieser Silberverbindungen giftig ist, sodass man sie mit Vorsicht und unter Schutzmaßnahmen anwendet.

Das (G) Mineral “Silber”

Schon lange vor der Gründung der “International Mineralogical Association” (IMA) im Jahre 1958, galt Silber in seiner natürlichen, gediegenen Form als eigenständige Mineralart. Deshalb übernahm man diese Einstufung und machte Silber zu einem sogenannten “grandfathered” (G) Mineral. Allerdings erst seit dem Jahre 2021 gilt die Bezeichnung “Argentum” und das damit verbundene chemische Kürzel “Ag” auch für die Mineral-Beschreibung.

Die Silber-Vorkommen der Erde

Im Vergleich zu Gold kommt Silber etwa 20 mal häufiger in der Erdkruste vor, allerdings ist es wiederum geschätzte 700 mal seltener als Kupfer anzutreffen. Dabei bildet gediegenes Silber nur selten gekrümmte, bizarre Kristallformen, obwohl das Edelmetall im “Kubischen Kristallsystem” kristallisiert. Noch seltener sind natürlich entstandene Geflecht-Gebilde, die an Pflanzen oder Bäumchen (Dendriten), Drähte oder Locken (sogenannte “Silberlocken”) erinnern sowie größere, amorph-knollige Silbernuggets.

In hydrothermal entstandenen Erzgängen kann Silber drahtähnliche Formen annehmen und in der Verwitterungszone von Sulfid-Erzen (Zementationszone) im Bereich des oft sauerstoffarmen Grundwasserspiegels (unterhalb der Auslaugungs- und Oxidationszone) kann man Silber ebenfalls finden.

Abbauwürdige Silber-Vorkommen

Wesentlich häufiger kommt Silber in derben Masse, flachen Aggregaten, blechartigen Platten und kleineren **Körnern **vor… und natürlich in Erzlagerstätten. Letztere bergen ein enormes “silbernes” Potenzial in sich, das jedoch nicht ohne größeren Aufwand in reines Silber umgewandelt werden kann. Dabei stammt das abgebaute Silbers meistens aus Zink-, Blei-, Kupfer- oder Goldminen, wo es in Form von Silber-Oxid oder Silber-Sulfid als Nebenprodukt anfällt.

Seltene silberhaltige Minerale

545 Silberminerale sind einschließlich des gediegenen Silbers weltweit bekannt. Dabei stechen drei Varianten durch ihren hohen Silberanteil besonders hervor. Allerdings sind sie fast ähnlich selten zu finden wie die reine Qualität.

Hochprozentige Silberanteile

Allargentum heißt das sehr seltene Sulfid, das einen sagenhaften Silberanteil von fast 99 % erreichen kann. Aber auch Akanthit, der unter dem bergmännischen Namen “Silberglanz” oder “Silberglas” bekannt ist, hat als Silber-Sulfid einen hohen Silberanteil von bis zu **87 % **zu bieten. Einen verhältnismäßig hohen “silbernen” Anteil von immerhin bis zu **53 % **kann auch das Sulfid “Stromeyerit” besitzen, sodass sich der hohe Aufwand der Silber-Gewinnung auf alle Fälle lohnt.

Weitere Silberminerale

Zu den über 540 verschiedenen Silbermineralen gehören beispielsweise auch Chlorargyrit aus der Mineralklasse der “Halogenide” und das Sulfid “Miargyrit”. Chemisch gesehen ist Chlorargyrit eigentlich “Silberchlorit” und war unter dem inzwischen veralteten Namen “Silberhornerz” bekannt. Miargyrit wiederum trägt auch die Bergmannsbezeichnung “Silberantimonglanz”. Beide sind ebenfalls ziemlich selten, doch ihr Silberanteil ist deutlich höher als bei silberhaltigen Erzen.

Silber aus Erzen

In silberhaltigen Erzen ist der Silberanteil oft sehr gering, sodass man genau prüfen muss, ob sich eine aufwendige “Extraktion” überhaupt lohnt. Beispielsweise hat das Bleisulfid “Galenit” (Bleiglanz) normalerweise einen Anteil an gelöstem Silber von maximal 0,4 Prozent, der jedoch durch bestimmte Entstehungsbedingungen auch mehrere Prozent betragen kann. Eine Analyse des Erzes zeigt hier, ob abbauwürdige Silberanteile vorhanden sind.

Das Nebenprodukt “Silber” in Schwefelerzen

Aber auch andere Schwefelerze wie beispielsweise Pyrit (Narren- oder Katzengold) oder Chalkopyrit (Gelb- oder Kupferkies) und Mitglieder der sogenannten “Fahlerze” können lohnende “Silber-Quellen” sein. Ein Hauptvertreter ist “Antimon-Fahlerz” (dunkles Fahlerz), das eigentlich als Kupfererz (25 - 45 %) abgebaut wird, aber als Nebenprodukt selten auch bis über 30 % Silber enthalten kann.

Aufwendige Silber-Gewinnung

Etwa 20 Prozent des jährlich gewonnenen Silbers stammt aus Silbererzen, die im ersten Schritt zu feinem Pulver zermahlen und Schlamm verarbeitet werden. Danach löst man die Silberanteile durch eine “Cyanidlaugung” mithilfe von hochgiftigem Natriumcyanid (0,1 prozentige Lösung) und Sauerstoff aus dem Schlamm heraus. Das ausgefällte Rohsilber (Werksilber) muss anschließend durch Raffination gereinigt werden.

Silbermetall aus der Bleigewinnung

Bleierze (z. B. Galenit) enthalten zwar nur geringe Spuren an Edelmetallen wie Silber oder Gold, doch das edle Nebenprodukt der Rohblei-Gewinnung ist trotzdem lukrativ genug. Ein noch unreines Werkblei enthält dabei etwa 5 % verunreinigende Fremdstoffe wie Zinn, Kupfer, Antimon, Arsen, Bismut und Edelmetalle. Bei der Reinigung des Rohbleis können so geringe Mengen an Silber (bis zu 1 %) und Gold als willkommener “Abfall” anfallen.

Ebenso können auch Kupfererze bei der Gewinnung und Reinigung des Rohkupfers Silberanteile freigeben. Diese kann man aus dem sogenannten “Anodenschlamm” gewinnen, der als wertvolles Koppel- bzw. Kuppelprodukt (gewolltes oder zwangsläufiges Nebenprodukt) bei der Metallherstellung anfällt.

Durch eine elektrolytische Reinigung entsteht schließlich reines “Feinsilber”.

Ein Amalgamierwerk in Deutschland

Die historische “Kalte Amalgamation” verwendete Kochsalz, Eisenstücke, Wasser und Quecksilber, um in rotierenden Fässern innerhalb von Stunden langsam ein Quecksilberamalgam herzustellen. Durch Erhitzen des Amalgams konnte man im nächsten Schritt schließlich metallisches Silber gewinnen. Ende des 18. bis Mitte des 19. Jahrhunderts erzeugte mit dieser Methode die “Halsbrücker Hütte” in Sachsen nach ungarischem Vorbild beachtliche Mengen an Silbermetall.

Silber-Varietäten (Silberamalgam)

Die Quecksilber-Legierung “Kongsbergit” besitzt einen Quecksilberanteil von etwa 5 % und zählt zu den anerkannten Varietäten, obwohl der silberne Gehalt doch eher gering ausfällt. Das Silberamalgam “Arquerit” kann immerhin einen Anteil von 10 bis 15 % vorweisen und die Varietät “Chilenit” enthält zusätzlich Wismut (chemisches Element “Bismut” aus der Stickstoff-Gruppe).

Eine weitere Silber-Varietät ist der sogenannte “Küstelit”, der außerdem einen ziemlich hohen Goldanteil aufweisen kann. Hier variiert der Goldgehalt zwischen 10 und 30 Prozentanteilen.

Die traditionelle Verwendung von Silber

Ausgrabungsfunde der antiken Stadt “Pompeji” in Italien beweisen, dass Silber schon vor mindestens 2000 Jahren in Europa ein wertvolles Metall war, das zur Herstellung ritueller Gegenstände und luxuriöser Gefäße verwendet wurde. Da Silber den Geschmack von Getränken (vor allem Wein) und Speisen beeinträchtigt, liegt die Vermutung nahe, dass die gefundenen Krüge, napfartigen Schüsseln und Schalen aus reinem Silber wohl eher keine Funktion als Gebrauchsgegenstände besaßen. Bekannt ist beispielsweise das “Simpulum” der Priester aus der römischen Religion, das als silberne Schöpfkelle dazu diente, bei Opferhandlungen den Wein auf die Opferschale zu gießen.

Außerdem nutzte man die hohe Lichtreflexion des “weißen” Edelmetalls auch damals schon, um spiegelnde Flächen herzustellen, was der Fund eines Handspiegels aus massivem Silber beweist.

Tafelsilber und Silberpflege

Jahrhunderte lang waren silberne Teller, Gefäße, Kelche und des gute “silberne Besteck” für besonders festliche Anlässe gedacht. In massiver Form demonstrierten sie den Reichtum der Besitzer und stellten eine sichere Wertanlage dar. Die galvanische Versilberung von Metallgefäßen mit geringerem Wert ermöglichte es später auch weniger Betuchten luxuriös glänzende Gebrauchsgegenstände ins Haus zu holen.

Der große Nachteil von Silber

Die Tradition des Tafelsilbers ist jedoch im 20. Jahrhundert mit den Jahren in vielen Bereichen verschwunden, während das silberfarbige Chromstahl (Edelstahl) seinen Siegeszug antrat. Es besitzt entscheidende Vorteile gegenüber Silber und anderen Metallen, es läuft nämlich nicht an, es rostet nicht und kann ohne weitere schützende Vorbereitung auch im Außenbereich genutzt werden. So prachtvoll also eine Tafel mit silbernen Leuchtern, Tellern, Besteck und Servierplatten auch sein mag, das ständige Putzen erforderte Geduld, Geschick, die richtige Silberpolitur oder bezahltes Personal.

Der Vorteil von Edelstahl

Außerdem hinterlässt ein “Silberlöffel” einen metallischen Geschmack im Mund, weshalb beispielsweise der Löffel fürs Frühstücksei nie aus Silber war. Weinkelche wurden aus demselben Grund innen vergoldet, damit der Geschmack nicht verfälscht wurde. Diese Probleme hat man mit dem heute überall gebräuchlichen Edelstahl-Besteck nicht, denn es ist geschmacksneutral und pflegeleicht (für die Spülmaschine geeignet).

Geldmünzen und Medaillen

Mindestens seit der Antike hat Silber, zusammen mit Gold, Kupfer und der Kupferlegierung “Bronze” als Geldmünze wohl seine höchste Bedeutung und Wertigkeit erreicht. Bis heute besitzen Silbermünzen vor allem in Sammlerkreisen als Anlage- und Gedenkmünzen oder als Sonderprägung eine große Wertschätzung, auch wenn sie als Zahlungsmittel inzwischen verschwunden sind.

Kurantmünzen aus Silber

Als Zahlungsmittel entsprach der eingeprägte Wert der Silbermünze (Münznominal) damals noch weitgehend dem tatsächlichen “Materialwert” des Metalls (Kurantmünze). Manchmal lag der Silberwert sogar über dem Nennwert. Bis zum Jahre 1871 galt nämlich auch in Deutschland der sogenannte “Silberstandard” für den deutschen “Silber-Taler”, der durch die Prägung und seinen Umlauf als Kurantmünze eine stabile Währungseinheit darstellte. Danach wurde er durch den “Goldstandard” abgelöst, der als Währungsordnung Goldmünzen oder repräsentative Banknoten verwendete, die man jederzeit in die entsprechende Menge Gold eintauschen konnte. Die Seltenheit der Edelmetalle “Gold” und “Silber” garantierte die hohe Wertbeständigkeit dieser Münzen.

Scheidemünzen aus Metall-Legierungen

Die Zeiten der Kurantmünze als Zahlungsmittel sind längst Vergangenheit, denn inzwischen stellt man Münzen schon lange aus minderwertigeren Metallen wie beispielsweise Eisen-, Zink- und Nickel-Legierungen her. Diese sogenannten “Scheidemünzen” sind materiell betrachtet weniger wert, als der eingeprägte “Nennwert” (Nominalwert) vermuten lässt. Ein Faktor für inflationäre Entwicklungen auf dem Geldmarkt ist unter anderem auch diese Entkoppelung von Material- und Nominalwert., sodass keine Deckung mehr durch reale Gold- oder Silberbestände eingefordert wird. Dementsprechend kann die Geldmenge ständig im Umlauf erhöht werden, was den Wertverfall der jeweiligen Währung natürlich anfeuert.

Silber für die zweitbeste, sportliche Leistung

Weltweit bekannt und anerkannt sind beispielsweise die “Olympischen Spiele”, bei denen viele Länder ihre Sportler auf die Jagd nach Medaillen schicken. Dabei gebührt die Silbermedaille nicht nur im Sport dem zweiten Platz in einer Wettkampfdisziplin, doch die olympische Medaille für die Zweitbesten besteht tatsächlich aus Silber. Das ist nicht selbstverständlich, denn viele Preise sind oft einfach nur versilbert, um Kosten zu sparen. Selbst die heißbegehrte olympische Goldmedaille ist eigentlich aus 92,5 % Silber hergestellt und lediglich außen mit 6 Gramm Gold vergoldet.

Neben Medaillen werden in verschiedenen sportlichen Disziplinen auch Pokale in Gold, Silber und Bronze vergeben.

Nationale silberne Auszeichnungen

Jedes Land hat seine Helden und Heldinnen, und deshalb auch eigene “Zeichen” der Wertschätzung hervorgebracht, die sich jedoch in der grundsätzlichen Symbolik und Gestaltung international wenig unterscheiden. Manche Auszeichnungen sind deshalb oft eng mit der Nationalangehörigkeit oder Gemeinschaftszugehörigkeit verbunden.

Silber für besondere Leistungen in Deutschland

Silberne Auszeichnungen gibt es einige auch außerhalb des rivalisierenden Sportbereichs. Beispiele sind der Berlinale-Filmpreis “Silberner Bär” und der “Silberne Schuh”, der seit dem Jahre 2004 vom “Solinger Bündnis für Toleranz und Zivilcourage” an ganz besonders mutige Bürger und Bürgerinnen verliehen wird.

Das deutsche “Silberne Lorbeerblatt”

In Deutschland verleiht traditionell der Bundespräsident an die männlichen und weiblichen Medaillengewinner der Olympischen und Paralympischen Spiele das “Silberne Lorbeerblatt”, das aus einer Stiftung aus dem Jahre 1950 hervorging. Als Zeichen für eine außerordentliche, sportliche Spitzenleistung ist es die höchste, verliehene sportliche Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland und kann auch an andere Sportler und Sportlerinnen sowie Mannschaften verliehen werden.

Internationale Bewertungsmaßstäbe regeln die Vorraussetzungen dieser Ehrung, die nicht nur sportliche Leistungen berücksichtig. Eine “charakterlich vorbildliche Haltung” der belobigten Person oder Mannschaft gehört ebenfalls dazu.

Silber für besondere Verdienste und Treue

Des Weiteren gibt es in Deutschland verschiedene silberne Verdienst- und Ehrenmedaillen sowie Orden und Kreuze, wie beispielsweise das Ehrenkreuz in Silber der Bundeswehr, das nach zehnjähriger Dienstzeit verliehen wird. Diese Auszeichnungen bescheinigen allesamt eine besondere Treue und anerkannte Verdienste in einem beispielsweise national-politischen Kontext, aber auch Bruderschaften, Bünde und Vereine verwenden goldene und silberne Objekte (Medaillen, Nadeln, Plaketten, Pokale…), um langjährig engagierte Mitglieder im besonderen Maße zu ehren.

Silber für soziale Verdienste

Die Feuerwehr ist in Deutschland eine “Körperschaft öffentlichen Rechts”, die engagierte Unterstützung durch zahllose, lokale Feuerwehr-Vereine mit ehrenamtlichen Mitgliedern erfährt. Für ein mutiges Verhalten, besondere Leistungen und langjährige Dienste verleiht auch die “Deutsche Feuerwehr” ein Ehrenkreuz in Bronze, Silber oder Gold. Dazu kommt außerdem die “Deutsche-Feuerwehr Ehrenmedaille” und die “Silberne Ehrennadel” des Deutschen Feuerwehrverbandes. Feuerwehrverbände auf Landesebene folgen diesem Beispiel und verleihen ebenfalls Medaillen und Ehren-Nadeln.

Das “Silberne Kronenkreuz” hingegen ist kein Orden im landläufigen Sinne, sondern eine “Danksagung” nach zehn Dienstjahren an angestellte oder ehrenamtlich mitarbeitende Mitglieder in der Diakonie.

Silberne Ehrungen im Ausland

Medaillen, Orden und andere Ehrerweisungen aus Edelmetallen sind natürlich keine deutsche Erfindung. Weltweit genießen vor allem militärische und sportliche Leistungen besonders häufig eine hohe Anerkennung und werden durch symbolträchtige Abzeichen aus Silber oder Gold belobigt.

Der amerikanische “Silver Star”

Ein Beispiel soll dieser silberne Orden sein, der den vierthöchsten Rang in der sogenannten “Pyramide der Auszeichnungen” der US-Streitkräfte belegt. Der fünfzackige “Silver Star” bescheinigt eine “besondere Tapferkeit vor dem Feind” und kann an Angehörige aller Waffengattungen verliehen werden.

Der “Silberne Griffel” aus den Niederlanden

Diese Ehrung hat ausnahmsweise nichts mit Sport oder dem Militär zu tun, sondern mit einer Literaturgattung, die gerne in vielen Ländern in ihrer Bedeutung unterschätzt wird.

Der sogenannte “Zilveren Griffel” ist nämlich der niederländische Literaturpreis für Kinder- und Jugendbücher, der schon seit dem Jahre 1971 jährlich von der “Stichting Collectieve Propaganda van Het Nederlandse Boek” verliehen wird. Ganz im Gegensatz zu seiner goldenen Variante “Gouden Griffel”, hat er nicht nur inländische Jugendliteratur im Visier.

Einige berühmte Preisträge

Beispielsweise erhielt der deutschsprachige, aber in Tschechien geborene Schriftsteller von Jugendbüchern “Otfried Preußler” den “Silbernen Griffel” gleich zweimal. Zuerst im Jahre 1972 für “Die Abenteuer des starken Wanja” und im Jahre 1973 für “Krabat”.

Auch die berühmte, schwedische Schriftstellerin “Astrid Lindgren” erhielt die niederländische Auszeichnung gleich mehrmals. Erstmals für “Lotta zieht um” (1973), zwei Jahre später dann für “Die Gebrüder Löwenherz” (1975) und schließlich für “Ronja Räubertochter” (1983). Im selben Jahr wie “Ronja Räubertochter” wurde auch das Jugendbuch “Die unendliche Geschichte” des deutschen Autoren “Michael Ende” mit dem “Silbernen Griffel” geehrt.

Die heutige Bedeutung von Silber

Natürlich denkt man bei “Silber” im Allgemeinen zuerst an Schmuckstücke und die herstellende Schmuckbranche sowie an das oben erwähnte “Tafelsilber”. Doch das Edelmetall kann in Form von speziellen Legierungen mit beispielsweise Kupfer, Nickel, Zinn, Zink oder Indium noch ganz andere Funktionen erfüllen.

Vor allem in der Elektrotechnik und Löttechnik werden verschiedene Silber-Legierungen als Kontakt- und Leitmaterial, aber auch als Lot fürs sogenannte “Hartlöten” gebraucht.

Kolloidales Silber und Nanosilber

Die desinfizierende Wirkung von Silber wurde bereits im Mittelalter in Form von “Arzneimitteln” genutzt, ohne den Grund der Wirksamkeit wirklich zu kennen.

Heute ist Silber in der Dental-Technik und in vielen medizinischen Produkten nach wie vor vertreten, allerdings oft in kolloidaler Form. Bevor man wirksame Antiseptika und Antibiotika entwickelt hatte, verwendete man fast bis Mitte des 20. Jahrhunderts “Kolloidales Silber” bei der Bekämpfung von Infektionen.

Produkte mit Silber-Auflagen oder Beschichtungen

Implantate aller Art können bis heute mit Silber beschichtet sein, teilweise dienten Silberplatten auch als Knochenersatz.

Manche Pflaster und Wundauflagen besitzen ebenfalls eine Beschichtung aus Kolloidalem Silber oder Nanosilber. Diese sollen die Wunde und das Gewebe länger keimfrei halten und so eine schnellere Heilung unterstützen.

Aber auch spezielle Oberflächen von beispielsweise oft benutzten Lichtschaltern, Küchenmöbeln oder Kühlschränken können eine entsprechende Beschichtung aufweisen, ebenso wie antibakterielle Keramiken, Emaillierungen und Kartuschen von Wasserfiltern.

Salben und kosmetische Pflegeprodukte

Es gibt silber-haltige Salben und kosmetische Hautcremes, die bei Hauterkrankungen, schuppiger Haut und Verletzungen eingesetzt werden. Im kontrovers diskutierten Kontext, kann man inzwischen auch eine Sonnenschutzpflege mit silbernen **Nanoteilchen **erwerben, die jedoch eine weißliche Färbung nach dem Auftragen hinterlässt. Ob diese Form des Sonnenschutzes effektiver oder gar gesünder ist, als herkömmliche Produkte mit chemischen Wirkstoffen, ist jedoch wissenschaftlich nicht hinreichend geklärt.

Zumindest das “Bundesinstitut für Risikobewertung” (BfR) rät aufgrund dieser unklaren Einschätzung vom Einsatz des Silbers im Nanobereich vorerst ab, um Verbraucher zu schützen.

Hygiene-Produkte mit Silberfäden oder Silberionen

Weitere Innovationen der letzten Jahrzehnte sind Textilien, die entweder mit Silberionen ausgerüstet sind oder integrierte Silberfäden im Gewebe besitzen. Diese antimikrobielle Ausrüstung soll Gerüche verhindern oder reduzieren.

Silbertextilien als Schutz vor künstlicher Strahlung

Im Kampf gegen die allgegenwärtige Funkstrahlung, erhoffen sich sehr sensible Menschen einen Schutz durch Silberausrüstungen der Bekleidung oder Bettwäsche. Auch abschirmende Schutzvorhänge am Fenster oder ein baldachin-artiges “Zelt” überm Bett sollen den Schlaf wieder verbessern, indem sie die flimmernde Unruhe reduzieren.

Ob diese Schutzmaßnahmen tatsächlich funktionieren, bleibt jedoch fragwürdig. Da sie teilweise auch mit größeren Kosten verbunden sind, ist ein “schnelles Ausprobieren” nicht für jeden machbar und deshalb besonders ärgerlich, wenn die “Schutzausrüstung” kaum oder gar keine Wirkung zeigt.

Silber im Essen

Nicht jeder weiss, dass er unter Umständen “Silber” mit verspeist, wenn er sich gerade genüsslich eine Praline im Mund zergehen lässt. Hier sind allerdings nicht die gut sichtbaren Dekorationen aus Blattgold oder Blattsilber gemeint, die einen Hauch von Luxus auf handgemachten Köstlichkeiten verbreiten sollen.

Der wasserunlösliche Farbstoff E 174

Als nicht ganz günstiger Lebensmittelfarbstoff E 174kann Silber nämlich zur Verzierung von Pralinen, als Überzug von Süsswaren und als wasserunlöslicher Farbstoff zur Färbung von Likören verwendet werden. Allerdings kommt das teure Edelmetall eher selten im Billigsektor von Genussmitteln zum Einsatz. Außerdem ist E 174, das aus Silbersalzen gewonnen wird, auch in einigen Desinfektionsverfahren für Trinkwasser und für die Beschichtung von Dragees zugelassen.

Die Vorteile für die industrielle Lebensmittelbranche liegen zwar auf der Hand, die Auswirkungen auf den menschlichen Organismus allerdings noch weitgehend im Dunkeln.

Die Faszination von silberfarbenem Schmuck

In der Wahl von Edelmetall-Schmuckstücken scheiden sich oft die Geister. So gibt es ausgesprochene Silber-Liebende, die auch die silberne Farbe des Weißgoldes bevorzugen, wenn es denn Gold sein muss. Hier kommt ein goldener Farbton nicht in Frage, weshalb rhodiniertes Silber immer einer Vergoldung vorgezogen wird.

Eine Rhodium-Beschichtung hat den Vorteil, dass das Silber nicht anläuft, sondern dauerhaft stark reflektiert und gegen mechanische Beanspruchung besser geschützt ist. Diese Schutzmaßnahme ist vor allem bei stark beanspruchten Fingerringen sinnvoll.

Symbolträchtiger Silber-Schmuck

Das Kreuzsymbol in Sterlingsilber ist in christlich orientierten Ländern ein absoluter Klassiker für Anhänger im Brust- und Halsbereich, wobei inzwischen auch das ägyptischeAnkh-Henkelkreuz” in Silber den Markt erobert hat. Während das Kreuz an das Opfer Jesu erinnert und für christliche Werte und Hingabe steht, symbolisiert das Henkelkreuz die Unsterblichkeit, die Verbindung von Dies- und Jenseits sowie als “Lebensschleife” auch die niemals endenden Lebenszyklen. In einigen Subkulturen, wie beispielsweise der Gothic-Szene, hat das Ankh-Symbol den traditionell christlichen Kreuz-Anhänger teilweise verdrängt. Hier ist die Kombination von schwarzer Kleidung mit silberfarbenem Schmuck sehr beliebt.

Der silberne Mond

Die Mondsichel oder Mondscheibe ist ebenfalls ein Symbol, das meistens in Silber erscheint, denn die “lunaren Kräfte” wurden immer schon mit dem Edelmetall “Silber” verbunden. Entsprechend kombiniert auch die Schmuckbranche besonders gerne farblose oder helle Schmuck- und Edelsteine mit silberfarbenen Metallen (z. B. Silber, Weißgold, Platin, Rhodium, Palladium), wobei Edelsteine wie Diamant, Saphir oder wertvolle Opale meistens in Weißgold gefasst erhältlich sind. Dieses “Weiße Gold” besteht aus mindestens 58,5 % (14 Karat) oder 75% (18 Karat) gelbem Gold und den “Weißfärbern” Silber und Palladium.

Schmucksteine in Silber gefasst

Neben durchsichtigen Bergkristallen, milchigen Mondsteinen oder edlen “Light Opalen”, kommen oft auch kühle Farbentöne in Frage, denn beispielsweise blauer Saphir, grünlich blauer Aquamarin, schwarzer Onyx, Obsidian oder königsblauer Lapislazuli wirken in einer Silberfassung ebenfalls beeindruckend durch ihre ganz besonders unaufdringliche Eleganz

Und genau das ist der Grund, warum manche Menschen keinen gelben Goldschmuck mögen, der alles andere als optisch zurückhaltend ist. Während Silber beruhigt und kühlt, wirkt Gold aktivierend und anregend auf den Körper, weshalb die traditionelle Symbolik des “Silbernen Mondes” für eine harmonisierende, in sich ruhende, weibliche Energie und die “Goldene Sonne” für eine nach außen drängende, männliche Energie leicht nachvollziehbar ist.

Feingehalt-Punzen in “Silber gemeißelt”

Da Silber immer schon auch als Wertanlage (Schmuck, Münzen, Tafelsilber, Barren) genutzt wurde und in die entsprechende Währung umgetauscht werden konnte, ist der Betrug natürlich niemals weit. Um sicher zustellen, dass Silberbarren und silberne Objekte auch tatsächlich aus Silber bestanden, gab die Gesetzgebung bald klare Regeln vor. Durch die Vielzahl an Legierungen konnte man bald rein optisch nicht mehr erkennen ob und wieviel Silberanteile in einem Schmuckstück oder Gegenstand tatsächlich verarbeitet waren. So ist es bis heute üblich, dass seriöse Gold- und Silberschmiede den Silbergehalt durch eine eingeschlagene Punze deutlich angeben. Dann kann man normalerweise sicher sein, dass man ein silbernes Schmuck- oder Dekorationsstück erwirbt.

Nationale Unterschiede

Wie bei Goldlegierungen auch, so sind ebenso die Bestimmungen für Silberlegierungen nicht weltweit einheitlich. Teilweise stehen bestimmte Symbole, Buchstaben oder Zahlen für einen ganz bestimmten Silbergehalt oder eine Jahreszahl.

Vielfältige, unterschiedliche Silbermarken aus Dänemark beispielsweise geben nicht nur den Silbergehalt, sondern auch den Herstellungsort, das Herstellungsjahr und gegebenenfalls durch eigen gestaltete Punzen auch noch den Hersteller selbst an. So füllen die zahlreichen, verschiedenen Marken und Punzierungsmöglichkeiten ganze Lexika, nach Nationalitäten, Städten und Herstellern geordnet. Nur durch diese Stempel kann man selbst jahrhundertealte Silberwaren und Schmuckstücke auch heute noch fachgerecht zuordnen.

Frankreich und England waren die Vorreiter

Obwohl auch schon davor Kontrollen bei Edelmetallen durchgeführt wurden, tauchten aber erst im Mittelalter ab dem 13. Jahrhundert die ersten Punzen auf, die den Feingehalt des Silbers angaben. Zu dieser Zeit entstanden in Frankreich und England in den silberverarbeitenden Zünften die ersten Vorschriften und ein klar kennzeichnendes Stempelsystem. Fachkundige, bezahlte “Silber-Prüfer” bereisten das Land , um die jeweiligen Fürsten vor dem Kauf gefälschter Ware zu warnen.

Dabei spielte das Zunftwesen in großen Städten wie Paris (Frankreich), London (England) oder auch Augsburg (Deutschland) bei der Einführung und Verbreitung dieser Regelungen eine große Rolle. Im Laufe der Zeit entstand eine Vielfalt an Punz-Marken, die von Land zu Land und von Region zu Region stark variierten. Bis heute ist das “Lesen” dieser Hinweise auf Silberschmuck und Silbergegenständen nicht ganz einfach und benötigt unter Umständen eine hohe Fachkenntnis (oder ein Lexikon).

Silberstempel in Deutschland

Erst im 19. Jahrhundert führte man in Deutschland einen Silberstempel ein, der den Feingehalt dokumentierte und durch das Reichsgesetz im Jahre 1888 vereinheitlicht wurde. Bis ins Jahr 1870 hatte man den Feingehalt noch meistens mit der Maßeinheit “Lot” angegeben, wobei 16 Lot beispielsweise umgerechnet 1000 %, 12 Lot 750%, 8 Lot 500% und 4 Lot 250% Feinsilber-Gehalt entsprechen. Das darauffolgende Promille-System gilt heute noch.

Beste Silber-Qualität

Russisches Silber genießt bis heute eine große Wertschätzung, da es schon immer durch hohe Silberlegierungen, handwerkliches Können und beste Qualität überzeugen konnte. Bis ins Jahr 1899 erhielten Silberwaren und Schmuck ein Meisterzeichen, eine Städtemarke, einen Buchstaben für das jeweilige Jahr und die **Zahl “84”**für den Feingehalt. Der letzte Stempel stand für mindestens 875 Silberanteile (pro 1000), was für die damalige Zeit hochlegiert war. Wesentlich seltener kamen die noch höheren Legierungen “88” (916,6 pro 1000) und “91” (947,9 pro 1000) vor.

Die Blickrichtung gibt das Alter an

Ab dem Jahre 1899 bis 1908 war die russische “84”, kombiniert mit einem Mädchenkopf, dessen Profil nach links blickt, in einem querformatigen, ovalen Feld platziert. Danach schaut der Kopf des Mädchen bis ins Jahr 1917 nach rechts. Heute kann man anhand dieser Details das Alter des russischen Silberobjekts ablesen.

In der stetigen Anpassung des russischen Punzen-Systems und der immer wieder veränderten Formgestaltung spiegeln sich im Laufe der Jahrzehnte auch politische und kulturelle Veränderungen wider. So kann man die Geschichte Russlands vom Zarenreich bis zur Bildung der Sowjetunion in gewisser Weise an den vielfältigen Stempeln auf silbernen Objekten und deren Formensprache “symbolisch ablesen”.

Der heutige Maßstab “Sterlingsilber”

Die wohl volkstümlich bekannteste Bezeichnung im Zusammenhang mit Silber dürfte wohl “Sterlingsilber” sein, die sich von der englischen Währung “Pfund Sterling” ableitet. Um das weiche Feinsilber härter und widerstandsfähiger für die Verarbeitung und den Gebrauch zu machen, besteht diese Silber-Legierung aus 92,5 % Silber und 7,5% weiteren Metallen. Dementsprechend weist ein 925 Silberstempelimmer auf den 925 tausendstel Anteil an Silber hin, während die restlichen 75 Tausendstel meistens durch Kupfer, aber auch durch Palladium ergänzt wurden.

Eine Silber-Palladium-Legierung mit etwa 20 bis 30 % Palladium ist beispielsweise besser vor dem charakteristisch dunklen Anlaufen geschützt. Münzen, Silberbestecke, Tafelsilber (Kerzenleuchter, Schalen und Platten) und hochwertige Silberschmuckstücke sind meistens aus Sterlingsilber gefertigt.

Antiker Silberschmuck

Ein “antikes” Schmuckstück ist mindestens hundert Jahre alt und erfährt im Allgemeinen eine andere Werteinschätzung als zeitgenössischer Schmuck. Bei der Wertfindung spielt hier nicht nur der Silbergehalt eine Rolle, sondern auch die Zeit der Entstehung, die Gestaltung und gegebenenfalls die Herkunft, bzw. der Hersteller.

So kann ein antikes Schmuckstück entsprechend aus dem oben schon erwähnten Sterlingsilber (925er Silber) bestehen, aber auch aus anderen Silber-Legierungen. Meistens kommt bei antikem Schmuck niederer legiertes 800er, manchmal aber auch 825er, 835er oder 900er Silber vor. Sehr selten sind jedoch Schmuckstücke aus höher legiertem 950er Silber.

Silberne “Korpusware” für den Export

Um den geforderten Sterlingsilber-Gehalt einzuhalten, sind viele voluminösere Silberwaren mit dem höheren 935er Silber legiert, denn man verlötet sie mit Lötsilber, das unter dem Sterlingsilber-Wert liegt. So bestehen sogenannte “Korpuswaren” wie Tafelaufsätze, Kerzen- und Armleuchter, profane und sakrale Platten, Dosen und Gefäße sowie Sportpokale und Ehrengeschenke aus einer Legierung, die über dem 925er Sterlingsilber besteht, obwohl die Punze dies anzeigt. Dabei existiert der Begriff “Korpusware” erst seit dem 19. Jahrhundert und gilt für industriell hergestellte größere Silberwaren, die sich von kleineren Schmuckstücken und Tafelsilber-Besteck abgrenzen.

Silber in der Steinheilkunde

In Mythen und Legenden ist Silber traditionell das “Metall der Rettung” vor finsteren Mächten. Furchterregende Gestalten wie beispielsweise Werwölfe und blutsaugende Vampire können laut volkstümlicher Geschichten und Überlieferungen nur mit einer silbernen Waffe überwunden werden.

Mythologisches Machtsymbol

So greifen alte und moderne Bücher, Spielfilme sowie Fernsehserien dieses Thema auf und lassen ihre Helden und Heldinnen mit “silbernem Besteck” gegen mythologische Schreckgestalten antreten. In diesem Zusammenhang tauchen in der Waffenkammer dann silberne Pfähle, Kugeln, Dolche, Schwerter, Pfeile, Armbrüste und auch religiöse Insignien, wie beispielsweise das christliches Silber-Kreuz (kombiniert mit Weihwasser) auf, die effektiv den Tod für alle dunklen Mächte und Kreaturen herbeiführen.

Die Herkunft der Bezeichnung “Silber”

Woher die abergläubisch hohe Macht des Silbers kommen könnte, ist nicht ganz klar, denn der Name und seine Möglichkeiten des Ursprungs geben keine Rückschlüsse auf eine mythologische Bedeutung preis. Das germanische Wort “silabra” (mittelhochdeutsch später “Silber”) bezieht sich wahrscheinlich nur auf die helle, metallische Farbe und soll “weiß-glänzend” bedeuten. Aber sicher ist diese Interpretation nicht.

Das Synonym “Argentum”

Allerdings bezieht sich das lateinische “argentum”, das im Periodensystem als chemisches “Natürliches Element” Argentum (Ag) für Silber auftaucht, offensichtlich auf das griechische “argyros”, das “weiß-metallisch” bedeutet. Doch die bloße Beschreibung der optischen Erscheinung des Edelmetalls lässt noch keine mythologisch wirksamen Eigenschaften erkennen.

Trotzdem ist es spannend, dass man Silber bereits früh eine “abtötende Eigenschaft” bescheinigte und das weiß-glänzende Metall als “Antiseptikum” für Körper, Geist und Seele einsetzte, bevor man überhaupt von der Existenz krankmachender Keime wusste.

Silber als heilsames Edelmetall

Silberschmuck ist weit verbreitet, da sich alle Geschlechter und gesellschaftlichen Schichten gerne mit diesem Edelmetall schmücken. Allerdings allein die Tatsache, dass Silber dem sogenannten “weiblichen Prinzip” und somit auch der Mondgöttin “Luna” zugeordnet wird, macht eine Einteilung in einzig weibliche oder männliche Nutzer nicht möglich, denn jeder Mensch besitzt “silberne” und “goldene” Seelenanteile. Je nach Ausprägung und Dominanz entstehen jedoch Vorlieben, die eine Affinität zu Gold- oder Silberschmuck begünstigen.

Emotionale Flexibilität für erstarrte Gemüter

Wer sich durch unliebsame, schmerzhafte Erfahrungen veranlasst sah, Mauern um sich zu errichten, damit keine emotionale Verwundungen mehr greifen können, kann mit der Zeit in eine innere Starre verfallen. Dabei verliert man nicht nur den Kontakt zu äußeren, lebenswichtigen Licht- und Energie-Kreisläufen, sondern verliert auch die emotionale Berührung zu sich selbst.

Silber für ein “gebrochenes Herz”

Wenn das Herz-Chakra beispielsweise durch das sogenannter “Broken-Heart-Syndrom” geschwächt ist, können gesundheitliche Beschwerden schon weit früher beginnen, bevor man das Syndrom medizinisch nachweisen kann. Wer sich also im Bereich der Brust und des Brustkorbs sowie auf dem Rücken im Bereich der Brustwirbel unwohl fühlt, sollte frühzeitig auf die Sprache des Körpers hören und reagieren.

Um die Herz-Region zu entspannen, können verschiedene Heilsteine (z. B. Magnesit, Amazonit, Aventurin, Zoisit, Granat, Rosenquarz, Rhodonit…) hilfreich sein, und wer eine Affinität zu Silber verspürt, sollte diese Heilsteine unbedingt in einer Silberfassung oder kombiniert mit Silberanhängern auf der Brust tragen. Da Silber eine einfühlsame Herzlichkeit verbessern kann, profitiert nämlich zuallererst die eigene Herz-Energie, die sich in uns frei entfalten möchte.

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