Hornblende - ein "Blender" im Bergbau
Die Bezeichnung "Hornblende" stammt aus der Bergmannssprache des 18. Jahrhunderts. Sie verweist auf die hornartige, dunkelfarbige Erscheinungsform (Horn), sowie die Tatsache, dass man keine verwertbaren Metalle aus diesem Gestein gewinnen konnte, obwohl es ein halbmetallisches Aussehen zeigt.
Lange Zeit bezeichnete der Begriff "Hornblende" eine bestimmte Mineral-Gruppe, zu der unter anderem auch Aktinolith gehörte. Heute heißt diese jedoch "Amphibol-Gruppe" und Hornblende ist lediglich ein Mitglied dieser Amphibole.
Synonyme
Da Hornblende traditionell eine ganze Mineral-Gruppe bezeichnete, muss man nach wie vor überprüfen, ob mit diesem Begriff auch tatsächlich nur das bestimmte Mineral "Hornblende" gemeint ist, denn echte Hornblende ist selten.
Die Synonyme "Philipstadit", "Syntagmit" oder "Bergamaskit" jedenfalls beziehen sich einzig auf das Mineral und nicht auf die veraltete Gruppen-Bezeichnung.
Wie ist Hornblende entstanden?
Primär ist Hornblende aus neutralem bis basischem Magma entstanden und ist in vielen Plutoniten (z.B. Hornblende-Granit) oder Vulkaniten (z.B. Basalt, Andesit) enthalten.
Vorkommen aus einer "Primären Bildung" kann man weltweit finden. Allerdings stammen besonders attraktive magmatische Hornblende-Kristalle aus Tschechien (Basalt-Tuffe in Böhmen) und Süditalien (Vesuv-Region).
Tertiär kann Hornblende jedoch auch bei einer Umwandlung (Metamorphose) von Amphiboliten und einigen Glimmerschiefern entstehen. Dann zeigen sich schöne Gesteine wie beispielsweise "Hornblende-Schiefer", die aus Skandinavien oder der Schweiz stammen.
Wie erkennt man Hornblende?
Da Hornblende mit anderen Mitgliedern der umfangreichen Amphibol-Gruppe, einigen Pyroxenen, Augit oder auch schwarzem Turmalin (Schörl) verwechselt werden kann, muss man mineralogische Merkmale zur Unterscheidung heranziehen.
Calcium-Amphibole tragen im allgemeinen auch das Synonym "Hornblende", wobei man einzig bei den Varietäten "Magnesio-Hornblende" und "Ferro-Hornblende" die Bezeichnung im Namen wiederfindet. Hier sind entweder zusätzliche Spuren von Magnesium (Mg) oder Eisen (Fe) nachzuweisen.
Das Kristallsystem
Hornblende kristallisiert im "Monoklinen Kristallsystem" und kann prismatische, säulige bis nadelige Kristalle bilden, die in Gesteine eingewachsen sind. Auch "Zwillingsbildungen" sind bekannt. Oft entstehen allerdings auch derbe, körnige, wirr-faserige, radial-strahlige oder stängelige Aggregate.
Die dunkelgrünen, dunkelbraunen bis schwarzen Exemplare zeigen Fett- oder Pechglanz und eine maximal durchscheinende, aber meistens undurchsichtige Transparenz. Die Strichfarbe verhält sich gemäß der Erscheinungsfarbe und hat ein grünliches oder bräunliches Grau.
Weitere Merkmale
Mit einer Mohshärte von 5,5 bis 6 liegt Hornblende im mittleren Bereich und eignet sich zur Herstellung von dekorativen Ornamentsteinen. Bei einer vollkommenen Spaltbarkeit bilden sich Winkel mit 60 und 120 Grad. Die Dichte von Amphibolen liegt zwischen 3,0 und 3,27.
Hornblende zeigt als Calcium-Amphibol eine große Vielfalt an Mineralstoffen, da ihre besondere Silikat-Doppelketten-Struktur den Einbau von Ionen verschiedener Größe zulässt. Dabei sind beispielsweise Eisen und Magnesium auch austauschbar. Deshalb bilden die entsprechenden chemischen Formeln für die Zusammensetzung dieses Minerals nur durchschnittliche Mengenverhältnisse ab.