Es hat sich in den letzten Jahren herumgesprochen, daß Steine häufig manipuliert, das heißt gefälscht oder künstlich verändert werden. An dieser Stelle möchten wir über die Gründe für Fälschungen und über die gängigsten Methoden zur Manipulation von Steinen Informieren. Einleitung

Je mehr Steine als „Heilsteine“ deklariert und verwendet werden, desto mehr stellt sich auch die Frage nach der Echtheit von Steinen. Gerade im Bereich der Schmuckverarbeitung ist es seit langen üblich, Steine zu Färben, zu brennen (um ihre Farbe zu intensivieren oder zu verändern), zu rekonstruieren (aus Staub oder kleinen Stücken zusammen zu pressen) oder zu synthetisieren, daß heißt künstlich herzustellen.

Die Absicht der „Fälscher“ ist dabei keinesfalls immer unlauter. Die Färbung von Achaten hat diese Steine erst berühmt gemacht und ist zu einem wesentlichen Teil dafür verantwortlich, daß sich in Idar Oberstein, wo es große Vorkommen dieser Steine gab, eine Tradition des Edelsteinschleifens entwickelt hat, wie es sie in dieser Form an keinem anderen Ort in Deutschland und vermutlich in ganz Europa gibt.


Auch das synthetisieren von Steinen hat seinen Wert: Die moderne Lasertechnologie basiert auf künstlich gezüchteten Kristallen, das bekannteste Beispiel sind wohl die „Rubinlaser“. Synthetische Diamanten werden für die Werkzeugherstellung benutzt und ermöglichen das Verarbeiten von ansonsten kaum zu bearbeitenden Materialien (z.B. von Steinen) und die gesamte moderne Elektronik ist auf künstlich erzeugte Schwingquarze angewiesen (Quarzuhren), deren Herstellung auf das Wissen der „Kristallzüchter“ zurückzuführen ist.
Schließlich und endlich ermöglichen synthetische und geschönte Steine es vielen Menschen wunderschönen Schmuck zu tragen, den sie ansonsten – mit echten Steinen versehen – niemals bezahlen können würden.
Negative Folgen sind bei „Fälschungen“ nicht zu befürchten – außer bei solchen, die durch BESTRAHLUNG hergestellt wurden, welche sich auch auf die Träger des Steines schädlich auswirken kann.

Das Schönen von Steinen

Im Bereich der Steinheilkunde müssen Steine – und damit auch Manipulationen derselben – allerdings unter anderen Gesichtspunkten betrachtet werden. Um mit Steinen effektive Heilwirkungen zu erzielen, sollten diese soweit wie möglich unbehandelt sein. In diesem Zusammenhang gilt das Schleifen von Steinen nicht als Manipulation. Naturbelassenen Steine müssen nicht besser oder stärker wirken als Rohsteine. Ein guter Schliff kann die Energie eines Steines sogar wesentlich verstärken.


Durch die Lange Zeit, in der es üblich oder sogar gewünscht war, Steine zu manipulieren um ihr Äußeres zu verschönern (ob sie tatsächlich schöner werden liegt im Auge des jeweiligen Betrachters), und weil heilkundliche Erwägungen für den Steinhandel bis vor kurzem keine Rolle gespielt haben, gibt es keine nennenswerte Deklarationspflicht für die Manipulation von Heilsteinen.

Umgekehrt ist es natürlich so, daß sich auch bei Steinheilkundeinteressierten Menschen Steine besser verkaufen, die schön anzusehen sind, kräftige Farben haben und – im Fall von Kristallen – klar und durchscheinend wirken. Daher haben die Steingroßhändler, Steinschleifer und Steinverkäufer natürlich ein verständliches Interesse, Steine zu „optimieren“ und sind auf der anderen Seite nur eingeschränkt dazu gezwungen dies Anzugeben.

Auch ist im heilkundlichen Bereich der Konkurrenzdruck sehr stark: Einerseits wird hier – bedingt durch die wachsende allgemeine Unzufriedenheit mit der Gerätemedizin – sehr viel Geld umgesetzt, auf der anderen Seite werden fast wöchentlich neue „Heilverfahren“ erfunden bzw. „wiederentdeckt“, die alles mögliche zu heilen versprechen. Es ist also kein Wunder, daß auch die Steinbranche sich ihren Teil vom Kuchen abschneiden möchte und alle möglichen „Wundersteine“ auf den Markt bringt.

Das Ölen

Öle werden schon seit Jahrtausenden dazu benutzt, um Risse in Edelsteinen zu verbergen. Die Steine erhalten einen stärkeren Glanz und und Wirken durchsichtiger. Benutzt werden sowohl natürliche als auch synthetische Öle.
Auf die Wirkung eines Steines hat das Ölen im Prinzip keine negativen Auswirkungen, allerdings ist es nicht sehr Ehrlich. Der Stein gibt sozusagen vor mehr zu sein, als er in Wirklichkeit ist. Wenn es im Sommer warm wird, kann das Öl allerdings aus dem Stein austreten und Flecken auf der Kleidung oder der Haut verursachen.
Ölen mit farblosem Öl ist nicht deklarationspflichtig, muß also nicht angegeben werden. Anders ist dies bei farbigen Öl, das dazu dient die Farbe des Steines zu verstärken. In diesem Fall muß der Stein als „gefärbt“ bezeichnet werden.

Das Paraffinieren

Besonders undurchsichtige Steine werden häufig paraffiniert, d.h. gewachst. Dies dient dem Verstecken von Rissen, dem Verändern oder intensivieren der Farbe und dem erhöhen des Glanzes. Gerade Trommelsteine werden häufig paraffiniert, weil sich so der letzte Arbeitsgang – das Feinpolieren – sparen lässt.
Durch häufiges Tragen wird das Wachs allmählich von der Oberfläche des Steines entfernt, so daß dieser mit der Zeit immer unansehnlicher werden kann. Auch starke Wärmestrahlung (Sonne) kann das Wachs zum Schmelzen bringen und so „das wahre Gesicht“ des Steines wieder zu Tage bringen.
Das Paraffinieren von Steinen ist nicht Deklarationspflichtig.

Das Stabilisieren

Weiche oder poröse Steine (z.B. Türkis!) werden gerne mit Kunstharz imprägniert (stabilisiert). Dadurch lassen sie sich besser bearbeiten, die Farbe wird intensiver, und sie werden unempfindlich gegen Chemikalien (Parfüm, Schweiß).

Stabilisierte Steine müssen ausnahmslos als „behandelt“ deklariert werden, selbst wenn das Kunstharz nur wenige Millimeter in den Stein eingedrungen ist oder nur oberflächlich aufgebracht wurde.

Die Rekonstruktion

Rekonstruierte Steine werden aus Schleifstaub oder pulverisiertem Abfallmaterialien zusammengefügt. Dieses Verfahren wird besonders häufig bei undurchsichtigen Steinen angewandt. Dabei wird das Pulver entweder verschmolzen (Bernstein), gesintert (in Formen gepresst und in Öfen oberflächlich zusammengeschmolzen) oder – meist durch Kunstharz – zusammengeklebt (Malachit-Azurit, Türkis).

Rekonstruierte Steine müssen deutlich als „rekonstruiert“ deklariert werden, außer sie besitzen einen eigenen Handelsnamen. So ist Hämatin der Handelsname für aus Eisenoxid künstlich gesinterten Hämatit und „echt Bernstein“ bedeutet irreführenderweise, daß der Stein gefälscht – nämlich aus Bernsteinstaub zusammengeschmolzen ist.

Das Färben

Das Färben von Steinen ist schon fast eine Kunstform, so aufwendig und weit entwickelt ist es heutzutage: Steine, die sich schlecht Färben lassen, werden oft oberflächlich angeätzt, damit sie rauer werden und die Farbe besser an ihnen haftet. Besonders wichtig sind Risse im Stein, in die die Farbe tiefer eindringen kann. Dieser werden zum Teil – mit Hilfe von Temperaturschocks – künstlich erzeugt und durch Säureätzung verstärkt. So lassen sich Steine so tief färben, daß die Farbe auch nach dem Schleifen noch vorhanden ist.

Andere Steinsorten sind von Natur aus porös – wie die Chalcedonfamilie – und lassen sich durch und durch färben. Diese werden entweder monatelang in Farblösungen gekocht oder erst in einem Vakuum von allen enthaltenen Gasen entleert und später in einer färbenden Substanz wieder normalen Druck ausgesetzt. Dabei wird die Farbe in die Poren der Steine gepresst.

Unter Umständen werden diese gefärbten Steine noch zusätzlich gebrannt um ihren Farbton zu verändern und die Farbe zu fixieren. Ein bekanntes Beispiel hierfür ist der Karneol, bei dem das häufig vorkommt.
Es gibt verschiedene Verfahren um Steine zu Färben und um diese Färbungen zu erkennen. Für interessierte wollen wir hier abermals auf das Buch von Bernhard Bruder verweisen.

Das Brennen

Durch das Brennen eines Steins verändert sich seine Farbe oder seine Transparenz (= er wird durchsichtiger und somit wertvoller). So wird der Amethyst durch das Brennen gelb und kann als der viel seltenere Citrin verkauft werden. Beim Saphir bewirkt das Brennen die Auflösung von störenden Einschlüssen und beim Rauchquarz werden dadurch Defekte des Kristallgitters ausgeheilt. Der Bernstein wird transparenter und somit wertvoller. Grüner Aventurin wird durch Brennen blau, gelber Chalcedon zu orangeroten Karneol. Brennen, welches eine dauerhafte Farbveränderung hervorruft, muß nicht deklariert werden.

Das Bestrahlen

Bestrahlungen werden entweder mit energiereicher, elektromagnetischer Strahlung (Gamma, Röntgen- oder UV-Strahlung) oder mit Elementarteilchen wie Elektronen oder Neutronen durchgeführt.
Die elektromagnetische Strahlung führt zu einer Aktivierung von latent im Stein vorhandenen Farbzentren. Die so behandelten Steine werden nicht radioaktiv, jedoch ist ihre Farbe oft nicht stabil. Bei Kunzit, gelben Saphiren und dunkelblauen Beryllen kann die künstlich hervorgerufene Färbung im Sonnenlicht verblassen. Allerdings kann dies auch bei naturfarbenen Steinen passieren.

Bei der Bestrahlung mit Elementarteilchen hingegen, werden neue Farbzentren erzeugt. Als Nebenprodukt können hierbei radioaktive Elemente entstehen. Besonders Chrysoberyll, blauer Topas und sehr unreine Diamanten, die durch die Bestrahlung schwarz werden, können nennenswerte Mengen an radioaktiver Strahlung aussenden.
Bestrahlte Steine müssen ausnahmslos als „bestrahlt“ gekennzeichnet werden. Dies gilt für alle Rechnungen, Werbeprospekte und Beschriftungen.

Die Synthese

Synthetisch hergestellte Steine sind in ihren chemischen und physikalischen Eigenschaften weitgehend mit ihren naturgewachsenen Vorbildern identisch. Inzwischen ist die Kunst der Synthese soweit gediehen, daß bereits versucht wird, die natürlichen Einschlüssen, die einen Stein verunreinigen, innerhalb synthetischer Steine nachzubilden.
Für einen Laien ist es schlichtweg unmöglich eine Synthese von einem natürlich gewachsenen Stein zu unterscheiden. Im Zweifelsfall muß man den Stein also untersuchen lassen. Synthesen müssen immer als solche deklariert werden.

Die Imitation

Imitationen sind optisch oft kaum von natürlichen Steinen zu unterscheiden. Allerdings bestehen sie aus völlig anderen Materialien, wie Glas oder Keramik. Sie lassen sich mit Hilfe eines Mikroskops oder einer Härte- bzw. Dichteprüfung leicht von natürlichen Steinen unterscheiden.

Eine besonders raffinierte Form der Synthese sind die Du- oder Tripletten. Diese werden vor allem bei Opalen verwendet: Eine hauchdünne Schicht Opal wird mit einer (Duplette) oder zwei (Triplette) Schichten durchsichtigen Materials umgeben. Dies erhöht die Haltbarkeit und Widerstandsfähigkeit des Steinen gegen mechanische (Stoß) und chemische (z.B. Parfüm, Schweiß) Belastungen.

Leider halten sich viele Steinhändler nicht an die oben beschriebenen Deklarationspflichten für behandelte Steine, bzw. haben noch nie etwas davon gehört. Wenn Sie sich besser informieren wollen, so empfehlen wir das bereits oben erwähnte Buch von Bernhard Bruder oder das „Lexikon der Heilsteine“ von Michael Gienger, in dem neben vielen Steinen und ihren Wirkungen auch zu jedem Stein die gängigsten Fälschungen beschrieben werden.

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