Ein Falkenauge wird zum Tigerauge
Der seidenartige, goldgelbe Schimmer ist sein Markenzeichen und mit dem geeigneten Cabochon-Schliff erinnert er tatsächlich an das Auge eines Tigers. Dabei ist ein Tigerauge das Ergebnis von Umwandlungs- und Verwitterungsprozessen, die einen äußerst attraktiven und beeindruckenden Schmuckstein hinterlassen haben. Synonyme sind Schillerquarz, Katzenauge, Wolfsauge und Tigerit.
Wie ist ein Tigerauge entstanden?
Die Voraussetzung für die Entstehung des faserigen Quarzes "Tigerauge" ist das eisenreiche Asbestmineral "Krokydolith" (Riebeckit-Mineral) aus der Alkali-Amphibol-Gruppe. Der Kontakt mit hydrothermalen Lösungen führt hier zu einer sogenannten "Verkieselung" des monoklinen Ketten-Silikats, sodass im ersten Schritt das dunkelbläuliche Mineral "Falkenauge" entstehen kann. Durch das Einwirken von Sauerstoff kommt es schließlich zur Oxidation, bei der sich die ursprünglichen Krokydolith-Fasern in Limonit (Brauneisen) und andere Eisenminerale umwandeln, sodass das Falkenauge am Ende "verwittert" und als Produkt ein Tigerauge übrig bleibt. Manchmal verdrängen aber auch andere Quarze das Ursprungsmineral und behalten nur dessen Struktur bei.
Geologische Merkmale des Tigerauges
Tigerauge ist ein faszinierender Schmuck- und Heilstein mit einem seidenähnlichen Glanz und markanten goldbraunen Streifen. Er gehört zur großen, vielseitigen Quarzgruppe und dementsprechend in die Mineralklasse der Oxide. Aufgrund seiner ganz besonderen Struktur besitzt der Faserquarz eine beeindruckende Optik, die schon früh den Menschen zu mystischen Spekulationen verleitete. So sollte ein Tigerauge-Amulett im Mittelalter beispielsweise vor Dämonen und Verwünschungen schützen.
Bestimmungsmerkmale
Durch seine charakteristische Quarz-Mohshärte von 6 bis 7 und Dichte von 2,64 bis 2,7 ist Tigerauge ein recht robuster, kratz- und verschleißfester Schmuckstein, der aufgrund seiner faserigen Struktur keine Spaltbarkeit besitzt. Dementsprechend faserig erscheinen auch seine Bruchstellen, die schön seidig glänzen. Grundsätzlich zeigt Tigerauge eine undurchsichtige Transparenz mit Seidenglanz, allerdings als sogenannter "Goldquarz" mit einem hohen Quarzanteil kann diese auch durchscheinend sein. Dabei ist Goldquarz mit Tigerauge-Anteilen in seiner Wirkung heller als ein übliches Tigerauge.
Da Tigerauge zu den Mineralien gehört, die ausgeprägte Farbzentren besitzen, zeigt er eine gelbbraune Strichfarbe, deren Farbigkeit allerdings abnimmt, je höher der Quarzanteil am Bildungsort ausfällt. Reines Quarz zeigt nämlich immer einen weißen Strich.
Trigonale Kristallstruktur
Obgleich der faserige Quarz "Tigerauge" im "Trigonalen Kristallsystem" kristallisiert, bilden sich keine größeren Kristalle. Dieser Heilstein kommt ausschließlich als derbe Quarzader in Gesteinen vor und zeigt nicht selten auch fließende Übergänge von Falken- nach Tigerauge, was seiner "umwandelnden" Entstehungsgeschichte zu verdanken ist. Deshalb existieren ebenso derbe Aggregate, die Falken- und Tigerauge eng miteinander "verschmolzen" präsentieren.
Chemische Bestandteile
Eisen ist der wichtigste Bestandteil dieses Silicium-Dioxids (Quarz), durch den die warmen, goldgelben Farbtöne entstehen, die so sehr an das Auge eines Tigers erinnern. Wenn Quarz die faserige Struktur von Krokydolith ersetzt, entsteht aus Falkenauge durch Pseudomorphose ein Tigerauge, während gleichzeitig das Eisen (Fe) oxidiert und sich dabei das Oxid "Brauneisen" bildet. Weitere Bestandteile des Tigerauges können Aluminium (Al), Natrium (Na) und Magnesium (Mg) sein, die sich farblich allerdings nicht auswirken.
Das Katzenauge
Die parallelgelagerten Limonit-Kristallfasern des Tigerauges führen zu dem sogenannten "Katzenaugen-Effekt" (Chatoyance), der das Licht auf der Oberfläche des geschliffenen Cabochons ganz besonders streut und intensiv schimmern lässt. Diese optische Besonderheit ist zwar das Markenzeichen eines Tigerauges, allerdings findet man Chatoyance auch bei anderen Schmuck- und Heilsteinen. Vor allem Chrysoberyll, Turmalin, Smaragd, Granat, Rosenquarz, Topas, Mondstein und Apatit sind für ihre ausgeprägten Katzenaugen-Bildungen bekannt.
Die Farben des Tigerauges
Sein goldbrauner Schimmer und die undurchsichtige Transparenz machen ihn zu einem beliebten Schmuck- und Heilstein mit einzigartiger Lichtreflexion. Dabei liegt die natürliche Farbpalette eines Tigerauges im Bereich der Braun- und Gelb- bis Goldtöne. Doch das lässt sich ändern.
Farbmanipulation
Um die optische Attraktivität und Vielfalt zu steigern, bietet der Handel verschiedene Varianten des Tigerauges an, die jedoch durch künstliche Eingriffe entstanden sind. So erzielt man durch das Erhitzen (Brennen) eines normalen Tigerauges einen intensiven Kupferton, der das Tiger- zu einem sogenannten "Drachenauge" oder "Ochsenauge" verwandelt. Beliebte Violett-Töne wiederum entstehen, wenn man das erhitzte Mineral in Spiritus abschreckt, doch man muss sich bewusst machen, dass weder die Farbe "Kupfer" noch "Violett" bei natürlich entstandenen Tigerauge-Mineralen vorkommt.
Kein Heilstein mehr
Optisch sind diese manipulierten Tigeraugen sicherlich sehr dekorativ, aber für therapeutische Zwecke sollte man sie nicht mehr nutzen. Da sich ihre ursprüngliche Ausstrahlung durch diese künstlichen Eingriffe geändert hat, kann man nicht mehr die Wirkungen eines natürlichen Tigerauges erzielen. Somit sind Drachenauge und Co. zwar als reine Schmucksteine für die Schmuckherstellung ein Gewinn, aber als natürlicher Heilstein gehen sie verloren.
Tigerauge-Varietäten
Der oben schon erwähnte "Goldquarz" mit seiner durchscheinenden Transparenz, zeigt aufgrund seines hohen Quarzanteils eine hellere Farbigkeit, die jedoch immer im Farbbereich eines natürlichen Tigerauges liegt. Ganz anders präsentieren sich allerdings die teilweise recht farbenfrohen Exemplare aus Australien. Eine optische Besonderheit unter den Tigeraugen ist nämlich das "Marra Mamba" aus dem Westen Australiens, das neben dem üblichen Braun und Gelb auch teilweise kräftige Rot-, Blau- und Grüntöne besitzen kann.
Das australische Marra Mamba Tigerauge
Dieses Tigerauge ist durch eine Pseudomorphose (griech. "falsche Gestalt") entstanden, bei der die ursprünglichen Krokydolith-Fasern nicht komplett umgewandelt, sondern ganz allmählich durch Quarz ersetzt wurden. So bleibt zwar die äußere Kristallform des Ursprungsminerals erhalten, aber die Substanz ist eine andere, die ihrerseits nicht in ihrer charakteristischen sondern imitierten "Pseudoform" erscheint.
Oxidation und lokale, tektonische Prozesse schufen die rot und grün gebänderten Tigeraugen der australischen "Marra Mamba Iron Formation", wobei das bläuliche Falkenauge oder andere rötliche Minerale das Ausgangsmaterial für die recht bunten "Bändereisenerze" bildeten. Langsame Verwitterung und allmählicher Stoffaustausch ließen hier über Millionen von Jahren unter den vorherrschenden, geologischen Bedingungen ganz individuelle, bunte Tigeraugen entstehen.
Ähnliche Minerale
Optische Verwechslungen sind mit anderen gebänderten Sedimentgesteinen möglich, die ebenfalls gelbe, rote und braune Schichten zeigen. Namentlich beziehen sie sich manche sogar auf das Tigerauge, da es ein Bestandteil von ihnen sein kann.
Tigereisen
Man kann vor allem das eisenreiche, gebänderte "Tigereisen" mit den bunten "Marra Mambas" verwechseln, da es ebenfalls intensive goldene und rote Schichten zeigt. Dabei bestehen die verschiedenfarbigen Lagen meistens aus dem faserigen Tigerauge mit seidig schimmernden Gelb- bis Goldtönen, dem roten bis braunen Jaspis und dem metallisch silbergrau glänzenden Hämatit. Tigereisen gilt unter den Heilsteinen als "Powerstein", der eine besonders kraftvolle Energie und anpackende, mutige Ausdauer bescheren soll.
Tiger-Jaspis
Ein weiterer Verwechslungskandidat kann das Gestein "Tiger-Jaspis" sein, das durch seine goldgelben, braunen und grau bis schwarzen Schichtung gekennzeichnet ist. Seine Hauptbestandteile sind ebenfalls die Fasern des goldgelb schimmernden Tigerauges, aber auch Bänder des rotbraunen Tigereisens (Eisenoxid) und des feinkristallinen Quarzes "Jaspis". Meistens sind seine farblich abwechselnden Schichten eher dünn.
Echter Jaspis mit Schimmer
Leider taucht der Begriff "Jaspis" auf dem Markt oft bei vielen bunten Mineralen und Gesteinen auf, die man nicht so recht einordnen kann. Somit ist nicht immer sicher, ob man tatsächlich einen echten Jaspis erworben hat.
Prägend für echten Jaspis ist zum einen der mikrokristalline Quarz mit kleinkörniger Struktur und zum anderen das farbgebende Eisen. In der jeweiligen Verbindung verursacht Eisen (Fe) gelbe, rote und grüne Farbtöne, die meistens matt daherkommen. Manchmal kann ein echter Jaspis auch Fett- oder Glasglanz zeigen, doch ein gelbgoldener Schimmern kann nur durch die Einlagerung von Tigerauge-Fasern entstehen.
Tigerauge als Heilstein
Eine historische und kulturelle Bedeutung des Tigerauges in Europa ist seit dem 17. Jahrhundert belegt, seither ist der Heilstein nicht nur als Schmuck beliebt sondern auch als Talisman im Gebrauch. Im alten Ägypten war er ein Schutz gegen böse Geister und indigene Völker verwendeten das goldene Auge für spirituelle Rituale. In vielen Kulturen auf der ganzen Welt ist ein Tigerauge bis heute ein Symbol für Schutz, Stärke, Mut und geistige Klarheit.
Für bewegte Zeiten
Nach den Forschungen der modernen Steinheilkunde soll das Tigerauge schmerzlindernd wirken und hilfreich bei einer hormonellen Überfunktion (z. B. Schilddrüse) sein. Außerdem kann sich dieser Heilstein regulierend auf die Nebennieren auswirken und angeblich auch Asthmaanfälle lindern.
Tigerauge bei Prüfungsängsten
Wer kennt sie nicht die Angst vor Klassenarbeiten, Examen und Referaten, sowie das Lampenfieber bei Auftritten und freiem Sprechen vor Publikum? In solchen Prüfungssituationen werden unsere Nerven auf eine harte Probe gestellt, die je nach persönlicher Konstitution dann schon einmal überreagieren können. Wer zu starker Nervosität neigt und alles Gelernte und einstudierte Können unter dem Einfluss von Lampenfieber oder Prüfungsangst wieder vergisst bzw. nicht abrufen kann, kann einen Tigerauge-Trommelstein als Anhänger mit Hautkontakt über dem Nabel tragen und sich hoffentlich entspannt auf das Wesentliche konzentrieren. Denn meistens geht es nämlich nicht um Leben und Tod.
Körper und Seele heilen
Da dieser Heilstein den Energiefluss im ganzen Körper verlangsamt, kann er bei Übererregung bzw. überreizten Nerven und Reizüberflutung sehr effektiv beruhigend wirken. Allerdings können die psychischen Ursachen hier tiefsitzende, unbewusste Ängste sein, die das familiäre Umfeld des Menschen betreffen oder aber auch durch Entscheidungsschwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich verursacht werden. Dann ist ein Hemmen des Energieflusses auf Dauer keine ganzheitliche Lösung, sondern nur eine kurzfristige Maßnahme für den Moment.
Tigerauge in der Kombination
Auch wenn ein Tigerauge dabei helfen kann, schwierige Lebensphasen und Prüfungssituationen mit mehr Mut und Nervenstärke zu meistern, so ist für eine ganzheitliche Heilung eines Problems oft ein weiterer Heilstein geraten.
Bergkristall unterstützt das Tigerauge
Gute Kombinationssteine für das Tigerauge sind beispielsweise, je nach Art der Beschwerden und Therapieziele, Bergkristalle und deren Doppelender-Varietät "Herkimer Diamant" aus den USA. Bergkristalle sollen allgemein ebenfalls eine schmerzlindernde Wirkung zeigen sowie Nerven, Sinne und das Gehirn stärken. Laut Steinheilkunde verbessern sie unter anderem die Funktion des Immunsystems sowie die Regeneration des Körpers, können aber im besonderen auch andere Heilsteine in ihrer Wirkung steigern.
Meditative Übungen mit Tigerauge und Bergkristall
Wer zum Beispiel nach Antworten und Erkenntnissen bezüglich eines Problems sucht und sich mehr geistige Klarheit wünscht, kann Tigerauge auf den Solarplexus und Bergkristall auf die Stirn bzw. den Scheitel legen. Eine kurze meditative Auszeit von einigen Minuten sollte man sich dann jeden Morgen und Abend gönnen, bis sich der Geist beruhigt hat und mit den Tagen und Wochen neue, hilfreiche Gedankengänge entstehen können. Allerdings ist bei diesen wandelnden Prozessen die Geduld mit sich selbst immer eine Grundvoraussetzung, denn langjährige Probleme lassen sich meistens nicht über Nacht lösen.
Spirituelle Bedeutung des Tigerauges
Tigerauge gilt als Heilstein der inneren Balance und persönlichen Freiheit. Er kann dabei helfen, eine innere Stabilität zu finden, indem er unter anderem den Geist beruhigt und aufnahmefähig macht. Wenn man schwierige Entscheidungen treffen muss oder in einer enormen Stresssituation steckt, soll er außerdem das Selbstbewusstsein stärken, damit man unabhängige Wege einschlagen kann, ohne sich negativ beeinflussen zu lassen. Herausforderungen kann man so mutig entgegentreten und sogar tiefsitzende Ängste sowie mentale Blockaden überwinden.
Tigerauge und Bergkristall
Um die eigene, innere Kraft wiederzufinden, muss man zuerst negative Gedankenmuster auflösen. Deshalb kann man das Tigerauge in Kombination mit Bergkristall auch zur spirituellen Entwicklung nutzten. So können eine friedliche Grundstimmung und schützende, energiereiche Stabilität mit der Zeit wachsen und eine ganzheitliche Resilienz verbessern.
Tigerauge und das Nabel-Chakra
Besonders der Solarplexus über dem Nabel soll von einem Tigerauge profitieren, denn seine Ausstrahlung stärkt eine größere Gelassenheit, die unsere "innere Sonne" als ein gesundes Selbstvertrauen ungehindert zum Leuchten bringt. Ein überaktiver Energiefluss kommt dabei endlich zur Ruhe und man kann so verhindern, dass die innere Stabilität und Kraft ständig in nervenaufreibenden Situationen verloren geht.
Ausdruck unserer Persönlichkeit
Oft sind es unsere eigenen Emotionen, die uns nicht zur Ruhe kommen lassen, dann setzt ein Gedankenkarussell ein, das alles nur noch schlimmer macht. Das Nabel-Chakra ist aus der Sicht der asiatischen Heilkunst der Sitz unserer Persönlichkeit und unseres Selbstbewusstseins, das uns im Optimalfall handlungsfähig macht und klar durchdachte Entscheidungen fällen lässt. Sind die Energien in diesem "Dritten Hauptchakra" allerdings im Ungleichgewicht, treten Selbstzweifel, Nervosität bis hin zu Angstzuständen auf, denn man fühlt sich unsicher und bedroht.
Die eigene Persönlichkeit stärken
Tigerauge kann zwar eine innere Ruhe und emotionale Balance fördern, sodass man stressende Situationen (z. B. Prüfungen) besser durchstehen kann und einen kühlen Kopf bewahrt, trotzdem sollte man zusätzlich auch nach den seelischen Ursachen dieses inneren Aufruhrs forschen. Erkannte und befreite Emotionen sowie ein wohlwollendes Verständnis für erlebte Ängste können mit der Zeit übertriebene Nervosität und Selbstzweifel schwinden lassen. Hierbei kann ein Tigerauge hilfreich sein, indem dass es eine entspanntere, friedlichere Atmosphäre als Grundvoraussetzung in uns schafft, damit schließlich eine seelische Heilung geschehen kann.
In dieser Heilungsphase bietet sich eine Kombination mit dem besten "Wundheilstein" der Steinheilkunde "Rhodonit" an, der sich sowohl bei körperlichen als auch seelischen Verletzungen bewährt hat. Hier empfiehlt sich Tigerauge am Tag und Rhodonit für die Nacht, damit der blockierende Stein ins rollen kommt.
Das Tigerauge in der Meditation
Wer mit einem Tigerauge meditieren möchte, um sich anschließend besser konzentrieren zu können oder um sich spirituell weiterzuentwickeln, sollte eine wöchentliche oder tägliche Routine daraus machen. Meistens setzt man diesen Heilstein in geführten Visualisierungen oder Meditationen mit einem bestimmten Mantra ein, um die spirituelle Entwicklung zu unterstützen. Diese Praktiken sollen positive, energetische Schwingungen freisetzen, die zu einer schützenden Stabilität und mehr Lebensmut durch ein verbessertes Selbstvertrauen führen können. Allgemein kann sich eine optimistischeren Lebenseinstellung mit emotionaler Ausgeglichenheit im Alltag zeigen. Dabei sind Meditationen in einem Tigerauge-Steinkreis besonders intensiv.
Tigerauge und die Traditionelle Chinesische Medizin
Als traditioneller Heilstein taucht Tigerauge ebenfalls in der TCM auf, die auch im Westen der Welt immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Hier soll er das Yin und Yang in allen Meridianen harmonisieren und vor allem das Wurzel- und Nabel-Chakra positiv beeinflussen. Bei der Anwendung spielt bei dieser traditionellen Heilkunst vor allem der richtige Zeitpunkt eine große Rolle, sodass immer auch die sogenannte "Organuhr" berücksichtigt werden muss.
Ganzheitliche Wirkungen
Die TCM setzt Tigerauge bei Atemwegs- und Lungenbeschwerden (z. B. Asthma, Bronchitis) ein, aber auch bei Kopfschmerzen, Nerven- und Sehnenscheidenentzündungen sowie Gelenk- und Bauchschmerzen (Krämpfe). Dieser Heilstein soll außerdem den Hormon- und Blutzuckerspiegel regulieren sowie Depressionen und Ängste vermindern. Auch hier wird er in Stresssituationen zur Verbesserung der Konzentration und zur Stärkung einer optimistischeren Lebenseinstellung empfohlen.
Allgemeine Einsatzgebiete
Tigerauge ist traditionell ein Schutzstein, der vor negativen Energien bewahren soll und ruhige Klarheit in stressreiche Situationen bringen kann. Selbst bei Burnout-Symptomen kann er eine größere energetische Stabilität und mehr Achtsamkeit begünstigen. In Meditationen soll außerdem eine Fokussierung und Zentrierung leichter fallen, sodass emotionaler Stress schneller abgebaut wird, um den Einklang von Körper-Seele-Geist zu fördern.
Begrenzte Anwendungszeit
Grundsätzlich rät die TCM von einer längeren Tragedauer des Tigerauges auf der Haut ab, denn nach spätestens vier Wochen wirkt sich die hemmende Wirkung auf den Qi-Energiefluss aus. Tigerauge-Trommelsteine, Donut-Anhänger und Handschmeichler sollte man also nicht länger als einen Monat ununterbrochen nutzen.
Die moderne Steinheilkunde empfiehlt sogar nur maximal eine Woche Tragezeit und rät vor allem zur akuten Nutzung bei Prüfungen und anderen Stresssituationen. Hat sich die gewünschte Wirkung eingestellt, sollte man unbedingt pausieren. Für Meditationen im Steinkreis ist Tigerauge jedoch bedenkenlos auch über einen längeren Zeitraum einsetzbar.
Tigerauge als Schmuck- und Rohstein
Die meisten Menschen kennen das Tigerauge als besonders attraktiven Dekorations- und Schmuckstein, denn sein goldgelber Schimmer ist überall sehr beliebt. So taucht er immer wieder in kunsthandwerklichen Schmuckkreationen auf, die seine Chatoyance in bestmögliche Szene setzen können. Seine passable Quarz-Härte macht ihn geeignet für Fingerringe und Armbänder, aber auch in Ohrsteckern und Ohrgehängen kann man ihn finden.
Tigerauge-Malas als Meditationshilfe
Tigerauge ist sehr gut als Kugelkette oder "Kraftarmband" auf dem Markt vertreten, allerdings in der traditionellen Meditationskette kommt er auch als Chakra-Stein für das Nabel-Chakra vor. Reine Tigerauge-Malas kann man inzwischen ebenfalls in verschiedener Gestaltung im Handel finden, deren preisliche Spanne von unter 100 € bis über 200 € reicht. Diese Ketten sind für Mantra-Meditationen als Zählhilfe ideal, allerdings auch als reine Kette auffallend dekorativ.
Naturbelassene Rohsteine
Wer Tigerauge ausschließlich als Heilstein nutzen möchte, kann auf Rohsteine zurückgreifen, die ohne Schleifprozess und verschönernde Maßnahmen, die effektivste Ausstrahlung mitbringen. Größere Exemplare zeigen während einer therapeutischen Behandlung oder Meditation zusätzlich eine intensivere Wirkung als kleinere Trommelsteine oder Cabochons.
Tipps zur Integration in den Alltag
Neben der Verwendung als Körperschmuck und Amulett, bietet sich Tigerauge auch zur Herstellung von kunsthandwerklichen Skulpturen und dekorativen Objekten an. Beispielsweise im Arbeitsbereich platziert, kann ein größerer Tigerauge-Rohstein, ein geometrisches Objekt oder eine dekorative Skulptur die Konzentration auf das Wesentliche der anstehenden Aufgabe fördern.
Handschmeichler für unterwegs
Man kann einen größeren Tigerauge-Trommelstein als Handschmeichler in der Hosentasche tragen, wenn man sich einer stressigen Situation aussetzen muss. So kann man den Heilstein bei Bedarf in die linke Hand nehmen, um Nervosität und Unsicherheiten zu lindern oder gar ganz zu vertreiben.
Ein wohlwollendes Geschenk
Außerdem sind Schmuckstücke, Handschmeichler oder Deko-Objekte aus Tigerauge gefertigt, hervorragende Geschenke an geliebte Menschen, die mehr Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen, geistige Klarheit oder emotionale Ausgeglichenheit benötigen. Tigerauge steht symbolisch für Schutz, Harmonie und Stärke... und wer kann dieses "Kraftpaket" nicht gebrauchen?
Tigerauge und die Sternzeichen
In dem oben erwähnten Zusammenhang suchen manche den richtigen astrologischen Heilstein für die zu beschenkende Person. Dabei berücksichtigt man aber am besten nicht nur das Sternzeichen und den Aszendenten, sondern auch die Lebenssituation, in der ein geliebter Mensch gerade steckt. Als kraftvoller Heilstein steht Tigerauge mit verschiedenen Sternzeichen und deren Eigenschaften in Verbindung, dazu gehören "Jungfrau", "Zwillinge" und "Löwe". Allerdings sollte jeder Mensch die Vorzüge dieses Heilsteines nutzen, selbst wenn er nicht zu den Genannten zählt. Wichtig dabei ist allein, dass man sich von seinem Schillern angesprochen fühlt.
Ein Hauptstein für Jungfrau-Geborene
Tigerauge ist angeblich einer der Hauptsteine des Sternzeichens "Jungfrau", denn er passt gut zur detailverliebten und analytischen Seite dieses Zeichens. Bei wichtigen Entscheidungen kann ein Tigerauge den Druck in der stressigen Situation verringern, denn das Streben nach Perfektion macht es Jungfrau-Geborenen nicht leicht, manchmal nötige Kompromisse einzugehen. Aber die Erfahrung lehrt uns alle, dass immer ein Kompromiss gefunden werden muss, wenn mehrere Parteien beteiligt sind. In der Ausstrahlung eines Tigerauges können Perfektionisten ihr emotionales Gleichgewicht leichter halten, wenn man von ihnen verlangt, Abstriche zu machen.
Neben- und Ausgleichssteine
Für die Sternzeichen "Zwillinge" und "Löwe" tritt das Tigerauge als "Nebenstein" auf, der harmonisierende Aspekte in deren recht wechselhaftes Energiefeld bringen soll. Während Zwillinge-Geborene etwas mehr Stabilität in ihr unstetes Wesen einbauen können, sollen Löwe-Geborene angeblich die Fähigkeit entwickeln ihre hohen Erwartungen an die Welt auf ein vernünftiges, sozialverträgliches Maß herunterzuschrauben. Denn oft schaffen erst unsere überzogenen Wünsche ein emotionales Ungleichgewicht.
Auch wenn Bescheidenheit heute keine Tugend mehr ist, so ist sie manchmal für den Seelenfrieden doch sehr wesentlich, wenn man sich selbst nicht im Konkurrenzkampf und Streben nach Idealen verlieren möchte. Demnach können nicht nur Perfektionisten sondern auch allgemein grundlos Unzufriedene von der "Aura" eines Tigerauges profitieren, denn Selbstsicherheit und Genügsamkeit gehen manchmal auch Hand in Hand.
Tigerauge als Dekadenstein
Neben den Bezügen zu den erwähnten Sternzeichen, taucht Tigerauge auch als sogenannter "Dekadenstein" auf, der in längeren Zeiträumen gedacht eine spirituelle Entwicklung und geistige Klarheit und Reife vorantreiben kann.
Tigerauge und die Planeten
Außer dem Bezug auf die Sternzeichen, gibt es noch einen Zusammenhang mit dem Planeten "Merkur", der den beiden Sternzeichen "Jungfrau" und "Zwillinge" zugeordnet wird. Er steht allgemein für Kommunikation und Informationsverbreitung sowie für Abenteuer und eine unstete Reisetätigkeit. Dazu kommt der Aspekt der Durchsetzungskraft, die sich im Planet "Mars" und dem dazugehörigen Sternzeichen "Widder" wiederfindet.
Diese Deutungen sind allerdings nur für spirituelle und astrologische Praktiken relevant, bei denen Tigerauge manchmal als rituelles Werkzeug auftaucht. Seine Verbindung zu Merkur und Mars soll nämlich die Konzentration auf Inspirationen und innere Bilder während einer Meditation oder eines astrologischen Rituals verstärken, sodass über den Solarplexus (Nabel-Chakra) das Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen sowie die persönliche Kraft und Ausdauer wachsen können.