Pyritachat oder Apachengold
Je nach Höhe des metallenen Pyrit-Gehalts, fällt das optische Erscheinungsbild des Pyritachats sehr unterschiedlich aus. Dabei variieren kleine, feinverteilte Tupfen oder Punkte bis hin zu größeren Metallflecken in einer dunkleren Quarzmasse so, dass ein jeweils einzigartiges Muster entsteht. Kleingetüpfelte Exemplare sind mit ihrer graugelblichen Grundfärbung eher unscheinbar, jedoch je größer die Pyrit-Einlagerungen ausfallen, umso interessanter erscheint der Heilstein. Trommelsteine in etwa 3 bis 4 cm Größe können größere, messinggelbe Einschlüsse und Musterungen mit Schlieren zeigen, sodass die unattraktivere Chalcedon-Matrix völlig in den Hintergrund tritt.
Verwechslungsmöglichkeiten
Ein Chalkopyrit-Nephrit-Gemenge zeigt eine ziemlich ähnliche Optik, wie kleingefleckter Pyritachat. Die leicht gelblich grüne Färbung der Tupfen kann hier allerdings kein sicheres Merkmal zur sicheren Einstufung liefern. So bildet der Handelsname "Apachengold" beide Gemenge auf dem Markt ab. Da deren therapeutische Wirkung allerdings ziemlich ähnlich ausfällt, ist es kein Beinbruch, wenn man beim Erwerb keine eindeutige Zuweisung erhält.
Preislich sind die mit geringem bis seltenem Vorkommen eingestuften Heilsteine jedoch erschwinglich, da ihre Optik und Haptik nicht überall gut ankommt. Somit ist Apachengold, egal in welcher Ausführung, nicht für jedermann attraktiv. Wer sich allerdings von Pyritachat und metallenen Heilsteinen intensiv angezogen fühlt, sollte unbedingt zugreifen.
Keine Achat-Merkmale in Sicht
Logischerweise müsste das Gemenge "Pyritachat" eigentlich Pyrit-Chalcedon heißen, da es so gut wie nie Bänder zeigt, die für einen Achat charakteristisch wären. Aber die Namensgebung der verschiedenen Gesteine, Minerale und dessen Varietäten folgt vor allem im Bereich des Handels nicht immer einer "gemmologischen Logik". Hier gibt man eingängigen und einprägsamen Bezeichnungen wie "Apachengold" den Vorzug, um die nicht immer kundige Kundschaft nicht mit schwierigen Fachausdrücken zu überfordern. Da der Begriff "Achat" volkstümlich eine lange Tradition hat und als Mineralbezeichnung bei den meisten Menschen bekannt ist, wird er gerne bei allerlei Quarz-Gemengen verwendet. Dies beweist der beliebte, grüne Moosachat, der auch in Wahrheit ein Chalcedon ist.
Die Pyritachat-Merkmale
Um Pyritachat von beispielsweise Chalkopyrit-Nephrit zu unterscheiden, muss man ihre Entstehung, die Kristallsysteme und Bestimmungsmerkmale vergleichen. Oft muss man dafür eine mineralogisch-gemmologische Untersuchung heranziehen.
Entstehung und Kristallsystem
Während das Chalcedon-Pyrit-Gemenge in einer "Primären Bildung" entsteht, kann sich sein Apachengold-Namensvetter "Chalkopyrit-Nephrit" nur tertiär bilden. Da Pyrit auch in magmatischer Umgebung stabil ist, verbleiben in der Quarzschmelze kleine Partikel bis größere Rohsteinchen, die nach dem Aushärten ein fester Bestandteil im Gestein sind.
Aufgrund seiner Zusammensetzung zeigt Pyritachat Merkmale eines "Kubischen" (Pyrit) und "Trigonalen Kristallsystems" (Chalcedon). Chalkopyrit-Nephrit hingegen kristallisiert entsprechend tetragonal und monoklin. Anhand dieser unterschiedlichen Kristallausbildungen kann man unter dem Mikroskop die ersten Rückschlüsse ziehen.
Bestimmungsmerkmale des Pyritachats
Je nach prozentualer Verteilung der beiden Minerale, dominieren dementsprechend auch die unterschiedlichen Bestimmungsmerkmale. Bei Stoffreinheit besteht Pyrit im Idealfall aus Eisen und Schwefel, allerdings ist die stoffliche Zusammensetzung in der Natur abhängig von den örtlichen Entstehungsbedingungen. So können in Pyritachat neben dem hohen Quarzanteil auch Spuren von Nickel, Cobalt oder Arsen vorkommen, die einen Teil der Eisen- oder Schwefelatome des Pyrits ersetzen können.
Härte und Dichte
Bei einer feinen Verteilung der Pyrit-Partikel bringt die höhere Mohshärte von 6,5 bis 7 des umgebenden Chalcedons für dieses Mineralgemenge die größtmögliche Härte mit. Große Flecken von Pyrit-Einlagerungen mit einer üblichen Pyrit-Härte von 6 bis 6,5 senken allerdings stellenweise den Härtegrad. Die Dichte fällt bei Pyrit mit um die 5 fast doppelt so hoch aus, wie die Dichte des Chalcedons (um 2,6). Somit liegt sie je nach Zusammensetzung wohl zwischen etwa 3 bis 4.
Strichfarbe und Spaltbarkeit
Chalcedon hat als Quarz-Mitglied immer eine weiße Strichfarbe. Pyrit hingegen zeigt auf einer hellen Strichtafel einen sehr dunkelgrünen bis schwarzen Strich, sodass auch hier größere, eingelagerte Pyrit-Flecken dieses Merkmal mitbestimmen. Da der Quarz "Chalcedon" keine und Pyrit nur eine unvollkommene Spaltbarkeit besitzen, zeigt auch Pyritachat spröde und muschelige Bruchstellen.
Transparenz und Glanz
Reiner Chalcedon zeigt eine durchscheinende Transparenz und Wachsglanz. Durch die Beimengung von Pyrit-Partikeln in verschiedener Größe, verändert sich allerdings der optische Eindruck. Das völlig undurchsichtige (opak) Mineral besitzt einen charakteristischen Metallglanz, der dem oft recht dunkel wirkenden Mineralgemenge kleine, glänzende "Lichtpunkte" verschafft. Je größer diese Pyrit-Einschlüsse ausfallen, desto gelblich-metallener ist die Erscheinungsform des Pyritachats.