Ein Falkenauge wird zum Tigerauge
Der seidenartige, goldgelbe Schimmer ist sein Markenzeichen und mit dem geeigneten Cabochon-Schliff erinnert er tatsächlich an das Auge eines Tigers. Dabei ist ein Tigerauge das Ergebnis von Umwandlungs- und Verwitterungsprozessen, die einen äußerst attraktiven und beeindruckenden Schmuckstein hinterlassen haben.
Wie ist ein Tigerauge entstanden?
Die Voraussetzung für die Entstehung des faserigen Quarzes "Tigerauge" ist das eisenreiche Asbestmineral "Krokydolith" (Riebeckit-Mineral) aus der Alkali-Amphibol-Gruppe. Der Kontakt mit hydrothermalen Lösungen führt hier zu einer sogenannten "Verkieselung" des monoklinen Ketten-Silikats, sodass im ersten Schritt das dunkelbläuliche Mineral "Falkenauge" entstehen kann. Durch das Einwirken von Sauerstoff kommt es schließlich zur Oxidation, bei der sich die ursprünglichen Krokydolith-Fasern in Limonit (Brauneisen) und andere Eisenminerale umwandeln, sodass das Falkenauge am Ende "verwittert" und als Produkt ein Tigerauge übrig bleibt. Manchmal verdrängen aber auch andere Quarze das Ursprungsmineral und behalten nur dessen Struktur bei.
Geologische Merkmale des Tigerauges
Tigerauge ist ein faszinierender Schmuck- und Heilstein mit einem seidenähnlichen Glanz und markanten goldbraunen Streifen. Er gehört zur großen, vielseitigen Quarzgruppe und dementsprechend in die Mineralklasse der Oxide. Aufgrund seiner ganz besonderen Struktur besitzt der Faserquarz eine beeindruckende Optik, die schon früh den Menschen zu mystischen Spekulationen verleitete. So sollte ein Tigerauge-Amulett im Mittelalter beispielsweise vor Dämonen und Verwünschungen schützen.
Bestimmungsmerkmale
Durch seine charakteristische Quarz-Mohshärte von 6 bis 7 und Dichte von 2,64 bis 2,7 ist Tigerauge ein recht robuster, kratz- und verschleißfester Schmuckstein, der aufgrund seiner faserigen Struktur keine Spaltbarkeit besitzt. Dementsprechend faseriger erscheinen auch seine Bruchstellen, die schön seidig glänzen. Grundsätzlich zeigt Tigerauge eine undurchsichtige Transparenz mit Seidenglanz, allerdings als sogenannter "Goldquarz" mit einem hohen Quarzanteil kann diese auch durchscheinend sein. Dabei ist Goldquarz mit Tigerauge-Anteilen in seiner Wirkung heller als ein übliches Tigerauge.
Da Tigerauge zu den Mineralien gehört, die ausgeprägte Farbzentren besitzen, zeigt er eine gelbbraune Strichfarbe, deren Farbigkeit allerdings abnimmt, je höher der Quarzanteil am Bildungsort ausfällt. Reines Quarz zeigt nämlich immer einen weißen Strich.
Chemische Bestandteile
Eisen ist der wichtigste Bestandteil des Silicium-Dioxids (Quarz), durch den die warmen, goldgelben Farbtöne entstehen, die so sehr an das Auge eines Tigers erinnern. Wenn Quarz die faserige Struktur von Krokydolith ersetzt, entsteht aus Falkenauge durch Pseudomorphose ein Tigerauge, während gleichzeitig das Eisen (Fe) oxidiert und sich dabei das Oxid "Brauneisen" bildet. Weitere Bestandteile des Tigerauges können Aluminium (Al), Natrium (Na) und Magnesium (Mg) sein, die sich farblich allerdings nicht auswirken.
Das Katzenauge
Die parallelgelagerten Limonit-Kristallfasern des Tigerauges führen zu dem sogenannten "Katzenaugen-Effekt" (Chatoyance), der das Licht auf der Oberfläche des geschliffenen Cabochons ganz besonders streut und intensiv schimmern lässt. Diese optische Besonderheit ist zwar das Markenzeichen eines Tigerauges, allerdings findet man Chatoyance auch bei anderen Schmuck- und Heilsteinen. Vor allem Chrysoberyll, Turmalin, Smaragd, Granat, Rosenquarz, Topas, Mondstein und Apatit sind für ihre ausgeprägten Katzenaugen-Bildungen bekannt.
Die Farben des Tigerauges
Sein goldbrauner Schimmer und die undurchsichtige Transparenz machen ihn zu einem beliebten Schmuck- und Heilstein mit einzigartiger Lichtreflexion. Dabei liegt die natürliche Farbpalette eines Tigerauges im Bereich der Braun- und Gelb- bis Goldtöne. Doch das lässt sich ändern.
Farbmanipulation
Um die optische Attraktivität und Vielfalt zu steigern, bietet der Handel verschiedene Varianten des Tigerauges an, die jedoch durch künstliche Eingriffe entstanden sind. So erzielt man durch das Erhitzen (Brennen) eines normalen Tigerauges einen intensiven Kupferton, der das Tiger- zu einem sogenannten "Drachenauge" verwandelt. Beliebte Violett-Töne wiederum entstehen, wenn man das erhitzte Mineral in Spiritus abschreckt, doch man muss sich bewusst machen, dass weder die Farbe "Kupfer" noch "Violett" bei natürlich entstandenen Tigerauge-Mineralen vorkommt.
Optisch sind diese manipulierten Tigeraugen sicherlich sehr dekorativ, aber für therapeutische Zwecke sollte man sie nicht mehr nutzen. Somit sind Drachenauge und Co. zwar als reine Schmucksteine für die Schmuckherstellung ein Gewinn, aber als natürlicher Heilstein gehen sie verloren.
Tigerauge-Varietäten
Der oben schon erwähnte "Goldquarz" mit seiner durchscheinenden Transparenz, zeigt aufgrund seines hohen Quarzanteils eine hellere Farbigkeit, die jedoch immer im Farbbereich eines natürlichen Tigerauges liegt.
Das australische Marra Mamba Tigerauge
Eine optische Besonderheit unter den Tigeraugen ist allerdings das "Marra Mamba" aus dem Westen Australiens, das neben dem üblichen Braun und Gelb auch teilweise kräftige Rot-, Blau- und Grüntöne besitzt. Dieses Tigerauge ist durch eine Pseudomorphose (griech. "falsche Gestalt") entstanden, bei der die ursprünglichen Krokydolith-Fasern nicht komplett umgewandelt, sondern ganz allmählich durch Quarz ersetzt wurden. So bleibt zwar die äußere Kristallform des Ursprungsminerals erhalten, aber die Substanz ist eine andere, die ihrerseits nicht in ihrer charakteristischen sondern imitierten "Pseudoform" erscheint.
Oxidation und lokale, tektonische Prozesse schufen die rot und grün gebänderten Tigeraugen der australischen "Marra Mamba Iron Formation", wobei das bläuliche Falkenauge und andere rötliche Minerale das Ausgangsmaterial für die recht bunten "Bändereisenerze" bildeten. Langsame Verwitterung und allmählicher Stoffaustausch ließen hier über Millionen von Jahren unter den vorherrschenden, geologischen Bedingungen ganz individuelle, bunte Tigeraugen entstehen.
Ähnliche Minerale
Optische Verwechslungen sind mit anderen gebänderten Sedimentgesteinen möglich, die ebenfalls gelbe, rote und braune Schichten zeigen. Namentlich beziehen sie sich sogar auf das Tigerauge, da es ein Bestandteil von ihnen ist.
Tigereisen
Man kann vor allem das eisenreiche, gebänderte "Tigereisen" mit den bunten "Marra Mambas" verwechseln, da es ebenfalls intensive goldene und rote Schichten zeigt. Dabei bestehen die verschiedenfarbigen Lagen meistens aus dem faserigen Tigerauge mit seidig schimmernden Gelb- bis Goldtönen, dem roten bis braunen Jaspis und dem metallisch silbergrau glänzenden Hämatit. Tigereisen gilt unter den Heilsteinen als "Powerstein", der eine besonders kraftvolle Energie und anpackende, mutige Ausdauer bescheren soll.
Tiger-Jaspis
Ein weiterer Verwechslungskandidat kann das Gestein "Tiger-Jaspis" sein, das durch seine goldgelben, braunen und grau bis schwarzen Schichtung gekennzeichnet ist. Seine Hauptbestandteile sind ebenfalls die Fasern des goldgelb schimmernden Tigerauges, aber auch Bänder des rotbraunen Tigereisens (Eisenoxid) und des feinkristallinen Quarzes "Jaspis". Meistens sind seine farblich abwechselnden Schichten eher dünn.
Allerdings taucht der Begriff "Jaspis" oft bei vielen bunten Mineralen und Gesteinen auf, die man nicht so recht einordnen kann. Prägend ist hier jedoch mikrokristalliner Quarz mit kleinkörniger Struktur und das farbgebende Eisen, das in der jeweiligen Verbindung gelbe, rote und grüne Farbtöne verursacht. Jaspis ist meistens matt, kann aber manchmal auch Fett- oder Glasglanz zeigen, doch ein Schimmern kann nur durch die Einlagerung von Tigerauge-Fasern entstehen.
Tigerauge als Heilstein
Eine historische und kulturelle Bedeutung des Tigerauges in Europa ist seit dem 17. Jahrhundert belegt, seither ist der Heilstein nicht nur als Schmuck beliebt sondern auch als Talisman im Gebrauch. Im alten Ägypten war er ein Schutz gegen böse Geister und indigene Völker verwendeten das goldene Auge für spirituelle Rituale. In vielen Kulturen auf der ganzen Welt ist ein Tigerauge bis heute ein Symbol für Schutz, Stärke, Mut und geistige Klarheit.
Für bewegte Zeiten
Das Tigerauge soll nach den Forschungen der modernen Steinheilkunde schmerzlindernd wirken und hilfreich bei einer hormonellen Überfunktion (z. B. Schilddrüse) sein.
Die psychischen Ursachen können hier tiefsitzende, unbewusste Ängste sein, die das familiäre Umfeld des Menschen betreffen oder aber auch durch Entscheidungsschwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich verursacht werden. Ein Tigerauge hilft dabei, schwierige Lebensphasen mit mehr Mut zu meistern. Gute Kombinationssteine für das Tigerauge sind Bergkristall, Herkimer Diamant, Staurolith und Sc
Spirituelle Bedeutung des Tigerauges
Tigerauge gilt als Heilstein der inneren Balance und persönlichen Freiheit. Er hilft dabei, innere Stabilität zu finden und Blockaden zu lösen. Er kann den Geist beruhigen, wenn man schwierige Entscheidungen treffen muss oder in stressigen Situationen steckt. Er soll das Selbstbewusstsein stärken, damit man frei unabhängige Wege einschlagen kann und Herausforderungen mutig entgegentritt. So kann man auch tiefsitzende Ängste und mentale Blockaden überwinden, die eigene, innere Kraft wiederfinden und negative Gedankenmuster auflösen.
Tigerauge und das Nabel-Chakra
Besonders der Solarplexus kann von einem Tigerauge profitieren, denn seine harmonisierende Energien stärkt die "innere Sonne" als das gesunde Selbstvertrauen und der einsetzende Energiefluss verleiht innere Stabilität und Kraft.
Man wendet Tigerauge ebenso bei Meditationen an, um sich besser konzentrieren zu können oder um sich spirituell weiterzuentwickeln. Oft wird es in geführten Visualisierungen oder Mantra-Meditationen eingesetzt, um die spirituelle Entwicklung zu unterstützen. Es soll durch seine energetischen Schwingungen Stabilität und Schutz fördern und gleichzeitig Mut, Optimismus und emotionale Ausgeglichenheit unterstützen.
Schutz vor negativen Energien, Ruhe und Klarheit in stressreichen Situationen, energetische Stabilität bei Burnout-Symptomen, mehr Achtsamkeit, Fokussierung und Zentrierung bei Meditationen, Einklang von Körper-Seele-Geist (emotionaler Stressabbau)
Tigerauge soll helfen, innere Ruhe sowie emotionale Balance zu fördern. Es kann sicher helfen, Stress und mentale Belastung abzubauen und Unsicherheit und Angst zu bewältigen.
So haben schon viele Menschen berichtet, dass Ihnen der Stein zu mehr Selbstvertrauen verholfen hat oder weil sie durch ihn eine positive Lebenseinstellung fördern konnten.
Etwa darin, in stressigen Momenten einen kühlen Kopf zu bewahren und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Physikalische Heileigenschaften und Körperbalance
Tigerauge soll physisch eine positive Wirkung auf das Sehen haben und das endokrine System stärken. Es soll entzündungshemmend wirken und bei Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen oder Rheuma helfen.
Es wirkt unterstützend bei Darmentzündung oder anderen Verdauungsproblemen. Es hilft zum Beispiel Eure körperliche Balance zu verbessern.
Darüber hinaus macht es beweglich – das war in der Traditionsmedizin schon immer sehr geschätzt.
Energetische Wirkungen auf Geist und Seele
Tigerauge fördert geistige Flexibilität und Klarheit. Sie wird häufig genutzt, um das Chaos und die Unklarheit zu bewältigen, weil sie Konzentration und mentale Stärke fördert.
Es verbindet gleichzeitig den Geist mit positiven Energien und unterstützt somit die spirituelle Harmonie und den inneren Frieden.
Spirituelle Heileigenschaften im Alltag
Das Tigerauge wird im Alltag zur spirituellen Entwicklung und Transformation genutzt. Es macht friedlich und schützt wie ein Stein mit Energie und Stabilität.
Anwendungsmöglichkeiten von Tigerauge
Tigerauge ist ein Edelstein mit vielen Facetten. Er glänzt goldbraun und ist deswegen sehr beliebt in Schmuckdesigns und spirituellen Praktiken. Seine besonderen Eigenschaften ermöglichen eine Vielzahl an Anwendungen, von den dekorativen bis zu den energetischen.
Verwendung in Schmuck und Dekoration
Wegen seiner Wirkung als Armband, Anhänger oder Mala-Kette wird Tigerauge auch gerne verarbeitet, und sieht auch ganz gut aus ???? Besonders gefällt mir der schimmernde Chatoyance-Effekt des Steins, ganz wie ein Tigerauge.
Tigerauge wird neben Schmuck auch in kunstgewerblichen Gegenständen wie Amuletten oder dekorativen Skulpturen verwendet. Tigerauge ist ein tolles Geschenk, weil es Selbstbewusstsein und Intuition fördert! Es hat symbolischen Wert, und strahlt Harmonie und Stärke aus.
Edelsteinwasser mit Tigerauge herstellen
Vorsicht ist geboten, wenn Tigerauge direkt für Edelsteinwasser verwendet werden soll, da es mögliche asbesthaltige Bestandteile enthält. Lieber Rosenquarz oder Bergkristall benutzen, das ist sicherer.
Wer ihn energetisch verwenden möchte in Meditationen, um Klarheit, Fokus und Durchblick zu bekommen.
Tipps zur Integration in den Alltag
Tigerauge kann ich als Handschmeichler zur Hand oder in der Hosentasche tragen, um mir täglich positive Energie zu spendern.
Platzieren Sie ihn in Ihrem Arbeitsbereich, er wird Sie konzentrieren und vor schlechtem Einfluss bewahren. Er unterstützt bei Meditationen oder Yoga-Sitzungen die Verbindung zum Solarplexus-Chakra.
In Kombination mit anderen Steinen wie dem Amethyst kann man dann spezifische Ziele wie zum Beispiel Stressabbau verfolgen.
Sternzeichen und Tigerauge
In der Astrologie ist das Tigerauge ein kraftvoller Edelstein, der eng mit verschiedenen Sternzeichen und deren Eigenschaften verbunden ist. Ich schätze es für mein Selbstvertrauen, meine Klarheit und innere Balance.
Außerdem machen es die Planeten Merkur und Mars für Kommunikation und Durchsetzungskraft. Seine Bedeutung beschränkt sich auf spirituelle und astrologische Praktiken, wo es gerne als nützliches Werkzeug eingesetzt wird.
Hauptstein für bestimmte Sternzeichen
Tigerauge ist einer der Hauptsteine für das Sternzeichen Jungfrau. Jungfrauen können von ihm profitieren, da er ihnen die Stabilität und Klarheit gibt, die ihrer detailverliebten und analytischen Seite guttun.
Bei wichtigen Entscheidungen unterstützt uns der Stein und gibt Selbstbewusstsein – gerade in stressigen Situationen ist das sehr vorteilhaft. Außerdem bringt er innere Ruhe und hilft dabei, das emotionale Gleichgewicht zu halten. Damit ist er der perfekte Begleiter für alle Jungfrauen, die nach Perfektion streben.
Neben- und Ausgleichssteine
Das Tigerauge ist auch ein Nebenstein für Zwillinge und Löwen. Für Zwillinge ist die harmonisierende Wirkung des Wagens perfekt, sie gleichen die wechselhafte Energie aus.
Der Stein gibt aber Löwen die nötige Balance und emotionale Stärke. In Kombination mit anderen Steinen verstärkt das Tigerauge deren Wirkung. Es hilft zudem, emotionale und energetische Blockaden zu lösen und ergänzt die astrologischen Steine.
Dekadensteine und astrologische Verbindungen
Das Tigerauge dient als Dekadenstein, um – in längeren Zeiträumen gedacht – zu mehr Licht und spiritueller Klarheit zu kommen.
Seine Verbindung zu Merkur und Mars bringt Fokus und innere Stärke für astrologische Rituale und Meditationen auf Merkur. Es wirkt besonders gut für das Solarplexus-Chakra und stärkt Selbstbewusstsein und persönliche Kraft.