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Stein-Aspekt · Bedeutung

Jaspis Bedeutung - "Gesprenkelt" und der Schild vor der Brust

Was Jaspis symbolisch bedeutet - vom assyrischen "aschpu" zum griechischen "iaspis" (gesprenkelt). Conrad Gessners "Schild vor der Brust".

Lesezeit ~5 Min Aktualisiert 9. Juni 2026 Zur Jaspis-Übersicht
Jaspis - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Woher stammt die Bezeichnung “Jaspis”?

Die Ursprünge liegen im Orient und haben sich wahrscheinlich über das assyrische “aschpu”, ägyptische oder persische “yashp” und hebräische “jaspheh” oder “jaschpeh” zum griechischen “iaspis” entwickelt, was übersetzt “gesprenkelt” oder “geflammt” bedeutet. Allerdings zeugen schriftliche Überlieferungen aus dem Altertum von einer vielfältigen Verwendung des Begriffs “Jaspis”, sodass man davon ausgehen kann, dass oft auch andere Gesteine damit gemeint waren. Der “edelste Stein”, der in der Bibel als Jaspis benannt wird, ist klar wie Eis und kann deshalb nur ein Bergkristall oder gar Diamant gewesen sein. Im antiken Griechenland und Mittelalter war Jaspis immer grün, und kann somit auch andere grüne Mitglieder der Quarz-Gruppe, wie beispielsweise den rot getupften Heliotrop, beschreiben.

Die moderne Definition

Nach der heutigen Begriffsbestimmung handelt es sich bei “Jaspis” um einen bunten, undurchsichtigen Quarz, der eine körnige, mikrokristalline Kristallstruktur zeigt. Die faserige, mikrokristalline Variante heißt “Chalcedon”. Der oben erwähnte “Heliotrop” zeigt sowohl körnige, als auch faserige mikrokristalline Kristalle und nimmt somit eine Zwischenstellung ein. Durch diese recht weit gefasste Definition, kann Jaspis eine enorme Vielfalt an Farben und deren Kombinationen sowie abstrakten Zeichnungen und Musterungen bieten.

Synonyme und Handelsnamen

Es gibt verhältnismäßig wenig Synonyme für den heutigen Jaspis. “Jasper” und “Iolanthit” sind teilweise noch gebräuchlich, während “Bayat” inzwischen veraltet sein dürfte. “Hornstein” als Synonym ist allerdings irreführend, da diese Bezeichnung eigentlich ein eigenständiges Gestein beschreibt. Die Begriffe “Schwimmstein” und “Vogesit” stehen für verwitterten, porösen Jaspis, der an seinem geringeren Gewicht zu erkennen ist. Handelsnamen existieren hingegen so viele, wie Varietäten bekannt sind. Je nach Farbe, Musterung und Herkunft haben sich inzwischen die verschiedensten Kreationen an Namen entwickelt und ein Ende scheint nicht in Sicht.

Brauner, gelber und roter Jaspis

Im Bereich der gelben und bräunlichen Exemplare können die Bezeichnungen “Bilder”- und “Landschaftsjaspis” auftauchen, zu denen auch die sandfarbenen “Kalahari-Picture-Stones” gehören können. Einfarbig brauner Jaspis heißt auch “Nilkiesel”, sind jedoch zusätzlich Zeichnungen zu erkennen, die an Pinselstriche erinnern, spricht man von “Schriftjaspis”. Rotbraune Steine mit gelblichen Flecken werden “Vabanit” oder “Wabanit” genannt, während hell-dunkel gestreifte Exemplare entsprechend den Namen “Zebrajaspis” tragen. “Eisenjaspis” oder “Eisenkiesel” sind Bezeichnungen für einfarbige, gelb bis rote Varietäten.

Grüner, violetter und schwarzer Jaspis

Obwohl die Bezeichnung “Plasma” oder “Prasma” für den dunkelgrünen Chalcedon verwendet wird, taucht doch fälschlicherweise auch grüner Jaspis unter diesem Namen auf. Violette Varietäten tragen bezeichnenderweise den Namen “Lavendeljaspis”, während man die schwarze Varietät einst “Basanit”, “Pramnion” oder “Lydit” nannte. Manchmal bietet der Handel schwarzen Jaspis leider auch als “Onyx” (Chalcedon) an. Eine schwarz-beige marmorierte Jaspis-Variante trägt außerdem den fantasievollen Namen “Puddingstein”.

Buntjaspis

Mehrfarbiger Jaspis zeigt oft die Farben Rot, Gelb und Grün. Bunt gebänderte Varietäten heißen Regenbogen-, Streifen-, Schlangenhaut-, Tiger- oder einfach nur Bandjaspis. “Popjaspis” oder “Poppy” wiederum ist bunt geleckt oder getupft.

Fossil- und Trümmerjaspis

Aus verkieseltem, graubraunem Tongestein ist ein Jaspis mit fossilen Schneckengehäusen entstanden. Dieser “Fossil-Jaspis” trägt außerdem die Bezeichnung “Turitella-Jaspis” oder “Schlangenjaspis”. Der Name “Schneckenachat” ist dagegen irreführend, da es sich hier nicht um Achat handelt. Brekzien aus eckigen Bruchstücken oder Konglomerate aus abgerundeten Körnern eines zertrümmerten Jaspis-Gesteins sind durch eine Quarz-Verkittung erneut wieder verbunden. Man fasst sie unter “Trümmerjaspis” zusammen, wobei “Brecclet”- oder “Brekzien-Jaspis” sehr häufig vorkommt und Konglomerate selten sind.

”Silberlinien”, “Blüten” und “Leopardenfell”

Weitere Synonyme sind Silberblatt- oder Silberlinien-Jaspis, die man beispielsweise namentlich mit der Serpentin-Varietät “Silberauge” verwechseln kann. So sind “Silberaugen” als “Zebra-Jaspis” auf dem Markt zu finden. Ein sogenannter “Blütenjaspis” ist in Wahrheit ein Unakit-Gestein, das sich aus den Mineralen Epidot, Feldspat und Quarz zusammensetzt. Das vulkanische Gestein “Rhyotith” wiederum wird je nach Fundort gerne auch als Leopardenfell- (Mexiko), Regenwald- (Australien) oder Augenjaspis angeboten.

Drei Quarz-Verwandte

Abschließend kann man sagen, dass nicht jeder bunte Stein, der namentlich so angeboten wird, auch wirklich zur Jaspis-Familie gehört. Leider herrscht im unkundigen Handel oft keine klare Unterscheidung zwischen den undurchsichtigen Quarz-Varietäten, sodass ein als “Jaspis” gekennzeichneter Stein, tatsächlich auch ein Mitglied der Chalcedon- oder Achat-Familie sein kann. Für Unkundige kann die unterschiedliche Transparenz richtungsweisend sein. Chalcedon ist nämlich immer und Achat meistens durchscheinend, während Jaspis immer undurchsichtig ist. Dabei ist ein Jaspis als Rohstein meistens matt, Chalcedon und Achat zeigen dagegen auch oft Wachsglanz. Da im polierten Zustand Heilsteine der drei Quarz-Mitglieder Glasglanz zeigen ist eine sichere Unterscheidung hier nicht immer leicht. So entstehen immer wieder neue Namenskreationen, die Jaspis, Chalcedon und Achat munter durcheinander kombinieren. Zeigt ein Stein beispielsweise Bänder bietet sich natürlich die Bezeichnung “Achat” an, aber auch Chalcedon und Jaspis können gebändert sein. Deshalb “Augen auf beim Jaspis-Kauf”!

„Der Jaspis ist ein Schild vor der Brust, das Schwert in der Hand. Er schirmt gegen alle Krankheiten und erneuert Geist, Herz und Verstand."
- Conrad Gessner, Mittelalter

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