Prehnit – ein Heilstein aus Australien und Südafrika
Die überwiegende Anzahl aller Heilsteine ist heute gut erforscht. Ihre Herkunft ist bekannt und ebenso ihr Alter. Außerdem lässt sich oft nachlesen, woher die jeweiligen Bezeichnungen der Mineralien und Edelsteine stammen und wie ihre individuellen Namen entstanden sind.
Prehnit macht hier eine Ausnahme, denn über diesen Heilstein ist traditionell so gut wie nichts bekannt. Er gilt angeblich als "Heilstein der Aborigines" und soll bei den Ureinwohnern Australiens als "Lebensstein" eine hohe Stellung genießen.
Ein namengebender Finder
In Europa taucht der gelb-grüne Stein allerdings erstmals als "neu entdeckter Fund" des niederländischen Barons "Hendrik von Prehn" Ende des 18. Jahrhunderts auf. Der Niederländer hatte ihn während seiner naturwissenschaftlichen Forschungsreise im Jahre 1783 am sogenannten "Kap der guten Hoffnung" in Südafrika gefunden und später von dem bekannten, deutschen Mineralogen A. G. Werner untersuchen lassen. Bis heute gilt die "Provinz Ostkap" als Typlokalität für den nach seinem Finder benannten Heilstein. Es ist heute eine übliche Praxis, ein Mineral oder Gestein auch nach dem jeweiligen Finder zu benennen. Diese Tradition nahm damals erstmals mit der Bezeichnung "Prehnit" ihren Anfang.
Verschiedene Kristall-Dimensionen
Nachdem der holländische "Baron von Prehn" einige seiner leuchtend gelbgrünen Gesteinsproben aus der Kapprovinz einer genaueren Untersuchung zur Verfügung gestellt hatte, entdeckte man, dass auch in Europa ähnliche Funde existierten. Allerdings waren diese nur in Form von kleinen Kristallen bekannt.
In Australien hingegen konnte dieser Heilstein ganz andere Dimensionen erreichen. Hier wurden nämlich Exemplare in der stattlichen Größe eines Fußballs aus der Erde geborgen. Auch heute stammen die schönsten Prehnit-Exemplare immer noch oft vom australischen Kontinent.
Länder mit Prehnit-Vorkommen
Bis heute kommen die bedeutendsten Prehnit-Funde nach wie vor aus Australien und Südafrika, aber mittlerweile gibt es auch Exemplare aus Amerika, Asien, Europa, Neuseeland und der Antarktis. Je nach Fundort variiert die Farbe des Prehnits von farblos bis hellgelb oder zeigt das beliebte, charakteristisch leuchtende Grün.
Europäische Vorkommen
Deutschland, Österreich, Schweiz, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Irland, Island, Polen, Griechenland... und die europäisch-asiatischen "Grenzländer" Türkei und Russland
Asiatische Vorkommen
China, Japan, Indien, Indonesien, Mongolei, Nordkorea...
Afrikanische Vorkommen
Südafrika, Namibia, Mali, Ägypten, Kenia, Marokko...
Amerikanische Vorkommen
USA, Kanada, Brasilien, Mexiko, Argentinien...
Prehnit-Entstehung und Merkmale
Aus geologischer Sicht gehört Prehnit als Calcium-Aluminium-Silikat in die Mineralklasse der Silikate und Germanate. Je nach Quelle wird er als Ketten-, Band- oder Gruppen-Silikat eingestuft. In reiner Zusammensetzung ist Prehnit farblos, verfärbt sich jedoch durch eingelagerte Spuren von Eisen gelblich, bräunlich bis grün.
Primäre Bildung
Prehnit entsteht oft primär in den Gängen und Hohlräumen magmatischer oder auch metamorpher Gesteine (z. B. Gabbro, Melaphyr oder Kristalliner Schiefer) durch hydrothermale Lösungen. Diese laugen die umliegenden Gesteine so aus, dass sich eine Mineral-Lösung bildet, aus der schließlich Prehnit entstehen kann. Aber auch eine sekundäre oder tertiäre Bildung aus anderen Mineralen ist möglich.
Begleitminerale in Paragenesen
Charakteristische Vergesellschaftungen (Paragenese) bildet Prehnit hauptsächlich mit Zeolithen (Stilbit, Heulandit) und Apophyllith. Aber auch Calcit, Epidot, Pektolith und gediegenes Kupfer kommen in Paragenese mit Prehnit vor.
Teilweise zeigt sich Prehnit aber auch als sogenannte "Pseudomorphose", bei der er die äußere Form eines anderen Minerals angenommen hat. Beispiele dafür sind das Gerüst-Silikat "Laumontit" und "Natrolith" aus der Zeolith-Gruppe.
Kristallsystem und Erscheinungsform
Obwohl er im "Ortho-rhombischen Kristallsystem" kristallisiert, bildet Prehnit nur sehr selten tafelige, kurzsäulige Kristalle. Meistens erscheint er als kompakte Füllung in Spalten, Gängen und Hohlräumen (Geoden) magmatischer oder metamorpher Gesteine, oder aber als stalaktitische sowie wulstig kugelige, knollige Aggregate. Diese zeigen einen faserigen, strahligen oder gar radial-strahligen Aufbau.
Bestimmungsmerkmale des Prehnits
Mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 und Dichte von 2,87 bis 2,93 gehört Prehnit zu den passablen Schmucksteinen, die jedoch nur selten einen Schliff erhalten. Falls doch, kann man sie auf dem Markt vor allem als Cabochons, Trommelsteine oder flache Scheiben finden. Mit einer durchscheinenden bis undurchsichtigen Transparenz zeigen diese dann attraktiven Fett- bis Glasglanz.
Prehnit besitzt eine vollkommene Spaltbarkeit und präsentiert hinterher unebene Bruchstellen. Egal welche Erscheinungsfarbe er auch haben mag, zeigt er immer eine weiße Strichfarbe. Diese trägt jedoch bei ähnlich aussehenden Schmuck- und Heilsteinen nicht wirklich zu einer Unterscheidung bei.
Optisch ähnliche Schmuck- und Heilsteine
Verwechslungen sind hauptsächlich mit Chrysopras, Peridot oder grünem Jadeit möglich. Da alle drei, ebenso wie Prehnit, eine weiße Strichfarbe zeigen, muss man andere Bestimmungsmerkmale überprüfen. Während Chrysopras über keine Spaltbarkeit verfügt, sind Jadeit und Peridot über die Dichte identifizierbar. Beide liegen im Bereich von 3,36 und besitzen somit eine deutlich höhere Dichte als Prehnit (2,87 bis 2,93). Prehnit-Rohsteine sind außerdem oft auch am faserigen Aufbau der Aggregate erkennbar, der auch bei Trommelsteinen meistens noch erkennbar ist.
Verwendung des Prehnits
Da Prehnit inzwischen aufgrund seiner Wirkung als Heilstein Bedeutung gewonnen hat, ist er nicht nur als "Sammelstufe", sondern auch als Scheibe, Trommelstein und Handschmeichler im Handel erhältlich. Geschliffene Cabochons sind dagegen eher selten anzutreffen.
Prehnit als Alternative
Chrysopras kann zwar, ebenso wie Prehnit, die Entgiftung des Körpers anregen, enthält aber Nickel. Dieses metallene Element kann allergische Reaktionen auslösen und sollte deshalb von sensibilisierten Personen nicht verwendet werden.
In diesen Fällen ist Prehnit, als Calcium-Aluminium-Silikat mit Eisengehalt, definitiv die bessere Wahl, wenn man Maßnahmen zur Förderung des Stoffwechsels treffen will.