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Heilstein · Calcit-Gruppe (Carbonate)-Familie

Magnesit (Knolle)

Ein weißes Magnesium-Carbonat, das für innere Gelassenheit und Stressabbau geschätzt wird, besonders bei Migräne und Verspannungen.

weißgelblichbräunlichCalcit-Gruppe (Carbonate)Nabel-Chakra
Magnesit-Knolle - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Faktenbox

Mineralfamilie
Calcit-Gruppe (Carbonate)
Mohshärte
4
Farbe
weiß, gelblich, bräunlich
Chakra
Nabel-Chakra
Sternzeichen
Steinbock
Fundorte
Brasilien, China, Russland
Reinigung
Unter lauwarmem Wasser monatlich
Aufladung
Mit Bergkristall aufladen
Element
Erde
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Magnesit (Knolle) im Überblick

Eine Magnesit-Knolle ist weiß. Sie steht für Geduld und Gelassenheit, die sich vor allem auf die Selbstliebe auswirkt. Körperlich soll Magnesit unter anderem bei Schmerzzuständen und Krämpfen helfen.

Magnesit-Knolle und kompakter Magnesit

Magnesit und Kalk sind sich optisch so ähnlich, dass man sie lange für identisch gehandelt hat. Bis zur Entdeckung des chemischen Elements Magnesium (Mg) im Jahre 1808, konnte man sie tatsächlich kaum voneinander abgrenzen.

Entdeckung und Namensfindung

Das im Jahre 1803 erstmals im heutigen Tschechien (Mähren) entdeckte Mineral, beschrieb der bedeutende deutsche Geologe und Mineraloge “Abraham Gottlob Werner” als “Reine Talkerde”. Die derben, erdigen Bruchstücke des “Talcum carbonatum” zeigten ein helles bis rötliches Weiß. Erst der deutsche Mineraloge “Dietrich Ludwig Gustav Karsten” prägte schließlich die Bezeichnung “Magnesit”, nachdem man nachweisen konnte, dass es sich hier um ein Magnesium-Carbonat handelte.

Wie erkennt man Magnesit?

Allgemein gehört Magnesit zu den “wasserfreien Carbonaten” und in die Calcit-Gruppe. Die Mineral-Systematik “Strunz” zählt ihn zur Mineralklasse der “Carbonate und Nitrate” (Systematik nach “Dana” Carbonate, Nitrate und Borate).

Die idealisierte Zusammensetzung des Magnesits

Das wasserfreie Carbonat besteht zu fast 57 Prozent aus Sauerstoff, dazu kommen über 28 Prozent Magnesium und über 14 Prozent Kohlenstoff. Bei Mischkristall-Bildungen können außerdem Eisen-, Mangan- oder Calcium-Anteile dazukommen.

Magnesit-Bestimmungsmerkmale

Mit einer Mohshärte von 3,5 bis 4,5 und einer relativ hohen Dichte von 3 zeigt Magnesit eine vollkommene Spaltbarkeit. Seine Bruchstellen sind dabei muschelig und spröde. Auch wenn die Erscheinungsfarben von farblosen Exemplaren über das charakteristische helle und gelbliche Weiß bis zu bräunlichen und geschwärzten Tönen reichen können, bleibt die Strichfarbe immer weiß. Die Transparenz eines Magnesits kann von durchsichtig bis undurchsichtig variieren, sodass seltene Kristalle entsprechend Glasglanz zeigen können. Unregelmäßige Aggregate des “Spatmagnesits” oder dichte, feinkörnige Gang- und Trümmerbildungen des “Gelmagnesits” hingegen sind oft grau marmoriert und matt.

Wie ist Magnesit entstanden?

Magnesit kann sich primär, sekundär und tertiär bilden. Die weltweit existierenden Lagerstätten stammen daher nicht immer aus der gleichen “Charge”.

Primäre Kristallbildung

Aus hydrothermalen Lösungen können primär in Plutoniten und Pegmatiten weniger häufig auch Magnesit-Kristalle entstehen. Brasilien hat Lagerstätten mit diesen seltenen Exemplaren zu bieten. Vereinzelt sind dort schon Kristalle von nahezu einem Meter Länge aufgetaucht, die in Dolomit eingebettet lagen. Normalerweise besitzen sie jedoch nur eine Größe von wenigen Zentimetern. Attraktive Aggregate aus kleineren, goldbrauen Magnesit-Kristallen in weißem Dolomit verwachsen, kann beispielsweise auch Spanien vorweisen.

Sekundäre Bildung

Wenn Gesteine mit Magnesium-Gehalt verwittern, entsteht Magnesit sekundär. Dann kann man ihn beispielsweise als feinkörnige, dichte Füllung in Serpentin-Gängen oder als Trümmerstücke finden. Sekundär gebildete Vorkommen befinden sich unter anderem in Simbabwe, Polen oder den USA.

Tertiäre Umwandlung

Des weiteren kann Magnesit auch bei einer Regional-Metamorphose von Kalk oder durch eine metasomatische Verdrängung von Dolomit in einer “Tertiären Bildung” entstehen. Während einer Metamorphose wandelt sich das vorhandene Gestein unter den Einflüssen von hohen Temperaturen und enormem Druck in ein anderes Mineral um. So können kristalline Einschlüsse von Magnesit in beispielsweise Kalkgesteinen entstehen. Eine sogenannte “Metasomatose” ist eine Randerscheinung der Metamorphose, denn hier laufen rein chemische Veränderungsprozesse ab. Ihre chemisch veränderten oder ersetzten mineralischen Endprodukte sind in “Pseuomorphosen” entstanden. China, Russland und Österreich besitzen vorwiegend tertiär entstandene Magnesit-Vorkommen.

Trigonales Kristallsystem

Obwohl Magnesit strukturtypisch mit Calcit im “Trigonalen Kristallsystem” kristallisiert, bilden sich, wie schon oben beschrieben, nur selten größere Rhomboeder-Kristalle, die in Ursprungsgesteinen eingewachsen sind. Dieser Kristallmagnesit kann durchsichtigen Glasglanz zeigen. Weitaus häufiger entstehen jedoch Spatmagnesit in unregelmäßigen Aggregat-Ansammlungen und Gelmagnesit als dichtes Trümmerstück oder feinkörnige Gangfüllung in beispielsweise Serpentin.

Magnesit - “Mineral der Jahres 2024”

In Europa besitzt vor allem Österreich ein beachtliches Vorkommen an Magnesit. Die Abbaumenge betrug im Jahre 2020 über 800.000 Tonnen, dicht gefolgt von der Slowakei mit über 780.000 Tonnen und Spanien (635.000 Tonnen). Spitzenreiter ist jedoch China mit 19.000.000 Tonnen Magnesit-Förderung. Auch Brasilien (1.550.000 Tonnen), die Türkei (über 1.560.000 Tonnen) und Russland (über 1.260.000 Tonnen) liegen noch vor Österreich. Typische Mineral-Abbau-Kontinente wie Australien, Afrika (Südafrika) oder Amerika (Kanada, USA) haben dagegen eher bescheidene Lagerstätten vorweisen.

Aufgrund der wichtigen wirtschaftlichen Bedeutung wurde Magnesit, obwohl er eher optisch unscheinbar ist, in Österreich zum “Mineral des Jahres 2024” gekürt. Als Rohstoff ist er nämlich unentbehrlich in vielen industriellen Prozessen.

Magnesit als Rohstoff

Die Verwendungsmöglichkeiten von Magnesit hängen von den herrschenden Temperaturen bei seiner Verarbeitung ab. Je nach Nutzung kommen somit entsprechende Brennöfen zum Einsatz.

Feuerfeste Ziegel

Ziegel aus Sinter-Magnesit sind ganz besonders feuerfest, da Magnesit bei Temperaturen bis etwa 3000° C stabil bleibt. Während des Ziegel-Brennens in geeigneten Brennöfen, entsteht bei einer Hitze bis zu 1800° Ckristallines Magnesium-Oxid (MgO). Die hohe Temperaturbeständigkeit dieser Ziegel wird unter anderem bei der Innenauskleidung von speziellen Schmelz- und Hochöfen, sowie bei der Stahlherstellung benötigt. Aufgrund der hervorragenden Speicherfähigkeit von Wärme, sind Sinter-Magnesit-Ziegel außerdem bei strombetriebenen Heizungen wie Elektrokaminen oder Nachtspeicher-Öfen im Einsatz.

Feuerfestes Baumaterial

Wenn man Magnesit bei niedereren Temperaturen von bis etwa 800° C brennt, bleibt ein gewisser Carbonat-Anteil erhalten, sodass das sogenannte “Kaustische Magnesia” entsteht. Dieses kann durch seine noch bestehende Reaktionsfähigkeit mit anderen Stoffen zur Herstellung verschiedener, feuerfester Isoliermassen und Baumaterialien dienen. Der seit Mitte des 19. Jahrhunderts erstmals verwendete “Sorel-Zement” ist eine Erfindung des französischen Ingenieurs “Stanislas Sorel”. Er entwickelte den Säure-Basen-Zement, aus dem man einen speziellen “Salzbeton” (Sorel-Beton) herstellen kann.

Magnesit-Knolle und kompakter Magnesit als Schmuckstein

Attraktive Magnesit-Knollen und klare Kristalle sind zwar Sammelobjekte, aber aufgrund ihrer geringen Mohshärte von maximal 4,5 als Schmucksteine nicht wirklich geeignet. Unbearbeiteter Magnesit taucht somit selten im Schmuck- und Mineralienbereich auf.

Grundlage für Imitationen

Da seine Struktur ein Einfärben besonders gut zulässt, kann Magnesit in allen Farbtönen auf dem Markt erscheinen. Seine knollige Oberfläche ähnelt der optischen Erscheinung des begehrten Schmucksteins “Türkis”, sodass ein blaugrün eingefärbter Magnesit gerne als Türkis-Imitat verwendet wird. Allerdings ist die Farbe zu intensiv und perfekt, als dass man dem schönen Schein glauben könnte. Vor allem der kostspielige Matrix-Türkis kann, durch einen türkisfarbenen und zum Schutz stabilisierten Magnesit imitiert, als sogenannter “Turkenit” auf den Markt erscheinen.

Gefärbter Magnesit

Allgemein sollte man bei besonders knalligen, gleichmäßig gefärbten Schmucksteinen immer mit Zurückhaltung reagieren, wenn man den Kauf eines Heilsteins anstrebt. Sehr kräftig eingefärbte rote, blaue, violette, grüne, gelbe oder pink- und orangefarbene Steine sind verlockend, vor allem für Kinder. Als optische “Eye-Catcher” eignen sie sich jedoch nur zu dekorativen Zwecken.

Magnesit-Gemenge

Als sogenannter “Zitronen-Chrysopras” ist ein hellgelbes bis gelbgrünes Gemenge aus Magnesit und Chrysopras auf dem Markt erhältlich. Allerdings kann der Anteil des Heilsteins “Chrysopras” hier oft auch gegen Null tendieren, sodass diese Bezeichnung für Unkundige eher irreführend ist. Deshalb wäre eine entsprechende Umbenennung in “Zitronen-Magnesit” wesentlich sinnvoller.

Verwechslungen mit einer Magnesit-Knolle

Optisch kann man eine Magnesit-Knolle und kompakten Magnesit, der teilweise eine graue Äderung besitzen kann, sehr leicht mit dem Borat “Howlith” verwechseln. Selbst bei den Abbildungen in manchen Büchern kann man nicht hundertprozentig sicher sein, dass der gezeigte Magnesit nicht doch in Wahrheit ein Howlith ist. Auch dieser gehört zu den Heilsteinen und dient gerne zur Herstellung von Türkis-Imitationen für die Schmuckindustrie. Allerdings liegt die Härte des monoklinen Calcium-Borats bei maximal 3,5 und die Dichte um 2,5, während seine Transparenz selten durchscheinend, meistens undurchsichtig ist. Außerdem besitzt Howlith keine Spaltbarkeit.

Wie erkennt man Magnesit?

Weitere Kandidaten für Verwechslungen sind verschiedene Carbonate wie beispielsweise Aragonit, Calcit oder Dolomit. Oft ist in allen genannten Fällen eine mineralogische Untersuchung für die genaue Identifizierung notwendig. Hier wird die Härte, Dichte, Spaltbarkeit und Löslichkeit in Säuren der jeweiligen Minerale getestet. Die Reaktion von Magnesit- oder Howlith-Pulver ist beispielsweise unterschiedlich, wenn man es in erwärmte Salzsäure (10 prozentig) streut. Magnesit bildet dabei Gas, Howlith jedoch nicht. Leider gibt es keine eindeutigen, zerstörungsfreien Methoden, um eine klare Erkennung der verschiedenen Schmucksteine zu gewährleisten.

Magnesit-Knolle und kompakter Magnesit als Heilstein

Da Magnesit häufig bewusst oder auch aus Unkenntnis als der seltenere “Howlith” auf dem Markt auftaucht, zeigen sich hier nicht unwesentliche Probleme in der Heilstein-Anwendung. Denn in diesem therapeutischen Bereich ist es wahrhaft nicht egal, welchen Heilstein man verwendet.

Magnesit versus Howlith

Das Magnesium-Carbonat “Magnesit” und das Calcium-Borat “Howlith” sind ihrer Wirkweise leider genau entgegengesetzt. Im Körper sind Magnesium und Calcium nämlich Gegenspieler, die sich deshalb auch dementsprechend auswirken. Magnesium ist entspannend, macht geduldig und gelassen, während Calcium stärkend, anregend und strukturstabilisierend wirkt. Entspannung oder Anregung stehen hier im Widerspruch. Deshalb ist es wichtig, dass bei einer Anwendung als Heilstein zweifelsfrei geklärt ist, ob man den entspannenden Magnesit oder den anregenden, stabilisierenden Howlith in Händen hält.

Magnesit-Knolle

Das sekundär entstandene Magnesium-Carbonat soll ganz besonders dauerhaftem Stress entgegenwirken, der mit der Zeit ein verkrampftes Agieren im Alltag und Berufsleben mit sich bringt. Eine Magnesit-Knolle fördert eine innere Gelassenheit, die nachgiebig die Dinge einfach geschehen lässt, ohne ein geplantes Vorhaben gänzlich aufzugeben. Mit geringerem Aufwand, da nicht mit erzwungenem Druck, kann sich alles langsam und unaufgeregt entwickeln. Körperlich soll Magnesit Verspannungen und Krämpfe lindern, entgiften und entsäuern.

Kompater Magnesit

Wesentlich häufiger als die Knollen-Form kann man kompakten, meist getrommelten Magnesit auf dem Markt finden. Er ist sekundär oder tertiär entstanden und zeigt oft auch eine graue Äderung, die eine Verwechslung mit Howlith zusätzlich unterstützt. Kompakter Magnesit steht auch hier unter dem Zeichen von Entspannung und gelassener Geduld. Die Steinheilkunde setzt diese getrommelten Heilsteine bei Nervosität, Gereiztheit und Ängstlichkeit ein. Körperlich soll kompakter Magnesit bei Kopfschmerzen, insbesondere Migräne helfen und Verspannungen der Muskeln, Krämpfe und Koliken lindern. Da er außerdem Ablagerungen in den Gefäßen vorbeugen soll, wird er als Prophylaxe-Stein auch bei Herzbeschwerden empfohlen.

Magnesit-Knolle in der Anwendung

Um einen positiven Effekt auf den Magnesium-Stoffwechsel zu erzielen, sollte man Magnesit als Trommelstein an einem Band dauerhaft mit Hautkontakt tragen. Bei Schmerzzuständen und Verspannungen kann ein temporäres Auflegen oder ein Handschmeichler in der Hosentasche weiterhelfen. Wer allgemein ein eher nervöses, ängstliches Naturell besitzt, kann Magnesit regelmäßig direkt auf dem Solarplexus (Nabel-Chakra) tragen, damit sich die gewünschte, entspannende Gelassenheit langsam ausbreiten kann. Allerdings kann Magnesit mit der Zeit auch etwas “zu entspannt” machen, sodass man nicht mehr aus den Puschen kommt. Deshalb bei zu viel gelassener “Gleichgültigkeit” unbedingt pausieren.

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