Strontianit von der "Spitze des Feenhügels"
Nachdem man dieses Mineral erstmals in den westlichen Highlands nahe der kleinen, schottischen Gemeinde "Strontian" mit gleichnamigem See (Loch Strontian) entdeckt hatte, wurde es entsprechend seiner Typlokalität benannt. Der deutsche Naturforscher "F. G. Sulzer" (1749-1830) beschrieb im Jahre 1791 das bis dahin noch weitgehend unbekannte Strontium-Carbonat. Allerdings verweist der schottisch-gälische Name des Dorfes "Sròn an t-Sìthein" für "Strontian" nicht, wie man vermuten könnte, auf den hohen Strontium-Gehalt des Carbonats aus der Aragonit-Gruppe. Die Übersetzung des schottischen "Strontian" hat nämlich nichts mit dem chemischen Element zu tun, sondern trägt den mystischen Namen "Spitze des Feenhügels".
Strontianit als Heilstein
Da Strontianit erst seit Anfang des 19. Jahrhunderts unter Mineralogen bekannt ist, sind keine traditionellen, therapeutischen Wirkungen bekannt. Somit stammen alle diesbezüglichen Erfahrungen aus dem späten 20. Jahrhundert der Steinheilkunde-Forschung um Michael Gienger.
Demnach fördert Strontianit vor allem das Selbstwertgefühl und mobilisiert dadurch auch eine innere Stärke, die sich durch äußere, destruktive Kritik und Angriffe nicht so leicht beirren lässt.
Positive Gefühle und Entscheidungsfreude
Da dieser Heilstein eine stimmungsaufhellende Wirkung zeigt, kann sich sogar bei extrem introvertierten Menschen mit der Zeit eine Unternehmungslust entwickeln, die immer auch eine optimistischere Weltsicht fördert. Außerdem kann sich die Entscheidungsfähigkeit verbessern, wenn man nicht ständig sorgenvoll in die Zukunft blickt und alle Eventualitäten im Vorhinein bis ins kleinste Detail durchdenken muss.
Kraft und Ausdauer
Im Einfluss dieser Heilstein-Ausstrahlung sollen zudem sonst eher anstrengende Arbeiten müheloser von der Hand gehen, denn neben der seelischen Stabilität kann Strontianit ebenso die allgemeine Leistungsfähigkeit und ein zielgerichtetes Durchhaltevermögen stärken. Dabei entsteht ein gutes Gespür für die eigenen Kraftressourcen, sodass man sich nicht überanstrengt. Körperlich soll sich Strontium-Carbonat außerdem positiv auf den Dick- und Enddarm auswirken, und somit den Stuhlgang verbessern.
Klassifizierung, Entstehung und Merkmale
Als Strontium-Carbonat aus der Aragonit-Gruppe gehört Strontianit in die Mineralklasse der "Carbonate und Nitrate". Er bildet sich zum einen primär durch hydrothermale Vorgänge auf Erzgängen in Vulkangesteinen, zum anderen ist aber auch eine sekundäre Entstehung durch Sedimentation möglich. Dann entsteht Strontianit aus Flüssigkeiten in Kalksteinen und Mergeln, die Strontium-Anteile aus den Gesteinen lösen und als Carbonat in Gesteinsgängen und Klüften einlagern. Dabei treten als Begleitminerale des Strontianits unter anderem auch Calcit, Baryt, Fluorit, Coelestin, Magnesit, verschiedene Zeolithe und Schwefel auf.
Strontianit-Bestimmungsmerkmale
Reiner Strontianit ist eigentlich farblos und durchsichtig, kann jedoch bei multikristallinem Wachstum durch vielfache Lichtbrechungen weiß erscheinen. Kommen außerdem eingelagerte Fremdstoffe hinzu, entstehen jeweils graue, rötliche, gelbliche bis grünliche Farbnuancen. Da sich jedoch keine Farbzentren bilden, zeigt dieser Heilstein immer eine weiße Strichfarbe, was auf eine Fremdfärbung hinweist. So kann die Transparenz von durchsichtig bis durchscheinend variieren, wobei sich durch Polieren stets ein schöner Glasglanz erzielen lässt, selbst wenn die muscheligen, spröden Bruchstellen nur Fettglanz erreichen.
Strontianit besitzt nur eine unvollkommene Spaltbarkeit, eine Mohshärte von 3,5 und die relativ hohe Dichte von 3,7 bis 3,8.
Zerstörerische Bestimmungsmethoden
Da sich der Strontium-Gehalt des Strontianits auf die Farbe einer Lötflamme auswirkt, kann man auch diese "erhitzende Methode" zur Bestimmung nutzen. Während sich das Carbonat unter der enormen Temperatur aufbläht, glüht es förmlich auf und färbt die gesamte Flamme intensiv rot. Zurück bleibt allerdings ein Gebilde, das an einen Blumenkohl erinnert.
Strontianit ist außerdem sowohl in Salzsäure als auch in Salpetersäure unter Abgabe von Kohlendioxid löslich.
"Lichtvoller" Strontianit
Einige Strontianite zeigen zusätzlich die seltene Eigenschaft der sogenannten "Thermolumineszenz", da sie bei einer Erwärmung Licht produzieren. Wieder andere entwickeln eine schwache, bläuliche "Fluoreszenz", wenn man sie beispielsweise mit Röntgenstrahlen oder UV-Licht bestrahlt.
Erscheinungsform und Kristallsystem
Chemisch gesehen ist Strontianit ein Strontium-Carbonat, das im rhombischen bzw. "Orthorhombisches Kristallsystem" kristallisiert. Seine Kristalle erscheinen in prismatischer bis nadeliger Form und sind oft zu "Büschel"-, "Kugel"- oder "Stängel"-Aggregaten verwachsen. Nicht selten kann man Strontianit aber auch in derben Massen finden, die strahlig-faserig aufgebaut sind oder erdige Konsistenz zeigen. Weniger häufig kommen außerdem dipyramidale Kristalle (zwei, an der Basis verwachsene Kristallpyramiden) und Kristall-Drillinge vor, die dem Erscheinungsbild von Aragonit ähnlich sind. Üblicherweise ist Strontianit weiß bis grau, er kann aber auch gelbliche, grünliche oder rötliche Tönungen mit Harz- oder Fett- (an Bruchstellen) bis Glasglanz an der Kristalloberfläche zeigen.
Verwendung von Strontianit
Ab den 1880er Jahren war Strontium-Carbonat als Katalysator in der Zuckerindustrie im Einsatz (Strontianit-Verfahren Beginn im Jahre 1871). Doch die abgebaute Strontianit-Menge reichte nicht aus, um den benötigten süßen Rohstoff aus den Zuckerrüben zu gewinnen. Um die Jahrhundertwende entdeckte man schließlich ein Verfahren, bei dem Strontium-Sulfat aus dem kostengünstigeren Coelestin in Strontium-Carbonat umgewandelt werden kann, sodass die Nachfrage nach Strontianit versiegte.
Strontianit-Trommelsteine
Da keine Fälschungen, Manipulationen oder Imitationen des Strontianits bekannt sind, birgt der Erwerb dieses Heilsteins im Vergleich zu anderen Schmuck- und Edelsteinen kein Risiko in sich. Man kann sich also darauf verlassen, dass der Fachhandel echten Strontianit ohne Manipulationen anbietet. Ein Vorteil, den nicht sehr viele Heilsteine besitzen, denn oft ergreift man inzwischen auch in diesem Bereich "aufhübschende Maßnahmen". Gefärbte oder gewachste Steine tauchen auch im Heilstein-Sektor auf, weshalb man allgemein mit Rohsteinen manchmal besser dran ist.
Die Steinheilkunde verwendet allerdings hauptsächlich Strontianit-Trommelsteine, da sie sich für therapeutische Anwendungen am bequemsten nutzen lassen. Sie haben eine handliche Größe und angenehme Oberfläche, sodass man sie direkt auf die Haut legen oder als Handschmeichler bei sich tragen kann.