Alles nur Märchen aus der Vergangenheit?
Über die angeblich vielfältigen Wirkungen der jeweiligen Heilsteine wird nicht erst seit gestern gesprochen. Die Geschichte der unterschiedlichen Steine und ihrer Wirkweise reicht sehr weit in die Vergangenheit zurück.
Die traditionelle, chinesische Medizin - damals und heute
Heilsteine waren bereits in der Antike bekannt. In China galten Mineralien vor über 5000 Jahren als Heilmittel. Eines der ersten medizinischen Bücher der Menschheit stammt von dort, verfasst von einem legendären Urkaiser, und erwähnt genaue Angaben zur Wirkweise verschiedener Steine.
Der heutige Taoismus, Buddhismus und die moderne TCM verwenden nach wie vor Edelsteine und Mineralien in heilsamen Behandlungen.
Heilige Steine
Viele Kulturen besitzen seit Jahrhunderten ihre eigenen „heiligen Steine”, die meist vor Ort gefunden wurden. Indische Frauen tragen beispielsweise Mondsteine eingenäht in ihrer Kleidung, um positive Wirkungen zu erleben.
Heilsteine im Mittelalter
Im Mittelalter war die Verwendung von Heilsteinen durch die Äbtissin Hildegard von Bingen bekannt und üblich. „Ihre ausführlichen Niederschriften über die Wirksamkeit… sind bis heute erhalten geblieben.” Forscher vermuten, dass sie Steine nutzte, um Selbstheilkräfte zu aktivieren.
„Heilstein-Effekte” aus medizinischer Sicht
Aus der Sicht eines Mediziners existieren diese Effekte überhaupt nicht. Trotzdem werden Heilsteine immer wieder für bestimmte Therapien genutzt, obwohl die Aversion gegen sie in schulmedizinischen Kreisen groß bleibt.
Heilstein-Placebo-Effekte?
Vielleicht kann ein Rosenquarz bei bestimmten Menschen tatsächlich dabei helfen, ihre Kopfschmerzen zu besiegen. Wissenschaftler rücken „Heilstein-Effekte” in die Nähe von sogenannten „Placebo-Effekten”, die inzwischen auch in der Schulmedizin nachgewiesen werden konnten.
Die Psychosomatik vor 80 Jahren
Die heute selbstverständliche „Psychosomatik” wurde Mitte des letzten Jahrhunderts von der Schulmedizin noch sehr belächelt und als esoterischer Humbug bekämpft. Heute fließen ihre Erkenntnisse ganz selbstverständlich in jede Therapie mit hinein.
Eine psychosomatische Wirkungen von Mineralien und Edelsteinen?
Unter diesem Aspekt kann die Wirkung eines Minerals auf die Psyche des Menschen so abwegig nicht sein. Schließlich nutzen Pflanzen und alle Lebewesen die Mineralien der Erde für ihr Wachstum und eine gesunde Entwicklung.
Erklärungsversuche aus der Steinheilkunde
Hauptsache, es wirkt!
Hildegard von Bingen war ohne jeden Zweifel eine der klügsten Frauen ihrer Zeit. Da von ihr bestimmte Heilsteine ausdrücklich für verschiedene Leiden empfohlen werden, kann man davon ausgehen, dass auch ernst zu nehmende Erfahrungen dahinter stecken.
Moderne Ursachenforschung
Die Steinheilkunde der heutigen Zeit hat eine gemmologische Erklärung gefunden. Die geometrisch unterschiedlichen Formen und die typische Anordnung der Atome im Inneren eines Minerals werden als Verursacher angenommen.
Die sogenannte „Analytische Steinheilkunde” beachtet die wissenschaftlichen Erkenntnisse über verschiedene Kristallstrukturen, Mineralklassen und deren Bildungsprinzipien genau.
Die 7 geometrischen Grundformen
Kristallgitter werden aus Grundstrukturen wie Quadrat, Sechs- oder Dreieck, Rechteck, Raute, Parallelogramm oder Trapez gebildet. Diese ermöglichen eine lückenlose Ausnutzung des vorhandenen Raumes.
Die 7 Kristallsysteme und die „Ausnahme von der Regel”
Kubisches Kristallsystem (quadratische innere Struktur) Typische Mineralien sind beispielsweise Diamant, Fluorit oder Pyrit.
Hexagonales Kristallsystem (sechseckige innere Struktur) Typische Mineralien sind Aquamarin, Smaragd oder Apatit.
Trigonales Kristallsystem (dreieckige innere Struktur) Typische Mineralien sind Quarze wie Amethyst, Bergkristall, Citrin, aber auch Rubin und Saphir, sowie Turmaline.
Tetragonales Kristallsystem (rechteckige innere Struktur) Die Mineralien Rutil und Zirkon gehören zu diesem System.
Rhombisches Kristallsystem (rautenförmige innere Struktur) Typische Beispiele sind Topas, Olivin und Aragonit.
Monoklines Kristallsystem (Parallelogramm-Form als innere Struktur) Selenit zeigt diese Struktur am deutlichsten. Auch Mondstein, Jadeit, Epidot, Azurit und Malachit gehören zu diesem System.
Triklines Kristallsystem (Trapez-Form als innere Struktur) Der Amazonit zeigt diese Form am besten, aber auch Rhodonit, Labradorit, Sonnenstein und Türkis gehören hierher.
Und um der absoluten Ordnung auch etwas Chaos zu verleihen, gibt es noch das „gestaltlose” Bildungsprinzip, das ohne innere Struktur daherkommt.
Sogenannte amorphe Mineralien hatten in ihrer Entstehungsphase keine Zeit, um kristalline Strukturen auszubilden. Obsidian und Moldavit gehören in diese Gruppe.
Sind in einem Gemenge allzu viele verschiedenen Stoffe vermischt, können sich oft ebenfalls keine einheitlichen Strukturen bilden. Opale und Bernsteine sind passende Vertreter.
Der Mineralstoffgehalt eines Steines und die oft dadurch beeinflusste Farbe werden ebenfalls als Informationsträger für die noch wenig erforschten Biophotonen gehandelt.
Fazit:
Es gibt noch viel für die Wissenschaft zu entdecken, was heute noch in den Bereich Esoterik und mittelalterlichen Aberglauben verbannt wird. Sicherlich wurde auch im Lauf der Jahrhunderte einiges in Edel- und Heilsteine hineininterpretiert oder einfach nur übersteigert.
Denn der Mensch erzählt gerne Geschichten und übertreibt dabei auch gerne, um der Schilderung mehr Nachdruck zu verleihen. So liegt es an uns selbst, wieviel Wahrheit wir dem Phänomen „Heilsteine” entlocken können.
Dabei muss absolut nichts geglaubt werden. Ein Versuch ohne Erwartungen bringt oft den größten Aha-Moment, denn ein Heilstein ist kein Hexenwerk, aber auch kein Medikament im üblichen Sinne.
Im Artikel besprochen
Amethyst
Der violette Quarz - Stein der Klarheit, Meditation und des erholsamen Schlafs.
Mondstein
Der milchig schimmernde Mondstein - Feldspat-Varietät und klassischer Stein der Weiblichkeit, Intuition und Zyklen.
Rosenquarz
Der harmonisierende Rosenquarz - Klassiker unter den Heilsteinen, Stein der sanften Selbstliebe und der Tröstung.
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