„Augenheilstein“ mit Tradition
Man kann davon ausgehen, dass spätestens im alten Griechenland und auch im Mittelalter die Bezeichnung „Beryll“ für den heutigen Beryll verwendet wurde. Das griechische Wort „beryllos“ und das mittelhochdeutsche „berille“ stehen dabei auch Pate für unser heutiges Wort „Brille“, das noch auf die traditionelle Verwendung von Beryll hinweist.
Vor allem klare Berylle, wie Aquamarin, Goshenit, Heliodor oder Goldberyll verwendet die Steinheilkunde nach wie vor bei Problemen mit den Augen (Kurz- und Weitsichtigkeit). Dafür sollte man die Heilsteine im Liegen auf die geschlossenen Augenlider legen.
Wie erkennt man Beryll?
Da Berylle zu den Edelsteinen gehören, sind Verwechslungen und auch Imitationen bei einigen Varietäten möglich.
Härte, Dichte, Bruch und Strichfarbe
Mit einer Mohshärte von 7,5 bis 8 sind Berylle begehrte Schmuck-Edelsteine, die sich in transparenter Qualität auch meistens für kunstvolle Facettenschliffe eignen. Der spröde Stein hat eine Dichte von 2,65 bis 2,75 und ist nur schlecht spaltbar. Er zeigt einen unebenen, muscheligen Bruch und seine Strichfarbe ist unabhängig von der Körperfarbe immer weiß. Hohe Qualitäten sind durchsichtig und dementsprechend teuer. Aber auch völlig undurchsichtige Berylle kann man auf dem Markt finden, die sich als günstigere Möglichkeit ebenfalls als Heilsteine eignen.
Verwechslungen und Imitationen
Berylle kann man in Kristallform beispielsweise mit transparentem Apatit, Bergkristall, Kunzit, Topas, Spinell, Turmalin oder Zirkon verwechseln. Hier kann nur eine mineralisch-gemmologische Untersuchung für Klarheit sorgen.
Imitationen und Fälschungen sind meistens nur von den wertvollen, begehrten Beryll-Varietäten Smaragd und Aquamarin im Umlauf. Bei einem hohen Preisniveau sollte man vorsichtshalber fachkundigen Rat einholen, bevor man zum Kauf schreitet.
Verwendung des Berylls
Als Rohstoff ist Beryllium in der Industrie sehr gefragt. Man verwendet ihn zur Herstellung feuerfester Gewebe, für Legierungen, aber auch in der Reaktortechnik spielt Beryllium eine wichtige Rolle.
Als Edel- und Heilsteine stehen Smaragd und Aquamarin an vorderster Front und überstrahlen alle weiteren Berylle auf dem Markt und auch in der Steinheilkunde.