Rosafarbene Vielfalt
Als Calcit-Varietät besitzt Manganocalcit einen nennenswerten Mangan-Gehalt in seinem Kristallgitter, der für die zarten bis kräftigeren Rosa-Töne verantwortlich ist. Je höher diese Mangan-Einlagerungen ausfallen, um so intensiver fällt das Rosa aus. Aber auch graue bis schwarze Exemplare können sich dadurch bilden.
Wie entsteht Manganocalcit?
Während seiner vorwiegend sekundären Bildung aus Kalkgesteinen kann Calcit gesteinsbildend sein. Primär entstehen allerdings in Hohlräumen, Spalten und Erzgängen von vorhandenen Gesteinen auch hydrothermal gebildete Kristalle oder Mineralien-Ausscheidungen an vulkanischen, heißen Quellen. Tertiär kommt Calcit außerdem als metamorpher Marmor vor.
Damit sich die Varietät "Manganocalcit" bilden kann, muss am Entstehungsort das Übergangsmetall "Mangan" (Mn) in ausreichender Menge vorhanden sein. Denn nur so können sich die beliebten zarten Rottöne zeigen.
Kristallsystem und Erscheinungsform
Da Calcium-Carbonat wahrscheinlich das formenreichste Mineral auf Erden ist, kann sein Erscheinungsbild sehr unterschiedlich sein. Calcit kristallisiert im "Trigonalen Kristallsystem" und bildet beispielsweise faserige, blätterige, nadelige, säulen- oder würfelförmige Aggregate, die dementsprechende Bezeichnungen erhalten haben. Aber auch pulverige, reißzweckenartige oder gebänderte Exemplare, Rosetten und Kristalle kommen vor.
Bestimmungsmerkmale und Verwechslungen
Manganocalcit hat ebenso wie die ganze Calcit-Familie eine geringe Mohshärte von 3 und eine Dichte von etwa 2,7. Da sich jeder Calcit hervorragend spalten lässt, ist schon früh die bergmännische Bezeichnung "Kalkspat" entstanden. Andere Namen wie beispielsweise Blätter-, Papier-, Seiden- oder Nadelspat sowie Doppelspat und Spatrose verweisen zusätzlich auf die jeweils charakteristisch auffällige Erscheinungsform. Manganocalcite haben ebenfalls eine weiße Strichfarbe und eine durchsichtige bis durchscheinende Transparenz.
Ähnliche Heilsteine
Rosafarbene Mineralien gibt es einige, die Unkundige rein optisch leicht mit Manganocalcit verwechseln können. Dazu gehören beispielsweise Rosenchalcedon, Rosenquarz, Apatit, Danburit, Dolomit, Fluorit, Grossular, Halit, Kunzit, Petalit oder Smithsonit. Allerdings können mineralogische Untersuchungen mithilfe der verschiedenen Merkmale wie Härte, Dichte und Spaltbarkeit sowie Löslichkeit und Säureresistenz genauer differenzieren, was das bloße Auge nicht kann.
Manganocalcit-Manipulationen
Calcit nimmt aufgrund seiner weichen Struktur hervorragend die verschiedensten Farben an, wenn man ihn einfärbt oder bestrahlt. Leider sind diese Maßnahmen nur mineralogisch-gemmologisch nachweisbar, sodass ein Großteil der farblich manipulierten Calcite unerkannt bleibt, wenn der Handel nicht zuverlässige Informationen für seine Kundschaft bereithält.