Gold - Edelmetall der Extraklasse
Für Gold hat die Menschheit keine Gräueltat im Laufe ihrer Geschichte ausgelassen. Edelsteine wie Diamanten, Rubine, Smaragde oder Saphire sind diesbezüglich ebenso belastet, aber können dem Edelmetall par excellence nicht das Wasser reichen. Hier existiert zwar inzwischen der ethisch geprägte Begriff "Blut-Diamanten", aber das "Blut-Geld" ist verbal noch nicht zum "Blut-Gold" geworden. Dabei klebt an allen "Edlen" und "Begehrten" meistens nicht nur sprichwörtliches Blut.
So muss man sich schon fragen, weshalb der Mensch so erpicht darauf ist, diese Schätze der Erde und des Himmels um jeden Preis zu besitzen. Denn eines ist klar, die spezielle Anziehungskraft des Goldes ist wahrscheinlich so alt wie die Menschheit selbst... doch...
Gold ist nicht gleich Gold
Der gotische Begriff "Gulth" hat einen indogermanischen Ursprung und ist eng verwandt mit "Gelb" und "Glut". Tatsächlich gibt es keine Synonyme für Gold... lediglich Namenszusätze für die verschiedenen Erscheinungsformen von Gold.
Natürliche Gold-Vorkommen
Verschiedene "Gold-Begriffe" sollen die Erscheinungsform des Edelmetalls definieren. Dabei gibt es jedoch auch Überschneidungen.
Freies Gold
"Freigold" beschreibt unter anderem die reine Stufe gediegenen Goldes und ist wohl seit jeher am begehrtesten. So entstehen baumartige (dendritisch) oder drahtähnliche Aggregate und selten grobkristalline Goldstufen mit für das kubische Kristallsystem charakteristischen, geometrischen Kristallformen (z.B. Würfel oder Oktaeder). Diese Schönheiten sind Sammlerstücke, die man nicht zur Herstellung von Schmuck oder industriellen Bedarf einschmelzen sollte.
Aber auch Goldnuggets und Goldstaub, die man ohne Lupe erkennen kann, zählen zum Freigold.
Unkundige können Pyrit und Chalkopyrit mit Gold verwechseln. Allerdings zeigen beide einen Gelbton wie Messing oder niedrig legiertes Gelbgold.
Gold aus Sedimenten
"Seifengold" kann man in Sedimenten als sogenannte abgerundete "Nuggets", Flocken oder Schuppen finden und diente früh als Tausch- und Zahlungsmittel. Die Funde dieser kleinen, glänzenden Goldstückchen zwischen den matten Steinen und dem Schlick der Gewässer sind der Grund für großangelegte Goldschatz-Suchaktionen in der Menschheitsgeschichte.
Der größte Goldnugget-Fund (74 kg) stammt aus Australien und wurde im Jahre 2018 entdeckt. Er löst den ehemaligen Favoriten "Welcome Stranger" (etwa 71 kg) vom Jahre 1869 ab.
Gold im Bergwerk
"Berggold" wiederum bezeichnet Gold, das in Gesteinen eingewachsen ist (Golderz, Goldadern). Der Abbau dieses Goldes ist mit einem erheblichen Aufwand verbunden, da es zuerst aus dem Gestein gelöst werden muss, bevor man es verwenden kann. Dieses Gold ist für Unkundige eher unattraktiv, denn man braucht technische Hilfe, um das Gold zu gewinnen.
Gold kommt außerdem als Bestandteil in 33 verschiedenen Mineralien vor. Ein beispielhaftes Goldmineral ist "Maldonit" mit 2/3 Goldanteil und 1/3 Bismut.
Segen oder Fluch?
Um Gold abzubauen und zu gewinnen setzt man oft hochgiftige Hilfsstoffe wie Arsen, Cyanit (Zyanit) und Quecksilber ein. Vermutlich etwa 20 bis 30 Prozent des weltweiten Goldabbaus findet nicht industriell, sondern im Kleinbergbau statt. Das bedeutet viele illegale Goldsucher-Minen entstehen, die rücksichtslos die Natur ausbeuten und die Abfall- und Giftstoffe einfach in die Umgebung entlassen. So ist die Quecksilber-Belastung beispielsweise im Amazonas-Gebiet in Brasilien inzwischen dermaßen gestiegen, dass durch die Gewässerverschmutzung auch die Nahrungskette der Menschen betroffen ist.
Goldbarren fair gehandelt
Auf der Suche nach Gold zerstört man inzwischen immer mehr Natur für immer weniger Goldausbeute, da die Erde kaum noch Gold hergibt. Konflikte zwischen Goldschürfern und ansässigen Bewohnern sind somit immer häufige anzutreffen. Ökologische Goldabbau-Projekte wie "Oro Verde" in Kolumbien sind leider noch zu selten. Goldbarren aus dieser Mine tragen seit dem Jahre 2011 ein "Fair-Trade-Siegel"... ein Novum in dieser Branche.
Die umweltfreundlichste, aber auch zeitaufwendigste Methode ist nach wie vor das bewährte "Goldwaschen". Wenn Goldwäscher keine Hilfschemikalien einsetzen, sondern nur Felle um die Goldstückchen mechanisch festzuhalten, kann die Natur verhältnismäßig gut geschont werden. Dabei nutzt man lediglich die hohe Dichte der Goldpartikel, die nach unten sinken, während sich der umgebende Sand und Schlamm davon spülen lässt.
Primäre Goldlager
Eine primäre Anreicherung von Gold entsteht, wenn im heißen, flüssigen Magma die schweren Goldanteile und Erze zuerst nach unten sinken. So zeigen sich in den dementsprechend gebildeten Gesteinen später Bereiche, die mit Gold und schweren Erzen angereichert sind.
Die Gold-Lagerstätten in Südafrika sind beispielsweise primär auf diese Weise entstanden.
Ebenso können hydrothermale Lösungen Gold zuerst lösen und später in Gold-Adern angereichert wieder ablagern. USA (Kalifornien) hat diese Form an primären Gold-Lagern zu bieten.
Sekundäre Goldlager
Eine sekundäre Anreicherung von Gold geschieht während einer "klastischen Sedimentation", die abgelöste, erodierte Reste von Felsen und Gesteinen als Bruchstücke (Klasten) weitertransportiert und als Sedimente schließlich wieder ablagert. Goldkörper können sich dadurch vom umgebenden Gestein befreien und dem weiteren Verwitterungsprozess und Transport folgen. Doch durch ihr hohes Gewicht lassen sie sich sehr schnell in Senken nieder und verbleiben auch dort, während leichtere Gesteine und feinere Sedimente durch Wasser- und Windströme weiter getragen werden. So bilden sich bevorzugt an Flussmündungen und Gewässer-Mulden "Seifenlagerstätten", die meistens kleine, dünne Goldblättchen und sehr selten die sagenumwobenen "Goldnuggets" führen.
Stätten des Goldrausches
Ein gefundenes "Goldnugget" ist wohl das Stichwort für jeden "Goldrausch". Ganze Städte sind im Laufe dieser exzessiven "Rauschzeiten" entlang der goldtransportierenden Flüsse und Gewässer entstanden... und hier blühte neben dem wachsenden Reichtum auch die Missgunst, die Gier und das Verbrechen, mit Raub, Mord und Totschlag.
Amerika kann ein Lied davon singen, denn im Jahre 1848 begann als bekannteste Phase der sogenannte "Kalifornische Goldrausch".
Tertiäre Goldlager
Wenn goldhaltige Gesteine in eine Metamorphose geraten, können sich aus beispielsweise verfestigten Sedimenten die fein verteilten Goldpartikel in verbliebenen Rissen und Spalten der umgewandelten Gesteine erneut einlagern. So entstehen in Metamorphiten verschieden dicke Gänge aus Quarz und Gold. Die Schweiz, Kanada und Australien besitzen diese Art von Goldvorkommen.
Das Gold-Rätsel
Geologisch ist tatsächlich noch nicht ganz geklärt, woher das Gold in der Erdkruste und im Erdmantel eigentlich stammt. Da es sehr schwer ist, müsste sich irdisches Gold normalerweise bei allen anderen schweren Metallen im Bereich des eisen- und nickelhaltigen Erdkerns befinden.
Extraterrestrisches Gold
Deshalb vermutet man, dass unsere Platin- und Goldfunde außerirdischer Herkunft sind. Wahrscheinlich haben die Einschläge von goldhaltigen Asteroiden und Kollisionen mit Planetenresten das begehrte Edelmetall mitgebracht, erst nachdem sich die Früherde und ihr heißer Eisen(Fe)-Nickel (Ni)-Kern gebildet hatten.
Endliches Goldvorkommen
So lässt sich erklären, dass unsere irdischen Goldvorkommen endlich sein müssen, denn keine Zusammensetzung chemischer Bestandteile kann dieses Edelmetall künstlich erschaffen. Die frühen Vorläufer unserer heutigen Wissenschaft versuchten alchemistisch Gold herzustellen und fanden dabei zufällig so einiges Nützliches... allerdings Gold gehörte nicht dazu. Deshalb war schnell klar, dass Gold (lat. Aurum) zu den metallischen "Elementen" (Au) gehören muss, und somit auch als eigenständige Mineralart anerkannt wird.
Gold als Wertmaßstab
In dieser oben erwähnten Experimentierphase soll beispielsweise das "Weiße Gold" aus China entstanden sein. Auf der Suche nach einem Rezept für die Herstellung von Gold, entdeckte man ganz zufällig das "Porzellan", das im Leben der Menschen nicht mehr wegzudenken ist.
Ein weiteres "Weißes Gold" ist schon früh in Konkurrenz mit wahrem Gold getreten, da es im Gegensatz zu diesem lebensnotwendig für den Körper ist. "Salz" als Symbol für Gesundheit und Reichtum wurde einst mit Gold aufgewogen, auch wenn es heute eine für jeden erschwingliche Zutat für Speisen geworden ist.
Jesus sagte angeblich vielsagend "Ich bin das Salz der Erde" ...
und nicht "Ich bin das Gold der Erde".
Auch das Märchen "Der Salzprinz" oder "Die Salzprinzessin" vergleichen die Wertigkeit von Salz und Gold... mit dem Ergebnis, dass man auf Gold verzichten kann, auf Salz jedoch nicht.
Gold in der Schmuckindustrie
Die Bezeichnung "Feingold" kennen auch Unkundige als 24 karätiges Gold... 99,9% reines Gold, mehr geht nicht. Diese reinste Form an Gold ist sehr weich (Mohshärte 2,5 bis 3) und deshalb auch ohne Wärmezufuhr verformbar. Aufgrund dieser geringen Härte und inneren Struktur lässt sich Gold nicht spalten. Mit einer Dichte von 15,5 bis 19,32 ist Gold sehr schwer und verdichtet, sodass seine Transparenz völlig opak (undurchsichtig) ausfällt. Erst eine hauchdünne Goldfolie wird durchsichtig. Die Strichfarbe des Goldes folgt seiner "goldgelben" Erscheinungs- bzw. Körperfarbe.
Als reaktionsträges, metallisch glänzendes Element behält Gold diese Farbe und den charakteristischen Goldglanz immer bei. Somit rostet es nicht wie Eisen, läuft nicht dunkel an wie Silber und bekommt keine Patina wie Kupfer.
Die Legierung macht den farblichen Unterschied
"Rotgold", "Gelbgold" oder "Weißgold" beschreiben die farbliche Erscheinung und weisen auf die Zusammensetzung der "Goldlegierung" hin. Dabei ist der Kupfergehalt für die jeweilige Rotfärbung verantwortlich.
Rotgold-Legierungen
So kann beispielsweise 585er Rotgold mit einem Feingoldanteil von 58,5% zusätzlich 5 bis 18% Silber und 21 bis 23% Kupfer besitzen. Je mehr Kupfer in einer Legierung verwendet wird, um so kräftiger fällt somit der Kupferrot-Ton aus. Dementsprechend kann eine 750er Goldlegierung aus 75% Feingold, beispielhaft für "Roségold", zusätzlich ca. 8,5 bis 10% Silber und um die 16% Kupfer enthalten.
Gelbgold-Legierungen
Das niedrig legierte 375er Gelbgold hat mit nur 37,5% Feingold einen größeren Anteil an anderen Metallen. Dabei ist der Kupfergehalt mit 42,5% am höchsten, 11% Zink und 9% Silber kommen noch dazu. So müsste die Beschreibung eigentlich "Kupfer mit Goldanteil" lauten.
Eine weitere übliche Legierung ist 585er Gelbgold, die 58,5% Feingold, 30% Silber und 11,5% Kupfer enthält.
750er Gelbgold ist eine klassische Goldlegierung mit 75% Feingold und meistens zu gleichen Teilen Silber (12,5%) und Kupfer (12,5%).
Weißgold-Legierungen
Wenn man 75% Feingold mit 25% Palladium oder Platin legiert, entsteht das inzwischen sehr beliebte 750er Weißgold, das in den letzten Jahrzehnten dem traditionellen Ehering aus Gold den Rang abgelaufen hat. Hier sind die erwähnten Edelmetalle für eine silberähnliche Farbe zuständig. Da dieser Silberton reine, farblose Diamanten am besten zur Geltung bringt, sind Hochkaräter oft in Weißgold gefasst.
Allgemeine "Rezepturen" für 750er Goldlegierungen (75% Feingold-Gehalt)
Gelbgold mit 15% Silber und 10% Kupfer legiert
Rotgold mit 25% Kupfer legiert
Weißgold mit 25% Palladium oder Platin legiert
Grüngold mit 25% Silber legiert
Hauchdünne Goldfolie
"Blattgold" ist so dünn ausgewalzt, dass man damit mechanisch oder handwerklich alle möglichen Gegenstände und Oberflächen vergolden kann. Pompöse, goldene Bilderrahmen waren im Barock vergoldete Holzleisten mit aufwändiger Schnitz- oder Stuckarbeit. Vergoldete Buchstaben auf und in wertvollen, handabgeschriebenen Büchern (z. B. Bibel-Texte) signalisierten die Bedeutung dieser Schriften.
Essbare Gold-Luxusgüter
Auch die "Haute Cuisine" hat Blattgold schon lange für sich entdeckt. So kann man inzwischen auch privat essbares 23 karätiges Blattgold erwerben, um beispielsweise edle Pralinen-, Torten- und Eiskreationen "vergoldet" zu verschönern.
Wer Bedenken hat, sollte wissen, dass Gold für den Körper ungiftig ist, sich nicht anreichert wie andere Schwermetalle und einfach wieder ausgeschieden wird. Somit kann man das Verspeisen von Gold nicht als Investition betrachten, da es keinen erkennbaren Nutzen für den Organismus bereithält. Es ist einfach nur "Purer Luxus", der Goldverlust ist garantiert.
Als Gold-Konsum-Klassiker kann beispielsweise ein Gewürzlikör gelten, in dem Goldflocken schwimmen. Das sogenannte "Danziger Wasser" lässt sich in seiner Herstellung bis ins 16. Jahrhundert zurückverfolgen.
Übrigens: Wer auf einer Speise den Lebensmittelzusatzstoff "E 175" findet, ist auf Gold gestoßen.
Gold in der Galvanik
Galvanisches Vergolden ist bei fast jedem beliebigen Objekt möglich. So kann man beispielsweise vergoldete Gingko-Blätter als dekorative Anhänger tragen, ohne dass diese Schmuckstück ein Vermögen kosten müssen. Die stützende Basis bildet dabei das biologische Blatt, während die Ummantelung als Goldanteil geringer ausfällt, als es den Anschein hat.
Dabei taucht man das zu vergoldende Objekt in ein elektrolytisches Bad mit zwei Polen, während sich am Pluspol das Gold befindet. Wenn man nun Strom durch die Flüssigkeit leitet, lagern sich die Goldpartikel vom Pluspol an die Oberfläche des Objekts am Minuspol und ummanteln es nach einer gewissen Zeit völlig. Die Länge des galvanischen Bades entscheidet über die Dicke der Beschichtung.
Flüssiges Gold
Geschmolzenes Gold kann man theoretisch mit einer Schreib- oder Zeichenfeder wie Tinte oder mit einem Pinsel wie Malfarbe verwenden und auftragen. Allerdings ist die Nutzung von Blattgold für größere Flächen wesentlich lukrativer, da kein Reinigen der Utensilien, und somit auch keine Materialverluste anfallen.
Die jahrtausendealte Symbolkraft von Gold
Eine goldene Scheibe ist das archaische Symbol für die Sonne. Die Lebens- und Lichtspenderin hat als erschaffende und erhaltende "Himmelsgottheit" des Universums in der Menschheitsgeschichte eine sehr lange Tradition. Sie steht für Wachstum und Erneuerung. Vollkommene Willenskraft, Reinheit im Denken und machtvolle Handlungsfähigkeit sind Attribute, die man mit unserem Zentralgestirn verbinden kann.
Goldene Grabbeigaben, Götzen und wundersame Objekte
Die ältesten goldenen Artefakte, die man bisher gefunden hat, stammen aus der Kupferzeit und sind mindestens 6300 Jahre alt. Grabbeigaben aus Bulgarien oder Palästina zeigen, dass der Mensch schon früh unterschiedliche Goldlegierungen herstellen konnte.
Die wohl bekanntesten goldenen Objekte aus der Rubrik "Sagen und Legenden" sind das sagenumwobene "Goldene Vlies" der Argonauten und das "Goldene Kalb" der Israeliten. Letzteres soll während der vierzig jährigen Wanderschaft von Ägypten ins "gelobte Land" entstanden sein. Das alte Testament der Bibel berichtet ausführlich über dieses "Götzenbild", das sich das "auserwählte Volk Gottes" aus den mitgenommenen Goldschätzen herstellte, nachdem sie sich von ihrem Anführer "Moses" und Gott verlassen fühlten.
Gold - ein Geschenk für Könige
Auch der in Bethlehem geborene Säugling "Jesus" erhielt, laut dem neuen Testament der Bibel, als Huldigung drei wertvolle Geschenke. Da das Kind als "Sohn Gottes" und späterer "Erlöser" gehandelt wurde, brachten die sogenannten "Drei Weise aus dem Morgenland" die damaligen Statussymbole Gold, Weihrauch und Myrrhe dem zukünftigen "König" dar. Dass diese selbst Könige gewesen sein mussten, da sie solch kostbare Geschenke verteilen konnten, ist bis heute nicht vergessen.
Viele Sonnengötter und nur einige Sonnengöttinnen
Herrscher vieler Völker verbanden ihren Machtanspruch mit Gottheiten, die durch eine oft goldene Sonnenscheibe symbolisiert wurden. Der wohl bekannteste "Sonnengott" heißt "Ra" oder "Re" und ist die höchste Gottheit im alten Ägypten. Die geflügelte "Königssonne" hatte einen Schutzcharakter und zierte Tempeltore und Giebel von wichtigen Gebäuden wahrscheinlich mit Gold ausgemalt.
Götter der Sonne
Der griechische Sonnengott "Helios" fuhr jeden Tag mit seinem Wagen über das Himmelszelt, um der Erde Licht zu bringen. Für die Inkas war der "Sonnenkult" um den Sonnengott "Inti" Staatsreligion, während die Sonne an sich für die Mayas das kämpferische "Männliche Prinzip" verkörperte. Der Sonnengott "Mithras" stammt aus Persien und der hinduistische Sonnengott "Surya" wird heute noch verehrt. All diese Gottheiten stehen im direktem Zusammenhang mit dem Edelmetall "Gold". Das Gold der Inkas und Mayas war und ist bis heute legendär.
Göttinnen der Sonne
"Amaterasu" ist eine japanische Sonnengöttin und die germanische "Sunna" dürfte wohl der Grund sein, warum die ansonsten meist männlich beschriebene Sonne im Deutschen einen weiblichen Artikel erhalten hat. Sonnengöttinnen sind jedoch eher selten in der Menschheitsgeschichte anzutreffen. Denn das "Weibliche Prinzip" wird im Allgemeinen durch "Luna" die Mondgöttin repräsentiert. Auch hier ist die deutsche Sprache eine Ausnahme und macht aus dem weiblichen Mond "la Luna" den Mond mit männlichem Artikel. Das helle Edelmetall "Silber" gehört zum Mond und seinen Göttinnen.
Reinheit, Vollkommenheit und Segen
Wer kennt nicht die "vergoldenden Attribute", bei deren Nennung gleich klar ist, was gemeint ist. Der segensreiche "Goldregen", den man sich wünscht... das goldene Herz, das vor Liebe und Verständnis überläuft... das goldene Haar und die goldene Stimme sind Lobpreisungen, die man besser nicht beschreiben kann.
So gibt es als Ausdruck der Perfektion den "Goldenen Schnitt", das "Goldene Zeitalter" oder "Goldene Zeiten", aber auch "Goldene Regeln", die man besser befolgen sollte. Ein besonders guter Mensch mit unbestechlichem Charakter und mitfühlendem Herz ist "lauter wie Gold" und die Märchenfigur "Gold-Marie" wird dafür von "Frau Holle" mit Gold überschüttet.
Gold als Zahnersatz, Statussymbol und Zahlungsmittel
Traditionell dürfte Gold wohl einer der ersten Möglichkeiten für Zahnersatz gewesen sein. Durch seine hohe stoffliche Reinheit ist dieses Edelmetall als "Natürliches Element" (Feingold) leicht formbar und für den Körper ungiftig.
Dabei repräsentierte solch ein goldener Zahn im Mund schon früh auch Reichtum und Ansehen in der Gemeinschaft, denn Gold war optisch attraktiv und schon immer nicht so leicht zu finden. Deshalb avancierte das zu Materie gewordene Sonnenlicht des Himmels in vielen Kulturen schnell zu einem begehrten Statussymbol.
Geld ist gleich Gold!?
Als Zahlungsmittel in Form von gediegenen Gold-Nuggets und später geprägten Münzen ist Gold der Vorläufer unseres heutigen Geldes. Vor über 3000 Jahren dienten schon kleine Goldwürfel in China als geldähnliche Tauschobjekte. Was Geld von Gold unterscheidet, war lange nur ein einziger Buchstabe.
Das "Bretton-Woods-System"
Bis in das Jahr 1972 regelte nämlich das amerikanische "Bretton-Woods-System", dass eine Unze Gold den Gegenwert von 35 US-Dollar auf dem Weltmarkt garantierte. So war das vorhandene Geld durch eine vorhandene Goldmenge gedeckt und noch ein tatsächlicher Vertreter des Goldes. Um wirtschaftliche Einbrüche, Arbeitslosigkeit und auch Kriege zu finanzieren, brauchte man inzwischen aber mehr Geld, als vorhanden war. Also vergrößerte man das Geldvolumen ohne die Mengengarantie des Goldes gewährleisten zu können.
Im Jahre 1973 löste man schließlich die "Bretton-Woods-Gesetzregelung" auf, sodass zuerst schleichend und im Laufe der nächsten zwanzig Jahre dann deutlich spürbar wahrgenommen, das bewährte "Geld=Gold-System" immer mehr versagte und sich bis zum heutigen Tage nicht mehr erholen konnte. Seither steigt der Goldwert kontinuierlich an, während der Geldwert inflationär immer weiter sinkt.
Traditionelle Verwendung von Gold
Da sich Gold sehr leicht mechanisch bearbeiten lässt, ist es in gediegener Form eines der ersten Metalle der Menschheit. Seine auffallend, metallisch gelbglänzende Farbe zeigt keinerlei Korrosion wie andere Metalle (Eisenrost, Kupferpatina, Anlaufen) und macht deshalb einen immer während vollkommenen Eindruck.
Mindestens seit der frühen Kupferzeit verwendet der Mensch inzwischen das "Wunder-Element" Gold. Da es sich zusätzlich hervorragend mit anderen Metallen legieren lässt, sind eine Vielzahl an goldhaltigen Metallarbeiten entstanden. Bekannte Funde aus der frühen Bronzezeit sind die Goldauflagen der "Himmelsscheibe von Nebra" und die "Goldhüte" aus dünnem Goldblech gefertigt, aus der späten Bronzezeit.
Ziselieren und Prägen
Bevor Gold bricht, verbiegt sich das weiche Metall leicht und dauerhaft. Somit ist es das ideale Material für jede Ziselierarbeit und Prägung von rituellen Gegenständen, Schmuckstücken, Gürtelschnallen, Zahlungsmitteln (Münzen), Herrscherinsignien (Krone, Zepter, goldener Reichsapfel) und Totenmasken.
Eine verschollene Goldschmiede-Technik
Goldgranulationen, bei der sich kleine Feingold-Kügelchen mit ihrem goldenen Untergrund verbinden, ohne ein Lötmittel zu benötigen, sind bekannt aus der hervorragenden etruskischen Goldschmiede-Kunst. Dabei sind ganze Flächen mit Ornamenten aus unzähligen, winzigen Goldkügelchen belegt und nur an ihrem Berührungspunkt auf dem Untergrund angelötet.
Da die Technik der Granulation im Laufe der Zeit verloren ging, unternahmen viele Goldschmiede in der neueren Vergangenheit große Anstrengungen diese Kunst wieder zu entdecken. Erst im Jahre 1920 gelang es erstmals, diese Technik zu imitieren. Dabei wird die Oberfläche der Kügelchen und des Untergrunds nur minimal mit der Lötflamme angeschmolzen, gerade soviel, dass nach dem Abkühlen eine dauerhafte Verbindung entstehen kann. Die Kunst liegt unter anderem darin, den rechten Zeitpunkt zu treffen, an dem der "Lötvorgang" wieder abgebrochen wird.
Heutige Verwendung von Gold
Die chemischen und mechanischen Eigenschaften des natürlichen Elements "Au" (lat. aurum) machen das metallische Mineral "Gold" zu einem begehrten Rohstoff.
Gold für die Uhren- und Schmuckindustrie
Über 80% des jährlich abgebauten und gehandelten Goldes dient der Schmuckindustrie und den Goldschmieden als Ausgangsmaterial für kunsthandwerkliche Kreationen. Dabei beglaubigen weltweit unterschiedliche "Punzen", die in ein Schmuckstück oder Goldobjekt eingeprägt, bzw. geschlagen werden, den Goldanteil der jeweiligen Legierung.
Echtheitsgarantie
Fast jedes Land hat seine individuellen "Punz-Systeme", die aus einzelnen Buchstaben, Zahlen und verschiedenen Symbolen bestehen. Importware besitzt oft Punzen des exportierenden Herstellers und des überprüfenden Importlandes. Die Verwirrung für den Unkundigen ist deshalb hoch, wenn sich mehrere Punzen aneinanderreihen. Auch wenn diese Markierungen zur Information und als Echtheitsgarantie dienen, sollen sie trotzdem das Schmuckstück optisch nicht beeinträchtigen. Deshalb schlägt man sie an unbedeutenden Flächen ein, wie beispielsweise der Innenseite von Ringen und Armreifen, auf Verschlüssen von Kolliers und Ketten oder auf dem Boden eines Gefäßes und Objektes.
Gold für den industriellen Restbedarf
Nur um die 11 bis 14 Prozent des Goldabbaus landen jährlich in industriellen Prozessen wie beispielsweise Elektronik (etwa 8%), Münz- und Medaillenprägung (etwa 3%) oder Zahntechnik (etwa 2%). Auch in der Allgemein-Medizin, Luft- und Raumfahrt und als Katalysator wird Gold benötigt.
Vergoldungen in der elektronischen und optischen Industrie
Da sich Gold, wie schon erwähnt, leicht verarbeiten und löten lässt, aber auch korrosionsbeständig ist, eignet es sich wie kein anderes Metall für die Elektronik-Industrie. Vergoldete Kontaktstellen und Kupferdraht-Verbindungen garantieren die Funktion von Steckverbindungen, Schaltkreisen, Leitplatten und Relais.
Goldbeschichtungen auf Gläsern, Strahlteilern und Spiegeln (z.B. Laser-Spiegeln) sind wichtige Infrarot-Reflektoren in der Optik. Sie dienen beispielsweise auch als Hitzeschutz auf Visieren für die Feuerwehr und für das Personal von Gießereien.
In der Weltraum-Technik werden einzelne Spiegelabschnitte von Teleskopen mit Gold bedampft, um die Infrarot-Strahlung so gut wie möglich zu reflektieren.
Medizinisch genutztes Gold
Zuerst denkt man hier natürlich an die Goldfüllung, den Goldzahn, die "goldene Brücke" oder das Goldimplantat der Zahnmedizin. Aber auch andere Bereiche profitieren von medizinischem Gold. Bei rheumatischen Erkrankungen setzte man einige "Goldsalze" therapeutisch zur Linderung der Beschwerden ein. Präparate wie "Auranofin" und "Auro-Detoxin" sind für eine Goldtherapie von beispielsweise chronischem Gelenkrheumatismus entwickelt worden. Allerdings hat man auch hier, wie so oft, das Risiko von allergischen Reaktionen oder gar Organschädigungen (Leber, Nieren) zu befürchten. Über die Hälfte der Therapien werden deshalb wegen Unverträglichkeiten irgendwann wieder abgebrochen.
"Goldimplantationen" sind in der alternativen Tiermedizin und später auch Humanmedizin seit Ende des letzten Jahrhunderts eine mögliche Therapieform, die zur Schmerzbekämpfung bei Arthrose in den Gelenken genutzt wird. Allerdings gibt es keine anerkannten wissenschaftlichen Beweise für ihre Wirksamkeit.
Goldpartikel in der Nano-Wissenschaft
Um eine "Grüne Chemie" voranzutreiben, hat Gold auch im Bereich der Nano-Forschung beispielsweise als Katalysator an Bedeutung gewonnen.
Investitionsgut "Gold"
Seit der Geldwert immer weiter sinkt, haben sich viele Institutionen, Privatleute, aber auch Banken wieder dem edlen Gold zugewandt. Die Aufkäufe von Goldreserven haben vor allem bei den Zentralbanken in den letzten Jahrzehnten wieder enorm zugenommen. In Zeiten von Währungsschwächung (Inflation), digitaler Währung (Bitcoin & Co.), Renten-Chaos und leeren Staatskassen, ist der Goldhandel wieder attraktiv und stark wie nie. Viele suchen nach verlässlichen, materiellen Werten, und Gold ist hier sicherlich ein "Dauerbrenner" mit Hochs und Tiefs... inzwischen schon lange nur noch Hochs.
Gold in der therapeutischen Anwendung
Wenn ein natürlich vorkommender Stoff das Verhalten der ganzen Menschheit so nachdrücklich beeinflussen kann, muss etwas ganz Besonderes dahinter stecken. Hier fühlt sich der Jäger und Sammler gleichermaßen angesprochen. Während die einen danach jagen (Goldschürfer), haben sich die anderen auf das Sammeln (Investoren, Institutionen, Banken) spezialisiert.
Silber oder Gold?
Aber was macht dieses Edelmetall "Gold" mit uns, wenn schon der bloße Besitz bei vielen nach "Mehr" schreit? Nur allein sein monetärer Wert kann diese Faszination nicht ausmachen. Denn Gold fühlt sich auf der Haut je nach Person ganz unterschiedlich an. Hier scheiden sich die Geister vor allem in Silber- und Goldfans.
Goldschmuck
Für manche ist Gold einfach zu viel, zu auffällig, zu protzig, zu... energievoll!
Wer nach seiner weiblichen Seite sucht oder seine empfindsamen Aspekte stärken möchte, ist mit Gold tatsächlich überfordert. Denn dieses sonnige Edelmetall führt nach draußen, an die Öffentlichkeit, zu Selbstwert und Selbstbewusstsein. Es fördert unsere männlichen, aktiven und manchmal auch selbstherrlichen Eigenschaften, die uns die Welt in einem schöneren Licht zeigen. Alles scheint möglich, alles scheint erträglich, denn alles ist und bleibt positiv!
Gold ist für Unglückliche, die mit Kraftlosigkeit, Minderwertigkeitskomplexen, Depressionen und Ohnmacht kämpfen, ein wahrer Segen.
Silberschmuck
Großspurige Akteure hingegen können mit Silber am Körper mehr inneren Tiefgang und Selbstreflexion fördern. Denn Silber macht intuitiv, manchmal selbstkritisch, aber niemals hochtrabend. Mit diesem Edelmetall kann man tiefer in das Innere hinabsteigen und die weiblichen, eher zurückhaltenden Stärken erkunden. Silber kühlt den Körper und Verstand, was zu seelischer Ausgeglichenheit führt.
Gold in der Steinheilkunde
Aus der Sicht der Steinheilkunde hat Gold eine ganz besondere Wirkung auf unser ganzes menschliches System. Körper, Geist und Seele profitieren gleichermaßen intensiv, sodass es kein Wunder ist, dass so viele gerne Goldschmuck tragen. Seine Ausstrahlung taucht alles in ein schönes, "goldenes Licht" und macht die Schwere des Lebens erträglicher.
Gold und die Chakras
Vor allem das "Wurzel-Chakra" reagiert sehr intensiv auf die erwärmende Schwingung des Goldes, die eine stark erdende Wirkung zeigt. Gold macht sehr erdverbunden und somit auch besitzanstrebend.... Ein Zuviel dieser Energie kann ohne charakterliche Stärke zu Habgier führen, was die Menschheit in ihrer Geschichte hinreichend bewiesen hat... denn Gold verstärkt unseren Wesenskern mit all seinen Wünschen, sehnsüchtigen Träumen, Motivationen, aber auch Lastern.
Wer sich in einer schwierigen Situation befindet, die nicht so leicht gelöst werden kann, erhält durch ein gestärktes Wurzel-Chakra genügend Energie das nötige Durchhaltevermögen zu erlangen. Dazu legt man vorzugsweise Gold-Nuggets auf das Schambein oder trägt eine echte Goldkette locker mit Hautkontakt um den Bauch.
Die gemütsaufhellende Wirkung des Goldes entfaltet sich besonders gut auf dem "Nabel-Chakra" im Bereich des "Sonnengeflechts" (Solarplexus). Hier kann es bei Unzufriedenheit, depressiven Minderwertigkeitsgefühlen und wiederkehrend pessimistischen Gedankengängen helfen.
Die Wirkung von Gold auf den Körper
Die Steinheilkunde setzt das Mineral "Gold" zur Stärkung der Nerven und des Kreislaufs ein. So kann ein körperliches und nervliches Durchhaltevermögen gesteigert werden. Durch seine erwärmende Wirkung sollen zusätzlich die Drüsen, insbesondere Keimdrüsen und die Geschlechtsorgane gefördert werden. Damit vermehrt sich eine lebendige Lebensfreude, sodass man gesellige Kontakte, aber auch erotische Begegnungen mehr zu schätzen weiss.