Peridot oder Olivin? – Was ist der Unterschied?
Obwohl der Begriff "Olivin" im Handel immer wieder auch als Synonym für "Peridot" auftaucht, gibt es mineralogisch gesehen doch einen gewissen Unterschied in der Erscheinungsform. Während der namentliche und farbliche Bezug des Olivins auf das lateinische "oliva" für "Olive" unschwer zu erkennen ist, liegt der Ursprung der Bezeichnung "Peridot" immer noch weitgehend im Dunkeln. Auch hier vermutet man lateinische (paederos = Opal), aber auch arabische (farida = einzigartig) Wurzeln. Fakt ist, dass der Name "Peridot" Ende des Mittelalters vor allem im französischen und englischen Sprachraum in verschiedenen Varianten immer wieder erscheint.
Das Mineralgestein "Olivin"
In der Mineralogie wird das unbehandelte, feinkörnige Mineralgestein mit dem Begriff "Olivin" bezeichnet. Olivin ist auf allen Kontinenten häufig zu finden und kommt in größeren Gesteinsbrocken vor. Sogenannte "Olivin-Bomben" kann man beispielsweise auf den Kanarischen Vulkaninseln (z.B. Lanzarote) am schwarzen Lavastrand finden. Darin sind Olivin-Minerale in Lavagesteinen eingeschlossen. Olivin eignet sich vor allem für die Herstellung von Donuts und Trommelstein-Schmuckanhängern.
Der Edelstein "Peridot"
Die kleineren Peridot-Kristallstücke sind eine besonders reine Varietät des Olivin, die sich durch einen höheren Magnesium-Gehalt auszeichnet. Da Peridot im Vergleich zu Olivin eher selten vorkommt, verarbeitet man besonders klare, meist hellgrüne Exemplare gerne zu facettierten Edelsteinen. Diese beliebten Schmucksteine erscheinen dann gefasst in Ringen, Anhängern und Edelstein-Ketten.
Einer der größten, geschliffenen Peridote der Welt stammt von der Vulkaninsel "Zebirget" (Ägypten) im Roten Meer. Er wiegt 62g, das sind stolze 310 Karat.
Das Gestein "Peridotit"
Ein grobkristallines Gestein aus dem Erdmantel mit einem über 40 prozentigen Anteil an Olivin, trägt die Bezeichnung "Peridotit". Der Rest setzt sich aus einem aluminiumhaltigen Mineral und verschiedenen Pyroxenen zusammen. Auch wenn der Name es suggerieren möchte, handelt es sich hier natürlich nicht um Peridot im oben genannten Sinne.
Wie erkennt man Peridot?
Der Edelstein "Peridot" besitzt eine durchsichtige Transparenz und einen beliebten Glasglanz. Er zeigt eine Vielfalt an verschiedenen Grüntönen, die vom gegehrten Hellgrün über Olivgrün bis Dunkelgrün reichen kann. Die Dichte des Peridots liegt bei 3,27 bis 3,37 und seine Mohshärte von 6,5 bis 7 befindet sich nur knapp unter der Härte von Quarz. Eine unvollkommene Spaltbarkeit hinterlässt eine kleinmuschelige, spröde Bruchstelle bei zerbrochenen Kristallen. Unabhängig von der grünen Färbung, zeigt Peridot immer eine weiße Strichfarbe.
Peridot-Vorkommen
Die Rohware für geschliffenen Peridot stammt zur Zeit hauptsächlich aus dem Norden Chinas und Korea. Aber auch Ägypten und Myanmar sowie Sri Lanka, Pakistan und Norwegen besitzen lukrative Vorkommen. Besonders erwähnenswert ist außerdem die hohe Ausbeute an Perodot und Olivin in den USA (Arizona und New Mexico) .
Das erste dokumentierte, traditionelle Abbaugebiete lag auf der ägyptischen "St. Johannes Insel" im Roten Meer, die schon vor nahezu 2000 Jahren Peridot und Olivin exportierte. Heute baut man dort nur noch kleinere Mengen dieses Edel- und Heilsteins ab. Später machte Myanmar mit seinen 20- bis 40-Karätern in bester Qualität auf sich aufmerksam. Inzwischen ist allerdings auch dort der Abbau weitgehend zum Erliegen gekommen.