FARBE GRÜN
Familie: Serpentin
Aufladen: mit Bergkristall 
Chakras: Sakral- und Herz-Chakra
Länder: Afghanistan, China
Sternzeichen: Waage
Spirituell: fördert eine allumfassende Fürsorge
Seelisch: spendet inneren Frieden
Mental: gegen Stress, vermindert Aggressivität
Körperlich: soll be Muskelkrämpfen und Verspannungen helfen, sowie die Nieren und Gefäße unterstützen
Anwendung: mit Hautkontakt tragen oder auflegen

Edelserpentin – ein „Blätterserpentin“

Die Serpentin-Gruppe besteht aus optisch gesehen sehr unterschiedlichen Varietäten. Obwohl Edelserpentine im monoklinen Kristallsystem auskristallisieren, kann man nur blättrige und faserige Aggregate finden.

Antigorit und Chrysotil

Die unterschiedlichen Aggregate dieses basischen Magnesium-Silikats zeigen ein sich völlig unähnliches Erscheinungsbild, sodass man kaum glauben kann, dass sie der gleichen Gruppe angehören. Aber sie gehören nicht nur alle in die Serpentin-Gruppe, sondern auch zur Mineralklasse der Schichtsilikate.

Edelserpentin und „Chytha“

Der seltene Edelserpentin besteht aus blättrigem Antigorit und zeigt farblich ein tiefes „Flaschen-, Olivgrün“ bis Schwarzgrün und helleres Gelbgrün. Die „edle“ einfarbig grüne Qualität kann durchscheinend bis durchsichtig sein, sodass sie auch als sogenannte „Pseudo-Jade“ im Handel vorkommt. Vor allem in China ist diese Blätterserpentin-Varietät eine als „New Jade“ beworbene Imitation von echter Jade (Jadeit). Fast alle Steinmetz- und Kunstgewerbe-Objekte, die als Jade-Figuren und Jade-Gefäße auf dem Markt angeboten werden, sind in Wahrheit aus Serpentin hergestellt.

Eine eher undurchsichtige und fleckige Varietät des Serpentins ist der hellere, grün- bis gelbliche Chytha. Hier enthält die Antigorit-Basis noch zusätzlich Chromit. So zeigen sich auf einem hell gelbgrünen, undurchsichtigen Hintergrund hell- bis dunkelgraue vereinzelte fleckige oder punktförmige Einlagerungen.

Synonyme für Blätterserpentine

Antigorit-Serpentine tragen, wie bei vielen Schmuck- und Edelsteinen üblich, ebenfalls manchmal ihren Fundort oder ihre Erscheinungsform im Namen. So gibt es neben Pseudo- und Serpentin-Jade, auch die Synonyme Ural-, Baikal- Korea-Jade, je nach Fundort. Allesamt gehören jedoch nicht zur begehrten und teureren Jade. Andere Bezeichnungen verweisen auf die Farbe, wie „Tauerngrün". „Bowenit“ ist eine apfelgrüne, „Chytha“ eine gelbgrüne und „Bowenir“ eine farblose Varietät des Blätterserpentins. Weitere Synonyme sind unter anderem Komarit, Marmolith, Nemaphyllit, Thermophyllit, Septeantigorit und Hampdenit.

Chrysotil und das „Silberauge“

Die faserige „Abteilung“ der Serpentine trägt die Bezeichnung „Chrysotil“. Die silbrig-grünlichen Minerale zeigen eine deutliche Faserstruktur. Da faseriger Chrysotil-Asbest als krebserregend eingestuft ist, sollte man bei der Verarbeitung aller faserigen Serpentine die Atemwege und Lunge unbedingt schützen. Ein bekannter „Blätter-Faser-Serpentin“ ist das sogenannte „Silberauge“ mit seinen silbrig-olivgrünen Streifen und Bändern. Hier wechseln sich Antigorit- und Chrysotil-Schichten ab.

Synonyme für Faserserpentine

Bergflachs, -wolle, -holz und Bergleder stammen wohl aus der Bergmannssprache. Schillerspat, Schillerstein und schillernder Asbest beziehen sich auf die optische Erscheinung. Weitere Synonyme sind unter anderem Asbest, Lefkasbest, Leukasbest, Metaxit, Pikrolith und Baltimorit. Die Handelsbezeichnung „Zebra-Jaspis“ für das Serpentin-Silberauge ist jedoch falsch und irreführend.

Entstehung und Vorkommen

Serpentine entstehen bei der Metamorphose von basischen Magmatiten (z.B. Peridotit) zu kristallinem Schiefer. Dabei werden magnesiumreiche Silikate wie beispielsweise Olivin, wenn Kieselsäure vorhanden ist, tertiär in Serpentin umgewandelt. So können sich lokal große Gesteinsmassen bilden. Sowohl Antigorit als blättriger Serpentin, als auch der faserige Chrysotil sind gesteinsbildend.

Edelserpentin-Vorkommen gibt es hauptsächlich in Afghanistan und China. Die gelbgrüne Varietät „Chytha“ stammt hingegen aus Tansania. Das schillernde Silberauge wird in Australien abgebaut, während Serpentinit-Gesteine weltweit zu finden sind.

Zu den wichtigen europäischen Ländern gehören Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Kleiner Vorkommen findet man in Großbritannien, Spanien, Polen, Kroatien und Tschechien. Weitere Lagerstätten befinden sich in den USA, Mexiko, Guatemala, Russland, Afrika (Rep. Südafrika, Simbabwe), Taiwan, Indien, Türkei und Neuseeland.

Traditionelle Verwendung von Edelserpentin

„Serpens“ für Schlange findet sich bekanntermaßen in dem Begriff „Serpentine“, der einen schlangenförmigen Verlauf von Straßen, Bergwegen und Flüssen mit sehr engen Kurven kennzeichnet. Dieses Bild kann auf das Gestein „Serpentin“ nicht übertragen werden. Vermutlich erinnerte die Farbe Grün bis Gelb und die silbrig-grünen Flecken- und Streifen-Zeichnungen eher an die Haut einer Schlange, sodass man den lateinischen Begriff „serpens“ als Namenspate herangezogen hat.
Im Mittelalter sollte Serpentin dementsprechend sogar gegen das Gift von Schlangen helfen. Allerdings war er schon vor der Antike als Schutz- und Heilstein im Gebrauch. Serpentin sollte vor schwarzer Magie und Verwünschungen, sowie Krankheiten aller Art bewahren. Bei vergifteten Getränken sollte er beispielsweise zerspringen, sodass Trinkgefäße aus Serpentin schon im alten Rom anzutreffen sind. Als sogenannte „Schrecksteine“ waren Amulette sehr beliebt, in die man fratzenähnliche Gesichter geschnitten hatte. Sie sollten jede Form von Angst und „Schrecken“ vertreiben.

Edelserpentin als Heilstein

Dieser meist grüne Heilstein ist besonders geeignet für das Arbeiten im Team. Da er Stress und Anspannungen abbauen und eine gegenseitige Fürsorge fördern soll, können gemeinschaftliche Projekte besser gelingen. Kein kräftezehrendes Gerangel um Kompetenzen und Vormachtstellungen stören den Teamgeist. Launenhafte Stimmungsschwankungen und egoistische Machtspielereien können entlarvt und in ein friedliches Miteinander münden. Allerdings kann Edelserpentin sehr friedliebende Persönlichkeiten auch zu sanftmütig und zurückhaltend machen, da um jeden Preis Frieden und Harmonie angestrebt wird. Ideal ist dieser Heilstein jedoch für Menschen, die Schwierigkeiten haben, sich einem Gemeinschaftsprojekt anzuschließen, ohne dass alle nach ihrer Pfeife tanzen. Denn „gegenseitige Unterstützung“ ist hier die Zauberformel für Erfolg.

Körperlich soll Edelserpentin bei Muskelkrämpfen, Übersäuerung und Gefäßablagerungen helfen, sowie Nieren- und Magenbeschwerden lindern. Vor allem bei Magen-Darm-Problemen kommt der chromithaltige „Chytha“ zum Einsatz. Das „Silberauge“ wiederum soll besonders streitlustige Gemüter beruhigen, aber auch bei Potenzproblemen und Krämpfen (Muskeln, Menstruation) helfen.