Steinpflege

Wer seine Schmuck- und Heilsteine schätzt, lässt sie nicht in einer dunklen Ecke verstauben oder unbeachtet in der Schublade herumliegen. Denn wer ihre heilsame Wirkung schon erlebt hat, widmet ihnen die gleiche Aufmerksamkeit wie beispielsweise Pflanzen oder Tieren. Das klingt für manche Menschen vielleicht befremdlich oder skurril, aber der Freundeskreis von Mineralien, Edel- und Schmucksteinen fühlt eine ähnliche Affinität wie Pflanzen- oder Tierliebende. Natürlich können bei allen Vorlieben immer nur Gleichgesinnte die begeisterte Faszination nachvollziehen, so treffen sich auch im Mineralien-Bereich die unterschiedlichsten Interessen.

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Wissenschaftliche Abteilung oder Sammlerinteresse?

Fachleute der Geologie interessieren sich besonders für die Erdgeschichte und ihre steinernen „Erzeugnisse“, die beispielsweise aus vulkanischen Prozessen und Sedimentation sowie physikalischen und chemischen Umwandlungen aus den vielfältigen Gesteine und Mineralien hervorgehen.

Die Mineralogie wiederum beherbergt neben den studierten Fachleuten auch eine große Mineralien sammelnde Fangemeinde, die nicht immer akademische Kenntnisse besitzen müssen. Meistens findet im Laufe dieser Liebesgeschichte eine weitere Spezialisierung statt, sodass man sich beim Sammeln auf ganz bestimmte Edel- oder Schmucksteine und Mineralien konzentriert.

Wer sich hingegen auf Gemmologie spezialisiert hat, widmet sich den „Edlen“ unter den Mineralien, denn hier kennt man den Unterschied zwischen natürlichen und synthetischen Edel- und Schmucksteinen, die sich oft in ihrer strahlenden Farbe und Klarheit rein optisch nicht unterscheiden lassen. In diesem Spezialgebiet findet eine Qualitätsprüfung und einstufende Bewertung eines Edel- oder Schmucksteins statt.

Heilstein-Liebende

Diese „Abteilung“ besteht größten Teils aus Menschen, die Mineralien, Edel- und Schmucksteine nicht nur unter wissenschaftlichen, monetären oder ästhetischen Aspekten betrachten, sondern eine unerklärliche Affinität verspüren. Hier kann sich eine Art emotionale Bindung aufbauen, sodass man beim Verlust des Lieblingssteins tatsächlich Trauer empfindet. Wer außerdem Heilerfolge erlebt hat, wird seinen „Heilstein“ ganz besonders schätzen, denn man spürt, dass es sich hier um mehr als nur tote Materie handelt. In diesem Stadium der Wertschätzung erscheint es ganz logisch, dass auch ein „mineralisches Wesen“ Pflege benötigt.

Die Pflege von Heilsteinen

Da Heilsteine positive und negative Schwingungen aufnehmen können, sollte man sie regelmäßig reinigen, vor allem wenn sie viel am Körper im Einsatz sind. Dabei kann man die meisten Steine bequem unter fließendem, lauwarmem Wasser abspülen, sodass während der Dusche sowohl materieller Schmutz (z. B. Staub) als auch energetischeAbfälle“ abgewaschen werden.

Grundsätzlich sind für alle Edel- und Schmucksteine sowie Mineralien jegliche Form von Reinigungsmitteln (Seife, Spülmittel, chemische Reiniger…) tabu. Selbst wenn einige Heilsteine sehr widerstandsfähig sind, sollte man nur bei sehr groben Verschmutzungen zu einer sanften Seife und einer weichen Bürste greifen, denn Vorsicht ist auch hier die „Mutter der Porzellankiste“.

Ohne Wasser reinigen

Es gibt allerdings einige Mineralien, die man besser nicht mit Wasser in Berührung bringen sollte, dazu gehören beispielsweise Pyrit, Magnetit oder Hämatit. Da diese einen vergleichsweise hohen Eisenanteil besitzen, besteht die Gefahr der zersetzenden Oxidation. Hier raten einige Quellen zu einem wasserfreien „Bad“ in einer Glasschale, die mit Hämatit-Trommelsteinen gefüllt ist.

Diese Methode eignet sich ebenso für Schmuckstücke (Ringe, Ketten, Anhänger, Armbänder, Ohrringe…), die Schmuck- und Edelsteinen enthalten, denn nicht jedes Metall verbessert sein Aussehen nach einem Wasserbad. Während hochlegierter Goldschmuck recht unbeeindruckt reagiert, sieht es bei Silber- oder kupferreichen Legierungen eher „anlaufend“ aus.

Mit Licht aufladen

Nach der Reinigung erfolgt das energetische Aufladen der Heilsteine, eine Maßnahme, die bei einer rein dekorativen Nutzung wegfällt. Wer jedoch therapeutische Ziele verfolgt, sollte sich unbedingt die Zeit nehmen und die ursprüngliche Heilstein-Energie erneuern, die durch die menschliche Ausstrahlung beeinträchtigt wurde. Hier kommt es darauf an, ob man einen „lunaren“ oder „solaren“ Heilstein besitzt. Das bedeutet, dass sich einige Heilsteine bevorzugt nachts im Mondlicht und andere tagsüber im Sonnenlicht aufladen. Allerdings benötigen Mineralien in der Sonne eine Beaufsichtigung, damit sie durch extreme Einstrahlung keinen Schaden nehmen. Deshalb bietet sich für diese Methode die Morgen- oder Abendsonne an, deren Intensität geringer ist.

Mit Bergkristall- oder Amethyst-Schönheiten aufladen

Eine wesentlich bequemere Möglichkeit für das energetische Aufladen von Heilsteinen ist allerdings eine größere, farblos glitzernde Bergkristall-Gruppe oder eine geheimnisvoll funkelnde Amethyst-Druse. Hier benötigt man keine Vorsichtsmaßnahmen und kann Heilsteine sowie Schmuckstücke mit Edel- und Schmucksteinen unbesorgt Stunden und Tage lang darauf bzw. darin ruhen lassen.

Besondere Heilsteine erfordern besondere Maßnahmen

Die meisten Schmuck- und Heilsteine sowie Mineralien (z. B. Quarze) kann man unbesorgt in einer dekorativen Schale aufbewahren, bevor sie therapeutisch wieder zum Einsatz kommen. Manche Exemplare sollte man jedoch geschützt vor mechanischer Belastung durch das Anstoßen mit härteren Mineralien in einer separaten Box lagern (z. B. Gagat, Fuchsit, Coelestin, Azurit, Malachit, Marmor, Alabaster, Selenit, Larimar…). Es gibt beispielsweise im Baumarkt transparente Schachteln mit kleinen, inneren Unterteilungen, die eigentlich für Nägel, Schrauben oder Dübel gedacht sind, sich allerdings ebenso für die Aufbewahrung kleinerer Trommelsteine eignen. So liegen die Heilsteine schön getrennt und geschützt in einer gemeinsamen Box beieinander, durch deren Deckel man sie auf einer entsprechend farblich passenden Unterlage jederzeit betrachten kann.

Dekorative Schutzmaßnahmen

Größere Mineralien mit geringer Mohshärte (z. B. Gipsrosetten, Gipskristalle…) können in einer Glasvitrine oder unter einer Glasglocke beeindruckend zur Geltung kommen und gleichzeitig vor dem allgegenwärtigen Staub geschützt werden. Fragile Stücke sind allerdings unabhängig von der ausgewiesenen Härte immer sicherer in einer Vitrine aufgehoben (z. B. zerbrechliche Kristall-Gruppen, Haarkristalle…), denn selbst ein sehr vorsichtiges Entstauben mit einem weichen Pinsel kann hier zu abgebrochenen Kristallen führen.

Gefahr durch trockene Luft

Auch wenn Mineralien eigentlich allgemein einen recht robusten Eindruck machen, so gibt es doch einige Heilsteine, die sogar auf trockene Raumluft reagieren. Da die optische Attraktivität dieser Exemplare durch ihren Wassergehalt geprägt ist, kann Trockenheit und Wärme mit der Zeit zur Verdunstung dieser Wasserreserven führen, sodass ihre oft schillernde oder bunte Schönheit nachlässt. Diese Heilsteine sollte man tatsächlich in die sprichwörtlichen „feuchten Tücher“ wickeln, damit die feuchte Umgebung den „Wasserpegel“ im Mineral aufrecht erhält.

Schönheitsbäder und Verpackungen

Die farbenprächtigen Opale gehören beispielsweise zu den Schmuck- und Edelsteinen, die durch einen langsamen Verdunstungsprozess mit den Jahren ihr charakteristisches Opalisieren verlieren können. Um diese „Alterung“ zu verhindern oder wenigstens zu verzögern, sind bei Opalen kalkfreie Wasserbäder sehr hilfreich. Manch stumpfgewordenes Exemplar kann so wieder in alter Frische erstrahlen.

Ebenso profitieren Bernsteine von kalkfreien Bädern und einer Feuchtigkeit spendenden Verpackung. Außerdem sollte man sie niemals länger aggressiven Sonnenstrahlen aussetzen, selbst wenn das goldene Glitzern am Fenster oder am Körper beim Sonnenbad sehr dekorativ erscheint. Dasselbe gilt auch für Opal-Schmuck, der ebenfalls keine Sonnenbäder und Sonnenschutzmittel verträgt. Beide Heilstein-Beispiele können leicht zerbrechen und ein Austrocknen steigert die Gefahr einer Beschädigung oder Absplitterung noch zusätzlich.

Mineralumwandlung durch Wasseraufnahme

Bei manchen Mineralien spielt der Wassergehalt eine „existenzielle“ Rolle, denn er entscheidet, welchen Heilstein man in Händen hält. Durch eine sogenannte „Pseudo-Morphose“ wandelt sich nämlich beispielsweise der blaue Azurit in den grünen Malachit um, wenn er aus der Umgebung Wasser aufnehmen kann. Dabei sind die Phasen des Prozesses fließend, sodass Exemplare unterschiedliche Zonen und Mengenanteile der beiden basischen Kupfer-Carbonate in Blau und Grün zeigen können. Diese „Mischwesen“ werden entsprechend „Azurit-Malachit“ genannt und sind, im Vergleich zu Azurit und Malachit selbst, seltener zu finden. Wer also den „Ist-Zustand“ seines Heilsteins erhalten will, sollte passende Maßnahmen ergreifen.

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