Der Impaktit "Tektit"
Im Vergleich zu Obsidian, der als natürlicher Glasstein durch irdische, vulkanische Tätigkeit (Eruption) entstanden ist, sind die Kräfte bei der Tektit-Entstehung außerirdischer Natur. Hier verursacht die enorme thermische Energie, die buchstäblich Steine zum Schmelzen bringt, ein Meteorit aus dem All, der beim Einschlag auf die Erdoberfläche alles in diesem Umkreis zerstört. Das Streufeld der dabei entstandenen Gesteinsgläser beträgt einige hundert Kilometer.
Geschmolzenes Gestein
Das griechische Wort "tektos" für "geschmolzen" stand Pate für die treffliche Bezeichnung eines Glasobjekts, das durch "kosmische Energie" aus irdischem Material entstanden ist. Im Jahre 1900 prägte der Wiener Geologe "Franz E. Suess" den Begriff "Tektit", der klaren Bezug auf die Entstehung dieses Gesteinsglases nimmt. Da Meteoriteneinschläge weltweit ihre gläsernen Spuren hinterlassen haben, sind viele Tektite inzwischen auch nach ihrem Fund- bzw. Entstehungsort benannt.
So gibt es beispielsweise Australit, Billitonit, Georgianit, Indochinit, Ivory-Coast-Tektit, Javait, Moldavit, Philippinit (auch Rizalit), Thailandit oder Queenstownit (auch Darwin-Glas). Einzig die eher veralteten Synonyme "Kosmisches Glas" und "Glasmeteorit" sind nicht nur irreführend sondern auch schlichtweg falsch, da diese Glasobjekte weder aus dem Kosmos stammen noch als gläserne Meteoriten vom Himmel fielen.
Tektit-Entstehung
Wenn ein großer Meteorit auf der Erdoberfläche einschlägt, wird innerhalb eines Augenblicks durch die gigantische Explosion eine ungeheure Energie freigesetzt. Schlagartig verdampft dabei sowohl der Meteorit selbst als auch das irdische Gestein in der unmittelbaren Umgebung des Aufpralls. Geschmolzene Gesteinstropfen werden durch die Luft geschleudert und regnen, nachdem sie im Flug erkaltet und erstarrt sind, im größeren Umkreis wieder auf die Erde herab. Zurück bleibt am Einschlagsort des Meteoriten ein riesiger Krater, der nur in wenigen Sekunden entstanden ist. Durch die hohe Fluggeschwindigkeit der entstandenen Glasobjekte, findet man Tektite in Sedimentgesteinen, die mehrere hundert Kilometer weit entfernt vom Ort des Geschehens liegen.
Tektit aus Nordamerika in Texas
Vor etwa 35 Millionen Jahren prallte ein Riesenmeteorit auf die heutigen nordamerikanischen Landmassen, wobei die Tektite "Georgianit" und "Bediasit" in Texas entstanden. Die Explosionskraft muss damals gewaltig und verheerend gewesen sein, wenn man die riesige Entfernung der beiden Tektit-Fundorte vom Ursprungsort der Entstehung betrachtet.
Tektit aus Deutschland in Tschechien
Vor 15 Millionen Jahren wiederum traf ein gigantischer Meteorit mit etwa einem Kilometer Durchmesser auf Europa und bildete das heutige "Nördlinger Ries", das die Schwäbische Alb von der Fränkischen Alb trennt. Tektite aus diesem explosiven Meteoriteneinschlags im Südwesten Deutschlands findet man bis heute in Tschechien im Bereich des oberen Flusslaufes der Moldau als sogenannter "Moldavit". Er besitzt im Gegensatz zu den meist dunklen bis schwarzen Exemplaren eine moosgrüne Farbe.
Tektit aus Westafrika an der Elfenbeinküste
Der riesige Bosumtwi-Krater in Ghana entstand vor etwa einer Million Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten. Vermutlich ist er der Ursprung des Tektit-Streufeldes in ganz Westafrika. Der sogenannte "Ivory-Coast-Tektit" oder auch "Ivorit" lässt sich nicht nur an der Elfenbeinküste finden. Diese oft auch größeren Naturgläser sind im Gegensatz zum grünen Moldavit meistens fast schwarz und zeigen sehr unregelmäßige Formgestalten.
Tektit aus Südostasien und Australien
Das sogenannte "australasiatische Streufeld" hat vermutlich sein Zentrum im heutigen Laos und deckt eine gigantische Landmasse ab. So kann man die hier entstandenen Tektite sowohl in südostasiatischen Ländern wie beispielsweise Indonesien, Laos, Thailand, Vietnam, Kambodscha oder China als auch auf dem benachbarten Kontinent "Australien" finden.
Tektit-Bezeichnungen wie Philippinit, Thailandit, Javait, Indochinit (Vietnam, Kambodscha, Malaysia), Chinit oder Australit und Queenstownit (Tasmanien) verraten die jeweiligen Fundorte. Diese Impaktite sind zwischen 700.000 und 800.000 Jahre alt, wobei heutige Fachleute deren Ursprung aufgrund des Streufeldes im Laos-Raum vermuten. Wahrscheinlich wurde der gigantische Krater im Lauf der Jahrtausende durch vulkanische Aktivitäten und entsprechende Ablagerungen überdeckt, sodass vom Meteoriteneinschlag keine Spur mehr zu entdecken ist. Allerdings zeugen die ehemals "gläsernen Geschosse", die man auf zwei Kontinenten finden kann, von seiner Existenz.
Tektit als Heilstein
Entsprechende Funde beweisen, dass man Gesteinsgläser wie den vulkanisch entstandenen Obsidian und den außerirdisch initiierten Tektit schon vor einigen Jahrtausenden als Schmuck und Talisman sowie für Alltagsgegenstände und kultische Handlungen nutzte. Das lässt vermuten, dass neben der mystischen Bedeutung durchaus auch heilende Aspekte eine Rolle spielten. Diesbezügliche Erkenntnisse stammen heute allerdings aus der modernen Steinheilkunde, die in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in einer Forschungsgruppe intensive Untersuchungen anstellte.
Geistige Grenzen überschreiten
Gemäß seiner außerirdischen Ursprungsenergie, bezieht sich Tektit in erster Linie auf die Erkenntnis und Entwicklung geistiger und spiritueller Werte. Er kann berechtigte, irdische Zukunftsängste relativieren und eine extreme Bindung an materielle Güter und einen übertriebenen, gesellschaftlichen Geltungsdrang offen legen, sodass ein Umdenkungsprozess stattfinden kann. Denn wer sich als "geistiges Wesen" erkennt, kann den verkrampft festhaltenden Griff an Insignien einer vermeintlichen Sicherheit und an traditionelle Machtvorstellungen lockern und endlich mehr impulsive Spontanität zulassen, die befreiend wirkt.
Alles um uns her und ebenso wir selbst besteht aus dem "Sternenstaub" nicht mehr existenter Himmelskörper. Dies ist eine wissenschaftliche Feststellung und keine spirituelle Attitüde. Auch wenn diese Vorstellung für manche sehr romantisch klingt, so macht sie doch auch deutlich, wie unbedeutend unsere Lebenskonstruktionen für diese Ewigkeiten sind.
Das Impaktgestein "Tektit" symbolisiert wie keine andere, irdische Materie diesen kosmischen Umwandlungsprozess, bei dem nichts verloren geht, sondern nur in einen anderen "Seins-Zustand" überführt wird. Beim Tragen auf der Haut kann er somit eine gewisse Gelassenheit vermitteln, die den Augenblick nutzen möchte... im Schritttempo und nicht als aufzehrender Dauerlauf oder Gipfelsturm. Außer man liebt diese anstrengende Gangweise und sieht einen Lebenssinn darin :)
Krankheitsursachen finden
Tektit fördert körperliche und seelische Heilungsprozesse in erster Linie dadurch, dass er die Ursache der Erkrankung, insbesondere bei Infektionskrankheiten, sowie den möglichen Vorteil, der eventuell dahinter steht, erkennbar macht. So fördert dieser Heilstein einen psychosomatischen Ansatz, der das ganzheitliche System eines Menschen in den Gesundungsprozess mit einbezieht. Hier geht es nicht nur um die Symptom-Bekämpfung, sondern hauptsächlich um das Bewusstmachen und Ausräumen der jeweiligen Krankheitsursache. Dann fällt nämlich auch automatisch der Nutzen weg, den eine Erkrankung meistens zusätzlich in sich trägt, sodass ein Gefühl der Befreiung einem körperlichen Heilungsprozess vorausgeht.
Verschiedene Tektit-Erscheinungsformen
Sogenannte "Impaktite" (Impaktgesteine) sind Impaktgläser, diaplektische Gläser und Tektite, die beim Einschlag (Impakt) eines sehr großen Meteoriten entstanden sind. Hinterher verbleibt ein Impakt-Krater, dessen ehemaliger Gesteinsinhalt durch den Aufprall des heißen Meteoriten und den enorm hohen Druck in geschmolzener Form buchstäblich explosionsartig meistens in alle Windrichtungen (Tektite) davon geschleudert wurde. Diaplektisches Glas dagegen entsteht unter extremem Druck durch wiederkehrende Stoßwellen, durch die zwar die Gitterstruktur eines Kristalls zerstört, aber niemals ein flüssiger Zustand erreicht wird.
Die Unterscheidung von Impaktglas und Tektit
Impaktgläser wie beispielsweise Queenstownit (Darwin-Glas) aus dem "Darwin-Krater" in Tasmanien unterscheiden sich einzig durch ein geringes Streufeld von den weit verbreiteten Tektiten. Während letztere erst hunderte kilometerweit geschleudert, wieder den Erdboden erreichen, verbleiben Impaktgläser im Bereich des Kraterinneren oder im näheren Umfeld. Somit ist die räumliche Nähe der Impaktglas-Ablagerungen zum Impakt-Krater das kennzeichnende Unterscheidungsmerkmal. Außerdem können Impaktgläser Überreste des ehemaligen Meteorits (Impaktor) enthalten und Minerale, die sich nur unter Hochdruck bilden (z. B. Coesit / Siliciumdioxid / Hochdruckmodifikation des Quarzes). Tektit hingegen ist weitgehend frei von Einschlüssen oder Fremdstoffen dieser Art.
Beispiele für Impaktgläser sind, neben dem erwähnten "Darwin-Glas", auch die Glasbomben ("Flädle") im Suevit (Impaktit) des Nördlinger Ries. Bei "Libyschem Wüstenglas" (LDG = Libyan Desert Glass), das man im großen Sandsee dieser Wüste finden kann, sind sich die Fachleute allerdings nicht ganz sicher. Da augenscheinlich kein Impakt-Krater existiert, muss man auch andere Möglichkeiten für die Entstehung dieser amorphen Quarzgläser in Erwägung ziehen.
Optische Unterschiede der verschiedenen Tektite
Die Fluggeschwindigkeit und die stoffliche Zusammensetzung der geschmolzenen Gesteinstropfen entscheiden unter anderem, welche Farbe, Transparenz, Oberflächenstruktur und äußere Gestalt schlussendlich in Form eines Gesteinsglases übrig bleibt. So gibt es beispielsweise kleine, opak-schwarze Glasobjekte, die einem Ufo oder Schokoladen-Toffifee gleichen (Australit), schlichte, schwarze Tektit-Kugeln oder moosgrüne, durchscheinende Tropfen, die eine Oberfläche besitzen, die an eine Grassode erinnert (Moldavit).
Drei Tektit-Gruppen
Die jeweilige Form und Oberflächenstruktur verrät geologischen Fachleuten viel über die Wirkung der Aerodynamik beim Flug der Schmelze durch die Luft. Dabei kann ebenso die herrschende Richtung des Windes einen Einfluss haben. So finden sich Furchen, Dellen, Löcher und eingeschlossene Gasbläschen, die manchmal auf der Oberfläche einen erstarrten, schaumigen Eindruck hinterlassen. Die äußere Gestalt reicht von verschiedenen Kugel-, Scheiben-, Hantel- oder Tropfen-Formen bis hin zu völlig ungleichmäßig geformten, amorphen Gebilden. Dementsprechend fällt die Einteilung der verschiedenen Tektit-Typen aus.
Die sogenannte "Splash-Form" beinhaltet alle "Glasgestalten", die an Tropfen, Kugeln, Eier, Hanteln oder Stäbchen erinnern.
Aerodynamische, schildförmige Scheibenformen, die wie oben schon beschrieben an kleine Ufos erinnern können, kommen nur bei Australiten vor.
Sogenannte "Muong-Nong-Tektite" (Muong-Nong-Gläser) stammen aus Südostasien (Thailand, Vietnam, Kambodscha, Laos bis südliches China) und können eine erstaunliche Größe erreichen. Da diese Impaktite ein unregelmäßiges, blockartiges Erscheinungsbild besitzen, das oft eine deutliche Schichtung mit verschiedenen Mineraleinschlüssen zeigt, ist nicht geklärt, ob man sie zu den Tektiten oder Impaktgläsern zählen soll.
Weltweite Tektit-Streufelder
Zur Zeit sind weltweit nur vier große Tektit-Streufelder bekannt. Dazu gehören in Mitteleuropa das Umfeld des "Nördlinger Ries" (Suevit) und das Gebiet in Tschechien (Moldavit) sowie das enorm weitreichende "australasiatische Streufeld" (z. B. Australit, Indochinit), dessen Ursprungskrater in Laos vermutet wird. Weitere Streufelder liegen in Nordamerika (Bediasit aus Texas / Georgianit aus Georgia) und an der afrikanischen Elfenbeinküste (Ivorit aus Ghana). Diese verschiedenen Streufelder bilden neben den Tektit-Typen eine weitere Grundlage für eine sinnvolle Tektit-Einteilung.
Übrigens:
Das "Port Campbell Streufeld" im Südwesten des australischen Victoria wird manchmal als mögliches fünftes Streufeld erwähnt, ist wissenschaftlich allerdings umstritten, da man es lange Zeit als Teil des großen "australasiatischen Streufeldes" angesehen hatte. Neuste Untersuchungen zeigen jedoch, dass ein kleinerer Impakt vor etwa 10.000 Jahren stattgefunden hat, der ein entsprechend kleineres Streufeld hinterlassen hat. Somit sind Campbellite wesentlich jünger.
Australasiatisches Streufeld
Dieses Streufeld an Tektiten ist das größte, bekannte Feld auf Erden und schließt etwa 10 % der gesamten Erdoberfläche mit ein. Allerdings konnte man bislang keinen dazu passenden Impakt-Krater finden, weshalb man nur Vermutungen anstellen kann. Nach einem veröffentlichten Bericht aus dem Jahre 2019 muss der verheerende Meteoriteneinschlag vor etwa 790.000 Jahren auf dem Bolaven-Plateau (Hochebene in Laos) stattgefunden haben, wobei der Himmelskörper eine gigantische Größe aufweisen musste.
Später wurde im Laufe der Jahrtausende der entstandene, riesige Krater von vulkanischen Basalt-Ablagerungen wieder aufgefüllt, sodass man heute keine Kraterspuren des explosiven Ereignisses mehr finden kann. Entsprechend der sehr weiten Verbreitung der dabei entstandenen Tektite gehören beispielsweise die meist schwarzen, aerodynamischen Australite aus Australien, die ebenfalls schwarzen Chinite aus China und die dunklen bis schwarzen Indochinite aus Südostasien zu den Glasobjekten, die man auf zwei Kontinenten verstreut finden kann.
Nordamerikanisches Streufeld
Das älteste, bekannte Streufeld liegt allerdings im nördlichen Amerika, deren Tektite man auf etwa 35 Millionen Jahre schätzt. Jedoch der dazugehörige Impakt-Krater war lange Zeit unbekannt, obwohl man die gläsernen Hinterlassenschaften schon seit vielen Jahrzehnten immer wieder fand. Erst in den 1990er Jahren konnte man an der Ostküste der Atlantikstaaten Virginia und Maryland (USA) den heute sogenannten "Chesapeake-Bay-Krater" als Ursprung des Streufeldes ausmachen. Da sich der Krater weitgehend im Meer befindet und zusätzlich gänzlich durch Sedimente aufgefüllt ist, gestaltete sich die Suche nach dem Ursprung des Streufeldes verständlicherweise nicht ganz einfach. Die entsprechenden Tektite findet man in Texas als schwarzer Bediasit und in Georgia als ausnahmsweise, grünlicher Georgianit.
Mitteleuropäisches Streufeld
Etwa 15 Millionen Jahre ist das deutsche "Nördlinger Ries" alt, das durch einen Meteoriteneinschlag (Ries-Ereignis) in einen ehemaligen Mittelgebirgszug im heutigen Süddeutschland entstanden ist. Seither trennt der fast kreisrunde Impakt-Krater mit einem Durchmesser von 20 bis 24 km die Schwäbische von der Fränkischen Alb. Typisch für das Nördlinger Ries ist das Impaktgestein "Suevit", das man lange Zeit für ein Vulkangestein hielt.
Dieser gewaltige Impakt hat die weit gestreuten Tektit-Funde in Tschechien verursacht, die als sogenannte "Moldavite" aus der Nähe des Flusses "Moldau" stammen. Sie bestechen im Gegensatz zu den meist dunklen bis schwarzen Tektiten durch ihre moos- bis olivgrüne Färbung und durchscheinende Transparenz.
Westafrikanisches Streufeld
Die Tektite dieses Streufeldes findet man hauptsächlich an der Elfenbeinküste als schwarzen, sogenannten"Ivorit". Das Zentrum liegt hier in Ghana innerhalb der Ashanti-Region, wo vor etwa einer Million Jahren ein Meteorit einen Impakt-Krater mit einem Durchmesser von etwa 10,5 km hinterlassen hat. Somit ist der kosmische Einschlag in Westafrika der zweitjüngste Impakt nach dem australasiatischen Ereignis vor 790.000 Jahren. Er gehört aufgrund seines weiten Streufeldes zweifellos zu den großen, bekannten Meteorit-Abstürzen auf der Erde, aus denen Tektite entstanden sind.
Der "Bosumtwi-Krater" in Ghana hat als Besonderheit einen ca. 80 Meter tiefen See (Lake Bosomtwe) zu bieten, der einen Durchmesser von 8 km hat, aber keinen Wasserabfluss besitzt. Er ist der einzige, natürlich entstandene See Ghanas, der heute von den Bewohnern der etwa 30 km entfernten Hauptstadt des Ashanti-Reiches "Kumasi" als Naherholungsgebiet genutzt wird.