Polierter Turmalinquarz Stein mit sichtbaren schwarzen nadelartigen Einschlüssen.

Turmalin

Da Turmalin nahezu in jeder Farbe vorkommt und ebenso mehrfarbig viele Farbkombinationen zeigt, kann man seine Wirkung nicht so leicht auf wenige Worte reduzieren. Deshalb muss man sich den verschieden farbigen Erscheinungen widmen, die monochrom blau, türkis, gelb, braun oder grün sowie rot, violett oder schwarz, aber auch polychrom sein können.

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So reicht das Wirkfeld des Turmalins beispielsweise von Nervenstärkung (grün, violett) und Regeneration (braun) über die Anregung des Stoffwechsels (gelb, polychrom) bis hin zur Stärkung des Herzens und der Geschlechtsorgane (rot) oder Schmerzlinderung und Entspannung (schwarz).

Turmalin, rot (Rubellit), violett (Apyrit)

Farbe: Rot- und Violett-Töne
Familie: Turmalin (Ring-Silikate)
Aufladen: mit Bergkristall
Chakra: Wurzel- und Sakral-Chakra (rot), Stirn-Chakra (Drittes Auge) und Kronen-Chakra (violett)
Länder: Mosambik, Nigeria, Afghanistan, Pakistan, Namibia, Sambia, Brasilien, Russland
Synonyme: Rubellit (auch Daourit, irreführende Handelsnamen "Sibirischer Rubin", "San-Diego-Rubin") ist die rote Varietät des Turmalins "Elbait" oder "Liddicoatit"
Apyrit ist ein violetter Rubellit "ohne Feuer", Siberit oder Sibirit ist ein Apyrit aus Sibirien
Spirituell: Lebensfreude (rot), Weisheit und Frieden (violett)
Seelisch: macht kontaktfreudig und sinnlich (rot), verbindet Körper, Seele und Geist in Harmonie
Mental: bringt einen hingebungsvollen, zielstrebigen Arbeitseifer, macht aber auch flexibel in der Verfolgung der eigenen Ziele (rot)
hilft dabei, den besten Weg zur Lösung von Problemen zu finden (violett)
Körperlich: soll die Durchblutung und die Funktion der Geschlechtsorgane anregen (rot)
soll sich harmonisierend auf das Nervensystem, den Hormonhaushalt und die Atmung auswirken und das Gehirn sowie den Darm und die Verdauung regulieren (violett)
Anwendung: mit Körper- und Hautkontakt tragen oder auflegen, zur Herstellung von Edelstein- bzw. Heilstein-Wasser geeignet

Turmalin, blau (Indigolith)

Farbe: Blau
Familie: Turmalin (Ring-Silikate)
Aufladen: mit Bergkristall
Chakra: Stirn- und Hals-Chakra
Länder: Brasilien, USA, Afghanistan, Mosambik, Namibia, Nigeria, Tansania, Madagaskar, Pakistan,
Synonyme: Indigolith (blaue Varietät des Turmalins "Elbait" oder "Liddicoatit"), irreführende Handelsnamen sind "Orientalischer Saphir" oder "Uralischer Saphir"
Spirituell: Ethische Werte (Treue, Ehrlichkeit, Toleranz)
Seelisch: hilft bei seelischen Belastungen, löst Trauer und Blockaden im Gefühlsleben
Mental: fördert vor allem die Wahrheitsliebe und das Verantwortungsbewusstsein sowie die Selbstständigkeit und das Streben nach geistiger Freiheit
Körperlich: soll sich hauptsächlich positiv auf den Wasserhaushalt und die Ausscheidung über die Nieren und Blase auswirken, leichte Verbrennungen der Haut sollen schneller abheilen
Anwendung: als Anhänger nahe am Hals tragen, während einer Meditation auf die Stirn legen, für die Herstellung von Edelstein- bzw. Heilstein-Wasser geeignet

Turmalin, gelb und braun (Dravit)

Farbe: Gelb- und Brauntöne
Familie: Turmalin (Ring-Silikate)
Aufladen: mit Bergkristall
Chakra: Nabel-Chakra (Solarplexus)
Länder: Australien, Brasilien, Äthiopien, Malawi, Tansania, Namibia, Nigeria, Mosambik, Zambia
Unterschied: Brauner Dravit ist ein Magnesium-Aluminium-Turmalin mit Natrium-Gehalt, der als Heilstein genutzt wird.
Ein brauner Magnesium-Aluminium-Turmalin mit Calcium-Gehalt wird jedoch "Uvit" genannt.
Spirituell: Glückserwartung und Gemeinschaftssinn
Seelisch: macht optimistisch und hilfsbereit, bringt Selbstvertrauen und Zufriedenheit
Mental: fördert eine handwerkliche Kreativität, Pragmatismus und Unternehmungslust, stärkt das Erinnerungsvermögen
Körperlich: soll die Verdauung und den Stoffwechsel anregen, die Funktion der Nerven und Sinne verbessern sowie die Regeneration der Haut bis in die Zellen (Cellulitis, Narbenheilung) unterstützen
Anwendung: mit Hautkontakt tragen oder auflegen, für die Herstellung von Edelstein- bzw. Heilstein-Wasser geeignet

Turmalin, schwarz (Schörl)

Farbe: Schwarz
Familie: Turmalin (Ring-Silikate)
Aufladen: mit Bergkristall
Chakra: Wurzel-Chakra
Länder: Tschechien und Deutschland (Typlokalität = Erzgebirge / Sachsen), Österreich, Schweiz, Brasilien, Madagaskar
Synonyme: Eisen-Turmalin, Schürl, Schörlein (Schurl, Schirl, Schörlich...)
Spirituell: Gelassenheit und Neutralität
Seelisch: kann vor negativen, äußeren Einflüssen schützen und Stressempfinden reduzieren sowie den Schlaf verbessern, da er beruhigend und befreiend wirken soll 
Gegenanzeige: nicht bei lethargischer oder depressiver Stimmung und Antriebslosigkeit nutzen
Mental: fördert ein logisches, rationales und wertfreies Denken
Körperlich: soll bei Schmerzen, Verspannungen und Strahlenbelastung helfen sowie die Narbenheilung verbessern
Anwendung: mit Hautkontakt tragen oder auflegen, zur Herstellung von Edelstein- bzw. Heilstein-Wasser geeignet, größere Schörl-Objekte im Schlafbereich aufstellen

Die Farbenvielfalt der Turmalin-Gruppe

Es gibt wohl kaum eine monochrome Farbe, die man unter den Turmalinen nicht finden kann, zusätzlich sind die polychromen Kombinationen so vielseitig, dass man Turmalin in verschiedene Arten und deren Varietäten unterteilen muss. Trotzdem können Unkundige schnell den Überblick verlieren, denn manche Arten bilden mehrere Farben aus, die dann eine farbliche Varietät der jeweiligen Turmalin-Art darstellen. 

Das Bor-Ring-Silikat "Turmalin" zeigt somit, je nach stofflicher Zusammensetzung, Braun-, Gelb-, Blau-, Grün- und Rottöne, wobei auch völlig farblose Exemplare nicht selten vorkommen. Kaum durchscheinender, schwarzer Turmalin ist jedoch am häufigsten zu finden und deshalb auch im Handel gut vertreten.

Brauntöne

Es gibt Turmaline mit mittel- bis bronzebraunen (Buergerit), braunen bis gelbbraunen (Dravit) und hell- bis dunkelbraunen (Uvit) Farbtönen, die sich optisch oft sehr schwer unterscheiden lassen, sodass nur eine stoffliche Analyse Klarheit bringt. Dabei zeichnet sich der für die Steinheilkunde relevante Dravit als Magnesium-Aluminium-Turmalin durch seinen hohen Natrium-Gehalt aus.

Gelbtöne

Als Schmuck- und Heilsteine spielen vor allem gelber Dravit, Elbait oder Liddicoatit eine Rolle. Die Varietät "Tsilaisit" bezeichnet dunkelgelbe Turmaline, die durch einen hohen Natrium-Mangan-Gehalt definiert sind, aber in der Steinheilkunde nicht explizit auftauchen.

Blautöne

Während der erwähnte braune Dravit zwar gering, aber immerhin auf dem Markt vorkommt, so ist ein blauer Turmalin eine wahre Rarität und selten im Handel zu finden. Dabei können gleich zwei Turmalin-Arten ähnlich blaue Farbtöne zeigen, die man nur durch eine genaue stoffliche Analyse unterscheiden kann. Blauer Turmalin in Edelstein-Qualität erscheint in geschliffener Form in wertvollen Schmuck-Kreationen.

Elbait

Da die Turmalin-Varietät "Elbait" alle Farben (auch farblos) zeigen kann, existieren hier "Untervarietäten", die über ihre farbliche Erscheinung und die jeweilig unterschiedliche stoffliche Zusammensetzung gekennzeichnet sind. Blauer Elbait trägt die Bezeichnung "Indigolith" und ist als Natrium-Aluminium-Turmalin durch seinen prägnanten Gehalt an Eisen, Lithium und Titan definiert. Allerdings handelt es sich hier um eine Farbbezeichnung, denn ein Indigolith muss nicht zwangsläufig auch gleichzeitig ein Elbait sein. 

Liddicoatit

Er gehört neben Elbait, ebenfalls zu den gefragten Edel- und Schmucksteinen unter den Turmalinen, denn auch er kann alle Farben (auch farblos) in durchsichtiger Transparenz ausbilden. Da der blaue Liddicoatit ebenfalls die Farbbezeichnung "Indigolith" trägt, sollte man bei blauem Turmalin, um sicher zu gehen, nach der Turmalin-Varietät fragen, falls der Handel keine weiteren Angaben macht. Liddicoatit ist ein Calcium-Aluminium-Turmalin, der als Indigolith ebenfalls einen hohen Lithium-, aber vor allem Eisen-Anteil besitzt.

Paraiba-Turmalin

Diese Untervarietät und extreme Rarität des Elbaits ist farblich gesehen ein "Grenzgänger", denn sie kann neben Blautönen, auch ein purpurnes Blaurot bis Pink ausbilden. Charakteristisch für "Paraiba-Turmalin" ist jedoch sein intensiv strahlendes Blaugrün oder Türkis, das hochpreisig gehandelt wird.

Grüntöne

Grüner Turmalin in Edelstein-Qualität trägt die Farbbezeichnung "Verdelith", wobei es sich hier sowohl um Elbait als auch Liddicoatit handeln kann. Beide sind zusätzlich durch Eisen, Chrom und Vanadium in ihrer stofflichen Zusammensetzung geprägt. Aber auch die oben schon erwähnte Rarität "Paraiba-Turmalin" ist ebenfalls eine grüne bis blaugrüne Untervarietät des Elbaits und zeichnet sich durch ihren hohen farbgebenden Kupferanteil aus. Vor allem kräftig türkisfarbene Exemplare sind besonders begehrt und teuer.

Nicht nur bei Elbait und Liddicoatit kommen grüne Kristalle vor, denn auch andere Turmalin-Arten zeigen verschiedene Grüntöne, deren Farbintensität und Ausstrahlung jedoch selten an Verdelith oder Paraiba-Turmalin heranreicht. So gibt es neben braunem und gelbem ebenfalls grünen Dravit und dunkel- bis schwarzgrünen Chrom-Dravit (Chromdravit). Letzterer ist eine wahre Rarität, wenn er ein leuchtendes Smaragdgrün zeigt und wird dann extrem hochpreisig gehandelt.

Violett- und Rottöne

"Rubellit" heißt die rote Farbvarietät des Elbaits oder Liddicoatits, die sich bei beiden durch den prägnanten, farbgebenden Mangan-Anteil auszeichnet. Auch sie kann Edelstein-Qualität erreichen und taucht deshalb manchmal als Rubin-Ersatz in der Schmuckherstellung auf. Die Rotpalette des Rubellits reicht von zartem Rosa über Rot und Violett bis hin zu einem strahlenden Pink, wobei die violette Variante "Apyrit" bzw. "Siberit" (aus Sibirien) genannt wird. Somit gibt es im Bereich der Turmalin-Untervarietät "Rubellit" wiederum eine "Unter-Unterteilung".

Weitere pink- bis purpurfarbene Exemplare kann man unter den Paraiba-Turmalinen finden, auch wenn diese Färbung allgemein nicht mit dieser seltenen Elbait-Varietät in Verbindung gebracht wird.

Schwarz

Am häufigsten kommen tatsächlich schwarze Turmaline und Turmalin-Quarz vor, bei dem während der Entstehung schwarze Turmalin-Nadeln in durchsichtigem Quarz eingeschlossen wurden. 

Die kaum durchscheinende, schwarze Turmalin-Art trägt die Bezeichnung "Schörl", die im Bergbau einst auf eine unbrauchbare, "unreine" Qualität hinwies. Da schwarzer Turmalin wie andere faserige Minerale auch in verschiedenen Erzen und Mineralen vorkommen kann (z. B. Turmalin-Quarz) und durch die nadelartige Durchsetzung die Verarbeitung der Erze erschwert, war die schwarze Varietät bei den Bergleuten nicht gern gesehen. 

Chemisch gesehen ist Schörl ein Eisen-Aluminium-Turmalin, der außerdem Spuren von Calcium, Chrom, Lithium, Magnesium, Mangan und Titanium enthalten kann. Heute ist er ein beliebter Schmuckstein, der außerdem in der Steinheilkunde zu den effektiven Heil- und Schutzsteinen gehört.

Turmalin-Arten und ihre Varietäten 

Waren es vor 20 Jahren noch 12 Turmalin-Arten plus den jeweiligen Untereinteilungen, so erscheint die Vielfalt heute kaum noch überschaubar. Inzwischen gibt es nämlich weit über 40 anerkannte Mineralarten innerhalb der Turmalin-Gruppe, da man in den letzten Jahren immer wieder neue Varietäten entdeckt hat. 

Die Mitglieder dieser "Super-Gruppe" besitzen alle die gleiche Kristallstruktur, unterscheiden sich jedoch in ihrer chemischen Zusammensetzung. Da weit über 90 % aller Turmaline zu den drei Hauptarten "Elbait", "Dravit" und "Schörl" gehören und in der Schmuckherstellung eigentlich nur Elbait, Liddicoatit, Dravit und Schörl eine Rolle spielen, kann man die Liste der Turmalin-Varietäten auch im Bereich der Steinheilkunde reduzierter betrachten.

Elbait

Als Natrium-Aluminium-Turmalin gehört Elbait und all seine "Unterabteilungen" sowohl zu den Schmuck- als auch zu den Heilsteinen. Da roter Rubellit, blauer Indigolith und grüner Verdelith sowie der blaugrüne Paraiba-Turmalin allesamt intensive Farben zeigen können, sind sie als Schmuck- und Edelsteine in der Schmuckherstellung sehr beliebt. Allerdings kommen in der Steinheilkunde auch Trommelsteine und Kristalle zum Einsatz, deren Farbe und Transparenz keine Edelstein-Qualität erreichen. Je nachdem welche Spurenelemente noch zusätzlich im Gefüge des Turmalins zu finden sind, entstehen rote (Mangan), blaue (Eisen und Titanium) oder grüne (Eisen, Chrom, Vanadium) und blaugrüne (Kupfer) Farbtöne.

Dravit und Chrom-Dravit

Die Varietät "Dravit" ist allgemein als Natrium-Magnesium-Aluminium-Turmalin definiert. Sind Fremdstoffe (Eisen, Calcium, Chrom, Mangan, Titan, Vanadium) vorhanden, kann dabei die Färbung recht unterschiedlich ausfallen. In der Steinheilkunde kommt allerdings hauptsächlich der braune Dravit zum Einsatz, obgleich er auch in gelber, grauer und grünlicher Farbe vorkommt. 

Der dunkel- bis fast schwarzgrüne Chrom-Dravit ist durch seinen signifikanten Eisen- und Chrom-Anteil gekennzeichnet, wird jedoch als Heilstein nicht separat erwähnt, da er eine ausgesprochene Rarität unter den Turmalinen ist. 

Schörl 

Der Eisen-Aluminium-Turmalin "Schörl" hat einen hohen Natrium-Gehalt vorzuweisen, sodass dieser auch in seiner chemischen Formel auftaucht. Die Bewertung dieser Turmalin-Varietät hat im Laufe der Zeit eine gewaltige Image-Verbesserung erlebt, denn aus dem "unnützen, unreinen Erz" (Bergmannssprache = Schürl, Schörlein) ist ein respektabler Schmuckstein, aber vor allem ein sehr wichtiger Heilstein geworden. Neben dem hohen Natrium- und Eisengehalt, kann Schörl außerdem Calcium, Chrom, Lithium, Magnesium, Mangan und Vanadium enthalten, die für seine therapeutische Wirkung nicht unwesentlich sind. 

Liddicoatit

Auch diese seltene Turmalin-Art besitzt farbliche Varietäten, die wie die entsprechenden Elbait-Varietäten benannt sind. Der Calcium-Aluminium-Turmalin "Liddicoatit" hat somit auch einen eisenreichen, blauen Indigolith, einen roten Rubellit mit Mangan-Anteil und einen grünen Verdelith mit Eisen-Chrom-Gehalt neben farblosen Exemplaren zu bieten. 

In Edelstein-Qualität ist Liddicoatit allerdings sehr selten, deshalb landen diese Exemplare immer als geschliffene Edelsteine in wertvollen Schmuck-Kreationen. Rohkristalle in minderer Qualität sind allerdings immer noch attraktive, jedoch etwas kostengünstigere Alternativen, die sich auch für eine therapeutische Anwendung bestens eignen. 

Polychrome Varietäten 

Die farbenfrohen Turmalin-Arten "Liddicoatit" und "Elbait" besitzen beide einen nennenswerten Lithium-Gehalt, der in der therapeutischen Anwendung eine Rolle spielt. Vor allem ihre mehrfarbigen "Regenbogen-Kristalle" spiegeln in ihrer Farbenvielfalt eine fantasievolle Kreativität wider.

Kristalle mit Farbverlauf

Mehrfarbige Turmalin-Kristalle mit verschiedenen, nacheinander folgenden Farbzonen sind selten und ihre Farbfolge und Farbkombinationen fallen nie genau gleich aus. Da die chemische Zusammensetzung dieser "Regenbogensteine" entsprechend vielfältig ist, können sie aus verschiedenfarbigem Elbait oder Liddicoatit bestehen, der dann jeweils gut sichtbar getrennte Farbbereiche zeigt. In diesen "Zonen" kann man unterschiedliche Mineralstoffe als farbgebende Einlagerung finden. Typisch ist außerdem je nach Kristall ein mehr oder weniger ausgeprägter "Pleochroismus", bei dem sich der farbliche Eindruck gemäß dem Winkel des Lichteinfalls verändert.

Epizonare Polychromie

Liegen die Farbzonen im Kristall horizontal übereinander, wobei die Übergänge scharf begrenzt oder fließend sein können, spricht man von einer "epizonaren Polychromie". In Brasilien nennt man diese Polychrom-Turmaline auch "Papageios" und der Handel wirbt mit der Bezeichnung "Regenbogen-Turmalin". In seltenen Fällen entsteht dabei ein Turmalin-Kristall mit schwarzer oder roter Spitze, deren unangemessene Handelsnamen hoffentlich inzwischen ausgestorben sind.

Konzentrisch-zonare Polychromie 

Diese zonare Polychromie zeichnet sich durch vertikale Farbzonen aus, die sich ähnlich wie die Wachstumsringe eines Baums nacheinander umgeben. Deshalb kann man die Mehrfarbigkeit dieser Kristalle erst erkennen, wenn man ihren Querschnitt betrachtet. Als Turmalin-Scheiben erinnern sie an "bunte Jahresringe" eines "dreieckigen" Baumes. 

Dabei haben vor allem Scheiben mit einem roten Kern und grünem Rand, sogenannte Wassermelonen-Turmaline, in der Steinheilkunde eine besondere Bedeutung. Von außen betrachtet, handelt es sich hier um einen grünen Turmalin, der erst im Querschnitt seinen roten Kern offenbart, der in Form- und Farbgestaltung dem Anschnitt einer Wassermelone ähnelt. 

Pyramidal-prismatische Polychromie

Bei dieser Polychromie bilden sich während der Entstehung verschiedene "Farbhüllen" um einen Kristallkern, sodass der Längsschnitt mehrere Farbzonen offenlegt, die typischerweise bis zur Kristallspitze reichen. Im Querschnitt zeigt sich gemäß der trigonalen Kristallform, ein klares Dreieck, das von verschiedenfarbigen Hüllen umgeben ist. 

Turmalin-Kristalle mit dreiflügeligen Säulen

Eine Besonderheit unter den polychromen Varietäten sind Turmaline aus Madagaskar, die eine rosafarbene Säule mit drei "Flügeln" ausbilden. Da die vorhandenen, farbgebenden Mangan-Ionen für einen Einbau in die Struktur eines Turmalin-Moleküls vermutlich zu groß waren, konnten sie am ehesten an den drei Kanten der Spitze Platz finden. Die dortige Einlagerung führte während des Kristallwachstums schließlich zu einer "dreiflügeligen Säule" im Kristallinneren, die sich aus schräg gestreiften Schichten zusammensetzt. Somit verursacht Mangan in diesem Falle nicht nur die Rosa-Färbung, sondern beeinflusst auch die innere Struktur der Kristallform.

Dreiflügelige Säulen mit Pedion-Ebenen

Eine weitere Erscheinungsform dieser Polychrom-Turmaline mit dreiflügeliger Säule ist im Kristallinnern durch ein zusätzliches zentrales Dreieck (Pedion) geprägt, das in manchen Ebenen des Kristalls auftaucht. Dreiecke im Innern eines Turmalin-Kristalls sind immer horizontal ausgerichtet, sodass sie sich deutlich von der schräg verlaufenden Schichtung der "Flügel-Säule" absetzen. 

Da diese Pedion-Ebenen jeweils in anderen Farben erscheinen oder intern die Farbe im Millimeterbereich auch wechseln können, fällt die optische Erscheinung verschiedener Querschnitte desselben Turmalin-Kristalls immer unterschiedlich aus. In manchen Kristallabschnitten kann eine Pedion-Ebene sogar ganz fehlen.

Aggregate aus mehreren Einzelkristallen 

Ein "Aggregat-Typus" beschreibt Turmaline aus Madagaskar, die offensichtlich aus Parallelverwachsungen mehrerer einzelner Turmaline entstanden sind, die unerklärlicherweise einer ähnlichen Farbzonen-Bildung folgten. Dabei können vermutlich auch die vereinzelt beobachteten winzigen, längsgerichteten Hohlräume (sog. Wachstumsröhren) entstehen, die ähnlich wie eingelagerte Asbest-Fasern im Inneren eines Minerals wirken. Sie können zu chatoyierenden Lichteffekten (Katzenaugen-Turmalin) oder im Querschnitt auch zu den Lichtringen eines sogenannten "Halo-Effekts" führen. 

Der Querschnitt solcher parallel verwachsener "Turmalin-Aggregate" zeigt typischerweise gleich mehrere Dreiecke, die sich teilweise auch überschneiden. Dabei haben alle verschieden große Dreiecksformen eine ähnliche Abfolgen der Farbhüllen ausgebildet, eine Besonderheit, die wissenschaftlich noch nicht gänzlich erklärt werden kann.

Aggregate aus vielen kleinen Turmalinen oder mit Kernkristall

Ein weiterer "Aggregat-Typus" gibt im Querschnitt ein ganz anderes Erscheinungsbild frei, denn hier sind viele kleine, dicht aneinander gepackte Turmaline zu einer Einheit verwachsen. Der Querschnitt zeigt außerdem, dass auch hier die dreieckige Kristallstruktur des trigonalen Kristallsystems eingehalten wurde und dabei verschiedenfarbige Dreiecksschichten um ein zentrales Dreieck entstanden sind. 

Wenn viele, größere Einzelkristalle um einen großen, zentralen Kernkristall gewachsen sind, zeigt sich im Querschnitt wiederum ein anderer "Aggregat-Typus". Hier hat sich mittig ein dominanter, dreieckiger Turmalin-Kern gebildet, der von vielen verschiedenen, kleineren Einzelkristallen umgeben ist.

Turmalin als Heilstein

Nicht alle Schmuck- und Heilsteine sind gleichermaßen bekannt, doch "Turmalin" dürfte inzwischen namentlich für die meisten Menschen ein Begriff sein. Dabei kann dieses Mitglied aus der Mineralklasse der "Ring-Silikate" mit signifikantem Bor-Gehalt durchaus in der Edelstein-Liga mitspielen, wenn seine Kristalle farblich eine besondere Intensität zeigen und sich die Transparenz entsprechend präsentiert. Diese Turmaline sind dann sehr selten oder gar Raritäten und werden als Edelsteine entsprechend hoch gehandelt. 

In der Steinheilkunde sind allerdings auch die weniger perfekten Turmaline als Heilsteine willkommen, die meistens als Rohkristalle oder Trommelsteine im Handel erscheinen. Dabei spielen sowohl bestimmte monochrome als auch einige polychrome Exemplare in der therapeutischen Anwendung eine Rolle.

Die Edelstein-Farben

Mit dem Namen "Saphir" verbindet man landläufig die Farbe "Blau", obwohl es auch gelbe, rosa und farblose Exemplare gibt. Rubin ist natürlich bekannt für sein namengebendes Rubinrot und Smaragd steht für einen ganz bestimmten Grünton. Diamanten wiederum bestechen in ihrer besten Qualität durch ihre farblose, lupenreine Transparenz, mit der sie die höchsten Verkaufssumme erzielen. Allerdings gibt es auch natürliche Diamanten in Pink-, Grün- oder Blautönen, jedoch sehr selten.

Turmalin als Edelstein-Ersatz

Da die erwähnten Edelsteine aufgrund ihrer farbintensiven Pracht oder farblosen, klaren Reinheit besonders beliebt und teuer sind, kann Turmalin in der Schmuckherstellung eine echte Alternative für viele von ihnen darstellen, denn er kann theoretisch jede Farbe zeigen, die im Mineralreich möglich ist. So taucht er in der Schmuckbranche anstelle von Rubinen oder Smaragden auf, denn er kann farblich ähnlich beeindrucken, wobei sein Marktwert jedoch niederer angesiedelt ist.

In der Steinheilkunde hat die Farbe eines Heilsteins jedoch nicht nur eine ästhetische, sondern auch eine therapeutische Funktion, denn sie bestimmt zusammen mit der jeweiligen chemischen Zusammensetzung und inneren Kristallstruktur über die individuelle Wirkung auf den ganzheitlichen Körper.

Die Farben der Turmalin-Gruppe

Die oben genannten "Famous Four" sind überall als wertvolle Edelsteine bekannt, deren jeweilige Farbe eng mit ihrer Mineralbezeichnung (z. B. Rubinrot, Smaragdgrün) verbunden ist. Turmaline hingegen hinterlassen als Edel- und Heilstein meistens in der menschlichen Vorstellung keine klare farbliche Zuordnung, denn ihr Hauptmerkmal ist ja eine enorme Farbenvielfalt. Diese macht Turmalin zu einem sehr vielseitigen Heilstein, denn die Farbe und die damit einhergehende chemische Zusammensetzung bilden unter anderem die Grundlage für die jeweilige therapeutische Wirkung.

Gemeinsamkeit und Unterschiede

Die Turmalin-Gruppe hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einer wahren "Super-Gruppe" entwickelt, da man immer wieder neue Mineralien entdeckte, die strukturell zu den Turmalinen passen. Obwohl alle Mitglieder dieser Gruppe als Bor-Ring-Silikate im "Trigonalen Kristallsystem" kristallisieren, kann ihre chemische Zusammensetzung jedoch sehr unterschiedlich sein. Diese stofflichen Unterschiede sind verantwortlich für die enorme, farbliche Vielfalt dieser Schmuck- und Heilsteine.

Monochromer Turmalin als Heilstein

Wohl kaum eine andere Mineraliengruppe hat solch eine farbliche Bandbreite zu bieten, wie die "Supergruppe" der Turmaline, die in primäre Gruppen und sekundäre Untergruppen eingeteilt wird. Bei diesen Unterteilungen handelt es sich um eine Idealisierung der jeweiligen chemischen Zusammensetzungen. Da sich die Vielfalt der Turmalin-Gruppe so variantenreich gestaltet, erscheinen hier nur die Beispiele, die man auch in der Steinheilkunde am meisten verwendet.

Einfarbiger Dravit und Uvit

Die magnesium- und aluminiumhaltige Ring-Silikate sind unter den Turmalinen keine Seltenheit und erscheint in Braun-Tönen (Dravit und Uvit), aber auch in "Gelb", "Grün" und "Grau" (Dravit). In der Steinheilkunde kommt vor allem brauner Dravit zum Einsatz, der für Pragmatismus, handwerkliches Geschick und soziales Engagement steht. Er kann den Gemeinschaftssinn fördern, der kreative Impulse gerne hilfsbereit in den Dienst sozialer Projekte stellt. 

Gut für die Haut und das Gewebe 

Körperlich soll brauner Magnesium-Aluminium-Turmalin die Regeneration von Haut, Gewebe und Zellen anregen, weshalb er unter anderem auch für die Heilung von Narben sowie bei Cellulitis und Cellulite hilfreich sein kann. Während Cellulite allerdings eher ein Schönheitsproblem ist, handelt es sich bei Cellulitis jedoch um eine Entzündungserkrankung verschiedener Hautschichten, die unbedingt einer fachgerechten, medizinischen Behandlung bedarf. Deshalb können Dravit und Uvit bei letzterem nur eine zusätzliche, therapeutische Unterstützung sein.

Außerdem soll sich brauner Turmalin entspannend und beruhigend auf das Nervensystem sowie krampflösend auf die Muskulatur auswirken. Demnach kann er bei wiederkehrenden und chronischen Spannungskopfschmerzen hilfreich sein.

Schwarzer Schörl

Diese Turmalin-Art ist schon seit dem Mittelalter in Europa bekannt, doch erst seit der Neuentdeckung der Steinheilkunde im 20. Jahrhundert auch als Heilstein hoch geschätzt. Als einer der stärksten Schutzsteine gegen negative Einflüsse, soll Schörl demnach ein idealer Heilstein für leicht erregbare Gemüter sein, da er nervigen Alltagsstress abschirmen und die Nerven beruhigen kann. Wegen seiner Farbe wirkt er allerdings nicht sehr anziehend auf Kinder, wobei Teenager und Erwachsene den schwarzen, unauffälligen Schmuck- und Heilstein durchaus gerne im Alltag als Trommelstein-Anhänger oder Handschmeichler bei sich tragen.

Schutz und innere Ruhe

Tatsächlich hat der schwarze Eisen-Aluminium-Turmalin in der Steinheilkunde bis heute eine besondere Bedeutung, denn er gilt als ein effektiver Schutzstein, der negative, äußere Einflüsse scheinbar weitestgehend fern halten kann. Durch diese abschirmende Wirkung fördert er eine neutrale Gelassenheit, ein logisches Denken und nüchternes, pragmatisches Handeln. Er kann die Aufmerksamkeit verbessern, da er reizüberflutende Fremdeinwirkungen und ständige äußere Störfaktoren erträglicher macht, sodass man sich endlich auf die eigenen Aufgaben, Bedürfnisse, Gedanken und Ziele konzentrieren kann.

Schmerzlindernde Entspannung 

Körperlich soll Schörl bei Verspannungen und den daraus entstehenden Schmerzen helfen sowie leichte Taubheitsgefühle in den Gliedern vertreiben. Bei Strahleneinflüssen und Reizüberflutung soll er außerdem die verschiedenen, unspezifischen Symptome lindern, die bei hypersensiblen Personen (HSP) auftreten können. Durch seine entspannende Wirkung kann er zusätzlich den Schlaf verbessern

Gegenanzeige: 

Wer sich einsam, isoliert oder vom Leben abgeschnitten fühlt und sich beispielsweise aus Enttäuschung sehr zurückgezogen hat, sollte Schörl nicht für sich nutzen. Ebenso bei Lethargie und antriebsloser Melancholie ist dieser Turmalin eher kontraproduktiv, da er die jeweilige Gefühlslage im schlechtesten Falle noch verschlimmern kann. Hier ist ein bunter Turmalin eindeutig die bessere Wahl, der das Denken und Fühlen mit Fantasie und Lebensfreude bereichern kann. 

Elbait und Liddicoatit

Elbaite und Liddicoatite bilden je eine Turmalin-Art für sich und kommen in allen Farben, inklusive farblos vor. In Ausnahmefällen kann ein prismatischer Elbait-Kristall sogar bis zu einem Meter lang sein, wogegen Liddicoatit wesentlich seltener und in kleineren Dimensionen anzutreffen ist. Die beiden Turmalin-Arten unterscheiden sich durch ihre chemische Zusammensetzung und bilden jeweils eine "Turmalin-Untergruppe" mit eigenen farblichen Varietäten. 

Unterschiede und Gemeinsamkeiten

So ist Elbait als Natrium-Aluminium-Turmalin und Liddicoatit als Calcium-Aluminium-Turmalin definiert, wobei beide einen zusätzlichen Lithium-Anteil besitzen, der vor allem für die Anwendung als Heilstein entscheidend ist. Die Farbvarietäten "Indigolith", "Rubellit" und "Verdelith" können dabei jeweils aus der Elbait- oder Liddicoatit-Gruppe stammen.

Indigolith

Diese farbliche Varietät ist gemäß ihrer Bezeichnung ein blauer Turmalin, der in der Steinheilkunde für Toleranz und Verantwortungsbewusstsein steht. Man setzt diese Rarität unter den Turmalinen bei Gefühlsblockaden ein, damit sich Ängste, Trauer und Enttäuschungen mit der Zeit auflösen können. Indigolith fördert außerdem die Wahrheitsliebe, Loyalität und Toleranz, sodass man authentisch, offener und verantwortungsvoll im persönlichen Umfeld agieren kann. Das Streben nach geistiger Freiheit und eigenen Wertmaßstäben steht hier im Mittelpunkt.

Körperlich soll ein blauer Turmalin den Wasserhaushalt beeinflussen und die Ausscheidung über die Nieren und Blase anregen. Daher kann er bei Flüssigkeitseinlagerung im Körpergewebe (Ödeme) eine therapiebegleitende Hilfe sein. Außerdem soll er leichte Brandwunden schneller abheilen lassen.

Rubellit

Die Farbvarietät "Rubellit" deckt alle rosafarbenen, roten bis pinkfarbenen Turmaline aus der Elbait- oder Liddicoatit-Untergruppe ab. Ihre Bezeichnung bezieht sich auf das mögliche Rubinrot dieses Turmalins, denn so mancher mittelalterliche "Rubin" hat sich später als roter Turmalin entpuppt (beispielsweise in der "Wenzelskrone" der böhmischen Königskrone aus dem 14. Jahrhundert).

Rote Farbtöne besitzen allgemein eine belebende Wirkung, wobei diese durch die Intensität des jeweiligen Rottons zunimmt. Intensive rote oder pinkfarbene Turmaline stehen vor allem für Lebens- und Kontaktfreude sowie Lebendigkeit und Hingabefähigkeit. Sie wirken im Bereich des Wurzel- und Sakral-Chakras am besten auf die Geschlechtsorgane und die Libido, sodass man auf eine Steigerung sinnlicher und erotischer Freuden hoffen darf. Außerdem soll roter Elbait oder Liddicoatit ebenso die Durchblutung und Blutreinigung anregen sowie die Funktion der Leber und Milz unterstützen.

Rosafarbener Rubellit hingegen beeinflusst das Herz-Chakra am besten, sodass sich ein aufgewühltes Herz beruhigen lässt und eine Stärkung erfährt. Diese kann sich nicht zuletzt auch harmonisierend auf das Nervensystem und den gesamten Organismus auswirken. 

Apyrit (aus Sibirien "Siberit")

Eine extrem seltene, violette Farbvarietät des Rubellits hat in der Steinheilkunde einen eigenen Wirkbereich. Sie gehört zu den Rubellit-Raritäten, ist aber farblich ziemlich zurückhaltend und unscheinbar. Apyrit steht für Weisheit und Seelenfrieden, der sein Umfeld in Harmonie wahrnimmt. Violetter Rubellit soll vor allem dabei helfen, für ein bestimmtes Problem den besten, gangbaren Lösungsweg zu finden, damit alle beteiligten Parteien kompromissbereit profitieren können.

Körperlich kann sich Apyrit harmonisierend auf das Nervensystem, Gehirn und den Hormonhaushalt auswirken. Er soll zusätzlich auch die Atmung (Lunge) und Funktion des Darms regulieren und verbessern.

Verdelith 

Die grüne Farbvarietät "Verdelith" ist aus wissenschaftlicher Sicht vermutlich ebenso wie Indigolith aus einer Kristallmischung aus Elbait und Schörl entstanden, allerdings sind die genauen Entstehungsmechanismen der jeweiligen Farberscheinungen noch nicht hinreichend untersucht und geklärt. 

In der Steinheilkunde steht der grüne Turmalin aus der Elbait- oder Liddicoatit-Untergruppe für Herzensangelegenheiten, wie Dankbarkeit, Wundergläubigkeit und Menschenliebe. Verdelith fördert somit nicht nur das Interesse an den Mitmenschen, sondern auch an den Wundern der Natur, sodass aufgeschlossenes, ökologisches Denken und Handeln an Bedeutung gewinnt. Deshalb bringt die grüne Farbvarietät Lebensfreude, eine ganzheitliche Regeneration und hilft dabei verloren geglaubte Träume neu zu beleben und sich umzuorientieren, wenn man in einer Sackgasse steckt.

Körperlich soll Verdelith die Funktion der Nerven und des Darms unterstützen, sowie die Gelenke und das Funktionsgewebe (Parenchym) stärken. Er soll die Ausscheidung über den Dickdarm anregen und sowohl bei Verstopfung als auch Durchfall helfen. Außerdem kann Verdelith auf dem Herz-Chakra eine positive Wirkung auf das Herz und die Lunge (Atmung) zeigen, aber auch therapiebegleitend hilfreich bei degenerativen Vorgängen im Körper sein.

Paraíba-Turmalin 

Diese türkisfarbene Elbait-Varietät gehört zu den besonderen Raritäten im Bereich der Edelsteine und wurde erstmals im Jahre 1989 in Brasilien entdeckt. Für die Steinheilkunde ist hier der hohe Kupfergehalt besonders bedeutend.

In der Steinheilkunde steht ein Paraíba-Turmalin für Weisheit, ein allumfassendes Schönheitsempfinden und eine innige Liebe zur Umwelt. Er lässt den Gerechtigkeitssinn in den Vordergrund treten, der ein sozialverträgliches Miteinander einfordert. Da dieser Elbait außerdem die Entscheidungsfähigkeit stärken kann, setzt man ihn bevorzugt in Phasen der Verwirrung und Orientierungslosigkeit ein, um wieder eine passende Richtung zu finden.

Körperlich soll Paraíba-Turmalin entsprechend Gehirn und Nerven anregen, aber auch die Funktion der Leber und aller Hormondrüsen verbessern. Da Paraíba-Turmaline die Hormonproduktion ankurbeln können, sollte man sie nicht dauerhaft tragen, sondern immer mal wieder eine Anwendungspause einlegen.

Polychromer Turmalin als Heilstein

In der Entstehungsphase eines Turmalins entscheiden immer die eingelagerten Mineralien und die lokalen Bedingungen über sein späteres Erscheinungsbild, wobei die innere, strukturelle Komplexität und farbliche Vielfalt eines Polychrom-Turmalins gegenüber den monochromen Exemplaren deutlich höher ist (siehe "Polychrome Varietäten").

Besonders beliebt sind die farbenfrohen Turmalin-Kristalle nicht nur bei Kindern, denn der polychrome Farbverlauf kann an einen Regenbogen erinnern. Diese bunten Heilsteine verbinden die Eigenschaften verschiedener Farbvarietäten und sind deshalb therapeutisch sehr vielseitig. Querschnitte der verschiedenen, polychromen Kristalle sind als Turmalin-Scheiben in der Steinheilkunde außerdem im Einsatz.

Entwicklung und Harmonie

Polychrom-Turmalin fördert im Allgemeinen zwar nicht nur bei Kindern die seelische Entfaltung, aber durch seine Buntheit und vielfältige Zusammensetzung eignet er sich besonders gut für die Persönlichkeitsentwicklung von Heranwachsenden. Was jedoch nicht bedeutet, dass Erwachsene keine Weiterentwicklung nötig hätten, denn klare Gedanken und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten helfen, in jedem Alter sichere Entscheidungen zu treffen. 

Außerdem können bunte Turmaline ein harmonisches Zusammenleben, den Gemeinschaftssinn und die Hilfsbereitschaft fördern, was allen Generationen nur Vorteile bringt. Da es diese wunderschönen Schmuck-, Edel- und Heilsteine möglich machen, wichtige Entwicklungen und Prozesse im Alltag besser wahrzunehmen, kann man sinnvoll und angemessen agieren oder reagieren.

Farbkontraste verbinden

Zweifarbiger Turmalin zeigt oft nicht nur einen optisch schönen, farblichen Kontrast, sondern in der therapeutischen Anwendung auch eine verbindende Wirkung von vermeintlichen Gegensätzen. So sind Polychrom-Turmaline in Dunkelblau und Rosa  besonders beliebt, da diese Farbkombination nicht nur ästhetisch ansprechend und kontrastreich ist, sondern auch in uns Ratio und Emotion gleichermaßen anspricht. Ebenso geschätzt sind schwarz-gelbe Turmaline, die Schutzbedürfnis und Unternehmungslust in Einklang bringen können. Geerdetes Vertrauen, handwerkliche Kreativität und ein Gefühl von Verbundenheit kann wiederum die Kombination aus Petrol- und Dunkel- bis Braungrün fördern. 

Bunt steht für Kreativität und Fantasie

Im Allgemeinen stehen mehr- oder vielfarbige Turmaline für Ideenreichtum und fantasievolle, aber auch pragmatische Kreativität, die nicht nur in Träumereien und Luftschlössern endet. Wer also in diesen Bereichen bei sich ein Defizit verspürt und etwas nachhelfen möchte, sollte sich eine bunte Turmalin-Kette zulegen, die man auch mit verschiedenfarbigen Turmalin-Bruchstücken recht kostengünstig erwerben kann. Eine Alternative dazu ist ein Polychrom-Turmalin-Anhänger, den man je nach Farbgestaltung als Kristall auf dem entsprechenden Chakra platzieren kann.

Farbenfrohe Kristalle mit ganzheitlicher Wirkung

Da sich Turmalin ganzheitlich harmonisierend auf Körper, Geist und Seele auswirken kann, empfiehlt die Steinheilkunde Polychrom-Turmaline besonders zur Stärkung des Nerven- und Immunsystems. So kann sich im Bestfall eine innere Ruhe ausbreiten, bei der sich alle Stoffwechselvorgänge im Körper nebst dem Hormonsystem mit der Zeit psychosomatisch verbessern können. Körperliche und seelische Probleme gehen nämlich meistens Hand in Hand und nicht immer ist klar, wo der auslösende Ursprung einer gesundheitlichen Blockade liegt. Manchmal sind körperliche Dysfunktionen an unerklärlicher Niedergeschlagenheit oder an Wutanfällen schuld, ein anderes Mal führen jedoch seelische Nöte zu körperlichen Beschwerden.

Wassermelonen-Turmalin

Eine farbliche Besonderheit unter den Turmalinen ist der sogenannte "Wassermelonen-Turmalin", der mit seiner äußeren grünen Färbung und dem roten Kern, tatsächlich an dieses Gewächs aus der Familie der Kürbisse erinnert. Allerdings erscheint dieser optische Eindruck erst im Querschnitt solcher Kristalle. Die so entstandenen Turmalin-Scheiben lassen sich hervorragend auf das Sakral- (Unterbauch) oder Wurzel-Chakra (Schambein) auflegen, um dort ihre belebende und stimmungsaufhellende Wirkung zu entfalten. Diese polychrome Turmalin-Varietät soll Gefühle von Geborgenheit, Verständnis und Freundschaft vermitteln, weshalb die Steinheilkunde Wassermelonen-Turmalin bei allgemeinen Ängsten bis hin zu Depressionen einsetzt.

Körperlich soll dieser Heilstein mit seinem Rot-Grün-Farbkontrast vor allem das Herz stärken, das besonders unter regelmäßigen Angstzuständen leidet. Außerdem kann Wassermelonen-Turmalin die Regeneration der Nerven fördert, sodass die Steinheilkunde diese Turmalin-Scheiben auch therapiebegleitend bei Lähmungserscheinungen empfiehlt.

Turmalin-Katzenauge 

Der besondere optische Effekt der Katzenaugen-Bildung (Chatoyance) kommt bei Turmalinen eher selten vor, und doch gibt es dazu Untersuchungen und entsprechende Heilberichte aus der Steinheilkunde. So steht dieser faserige Turmalin mit charakteristischem Lichtschimmer für Fantasie und Ideenreichtum sowie einen neuen Blickwinkel, der das Besondere des vermeintlich Alltäglichen offenlegt. 

Körperlich soll sich das Turmalin-Katzenauge vor allem positiv auf die Gelenke und das Nervensystem sowie den Kopf (Gehirn) und die Sinneswahrnehmung (Sinnesorgane) auswirken. Über die Ausscheidung (Darm) kann dieser Heilstein außerdem auch eine entgiftende Wirkung auf den gesamten Organismus zeigen und dabei therapiebegleitend hilfreich bei Schmerzen in den Gelenken sein, deren Ursache in ungesunden Ablagerungen durch eine falsche Ernährung liegt. Hier spielt natürlich ein gesunder Lebenswandel und eine angepasste Ernährung eine Hauptrolle, ohne die ein Heilstein wenig ausrichten kann.

Turmalinquarz

Obgleich Turmalinquarz eine Varietät des Quarzes ist, soll er trotzdem wegen seiner schwarzen Turmalin-Einschlüsse kurz auf dieser "Turmalin-Seite" erwähnt werden. 

Dieser Heilstein besteht meistens aus einem durchsichtigen Bergkristall, in dem schwarze Turmalin-Stäbchen (Schörl) im Quarzinneren eingeschlossen wurden. Turmalin-durchsetzte Quarze ("turmalinierte Quarze") kommen relativ häufig vor und sind deshalb gut auf dem Markt vertreten.

Seelisch kann Turmalinquarz dabei helfen, innere Konflikte aufzulösen, wobei sich ein stark polarisierendes Entweder-Oder in ein harmonisches, vereinigendes Sowohl-Als-Auch transformieren kann. Dadurch dass sich hier Polaritäten mit der Zeit verbinden, kann der seelische Kampf enden und auch der Geist schließlich Ruhe finden.

Körperlich soll Turmalinquarz entsprechend entspannend wirken, sodass Verkrampfungen und Verhärtungen nach und nach verschwinden können. Regelmäßig mit Hautkontakt getragen, kann dieser Quarz mit Schörl-Anteilen die Nerven stärken, die Reinigung und Entgiftung des Körpers über die Ausscheidung unterstützen und damit eine vitale Beweglichkeit fördern.

Turmalin in der Anwendung

Wie bei den meisten Heilsteinen empfiehlt die Steinheilkunde auch bei Turmalin einen direkten Hautkontakt, wobei man Ketten aus Turmalin-Bruchstücken, Trommelstein- und Kristall-Anhänger allgemein eine längere Zeit regelmäßig tragen kann (außer Paraíba-Turmalin). Bei körperlichen Beschwerden oder einem präzisen seelisch-geistigen Heilwunsch sollte man jedoch die passende Turmalin-Farbvarietät wählen und auch das dazugehörige Hauptchakra berücksichtigen. Aufgrund der verschiedenen Wirkspektren des Turmalins rät die Steinheilkunde beispielsweise nach Hautverletzungen, Schnittwunden und Operationen, braune Turmaline wie Dravit und Uvit oder schwarzen Schörl zu bevorzugen.

Wundheilung und Narbenentstörung

Damit nach einer Verletzung der Haut das gebildete Narbengewebe völlig abheilen kann, sollte man den gewählten Heilstein mit einem Pflaster oder Tape auf die geschlossene, verheilte Wunde kleben, damit diese entstört wird und eine möglichst geringe Narbenbildung zurückbleibt. Da Narben den Energiefluss im Körper (Meridiane) stören können, vor allem wenn sie quer zum Körper bzw. Körperglied verlaufen, sollte man einen Turmalin-Kristall solange dort in Fließrichtung des betroffenen Meridians platzieren bis Schmerzen und Gefühle der Taubheit abgeklungen sind. Hier sollen hauptsächlich braune Turmaline wie Dravit oder Uvit eine Verbesserung herbeiführen, aber auch der leichter erhältliche Schörl eignet sich.



Turmalin-Schmuck

Die wertvollsten und teuersten Turmaline von allen

Den bisher Wertvollsten unter allen Turmalinen hat man erstmals im Jahre 1989 im Nordosten Brasiliens gefunden und er ist nach seinem Fundort, dem brasilianischen Bundesstaat "Paraíba" bzw. Fluss "Rio Paraíba" benannt. Der sogenannte "Paraíba-Turmalin" besitzt eine ganz besondere Farbe und Leuchtkraft, die bislang viele blaugrüne Edelsteine überstrahlen kann.

"Electric Blue" und "Lagoon"

Das außergewöhnliche Blau "Electric Blue" und die verschiedenen "Lagoon"-Farbtöne dieses Turmalins entstehen durch Einlagerungen von Kupfer und Mangan. Je nach Größe und Qualität kann ein Paraíba-Turmalin zwischen 10.000 und 50.000 Euro kosten. Inzwischen sind allerdings die Vorkommen in Paraíba so gut wie erschöpft, was die Preise der vorhandenen Exemplare noch deutlich in die Höhe treiben dürfte.

Manipulierte Turmalin-Farben

Da die teuerste, türkis leuchtende Farbvariante des Paraíba-Turmalins "Electric Blue" auf dem Markt in natürlich entstandener Form inzwischen kaum bis gar nicht mehr zu finden ist, hilft die Edelstein-Schmuckindustrie natürlich nach. Durch zusätzliche, ausgeklügelte Wärmebehandlungen kann man die gefragtesten Türkis- und Blautöne künstlich herbeiführen.

Der teuerste Paraíba-Turmalin der Welt 

Mit einem Gewicht von fast 192 Karat ist der "Eternal Carolina Divine Paraíba-Tourmaline" heute in eine Halskette gefasst, die eine kanadische Goldschmiedin angefertigt hat. Der Wert des Schmuckstücks liegt bei etwa 125 Millionen US-Dollar.

Die Rarität "Chrom-Dravit"

Aus dem Jahre 1960 stammt der Fund eines chromhaltigen Turmalins mit einem beeindruckenden Grünton, der mit dem Edelstein "Smaragd" ohne weiteres mithalten kann. Dieser Turmalin gehört in die Dravit-Untergruppe und ist bis heute eine wahre Rarität unter den Turmalinen geblieben. Deshalb ist Chrom-Dravit mit einem intensiven Smaragdgrün entsprechend hochpreisig angesiedelt. 

Minderwertigere Farben im dunkel- bis braungrünen Bereich machen Chrom-Dravit allerdings erschwinglich, sodass die Preise je nach Größe, Farbe und Zustand bei um die 6 bis 20 Euro (bräunliche Rohsteine) liegen. Mit wertvollem Facettenschliff und attraktiven Grüntönen werden die Preise mindestens zwei-, aber oft drei- und selten auch vierstellig.

Edelstein-Kriterien als Wertmaßstab

Gewicht, Farbe und Reinheit... diese drei Kriterien bestimmen den Preis eines jeden Edelsteins. Alle Diamanten, Rubine, Smaragde und Saphire müssen sich dieser Bewertung stellen, da machen natürlich auch andere Schmuck- und Edelsteine wie Turmalin keine Ausnahme. Doch es gibt noch andere Maßstäbe jenseits von Gewicht, Farbe und Reinheit.

Die Farbkombination und Erscheinungsform steigern den Wert

Der Fund eines Polychrom-Turmalins aus dem Jahre 2011 in Brasilien hat die bis dahin geltenden Turmalin-Maßstäbe fast gesprengt, denn sein atemberaubender Farbverlauf versetzte die Fachwelt in Erstaunen. Hier thront ein imposanter Turmalin-Kristall in hellem Pink, leuchtendem Blau und tiefem Violett auf einem kontrastierenden, weißen Albit... 

Kein Wunder also, dass diese beeindruckende Rarität in ihrer einzigartigen Kombination auf dem Markt einen Wert von 1,2 Millionen US-Dollar besitzt. Allerdings reicht selbst dieser spektakuläre Turmalin-Fund mit Alleinstellungsmerkmal nicht an die Wertigkeit eines besonderen Diamanten heran, denn beispielsweise der rosafarbene Diamant "Pink Star" erzielte 2017 einen Verkaufswert von unglaublichen 71, 2 Millionen US-Dollar. Hier kann ein Turmalin bisher nicht mithalten, aber manche von ihnen erreichen doch stattliche Verkaufssummen und angesichts ihrer Farbenpracht und Schönheit, kann trotzdem manch anderer Edelstein in ihrer Gegenwart verblassen.

Turmalin Entstehung

Die weltweit häufigsten Bor-Ring-Silikate sind eindeutig Turmaline, denn sie kommen hauptsächlich in der Erdkruste und in vielerlei Gesteinen mit unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung vor. Sie entstehen in einer "Primären Bildung" aus saurem Magma mit hohem Bor-Gehalt. Da Bor und auch Lithium zu den "inkompatiblen Elementen" gehören, die von den meisten Mineralien nicht ins Kristallgefüge eingebaut werden können, verbleibt eine große Menge dieser Elemente nach der Kristallisation in der Restschmelze. In sauren, magmatischen Tiefengesteinen, wie beispielsweise Granit (Plutonit), ist schließlich die Anreicherung an Bor und Lithium so hoch, dass hier nicht nur viele sondern auch große Turmalin-Kristalle entstehen können. 

Primäre Mineral-Bildung

Als typisches "Kontaktmineral", das in schon vorhandenen Gesteinen entsteht, auf die Magma einwirken kann, bildet sich Turmalin sowohl liquid-magmatisch oder pegmatitisch als auch pneumatolytisch oder hydrothermal. Dabei hängt seine spätere Zusammensetzung vom stofflichen Reichtum der Ursprungsgesteine und des Magmas ab. 

Liquid-magmatische Entstehung

Da die Mineralstoffe während einer liquid-magmatischen Bildung zum größten Teil aus dem flüssigen, heißen Magma selbst stammen, können sich die Turmalin-Kristalle hier frei entfalten und auskristallisieren, während sich erster Felsspat und langsam auch das spätere Gestein bildet. Deshalb kann man vollausgebildete Turmalin-Kristalle in ihrer charakteristischen Kristallform (idiomorph) fest eingebettet beispielsweise in granitischen Gesteinen finden. In dieser Phase entstehen hauptsächlich Turmaline mit hohem Eisen- und Magnesium-Gehalt, wie Dravit und Schörl.

Pegmatitische Entstehung

Die stoffliche Zusammensetzung dieser pegmatitisch entstandenen Turmaline ist einerseits durch das einwirkende Magma (Bor und Silikate) und andererseits durch die Bestandteile des vorhandenen Gesteins (v. a. metallische Mineralien wie Eisen) geprägt, die durch die heiße Gesteinsschmelze herausgelöst wurden. Turmalin entsteht hier in der Kontaktzone zwischen Gestein und Magma in den Gängen und Gesteinsblasen des Pegmatits (Miarolen). 

Da auch in dieser Entstehungsphase meistens das Element "Eisen" dominiert, bilden sich pegmatitisch hauptsächlich schwarze (Schörl), aber auch die seltenen Turmaline "Elbait" und "Liddicoatit" sowie Olenit, Feruvit, Foitit und Uvit.

Pneumatolytische Entstehung

Hier kommen Borsäure-Dämpfe ins Spiel, die Mineralien mit Silikat-Gehalt im vorhandenen Umgebungsgestein auflösen. Je nach stofflicher Zusammensetzung der entstandenen Lösung bilden sich danach Turmaline aus, die meistens eisenhaltig sind (Schörl), aber auch von der möglichen Anwesenheit anderer Mineralstoffe wie Lithium, Magnesium oder Mangan profitieren.

Bei geringem Eisen-Vorkommen können aus den erwähnten Elementen schließlich pneumatolytisch Elbait, Dravit und der äußerst seltene Tsilaisit entstehen, wobei sich in dieser Phase auch die Edelstein-Qualitäten des Elbaits "Indigolith", "Rubellit" und "Verdelith" bilden können.

Hydrothermale Entstehung

Heißes Wasser ist in dieser Form der Mineralbildung der "Hauptakteur", denn hier wirkt die hochtemperierte Flüssigkeit auf das Umgebungsgestein ein, sodass sich Mineralstoffe herauslösen und in der wässrigen Lösung verbleiben. Während die so entstandene Mineralstoff-Flüssigkeit wieder langsam abkühlt, können sich neue Mineralien bilden, wobei ein hoher Bor-Anteil zur Turmalin-Entstehung führt. Diese kann man dann später in hydrothermal gebildeten Hohlräumen von Drusen finden. 

In dieser Phase entstehen vorzugsweise durchsichtige, sehr reine Turmaline in Edelstein-Qualität wie der farblose Achroit und die Farbvarietäten "Indigolith" (blau), "Rubellit" (rot) und "Verdelith" (grün) der Turmalin-Varietäten "Elbait" und "Liddicoatit". Allerdings müssen hier die Ursprungsgesteine (z. B. Granit) einen besonders hohen Lithium-Gehalt besitzen.

Turmalin-Fundorte

Als Bestandteil der Erdkruste, kann man Turmaline theoretisch überall finden, wo sich Bor angereichert hat. Das Bor-Ring-Silikat ist somit keine Seltenheit, wobei vor allem die schwarze Turmalin-Varietät "Schörl" sehr häufig vorkommt und auch seine faserigen Kristall-Nadeln in Erzen und anderen Mineralen hinterlässt. 

Turmalin in Tiefengesteinen 

Da saure Magmatite einen hohen Bor-Anteil besitzen, kann man viele und teilweise auch recht große Turmalin-Kristalle eingebettet in Tiefengesteinen (Plutonite) wie Diorit und Granit sowie Pegmatiten (grobkörnige, magmatische Gesteine) finden. In Graniten und deren Pegmatiten, aber auch in feinkörnigen Ganggesteinen wie Apliten mit hohem Lithium-Gehalt kristallisieren u. a. die beliebten Turmalin-Varietäten "Elbait" und "Liddicoatit". Ist der Lithium-Anteil in den Pegmatiten jedoch eher gering, entstehen dagegen schwarzer Schörl oder durch Oxidation brauner Buergerit.

Turmalin in Hohlräumen 

Während hydrothermale Lösungen auf das Ursprungsgestein einwirken und Mineralstoffe herauslösen, fließen sie in Risse, Spalten und Klüfte. In der Kontaktzone der Gesteine und Mineralien mit Bor-Gehalt entsteht so eine Mineralstoff-Lösung, die schon vor Ort wieder neue Mineralien wie beispielsweise Turmalin entstehen lässt. Somit kann man Turmaline auch in Gängen und blasenförmigen Hohlräumen (Drusen) finden, deren Wände von Turmalinen übersät sind. Auf größeren Gesteinsflächen kann sich auch ein sogenannter "Kristallrasen" aus vielen kleinen, aufgewachsenen Turmalin-Kristallen bilden. 

Turmalin in Metamorphiten

Diese "Umwandlungsgesteine" sind tief in der Erdkruste aus dortigen Ursprungsgesteinen entstanden, wobei sie sich durch eine Umkristallisation der Gesteine (Metamorphose) unter großem Druck und/oder hohen Temperaturen auszeichnen. Hier ändert sich der feste Aggregatzustand nicht, denn es findet keine aufschmelzende Verflüssigung der Ursprungsgesteine statt. Während der Metamorphose werden vorhandene Schichtsilikate wie beispielsweise Muskovit, Glaukonit oder Illit mit hohem Bor-Gehalt nach und nach abgebaut, sodass aus den freiwerdenden Stoffen Turmaline entstehen können. Somit kann man Turmalin auch als Begleitmineral in beispielsweise Gneis, Schiefer (vor allem Glimmerschiefer) oder Quarzit finden.

Turmalin in Sedimenten

Nicht alle Gesteine und Minerale sind witterungsbeständig, doch Turmaline überstehen aufgrund ihrer hohen Mohshärte von 7 bis 7,5 auch den Abtransport durch Regenbäche und Flüsse in tiefere Lagen. Deshalb kann man sie auch in Sedimenten wie Sandsteinen finden. Turmaline reichern sich zusammen mit anderen witterungsresistenten Mineralien wie Granat oder Zirkon in sogenannten "Seifen" an, die als Lagerstätte von verschiedenen Mineralien auch wertvolle Edelsteine beinhalten können.

Während der Verfestigung dieser Sedimente und Seifenlagerstätten (Diagenese) können auf den vorhandenen, rundgewaschenen Turmalin-Körnern erneut Kristalle wachsen, wobei verschiedene Turmalin-Mischkristalle (z. B. Foitit-Dravit) entstehen.

Kristallsystem, Aufbau und Erscheinungsform

Als Bor-Silikat gehört Turmalin in die Mineralklasse der Ring-Silikate, die aus sehr komplexen Strukturen bestehen. Grundsätzlich setzt sich ein Turmalin aus sechs Komponenten zusammen, die in sich immer im gleichen Verhältnis auftauchen.

Positive, negative Teilchen und zentraler Silikatring

Die positiv geladenen Teilchen (Kationen) bilden sich aus bis zu drei verschiedenen Metallen immer im Verhältnis 1 : 3 : 6, während sich die negativ geladenen Teilchen (Anionen) aus Hydroxid-Gruppen oder Fluorid-Ionen, Borat-Gruppen und dem zentralen Silikatring im Verhältnis 4 : 3 : 1 zusammensetzen. Daraus entstehen so komplexe, vielfältige Strukturformeln, die eher an organische als an mineralische Strukturen erinnern. 

Die Turmalin-Gitterstruktur

Da sich bei einem Turmalin-Gitter Silikatring auf Silikatring stapelt, entstehen faserartige Strukturen, die an den Seitenflächen eines Turmalin-Kristalls deutlich sichtbare, charakteristische Längsrillen verursachen. Dadurch wird auch die Entstehung winziger Hohlräume (sogenannte "Wachstumsröhren") im Kristallinneren möglich.

Vereinfacht dargestellt besteht Turmalin aus Silicium- und Sauerstoffatomen, die Silikatringe bilden, in die Fluorid-Ionen oder Hydroxid-Gruppen sowie Bor und ein- bis dreiwertige Metalle eingebaut sind. 

Mögliche Metalle in Turmalinen

Einwertige Metalle können Natrium (Na) und Kalium (K) oder bei Elbait oder Liddicoatit auch Lithium (Li) sein, während Calcium (Ca), Eisen (Fe), Magnesium (Mg) und Mangan (Mn) als zweiwertige Metalle vorkommen. Doch Eisen kann neben Aluminium (Al), Chrom (Cr), Titan (Ti) oder Vanadium (V) auch dreiwertig im Turmalin-Gitter eingebaut sein, wobei Titan und Vanadium eher selten in Turmalinen zu finden sind.

Mögliche Spurenelemente in Turmalinen

Da auch Fremdstoffe und Spurenelemente aus der Umgebung des Entstehungsortes oft im Gefüge Platz finden und das Erscheinungsbild eines Turmalins wesentlich beeinflussen, sind die Funde je Lokalität stofflich sehr individuell zusammengesetzt. Dies beweist beispielsweise der baugrüne "Paraíba-Turmalin", der charakteristisch für seinen Fundort ist, denn der lokal vorkommende Kupfer-Gehalt verursacht unter anderem die spektakulären blauen und grünen Farbtöne dieses Edelsteins. 

Seltenere Spurenelemente im Turmalin-Gitter

Einige Spurenelemente, die im Turmalin seltener vorkommen können, gehören zu den sogenannten "Seltenen Erden", die in unserer High-Tech-Welt eine große Rolle spielen. So kann man in manchen Turmalinen Cer (Ce),  Lanthan (La), Scandium (Sc) oder Yttrium (Y) finden.

Weitere Elemente sind Barium (Ba), Beryllium (Be), Blei (Pb), Cäsium (Cs), Gallium (Ga), Germanium (Ge), Cobalt (Co), Kupfer (Cu), Molybdän (Mo), Nickel (Ni), Niob (Nb), Rubidium (Rb), Strontium (Sr), Wismut (Bi), Zink (Zn) und Zirkonium (Zr). 

Der trigonale Turmalin

Alle Turmaline kristallisieren im "Trigonalen Kristallsystem" und bilden deshalb Kristalle mit einem dreieckigen Querschnitt. Dabei sind die drei Seitenflächen leicht nach außen gewölbt und zeigen charakteristische Längsrillen, die in der Turmalin-Struktur durch die Stapelung der Ringsilikate entstehen. Meistens findet man langprismatische Kristalle, die eine dreiflächige Spitze oder glatte bis unregelmäßig-fasrige Endflächen besitzen, dazu gehören vor allem Schörl-, Elbait- und Liddicoatit-Kristalle. Sogenannte "Turmalin-Stäbchen" zeigen entsprechend einen nadelförmigen Habitus

Seltener sind kurzprismatische, dreieckige Kristalle, die einen isometrischen Eindruck hinterlassen (z. B. Dravit), bei denen das Verhältnis von Kristalllänge zum Kristall-Durchmesser etwa gleich ist. Auch tafelige Kristalle (z. B. Uvit), die meistens flächig kristallisieren und nur wenig an Höhenwachstum zeigen, kommen vor.

Turmalin-Verwachsungen

Ganz typisch für Turmaline sind ihre vielfältigen Formen an Verwachsungen, die aus parallel verwachsenen, einzelnen "Stängeln" bündelartige Aggregate bilden können. Büschel-förmige bis radial-strahlige Aggregate wiederum entstehen aus langprismatischen Kristallen, die an einem Ausgangspunkt entsprechend verwachsen sind. Dabei zeigen die Kristall-Enden bei einer radial-strahligen "Turmalin-Sonne" in alle Richtungen, wogegen bei sogenannten "Turmalin-Krähenfüßen" die Kristalle von einem verbindenden Ausgangspunkt nur büschel-förmig in bestimmte Richtungen gewachsen sind.

Mögliche Verwachsungsformen

Weitere Turmalin-Verwachsungen besitzen die Form eines geschlossenen Nadelbaum-Zapfens oder ähneln einer wirren, ungeordneten Grasfläche (Kristallrasen), doch auch körnig-dichte Massen kommen vor. Natürlich kann man nicht nur Verwachsungen von Turmalinen untereinander finden, denn das Mineralreich bringt auch attraktive Paragenesen mit anderen hydrothermal oder pneumatolytisch entstandenen Mineralien hervor. Sammelstufen aus Turmalin mit Quarz, Feldspat oder Glimmer sind dabei ganz besonders beliebt, da sie oft attraktive, farbliche Kontraste bilden.

Turmalin-Bestimmungsmerkmale

Trotz vieler Unterschiede (Farbenvielfalt, unterschiedliche stoffliche Zusammensetzung, verschiedener Habitus), gibt es unter den Turmalinen neben dem Kristallaufbau nach dem "Trigonalen Kristallsystem" noch weitere gemeinsame Merkmale. Allerdings nicht sehr viele, die Mohshärte von 7 bis 7,5 und die Dichte von 3,02 bis 3,26 gehören dazu. Alle Turmaline lassen sich außerdem nicht spalten und zeigen kleinmuschelige, unebene bis spröde Bruchstellen. Mit einer durchsichtigen bis durchscheinenden Transparenz kann Turmalin Fett- bis Glasglanz erreichen.

Doch das war es schon mit den Gemeinsamkeiten, denn die sonst so hilfreiche Strichfarbe gestaltet sich bei der Turmalin-Vielfalt entsprechend vielseitig.

Die Strichfarben der einzelnen Turmalin-Varietäten

Im Allgemeinen gilt für Turmaline eine weiße Strichfarbe, da die Turmalin-Varietäten "Elbait", "Liddicoatit" und "Olenit" normalerweise einen weißeStrich zeigen. Doch in den verschiedenen Farbvarietäten kann sich das ändern, denn Indigolith zeigt beispielsweise ein blasses Blau, Rubellit ein zartes Rosa und Verdelith ein helles Grün. Selbst die schwarze Turmalin-Varietät "Schörl" gliedert sich mit einem hellgrauen Strich nicht ein, ebenso wenig wie Dravit, der wiederum zwischen Grau- und Graubraun-Tönen schwankt, und Chrom-Dravit, der einen graugrünen Strich hinterlässt.

Verwechslungen mit einfarbigem Turmalin

In diesem Zusammenhang sind Verwechslungen mit anderen Schmucksteinen schon vorprogrammiert, da selbst das Bestimmungsmerkmal "Strichfarbe" bei Turmalinen untereinander bei Unkundigen für Verwirrung sorgt. Dabei kann man vor allem einfarbige Turmaline optisch mit beispielsweise Amethyst, Chrysoberyll, Citrin, Epidot, Demantoid (grüner Andradit / Granat), Peridot, Rauchquarz, rosa Topas, Vesuvian oder Zirkon verwechseln.

Rohe und geschliffene Turmaline 

Da viele Mineralien, Schmuck- und Heilsteine sich farblich sehr ähnlich sehen, kann man teilweise eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung nicht umgehen. Rohkristalle gestalten sich in ihrer Bestimmung am leichtesten, denn die Bildung von Rillen an den leicht nach außen gewölbten Seitenflächen des Turmalin-Kristalls sind hier noch deutlich zu erkennen. Geschliffene Edel- und Schmucksteine hingegen müssen oft im Labor von Fachleuten begutachtet und untersucht werden, um eine klare Aussage zu treffen. Hier spielen natürlich die Bestimmungsmerkmale der jeweiligen Verwechslungskandidaten eine Rolle.

Wenn ein Turmalin allerdings gut sichtbare Wachstumsröhren zeigt, kann hier schon das optische Erscheinungsbild zur Identifizierung genügen, denn diese sind für die gesamte Turmalin-Gruppe charakteristisch. Ansonsten muss man sich genauer mit den verschiedenen Merkmalen der unterschiedlichen, aber ähnlich aussehenden Mineralien beschäftigen.

Unterscheidungsmerkmale

Beispielsweise Amethyst, Rauchquarz und Citrin (Mitglieder der Quarz-Gruppe) unterscheiden sich durch eine geringere Dichte (2,63-2,65), während Epidot (3,35-3,5) und Granat (3,5-4,3) sowie Peridot (3,27-3,37) und Zirkon (3,9-4,71) wiederum eine deutlich höhere Dichte als Turmalin (max. 3,26) besitzen. Dagegen ist bei Topas die hohe Edelstein-Härte von 8 und bei Vesuvian die geringere Mohshärte von nur 5,5 bis maximal 6,5 gegenüber Turmalinen mit einer Härte von 7 bis 7,5 entscheidend. 

Die besonderen Eigenschaften eines Turmalins

Die ersten sogenannten "Turmaline" kamen vermutlich Ende des 17. Jahrhunderts durch den deutschen Mediziner und Botaniker "Paul Hermann" nach Europa, der aus seiner Auftragsreise nach Ceylon (heute Sri Lanka) eine beachtliche Naturaliensammlung mitbrachte. Darunter waren auch bunte Edel- und Schmucksteine, von denen einer unter dem Namen "Chrysolithos Turmale Zeyl" (Zeylanikus = aus Ceylon) beschrieben wird. Hermann orientierte sich offensichtlich bei der Namensgebung an dem singhalesischen Wort "thuramali" (auch thoramalli), das jedoch vor Ort ganz verschiedene Steine beschreibt (z. B. "Nile turemali" = bläulicher Quarz oder "Kaneke turemali" = gelbgrünlicher Topas).

Edelsteine mit einer magnetischen Ausstrahlung

Anfang des 18. Jahrhunderts dokumentierte der Naturwissenschaftler "Johann G. Schmidt" Beobachtungen von Niederländern, die aus Ceylon stammende Edelsteine erhitzt hatten und danach eine seltsame Eigenschaft bei manchen der Steine festgestellt hatten. Wie schon in der Antike von "Theophrastos v. Eresos" (371-287 v. u. Z.) beschrieben, entwickelten diese besonderen Steine eine magnetische Kraft, die leichte Substanzen wie Staub oder Asche anziehen konnte. So entstand im niederländischen Volksmund das Synonym "ashentrekker" (Aschentrekker für "Aschenzieher").

Wissenschaftliche Anerkennung

Im Jahre 1747 erwähnte zwar der dänische Apotheker "Carl von Linné" in seinen Aufzeichnungen einen "Lapidem Electricum" (elektrischer Stein), doch es dauerte weitere 9 Jahre, bis die elektrische Anziehungskraft des Turmalins durch den Physiker "Franz U. T. Aepinus" bewiesen war. Er gilt heute als Entdecker der pyroelektrischen Eigenschaft eines Turmalins, denn Aepinus konnte im Jahre 1756 erstmals beweisen, dass sich die Enden eines Turmalin-Kristalls nach einer Wärmebehandlung gegensätzlich (positiv und negativ) aufladen, sodass eine elektrische Ladung entsteht. Seither werden Turmaline nicht mehr nur als reine Schmucksteine betrachtet, sondern auch bis heute in der Wissenschaft (Elektronik) verwendet. Allerdings den Begriff "Pyroelektrizität" führte der schottische Physiker "David Brewster" erst im Jahre 1824 ein. 

Pyroelektrizität

Unter Wärmeeinwirkung entwickelt ein Turmalin-Kristall eine geringe Anziehungskraft, die auf besonders leichte Partikel, wie Asche oder Staub wirkt. Durch die Erwärmung oder Abkühlung laden sich die beiden Kristallenden gegenseitig, entgegengesetzt (positiv und negativ) auf, sodass nicht nur eine elektrische Polarität sondern auch ein natürlicher Magnetismus entsteht. Doch dieser lässt sich nicht nur durch Temperaturänderungen herbeiführen.

Piezo-Effekt

Beim sogenannten "Piezo-Effekt" wird mechanische Energie in elektrischen Magnetismus umgewandelt. So kann man durch mechanische Beanspruchung (z. B. Druck, Verformung, Reibung) einen Turmalin elektromagnetisch aufladen. Auch hier wirkt er dann wie ein schwacher Magnet, mit dem man z. B. Staub entfernen kann. 

Selbst kleine, leichte Papierschnipsel, Haare oder Asche-Partikel kann ein mit Wärme oder durch Druck aufgeladener Turmalin anziehen, sodass man im Volksmund einst auch die Namen "Aschenzieher" oder "Aschentrekker" verwendete.

Ein natürlicher Polarisationsfilter

Eine weitere besondere Eigenschaft des Turmalins macht einen Verwendungszweck möglich, der ebenfalls außerhalb der Schmuckwelt liegt. Schon im 19. Jahrhundert erkannte man die spezielle Turmalin-Fähigkeit, Licht zu filtern und setzte geschliffene Turmalin-Scheiben als Polarisationsfilter in der Fotografie und später auch in der Mikroskopie (Polarisationsmikroskope) ein. Diese "Polfilter" lassen weniger Licht bis zum Kamerasensor durchdringen, sodass unerwünschte Lichtfarben sowie Glanz- und Lichtreflexe herausgefiltert bzw. reduziert werden. Dadurch intensivieren sich die Hauptfarben und lassen sich die Kontraste vergrößern.

Synonyme und Farbvarietäten

Veraltete Synonyme für Turmalin im Allgemeinen sind Aschenzieher und Aschentrekker, die auf die elektrische Anziehungskraft des Turmalins verweisen. Der Name "Bergflachs" aus der Bergmannssprache bezieht sich auf seine faserige Erscheinungsform, die auch in anderen Erzen nadelförmig auftauchen kann und bei deren Verarbeitung Probleme bereitet.

Die Bezeichnungen Kalbait (braungrün), Toramalli ("bunter Stein", Turmalin aus Sri Lanka), Trip (mit drei verschiedenen Farbvarietäten) und Zeuxit (verschiedene Grüntöne, eisenhaltig) wiederum sind als Synonyme bzw. Handelsnamen seltener bis gar nicht mehr im Gebrauch.

Gebräuchliche Handelsnamen von Turmalin-Varietäten

Farbloser Achroit, blauer Indigolith und blaugrüner Paraíbait sowie grüner Verdelith und roter Rubellit gehören zu den bekannten Bezeichnungen und Handelsnamen unter den vielfältigen Turmalin-Farbvarietäten. Weniger geläufig dürften jedoch die Bezeichnungen Silberit (violetter Rubellit), Iochroit (violett) und Cromolith bzw. Chromolith (grün) sowie Kanarien-Turmalin (hellgelb) und Aphrizit (dunkelgrauer Schörl) sein. Die Begriffe Chameleonit bzw. Deuterolit wiederum bezeichnen Turmaline, die einen Alexandrit-Effekt auf der Oberfläche zeigen, bei dem je nach Lichteinfall ein Farbwechsel stattfindet. 

Irreführende Handelsnamen

Um den Wert namentlich zu steigern kommen hier Edelsteine zur Sprache, die rein gar nichts mit dem bezeichneten Turmalin zu tun haben. Diese Praxis ist im Edelstein-Handel üblich, denn ein glanzvoller Namen soll den Umsatz positiv beeinflussen.

Natürlich klingt "Brasilianischer Smaragd" (Emeralite) wertvoller als "transparent grüner Turmalin", und dass es sich bei "Brasilianischer Rubin" oder "Sibirischer Rubin" nur um einen "transparent roten Turmalin" handelt, ist Unkundigen nicht immer klar. Auch ein "Brasilianischer Saphir" verspricht mehr, als er in Wirklichkeit ist, nämlich nur ein "transparent blauer Turmalin". Daneben gibt es noch die Handelsnamen "Brasilianischer Chrysolith" oder "Ceylon-Chrysolith" für gelbgrünen Turmalin und "Brasilianischer Peridot" oder "Ceylon-Peridot" für honiggelbe bis gelbgrüne Exemplare.

Turmalin-Fälschungen, Imitate und Manipulationen

Im Bereich der geschliffenen Edel- und Schmucksteine sind Imitate keine Seltenheit, denn die echten Steine sind meistens kostspieliger. So sind bunte Glassteine anstelle von Turmalinen und auch synthetischer Spinell als "synthetischer Turmalin" im Umlauf, die echte Turmaline in Schmuckstücken ersetzen. Solange im Handel auf das Imitat wahrheitsgemäß hingewiesen wird, handelt es sich nicht um eine Fälschung, denn Imitate sind grundsätzlich nicht verboten. 

Manipulierte, echt Turmaline

Um die Nachfrage nach bestimmten Turmalin-Farben zu befriedigen, reichen die natürlichen Vorkommen und Funde bei weitem nicht aus. Diese Tatsache betrifft jedoch so gut wie jeden Edel- und Schmuckstein, deshalb hilft der Mensch für die Steigerung der optischen Ausstrahlung oft nach. Bei Turmalinen kommen die üblichen Methoden "Brennen" und "Bestrahlen" zum Einsatz, sodass eine gezielte Bestrahlung meistens zu einer Intensivierung der Farbe führt. Dabei verwandeln sich beispielsweise Rosa-Töne in ein kräftiges Rot oder Gelb, aber auch ein blasses Grün in eine zweifarbige Schönheit aus Rosa und Grün. Somit ist bei sehr intensiv farbigen Turmalinen immer Vorsicht geboten, und ein Echtheitszertifikat sollte auch das Adjektiv "unbehandelt" erwähnen, damit man sicher eine "Heilstein-Qualität" erwirbt.

Völlige Farbveränderungen

Das Erhitzen bzw. Brennen führt in der Regel zu einer Aufhellung von dunkleren Turmalinen, sodass aus Braun- oder Grünbraun-Tönen plötzlich farblose, rosafarbene oder gar blaue Farbtöne entstehen. 

Vor allem der begehrte Paraíba-Turmalin kommt häufig gebrannt in den Handel, da er von Natur aus eher selten eine türkis-blaue oder smaragdgrüne Farbe besitzen. Durch Brennen kann man den Rotanteil vieler "Paraíbas" minimieren, sodass sich das wertsteigernde "Electric Blue" oder ein leuchtendes Smaragdgrün einstellen. Da bei dieser Farbvarietät des Elbaits nur noch sehr selten eine intensive "Naturfarbe" zu erwarten ist, sollte man ohne Zertifikat und das Wörtchen "unbehandelt" keine Heilstein-Anwendung in Erwägung ziehen. 

Allerdings als reine Schmucksteine sind farblich manipulierte Turmaline oft eine wahre Pracht und erfüllen die Erwartungen vieler Menschen, denn sie sind schließlich keine Imitate, wenn auch nicht mehr völlig naturbelassen.

Turmalin Natur Steine



Farbige Turmaline

Klare Gedanken und das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten helfen bei einer sicheren Entscheidungsfindung. Ein harmonisches Zusammenleben, Gemeinschaftssinn und Hilfsbereitschaft werden durch farbige Turmaline gefördert, was allen Generationen nur Vorteile bringt. Der wunderschöne Stein macht es möglich, wichtige Entwicklungen und Prozesse im Alltag besser wahrzunehmen, um dann sinnvoll reagieren zu können.

Schwarzer Turmalin (Schörl)

Der schwarze Turmalin gilt als einer der stärksten Schutzsteine gegen negative Einflüsse. Wegen seiner Farbe wirkt er nicht sehr anziehend auf Kinder. Allerdings Teenager und Erwachsene tragen den schwarzen Heilstein gerne als Hilfe im Alltag.

Die belebende und aktivierende Wirkung auf den Organismus, schärft die Aufmerksamkeit und unterstützt die Kreativität. Gleichzeitig lindert dieser Turmalin Stress und verbessert den Schlaf. Seine Ausstrahlung schützt vor reizüberflutender Fremdeinwirkung und hilft sich auf die eigenen Bedürfnisse, Gedanken und Ziele zu konzentrieren. So stehen einer Weiterentwicklung nicht ständig äußere Störfaktoren im Wege.










 

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Die besonderen Fähigkeiten des Turmalins

Die ersten Turmaline kamen Anfang des 18. Jahrhunderts hauptsächlich aus Ceylon, dem heutigen Sri Lanka und aus Ostindien nach Europa. Die Niederländer brachten die bunten Steine mit und waren sehr von ihnen angetan. Nicht nur der schillernd bunte Turmalin an sich machte optisch Eindruck, vielmehr war es eine seltene Eigenschaft der Steine, die schon in der Antike von Theophrastos v. Eresos (371-287 v.u.Z.) beschrieben wurde.










 

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Polyelektrizität und Piezo-Effekt

Bei Wärmeeinwirkung entwickelt der Turmalinkristall nämlich eine Anziehungskraft auf besonders leichte Partikel, wie Asche und Staub. Durch die Erwärmung laden sich die beiden Kristallenden gegenseitig, entgegengesetzt (positiv und negativ) auf, und es entsteht ein natürlicher Magnetismus. Diese besondere elektrische Eigenschaft wird Polyelektrizität genannt.

Beim sogenannten Piezo-Effekt wird mechanische Energie in elektrische umgewandelt. So kann durch Reiben mit beispielsweise einem Stofftuch ein Turmalin ganz einfach elektromagnetisch aufgeladen werden. Dann wirkt der Turmalin wie ein Magnet, mit dem z.B. Staub entfernt werden kann. Selbst kleine Papierschnipsel und Asche werden von einem so aufgeladenen Turmalin angezogen.

Für die Entdeckung der piezo-elektrischen Eigenschaft des Turmalins erhielt der weltberühmte Physiker Pierre Curie den Nobelpreis. Seither werden Turmaline nicht nur als Schmucksteine, sondern auch in der Wissenschaft verwendet.

Ein natürlicher Polarisationsfilter

Einen weiteren Verwendungszweck des Turmalins, außerhalb der Schmuckwelt, bringt seine spezielle Eigenschaft Licht zu filtern, mit sich. Schon früh dienten Turmaline als Polarisationsfilter in der Fotografie und später auch in der Mikroskopie.

Diese „Polfilter“ lassen weniger Licht bis zum beispielsweise Kamerasensor durchdringen, sodass unerwünschte Lichtfarben und Lichtreflexe herausgefiltert werden. Dadurch werden die Hauptfarben intensiviert und die Kontraste vergrößert.










 

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Der teuerste Turmalin der Welt

Gewicht, Farbe und Reinheit

Diese drei Kriterien bestimmen den Preis eines jeden Edelsteins. Diamanten, Rubine, Smaragde und Saphire werden nach ihnen bewertet. Natürlich macht auch der Turmalin hier keine Ausnahme.

Die Kombination von Pink, Blau und Violett

Ein bunter Turmalin, der 2011 in Brasilien gefunden wurde, hat einen atemberaubenden Farbverlauf und thront auf einem weißen Albit. Dieser Stein aus hellem Pink, leuchtendem Blau und tiefem Violett hat einen Wert von 1,2 Millionen US-Dollar.

Natürlich reicht ein Turmalin nicht an die Wertigkeit eines Diamanten heran.

Der beispielsweise rosafarbene „Pink Star“ erzielte 2017 einen Verkaufswert von unglaublichen 71,2 Millionen US-Dollar.

Hier kann ein Turmalin nicht mithalten, aber manche von ihnen erreichen doch stattliche Verkaufssummen. Angesichts ihrer Farbenpracht und Schönheit, kann jedoch auch mancher Edelstein verblassen.

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