Larvikit aus Oslo
Nach der norwegischen Kommune "Larvik" benannt, hat die Bezeichnung "Larvikit" nur noch lokale Bedeutung. Dieses Feldspat-Gemisch kommt nämlich nur im sogenannten "Oslograben" (Oslofjord) vor, der einen geologischen Graben in der Erdkruste nahe der Hauptstadt Oslo beschreibt. Als grobkörniger Plutonit ist Larvikit primär entstanden und wird in der Geologie (Petrologie und Mineralogie) zwischen den magmatischen Tiefengesteinen "Syenit" und "Monzonit" eingestuft. Der norwegische Heilstein zeigt tatsächlich die Merkmale beider Plutonite und sogenannten "Syenit-Monzonit-Familie".
Ein Anorthoklas-Syenit
Die Syenit- und Monzonit-Familie zeichnet sich durch ihren hohen Anteil an Feldspat und nur eine geringe Quarzmenge aus. Dabei überwiegt bei Monzonit "Plagioklas-Feldspat" gegenüber "Kalifeldspat". Syenit besteht dagegen hauptsächlich aus dem Alkalifeldspat "Orthoklas".
Da Larvikit zum Großteil Alkalifeldspat aufweist, handelt man ihn auch als Varietät des Syenits. Die Alkalifeldspat-Mischung aus Albit und Orthoklas war früher unter der Bezeichnung "Anorthoklas" ein eigenständiges Mineral, das normalerweise im "Triklinen Kristallsystem" kristallisiert. Unter dem Einfluss höherer Temperaturen ab 400 bis 750° C kann dieses Alkalifeldspat-Gemisch jedoch auch die "Monokline Kristallstruktur" annehmen.
Anorthoklas-Bestimmungsmerkmale
Mit einer Mohshärte von 6 ist Anorthoklas aus der Mineralklasse der Silikate ein widerstandsfähiges Mischgestein, das eine durchsichtige Transparenz und einen schönen Glasglanz zeigen kann. Seine Strichfarbe ist weiß und die Dichte liegt bei maximal 2,6. Da man dieses Gestein außerdem nicht vollkommen spalten kann und nur "schiefe" unebene, spröde Bruchstellen zeigt, hat im Jahre 1885 der deutsche Geologe "Harry" Rosenbusch die Bezeichnung "Anorthoklas" (griechisch für "schiefer Bruch") geprägt.
Der typische Larvikit-Schimmer
Während der primären Bildung von Anorthoklas, entstehen in den verschiedenen Abkühlungsphasen der magmatischen Lösungen, durch die Entmischung der jeweiligen Inhaltsstoffe, gut sichtbare Lamellen-Strukturen. Diese brechen später das einfallende Licht und führen zu einem charakteristisch bläulich oder grünlich schillernden Glanz. Da der farbliche Eindruck jedoch nicht auf färbende Substanzen zurückzuführen ist, spricht die Fachwelt von sogenannter "Pseudochromasie". Larvikit hat somit den blau, braun, grün bis silbern schimmernden Effekt seinen Anorthoklas-Anteilen zu verdanken.
Larvikit als Syenit-Varietät
Syenite gehören zu den sehr witterungsbeständigen Gesteinen, weshalb sie sich vor allem für die Verwendung im Außenbereich als beispielsweise Steinplatten, Zier-, Fassaden-, Grab- oder Denkmalsteine eignen. Die dunklere Varietät "Larvikit" zeigt durch ihren Anorthoklas-Anteil, ähnlich wie das Feldspat-Mineral "Labradorit" aus der Plagioklas-Reihe, zusätzlich einen charakteristisch bläulichen oder grünlichen Schimmer. Dieser macht Larvikit besonders attraktiv, sodass er im geschliffen Zustand ein beliebter Grab- und Dekorationsstein ist.
Larvikit-Begleitminerale
Zwischen den verschiedenen Feldspat-Kristallen können sich zusätzlich dunklere Begleitminerale wie das Schicht-Silikat "Biotit" oder das magnetische Eisenoxid "Magnetit" bilden. Auch das grüngelbe Insel-Silikat "Olivin" (Peridot, "Chrysolith") mit seinem hohen Magnesium-Eisen-Anteil kann mit von der Partie sein.