Faktenbox
- Mineralfamilie
- Gruppen-Silikate (Epidot-Zoisit-Gruppe, Mangan-Zoisit)
- Mohshärte
- 6.5
- Farbe
- rot, rosa, rot-violett
- Chakra
- Wurzel-Chakra, Sakral-Chakra, Herz-Chakra
- Sternzeichen
- Stier
- Fundorte
- Norwegen, USA, Namibia
- Reinigung
- Keine Reinigung mit Wasserdampf oder Ultraschall
- Aufladung
- Mit Bergkristall oder in der Morgensonne
- Element
- Feuer

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Thulit im Überblick
Der Mangan-Zoisit “Thulit” zeigt verschiedene Rottöne, die von hellem Rosa bis zu Rosa-violett reichen. Oft kommen weiße oder graue Anteile hinzu, mancher Thulit ist sogar rosa-grün gesprenkelt und zeigt ein Glitzern, das an Aventurin erinnert.
Dieser Heilstein steht für erotische Herausforderungen, denn er kann als positiver Verstärker wirken, der dabei hilft sich selbst zu überwinden. Er regt romantische Gefühle und sexuelle Wünsche an, entsprechend fördert er die Regeneration, Fruchtbarkeit und Geschlechtsorgane.
Thulit und die sagenumwobene Insel “Thule”
Sie ist nicht wirklich eine germanische Ursprungslegende, wie so oft angenommen wird, sondern stammt hauptsächlich aus griechischen und römischen Überlieferungen - die mystische Insel “Thule” als “Nordrand der Welt”. Vor allem der griechische Seefahrer und Entdecker “Pytheas aus Massilia” (das heutige Marseille) beschrieb im 4. Jahrhundert der Antike eine Insel im hohen Norden, nach der “das geronnene Meer” (vermutlich “Eismeer”) begann. Im Mittelalter und auch in der Neuzeit findet man immer wieder in mythologischen Schriften und in der Dichtung Verweise auf die sagenhafte Insel (z. B. in Goethes “Faust” - “König in Thule”).
Mystisches Endland “Thule”
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Begriff “Thule” zu einem Symbol für das entlegenste Land im Norden entwickelt, das geheimnisvoll in eisigen Nebel gehüllt, den Rand der sichtbaren und mystischen nördlichen Welt bildet. So ist Thule schon lange keine antike, geografische Lagebeschreibung aus einem recht unpräzisen Reisebericht mehr, sondern mit Orten wie Avalon, Camelot oder Atlantis zu vergleichen.
Mythos und Namensgebung
Die Typlokalität des Thulits liegt in Norwegen, denn Anfang des 19. Jahrhunderts waren nur die dortigen roten Zoisit-Vorkommen bekannt. Im Jahre 1823 prägte der Londoner Mineraloge “Henry J. Brooke (1771 - 1857) die Bezeichnung “Thulit” für die rosafarbene Varietät des Zoisits, höchstwahrscheinlich inspiriert durch den alten Mythos über die sagenhafte Insel im Norden. Aufgrund seines farbgebenden Mangan-Gehaltes existiert noch das Synonym “Mangan-Zoisit”, aber auch die Bezeichnungen “Rosalin” und “Unionit” tauchen manchmal stellvertretend für rötlichen Zoisit auf.
Negativer “Germanen-Kult”
Im 19. Jahrhundert entstand die Bezeichnung “Thulit” für den seltenen rötlichen Zoisit aus dem hohen Norden, doch seine Inspirationsquelle kam erst Anfang des 20. Jahrhunderts zu neuen, zweifelhaften Ehren. Nachdem mystisch und esoterisch Interessierte den Mythos “Thule” wieder aufleben ließen, der angeblich weitgehend aus germanischen Überlieferungen entstammen sollte, erhielt die fast “verblasste Legende” über das “verlorene Land Thule” eine Unglück bringende Bedeutung.
Politisch sehr fragwürdige und gefährliche Kreise gründeten im “Dritten Reich” eine Geheimgesellschaft, die sogenannte “Thule-Gesellschaft”, die ihrerseits aus dem sogenannten “Germanen-Orden” mit antisemitischen Zielen hervorging. Dieser politisch-ideologische, namentliche Missbrauch der mystischen Insel “Thule” hat sich später jedoch nicht auf die Bezeichnung “Thulit” ausgewirkt, sodass heute die Bedeutung dieses seltenen Heilsteins zunimmt, während die Geheimgesellschaft zum Glück der Vergangenheit angehört.
Thulit als Heilstein
In seinem “Dunstkreis” tauchen Begriffe wie Sinnlichkeit, sexuelle Bedürfnisse und romantische Fantasien auf. Tatsächlich soll er eine ziemlich große erotische Ausstrahlung wecken, die lustvolle Wünsche ins Bewusstsein holen und zurückgehaltene Träume befreien.
Widerstände sind nur Herausforderungen!
Der Heilstein “Thulit” kann die Selbstsicherheit und ein leidenschaftliches **Vertrauen **stärken, das sich von auftauchenden Problemen nicht so leicht einschüchtern lässt. In der “Thulit-Aura” empfindet man Schwierigkeiten nämlich eher als ein herausforderndes Abenteuer, sodass man sich neugierig und lebenshungrig den Aufgaben des Lebens stellt. Mutig folgt man seinen Inspirationen, um möglichst sozialverträglich kreative Lösungen zu finden. Auch wenn sich natürlich nicht alle Wünsche verwirklichen lassen, so geht man trotzdem optimistisch an die eigenen Vorstellungen heran, denn schließlich kann man ja nie wissen, was wirklich möglich ist.
Alle Gefühlswelten sind willkommen!
In “Gefühlen schwelgen”, fällt manchen Menschen schwer, da man in diesem Zustand auch leicht enttäuscht und verletzt werden kann. Thulit kann hier dabei helfen, dass man entspannt das Leben genießt und lustvolle Sinnlichkeit und romantische Begegnungen ebenso zulässt wie düstere, melancholische Stimmungen, die ebenfalls zum Leben dazugehören. Dabei besteht im Umfeld seiner intensiven Ausstrahlung nicht die Gefahr, überwältigt von Gefühlen, den Boden unter den Füßen zu verlieren, denn Thulit zapft unser Urvertrauen und unsere instinktiven Urkräfte an. Hier soll man das Leben in vollen Zügen “auskosten” und alle Nuancen in einer “Ganz-oder-Garnicht-Stimmung” bis zur letzten Konsequenz auch “ausleben”.
Thulit-Wirkung auf den Körper
Die rote Zoisit-Varietät zeigt eine erwärmende Wirkung auf den ganzen Organismus, sodass sie bei Beschwerden helfen kann, die durch Kälteeinwirkung und ständiges inneres Frösteln (Erkältung, Schnupfen, Husten, kalte Hände und Füße…) entstanden sind. Außerdem soll Thulit das Nervensystem stärken, was innere Ruhe schaffen, bei depressiven Verstimmungen die Laune heben und den Schlaf verbessern kann.
Schwäche überwinden
Schwächezuständen aller Art und drohende Ohnmachtsanfälle soll dieser Heilstein verhindern, die durch Energiemangel und eine schwache Durchblutung verursacht werden. Da Thulit zudem auch die Regeneration und Fruchtbarkeit sowie die primären **Geschlechtsorgane (**Gebärmutter, Eierstöcke, Hoden, Samenleiter) fördern kann, wird er unter anderem auch bei sexuellen Problemen (Frigidität, Potenzstörungen…) empfohlen.
Wie wendet man Thulit an?
Manchmal taucht Thulit als Ornamentstein mit Schnitzereien oder als Cabochon auf dem Markt auf, doch eigentlich ist er kein häufig verwendeter Schmuckstein. Da er meistens in seiner Transparenz undurchsichtig ist und zudem eine vollkommene Spaltbarkeit besitzt, eignet er sich nicht besonders gut zum Einfassen in metallene Schmuckstücke. Trotzdem kann man ihn als Anhänger oder Trommelstein im Fachhandel finden, denn seine “sinnliche Wirkung” hat Thulit in den letzten Jahrzehnten durchaus zu einem beachteten Heilstein gemacht.
Chakras und Steinkreis
Um die energetische Ausstrahlung eines Thulits zu erleben, sollte man ihn regelmäßig mit Hautkontakt am Körper tragen. Bänder in verschiedener Länge können Trommelstein-Anhänger unter der Kleidung an den passenden Chakra-Punkten positionieren.
Abenteuerlust wecken
Intensive Altrosa- und Rottöne eignen sich besonders gut für den Unterbauch (Sakral-Chakra), allerdings kann man dunkelroten Thulit mit einem Band um den Bauch noch tiefer hängen, sodass er bis zum Schambein (Wurzel-Chakra) reicht. Wem diese Methode nicht zusagt, kann auch ein tägliches Auflegen in diesen Körperbereichen wählen, was sich ebenfalls sehr erregend auswirken soll. Außerdem passen Thulit als Handschmeichler gut in die Hosentasche, die den Heilstein ebenfalls in die Nähe der beiden erwähnten Hauptchakras bringt. Für die Steigerung von lustvollen Momenten ist Thulit somit auf dem Wurzel- und Sakral-Chakra am effektivsten.
Emotionale Heilung
Zartere Rosa-Töne mit weißen bis grauen Calcit- oder Quarz-Einschlüssenkönnen ebenso wie die seltenen, rosa-grünen Exemplare eine belebende Wirkung auf dem Brustkorb (Herz-Chakra) zeigen. Vor allem wenn sich das Herz vor Trauer und Enttäuschung verschlossen hat, kann Thulit den nötigen, optimistischen Mut wieder entfachen, der trotz schlechter Erfahrungen dem Leben stets positiv zugetan ist. So kann man immer wieder aus seiner schützenden Komfortzone heraustreten und die eigenen Bedürfnisse auch im sozialen Umfeld ausleben, ohne emotionalen Schaden zu nehmen.
Ein Steinkreis der besonderen Güte
Der Aufenthalt in einem Thulit-Steinkreis verspricht angeblich einen “Oh-lala-Moment”, über den im Einzelnen nicht viel berichtet wird… Es bleibt also nur das persönliche Ausprobieren und die daraus gewonnenen, individuellen Erfahrungen, über die man, je nach “Oh-lala”, wahrscheinlich hinterher ebenfalls nicht sprechen möchte. Man schweigt und genießt, was auch immer :)
Thulit-Entstehung
Wie der reine Zoisit (Calcium-Aluminium-Silikat) und die blaue Varietät “Tansanit”, entsteht auch Thulit tertiär bei einer Kontaktmetamorphose. Hier bildet sich Thulit allerdings, wenn sich Gesteine mit Mangan-Gehalt zu “Kristallinen Schiefern” und Kalksilikat-Felsen umwandeln. Dabei ist die Anwesenheit von Wasser und ein hoher Druck maßgeblich für die Umwandlung von Feldspat (Anorthit) und Mangan-Erz zu Mangan-Zoisit.
Vorkommen
Der rötliche Thulit ist im Gegensatz zu reinem Zoisit weltweit nur sehr selten zu finden, denn Norwegen hatte eine lange Zeit eine Art “Monopolstellung”. Doch inzwischen sind auch Vorkommen in den USA , in Namibia, Österreich, Neuseeland und Australien bekannt. Allerdings hat der hohe Norden nach wie vor, qualitativ gesehen, die besten Exemplare in intensiven Rosatönen zu bieten. Die Funde in der Namib-Wüste hingegen haben meistens grünliche Färbungen und besitzen sehr selten den begehrten Rosaton.
Mineralklasse und Kristallsystem des Thulits
Da Thulit in die Epidot-Zoisit-Gruppe gehört und mineralogisch ein manganhaltiger Zoisit ist, zählt er ebenso zur Mineralklasse der “Gruppen-Silikate”. Allerdings enthält er meistens auch geringe Anteile an Oxid-Ionen(Quarz-Einschlüsse) und Insel-Silikat-Moleküle, die für seine therapeutische Wirkung nicht unwesentlich sind.
Keine sichtbaren Kristalle
Obwohl Thulit im rhombischen bzw. “orthorhombischen Kristallsystem” kristallisiert, bildet er nie größere, gut sichtbare Einzelkristalle, sondern immer nur körnige bis dichte, feinkörnige Massen und Aggregate mit teils feinen, faserigen Strukturen. Da diese Massen aus sehr dünnen, flachen Kristallplättchen bestehen, zeigt sich bei manchen Exemplaren ein Glitzern, das an das sogenannte “Aventurisieren” des Aventurins erinnert. So entsteht auf der Oberfläche Perlmutt- bis Glasglanz.
Thulit-Merkmale
Im Allgemeinen ist Thulit rot, rosa bis rot-violett und besitzt nicht selten weiße bis graue Calcit- oder Quarz-Einschlüsse, die sich auch auf die Mohshärte auswirken. Diese liegt bei 6 bis 6,5 und kann je Quarz-Anteil bis 7 und darüber steigen. Dadurch ist Thulit ein verhältnismäßig robuster Schmuck- und Dekorationsstein. Calcit-Einschlüsse allerdings verringern die Härte, sodass sich diese Exemplare bestens für die Schnitzereien der Steinschneidekunst (Glyptik) eignen.
Aus Nevada (USA) stammt ein rosafarbener Thulit mit grünlichen bis bläulichen Einschlüssen. Er unterscheidet sich optisch deutlich von den norwegischen Steinen. Man kann diese farbigere Version des Thulits als sogenannten “Lapis Nevada” oder “Nevada Wunderstein” in Form von Trommelsteinen oder auch als Rohsteine im Handel finden.
Bestimmungsmerkmale
Neben der oben beschriebenen Mohshärte, gibt es noch weitere Merkmale zur Bestimmung eines Thulits, der farblich vor allem dem Schmuck- und Heilstein “Rhodonit” sehr ähnlich sehen kann. Dieser gehört ebenfalls zu den Silikaten mit Mangan-Gehalt und besitzt meistens charakteristische schwarze, streifenartige Einschlüsse, die bei Thulit maximal weiß bis grau ausfallen. Wenn diese dunklen Adern allerdings nicht vorhanden sind, ist oft eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung fällig, um die beiden Heilsteine klar zu unterscheiden.
Thulit und Rhodonit im Vergleich
Aufgrund der Zusammensetzung aus flachen Kristallplättchen besitzt Thulit eine vollkommene Spaltbarkeit und lässt unebene bis muschelige Oberflächen an den **Bruchstellen **erkennen. Er zeigt eine undurchsichtige bis durchscheinende Transparenz und an frischen Spaltflächen Perlmutt- bis Glasglanz.
Hier unterscheidet sich Thulit allerdings nicht wirklich von Rhodonit, den man ebenfalls vollkommen spalten kann. Zusätzlich zeigt letzterer ähnliche unebene Bruchstellen und eine undurchsichtige bis durchscheinende Transparenz mit Glasglanz. Ebenso hilft die weiße Strichfarbe beider Heilsteine nicht weiter, und selbst die Härte des Rhodonits von 5,5 bis 6,5 ist kein eindeutiges Unterscheidungskennzeichen.
Wenn also die schwarzen Adern aus Mangan-Oxid fehlen, die das Hauptmerkmal des Rhodonits sind, liefert einzig die Dichte des Thulits von 3,25 bis 3,36 den entscheidenden Unterschied, denn Rhodonit besitzt eine höhere Dichte von 3,4 bis 3,7.
Das Kristallsystem macht den Unterschied
Thulit ist ein **Mangan-Zoisit **unter den Gruppen-Silikaten, der in Klüften und Gängen in verschiedenen Gesteinsarten als Adern oder Füllungen vorkommt und immer im “orthorhombischen Kristallsystem” kristallisiert. Im Gegensatz dazu findet man das Ketten-Silikat “Rhodonit” als eigenständiges, triklines Mineral meistens in derben, körnigen bis dichten Massen und sehr selten auch als schlecht ausgebildete, aber immerhin einzelne, trikline Kristalle, die raue Flächen und abgerundete Kanten besitzen.
Klinozoisit und Thulit
Ein weiteres Gruppen-Silikat aus der “Epidot-Zoisit-Gruppe” erscheint teilweise als rosafarbener Klinothulitauf dem Markt, obwohl es mehr stoffliche Verwandtschaft mit dem Schmuck- und Heilstein “Epidot” besitzt. Manganhaltiger Klinozoisit trägt zwar den “Zoisit” im Namen, kristallisiert aber im “monoklinen Kristallsystem” und zeigt oft prismatische, säulenartige, gestreifte Kristalle. Das eigentlich farblose Calcium-Aluminium-Silikat kann durch eingelagerte Fremdstoffe graue, gelbliche und grünliche Töne zeigen, allerdings sehr selten sind Spuren von Mangan für eine rötliche Färbung vorhanden.
Ist Klinothulit ein Thulit?
Grundsätzlich ist Klinozoisit ebenso wie Zoisit ein eigenständiges Mineral innerhalb der erwähnten Epidot-Gruppe, während Thulit nur eine Varietät des Zoisitsdarstellt. Somit ist die Bezeichnung “Klinothulit” ebenso wie “Klinozoisit” eigentlich irreführend, da es sich bei den zwar verwandten Mineralien weder um den orthorhombischen Zoisit noch um seine Varietät “Thulit” handelt. Der monokline Klinozoisit bzw. Klinothulit kann außerdem eine hohe Mohshärte von 7 vorweisen, was die Verwandtschaft zu Epidot zusätzlich unterstreicht.
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