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Heilstein · Quarz-Familie

Tigerauge

Tigerauge - goldgelb-seidiger Quarz, klassischer Schutz- und Fokus-Stein für Prüfungen, Vorträge und alle Reizüberflutung.

goldgelbdunkelbraun gestreiftQuarzWurzelchakraSolarplexus
Tigerauge - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Faktenbox

Mineralfamilie
Quarz
Mohshärte
7
Farbe
goldgelb, dunkelbraun gestreift
Chakra
Wurzelchakra, Solarplexus
Sternzeichen
Jungfrau, Zwillinge, Löwe
Fundorte
Australien, China, Pakistan
Reinigung
kurz unter fließendem Wasser oder mit feuchtem Baumwolltuch - monatlich auf Hämatit entladen
Aufladung
Morgensonne oder Bergkristall-Gruppe / Amethyst-Druse
Element
Erde
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Tigerauge im Überblick

Der faserige Quarz “Tigerauge” besticht durch goldgelb schimmernde Limonitfasern und ist ein beliebter Heil- und Schutzstein.

Da er den Energiefluss im Körper hemmen kann, ist er besonders bei extremer Nervosität, bei Überfunktionen und Reizüberflutungen hilfreich. So kann man schwere Lebensphasen leichter bewältigen, behält den Überblick und verliert nicht den Mut. Tigerauge gibt die notwendige innere Ruhe während einer Prüfung.

Ein Falkenauge wird zum Tigerauge

Der seidenartige, goldgelbe Schimmer ist sein Markenzeichen und mit dem geeigneten Cabochon-Schliff erinnert er tatsächlich an das Auge eines Tigers. Dabei ist ein Tigerauge das Ergebnis von Umwandlungs- und Verwitterungsprozessen, die einen äußerst attraktiven und beeindruckenden Schmuckstein hinterlassen haben. Synonyme sind Schillerquarz, Katzenauge, Wolfsauge und Tigerit.

Wie ist ein Tigerauge entstanden?

Die Voraussetzung für die Entstehung des faserigen Quarzes “Tigerauge” ist das eisenreiche Asbestmineral “Krokydolith” (Riebeckit-Mineral) aus der Alkali-Amphibol-Gruppe. Der Kontakt mit hydrothermalen Lösungen führt hier zu einer sogenannten “Verkieselung” des monoklinen Ketten-Silikats, sodass im ersten Schritt das dunkelbläuliche Mineral “Falkenauge” entstehen kann. Durch das Einwirken von Sauerstoff kommt es schließlich zur Oxidation, bei der sich die ursprünglichen Krokydolith-Fasern in Limonit (Brauneisen) und andere Eisenminerale umwandeln, sodass das Falkenauge am Ende “verwittert” und als Produkt ein Tigerauge übrig bleibt. Manchmal verdrängen aber auch andere Quarze das Ursprungsmineral und behalten nur dessen Struktur bei.

Geologische Merkmale des Tigerauges

Tigerauge ist ein faszinierender Schmuck- und Heilstein mit einem seidenähnlichen Glanz und markanten goldbraunen Streifen. Er gehört zur großen, vielseitigen Quarzgruppe und dementsprechend in die Mineralklasse der Oxide. Aufgrund seiner ganz besonderen Struktur besitzt der Faserquarz eine beeindruckende Optik, die schon früh den Menschen zu mystischen Spekulationen verleitete. So sollte ein Tigerauge-Amulett im Mittelalter beispielsweise vor Dämonen und Verwünschungen schützen.

Bestimmungsmerkmale

Durch seine charakteristische Quarz-Mohshärte von 6 bis 7 und Dichte von 2,64 bis 2,7 ist Tigerauge ein recht robuster, kratz- und verschleißfester Schmuckstein, der aufgrund seiner faserigen Struktur keine Spaltbarkeit besitzt. Dementsprechend faserig erscheinen auch seine Bruchstellen, die schön seidig glänzen. Grundsätzlich zeigt Tigerauge eine undurchsichtige Transparenz mit Seidenglanz, allerdings als sogenannter “Goldquarz” mit einem hohen Quarzanteil kann diese auch durchscheinend sein. Dabei ist Goldquarz mit Tigerauge-Anteilen in seiner Wirkung heller als ein übliches Tigerauge.

Da Tigerauge zu den Mineralien gehört, die ausgeprägte Farbzentren besitzen, zeigt er eine gelbbraune Strichfarbe, deren Farbigkeit allerdings abnimmt, je höher der Quarzanteil am Bildungsort ausfällt. Reines Quarz zeigt nämlich immer einen weißen Strich.

Trigonale Kristallstruktur

Obgleich der faserige Quarz “Tigerauge” im “Trigonalen Kristallsystem” kristallisiert, bilden sich keine größeren Kristalle. Dieser Heilstein kommt ausschließlich als derbe Quarzader in Gesteinen vor und zeigt nicht selten auch fließende Übergänge von Falken- nach Tigerauge, was seiner “umwandelnden” Entstehungsgeschichte zu verdanken ist. Deshalb existieren ebenso derbe Aggregate, die Falken- und Tigerauge eng miteinander “verschmolzen” präsentieren.

Chemische Bestandteile

Eisen ist der wichtigste Bestandteil dieses Silicium-Dioxids (Quarz), durch den die warmen, goldgelben Farbtöne entstehen, die so sehr an das Auge eines Tigers erinnern. Wenn Quarz die faserige Struktur von Krokydolith ersetzt, entsteht aus Falkenauge durch Pseudomorphose ein Tigerauge, während gleichzeitig das Eisen (Fe) oxidiert und sich dabei das Oxid “Brauneisen” bildet. Weitere Bestandteile des Tigerauges können Aluminium (Al), Natrium (Na) und Magnesium (Mg) sein, die sich farblich allerdings nicht auswirken.

Das Katzenauge

Die parallelgelagerten Limonit-Kristallfasern des Tigerauges führen zu dem sogenannten “Katzenaugen-Effekt” (Chatoyance), der das Licht auf der Oberfläche des geschliffenen Cabochons ganz besonders streut und intensiv schimmern lässt. Diese optische Besonderheit ist zwar das Markenzeichen eines Tigerauges, allerdings findet man Chatoyance auch bei anderen Schmuck- und Heilsteinen. Vor allem Chrysoberyll, Turmalin, Smaragd, Granat, Rosenquarz, Topas, Mondstein und Apatit sind für ihre ausgeprägten Katzenaugen-Bildungen bekannt.

Die Farben des Tigerauges

Sein goldbrauner Schimmer und die undurchsichtige Transparenz machen ihn zu einem beliebten Schmuck- und Heilstein mit einzigartiger Lichtreflexion. Dabei liegt die natürliche Farbpalette eines Tigerauges im Bereich der Braun- und Gelb- bis Goldtöne. Doch das lässt sich ändern.

Farbmanipulation

Um die optische Attraktivität und Vielfalt zu steigern, bietet der Handel verschiedene Varianten des Tigerauges an, die jedoch durch künstliche Eingriffe entstanden sind. So erzielt man durch das Erhitzen (Brennen) eines normalen Tigerauges einen intensiven Kupferton, der das Tiger- zu einem sogenannten “Drachenauge” oder “Ochsenauge” verwandelt. Beliebte Violett-Töne wiederum entstehen, wenn man das erhitzte Mineral in Spiritus abschreckt, doch man muss sich bewusst machen, dass weder die Farbe “Kupfer” noch “Violett” bei natürlich entstandenen Tigerauge-Mineralen vorkommt.

Kein Heilstein mehr

Optisch sind diese manipulierten Tigeraugen sicherlich sehr dekorativ, aber für therapeutische Zwecke sollte man sie nicht mehr nutzen. Da sich ihre ursprüngliche Ausstrahlung durch diese künstlichen Eingriffe geändert hat, kann man nicht mehr die Wirkungen eines natürlichen Tigerauges erzielen. Somit sind Drachenauge und Co. zwar als reine Schmucksteine für die Schmuckherstellung ein Gewinn, aber als natürlicher Heilstein gehen sie verloren.

Tigerauge-Varietäten

Der oben schon erwähnte “Goldquarz” mit seiner durchscheinenden Transparenz, zeigt aufgrund seines hohen Quarzanteils eine hellere Farbigkeit, die jedoch immer im Farbbereich eines natürlichen Tigerauges liegt. Ganz anders präsentieren sich allerdings die teilweise recht farbenfrohen Exemplare aus Australien. Eine optische Besonderheit unter den Tigeraugen ist nämlich das “Marra Mamba” aus dem Westen Australiens, das neben dem üblichen Braun und Gelb auch teilweise kräftige Rot-, Blau- und Grüntöne besitzen kann.

Das australische Marra Mamba Tigerauge

Dieses Tigerauge ist durch eine Pseudomorphose (griech. “falsche Gestalt”) entstanden, bei der die ursprünglichen Krokydolith-Fasern nicht komplett umgewandelt, sondern ganz allmählich durch Quarz ersetzt wurden. So bleibt zwar die äußere Kristallform des Ursprungsminerals erhalten, aber die Substanz ist eine andere, die ihrerseits nicht in ihrer charakteristischen sondern imitierten “Pseudoform” erscheint.

Oxidation und lokale, tektonische Prozesse schufen die rot und grün gebänderten Tigeraugen der australischen “Marra Mamba Iron Formation”, wobei das bläuliche Falkenauge oder andere rötliche Minerale das Ausgangsmaterial für die recht bunten “Bändereisenerze” bildeten. Langsame Verwitterung und allmählicher Stoffaustausch ließen hier über Millionen von Jahren unter den vorherrschenden, geologischen Bedingungen ganz individuelle, bunte Tigeraugen entstehen.

Ähnliche Minerale

Optische Verwechslungen sind mit anderen gebänderten Sedimentgesteinen möglich, die ebenfalls gelbe, rote und braune Schichten zeigen. Namentlich beziehen sie sich manche sogar auf das Tigerauge, da es ein Bestandteil von ihnen sein kann.

Tigereisen

Man kann vor allem das eisenreiche, gebänderte “Tigereisen” mit den bunten “Marra Mambas” verwechseln, da es ebenfalls intensive goldene und rote Schichten zeigt. Dabei bestehen die verschiedenfarbigen Lagen meistens aus dem faserigen Tigerauge mit seidig schimmernden Gelb- bis Goldtönen, dem roten bis braunen Jaspis und dem metallisch silbergrau glänzenden Hämatit. Tigereisen gilt unter den Heilsteinen als “Powerstein”, der eine besonders kraftvolle Energie und anpackende, mutige Ausdauer bescheren soll.

Tiger-Jaspis

Ein weiterer Verwechslungskandidat kann das Gestein “Tiger-Jaspis” sein, das durch seine goldgelben, braunen und grau bis schwarzen Schichtung gekennzeichnet ist. Seine Hauptbestandteile sind ebenfalls die Fasern des goldgelb schimmernden Tigerauges, aber auch Bänder des rotbraunen Tigereisens (Eisenoxid) und des feinkristallinen Quarzes “Jaspis”. Meistens sind seine farblich abwechselnden Schichten eher dünn.

Echter Jaspis mit Schimmer

Leider taucht der Begriff “Jaspis” auf dem Markt oft bei vielen bunten Mineralen und Gesteinen auf, die man nicht so recht einordnen kann. Somit ist nicht immer sicher, ob man tatsächlich einen echten Jaspis erworben hat.

Prägend für echten Jaspis ist zum einen der mikrokristalline Quarz mit kleinkörniger Struktur und zum anderen das farbgebende Eisen. In der jeweiligen Verbindung verursacht Eisen (Fe) gelbe, rote und grüne Farbtöne, die meistens matt daherkommen. Manchmal kann ein echter Jaspis auch Fett- oder Glasglanz zeigen, doch ein gelbgoldener Schimmern kann nur durch die Einlagerung von Tigerauge-Fasern entstehen.

Tigerauge mit Falkenauge als Heilstein

Da sich Tigerauge durch verwitternde Prozesse aus einem Falkenauge entwickelt, gibt es natürlicherweise auch Exemplare, die mitten in dieser Umwandlungsphase stecken. So findet man Tigeraugen mit unterschiedlichem Gehalt an noch verbliebenem Falkenauge. Diese “Mischwesen”, bei denen sich ein Falkenauge im Übergang zum Tigerauge befindet, haben in der modernen Steinheilkunde ebenfalls einen therapeutischen Nutzen.

Fassung bewahren!

Wer leicht über das Ziel hinausschießt und sich schnell aus der Fassung bringen lässt, kann diese Mischform des Tigerauges nutzen, um eine größere, emotionale Distanz aufzubauen. Denn nur mit dem nötigen Abstand zur gegenwärtigen Situation, kann man auch den Über- und Durchblick erlangen, um extreme Gegebenheiten zu bewältigen. Tigerauge mit Falkenauge unterstützt dabei sowohl eine schnelle Auffassungsgabe als auch ein wohl durchdachtes Handeln.

Körperlich soll dieser Heilstein die Nebennieren regulieren, Schmerzen lindern und bei akuten, asthmatischen Anfällen hilfreich sein.

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