Piemontit-Quarz - ein besonderer Quarzit
Um die Wirkweise dieses Heilsteines besser zu verstehen, muss man sich das seltene Mineral "Piemontit" aus der Mineralklasse der "Silikate und Germanate" genauer betrachten. Denn seine therapeutische Wirkung ist maßgeblich für den Piemontit-Quarz.
Das Silikat "Piemontit"
Auch als "Mangan-Epidot" bekannt, ist Piemontit strukturell ein "Gruppen-Silikat", das man in seiner chemischen Zusammensetzung als "Calcium-Aluminium-Mangan-Silikat" bezeichnen kann. Außerdem kommen noch Sauerstoff- und Hydroxid-Ionen dazu.
Kristallsystem, Transparenz und Farbe
Piemontit kristallisiert im "Monoklinen Kristallsystem" und bildet meistens längere, prismatische Kristalle, die eine durchscheinende bis undurchsichtige Transparenz und auf der Oberfläche einen attraktiven Glasglanz zeigen. Sie treten in verschiedenen Braun- bis Rottönen auf, die teilweise ins Rotviolette bis fast Schwarze tendieren. Dementsprechend fällt die Strichfarbe auch rötlich aus.
Allerdings kommen neben den Kristallbildungen auch radial-strahlige und körnige Aggregate vor.
Härte, Dichte und Spaltbarkeit
Die Mohshärte des Piemontits liegt mit 6 bis 6,5 im Bereich des Feldspats (6) und unterhalb der Quarz-Härte (7). Dabei ist seine Dichte mit 3,46 bis 3,54 höher, als die allgemeine Quarz-Dichte (um die 2,6 bis 2,65). Nach einer vollkommenen Spaltung zeigt Piemontit eine unebene Bruchstelle.
Wie entsteht Piemontit-Quarz?
Der reine Piemontit bildet sich vorwiegend in metamorphen (z. B. Schiefer) und seltener auch in magmatischen Gesteinen (z. B. in Pegmatit oder im Vulkangestein "Rhyolith"). Als Begleitminerale treten unter anderem Calcit, Muskovit, Epidot, Orthoklas, Tremolit und natürlich Quarz auf.
Tertiäre Bildung und Vorkommen
Wird ein Piemontit-Mineral gänzlich von Quarz-Substanz durchzogen, so spricht man entsprechend von "Piemontit-Quarz". Da der Anteil des Quarzes entsprechend hoch ist, verändert sich auch der kristalline Aufbau des tertiär, während einer Metamorphose entstandenen Heilsteins. So zeigt Piemontit-Quarz monokline und trigonale Kristallmerkmale.
Typlokalität in Italien
Der erstmals im Jahre 1853 entdeckte "Piemontit" ist nach seiner Typlokalität "Piemont" in Italien benannt. Inzwischen liegen auch Piemontit-Quarz-Funde aus anderen Regionen Italiens (z. B. Aosta-Tal, Toskana, Lombardei) vor.
Glitzernder Piemontit-Quarz und Thulit aus Norwegen
Exemplare aus Norwegen zeigen hingegen selten eine reine Zusammensetzung. Piemontit ist hier nicht nur mit Quarz durchtränkt, sondern beinhaltet außerdem oft auch das Mineral "Muskovit", das durch seinen hohen Anteil an "Muskovit-Glimmer" einen auffälligen "Glitzer-Effekt" mit sich bringt. Diese "Piemontit-Muskovit-Quarze" tragen alle drei Hauptbestandteile schon im Namen und erscheinen im Handel oft unter der Bezeichnung "roter Aventurin-Quarz".
Der ebenfalls aus Norwegen stammende "Thulit" lässt sich als rote Zoisit-Varietät leicht mit rötlichem Piemontit verwechseln. Auch dieses Gruppen-Silikat mit charakteristischen Calcium- und Aluminium-Anteilen gesellt sich gern in verschiedener Zusammensetzung zu Piemont-Mineralen und Quarz.
Weitere Piemontit-Vorkommen
In Europa kann man Piemontit und Piemontit-Quarz, neben Italien und Norwegen, auch in Spanien, Frankreich, Schweden, Großbritannien, Serbien, Griechenland, Österreich, Deutschland und in der Schweiz finden.
Asien besitzt vor allem Fundorte in China, Japan und Indien, aber auch Russland (Sibirien). Das Schwellenland "Türkei", die afrikanischen Länder Marokko, Südafrika und Tansania können ebenso Funde dieses Heilsteins vorweisen wie die Antarktis, Neuseeland, Chile, Kanada und die Vereinigten Staaten "USA".