Der grüne Grossular "Tsavorit"
Die Granat-Varietät "Grossular" ist in drei Untervarietäten unterteilt, dabei hat Hessonit eine bräunlich gelb bis orangerote Farbe, während die beiden anderen in Grün erscheinen. Tsavorit zeigt mit seinem Chrom- und Vanadium-Gehalt ein leicht gelbliches Smaragdgrün, ebenso wie ein Chrom-Grossular, der sich chemisch nur durch das fehlende Vanadium von ihm unterscheidet.
Tsavorit und andere grüne Schmucksteine
Da es neben dem Chrom-Grossular auch die grünen Granat-Varietäten "Andradit" (Demantoid) und "Uwarowit" gibt, ist die Gefahr einer Verwechslung schon allein innerhalb der Granat-Familie groß. Dazu kommen noch andere Edel- und Schmucksteine wie Smaragd, Peridot, Spinell oder Verdelith (grüner Turmalin), die alle rein farblich kaum bis gar nicht von Tsavorit zu unterscheiden sind.
Im Rohzustand sind jedoch Granate allgemein, und somit auch Tsavorit, gut durch ihre charakteristische, rundlich-vielflächigen Kristallformen von anderen Mineralien zu unterscheiden. Erst als geschliffener Schmuckstein gestaltet sich eine Unterscheidung nur mit dem Auge schwierig.
Unterschiedliche Entstehung und Kristallsysteme
Da die meisten Granate, auch Tsavorit, tertiär bei der Bildung von metamorphen Gesteinen entstehen, kann man primär gebildeten Peridot und Turmalin hier schon an der Art ihrer Entstehung und den entsprechenden Fundorten erkennen.
Noch deutlicher ist der Unterschied bei den Kristallsystemen. Granate kristallisieren nämlich im "Kubischen Kristallsystem", während Peridot orthorhombische, Turmalin trigonale und Smaragd hexagonale Kristalle bilden. Einzig Spinell kann sich u. a. auch tertiär bilden und zeigt ebenfalls kubische Kristalle. Doch Spinell gehört in die Mineralklasse der "Oxide" und nicht wie die Granat-Gruppe sowie Peridot, Smaragd und Turmalin zu den Silikaten.
Granat-Bestimmungsmerkmale
Um Verwechslungen auszuschließen, sind oft aufwendige mineralogisch-gemmologische Untersuchungen notwendig, die sich jedoch bei den Mitgliedern der gemeinsamen Granat-Gruppe schwierig gestalten.
Da sie die gleichen Bestimmungsmerkmale besitzen, kann die Mohshärte von 7 bis 7,5 und die Dichte von 3,5 bis 4,3 hier nur bedingt weiterhelfen. Ebenso sind die unvollkommene Spaltbarkeit, der spröde, splittrige Bruch mit muscheligen Bruchstellen und die durchsichtige bis undurchsichtige Transparenz keine sicheren Unterscheidungsmerkmal. Außer der Granat-Varietät "Melanit" (Andradit mit Titan-Gehalt / hellbrauner Strich) zeigen zudem alle Granate eine weiße Strichfarbe.
Tsavorit und andere grüne Granate
Um grüne Granate von einander zu unterscheiden, bleibt aufgrund gleicher Bestimmungsmerkmale oft nur die Untersuchung der chemischen Zusammensetzung der verschiedenen Insel-Silikate. Diese kann teilweise sehr vielfältig sein, so ist Grossular als Calcium-Aluminium-Inselsilikat definiert, wobei sich seine Varietät "Tsavorit" als chromhaltiger Grossular einzig durch seinen Vanadium-Gehalt auszeichnet. Ohne Vanadium hat man die Grossular-Varietät "Chrom-Grossular" vor sich.
Der grüne Andradit "Demantoid" besteht dagegen aus den Metallen "Calcium", "Eisen" und "Chrom", während die smaragdgrüne Granat-Varietät "Uwarowit" außer Calcium und Chrom noch Eisen, Kalium, Mangan, Magnesium, Natrium, Nickel und Titan beinhalten kann. Hier macht die individuelle Zusammensetzung der jeweiligen Granate den entscheidenden Unterschied.
(Weitere Infos auf der Seite "Granat" oder "Grossular")
Tsavorit als Heilstein
Dem "Granat-Profil" gemäß, ist auch Tsavorit ein Heilstein für extreme Lebenssituationen. Wer in einer unübersichtlichen, vielleicht aussichtslos wirkenden Lage steckt, kann schnell den Mut und die Hoffnung verlieren. Als "Krisen-Stein" haben Granate schon eine lange Tradition vorzuweisen, denn erstaunlicherweise sind sie besonders beliebt und modern in Zeiten von Kriegen und Wiederaufbauphasen, wenn man mehr seelische, geistige und körperliche Kraft braucht als gewöhnlich.
Herz und Geist in schweren Zeiten stärken
Der smaragdgrüne Tsavorit ist angesagt, wenn das Leben sich ganz besonders mühselig und vor allem seelisch kraftraubend gestaltet. Dann breitet sich langsam eine lähmende Erschöpfung aus, die Trauer und Verzweiflung mit sich bringt, sodass oft das Herz schon lange still leidet, selbst wenn der Geist noch im Kampfmodus steckt. In Extremsituationen bleibt jedoch keine Zeit für heilende Erholungsphasen, sondern hier muss man sich hindurch quälen, unermüdlich kämpfen und bis zum Ende durchbeißen. Auch wenn Aufgeben für den Geist keine Option ist, benötigt das Herz doch Zuwendung, damit man den Lebensmut nicht verliert.
Hier kann Tsavorit auf dem Herz-Chakra Linderung verschaffen, damit sich trotz der anstrengenden Lebensphase auch eine nötige Entspannung einstellen kann. Obgleich ein Heilstein weder die Situation selbst ändern noch das entschiedene Handeln und Durchhalten dem Menschen abnehmen kann, so ist eine ruhige, innere Haltung jederzeit hilfreich.
Tsavorit-Wirkung auf den Körper
Laut Steinheilkunde zeigt diese Grossular-Varietät eine entgiftende Wirkung und soll auch bei sehr festsitzenden Entzündungen helfen. Selbst bei chronischen und degenerativen Erkrankungen kommt Tsavorit therapiebegleitend zum Einsatz, da er den Stoffwechsel anregen kann. Allgemein wirkt Grossular entspannend auf das Nervensystem und entzündungshemmend auf die Haut und Schleimhäute. Außerdem soll er die Nieren stärken und hilfreich bei Arthritis und Rheuma sein. Da dieser Granat die Regeneration aller Organe fördern kann, soll die körperliche Leistungsfähigkeit zunehmen.
Traditionelle Chinesische Medizin und die Organ-Uhr
Grüne Granate (Tsavorit, Chrom-Grossular, Demantoid, Uwarowit) ordnet die TCM vor allem dem Herz-Chakra zu. Hier sollen sich die Heilsteine besonders positiv auf das Herz auswirken. Zusätzlich achtet man bei der Anwendung auf die sogenannte "Organ-Uhr", die Hoch- und Ruhephasen der jeweiligen Organe berücksichtigt und anzeigt. Demnach liegt die Hochphase der Herzleistung mittags zwischen 11 und 13 Uhr, die regenerierende Ruhephase hingegen zwischen 23 und 1 Uhr nachts. Somit spricht nichts dagegen, Tsavorit auch einmal in der Nacht auf dem Herz-Chakra aufzulegen und dort mit einem Pflaster auf der Haut zu fixieren.
Der Edelstein "Tsavorit"
Er ist eine wahre Rarität unter den Schmuck- und Heilsteinen, denn auf einen Tsavorit kommen schätzungsweise 9.000 bis 10.000 Diamantenfunde mit entsprechender Edelsteinqualität. Um diese hochwertige Qualität zu erreichen, müssen geschliffene Schmucksteine eine makellose Transparenz ohne größere Einschlüsse (Clarity / Reinheit) besitzen, wobei allerdings gerade diese sogenannten "Gärten" im Inneren eines Minerals auf dessen natürliches Wachstum und somit Echtheit hinweisen.
Hohe Edelstein-Härte
Neben der durchsichtigen Transparenz ist außerdem eine hohe Mohshärte von mindestens 7 bis 8 ein weiteres Edelstein-Merkmal. Allerdings beginnt die Edelstein-Härte in manchen Quellen aber auch schon bei 6, denn manche Edelsteine sind sehr selten, optisch besonders attraktiv, aber nicht im oberen Härtebereich angesiedelt. Dazu gehören beispielsweise Edelopale mit einer Härte von maximal 6. Tsavorit hingegen kann als Mitglied der Granat-Familie immerhin eine Härte von 7 bis 7,5 vorweisen.
Intensive Farbe erwünscht...
Nicht jeder Tsavorit hat sie, die intensiv smaragdgrüne Farbe, deshalb gehört dieser Edelstein zu den absoluten Raritäten. Wer Edelsteine sammelt, macht beim Erwerb eines Tsavorits in Edelstein-Qualität ein lukratives Geschäft, denn lupenreine Diamanten sind leichter zu finden. Dementsprechend hoch ist die Wertschätzung dieses seltenen Granats, dessen monetäre Einstufung wohl im Laufe der Zeit immer weiter steigen dürfte.
... aber kein Muss!
Für therapeutische Zwecke sind allerdings auch weniger attraktive Exemplare geeignet, die keine Edelstein-Qualität erreichen. Hier muss man zugunsten eines moderaten Preises auf eine intensive Farbe und den funkelnden Glasglanz eines Tsavorits im Edelstein-Schliff verzichten. Aber auch ohne diese Makellosigkeit (Clarity) ist ein Tsavorit mit einem helleren Grün und einer schlechteren Transparenz ein wirksamer Heilstein. Es muss also nicht unbedingt ein geschliffener Tsavorit in Edelstein-Qualität sein, denn Schmucksteine mit wertsteigerndem Schliff bergen zusätzlich die Gefahr, eine imitierende Fälschung zu sein.
Zertifikat unerlässlich!
Da Tsavorit so selten ist und gute Edelstein-Imitate allgegenwärtig, sollte man immer beim Kauf eines geschliffenen Edelsteins ein Echtheitszertifikat einfordern. Der seriöse Handel hat damit kein Problem, denn er möchte seinen Ruf nicht gefährden. Ab einer höheren Nachfrage und einem entsprechenden Einkaufwert auf dem Markt, steigen logischerweise auch die Fälschungsversuche eines Edelsteins. Deshalb wie immer - "Augen auf beim Edelsteinkauf!" und keinen Versprechungen Glauben schenken, denn nur ein Zertifikat gibt eine rechtliche Handhabe, falls der Edelstein nicht echt sein sollte.