Halit - Steinsalz - Natriumchlorit
"Brot und Salz - Gott erhalt´s" ist eine alte Redewendung und ein Segenswunsch, da ein Leben ohne Salz undenkbar wäre. Auch wenn unsere heutige Überflussgesellschaft das allgegenwärtige "Salz" für ziemlich selbstverständlich erachtet, und inzwischen viel zu viel vom ehemalig sogenannten "Weißen Gold" konsumiert, so war dies nicht immer so. Lange Zeit war Salz so begehrt wie Gold, Seide und orientalische Gewürze, sodass man es als Zivilisationsgut teuer handelte. So gab es seit der Antike nicht nur Handelsrouten für Seide und Gewürze, sondern auch "Salzstraßen", auf denen man diese begehrte, weiße Ware aus den salzreichen Regionen mit Salzstöcken und Salinen in salzarme Gebiete transportierte.
Woher stammt die Bezeichnung "Salz"?
Es ist nicht zweifelsfrei belegt, woher der Name "Salz" stammt oder aus welchen Ursprüngen er sich entwickelt hat. Vermutlich steht der indogermanische Wortteil "sal" mit den Begriffen "Salz", "Saal", aber auch "Seele" in Verbindung. Da das Salz meistens aus dem Meer gewonnen wurde und die Seelen, der germanischen Mythologie nach, aus dem Wasser stammten, scheint ein Zusammenhang mit den griechischen Worten "halos" für "Meer" und "hals" für "Salz" sehr naheliegend.
Traditionelle Salzlagerstätten
Die größten Salzkristalle der Welt findet man heute in der Kristallgrotte im Schaubergwerk "Merkers" im deutschen Bundesland Thüringen. Sie besitzen weit über einen Meter lange Kanten. Das sogenannte "Zechstein-Meer" im Untergrund Norddeutschlands ist ebenfalls eine beispielhafte Lagerstätte an Halit.
In Deutschland gibt es namentliche Zeugen von Salzvorkommen und traditionellem Salzabbau. Schwäbisch Hall oder Bad Reichenhall sind Beispiele dafür. Auch in Österreich verweisen Orts- und Städtebezeichnungen, wie "Hall" in Tirol, "Hallein" in der Nähe von "Salzburg" oder "Hallstadt" im bekannten Kulturraum "Salzkammergut" am Nordrand der Alpen, auf die Bedeutung des Salzabbaus hin. Im Raum des heutigen Salzkammerguts konnte man nachweisen, dass schon in der Eisenzeit ein Salzabbau durch die Kelten stattgefunden hat.
Die attraktiven Halit-Würfel aus einem Salzstock in Polen wiederum sind besondere Sammelstücke und können beachtliche 10 cm Kantenlänge erreichen.
Weltweite Halit-Vorkommen
Man kann fast alphabetisch beispielhafte Länder aufzählen, die aufzeigen, wie verbreitet wichtige Halit-Lagerstätten auf der Erde sind. Selbst auf unserem Mond hat man dieses Mineral nachgewiesen.
So steht für A beispielsweise Afghanistan, Ägypten, Algerien, Antarktis und Argentinien, für B Belgien, Bolivien und Brasilien, für C Chile und China und für D Dänemark und Deutschland.
Weiter geht es mit F für Finnland und Frankreich, G für Griechenland, Großbritannien und I für Indien, Iran, Island und Italien.
Japan, Kanada, Kolumbien, Kenia, Marokko, Mexiko, Namibia, Neuseeland, Norwegen, Österreich, Pakistan, Peru, Polen... Russland, Schweden, Schweiz, Südafrika, Tansania, Tunesien, Türkei, Ukraine, Ungarn, USA und Venezuela ... beenden diese Liste, die um viele Länder erweitert werden kann.
Heutiger Halit-Abbau
Bergmännische Salzbergwerke mit bedeutendem Halit-Abbau gibt es bis heute in Deutschland, Österreich, Kanada und den USA. Hier baut man Steinsalz für die Lebensmittelindustrie, Medizin und Wirtschaft ab. Die größten Salzvorkommen in Deutschland liegen im Bergwerk unter der Stadt Heilbronn. Die dort inzwischen abgebauten Kammern sind zusammengerechnet mehr als 400 km lang.
Verwendung von Halit
Salz-Lampen und Salz-Teelichter aus Halit-Brocken sind in den letzten Jahren immer mal wieder populär. Ein besonderer Ort ist außerdem die sogenannte "Salz-Grotte", die während eines Aufenthalts vor allem auf die Atemwege und Haut eine therapeutische Wirkung zeigt. Hier sind die Wände mit Halit-Steinen verkleidet und der Boden mit grobkörnigem "Salz-Kies" bestreut. Salzhaltige Luft zum Einatmen gibt es somit inzwischen nicht mehr nur am Meer, sondern beispielsweise auch in Schwimmbädern und Wellness-Oasen, Yoga- oder Fitnessstudios gleich um die Ecke, wenn man Glück hat.
Halit als Rohstoff
Salz bzw. Halit hat bis heute eine große wirtschaftliche Bedeutung. Als Speisesalz spielt es natürlich in der Ernährung und bei der Konservierung von Lebensmitteln nach wie vor eine große Rolle.
Auftau- und Streusalz ist aus ökologisch-ökonomischen Gründen zwar im Straßenverkehr rückläufig und soll sparsam verwendet werden, liegt aber trotzdem immer noch auf Platznummer "Eins", wenn es um winterliche Eisglätte geht.
Steinsalz bzw. Halit ist außerdem der weltweit wichtigste Rohstoff, um Chlor und Natrium für die Medizin, Industrie und Wirtschaft zu gewinnen.
Synonyme für Halit
Der mineralogische Name für Steinsalz ist "Halit", jedoch die Bergmannssprache und Volksheilkunde haben im Laufe der Zeit eine Vielzahl an Synonymen entwickelt. Einige von ihnen verweisen auf den Fundort. Bergsalz, Seesalz und Wüstensalz sind Beispiele. Die meisten Synonyme tragen jedoch ihr Erscheinungsbild oder ihre Verwendung im Alltag oder in der Therapie in sich. "Salzspat" für kristallinen Halit, "Salzstein" für körnige Exemplare, Perl-, Schaum-, Knister- oder "Sodasalz", Kern-, "Kochsalz" und jodhaltiges "Kropfsalz" sind weitere Beispiele für traditionelle Halit-Synonyme.
Halit als Heilstein
Schutz, Reinigung und Heilung, dies sind die drei Eigenschaften, die man traditionell mit Salz verbindet. Dabei bezieht sich die Reinigung nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele und den Geist.
Kristallsalz
Farbloser Halit besteht aus reinem Natrium-Chlorid und hilft daher am besten bei einer geistigen, befreienden Reinigung. Da er dabei helfen kann, ungesunde Verhaltensmuster und gedankliche Prägungen aufzulösen, wird auch ein seelisches Gleichgewicht gefördert. Wo zuvor geistige und emotionale Verwirrung herrschte, kann nun eine lebendige Freude und Sicherheit wachsen.
Kristallsalz soll den Wasserhaushalt und Stoffwechsel regulieren, sowie Darm, Haut und Atemwege reinigen und schützen.
Rosa Halit
Diese Varietät wirkt besonders stimmungsaufhellend. Da man durch rosa Halit das Gefühl haben kann, dass eine schwere Last langsam von einem abfällt, verschwinden auch die "Qualen" der Vergangenheit. Seine befreiende Wirkung gibt Lebensmut und lässt eine positive Sicht auf die Gegenwart und Zukunft entstehen.
Rosa Halit soll bei Entzündungen und Erkältungen helfen.
Orangefarbener Halit
Während rosa Halit allgemein eine lebensbejahende Einstellung fördert, bringt die orangefarbene Varietät zusätzlich den Aspekt der zielsicheren, kraftvollen Entscheidungsfähigkeit. Sie ist nämlich nötig, um Sorgen und Ängste endlich zu entmachten, die alle Lebensqualität rauben. Rosa Halit entlastet, aber orangefarbener Halit schützt außerdem vor destruktiven Stimmungen und äußerer "Angstmache".
Diese Halit-Varietät soll Haut und Bindegewebe stärken und die Verdauung fördern.
Violetter Halit
Diese Färbung ist unter den Haliten leider selten. Doch sie wirkt vor allem bei langwährendem Kummer, bei tiefer Trauer und Resignation besonders lindernd. Violetter Halit stärkt die Konzentration, wenn geistig-seelische Verwirrung vorherrscht, um fokussiert alte Lasten loslassen zu können.
Körperlich wirkt sich violetter Halit besonders auf die Lymphe, den Darm und die Haut aus. Er soll bei Problemen mit der Schilddrüse und den Atemwegen helfen.
Blauer Halit
Die beruhigende Wirkung dieser Varietät schützt vor Stress und äußeren, energetischen Angriffen. Gedankliche "Endlos-Schleifen" und Zerstreuung können mit der blauen Variante gestoppt werden. Körperlich soll blauer Halit Allergien lindern.
Leider sind blaue Halite im Umlauf, deren Farbe aus einer künstlichen Bestrahlung stammt. Überprüfen lässt sich dies nachträglich jedoch nicht mehr.
Halit für Räume und Meditation
Halit soll Schutz vor subtiler, äußerer Manipulation bieten und Räume von negativen Energien reinigen, wenn beispielsweise zuvor ein Streit getobt hat. Für die Reinigung der Atmosphäre eines Raumes eignen sich die oben erwähnten Halit-Blöcke oder Halit-Brocken, die als sogenannte "Salz-Lampen" auf dem Markt angeboten werden.
Loslösung von einer unerfreulichen Vergangenheit
Attraktive "Halit-Stufen" sind vor allem bei einer meditativen Betrachtung äußerst hilfreich. Während man einen klar definierten "Lösungswunsch" immer wieder wie ein Mantra gedanklich wiederholt, kann der Blick so lange über die verschiedenen Kanten der einzelnen kubischen Kristalle gleiten, bis sich die Gedanken langsam verabschieden. Im Zustand der inneren Stille und gedankenlosen Betrachtung, können sich Verhaftungen an die Vergangenheit und ihre emotionale Prägungen Stück für Stück auflösen. Allerdings gelingt dies selten gleich beim ersten Versuch... Übung macht auch hier den Meister...
Selbst-Reinigung durch Selbst-Kontrolle
Wer sich beispielsweise schwer tut, ungesunde Verhaltens- und Gedankenmuster loszulassen, kann durch Halit eine Hilfestellung erhalten. Während einer körperlichen Reinigung kann man bewusst auch seelische und geistige "Verunreinigungen" fortspülen. Denn dauerhaft, belastende Gefühle und depressive Gedankengänge verstopfen unsere seelisch-geistigen Energiebahnen mit hinderlichen "Schuldzuweisungsschlacken", die uns bis zur völligen, körperlichen Unbeweglichkeit und Erschöpfung beschweren können.
Halit und eine therapeutische Begleitung
Auch anhaltende Schmerzzustände können auf seelische Probleme durch eine geistig-negative Fokussierung oder ungesunde, kindliche Prägung hinweisen...
Wobei man hier auch "systemisch" mitfühlend oder gar mitleidend verstrickt sein kann. Dann sollte man eventuell eine professionelle Hilfe in Erwägung ziehen, die sich mit psychosomatischen Zusammenhängen und der "Systemischen (Familien-) Aufstellung" auskennt. Denn manchmal ist nur eine deutliche Abgrenzung und Zurücknahme erforderlich, damit die Leidensspirale durchbrochen wird. Auch hierbei soll Halit helfen, damit man bewusst seine Handlungen und Gedankenmuster verändern kann.
Halit und Wasser
Salz löst sich als Natrium-Chlorid in Wasser sehr leicht auf und ist prägend für die Geschmacksrichtung "salzig". Ein Salz- oder Sole-Bad (1,5%ige Kochsalzlösung) hilft der Haut, und inhaliert auch der Schleimhaut und den Atemwegen, sich zu reinigen und wieder zu heilen. Dabei verbessert sich die Durchblutung der Haut und harmonisiert sich das vegetative Nervensystem, das alle inneren Organe steuert. Da Salz außerdem den Stoffwechsel anregt, kann man es bei Schwächezuständen direkt auf die Zunge legen.