Funken sprühender Pyrit
Schon in der Steinzeit war Pyrit ein wichtiger Bestandteil eines urzeitlichen Schlagfeuerzeugs. Ohne dieses meist gelbmetallen glänzende Eisensulfid war lange Zeit für den Menschen kein selbständiges Feuermachen möglich. Von der Antike bis in die Neuzeit spielte somit Pyrit in diesem Zusammenhang eine wesentliche Rolle.
Der wahre Feuerstein
Nach der bekannten Maxime "Nomen est Omen" bedeutet das griechische "pyrites lithos" übersetzt "Stein, in dem Feuer wohnt". So avancierte der sogenannte "Feuerstein" in der Volksheilkunde nachweislich als "erwärmenden Stein" schon früh vom magischen Amulett zu einem heilsamen Werkzeug.
Die beiden Feuersteine "Pyrit" und "Flint"
Der ebenfalls als "Feuerstein" bezeichnete Flint ist als amorphes Chalcedon-Opal-Gemenge allerdings nicht wie Pyrit in der Lage feurige Funken zu produzieren. Er profitierte von seiner Verwendung als harter Schlagstein, der beim "Funkenschlagen" dem wahren Feuerstein "Pyrit" das winzige Feuer entlockte. Durch das Aneinanderschlagen der beiden Feuersteine, lassen sich nämlich winzige Pyrit-Splitter lösen, die sich beim Flug durch die Luft selbständig entzünden und verglühen. Dieser Funkenflug konnte beim Zusammentreffen mit leicht brennbaren Materialien (beispielsweise trockenes Gras, dünne, dürre Zweige, Holzspäne, Holzmehl, Haare oder Papier) mit etwas Übung in ein lebensnotwendiges Lagerfeuer und später auch Ofen- und Herdfeuer verwandelt werden.
Das Schlagfeuerzeug
Bis ins 19. Jahrhundert konnte man tatsächlich nur mithilfe eines Schlagfeuerzeuges eigenständig Feuer entfachen. Dazu waren drei einzelne Bestandteile unerlässlich, die sich seit der Steinzeit über die Antike und das Mittelalter bis in die Neuzeit nicht verändert haben.
Ein Schlagfeuerzeug besteht somit immer aus einem "Funkenlöser" (z. B. Flint) und "Funkengeber" (z. B. Pyrit, Markasit oder später auch Feuerstahl) sowie aus leicht entzündlichem Material als "Funkenempfänger".
Erst im Jahre 1830 revolutionierte die Erfindung des Streichholzes die "Kunst des Feuermachens", so dass keine geschickte Übung mehr nötig war. Fortan konnte jedes Kind das feurige Element erwecken, wobei man sich natürlich auch immer dessen zerstörerischer Gefahr bewusst blieb. Der alte Spruch "Messer, Schere, Feuer, Licht, sind für kleine Kinder nicht!" ist bis heute erhalten geblieben.
Wie ist Pyrit entstanden?
Wer einen perfekten, goldglänzenden "Pyrit-Würfel" betrachtet, mag es kaum glauben, dass er natürlichen Ursprungs ist. Auch die sogenannte "Pyrit-Sonne" beeindruckt durch ihre radialstrahlige, goldmetallene Erscheinungsform. Kein Wunder, dass Pyrit einst sehr oft mit gediegenem Gold verwechselt wurde. Heute kommen jedoch nur der gelbmetallene Markasit als Aggregat und die ebenfalls optisch ähnlichen Eisensulfide Chalkopyrit und Pyrrhotin für eine Verwechslung in Frage.
Ein "Durchläufer" aller Bildungsarten
Pyrit kommt weltweit vor und ist das häufigste Sulfid-Mineral überhaupt. Da es eine hohe Stabilität in allen drei Bildungsbedingungen zeigt, kann es primär (magmatisch), sekundär (sedimentär) und tertiär (metamorph) entstehen. So sind weltweit über 44.000 verschiedene Lagerstätten nachgewiesen, die teilweise mächtige Pyrit-Vorkommen vorweisen können.
Pyrit in Paragenese
Natürlicherweise kommt Pyrit oft mit vielen anderen Mineralien in einer sogenannten "Paragenese" vor. Die charakteristische Vergesellschaftung der verschiedenen Mineralien am gemeinsamen Bildungsort führt zu Verwachsungen von Pyrit mit anderen Sulfiden und Sulfosalzen wie Galenit und Markasit, aber auch Chalkopyrit, Pyrrhotin, Sphalerit und Arsenopyrit. Weitere mögliche Mineralien sind Quarze, Fluorit, Hämatit, Baryt und Calcit.
Magmatische Bildung
In magmatischen Gesteinen kommt Pyrit nur als Begleitmineral vor, dessen Anteil im Verhältnis zu den anderen Bestandteilen sehr gering ist. Auch in Granit-Pegmatiten ist die Pyrit-Menge sehr nieder. Allein in Nickel-Pyrrhotin-Lagern können sich bei geeigneten Temperaturbedingungen auch größere Mengen an Pyrit ausbilden (z. B. Merensky Reef in Südafrika).
Hydrothermale Bildung
Am häufigsten kommen weltweit jedoch hydrothermal entstandene Pyrit-Lagerstätten vor. Dabei kann das Mineral in den Gangvorkommen als derbe Massen, aber auch als sehr attraktive, perfekt ausgebildete Kristalle in Erscheinung treten. Auch sogenannte "Verdrängungslagerstätten", bei denen durch Metasomatose ein vorhandenes Mineral chemisch verändert und durch ein anderes ersetzt wird, weisen Pyrit-Vorkommen auf. Italien (z. B. Toskana) und Griechenland (z. B. Chalkidiki) besitzen massive Pyrit-Verdrängungslagerstätten.
Sedimentäre Bildung
In Sedimenten kann sich Pyrit bilden, wenn amorphes Eisen-Monosulfid als Ausgangsstoff vorhanden ist. Dieses entsteht beispielsweise durch den Stoffwechsel (Sulfat-Atmung) von bestimmten Bakterien, aber auch in sauerstofffreien Gewässern (z. B. Schwarzes Meer), in denen meistens ausreichend Sulfat-Ionen vorhanden sind.
Allerdings kommt Pyrit auch in der Nähe von Gipslagern im Boden vor, wenn das Grundwasser reich an Sulfaten ist. Der stetig mikrobiell ausgefällte Schwefel lässt das zuerst entstandene, amorphe Eisen-Monosulfid mit der Zeit zu Eisen-Disulfid reagieren, aus dem schließlich rhombischer Markasit oder kubischer Pyrit kristallisieren kann.
Die beiden Eisensulfide "Mackinawit" und "Greigit" sind dabei oft "Vorstufen", die eine vergleichsweise geringe Stabilität besitzen. Durch den vorhandenen, bakteriell hergestellten Schwefelwasserstoff wandeln sie sich weiter in Pyrit um.
Marine Pyrit-Vorkommen
Während die oben beschriebenen Reaktionen in Sedimenten innerhalb von Jahrzehnten bis Jahrhunderten ablaufen, ist die Pyrit-Bildung in mariner Umgebung um einiges schneller. Dabei erweist sich allein Pyrit als Eisensulfid-Phase stabil genug, um auch in sauerstofffreien (anoxisch) Bedingungen in Meerwasser zu bestehen. Mindestens fünf Millionen Tonnen an Pyrit sollen schätzungsweise jährlich auf diese Weise entstehen.
Diagenese und Verdrängung
Wenn sich Sedimente mit der Zeit unter vergleichsweise geringem Druck und niederen Temperaturen verfestigen (Diagenese), entstehen durch Sammelkristallisationen gröbere Korngrößen, und damit auch verschieden große Strukturen an Hohlräumen. Pyrit kann während dieses Prozesses die meisten gesteinsbildenden Mineralien verdrängen, sodass er beispielsweise in Strukturen erscheint, in denen eingebettete Schalen von Weichtieren (z. B. Gehäuse von Ammoniten) vorkommen.
Durch die stetige Anhäufung von Pyritsubstanz werden die Kammern der Gehäuse mit der Zeit ausgefüllt und ein steinerner Kern aus Pyrit entsteht. So können zum einen größere Kristalle wachsen, sich zum anderen aber auch Fossilien wie Muschelschalen oder Knochen bei entsprechenden Drücken gänzlich in Pyrit umwandeln.
Die sogenannten "Goldschnecken" aus der Fränkischen Alb sind Beispiele für fossile Ammoniten, deren strukturelles, äußeres Erscheinungsbild als Pyritsubstanz erhalten blieb. Diese ursprünglichen Kopffüssler-Gehäuse stammten aus der Jura-Zeit und waren vor der Umwandlung in Pyrit über 145 Millionen Jahre alt.
Metamorphe Bildung
Während einer sogenannten "Regional-Metamorphose" kann Pyrit unter bestimmten Bedingungen erhalten bleiben und sich später in monoklinen oder hexagonalen Pyrrhotin (Magnetkies) umwandeln. Allerdings schon bei vergleichsweise niederen Temperaturen (unter 500° C) können sich in einer Sammelkristallisation aus den feinverteilten Pyritkörnchen im Ursprungsgestein erneut größere Kristalle bilden.
Pyrit-Vorkommen
Diese Form an Pyrit-Kristallbildung kommt in Gneisen und Schiefern (Grün-Schiefer) aus Österreich, Deutschland und der Schweiz vor, während größere Aggregate und Kristalle vor allem aus der Republik Kosovo stammen. Pyrit-Pseudomorphosen nach Pyrrhotin hat Russland zu bieten, wobei auch die dort gefundenen Stufen aus verschiedenen Sulfid-Mineralien wie Pyrit, Pyrrhotin, Galenit, Chalkopyrit und Sphalerit oft eine beeindruckende Ausbildung und Größe zeigen. Pyrit in Paragenese mit Quarz stammt meistens aus China, wo Kristalle-Aggregate in Dezimeter-Größe auftreten.
Kristallsystem und Merkmale
Pyrit kristallisiert im "Kubischen Kristallsystem" und kann deshalb perfekte, isometrische Würfel bilden. Dabei zeigen die sechs Würfelflächen parallel zur Kante oft charakteristische Streifen, die unterschiedlich ausgerichtet sind. Nur die beiden gegenüberliegenden Flächen besitzen dann die gleiche Richtung an Streifung.
Des Weiteren kommen Oktaeder, Pendagon-Dodekaeder sowie miteinander verwachsene Mischformen, Zwillinge und komplexere Pyrit-Gruppen vor. Meistens aber entstehen dichte, knollige, krustige, körnige, derbe, manchmal auch stängelige Aggregate. Dann zeigt sich das Mineral beispielsweise als kugeliges Gebilde (Pyrit-Kugel), selten als schmaler, gebogener Kristallstängel (Pyrit-Leiste) oder als kugelige, knollige Konkretion aus Pyrit und Limonit (Bojis).
Eine Rarität sind jedoch die in Sammelkreisen sehr beliebten, radialstrahligen Scheibenformen des Pyrits, die als "Pyrit-Sonnen" auf dem Markt erscheinen.
Pyrit-Bestimmungsmerkmale
Als Eisensulfid gehört Pyrit in die Mineralklasse der "Sulfide und Sulfosalze" und zeigt eine chemische Zusammensetzung von einem Teil Eisen (Fe) und zwei Teilen Schwefel (S). Deshalb haben sich bis heute auch die Synonyme "Eisenkies" und "Schwefelkies" erhalten. Aufgrund der oft messing- bis goldgelben, metallenen Färbung, die ehemals zu Verwechslungen mit echtem Gold führte, existieren ebenso noch die beiden Synonyme "Katzen- und Narrengold". Wobei die Bezeichnung "Katzengold" auch für Glimmer, insbesondere verwitterten Biotit, verwendet wird.
Allerdings sollte man "Narrengold" nicht mit "Rauschgold" verwechseln, das speziell gefertigte, hauchdünne Messingfolien beschreibt. Diese senkten einst bei der Herstellung von Weihnachtsschmuck, wie dem bekannten "Rauschgold-Engel", als günstiger Blattgold-Ersatz die Kosten.
Weitere Synonyme
Neben den oben genannten gebräuchlichen Synonymen, existiert eine Vielzahl an weiteren Bezeichnungen für das Eisensulfid "Pyrit". Dazu gehören beispielsweise Namen wie Gelbeisenkies, Grünkies, Schwefeleisen oder Stragold, die sich auf die Zusammensetzung und farbliche Erscheinung beziehen. Dagegen verweisen Begriffe wie Hahnenkamm, Kiesball, Kohlenkies, Zellkies, Poliopyrit oder Treppenkies auf ein individuelles Erscheinungsbild der einzelnen Kristalle und Gruppen-Bildungen. Weitere Synonyme sind außerdem Inkastein, Kaltschedan, Kyßgilbe, Sideropyrit, Xanthopyrit, Vitriolkies oder Telaspyrin.
Pyrit mit Tradition
Die volkstümlichen Bezeichnungen "Leberkies", "Lebereisenerz" oder "Leberschlag" hingegen lassen deutlich eine traditionelle Nutzung als "Gesundheitsstein" erkennen. Da Pyrit ein alt bekanntes Eisensulfid ist, das schon lange vor der Entstehung der im Jahre 1958 gegründeten IMA (International Mineralogical Association) als anerkannte, eigenständige Mineralart existierte, wurde seine "antike Bezeichnung" übernommen.
Auch wenn im Altertum sicherlich nicht alle als "pyrítes" bezeichneten "feurigen Steine" dem heutigen Pyrit entsprachen, so gehört das Eisensulfid durch seine lange Tradition inzwischen jedoch zu den sogenannten "Grandfathered Mineral". Wahrscheinlich nutzte man Pyrit im Laufe der Menschheitsgeschichte nicht nur traditionell als "Feuerstein", sondern sicherlich auch therapeutisch.
Härte und Dichte
Mit einer Mohshärte von 6 bis 6,5 und Dichte um die 5, liegt Pyrit nur knapp über dem Referenzmineral "Orthoklas", das sich mit einer Härte von 6 gerade noch mit einer Metallfeile einritzen lässt. Seine unvollkommene Spaltbarkeit in Richtung der Würfelflächen hinterlässt unebene, spröde Bruchstellen. Einer mechanischen Belastung hält das ungewöhnlich harte Sulfid jedoch nicht lange Stand und bricht leicht wie Glas mit muscheliger Oberfläche.
Charakteristisches Erscheinungsbild mit typischem Glanz
Die beeindruckende Eigengestalt des Pyrits zeigt oft eine charakteristische Geometrie (z. B. eine perfekte Würfelform) mit sehr gut ausgeprägten, teils gestreiften Kristallflächen. Diese zeichnen sich im frisch entdeckten Zustand durch einen grünlich gelben, gold- bis graugelben Metallglanz aus, der auch bunte Anlauffarben auf den jeweiligen Oberflächen entwickeln kann. Pyrit hat immer eine undurchsichtige (opake) Transparenz.
Gold oder Pyrit?
Pyrit wurde in der Vergangenheit gerne mit Gold verwechselt, aber auch heute noch können Unkundige dem schönen, goldenen Schein verfallen. Doch es gibt deutliche Merkmale, die eine Unterscheidung leicht machen.
Im Gegensatz zu Gold zeigt Pyrit auf einer hellen Strichtafel immer eine schwarze Strichfarbe, die einen grünlichen oder bläulichen Stich haben kann. Außerdem ist Pyrit wesentlich härter und lässt sich nicht wie Gold verformen. Das weiche Gold hingegen hinterlässt auf einer dunklen Tafel natürlich einen goldfarbenen Strich.
Die Pyrit-Krankheit
Nicht nur in seiner natürlichen Umgebung verwittert Pyrit mit der Zeit. Auch museale und private Sammelstücke sind unter Sauerstoffeinfluss mit den Jahren und Jahrzehnten einer Veränderung unterworfen.
Die Natur nimmt ihren Lauf
In freier Natur wandelt sich Pyrit zuerst in Eisensulfate wie beispielsweise das wasserhaltige "Melanterit" oder "Copiapit" um. Im nächsten Schritt bilden sich unter dem allgegenwärtigen Sauerstoff Oxide und Hydroxide wie z. B. "Limonit". Wenn die Temperaturen steigen, kann schließlich durch den Entzug des gespeicherten Kristallwassers "Hämatit" entstehen.
Die Lagerung in der Vitrine
Luftsauerstoff ist der größte, natürliche Feind des Pyrits... Das zeigt sich leider auch immer wieder bei Sammelobjekten und wissenschaftlichen Proben. Selten ist eine sauerstofffreie Lagerung möglich, deshalb kommt es mit den Jahren zu sogenannten "Ausblühungen" (Effloreszenz), die man schon an den Wänden von Gebäuden sehr fürchtet. Im nächsten Schritt bilden sich Risse entlang der entstandenen, krustigen Ablagerungen und das Mineral zerbricht oder zerbröselt gar.
Am widerstandsfähigsten erweisen sich hier gut auskristallisierte Pyrit-Kristalle und Kristallstufen mit möglichst glatten Oberflächen. Diese können durch eine zusätzliche Behandlung der Oberfläche auch Jahrhunderte ohne große Schädigung überstehen. Allerdings sollte man grundsätzlich eine hohe Luftfeuchtigkeit bei der Lagerung unbedingt vermeiden.
Verwendung von Pyrit
Da Pyrite die elektrische Eigenschaft eines natürlich entstandenen Halbleiters zeigen, bot sich schon früh eine Verwendung als Kristalldetektor in den ersten Hörfunk-Empfängern, den sogenannten Detektor-Radios, an. Einige Zeit gehörten Pyrite zu den begehrtesten Mineralien in diesem Bereich.
Im Interesse des Militärs
Dass während des "Ersten Weltkrieges" Pyrite auch für die militärisch genutzte, drahtlose Telegrafie unentbehrlich waren, beweist ein Brief an den damaligen Leiter der Mineralogischen Staatssammlung in München aus dem Jahre 1918. Es handelt sich hier um eine Preisabsprache für den Ankauf von Pyrit. Heute hat das Mineral diesbezüglich seine Bedeutung verloren und findet nur manchmal im Bereich der Herstellung von Schwefelsäure noch ein Einsatzgebiet.
Ein Dauer-Sammelobjekt
In der Mineralien-Sammelgemeinde hat das goldmetallen glänzende Mineral jedoch niemals seine Beliebtheit eingebüßt. Besonders attraktive Sammelstufen liegen immer im Trend und Pyrit hinterlässt vor allem mit seiner unnatürlich wirkenden geometrischen Würfelform einen bleibenden Eindruck. Als "Solitär" könnte dieses Mineral aus einer menschlichen Schmiede stammen, da seine Würfelflächen so präzise rechte Winkel besitzen. Auch die ineinander verwachsenen Kristall-Zwillinge oder -Gruppen sowie die raren, kreisrunden Pyritscheiben mit ihrer radial-strahligen Oberflächenstruktur (Pyrit-Sonnen) sind das Highlight in so mancher Mineralien-Sammlung.
Als Heilstein ist Pyrit schon lange in der traditionellen, asiatischen (z. B. TCM) und modernen, westlichen Steinheilkunde gefragt. Da er in einer therapeutischen Anwendung von Körper, Geist und Seele energiespendend, regenerierend und stimmungsaufhellend empfunden werden kann, gehört er sicherlich schon Jahrhunderte zu den "magischen Steinen" vieler alternativer Heilmethoden.
Bekannte Pyrit-Fundorte
Griechenland führt dieses Ranking an. Die beeindruckenden Rekord-Würfel mit einer Kantenlänge von 50 Zentimetern stammen von der Halbinsel "Chalkidiki". Aus einer Erzmine in Colorado (USA) kommen Pyritexemplare, die immerhin bis zu 30 Zentimeter aufweisen können.
Eine ähnliche Größe erreichen in Spanien nur Kristallgruppen. Auch wenn die dortigen Pyritwürfel maximal 6 bis 8 Zentimeter an Kantenlänge erreichen, so sind sie doch weltweit die perfektesten Exemplare mit einem spektakulären Glanz.
In einer Goldmine in Russland hat man so ganz nebenbei auch Pyritwürfel mit einer Größe von bis zu 22 Zentimetern entdeckt, die um die 35 Kilogramm schwer waren. Aber auch die Slowakei und Italien (Insel "Elba") können gut auskristallisierte Pyrite von bis zu 20 Zentimetern Länge bieten.
Im südamerikanischen Peru schließlich fördert man meistens bis zu 15 Zentimeter große Kristalle ans Tageslicht. Allerdings können hier auch etwas größere Exemplare als Ausnahme von der Regel zutage treten. Aus einer Blei-Zink-Grube in Peru stammt außerdem auch eine besonders große Pyrit-Kristallstufe, die eine "zusammengewürfelte" Verwachsung einzelner geometrischer Kristalle zeigt. Man kann sie im Münchner Museum "Mensch und Natur" besichtigen.
Außergewöhnliche Pyrit-Formen
Auch wenn die Pyritexemplare der Türkei nicht besonders groß sind, so können sie doch durch ihre Formenvielfalt beeindrucken. Oktaeder-Kristalle und Kombinationen von Kristallen mit 12 Flächen (Dodekaeder oder Pentagon-Dodekaeder) und Ikosaeder mit 20 Seitenflächen sind hier die Stars.
Kreuz-Zwillinge
Das sogenannte "Eiserne Kreuz" stammt beispielsweise aus Deutschland (Ostwestfalen) und bezeichnet zwei Pyrit-Pentagon-Dodekaeder, die charakteristisch zu einem Kristallzwilling verwachsen sind. Diese Durchdringungszwillinge zweier Pyritoeder können allerdings auch zuhauf in einer Gruppe verwachsen sein. Zur Zeit sind schöne Exemplare aus Kolumbien auf dem Markt vertreten.
Schlangenformen
Seltsame Konkretionen aus Pyrit fördert unter anderem auch eine Mine in Ross County (Ohio / USA) zutage. Die länglichen Wülste und aalförmigen Windungen aus Pyrit sind inzwischen als sogenannte "Pyritschlangen" bekannt geworden und mit ihrer teils sehr bizarren Gestalt wahrhaft ausstellungswürdig.
Allerdings sollte man nicht auf die "Pyritschlangen"-Schmuckstücke (z. B. Ohrgehänge) im Handel hereinfallen, denn diese bestehen aus rohen Pyritstückchen, die in formbares Harz gebettet wurden. Wem es gefällt, erwirbt hier einen gegossenen Harz-Schmuck in reproduzierbarer, deutlicher Schlangen-Optik.
Bei den "echten Pyritschlangen" ist die Ähnlichkeit mit dem Reptil nur im weitesten Sinne vorhanden und naturgemäß kann hier kein Pyritexemplar dem anderen gleichen.