Prasiolith - lauchgrüner Stein
Prasiolith ist ein durchsichtiger Quarz, der nach seiner Grüntönung benannt wurde. Vom griechischen "prason" für "Lauch" und "lithos" für "Stein" abgeleitet, bedeutet Prasiolith eigentlich einfach nur "lauchgrüner Stein".
Die üblichen Prasiolith-Synonyme "Grünquarz" und "Grüner Amethyst" weisen außerdem auf seine Zugehörigkeit zur Quarz-Gruppe hin, und damit auch zur Mineralklasse der Oxide. Allerdings ist die Bezeichnung "Grüner Amethyst" eigentlich nicht korrekt gewählt, denn Amethyst wird über sein typisches Violett definiert.
Ein optisch ähnlicher Kristallquarz ist übrigens der Heilstein "Prasem", der sich namentlich ebenfalls auf das griechische "prason" bezieht. Er besitzt allerdings farbgebende Silikat-Einschlüsse, wie beispielsweise Aktinolith-Nadeln, und bildet primär nur sehr selten durchsichtige Kristalle. Meistens stammt er aus tertiären Vorkommen, deren derbe Quarz-Aggregate maximal eine durchscheinende Transparenz erreichen.
Prasiolith-Merkmale und Fundorte
Indien und Russland sind zwei der drei Länder, in denen es Prasiolith-Vorkommen gibt. Der in einer "Primären Bildung" entstandene Quarzkristall kristallisiert im "Trigonalen Kristallsystem" und eignet sich durch seine durchsichtige Transparenz und attraktive zart grüne Farbe sehr gut als Schmuckstein.
Bestimmungsmerkmale
Mit einer dem Quarz typischen Mohshärte von 7 und einer Dichte von etwa 2,64 kann man klare Prasiolith-Rohsteine in bester Qualität zu attraktiven Schmucksteinen verarbeiten. Mit dem passenden Facettenschliff versehen, präsentiert er sich oft mit seiner beeindruckend, dezent wirkenden Ausstrahlung vorzugsweise in eleganten Goldschmuck-Kreationen. Aber auch die in hochlegierten Silber- oder Weißgold-Schmuck gefassten Prasiolith-Exemplare besitzen mit ihrer eher kühlen Wirkung einen ganz besonderen "lunaren Reiz".
Prasiolith besitzt neben seiner durchsichtigen Transparenz einen attraktiven Glasglanz, eine weiße Strichfarbe und lässt sich wie Quarz nur unvollkommen spalten. Dabei zeigen seine Bruchstellen eine muschelige und spröde Oberfläche.
Sambesit aus Simbabwe
Aus der Region des Sambesi-Flusses im afrikanischen Simbabwe kommt eine wahre Rarität, die nicht nur grüne, sondern auch violette Farbbereiche zeigt. Da ein Prasiolith-Amethyst noch seltener ist als monochrom grüner Prasiolith, sind diese Exemplare aus Afrika ganz besonders begehrt. Die Steinheilkunde schreibt ihnen als Heilstein vor allem charakterstärkende Eigenschaften zu.
Manipulierte Prasiolith-Imitationen
Da natürlich grüner Prasiolith selten ist und nur in Indien, Simbabwe und Russland vorkommt, sind manipulierte Imitationen auf dem Markt nicht gerade selten anzutreffen. Wenn die Nachfrage höher als das Angebot ist, hilft die Schmuck- und Edelstein-Industrie gerne nach. So findet man unter der Bezeichnung "Prasiolith" inzwischen meistens gebrannte bzw. bis auf 500° C erhitzte Schmucksteine, die aus Amethyst oder ehemals gelben Quarzen entstanden sind. Auch wenn ihr durch Brennen entstandenes Grün anfänglich optisch sehr ansprechend wirkt, so verblasst es jedoch unter dem Einfluss von Sonnenlicht mit der Zeit wieder.