Karneol als Schmuck- und Heilstein
Von Natur aus besitzt Chalcedon, und somit auch Karneol, eine durchscheinende Transparenz, sodass er durch einen glatten Schliff ohne Facetten am besten zur Geltung kommt. Deshalb sind Cabochons, Trommelsteine und kleine Handschmeichler im Handel auch heute noch üblich. Nach wie vor ist der rote Karneol als Schmuckstein für Ringe, aber auch Ketten und zarte Ohrgehänge sehr beliebt. Dabei ist eine goldene Fassung der Klassiker.
Schutz und Energie
Mit der roten Varietät des Chalcedons sind energiereiche Fähigkeiten, wie Mut, Tatkraft und Standfestigkeit verbunden. Karneol fördert einen idealistischen Gemeinschaftssinn, aber ebenso einen unerschrockenen Pragmatismus. Dieser kann dabei helfen, dass man realistische Lösungen für selbst schwierige Probleme finden kann.
Körperlich soll der erwärmende Heilstein die Durchblutung und den Kreislauf anregen. Außerdem soll der Stoffwechsel und eine gesunde Verdauung gefördert werden, sodass der Organismus die Nährstoffe aus der Nahrung besser verarbeiten und aufnehmen kann.
Anwendung und Pflege
Bei Erschöpfung, die schon längere Zeit besteht, sollte man einen Karneol am besten ständig mit Hautkontakt in der Nähe des Nabel-Chakras (Solarplexus) tragen. Für eine therapeutische Maßnahme oder während einer Meditation kann man den Heilstein aber auch für die gewünschte Zeit auf den Bauch legen. Doch am wirkungsvollsten ist Karneol, wenn man ihn dauerhaft am Körper trägt.
Kein Schlafstein
Wer jedoch zu nervösen Schlafstörungen neigt, sollte den Heilstein über Nacht beispielsweise in einer Amethyst-Druse oder auf einer Bergkristall-Gruppe ablegen. Denn seine energetische Ausstrahlung kann sensible Personen lange wachhalten.
Für Melancholiker und Energielose
Sollte man diesen Energiebringer morgens einmal vergessen, wird man ihn schnell vermissen. Denn seine optimistisch stimmende Ausstrahlung und der daraus entstehende, freudvolle Tatendrang tragen vor allem Menschen mit einer melancholisch bis depressiven Grundstimmung leichter durch den Alltag.
Eine lauwarme Dusche für Karneol
Je nach seelischer und körperlicher Belastung sollte man auch einem "Power-Stone" wie Karneol alle paar Tage eine Auszeit gönnen. Eine Dusche unter möglichst klarem, lauem Wasser ist dafür schon ausreichend. So kann der Heilstein fremde Schwingungen in das Wasser abgeben und danach seine eigenen in einer Amethyst-Druse oder auf einer Bergkristall-Gruppe wieder erneuern. Eine Nacht in einem "Mineral-Kraftwerk" wie die erwähnte Amethyst-Druse oder Bergkristall-Gruppe reicht aus - und der Karneol ist wieder für einige Tage einsatzfähig.
Wie ist Karneol entstanden?
Der mikrokristalline, faserige Quarz aus der Chalcedon-Familie ist im "Trigonalen Kristallsystem" auskristallisiert, bildet aber wie alle Chalcedone keine sichtbaren Kristalle, sondern nur mikroskopisch feine Fasern. Karneol zeichnet sich durch seine leuchtend rote und orangerote Farbe aus.
Primäre Bildung
Als Varietät des Chalcedons entsteht auch Karneol primär aus eisenhaltigen, magmatischen Kieselsäure-Lösungen im Umfeld basischer, aber auch saurer Vulkangesteine. Bei der Abkühlung und Austrocknung dieser stark wasserhaltigen Lösungen, können sich die enthaltenen Eisenoxide gleichmäßig fein verteilen und in kleinen, blasigen Hohlräumen des entstehenden Gesteins als Füllungen auskristallisieren. Üblicherweise entstehen dabei kleine Knollen, Kügelchen, aber auch ganze Mandelfüllungen im umgebenden Gestein. Je nach dem Zustand der Eisenoxidation bilden sich dabei gelbe, orangefarbene, rote, rotbraune bis braune Färbungen.
Sekundäre Fundorte
Außerdem sind, neben den erwähnten Hohlraum-Füllungen, auch Karneol-Überzüge auf Gesteinen möglich, die sich wie Sinter mit der Zeit dort Schicht für Schicht ablagern konnten. So kann man häufig sekundär entstandene Karneol-Kügelchen auch in Geröllen von Sedimenten finden, wenn sie aus ihrem Ursprungsgestein durch Wasserkraft herausgespült wurden.
Karneol in anderen Mineralen
Beispielsweise bei den vielfältigen Achaten können sich während ihrer Entstehungszeit teilweise verschieden dicke Schichten oder Bänder aus Karneol bilden. Dann zeugen intensive Orange- und Rottöne von ihrer Anwesenheit.
Merkmale und Möglichkeiten der Verwechslung
Karneol zeichnet sich durch eine durchscheinende Transparenz aus und zeigt im polierten Zustand Wachsglanz. Er besitzt wie alle Chalcedone eine Mohshärte von 6,5 bis 7 und eine Dichte von 2,58 bis 2,64. Seine Strichfarbe ist dabei immer weiß, egal wie seine Körperfarbe auch erscheinen mag. Außerdem lässt er sich nicht spalten und zeigt nur einen unebenen, muscheligen Bruch.
Calcit, Feueropal oder Karneol?
Man kann Karneol rein optisch mit rotem Calcit verwechseln, der jedoch mit einer wesentlich weicheren Härte von nur 3 schnell erkannt ist. Außerdem lässt sich Calcit hervorragend spalten.
Eine weitere Verwechslungsgefahr besteht mit dem oft wesentlich wertvolleren Feueropal, den man in seiner Edelstein-Qualität nur durch eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung unterscheiden kann.
Gebrannter Karneol
Um den gering verfügbaren, aber begehrten roten Karneol für den Markt zu „vermehren“, greift man auch hier zur bewährten Methode des Brennens. Gelbe, oft indische Exemplare verwandeln sich so in orangefarbene bis rote Schönheiten. Aber auch gefärbte Achate aus Brasilien oder Uruguay erhalten als Fälschungen den „Karneol-Status“. Diese Manipulationen sind für Laien mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen. Hier kann nur das Labor und eine Fachkraft weiterhelfen.
Die Größe ist entscheidend
Echter Karneol hat von Natur aus die Größe von nur wenigen Zentimetern. Das bedeutet, dass wesentlich größere Exemplare zwangsläufig manipulierte Fälschungen sein müssen. Gut verfügbare Achate und farbschwache Chalcedone, die eine beachtliche Größe erreichen können, dienen hier als Grundsubstanz für künstlich erzeugte, optische Verbesserungen. Diese können dann als rotleuchtende Karneole auf dem Markt erscheinen.
Karneol und die Sternzeichen
Der Farbe entsprechend fällt meistens die Zuordnung der Sternzeichen (Tierkreiszeichen) aus. Der energievolle Widder, der genießende Stier und der heißblütige Skorpion stehen hier in der diesbezüglichen Literatur an bevorzugter Stelle. Dabei können gerade Menschen mit geringerem Energieniveau vom Karneol profitieren. Deshalb sollte man diesen Heilstein nicht nur aus diesen Gesichtspunkten auswählen. Denn jeder der energievolle Tatkraft benötigt, kann den Karneol für sich nutzen.
Mars oder Jupiter?
Je nach Quelle, wird der Karneol den Planeten Mars (Kriegsgott) oder Jupiter (Zeus) und dem Sommermonat Juli zugeordnet. So sind hier auch die Sternzeichen "Krebs", "Löwe" und "Schütze" im Karneol-Reigen zu finden.
Karneol in der Literatur
Eine beispielhafte literarische „Verarbeitung“ des Karneols ist das Gedicht „Segenspfänder“ des deutschen „Dichterfürsten“ Johann Wolfgang von Goethe. Es beweist, dass dieser Heilstein einst in den höchsten Kreisen geschätzt wurde.
Talisman in Karneol,
Gläub´gen bringt er Glück und Wohl;
Steht er gar auf Onyx Grunde,
Küss ihn mit geweihtem Munde!
Alles Übel treibt er fort,
Schützet dich und schützt den Ort.