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Heilstein · Sulfide-Familie

Antimonit

Antimonit ist ein dunkelgrauer Kristall, der dabei unterstützen soll, „belastende Gefühle zu überwinden" und schädliche Gewohnheiten abzulegen. Historisch diente das Mineral als Augenschminke im alten Ägypten.

dunkelgraubleigraustahlgrauanthrazitSulfideWurzel-Chakra
Antimonit - Heilstein, Nahaufnahme einer typischen Probe
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Faktenbox

Mineralfamilie
Sulfide
Mohshärte
2
Farbe
dunkelgrau, bleigrau, stahlgrau, anthrazit
Chakra
Wurzel-Chakra
Sternzeichen
Wassermann
Fundorte
China (Hunan), Japan, Rumänien
Reinigung
Unter lauwarmem Wasser abspülen - vorsichtig, da Kristalle zerbrechlich
Aufladung
Mit Bergkristall oder sanftem Tageslicht (max. 30 Minuten)
Element
Erde
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Antimonit im Überblick

Ein Antimonit bildet rhombische, langprismatische, anthrazit-graue Kristalle. Er soll das Überwinden von alten, ungesunden Gewohnheiten erleichtern und bei Haut-, Verdauungs- und Magenbeschwerden helfen.

Antimonit - Heilstein mit langer Tradition

Im alten Ägypten und in der Antike war dieser Heilstein schon bekannt und spielte vor allem als Pulver, bzw. Puder beim Schminken der Augen und in der Augenheilkunde eine Rolle. In der Antike war Antimonit außerdem ein Bestandteil der Bronze-Herstellung.

Allerdings trug er zu dieser Zeit noch einen anderen Namen. Von der Antike bis ins 11. Jahrhundert hieß er allgemein „Stibium„, dessen Kürzel „Sb” auch heute noch in der Chemie für das Element Antimon steht. Im 11. Jahrhundert entsteht plötzlich der griechische Begriff „Antimonium” für Blüte oder Ausblühung.

Antimonit-Puder als traditioneller Schutz für die Augen

Nicht nur in Ägypten vor 5000 Jahren, sondern auch später im antiken Südeuropa und der ganzen arabischen Welt galten schwarz geschminkte Augen und Augenbrauen als ein Schönheitsideal, das bis heute erhalten hat. Man nutzte das schwarze Puder aus Antimonit jedoch nicht nur aus optischen Gründen, denn schwarz betonte Augenlider versprachen einen möglichst großen, magischen Schutz. Auch Augenerkrankungen wurden mit speziellen Antimonit-Salben behandelt.

Da das alte Ägypten zu dieser Zeit keine eigenen Antimonit-Vorkommen besaß, musste es diesen Rohstoff teuer in Arabien und Vorderasien einkaufen. Das traditionelle Schminkpuder trug bei den Ägypter damals die Bezeichnung „stem” und heißt im arabischen Sprachraum bis heute „al-kuhl„, was „das Färbende” bedeutet.

Im Mittelalter ist der Heilstein ein Bestandteil in den Forschungen der Alchemie. Bis heute hat sich die Verwendung von Antimonit in Präparaten der Naturheilkunde erhalten.

Synonyme und Bergmannsbegriffe

Beim gut vier Jahrhunderte langen Streit um die geeignete Namensgebung haben sich drei Bezeichnungen herauskristallisiert, die gleichermaßen häufig auch heute noch benutzt werden. Neben dem im 11. Jahrhundert entstandenen Begriff „Antimonit„, entwickelten sich im 15. Jahrhundert zusätzlich auch deutsche Benennungen aus der Bergmannssprache. „Spießglas” oder „Spießglanz” und „Antimonglanz” sind dabei die gebräuchlichsten.

Ab dem Jahre 1854 kommt ein weiteres Synonym hinzu, das sich erneut auf das antike, griechische „stibium” bezieht. „Stibnit” ist bis heute ein gleichwertiges Synonym neben Antimonit und Antimonglanz im deutschen Sprachraum.

Behutsame Anwendung der zerbrechlichen Kristallen

Antimonit bildet in seiner Kristallform längs auf den äußeren Prismenflächen deutlich sichtbare Riefen. Kleinere Kristalle können sehr dünn und spitz wie Nadeln sein. Manche Nadeln sind biegsam, aber auch leicht zerbrechlich. Deshalb sollte bei einer Heilstein-Anwendung sehr behutsam mit diesen empfindlichen Kristallen umgegangen werden.

Am verbreitetsten sind jedoch recht derbe, verfilzte Aggregate, die sich ebenso für eine direkte Anwendung am Körper eignen.

Wer schädliche Angewohnheiten bei sich selbst erkennt und beenden möchte, kann vielleicht von der Hilfe eines Antimonits profitieren, denn dieser Heilstein soll helfen sich zu überwinden und auch höheren Idealen Raum zu geben. So kann man begrenzte Vorstellungen durch neue Sichtweisen toleranterweitern, sodass sich die eigenen Interessen besser in allgemeine Notwendigkeiten einfügen.

Merkmale des Antimonits

Das dunkelgraue Antimonsulfid entsteht primär schon bei vergleichsweise niederen Temperaturen (etwa 300 bis 1000 °C) in den noch flüssigen hydrothermalen Lösungen in Quarzgängen oder Erzadern. So bilden sich oft enorm große Lagerstätten, die teilweise Antimonit-Kristalle mit einer Länge von über einem Meter (Japan, China) aufweisen können. Üblicher sind jedoch kleinere, dünne bis nadelige Kristalle, die biegsam und leicht zerbrechlich sind. Eher selten ist eine sogenannte „Zwillingsbildung”, bei der einzelne Kristalle parallel verwachsen sind.

Kristallsystem und Erscheinungsform

Die Prismenflächen der langen, orthorhombischen Kristalle besitzen als Längsstreifen eine deutliche „Riefenbildung„. Die kleineren Kristalle sind jedoch oft zu radialstrahligen Aggregaten verwachsen, die als Antimonit-Stufen auf dem Markt erhältlich sind. Große Kristalle dagegen können durch mechanische Prozesse (z.B. Verschiebungen, Druck) abgeknickt sein. Dichte, verfilzte Massen aus Antimonit sind jedoch die Regel und kommen in vielen Ländern vor.

Mineralklasse und Fremdstoffe

Antimonit besteht in reiner Form aus Antimon (Sb) und Schwefel (S). So gehört er zur Mineralklasse der „Sulfide und Sulfosalze”. Seine Fremdstoffe können aus geringen Mengen Eisen, Blei, Kupfer oder Zink, sowie Spuren von Kobalt, Gold und Silber bestehen.

Farbe und Pleochroismus

Die typische Farbe des Antimonits ist Grau bis Anthrazit mit einem ausgeprägten Metallglanz, der mit der Zeit an der Erdoberfläche „ermattet”. An der Luft kann die Oberfläche des Heilsteins teilweise durch Oxidation auch bunt anlaufen, sodass er wie eine Öllache je nach Lichteinfall verschiedene Farben zeigt. Dieser Pleochroismus entsteht durch starke Reflexionen.

Härte und Co.

Da Antimonit nur eine Mohshärte von 2 besitzt, kann man ihn leicht zu Puder zermahlen. Seine Dichte wiederum ist mit 4,63 bis 4,66 ziemlich hoch und selbst seine Kristalle sind völlig undurchsichtig. In eine Richtung lässt sich Antimonit hervorragend spalten, in die andere entsteht jedoch ein muscheliger, unvollkommener Bruch. Selbst die Spaltflächen zeigen oft die typischen Streifen. Die Stichfarbe ist ein Bleigrau.

Verwendung und Verwechslungen

Neben den schönen Kristall-Stufen für die Sammelgemeinde und Anwendung als Heilstein in der Steinheilkunde, gibt es auch heute noch im Bereich der Naturheilkunde Präparate auf Antimonitbasis.

Technisch eingesetzt wird dieser Rohstoff nach wie vor bei der Herstellung verschiedener Metall-Legierungen und als Hitzeschutz für Textilien und Farben.

Einige graue Sulfide, insbesondere Wismutsulfid (Bismuthinit) sind meistens optisch von Antimonit nicht zu unterscheiden. Hier muss man sich auf die Angaben des Handels verlassen können, denn nur eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung kann zweifelsfrei die Zugehörigkeit des Sulfids feststellen.

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