Die Farbenvielfalt der Turmalin-Gruppe
Es gibt wohl kaum eine monochrome Farbe, die man unter den Turmalinen nicht finden kann, zusätzlich sind die polychromen Kombinationen so vielseitig, dass man Turmalin in verschiedene Arten und deren Varietäten unterteilen muss. Trotzdem können Unkundige schnell den Überblick verlieren, denn manche Arten bilden mehrere Farben aus, die dann eine farbliche Varietät der jeweiligen Turmalin-Art darstellen.
Das Bor-Ring-Silikat "Turmalin" zeigt somit, je nach stofflicher Zusammensetzung, Braun-, Gelb-, Blau-, Grün- und Rottöne, wobei auch völlig farblose Exemplare nicht selten vorkommen. Kaum durchscheinender, schwarzer Turmalin ist jedoch am häufigsten zu finden und deshalb auch im Handel gut vertreten.
Brauntöne
Es gibt Turmaline mit mittel- bis bronzebraunen (Buergerit), braunen bis gelbbraunen (Dravit) und hell- bis dunkelbraunen (Uvit) Farbtönen, die sich optisch oft sehr schwer unterscheiden lassen, sodass nur eine stoffliche Analyse Klarheit bringt. Dabei zeichnet sich der für die Steinheilkunde relevante Dravit als Magnesium-Aluminium-Turmalin durch seinen hohen Natrium-Gehalt aus.
Gelbtöne
Als Schmuck- und Heilsteine spielen vor allem gelber Dravit, Elbait oder Liddicoatit eine Rolle. Die Varietät "Tsilaisit" bezeichnet dunkelgelbe Turmaline, die durch einen hohen Natrium-Mangan-Gehalt definiert sind, aber in der Steinheilkunde nicht explizit auftauchen.
Blautöne
Während der erwähnte braune Dravit zwar gering, aber immerhin auf dem Markt vorkommt, so ist ein blauer Turmalin eine wahre Rarität und selten im Handel zu finden. Dabei können gleich zwei Turmalin-Arten ähnlich blaue Farbtöne zeigen, die man nur durch eine genaue stoffliche Analyse unterscheiden kann. Blauer Turmalin in Edelstein-Qualität erscheint in geschliffener Form in wertvollen Schmuck-Kreationen.
Elbait
Da die Turmalin-Varietät "Elbait" alle Farben (auch farblos) zeigen kann, existieren hier "Untervarietäten", die über ihre farbliche Erscheinung und die jeweilig unterschiedliche stoffliche Zusammensetzung gekennzeichnet sind. Blauer Elbait trägt die Bezeichnung "Indigolith" und ist als Natrium-Aluminium-Turmalin durch seinen prägnanten Gehalt an Eisen, Lithium und Titan definiert. Allerdings handelt es sich hier um eine Farbbezeichnung, denn ein Indigolith muss nicht zwangsläufig auch gleichzeitig ein Elbait sein.
Liddicoatit
Er gehört neben Elbait, ebenfalls zu den gefragten Edel- und Schmucksteinen unter den Turmalinen, denn auch er kann alle Farben (auch farblos) in durchsichtiger Transparenz ausbilden. Da der blaue Liddicoatit ebenfalls die Farbbezeichnung "Indigolith" trägt, sollte man bei blauem Turmalin, um sicher zu gehen, nach der Turmalin-Varietät fragen, falls der Handel keine weiteren Angaben macht. Liddicoatit ist ein Calcium-Aluminium-Turmalin, der als Indigolith ebenfalls einen hohen Lithium-, aber vor allem Eisen-Anteil besitzt.
Paraiba-Turmalin
Diese Untervarietät und extreme Rarität des Elbaits ist farblich gesehen ein "Grenzgänger", denn sie kann neben Blautönen, auch ein purpurnes Blaurot bis Pink ausbilden. Charakteristisch für "Paraiba-Turmalin" ist jedoch sein intensiv strahlendes Blaugrün oder Türkis, das hochpreisig gehandelt wird.
Grüntöne
Grüner Turmalin in Edelstein-Qualität trägt die Farbbezeichnung "Verdelith", wobei es sich hier sowohl um Elbait als auch Liddicoatit handeln kann. Beide sind zusätzlich durch Eisen, Chrom und Vanadium in ihrer stofflichen Zusammensetzung geprägt. Aber auch die oben schon erwähnte Rarität "Paraiba-Turmalin" ist ebenfalls eine grüne bis blaugrüne Untervarietät des Elbaits und zeichnet sich durch ihren hohen farbgebenden Kupferanteil aus. Vor allem kräftig türkisfarbene Exemplare sind besonders begehrt und teuer.
Nicht nur bei Elbait und Liddicoatit kommen grüne Kristalle vor, denn auch andere Turmalin-Arten zeigen verschiedene Grüntöne, deren Farbintensität und Ausstrahlung jedoch selten an Verdelith oder Paraiba-Turmalin heranreicht. So gibt es neben braunem und gelbem ebenfalls grünen Dravit und dunkel- bis schwarzgrünen Chrom-Dravit (Chromdravit). Letzterer ist eine wahre Rarität, wenn er ein leuchtendes Smaragdgrün zeigt und wird dann extrem hochpreisig gehandelt.
Violett- und Rottöne
"Rubellit" heißt die rote Farbvarietät des Elbaits oder Liddicoatits, die sich bei beiden durch den prägnanten, farbgebenden Mangan-Anteil auszeichnet. Auch sie kann Edelstein-Qualität erreichen und taucht deshalb manchmal als Rubin-Ersatz in der Schmuckherstellung auf. Die Rotpalette des Rubellits reicht von zartem Rosa über Rot und Violett bis hin zu einem strahlenden Pink, wobei die violette Variante "Apyrit" bzw. "Siberit" (aus Sibirien) genannt wird. Somit gibt es im Bereich der Turmalin-Untervarietät "Rubellit" wiederum eine "Unter-Unterteilung".
Weitere pink- bis purpurfarbene Exemplare kann man unter den Paraiba-Turmalinen finden, auch wenn diese Färbung allgemein nicht mit dieser seltenen Elbait-Varietät in Verbindung gebracht wird.
Schwarz
Am häufigsten kommen tatsächlich schwarze Turmaline und Turmalin-Quarz vor, bei dem während der Entstehung schwarze Turmalin-Nadeln in durchsichtigem Quarz eingeschlossen wurden.
Die kaum durchscheinende, schwarze Turmalin-Art trägt die Bezeichnung "Schörl", die im Bergbau einst auf eine unbrauchbare, "unreine" Qualität hinwies. Da schwarzer Turmalin wie andere faserige Minerale auch in verschiedenen Erzen und Mineralen vorkommen kann (z. B. Turmalin-Quarz) und durch die nadelartige Durchsetzung die Verarbeitung der Erze erschwert, war die schwarze Varietät bei den Bergleuten nicht gern gesehen.
Chemisch gesehen ist Schörl ein Eisen-Aluminium-Turmalin, der außerdem Spuren von Calcium, Chrom, Lithium, Magnesium, Mangan und Titanium enthalten kann. Heute ist er ein beliebter Schmuckstein, der außerdem in der Steinheilkunde zu den effektiven Heil- und Schutzsteinen gehört.
Turmalin-Arten und ihre Varietäten
Waren es vor 20 Jahren noch 12 Turmalin-Arten plus den jeweiligen Untereinteilungen, so erscheint die Vielfalt heute kaum noch überschaubar. Inzwischen gibt es nämlich weit über 40 anerkannte Mineralarten innerhalb der Turmalin-Gruppe, da man in den letzten Jahren immer wieder neue Varietäten entdeckt hat.
Die Mitglieder dieser "Super-Gruppe" besitzen alle die gleiche Kristallstruktur, unterscheiden sich jedoch in ihrer chemischen Zusammensetzung. Da weit über 90 % aller Turmaline zu den drei Hauptarten "Elbait", "Dravit" und "Schörl" gehören und in der Schmuckherstellung eigentlich nur Elbait, Liddicoatit, Dravit und Schörl eine Rolle spielen, kann man die Liste der Turmalin-Varietäten auch im Bereich der Steinheilkunde reduzierter betrachten.
Elbait
Als Natrium-Aluminium-Turmalin gehört Elbait und all seine "Unterabteilungen" sowohl zu den Schmuck- als auch zu den Heilsteinen. Da roter Rubellit, blauer Indigolith und grüner Verdelith sowie der blaugrüne Paraiba-Turmalin allesamt intensive Farben zeigen können, sind sie als Schmuck- und Edelsteine in der Schmuckherstellung sehr beliebt. Allerdings kommen in der Steinheilkunde auch Trommelsteine und Kristalle zum Einsatz, deren Farbe und Transparenz keine Edelstein-Qualität erreichen. Je nachdem welche Spurenelemente noch zusätzlich im Gefüge des Turmalins zu finden sind, entstehen rote (Mangan), blaue (Eisen und Titanium) oder grüne (Eisen, Chrom, Vanadium) und blaugrüne (Kupfer) Farbtöne.
Dravit und Chrom-Dravit
Die Varietät "Dravit" ist allgemein als Natrium-Magnesium-Aluminium-Turmalin definiert. Sind Fremdstoffe (Eisen, Calcium, Chrom, Mangan, Titan, Vanadium) vorhanden, kann dabei die Färbung recht unterschiedlich ausfallen. In der Steinheilkunde kommt allerdings hauptsächlich der braune Dravit zum Einsatz, obgleich er auch in gelber, grauer und grünlicher Farbe vorkommt.
Der dunkel- bis fast schwarzgrüne Chrom-Dravit ist durch seinen signifikanten Eisen- und Chrom-Anteil gekennzeichnet, wird jedoch als Heilstein nicht separat erwähnt, da er eine ausgesprochene Rarität unter den Turmalinen ist.
Schörl
Der Eisen-Aluminium-Turmalin "Schörl" hat einen hohen Natrium-Gehalt vorzuweisen, sodass dieser auch in seiner chemischen Formel auftaucht. Die Bewertung dieser Turmalin-Varietät hat im Laufe der Zeit eine gewaltige Image-Verbesserung erlebt, denn aus dem "unnützen, unreinen Erz" (Bergmannssprache = Schürl, Schörlein) ist ein respektabler Schmuckstein, aber vor allem ein sehr wichtiger Heilstein geworden. Neben dem hohen Natrium- und Eisengehalt, kann Schörl außerdem Calcium, Chrom, Lithium, Magnesium, Mangan und Vanadium enthalten, die für seine therapeutische Wirkung nicht unwesentlich sind.
Liddicoatit
Auch diese seltene Turmalin-Art besitzt farbliche Varietäten, die wie die entsprechenden Elbait-Varietäten benannt sind. Der Calcium-Aluminium-Turmalin "Liddicoatit" hat somit auch einen eisenreichen, blauen Indigolith, einen roten Rubellit mit Mangan-Anteil und einen grünen Verdelith mit Eisen-Chrom-Gehalt neben farblosen Exemplaren zu bieten.
In Edelstein-Qualität ist Liddicoatit allerdings sehr selten, deshalb landen diese Exemplare immer als geschliffene Edelsteine in wertvollen Schmuck-Kreationen. Rohkristalle in minderer Qualität sind allerdings immer noch attraktive, jedoch etwas kostengünstigere Alternativen, die sich auch für eine therapeutische Anwendung bestens eignen.
Polychrome Varietäten
Die farbenfrohen Turmalin-Arten "Liddicoatit" und "Elbait" besitzen beide einen nennenswerten Lithium-Gehalt, der in der therapeutischen Anwendung eine Rolle spielt. Vor allem ihre mehrfarbigen "Regenbogen-Kristalle" spiegeln in ihrer Farbenvielfalt eine fantasievolle Kreativität wider.
Kristalle mit Farbverlauf
Mehrfarbige Turmalin-Kristalle mit verschiedenen, nacheinander folgenden Farbzonen sind selten und ihre Farbfolge und Farbkombinationen fallen nie genau gleich aus. Da die chemische Zusammensetzung dieser "Regenbogensteine" entsprechend vielfältig ist, können sie aus verschiedenfarbigem Elbait oder Liddicoatit bestehen, der dann jeweils gut sichtbar getrennte Farbbereiche zeigt. In diesen "Zonen" kann man unterschiedliche Mineralstoffe als farbgebende Einlagerung finden. Typisch ist außerdem je nach Kristall ein mehr oder weniger ausgeprägter "Pleochroismus", bei dem sich der farbliche Eindruck gemäß dem Winkel des Lichteinfalls verändert.
Epizonare Polychromie
Liegen die Farbzonen im Kristall horizontal übereinander, wobei die Übergänge scharf begrenzt oder fließend sein können, spricht man von einer "epizonaren Polychromie". In Brasilien nennt man diese Polychrom-Turmaline auch "Papageios" und der Handel wirbt mit der Bezeichnung "Regenbogen-Turmalin". In seltenen Fällen entsteht dabei ein Turmalin-Kristall mit schwarzer oder roter Spitze, deren unangemessene Handelsnamen hoffentlich inzwischen ausgestorben sind.
Konzentrisch-zonare Polychromie
Diese zonare Polychromie zeichnet sich durch vertikale Farbzonen aus, die sich ähnlich wie die Wachstumsringe eines Baums nacheinander umgeben. Deshalb kann man die Mehrfarbigkeit dieser Kristalle erst erkennen, wenn man ihren Querschnitt betrachtet. Als Turmalin-Scheiben erinnern sie an "bunte Jahresringe" eines "dreieckigen" Baumes.
Dabei haben vor allem Scheiben mit einem roten Kern und grünem Rand, sogenannte Wassermelonen-Turmaline, in der Steinheilkunde eine besondere Bedeutung. Von außen betrachtet, handelt es sich hier um einen grünen Turmalin, der erst im Querschnitt seinen roten Kern offenbart, der in Form- und Farbgestaltung dem Anschnitt einer Wassermelone ähnelt.
Pyramidal-prismatische Polychromie
Bei dieser Polychromie bilden sich während der Entstehung verschiedene "Farbhüllen" um einen Kristallkern, sodass der Längsschnitt mehrere Farbzonen offenlegt, die typischerweise bis zur Kristallspitze reichen. Im Querschnitt zeigt sich gemäß der trigonalen Kristallform, ein klares Dreieck, das von verschiedenfarbigen Hüllen umgeben ist.
Turmalin-Kristalle mit dreiflügeligen Säulen
Eine Besonderheit unter den polychromen Varietäten sind Turmaline aus Madagaskar, die eine rosafarbene Säule mit drei "Flügeln" ausbilden. Da die vorhandenen, farbgebenden Mangan-Ionen für einen Einbau in die Struktur eines Turmalin-Moleküls vermutlich zu groß waren, konnten sie am ehesten an den drei Kanten der Spitze Platz finden. Die dortige Einlagerung führte während des Kristallwachstums schließlich zu einer "dreiflügeligen Säule" im Kristallinneren, die sich aus schräg gestreiften Schichten zusammensetzt. Somit verursacht Mangan in diesem Falle nicht nur die Rosa-Färbung, sondern beeinflusst auch die innere Struktur der Kristallform.
Dreiflügelige Säulen mit Pedion-Ebenen
Eine weitere Erscheinungsform dieser Polychrom-Turmaline mit dreiflügeliger Säule ist im Kristallinnern durch ein zusätzliches zentrales Dreieck (Pedion) geprägt, das in manchen Ebenen des Kristalls auftaucht. Dreiecke im Innern eines Turmalin-Kristalls sind immer horizontal ausgerichtet, sodass sie sich deutlich von der schräg verlaufenden Schichtung der "Flügel-Säule" absetzen.
Da diese Pedion-Ebenen jeweils in anderen Farben erscheinen oder intern die Farbe im Millimeterbereich auch wechseln können, fällt die optische Erscheinung verschiedener Querschnitte desselben Turmalin-Kristalls immer unterschiedlich aus. In manchen Kristallabschnitten kann eine Pedion-Ebene sogar ganz fehlen.
Aggregate aus mehreren Einzelkristallen
Ein "Aggregat-Typus" beschreibt Turmaline aus Madagaskar, die offensichtlich aus Parallelverwachsungen mehrerer einzelner Turmaline entstanden sind, die unerklärlicherweise einer ähnlichen Farbzonen-Bildung folgten. Dabei können vermutlich auch die vereinzelt beobachteten winzigen, längsgerichteten Hohlräume (sog. Wachstumsröhren) entstehen, die ähnlich wie eingelagerte Asbest-Fasern im Inneren eines Minerals wirken. Sie können zu chatoyierenden Lichteffekten (Katzenaugen-Turmalin) oder im Querschnitt auch zu den Lichtringen eines sogenannten "Halo-Effekts" führen.
Der Querschnitt solcher parallel verwachsener "Turmalin-Aggregate" zeigt typischerweise gleich mehrere Dreiecke, die sich teilweise auch überschneiden. Dabei haben alle verschieden große Dreiecksformen eine ähnliche Abfolgen der Farbhüllen ausgebildet, eine Besonderheit, die wissenschaftlich noch nicht gänzlich erklärt werden kann.
Aggregate aus vielen kleinen Turmalinen oder mit Kernkristall
Ein weiterer "Aggregat-Typus" gibt im Querschnitt ein ganz anderes Erscheinungsbild frei, denn hier sind viele kleine, dicht aneinander gepackte Turmaline zu einer Einheit verwachsen. Der Querschnitt zeigt außerdem, dass auch hier die dreieckige Kristallstruktur des trigonalen Kristallsystems eingehalten wurde und dabei verschiedenfarbige Dreiecksschichten um ein zentrales Dreieck entstanden sind.
Wenn viele, größere Einzelkristalle um einen großen, zentralen Kernkristall gewachsen sind, zeigt sich im Querschnitt wiederum ein anderer "Aggregat-Typus". Hier hat sich mittig ein dominanter, dreieckiger Turmalin-Kern gebildet, der von vielen verschiedenen, kleineren Einzelkristallen umgeben ist.
Turmalin als Heilstein
Nicht alle Schmuck- und Heilsteine sind gleichermaßen bekannt, doch "Turmalin" dürfte inzwischen namentlich für die meisten Menschen ein Begriff sein. Dabei kann dieses Mitglied aus der Mineralklasse der "Ring-Silikate" mit signifikantem Bor-Gehalt durchaus in der Edelstein-Liga mitspielen, wenn seine Kristalle farblich eine besondere Intensität zeigen und sich die Transparenz entsprechend präsentiert. Diese Turmaline sind dann sehr selten oder gar Raritäten und werden als Edelsteine entsprechend hoch gehandelt.
In der Steinheilkunde sind allerdings auch die weniger perfekten Turmaline als Heilsteine willkommen, die meistens als Rohkristalle oder Trommelsteine im Handel erscheinen. Dabei spielen sowohl bestimmte monochrome als auch einige polychrome Exemplare in der therapeutischen Anwendung eine Rolle.
Die Edelstein-Farben
Mit dem Namen "Saphir" verbindet man landläufig die Farbe "Blau", obwohl es auch gelbe, rosa und farblose Exemplare gibt. Rubin ist natürlich bekannt für sein namengebendes Rubinrot und Smaragd steht für einen ganz bestimmten Grünton. Diamanten wiederum bestechen in ihrer besten Qualität durch ihre farblose, lupenreine Transparenz, mit der sie die höchsten Verkaufssumme erzielen. Allerdings gibt es auch natürliche Diamanten in Pink-, Grün- oder Blautönen, jedoch sehr selten.
Turmalin als Edelstein-Ersatz
Da die erwähnten Edelsteine aufgrund ihrer farbintensiven Pracht oder farblosen, klaren Reinheit besonders beliebt und teuer sind, kann Turmalin in der Schmuckherstellung eine echte Alternative für viele von ihnen darstellen, denn er kann theoretisch jede Farbe zeigen, die im Mineralreich möglich ist. So taucht er in der Schmuckbranche anstelle von Rubinen oder Smaragden auf, denn er kann farblich ähnlich beeindrucken, wobei sein Marktwert jedoch niederer angesiedelt ist.
In der Steinheilkunde hat die Farbe eines Heilsteins jedoch nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine therapeutische Funktion, denn sie bestimmt zusammen mit der jeweiligen chemischen Zusammensetzung und inneren Kristallstruktur über die individuelle Wirkung auf den ganzheitlichen Körper.
Die Farben der Turmalin-Gruppe
Die oben genannten "Famous Four" sind überall als wertvolle Edelsteine bekannt, deren jeweilige Farbe eng mit ihrer Mineralbezeichnung (z. B. Rubinrot, Smaragdgrün) verbunden ist. Turmaline hingegen hinterlassen als Edel- und Heilstein meistens in der menschlichen Vorstellung keine klare farbliche Zuordnung, denn ihr Hauptmerkmal ist ja eine enorme Farbenvielfalt. Diese macht Turmalin zu einem sehr vielseitigen Heilstein, denn die Farbe und die damit einhergehende chemische Zusammensetzung bilden unter anderem die Grundlage für die jeweilige therapeutische Wirkung.
Gemeinsamkeit und Unterschiede
Die Turmalin-Gruppe hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wahren "Super-Gruppe" entwickelt, da man immer wieder neue Mineralien entdeckte, die strukturell zu den Turmalinen passen. Obwohl alle Mitglieder dieser Gruppe als Bor-Ring-Silikate im "Trigonalen Kristallsystem" kristallisieren, kann ihre chemische Zusammensetzung jedoch sehr unterschiedlich sein. Diese stofflichen Unterschiede sind verantwortlich für die enorme, farbliche Vielfalt dieser Schmuck- und Heilsteine.
Monochromer Turmalin als Heilstein
Wohl kaum eine andere Mineraliengruppe hat solch eine farbliche Bandbreite zu bieten, wie die "Supergruppe" der Turmaline, die in primäre Gruppen und sekundäre Untergruppen eingeteilt wird. Bei diesen Unterteilungen handelt es sich um eine Idealisierung der jeweiligen chemischen Zusammensetzungen. Da sich die Vielfalt der Turmalin-Gruppe so variantenreich gestaltet, erscheinen hier nur die Beispiele, die man auch in der Steinheilkunde am meisten verwendet.
Einfarbiger Dravit und Uvit
Die magnesium- und aluminiumhaltige Ring-Silikate sind unter den Turmalinen keine Seltenheit und erscheint in Braun-Tönen (Dravit und Uvit), aber auch in "Gelb", "Grün" und "Grau" (Dravit). In der Steinheilkunde kommt vor allem brauner Dravit zum Einsatz, der für Pragmatismus, handwerkliches Geschick und soziales Engagement steht. Er kann den Gemeinschaftssinn fördern, der kreative Impulse gerne hilfsbereit in den Dienst sozialer Projekte stellt.
Gut für die Haut und das Gewebe
Körperlich soll brauner Magnesium-Aluminium-Turmalin die Regeneration von Haut, Gewebe und Zellen anregen, weshalb er unter anderem auch für die Heilung von Narben sowie bei Cellulitis und Cellulite hilfreich sein kann. Während Cellulite allerdings eher ein Schönheitsproblem ist, handelt es sich bei Cellulitis jedoch um eine Entzündungserkrankung verschiedener Hautschichten, die unbedingt einer fachgerechten, medizinischen Behandlung bedarf. Deshalb können Dravit und Uvit bei letzterem nur eine zusätzliche, therapeutische Unterstützung sein.
Außerdem soll sich brauner Turmalin entspannend und beruhigend auf das Nervensystem sowie krampflösend auf die Muskulatur auswirken. Demnach kann er bei wiederkehrenden und chronischen Spannungskopfschmerzen hilfreich sein.
Schwarzer Schörl
Diese Turmalin-Art ist schon seit dem Mittelalter in Europa bekannt, doch erst seit der Neuentdeckung der Steinheilkunde im 20. Jahrhundert auch als Heilstein hoch geschätzt. Als einer der stärksten Schutzsteine gegen negative Einflüsse, soll Schörl demnach ein idealer Heilstein für leicht erregbare Gemüter sein, da er nervigen Alltagsstress abschirmen und die Nerven beruhigen kann. Wegen seiner Farbe wirkt er allerdings nicht sehr anziehend auf Kinder, wobei Teenager und Erwachsene den schwarzen, unauffälligen Schmuck- und Heilstein durchaus gerne im Alltag als Trommelstein-Anhänger oder Handschmeichler bei sich tragen.
Schutz und innere Ruhe
Tatsächlich hat der schwarze Eisen-Aluminium-Turmalin in der Steinheilkunde bis heute eine besondere Bedeutung, denn er gilt als ein effektiver Schutzstein, der negative, äußere Einflüsse scheinbar weitestgehend fern halten kann. Durch diese abschirmende Wirkung fördert er eine neutrale Gelassenheit, ein logisches Denken und nüchternes, pragmatisches Handeln. Er kann die Aufmerksamkeit verbessern, da er reizüberflutende Fremdeinwirkungen und ständige äußere Störfaktoren erträglicher macht, sodass man sich endlich auf die eigenen Aufgaben, Bedürfnisse, Gedanken und Ziele konzentrieren kann.
Schmerzlindernde Entspannung
Körperlich soll Schörl bei Verspannungen und den daraus entstehenden Schmerzen helfen sowie leichte Taubheitsgefühle in den Gliedern vertreiben. Bei Strahleneinflüssen und Reizüberflutung soll er außerdem die verschiedenen, unspezifischen Symptome lindern, die bei hypersensiblen Personen (HSP) auftreten können. Durch seine entspannende Wirkung kann er zusätzlich den Schlaf verbessern.
Gegenanzeige:
Wer sich einsam, isoliert oder vom Leben abgeschnitten fühlt und sich beispielsweise aus Enttäuschung sehr zurückgezogen hat, sollte Schörl nicht für sich nutzen. Ebenso bei Lethargie und antriebsloser Melancholie ist dieser Turmalin eher kontraproduktiv, da er die jeweilige Gefühlslage im schlechtesten Falle noch verschlimmern kann. Hier ist ein bunter Turmalin eindeutig die bessere Wahl, der das Denken und Fühlen mit Fantasie und Lebensfreude bereichern kann.
Elbait und Liddicoatit
Elbaite und Liddicoatite bilden je eine Turmalin-Art für sich und kommen in allen Farben, inklusive farblos vor. In Ausnahmefällen kann ein prismatischer Elbait-Kristall sogar bis zu einem Meter lang sein, wogegen Liddicoatit wesentlich seltener und in kleineren Dimensionen anzutreffen ist. Die beiden Turmalin-Arten unterscheiden sich durch ihre chemische Zusammensetzung und bilden jeweils eine "Turmalin-Untergruppe" mit eigenen farblichen Varietäten.
Unterschiede und Gemeinsamkeiten
So ist Elbait als Natrium-Aluminium-Turmalin und Liddicoatit als Calcium-Aluminium-Turmalin definiert, wobei beide einen zusätzlichen Lithium-Anteil besitzen, der vor allem für die Anwendung als Heilstein entscheidend ist. Die Farbvarietäten "Indigolith", "Rubellit" und "Verdelith" können dabei jeweils aus der Elbait- oder Liddicoatit-Gruppe stammen.
Indigolith
Diese farbliche Varietät ist gemäß ihrer Bezeichnung ein blauer Turmalin, der in der Steinheilkunde für Toleranz und Verantwortungsbewusstsein steht. Man setzt diese Rarität unter den Turmalinen bei Gefühlsblockaden ein, damit sich Ängste, Trauer und Enttäuschungen mit der Zeit auflösen können. Indigolith fördert außerdem die Wahrheitsliebe, Loyalität und Toleranz, sodass man authentisch, offener und verantwortungsvoll im persönlichen Umfeld agieren kann. Das Streben nach geistiger Freiheit und eigenen Wertmaßstäben steht hier im Mittelpunkt.
Körperlich soll ein blauer Turmalin den Wasserhaushalt beeinflussen und die Ausscheidung über die Nieren und Blase anregen. Daher kann er bei Flüssigkeitseinlagerung im Körpergewebe (Ödeme) eine therapiebegleitende Hilfe sein. Außerdem soll er leichte Brandwunden schneller abheilen lassen.
Rubellit
Die Farbvarietät "Rubellit" deckt alle rosafarbenen, roten bis pinkfarbenen Turmaline aus der Elbait- oder Liddicoatit-Untergruppe ab. Ihre Bezeichnung bezieht sich auf das mögliche Rubinrot dieses Turmalins, denn so mancher mittelalterliche "Rubin" hat sich später als roter Turmalin entpuppt (beispielsweise in der "Wenzelskrone" der böhmischen Königskrone aus dem 14. Jahrhundert).
Rote Farbtöne besitzen allgemein eine belebende Wirkung, wobei diese durch die Intensität des jeweiligen Rottons zunimmt. Intensive rote oder pinkfarbene Turmaline stehen vor allem für Lebens- und Kontaktfreude sowie Lebendigkeit und Hingabefähigkeit. Sie wirken im Bereich des Wurzel- und Sakral-Chakras am besten auf die Geschlechtsorgane und die Libido, sodass man auf eine Steigerung sinnlicher und erotischer Freuden hoffen darf. Außerdem soll roter Elbait oder Liddicoatit ebenso die Durchblutung und Blutreinigung anregen sowie die Funktion der Leber und Milz unterstützen.
Rosafarbener Rubellit hingegen beeinflusst das Herz-Chakra am besten, sodass sich ein aufgewühltes Herz beruhigen lässt und eine Stärkung erfährt. Diese kann sich nicht zuletzt auch harmonisierend auf das Nervensystem und den gesamten Organismus auswirken.
Apyrit (aus Sibirien "Siberit")
Eine extrem seltene, violette Farbvarietät des Rubellits hat in der Steinheilkunde einen eigenen Wirkbereich. Sie gehört zu den Rubellit-Raritäten, ist aber farblich ziemlich zurückhaltend und unscheinbar. Apyrit steht für Weisheit und Seelenfrieden, der sein Umfeld in Harmonie wahrnimmt. Violetter Rubellit soll vor allem dabei helfen, für ein bestimmtes Problem den besten, gangbaren Lösungsweg zu finden, damit alle beteiligten Parteien kompromissbereit profitieren können.
Körperlich kann sich Apyrit harmonisierend auf das Nervensystem, Gehirn und den Hormonhaushalt auswirken. Er soll zusätzlich auch die Atmung (Lunge) und Funktion des Darms regulieren und verbessern.
Verdelith
Die grüne Farbvarietät "Verdelith" ist aus wissenschaftlicher Sicht vermutlich ebenso wie Indigolith aus einer Kristallmischung aus Elbait und Schörl entstanden, allerdings sind die genauen Entstehungsmechanismen der jeweiligen Farberscheinungen noch nicht hinreichend untersucht und geklärt.
In der Steinheilkunde steht der grüne Turmalin aus der Elbait- oder Liddicoatit-Untergruppe für Herzensangelegenheiten, wie Dankbarkeit, Wundergläubigkeit und Menschenliebe. Verdelith fördert somit nicht nur das Interesse an den Mitmenschen, sondern auch an den Wundern der Natur, sodass aufgeschlossenes, ökologisches Denken und Handeln an Bedeutung gewinnt. Deshalb bringt die grüne Farbvarietät Lebensfreude, eine ganzheitliche Regeneration und hilft dabei verloren geglaubte Träume neu zu beleben und sich umzuorientieren, wenn man in einer Sackgasse steckt.
Körperlich soll Verdelith die Funktion der Nerven und des Darms unterstützen, sowie die Gelenke und das Funktionsgewebe (Parenchym) stärken. Er soll die Ausscheidung über den Dickdarm anregen und sowohl bei Verstopfung als auch Durchfall helfen. Außerdem kann Verdelith auf dem Herz-Chakra eine positive Wirkung auf das Herz und die Lunge (Atmung) zeigen, aber auch therapiebegleitend hilfreich bei degenerativen Vorgängen im Körper sein.
Paraíba-Turmalin
Diese türkisfarbene Elbait-Varietät gehört zu den besonderen Raritäten im Bereich der Edelsteine und wurde erstmals im Jahre 1989 in Brasilien entdeckt. Für die Steinheilkunde ist hier der hohe Kupfergehalt besonders bedeutend.
In der Steinheilkunde steht ein Paraíba-Turmalin für Weisheit, ein allumfassendes Schönheitsempfinden und eine innige Liebe zur Umwelt. Er lässt den Gerechtigkeitssinn in den Vordergrund treten, der ein sozialverträgliches Miteinander einfordert. Da dieser Elbait außerdem die Entscheidungsfähigkeit stärken kann, setzt man ihn bevorzugt in Phasen der Verwirrung und Orientierungslosigkeit ein, um wieder eine passende Richtung zu finden.
Körperlich soll Paraíba-Turmalin entsprechend Gehirn und Nerven anregen, aber auch die Funktion der Leber und aller Hormondrüsen verbessern. Da Paraíba-Turmaline die Hormonproduktion ankurbeln können, sollte man sie nicht dauerhaft tragen, sondern immer mal wieder eine Anwendungspause einlegen.
Polychromer Turmalin als Heilstein
In der Entstehungsphase eines Turmalins entscheiden immer die eingelagerten Mineralien und die lokalen Bedingungen über sein späteres Erscheinungsbild, wobei die innere, strukturelle Komplexität und farbliche Vielfalt eines Polychrom-Turmalins gegenüber den monochromen Exemplaren deutlich höher ist (siehe "Polychrome Varietäten").
Besonders beliebt sind die farbenfrohen Turmalin-Kristalle nicht nur bei Kindern, denn der polychrome Farbverlauf kann an einen Regenbogen erinnern. Diese bunten Heilsteine verbinden die Eigenschaften verschiedener Farbvarietäten und sind deshalb therapeutisch sehr vielseitig. Querschnitte der verschiedenen, polychromen Kristalle sind als Turmalin-Scheiben in der Steinheilkunde außerdem im Einsatz.
Entwicklung und Harmonie
Polychrom-Turmalin fördert im Allgemeinen zwar nicht nur bei Kindern die seelische Entfaltung, aber durch seine Buntheit und vielfältige Zusammensetzung eignet er sich besonders gut für die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden. Was jedoch nicht bedeutet, dass Erwachsene keine Weiterentwicklung nötig hätten, denn klare Gedanken und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten helfen, in jedem Alter sichere Entscheidungen zu treffen.
Außerdem können bunte Turmaline ein harmonisches Zusammenleben, den Gemeinschaftssinn und die Hilfsbereitschaft fördern, was allen Generationen nur Vorteile bringt. Da es diese wunderschönen Schmuck-, Edel- und Heilsteine möglich machen, wichtige Entwicklungen und Prozesse im Alltag besser wahrzunehmen, kann man sinnvoll und angemessen agieren oder reagieren.
Farbkontraste verbinden
Zweifarbiger Turmalin zeigt oft nicht nur einen optisch schönen, farblichen Kontrast, sondern in der therapeutischen Anwendung auch eine verbindende Wirkung von vermeintlichen Gegensätzen. So sind Polychrom-Turmaline in Dunkelblau und Rosa besonders beliebt, da diese Farbkombination nicht nur ästhetisch ansprechend und kontrastreich ist, sondern auch in uns Ratio und Emotion gleichermaßen anspricht. Ebenso geschätzt sind schwarz-gelbe Turmaline, die Schutzbedürfnis und Unternehmungslust in Einklang bringen können. Geerdetes Vertrauen, handwerkliche Kreativität und ein Gefühl von Verbundenheit kann wiederum die Kombination aus Petrol- und Dunkel- bis Braungrün fördern.
Bunt steht für Kreativität und Fantasie
Im Allgemeinen stehen mehr- oder vielfarbige Turmaline für Ideenreichtum und fantasievolle, aber auch pragmatische Kreativität, die nicht nur in Träumereien und Luftschlössern endet. Wer also in diesen Bereichen bei sich ein Defizit verspürt und etwas nachhelfen möchte, sollte sich eine bunte Turmalin-Kette zulegen, die man auch mit verschiedenfarbigen Turmalin-Bruchstücken recht kostengünstig erwerben kann. Eine Alternative dazu ist ein Polychrom-Turmalin-Anhänger, den man je nach Farbgestaltung als Kristall auf dem entsprechenden Chakra platzieren kann.
Farbenfrohe Kristalle mit ganzheitlicher Wirkung
Da sich Turmalin ganzheitlich harmonisierend auf Körper, Geist und Seele auswirken kann, empfiehlt die Steinheilkunde Polychrom-Turmaline besonders zur Stärkung des Nerven- und Immunsystems. So kann sich im Bestfall eine innere Ruhe ausbreiten, bei der sich alle Stoffwechselvorgänge im Körper nebst dem Hormonsystem mit der Zeit psychosomatisch verbessern können. Körperliche und seelische Probleme gehen nämlich meistens Hand in Hand und nicht immer ist klar, wo der auslösende Ursprung einer gesundheitlichen Blockade liegt. Manchmal sind körperliche Dysfunktionen an unerklärlicher Niedergeschlagenheit oder an Wutanfällen schuld, ein anderes Mal führen jedoch seelische Nöte zu körperlichen Beschwerden.
Wassermelonen-Turmalin
Eine farbliche Besonderheit unter den Turmalinen ist der sogenannte "Wassermelonen-Turmalin", der mit seiner äußeren grünen Färbung und dem roten Kern, tatsächlich an dieses Gewächs aus der Familie der Kürbisse erinnert. Allerdings erscheint dieser optische Eindruck erst im Querschnitt solcher Kristalle. Die so entstandenen Turmalin-Scheiben lassen sich hervorragend auf das Sakral- (Unterbauch) oder Wurzel-Chakra (Schambein) auflegen, um dort ihre belebende und stimmungsaufhellende Wirkung zu entfalten. Diese polychrome Turmalin-Varietät soll Gefühle von Geborgenheit, Verständnis und Freundschaft vermitteln, weshalb die Steinheilkunde Wassermelonen-Turmalin bei allgemeinen Ängsten bis hin zu Depressionen einsetzt.
Körperlich soll dieser Heilstein mit seinem Rot-Grün-Farbkontrast vor allem das Herz stärken, das besonders unter regelmäßigen Angstzuständen leidet. Außerdem kann Wassermelonen-Turmalin die Regeneration der Nerven fördert, sodass die Steinheilkunde diese Turmalin-Scheiben auch therapiebegleitend bei Lähmungserscheinungen empfiehlt.
Turmalin-Katzenauge
Der besondere optische Effekt der Katzenaugen-Bildung (Chatoyance) kommt bei Turmalinen eher selten vor, und doch gibt es dazu Untersuchungen und entsprechende Heilberichte aus der Steinheilkunde. So steht dieser faserige Turmalin mit charakteristischem Lichtschimmer für Fantasie und Ideenreichtum sowie einen neuen Blickwinkel, der das Besondere des vermeintlich Alltäglichen offenlegt.
Körperlich soll sich das Turmalin-Katzenauge vor allem positiv auf die Gelenke und das Nervensystem sowie den Kopf (Gehirn) und die Sinneswahrnehmung (Sinnesorgane) auswirken. Über die Ausscheidung (Darm) kann dieser Heilstein außerdem auch eine entgiftende Wirkung auf den gesamten Organismus zeigen und dabei therapiebegleitend hilfreich bei Schmerzen in den Gelenken sein, deren Ursache in ungesunden Ablagerungen durch eine falsche Ernährung liegt. Hier spielt natürlich ein gesunder Lebenswandel und eine angepasste Ernährung eine Hauptrolle, ohne die ein Heilstein wenig ausrichten kann.
Turmalinquarz
Obgleich Turmalinquarz eine Varietät des Quarzes ist, soll er trotzdem wegen seiner schwarzen Turmalin-Einschlüsse kurz auf dieser "Turmalin-Seite" erwähnt werden.
Dieser Heilstein besteht meistens aus einem durchsichtigen Bergkristall, in dem schwarze Turmalin-Stäbchen (Schörl) im Quarzinneren eingeschlossen wurden. Turmalin-durchsetzte Quarze ("turmalinierte Quarze") kommen relativ häufig vor und sind deshalb gut auf dem Markt vertreten.
Seelisch kann Turmalinquarz dabei helfen, innere Konflikte aufzulösen, wobei sich ein stark polarisierendes Entweder-Oder in ein harmonisches, vereinigendes Sowohl-Als-Auch transformieren kann. Dadurch dass sich hier Polaritäten mit der Zeit verbinden, kann der seelische Kampf enden und auch der Geist schließlich Ruhe finden.
Körperlich soll Turmalinquarz entsprechend entspannend wirken, sodass Verkrampfungen und Verhärtungen nach und nach verschwinden können. Regelmäßig mit Hautkontakt getragen, kann dieser Quarz mit Schörl-Anteilen die Nerven stärken, die Reinigung und Entgiftung des Körpers über die Ausscheidung unterstützen und damit eine vitale Beweglichkeit fördern.
Turmalin in der Anwendung
Wie bei den meisten Heilsteinen empfiehlt die Steinheilkunde auch bei Turmalin einen direkten Hautkontakt, wobei man Ketten aus Turmalin-Bruchstücken, Trommelstein- und Kristall-Anhänger allgemein eine längere Zeit regelmäßig tragen kann (außer Paraíba-Turmalin). Bei körperlichen Beschwerden oder einem präzisen seelisch-geistigen Heilwunsch sollte man jedoch die passende Turmalin-Farbvarietät wählen und auch das dazugehörige Hauptchakra berücksichtigen. Aufgrund der verschiedenen Wirkspektren des Turmalins rät die Steinheilkunde beispielsweise nach Hautverletzungen, Schnittwunden und Operationen, braune Turmaline wie Dravit und Uvit oder schwarzen Schörl zu bevorzugen.
Wundheilung und Narbenentstörung
Damit nach einer Verletzung der Haut das gebildete Narbengewebe völlig abheilen kann, sollte man den gewählten Heilstein mit einem Pflaster oder Tape auf die geschlossene, verheilte Wunde kleben, damit diese entstört wird und eine möglichst geringe Narbenbildung zurückbleibt. Da Narben den Energiefluss im Körper (Meridiane) stören können, vor allem wenn sie quer zum Körper bzw. Körperglied verlaufen, sollte man einen Turmalin-Kristall solange dort in Fließrichtung des betroffenen Meridians platzieren bis Schmerzen und Gefühle der Taubheit abgeklungen sind. Hier sollen hauptsächlich braune Turmaline wie Dravit oder Uvit eine Verbesserung herbeiführen, aber auch der leichter erhältliche Schörl eignet sich.