Dendritenachat oder „Mückenstein“
Als Varietät der großen Achat-Familie hat der Dendritenachat ein charakteristisches Aussehen. Seine moosähnlichen oder wie Baumäste verzweigten dunklen Einlagerungen machen jeden Stein einzigartig. Je nachdem, wie das Gestein angeschnitten oder gebrochen ist, entstehen beeindruckende kleine Verästelungen, die an Kräuter, Sträucher, Wurzeln oder Bäume erinnern. Verläuft der Bruch quer zu den länglichen Dendriten zeigen sich eher kleine Punkte oder Flecken, sodass sich auch das Synonym „Mückenstein“ eingebürgert hat.
Der Begriff „Dendritenachat“ ist seit dem Ende des 18. Jahrhunderts bekannt. Doch Achate sind schon mindestens seit der Antike als Glücksbringer, Schutz- und Heilsteine im Gebrauch.
Dendriten-Gesteine = Pseudofossilien
Allerdings handelt es sich um keine fossilen Pflanzenüberreste, wie der optische Eindruck der anorganischen Dendriten glauben machen möchte. Das griechische Wort „dendron“ für „Baum“ kennzeichnet allgemein Strukturen, die als Skelettkristalle aus Eisen- oder, wie hier aus Mangan-Oxid auf Gesteinen auskristallisiert sind. Da dabei ein irreführender, pflanzenähnlicher optischer Eindruck entsteht, spricht man von „Pseudofossilien“, die keine echten organischen Fossilien sind oder beinhalten.
Allgemeine Dendriten-Bildung
Das Prinzip des Dendriten-Wachstums kann man sehr gut bei Eisblumen auf einer Fensterscheibe beobachtet. Auch Metalle können in reiner Form, beispielsweise elektrolytisch abgeschieden, Silber- oder Kupferkristalle mit Dendriten-Strukturen bilden.
Heilsteine mit Dendriten zum Verwechseln
„Dendritenachat“ gehört, wie der Name schon sagt zu den Achaten. Diese setzen sich aus Bändern verschiedener Vertreter der Quarz-Gruppe wie beispielsweise Chalcedon (Karneol, Onyx) oder Kristallquarz (Amethyst, Bergkristall, Rauchquarz) und Jaspis zusammen.
Außerdem gibt es den sogenannten „Dendritenchalcedon„, der oft mit dem Dendritenachat gleichgesetzt wird. Auch er zeigt die typischen Mangan-Dendriten. Hier handelt es sich jedoch genau genommen um eine Varietät des Chalcedons, der ein mikrokristalliner, wasserhaltiger Quarz ist. Optisch sind die beiden teilweise schwer zu unterscheiden, wenn nicht ganz deutlich die typische Bänderung des Achats zu erkennen ist.
Ein reiner „Dendritenquarz“ wiederum ist farblos transparent (Bergkristall) und zeigt die typischen Mangan-Dendriten. Durch mikroskopisch kleine Flüssigkeits- oder Gaseinschlüsse wird Quarz milchig-weiß (Milchquarz). Auch durch Einschlüsse von Fremdstoffen (Mineralien wie Eisen) oder natürliche Strahlung kann sich Quarz je verschieden farbig präsentieren. Dendritenquarz ist optisch allgemein durchsichtiger als die anderen Quarz-Varietäten und der quarzhaltige Achat.
Ein weiterer Vertreter mit Mangan-Dendriten ist der „Dendritenopal„, der ein „Gewöhnlicher“ oder auch „Gemeiner Opal“ ist. Auch er ist für Unkundige schwer von den oben genannten Steinen zu unterscheiden, ebenso wie der sogenannte „Moosopal“ mit dunklen Einschlüssen. Opale sind mit Quarzen verwandt.