Das Gestein "Rhyolith"
Die Hauptbestandteile des felsischen Gesteins "Rhyolith" sind verschiedene Silikate, wie Feldspat oder Hornblende, und in sehr unterschiedlichen Mengenanteilen auch Quarze (20 bis 60 %). Dabei können letztere aus Achat, Chalcedon, Karneol oder Kristallquarz bestehen. Aufgrund dieser Zusammensetzung lässt sich dieses Gestein sowohl in die Mineralklasse der Oxiden (Quarz) als auch Silikate (Feldspat = Gerüst-Silikate) rechnen.
Entstehung des Rhyoliths
Während der vulkanischen "Primären Bildung" des Rhyoliths aus granit-saurem Magma, kann je nach dessen Zusammensetzung und Abkühlungsverlauf die Erscheinungsform sehr unterschiedlich ausfallen. So zeigen sich im entstandenen, heterogenen Gestein beispielsweise helle und dunkle Punkte und Flecken (Leopardenfell-Jaspis) oder transparente, bläulich-milchige Bereiche (Regenwald-Jaspis). Nach dem Beginn der Gesteinsverwitterung können zusätzlich auch hydrothermale Lösungen eindringen, die schließlich Bänder aus den verkieselten Einlagerungen der vorkommenden Mineralstoffe bilden (Aztekenstein, Dr. Liesegang-Stein).
Kontinentaler Vulkanismus ist die Voraussetzung
An der Form der Kristallbildung kann man die Entstehungsgeschichte des jeweiligen Rhyoliths ablesen. So kann man beispielsweise eine längere Lagerung der in der Zusammensetzung differenzierten Schmelze in einer Magmakammer durch die Bildung größere Einzelkristalle erkennen. Grundsätzlich ist die Rhyolith-Entstehung meistens mit vulkanischen Tätigkeiten verbunden und als erstarrte Füllung eines erloschenen Vulkans oder als Ergußgestein in seiner Umgebung zu finden.
Voraussetzung ist jedoch, dass das sogenannte "Stamm-Magma" aus der Erdtiefe beim Aufstieg durch die dicke Erdkruste der Kontinente und großen bogenförmigen Inselketten in seiner Zusammensetzung differenziert wird. Für die Entstehung von Rhyolith muss das Magma nämlich besonders reich an Silicium-Dioxid sein. So können sich überwiegend Gerüst-Silikate der vielfältigen Feldspat-Familie und das Ketten-Silikat "Hornblende" bilden, die später durch verschieden hohe Anteile an Quarz noch ergänzt werden.
Übrigens:
Bei einer chemisch gleichen Zusammensetzung, aber schockartigen Abkühlung der vulkanischen Schmelze entsteht nicht das Gestein "Rhyolith", sondern das amorphe Vulkanglas "Obsidian". Dies ist durch eine Abschreckung in nahegelegenen Gewässern und Meeren möglich.
Rhyolith-Merkmale
Da man dieses Gestein, wie oben beschrieben, in die Mineralklasse der Oxide (Quarz) und Silikate (Feldspat, Hornblende) einordnen muss, ist Rhyolith dementsprechend auch in seiner Kristallstruktur zwiespältig. Quarz kristallisiert im "Trigonalen Kristallsystem" und Feldspat kann sowohl eine trikline als auch monokline Kristallstruktur entwickeln.
Optisches Erscheinungsbild
Ryolith besteht normalerweise aus einer feinkörnigen, dichten, mikrokristallinen Grundmasse, in die wahllos verteilt, größere Kristallkörper (Einsprenglinge) eingebettet sind (porphyrisches Gefüge). Diese mit dem Auge gut sichtbaren Kristalle können in der magmatischen Gesteinsmasse eine Größe von wenigen Millimetern oder aber auch einigen Zentimetern erreichen. Größere Kristalle können sich in Magmakammern bilden, wenn die Temperatur des Magmas dort nur sehr langsam abkühlt und einzelne Kristallisationskeime dabei entsprechend des Mineralgehalts anwachsen können.
Aporphyrischer Rhyolith
Das oft poröse Gestein kann allerdings auch gänzlich ohne makroskopische Einsprenglinge daherkommen (auch "felsitischer Rhyolith"). Dann hatte das Magma keine Zeit langsam abzukühlen, um größere Kristalle zu bilden, sondern wurde zuvor als feinkörnige Mineralmischung aus der Magmakammer abtransportiert. Bei einem Vulkanausbruch erkaltete die Masse schließlich verhältnismäßig schnell an der Oberfläche, sodass ein mikrokristallines Gestein entsteht. In diesem Stadium der Abkühlung bleiben die ehemaligen Lava-Fließtexturen oft erstarrt erhalten.
Farbliche Nuancen
Meistens ist der Eisengehalt für die Farbe der jeweiligen Rhyolith-Varietäten verantwortlich. So erzeugen Eisenoxide gelbe, rote und braune Farbtöne und Eisensilikate verschiedene Grünfärbungen.
Textur als Namensgeber
Manchmal kann man durch die Oberflächenstruktur und Anordnung der Rhyolith-Kristalle noch die Fließrichtung des ehemaligen Lavastroms (Fließtextur) nachvollziehen. Im sogenannten "trachytischen Gefüge" sind die Kristalle dann in ihrer Struktur parallel zum Fluss ausgerichtet.
Nach seiner vulkanischen Entstehungsgeschichte und teilweise gut sichtbaren Fließtextur, kreierte der deutsche Geo- und Kartograph "Ferdinand Freiherr von Richthofen" die Wortschöpfung "Rhyolith" (griech. "rhyx" = Lavastrom / "rhein" = fließen / "lithos" = Stein). Der Forschungsreisende "Richthofen" beschrieb erstmals wissenschaftlich dieses heterogene Gestein vulkanischen Ursprungs im Jahre 1860, doch schon ein Jahr später entstand das einzige Synonym des Rhyoliths nach dessen Fundort auf den italienischen "Liparischen Inseln". Allerdings ist die Bezeichnung "Liparit" heute nicht mehr so gebräuchlich.
Gesteinshohlräume
Geologisch junge Rhyolith-Vorkommen zeigen meistens noch die Hohlräume der einstigen Gasblasen des fließenden Lavastroms. Da die Gase bei der Gesteinsbildung nicht mehr entweichen konnten, blieben runde Kammern zurück, die nachträglich mit den ausgefällten Mineralien später eindringender, hydrothermaler Lösungen aufgefüllt wurden. Auf diese Weise kann sich der Quarzgehalt im Nachhinein enorm erhöhen, sodass man von einem deutlich höheren Alter der Rhyolith-Gesteine ausgehen kann.
Kluftflächen
Außerdem kann rhyolithisches Magma, ähnlich wie bei Basalt, beim Erstarren deutliche Trennflächen im Gestein (Klüfte) bilden, wenn tektonische Kräfte oder unterschiedliche Druckbelastungen wirken. Dann entsteht ein gleichmäßiges Klüftungsmuster aus parallel verlaufenden Säulen, die sich gut herausbrechen lassen. Allerdings eine Spaltung dieser einzelnen Gesteinskörper ist nicht möglich.
Bestimmungsmerkmale des Rhyoliths
Da das Rhyolith-Gestein keine Spaltbarkeit besitzt, bleiben unebene, körnige Bruchstellen, die je nach Quarz-Anteil eine Mohshärte von 5,5 bis 7 aufweisen. Auch die Strichfarbe variiert entsprechend der Zusammensetzung zwischen Weiß (Quarz, Feldspat), Grau und Graubraun (Hornblende).
Ein weiteres Bestimmungsmerkmal ist die Dichte, die bei Rhyolith zwischen 2,7 und 2,9 liegt. Auch wenn dieses Gestein je nach Varietät leicht durchscheinende Bereiche zeigen kann, so ist es doch in den allermeisten Fällen völlig undurchsichtig in seiner Transparenz. Dabei ist die Oberfläche des feinkörnigen, porösen Rhyoliths normalerweise immer matt.
Optische Verwechslungen
Je nach Erscheinungsbild und Beschaffenheit kann man Rhyolith leicht mit anderen Vulkaniten verwechseln, wie beispielsweise Porphyrit oder Andesit. Aber auch der Namensgeber einiger Rhyolith-Varietäten "Jaspis", das Jaspis-Opal-Gemenge "Hornstein", Eisen-Oolith und entsprechende Sedimente können im Zweifelsfall nur durch eine gemmologische Untersuchung dingfest gemacht werden.
Die Rhyolith-Varietäten als Heilsteine
Da die Bedingungen der Rhyolith-Entstehung an den jeweiligen Bildungsorten weltweit sehr verschieden waren, sind Vorkommen entstanden, die sich optisch sehr unterscheiden. So besitzen diese Gesteine ihre entsprechenden Varietäten-Bezeichnungen, die allerdings teilweise ziemlich irreführend ist. Nach der bekannten Vorgehensweise des Handels, erhalten viele mehrfarbige Gesteine den Beinamen "Jaspis", obwohl sie gar nicht zu dieser Familie gehören. Denn Jaspis ist allgemein bekannt, aber kaum jemand kennt jedoch Rhyolith.
Leopardenfell-Jaspis
Dieser "Nicht-Jaspis"- Rhyolith besitzt eine helle, beigefarbene Matrix mit gelblichen glasartigen Einschlüssen, die meistens auch schwarz umrandet sind. Durch diese Flecken entsteht der Eindruck eines Leopardenfells. Als Trommelstein zeigt er in polierter Form einen attraktiven, mattierten Glanz, während die helleren Kristall-Körner auch leicht durchscheinend wirken können.
Heilstein-Wirkung
Die Steinheilkunde setzt Leopardenfell-Jaspis körperlich vor allem bei Problemen mit der Haut ein. Aber auch bei Verhärtungen des Gewebes und Steinbildungen innerer Organe (z.B. Nieren, Galle) soll diese Rhyolith-Varietät hilfreich sein. Dazu sollte man einen Trommelstein-Anhänger direkt auf der Haut in der Nähe der entsprechenden Körperregion tragen.
Aztekenstein (Dr. Liesegang-Stein)
Diese Rhyolith-Varietät ist für Unkundige am schwersten zu erkennen, denn ihre Bänderung in Beige-weiß und Rottönen ist eigentlich das Markenzeichen von Achaten. Der sogenannte "Aztekenstein" zeigt geschwungene, farblich deutlich von einander getrennte Schichten, die auch konzentrisch verlaufen können, sodass leicht der Eindruck eines Achats entsteht. So ist es natürlich kein Zufall, dass rötlicher Rhyolith auch den Handelsnamen "Purpurachat" tragen kann. Wer sich nicht auskennt, glaubt somit, dass er einen Achat erwirbt. Für ein Erkennen und eine korrekte Bestimmung ist diese Bezeichnung jedoch kontraproduktiv.
Heilstein-Wirkung
Aztekensteine empfiehlt die Steinheilkunde zur körperlichen Stärkung der Widerstandskraft und des Immunsystems. Auch hier sollte man einen Trommelstein-Anhänger regelmäßig eine längere Zeit direkt auf der Haut tragen.
Regenwald-Jaspis
Dieser hellgrüne Rhyolith zeigt kleine rundliche und teils auch größere, bläulich transparente "Glasfenster", die aus Quarz oder Feldspat bestehen. Manche glasigen Einschlüsse können durch Rissbildung in der Abkühlungsphase auch sternförmig ausgebildet sein. Regenwald-Jaspis erhält durch Einlagerungen von Magnesium-Eisen-Aluminium-Silikat seine grüne Farbe.
Grünlicher Rhyolith trägt neben der Bezeichnung "Regenwald-Jaspis" auch die Handelsnamen "Panther- oder Augen-Jaspis". Er ist ein beliebter Dekorations- und Schmuckstein, hat aber auch in der Steinheilkunde seinen festen Platz. Auch diese Rhyolith-Vatietät ist natürlich kein echter Jaspis.
Heilstein-Wirkung
Die Steinheilkunde setzt Regenwald-Jaspis bei Infekten und Grippeerkrankungen ein. Deshalb sollte man ihn als Trommelstein-Anhänger zwischen Herz- und Hals-Chakra direkt auf der Haut tragen. Ähnlich wie der grüne Chalcedon "Heliotrop" eignet sich auch der grüne Rhyolith für den Bereich der Thymusdrüse (etwa dreifingerbreit unterhalb des Halses). Diese wichtige Drüse des "Lymphatischen Systems" liegt hinter dem Brustbein und ist maßgeblich am Aufbau unseres Immunsystems beteiligt. Bei Infektionen kann ein grüner Rhyolith an dieser Körperstelle die körpereigene Abwehrkraft am besten unterstützen.
Rhyolith für eine höhere Selbstakzeptanz
Alle Rhyolith-Varietäten zeigen im geistigen Bereich eine ähnliche Wirkung. So soll sich der aktuelle mentale Zustand verstärken, damit man mehr Klarheit über sich selbst erlangen kann. Dabei zeigt sich ein gesundes Selbstbewusstsein, das zu sich selbst steht und in Zeiten des Selbstzweifels sehr befreiend wirkt. Allerdings geistig-seelische Veränderungen bleiben in dieser Heilstein-Sphäre aus, da sie nur den momentanen Ist-Zustand stärken und sichtbar machen kann.
Wichtige Rhyolith-Vorkommen und Verwendung
Da Rhyolith-Gesteine weltweit zu finden sind und große Massen bilden, sind sie als natürliche Werksteine auf dem Markt vertreten. Man verwendet den Naturstein unter anderem in Form von Platten in der Architektur für die Verkleidung von Gebäudefassaden, aber auch für die Herstellung von Tischplatten und Fußbodenbelägen. Rhyolith kommt im Straßen-, Wege- und Gartenbau als Pflastersteine, Schotter und Splitt vor.
Dekorations- und Schmuckstein
Im Handel sind jedoch hauptsächlich die weiter oben erwähnten Varietäten als Dekorations- und Schmucksteine erhältlich, die aus Australien, Mexiko oder Nevada (USA) stammen. Diese heben sich sich von der allgemein eher schlichten Rhyolith-Masse durch ihr um einiges attraktiveres Äußeres ab.
Therapeutischer Stein
Auch die Steinheilkunde arbeitet hauptsächlich mit den optisch auffallenden Varietäten, wobei auch der bloße Aufenthalt auf einer schlichten Gesteinsgrundlage aus Rhyolith ebenso therapeutische Wirkungen zeigen kann. Denn natürlich besitzt ein Bodenbelag aus Natursteinen jeweils seine ganz eigene Ausstrahlung. Sensible Personen können den Unterschied spüren. Somit ist es nicht wirklich egal und auch nicht nur eine Frage des ästhetischen Geschmacks, ob man auf einem Bodenbelag aus Marmor, Granit, Travertin, Quarzit, Sandstein oder Rhyolith wohnt und arbeitet.