Steinheilkunde

Die Steinheilkunde gehört in den Bereich der „Alternativen Heilmethoden“ und hat ihren Ursprung teilweise im europäischen Mittelalter (z. B. Hildegard von Bingen) und asiatischen Raum (z. B. TCM). Mithilfe von Schmuck- und Edelsteinen sowie anderen Mineralien und Gesteinen versucht man in der Steinheilkunde die körperliche und seelische Gesundheit zu fördern oder zu erhalten. Je nach Beschwerden und körperlich-seelischen Symptomen kann man einen entsprechenden Heilstein auswählen, um den Heilungsprozess zu unterstützten.

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Steinheilkunde

Muß man an die Wirkung der Steine glauben?

Diese Frage kann mit „Nein“ beantwortet werden, denn die Wirkung eines Heilsteins ist grundsätzlich zunächst einmal unabhängig davon, ob jemand daran glaubt oder nicht. Dies lässt sich gut daran erkennen, dass Heilsteine sowohl bei Kleinkindern sowie Tieren und Pflanzen ihre Wirkung zeigen, die sicherlich keine Erwartungen bezüglich der Wirkung in sich tragen. Selbst Erwachsene, die der Steinheilkunde sehr skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen, können teilweise durch eigene, erlebte Erfolge überrascht werden.
Allgemein kann man Heilsteine therapiebegleitend sowohl für körperliche als auch seelische Beschwerden und  Erkrankungen nutzten. Vor allem die Anwendung im seelischen Bereich hat dazu geführt, dass die Meinung entstanden ist und auch propagiert wurde, dass der „Glaube“ an eine Heilwirkung notwendig sei. Dementsprechend verweist die prüfende Wissenschaft auf einen möglichen Placebo-Effekt der Heilsteine, den man allerdings auch bei jedem pharmazeutischen Medikament nicht ausschließen kann.

Heilsteine sind keine Wundermittel

Wer die Ursache von physischen Beschwerden und psychischen Problemen erkennen möchte, die in der Psychosomatik immer gemeinsam betrachtet werden, muss dazu bereit sein, sehr intensiv und aktiv an sich selbst zu arbeiten. Heilsteine können hier lediglich als hilfreiche Unterstützung dienen, denn sie können Prozesse ins Laufen bringen und inneres Wissen freilegen, damit eine nötigte Weiterentwicklung stattfinden kann. Man sollte dabei Probleme und die daran gekoppelten Emotionen immer ganzheitlich betrachten und sich selbst gegenüber kompromisslos ehrlich sein. Dann kann sich so manche Wut, Trauer oder Verzweiflung auflösen, die durch tiefe Verletzungen oder Enttäuschungen sowie ein ernsthaftes Trauma entstanden sind. Vor allem im letzten Falle sollte man unbedingt eine professionelle Hilfe in Anspruch nehmen, wobei ein passender Heilstein eine Therapie günstig beeinflussen kann.

Der Wille zur Heilung zählt

Eine unvoreingenommene Bereitschaft für die Entdeckung eines noch unbekannten Terrains, ist die beste Voraussetzung für eine Heilstein-Anwendung, wobei es nicht schadet, wenn man sich trotzdem ein kritisches Auge bewahrt. Wer sich jedoch gegen eine anstehende Entwicklung und somit auch gegen eine persönliche Änderung des alten Weltbildes bewusst oder unterbewusst völlig sperrt, kann auch durch die Ausstrahlung eines entsprechenden Heilsteins nicht aufgeschlossener reagieren.

Die medizinische und psychosomatische Forschung weiss inzwischen, dass kein Heilungsprozess stattfinden kann, wenn der Mensch ganz bewusst jeden wandelnden Prozess abblockt. Somit wird auch der effektivste Heilstein als Hilfsmittel seine Wirkung nicht entfalten, wo selbst wirksamste Medikamente teilweise nichts gegen einen „freien Willen“ ausrichten, der keinen Wandel und keine Heilung zulässt.

Wie wirken Heilsteine?

Die Physik weiss: „Alles schwingt“ … auch die angeblich unbewegte, feste Materie. Dementsprechend senden somit auch Steine ganz bestimmte Schwingungen aus, die mit den körpereigenen, energetischen Schwingungen eines Lebewesens in Kontakt treten. In der Steinheilkunde besteht, ähnlich wie auch in der Homöopathie, die Vorstellung, dass ein Austausch an Informationen über gesunde oder krankmachende Auswirkungen entscheiden. Mineralien und Gesteine besitzen ganz spezifische Kristallstrukturen und chemische Zusammensetzungen aus anorganischen Mineralstoffen und teilweise auch organischen Elementen, die in ihrer Gesamtheit ein einzigartiges Schwingungsfeld bilden.

Kristalle als Datenspeicher

Dass Kristalle Informationen speichern können, bestreitet selbst die Wissenschaft nicht und nutzt diese Tatsache für extrem langlebige Datenspeicher. Informationen, die in 5D-Speicherkristallen aus Quarzglas durch beispielsweise spezielle Laser eingespeichert wurden, bleiben Milliarden von Jahren erhalten. Diese Technik stellt eine Speicherkapazität von bis zu 360 Terabyte bereit, sodass eine Informationsübertragung auf einen sensiblen Organismus durch natürlich entstandene Kristalle durchaus möglich, wenn nicht sogar logisch erscheint.

Fachliteratur für die Details

Wer sich für naturwissenschaftliche Ansätze und diesbezügliche Details interessiert, kann unter der Überschrift „Analytische Betrachtungen“ mehr über die verschiedenen Gesichtspunkte physikalischer und chemischer Zusammenhänge erfahren. Allerdings sind diese Ausführungen für Unkundige gedacht und deshalb möglichst einfach und reduziert formuliert. Jeweilige Fachliteratur mit akademischem Anspruch bietet jedoch einen detaillierten, wissenschaftlichen Einblick in die verschiedenen Themen, wie beispielsweise „Elementarteilchen, Verbindungen und Atome“, „Materie oder Schwingungen“, „Gesteinsbildung, Mineralien und Kristallsysteme“ .

Welche Erkrankungen kann man mit Heilsteinen heilen?

Diese Frage läßt sich nicht allgemeingültig beantworten, denn jeder Organismus reagiert anders auf therapeutische Maßnahmen. In der Praxis verwendet man außerdem selten ausschließlich Heilsteine für eine Behandlung von gesundheitlichen Problemen, da ihre Schwingung steingemäß eher langsam ihre Wirkung zeigt. Normalerweise arbeiten TCM-Ärzte und Heilpraktiker, die auch Heilsteine therapeutisch nutzen, ganzheitlich und kombinieren deshalb verschiedene Heilansätze. Zur Unterstützung oder Beschleunigung der Wirkung anderer Methoden, wie z. B. homöopathischer Medikamente, Bachblüten-Essenzen, Akupunktur, Shiatsu- oder Reiki-Behandlungen, können entsprechend ausgesuchte Heilsteine sehr hilfreich sein. Außerdem kann man sie über einen längeren Zeitraum auch nach der akuten Behandlung ambulant weiter am Körper tragen. Gerade in der Verbindung von Bachblüten und Heilsteinen scheinen derzeit vielversprechende Möglichkeiten zu liegen.

Ein Heilansatz ohne negative Nebenwirkungen

Im privaten Bereich gibt es inzwischen wieder viele Menschen, die Schmuck– und Edelsteine gerne als heilsame Unterstützung nutzen. Dabei eignen sich Heilsteine vor allem für den psychologischen Aspekt eines gesundheitlichen Problems, denn eine innere Wandlung im Denken und eine tolerante Horizonterweiterung gehen jedem dauerhaften Heilungsprozess auch in körperlicher Hinsicht voraus. Im Gegensatz zu medizinischen, chemisch hergestellten Medikamenten, die teilweise ziemlich schädliche Nebenwirkungen zeigen können, sind Heilsteine eine sehr sanfte Methode, die bei leichteren, gesundheitlichen Beschwerden durchaus Sinn macht.

Heilsteine in der praktischen Anwendung

Beim Tragen spezieller Heilsteine muss man keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen befürchten, im schlechtesten Falle können Hochsensible bei manchen Exemplaren Unruhe oder Unbehagen empfinden. Dies ist dann ein Zeichen, dass man sich den falschen Heilstein ausgesucht hat, dessen Schwingung nicht zum eigenen Schwingungsfeld passt. Allerdings kann es sich ebenso gut um den absolut richtigen Stein handeln, der so einiges ins Rollen bringen kann, was unter Umständen zuerst einmal nicht immer als besonders angenehm empfunden wird. Wer jedoch nach längerer Zeit keinen gewinnbringenden Nutzen verspürt, sollte einen Heilstein-Wechsel in Erwägung ziehen.

Therapiebegleitende Heilsteine

An dieser Stelle soll ausdrücklich vor Behauptungen gewarnt werden, die Heilsteine als „Allheilmittel“ darstellen. Viele Bücher über dieses Thema schreiben Mineralien und Gesteinen Kräfte zu, die sie in Wirklichkeit gar nicht besitzen können. So gibt es beispielsweise Aussagen, dass Heilsteine angeblich schwere Erkrankungen wie Krebs, Multiple Sklerose oder sogar Erbkrankheiten heilen sollen. Dabei handelt es sich jedoch um unbewiesene und damit auch sehr unseriöse Behauptungen, die für Betroffene äußerst gefährlich sein können, wenn sie diesen „Hoffnungsschimmern“ Glauben schenken. Schließlich können Heilsteine nicht die Naturgesetze außer Kraft setzen, selbst wenn ihre Wirkungsweise noch nicht gänzlich erforscht ist. Ganz sicherlich kann jedoch kein Heilstein der Welt schwerste Zell- und Organschädigungen, Autoimmunerkrankungen oder bereits geschehene Veränderungen im Erbgut wegzaubern.

Hilfreiche Ergänzung

Doch ganz untauglich sind Heilsteine auch in diesen ernsten Fällen nicht, denn sie können Menschen, die unter solchen schweren, gesundheitlichen Erkrankungen leiden, unter Umständen eine seelische Erleichterung und etwas Linderung ihrer Symptome verschaffen. Da in allen Fällen inzwischen nicht nur medizinisch nach den körperlichen, sondern immer auch nach den psychosomatischen Ursachen gesucht wird, können Heilsteine genau hier therapiebegleitend beim Aufspüren und Lösen von seelischen und körperlichen Blockaden hilfreich sein (z. B. Rhodonit, Obsidian, Bergkristall, Schörl…). Denn blockierte Lebensenergie kann einen ganzheitlichen Organismus (Körper, Geist und Seele) nur schwerlich gesund halten.

Psychosomatische Zusammenhänge

Für alle Interessierten, die sich mit den Themen „Krankheit und ihre Heilung“ tiefer beschäftigen möchten, können beispielsweise die zahlreichen Werke des inzwischen teilweise umstrittenen Arztes und Schriftstellers „Rüdiger Dahlke“ eine „Horizonterweiterung“ sein. Er kann als ein Pionier des „Positiven Denkens“ im deutschsprachigen Raumes angesehen werden und gilt heute als Begründer einer „Ganzheitlichen Psychosomatik„.

Die Sprache der Seele geht auch über den Körper

Auch wenn viele immer noch glauben, dass die Seele sich einzig und allein über Gefühle äußert, so weiss man inzwischen, dass sie noch ganz andere Register ziehen kann. Mit seinen damals neuartigen Büchern „Krankheit als Weg“ (1983) und „Krankheit als Symbol“ (1996) hat Dahlke den heutigen psychosomatischen Ansatz schon Ende des 20. Jahrhunderts vorweggenommen. Er sieht den Schlüssel zur Heilung eines Menschen im Erkennen eines seelischen Ungleichgewichts und im Verständnis, dass der Körper auf innere Nöte mit Unwohlsein bis hin zu ernsten Erkrankungen reagiert. So könnte man die positiven oder negativen Reaktionen des Körpers als ein Versuch der Kommunikation, als eine nonverbale Sprache oder Nachricht verstehen, die deutlich auf seelisches Wohlgefühl oder aber auch auf Missstände hinweist („Krankheit als Sprache der Seele„, 1992).

Wissenschaftliche Psychosomatik oder magische Esoterik?

Für manche Wissenschaftsgläubige ist der Begriff „Esoterik“ geradezu ein Schimpfwort, mit dem man fremdartige Weltanschauungen sehr schnell abwerten und lächerlich machen kann. Zugegebenermaßen gibt es in esoterischen Kreisen einige seltsame Anschauungen und Verhaltensweisen, die Außenstehenden bisweilen skurril vorkommen, doch das bedeutet nicht, dass dadurch das ganze Konzept nichts taugt.

Befeuert wird dieser immense Widerstand natürlich auch durch die Befürworter und Mitglieder der esoterischen Strömungen selbst, indem sie sich teilweise sehr elitäre positionieren. Besserwisser auf beiden Seiten mit Anspruch auf Allgemeingültigkeit schaden eben immer auch der Sache, die gute Ansätze in sich trägt. Denn ohne „esoterische Überlegungen“ wäre der Zusammenhang zwischen seelischen Belastungen und körperlichen Beschwerden bis heute noch nicht in medizinischer Hinsicht ein vielversprechendes Forschungsgebiet.

Mehr Toleranz und Zusammenarbeit

Auch wenn seine jüngeren Äußerungen mit „Verschwörungstheorien“ in Verbindung gebracht wurden und Dahlke immer wieder kontrovers diskutiert wird, so ändert dies jedoch nichts an den damals revolutionären Ansätzen seiner ersten Werke zum Thema „Heilung“ und „ganzheitlicher Psychosomatik“. Natürlich sind seine Ansichten ebensowenig allgemeingültig wie das esoterische Weltbild und geben sicherlich auch Anlass zu begründeter Kritik, doch eine andere Sichtweise bzw. Herangehensweise kann nicht schaden, wenn das Althergebrachte keine Wirkung zeigt. Dabei wäre das Beste aus beiden Welten wünschenswert, denn schlussendlich sind wir alle doch nur die Summe unserer Erfahrungen, die keine Ahnung hat von den metaphorischen „Mokassins“ des Gegenübers.

Heilsteine können dabei helfen, andere Sicht- und Lebensweisen mit einer größeren Toleranz und Akzeptanz zu betrachten. Dazu gehören beispielsweise Aventurin, Danburit, Kupfer-Chalcedon, Nephrit, Kunzit, Opal oder die Turmalin-Varietät „Indigolith„, aber auch Gagat, Opalith, Eisenoolith, Covellin und Moqui Marble eignen sich.

„Alternativ“ ist der Zeitgeist

Im Jahre 2014 erschien ein weiteres Werk Dahlkes, das auf vorangegangenen Werken aufbaut. „Krankheit als Chance“ möchte „Ganzheitliche Wege zur Selbstheilung“ aufzeigen. Schon das Wort „Chance“ scheint ein Widerspruch in diesem Zusammenhang zu sein, doch hier zeigt sich der neue Zeitgeist, der eine Krankheit nicht mehr bekämpft, sondern mit ihr in einen „Dialog“ tritt.

Inzwischen ist das Netz voll von „esoterischen Ratschlägen“, denn der „Alternative Zug“ hat Fahrt aufgenommen. So muss man sich schon wundern. Würden sich so viele Menschen „fragwürdigen“ Methoden zuwenden, wenn das wissenschaftliche Weltbild in allen Bereichen ausreichend wäre? In Zeiten von Krisen, Unsicherheit und scheinbar unlösbaren, gesundheitlichen Problemen (Allergien, Schlaflosigkeit, chronische Erschöpfung, Hypersensibilität…) sucht man irgendwann nach Alternativen.

„Umdenken“ ist angesagt

Die modernen, medizinischen Errungenschaften sind keineswegs durch alternative Heilmethoden ersetzbar, und umgekehrt, denn jeder Ansatz hat seine Vor- und Nachteile. Manchmal schießt man mit schwerem Geschütz auf die sprichwörtlichen Spatzen, aber in Extremfällen kann man nicht auf diese „Waffen“ verzichten. So wäre eine sinnvolle Zusammenarbeit verschiedener Heilansätze für Leidende wünschenswert, denn natürlich hat auch die Wissenschaft nicht auf alle Fragen des Menschseins eine Antwort und KI wird das vermutlich auch nicht ändern. Trotzdem stürzt man sich oft, wie in der Politik vorgelebt, auf externe Probleme, nur damit nicht auffällt, dass man die „internen Dringlichkeiten“ vernachlässigt, weil man auf dem herkömmlichen Weg keine Lösungsstrategie finden kann.

Wer sich neuen Lösungsansätzen öffnen möchte, kann zur Erforschung des eigenen, inneren Potenzials mit verschiedenen Heilsteine arbeiten, um hilfreiche Inspirationen ins Bewusstsein zu leiten. Dabei können beispielsweise Turmaline, Tigerauge, Diamant, Granate, Bergkristalle, Fluorit, Amethyst oder Smaragd helfen.

Horizonterweiterung in alle Richtungen

Ein gedanklicher, vielleicht unangenehmer Richtungswechsel erscheint dann sinnvoll, wenn man auf traditionellem Wege nicht mehr weiter kommt. Doch für manchen Menschen kommt es einem Hochverrat gleich, denn wer verlässt schon gerne seine angestammte Komfortzone und lang praktizierte Gewohnheiten, die einst Sicherheit versprachen. Elitäre Ansprüche und Konkurrenzdenken sind leider überall zu finden, in der Wissenschaft ebenso wie in Religionen und vielfältigen Ideologien, darin sind sich die gegensätzlichen Pole im Prinzip oft sehr ähnlich. Dabei tut ein offener Blick auf die vermeintliche Konkurrenz nicht selten Not, dann würde man vielleicht erkennen, dass in jeder Blickrichtung auch annehmbare Wahrheiten schlummern, die auf langjährigen Erfahrungen basieren.

Horizonterweiternde Einsichten können sich beispielsweise bei der Anwendung von Heilsteinen wie Granat, Lapislazuli, Fluorit und der Turmalin-Varietät „Indigolith“ im Bewusstsein zeigen.

Prophylaktische Maßnahmen und behutsamer Fortschritt

Ganzheitliche Lösungsansätze können den Menschen in seiner „Gesamtheit“ besser erfassen, denn seine Grundbedürfnisse haben sich im Laufe seiner Evolution nur wenig verändert. Ein sicheres Gefühl der Geborgenheit und inneren Ruhe entsteht durch ein gesundes Urvertrauen ins Leben, das sich jedoch bei vielen schon in der Kindheit verabschiedet hat.

Heilsteine für innere Gelassenheit

Einige Heilsteine können in diesem Zusammenhang tatsächlich dazu beitragen, dass sich beim Tragen am Körper langsam ein größeres Vertrauen in die Kreisläufe des Lebens entwickelt. So kann sich mit der Zeit eine größere Gelassenheit im Alltag breitmachen und auch ein besserer Schlaf (z. B. Aventurin, heller Amethyst, blauer Chalcedon…) einstellen. Hilfreiche Steine sind hier beispielsweise Bernstein, Dumortierit, Chrysopras, rosafarbener Chalcedon oder die Granat-Varietät „Rhodolith„. Aber auch Aquamarin, Larimar, Kupfer-Chalcedon oder der schwarze Turmalin „Schörl“ können ein entspanntes Gefühl fördern.

Geduld mit den eigenen Ängsten

Manche Heilsteine eignen sich besonders gut für eine prophylaktische Anwendung, wenn man beispielsweise unter Prüfungsangst und Lampenfieber leidet. Hier haben sich zum Beispiel Dumortierit, Rhodonit, Onyx oder Tigerauge bewährt. Allgemein ist dabei ein behutsamer Umgang mit den eigenen Ängsten ratsam, denn sie lassen sich nicht über Nacht vertreiben. Aber wer sich nicht dem oft unbedachten „Fortschrittsrennen“ der Menschheit anschließt und lieber alles unter dem Zeichen der „Nachwirkung“ betrachtet, kann für sich selbst das Tempo bestimmen, auch das der Heilungszeit. Geduld mit sich selbst, ist in dieser Phase ganz besonders wichtig… und man ahnt es schon… auch dabei kann ein passender Heilstein wie beispielsweise Aventurin, Magnesit oder Heliotrop weiterhelfen.

Therapiebegleitende „Seelenhilfe“

Allerdings gibt es psychische Erkrankungen, bei denen ein Heilstein allein nicht ausreicht. Depressionen sind ein Zeichen unserer Zeit, nicht weil es sie zuvor nicht gab, sondern weil man diese Erkrankung erst seit kurzem wissenschaftlich auch wirklich ernst nimmt. Verheerende Kriege, bestialische Misshandlungen und Vergewaltigungen haben allezeit auch ihre Spuren im seelischen Bereich des Menschen hinterlassen, doch inzwischen weiss man, dass ebenso ein vergleichsweise eher „harmloser“ seelischer Missbrauch weitreichende, gesundheitliche Folgen haben kann.

Hilfreiche Heilsteine

Man muss deutlich sagen, dass Heilsteine in keinem erwähnten Fall eine professionelle Therapie ersetzen, allerdings können sie dabei helfen, dass man sich der Aufarbeitung von traumatischen Erlebnissen leichter öffnen kann. Außerdem kann man mit ihrer Hilfe auch manifestierte Blockaden im Körper, die durch langandauernde, seelische Belastungen entstanden sind, mit der Zeit auflösen. Aber auch hier ist Geduld erforderlich, denn was sich über Jahre oder gar Jahrzehnte aufgetürmt hat, kann nicht über Nacht wieder verschwinden.

Passende Heilsteine können hier beispielsweise Obsidian oder Rhodonit sein, die bei der Verarbeitung von traumatischen Erlebnissen unterstützend wirken. Blauer Chalcedon, Apatit, Smaragd oder Topas wiederum sind hilfreich, da man sich in ihrer „Aura“ leichter beispielsweise im Rahmen einer Gesprächstherapie öffnen kann.

Woher stammt die Steinheilkunde?

Wie die meisten Naturheilverfahren ist auch die Steinheilkunde prinzipiell sehr alt. Dabei gibt es weltweit Hinweise darauf, dass der Mensch schon früh Steine zu magischen Zwecken nutzte und bestimmte Wirkungen mit ihnen verband. Schutzsteine, Glückssteine, Amulette als Talisman, Schmuckstücke und Objekte mit Edelsteinen sind oft übliche Grabbeigaben, die den hohen Status des Verstorbenen unterstreichen. Diese Gegenstände beweisen, dass man an ein Leben nach dem Tode glaubte und sicherstellen wollte, dass auch dort Schutz und Glück bereitstanden.

Chinesische, indische und arabische Schriften

Die „Traditionelle Steinheilkunde“ entwickelte sich aus teilweise jahrhundertealten, überlieferten Erfahrungsberichten, die eine therapeutische und magische Nutzung lokaler Mineralvorkommen beschreiben. Heilsteine haben vor allem im asiatischen Raum eine lange Tradition (z. B. TCM), die über uralte Aufzeichnungen im Mittelalter in die europäischen Klöster Einzug hielt. Da in der Bibel Edelsteine in ihrer besonderen Bedeutung erwähnt werden, konnte der katholische Klerus nichts gegen eine Heilanwendung einwenden. Hildegard von Bingen ist diesbezüglich das berühmteste Beispiel, denn als Nonne und spätere Äbtissin hatte sie die Möglichkeit die schriftlichen Übersetzungen alter Kulturen des chinesischen, arabischen, hebräischen, altgriechischen oder altindischen Raums zu studieren. Durch eigene, gesundheitliche Probleme motiviert, machte Hildegard praktische Experimente mit Kräutern und Heilsteinen an sich selbst und Erkrankten des Klosterspitals. Ihre niedergeschriebenen Erfahrungen und Rezepte sind in zahlreichen Büchern überliefert und werden bis heute teilweise noch sehr geschätzt. (siehe Beitrag: „Hildegard von Bingen„)

Analytische Betrachtungen

Im 20. Jahrhundert entstand schließlich, basierend auf den traditionellen Erkenntnissen über die Heilsteine, die sogenannte „Analytische Steinheilkunde„, die durch gezielte Forschungen einen wissenschaftlichen Ansatz verfolgt. Hier werden unter anderem die physikalischen und chemischen Entstehungsbedingungen eines Minerals oder Gesteins sowie das innere Gefüge in seiner Kristallstruktur berücksichtigt.

Ebenso entscheidend sind außerdem Fehler im Gitterbau, die chemische Zusammensetzung des jeweiligen Minerals und eingelagerte Fremdstoffe (z. B. verschiedene Mineralstoffe, Metalloxide, organische Stoffe), die oft über das farbige Erscheinungsbild des Heilsteins entscheiden.

Ein Trend hat auch „schwarze Schafe“ im Gepäck

Über die Heilwirkung von Steinen wird heutzutage viel geschrieben, denn das Thema scheint das Interesse vieler Menschen geweckt zu haben. So sind in den letzten Jahren viele Bücher erschienen, in denen man allerlei Behauptungen über die zum Teil wundersamen Eigenschaften und Wirkungen der Heilsteine finden kann. Immer neue Mineralien und Gesteine werden auf den Markt geworfen und kurzerhand als „Heilsteine“ deklariert, um die Absatzmöglichkeiten zu erweitern. Dabei gibt es leider keine wirklich zuständige Instanz, die solche zugesprochenen, angeblichen Eigenschaften fachgerecht überprüft und über Fehlinformationen berichtet.

Doch diese unerforschten „Mogelpackungen“ schaden ebenso dem Ruf einer ernsthaft praktizierten „Steinheilkunde“, wie manipulierte, farblich „aufgehübschte“ Natursteine, Imitationen, Synthesen und bewusst hergestellte Fälschungen. Wenn sich in diesen Fällen keine therapeutische Wirkung abzeichnet, ist dies wohl auch kein Wunder.

Die Affinität zu Steinen 

Selbst wenn ein Heilstein einer bestimmten Person hervorragend geholfen hat, heisst das nicht, dass diese Erfahrung über eine Allgemeingültigkeit verfügt. Tatsächlich ist es für die meisten einfacher eine Schmerztablette einzuwerfen, als den passenden, schmerzlindernden Heilstein zu finden. Doch wer eine besondere Affinität zu Mineralien und Gesteinen in sich verspürt, wird sich nicht abschrecken lassen und auf die Suche gehen. In diesem Fall besitzt man auch die nötige Geduld, die Schwingung des gewählten Heilsteins entsprechend wirken zu lassen, da sie sich natürlich langsamer entfaltet als chemische Medikamente. 

Zu den schmerzlindernden Heilsteinen gehören beispielsweise Rhodonit, Amethyst, bestimmte Bergkristalle, Aventurin oder Rauchobsidian, wobei vor allem Sugilith auch starke Schmerzen lindern kann.

Intuitive Auswahl eines Heilsteins

Selbst wenn ein gewählter Heilstein im Moment gerade überhaupt keine erkennbare Wirkung zeigen mag, so kann seine Zeit noch kommen. Wer sich schon eine längere Zeit mit Heilsteinen beschäftigt, weiss, dass oft zuvor eine „Annäherungsphase“ stattfinden kann. So wird ein einst als Schmuckstück erworbener Trommelstein-Anhänger oder ein attraktiver Handschmeichler, der bislang sein Dasein in einer dekorativen Schale fristete, plötzlich zu einem Dauerbegleiter im Alltag. Intuitiv greift man dann zu einem Heilstein, ohne groß darüber nachzudenken. 

Da es jedoch für manche oft schwierig ist, unter all den vielen Heilsteinen im Handel intuitiv den passenden zu finden, können seriöse Fachbücher weiterhelfen. Hier kann man die Kriterien eines Heilsteines nachschlagen und die analytische Sichtweise der Wirkmechanismen nachlesen.

Die Prinzipien der modernen Steinheilkunde

Eine Übersicht im Dschungel der Wirkungsweisen verschiedenster Heilsteine bietet die oben schon erwähnte „Analytische Steinheilkunde„, die von „Michael Gienger“ und seinem Team Mitte bis Ende des 20. Jahrhundert entwickelt wurde. Diese baut auf den mineralogischen Eigenschaften eines Minerals oder Gesteins auf.

Gienger gehört zu den Pionieren der modernen Steinheilkunde und hat seine Affinität aus Kindertagen schon früh zu einer Berufung gemacht. Er hat erstmals die Zusammenhänge zwischen den physikalischen und chemischen Faktoren während der Entstehung eines Heilsteins, seiner Kristallstruktur, den enthaltenen Mineralstoffen und der daraus resultierenden Wirkung erkannt. Unkundigen fällt schnell auf, dass diese Art der Auswahl sehr viel Fachwissen über den einzelnen Heilstein erfordert, sodass viele Menschen die intuitive Methode über die Optik, Haptik und das Gefühl logischerweise bevorzugen. Doch aus wissenschaftlicher Sicht ist der analytische Ansatz natürlich am vielversprechendsten.

Das erste Prinzip: Die Art der Entstehung

Mineralien und Gesteine können auf unterschiedliche Weise unter sehr verschiedenen Voraussetzungen und Bedingungen entstehen. Die drei wesentlichen Bildungsmöglichkeiten hinterlassen eine charakteristische „Signatur“ an Energieschwingung, die anzeigt in welcher Lebenssituation dieser Heilstein bevorzugt wirkt. 

Primäre Bildung

Wenn ein Heilstein primär entstanden ist, so hat er sich direkt aus der Gesteinsschmelze (Magma) in der Tiefe oder aber während eines Vulkanausbruchs gebildet. Neben den Tiefengesteinen (Plutonite) „Granit„, „Syenit“ oder „Peridotit„, sind somit auch alle Vulkangesteine (Vulkanite), wie beispielsweise Rhyolith, Porphyrit, Kimberlit oder das amorphe Vulkanglas „Obsidian“ primären Ursprungs. Viele Minerale können in dieser Phase liquidmagmatisch (z. B. Aquamarin, Bergkristall, Beryll, Citrin, Rauchquarz…), pneumatolytisch (z. B. Topas, Turmalin, Magnetit, Dumortierit…) oder auch hydrothermal (z. B. Amethyst, Epidot, Fluorit, Hämatit, Larimar, Mondstein, Sardonyx…) entstehen.

Magmatite

Primäre Heilsteine (Magmatite) helfen hauptsächlich dabei, aktiv zu werden und wichtige Angelegenheiten und Aufgaben endlich in Angriff zu nehmen. Grundsätzlich wirken diese Steine vor allem anregend. Sie sind bei Startschwierigkeiten besonders effektiv, um den inneren, bequemen „Schweinehund“ zu überwinden. Aber auch wenn Ängste sich lähmend auswirken, kann ein primärer Heilstein die erste Wahl sein.

Sekundäre Bildung

Durch die Verwitterung vorhandener Gesteine und deren sedimentäre Ablagerung in Flussläufen, Seen und Senken bilden sich aus beispielsweise sandigen oder tonigen Schichten mit der Zeit verhärtete Sedimentgesteine (Sand– und Tongesteine). Ein bekannter sekundär entstandener Heilstein ist hier beispielsweise der vielfältige Jaspis. Seine Familie zählt zu den „Klastischen Sedimenten„, die durch eine „Verwitterungsrestbildung“ entstehen. Auch Brekzien (z. B. Brekzien-Jaspis, Pietersit) und  Konglomerate (z. B. Trümmerjaspis) gehören dazu.

Aus einer sogenannten „Verwitterungsneubildung“ gehen zum einen biogene und zum anderen chemische Sedimente wie Kalksinter (z. B. Onyx-Marmor), Dolomit, Kieselgestein (z. B. Flint), Eisengestein (z. B. Moqui Marbles) und Salzgestein (Gips, Steinsalz, Anhydrit) hervor.

Sekundäre Heilsteine und gediegene Edelmetalle

Minerale aus einer „Sekundären Bildung“ sind beispielsweise Rhodochrosit, Türkis, Malachit, Azurit, Chalcedon, Chrysokoll, Chrysopal oder Chrysopras, die man in der „Oxidationszone“ finden kann. Diese liegt nahe der Erdoberfläche und wird durch Sauerstoff und Wasserkontakt beeinflusst (chemische Reaktionen). Gediegenes Gold, Silber oder Kupfer und einige Mineralien entstehen hingegen in der darunter liegenden „Zementationszone„, die weitaus weniger chemisch reaktiv ist.

Sekundäre Heilsteine sind während der nächsten Phase eines Vorhabens besonders hilfreich, wenn zwar der Anfang gemacht, aber noch kein Ende in Sicht ist. Sie können Ausdauer und Widerstandskraft für die weitere Durchführung und Entwicklung verstärken und dabei helfen, sich den oft unvermeidlichen Auseinandersetzungen mit dem Umfeld zu stellen.

Tertiäre Bildung

Auch hier bildet ein Ursprungsgestein die Grundlage zur Entstehung eines Minerals, das allerdings durch umwandelnde Prozesse (Metamorphose) eine völlig neue, teilweise sehr hochwertige Form annimmt. Viele wertvolle Edelsteine können tertiär entstehen, wie beispielsweise Diamant, Rubin, Saphir, Smaragd oder Alexandrit. Aber auch wichtige Heilsteine wie Rhodonit, Rauchquarz, Aventurin, Granat, Apatit, Edelserpentin (Antigorit) und manche Bergkristalle sind tertiären Ursprungs.

Tertiäre Heilsteine sollen dabei helfen, Projekte oder Lebensphasen abzuschließen, zu beenden und sich von inzwischen unnützen oder gar schädlichen Einflüssen zu lösen. Dieser Lösungsprozess ist besonders wichtig, wenn man sich einen Neuanfang wünscht.

Umwandelnde Prozesse

Eine Gesteinsumwandlung vollzieht sich immer bei enormem Druck und sehr hohen Temperaturen, wobei man drei Versionen unterscheidet. Gesteine werden zum einen mit der Zeit durch ständige, erneute Überlagerungen in die Tiefe gedrückt, bis sie mit dem Magma des Erdinneren in Berührung kommen oder geraten zum anderen während einer Gebirgsbildung (z. B. Alpen) unter hohen Druck (Regional-Metamorphose). Wenn vorhandene Gesteine im Bereich vulkanischer Aktivitäten in Kontakt mit aufsteigendem Magma kommen (Kontakt-Metamorphose), finden ebenfalls zahlreiche, umwandelnde Vorgänge statt.

Dieses tertiäre Bildungsprinzip wird auch „Metamorphe Abfolge“ genannt, bei der Tertiär-Gesteine (Metamorphite) und Tertiär-Mineralien (metamorphe Mineralien) entstehen. Metamorphit-Beispiele sind die gebänderte „Gneis-Familie“ (z. B. Tigereisen), die blätterigen „Kristallinen Schiefer“ (z. B. Grün- und Glimmerschiefer, Phyllit) und Exemplare der massigen „Fels-Familie“ (z. B. Marmor).

Das zweite Prinzip: Die Kristallstruktur

Jeder Mensch hat bestimmte Vorlieben und Charakterzüge, das ist nichts Neues. Beispielsweise ist das Bedürfnis nach Ordnung in jedem Menschen zwar vorhanden, jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt. Manche fühlen sich nur wohl, wenn alles stets auf seinem angestammten Platz ist, dann muss der Wohnbereich, die Küche und selbst der Schreibtisch immer perfekt aufgeräumt sein. Andere wiederum räumen ihre Wohnung im Extremfall höchstens einmal im Jahr auf, wenn sie so gar nichts mehr finden.

Sieben verschiedene Kristallsysteme 

Je nachdem welche Charakterzüge im Leben eines Menschen dominieren, kann ein Heilstein mit seinem jeweiligen Kristallsystem individuelle Eigenschaften und Eigenheiten unterstützten, stärken oder aber auch abmildern. Da nicht jede Eigenart Unterstützung benötigt, sondern vielleicht eher gedämpft werden sollte, stehen sieben verschiedene Kristallsysteme mit charakteristischen Kristallformen zur Verfügung, die eine unterschiedliche Prägung aufweisen.

Eine genauere Betrachtung des kubischen, hexagonalen, trigonalen, tetragonalen, rhombischen, monoklinen und triklinen Kristallsystems und des jeweils dazu passenden Lebensstils veranschaulichen das Denkmodell dieser Zusammenführung.

Detaillierte Beschreibungen zu den verschiedenen Kristallsystemen und des dazugehörigen Lebensstilen kann man im Buch „Die Steinheilkunde – Ein Handbuch“ von Michael Gienger nachlesen.

Das „Kubische Kristallsystem“ und der kubische Lebensstil

Alle Kristalle mit einer quadratischen Innenstruktur können beispielsweise in Form eines Würfels (z. B. Diamant, Fluorit), Oktaeders (Diamant, Fluorit, Magnetit), Rhomben-Dodekaeders (z. B. Lapislazuli, Granat) oder Tetraeders (z. B. Zinkblende, Pyrit) auftreten. Sie vermitteln Stabilität und zeigen eine klar erkennbare Struktur.

Auf Nummer sicher gehen

Geregelte Tagesabläufe und regelmäßige Rituale sind charakteristisch für diesen Lebensstil, der nach überschaubarer Ordnung und klar eingeteilten Arbeitsbereichen strebt. Hier sind ein pünktliches Auftreten, logisches Denken und eine kontrollierte Gefühlswelt zuhause. Experimente und Veränderungen müssen einem gut kalkulierbares Risiko standhalten, einfach drauflos geht gar nicht. Somit sind vor allem die fehlende Flexibilität und Spontanität das größte Manko dieses Lebensstils, der Sicherheit, Kontrolle und konservative Werte sehr hoch hält. Entsprechend tief gestaltet sich der seelische Fall, wenn die Dinge mal nicht so laufen, wie sie sollten. Schwere Sinnkrisen und Orientierungslosigkeit können hier schnell aus der sicheren, aber festgefahrenen Bahn werfen.

Das „Hexagonale Kristallsystem“ und der hexagonale Lebensstil

Alle Kristalle mit einer sechseckigen Innenstruktur bilden meistens auch eine entsprechend sechseckige Säulenform aus. Vertreter dieses Kristallsystems sind beispielsweise die Berylle Smaragd und Aquamarin sowie das Calcium-Phosphat Apatit.

Ohne Umwege das Ziel erreichen

Die räumlich effiziente Wabenform ist in der Tierwelt im Bienenstock anschaulich vertreten, der eine bestmögliche Raumnutzung erreicht. Entsprechend effizient gestaltet sich der hexagonale Lebensstil, der sich Zielstrebigkeit, Geradlinigkeit und Konsequenz auf die Fahne geschrieben hat. Ideale und Vorbilder spielen eine wichtige Rolle und Zeitverschwendung, langweiliger Leerlauf sowie unnötige Umwege sind schwer zu ertragen. Der direkte Weg zum Ziel ist analytisch geplant und wird nimmermüde mit großem Fleiß verfolgt. „Karriere machen“ steht hier im Fokus und persönliche Erfolge erfüllen dann mit stolzer Genugtuung. Durch eine hohe Auffassungsgabe und Konzentrationsfähigkeit erreicht man meistens das selbstgesteckte Ziel, wobei man sich von rationalen Überlegungen leiten lässt und Gefühle im Notfall beiseite schieben kann. Trotz dieser oft unerschütterlichen Entschlossenheit  zeigt dieser Lebensstil jedoch eine gewisse flexible Anpassungsfähigkeit, die bei Misserfolgen leicht die Strategie ändern kann, wobei man allerdings seinen Grundprinzipien stets treu bleibt.

Das „Trigonale Kristallsystem“ 

Das Dreieck bestimmt die innere Struktur der trigonalen Mineralien, deren Kristalle entweder dreieckige oder sechseckige Säulen ausbilden. Allerdings besitzen trigonale, sechseckige Säulen nicht die Gleichmäßigkeit von hexagonal entstandenen Kristallsäulen. Am anschaulichsten präsentieren Turmaline den inneren, trigonalen Aufbau durch schöne, dreieckige Farbzonen auf zurechtgeschnittenen Mineralscheiben. Doch auch beispielsweise die Heilsteine „Bergkristall„, „Amethyst„, „Achat„, „Chalcedon„, „Citrin„, „Jaspis“ und das amorphe Jaspis-Opal-Gemenge „Hornstein“ zeigen eine trigonale Kristallstruktur.

Der trigonale Lebensstil

Das Dreieck ist die einfachste geometrische Form, die nur drei Seiten benötigt, um einen Raum zu umschließen. Mit seiner nach oben weisenden Spitze und breiten Basis vermittelt ein gleichschenkliges Dreieck eine Stabilität, die trotzdem auch eine gewisse Dynamik ausstrahlt.

Minimaler Einsatz für ein maximales Ergebnis

Entsprechend dazu zeigt ein trigonaler Lebensstil eine einfache Prägung, die pragmatisch und beständig dem eigenen Lebensrhythmus folgt, ohne sich hetzen zu lassen. Hier lässt man die Dinge lieber geduldig auf sich zukommen, bevor man undurchdachte, übereifrige Aktionen tätigt. Ein unkompliziertes, geruhsames Leben kombiniert mit sinnvollen Annehmlichkeiten steht im Mittelpunkt eines trigonalen Lebensstils, der „maximalen Erfolg durch minimalen Aufwand“ anstrebt. Andere Lebensstile könnten hier eine gewisse faule Bequemlichkeit beanstanden, doch bekanntlich liegt in der Ruhe die Kraft. Ebenso bahnt sich die Inspiration für einfache Lösungsansätze und möglichst machbare Veränderungen am ehesten in einer ruhigen, gelassenen Atmosphäre ihren Weg. Reale Fakten und praktikable Funktionen greifen hier besser als komplizierte Theorien.

Das „Tetragonale Kristallsystem“

Dieses Kristallsystem zeichnet sich durch die Rechteck-Form in seiner Struktur aus, die ein allgemein rechtwinkliges Viereck beschreibt, zu dem im Besonderen auch das Quadrat mit vier gleichlangen Seiten zählt. Tetragonale Minerale zeigen somit Kristallformen, die meistens rechteckige Säulen bilden. Diese sind entweder durch eine Fläche oder durch Viereck-Spitzen begrenzt. Tetragonale Kristallformen findet man beispielsweise bei RutilKassiterit (Rutil-Gruppe), Zirkon (Hyazinth), Vesuvian (Indokras, Californit), Anatas, Scheelit und Skapolith (Marialith-Mejonit) sowie der Rarität „Tugtupit“ und dem hochgiftigen Wulfenit (Gelbbleierz).

Der tetragonale Lebensstil 

Gefühlsentscheidungen logisch erklären, kann eine Person des tetragonalen Lebensstils, der sich in einer kontrollierten Selbstdarstellung immer wieder neu erfindet, ganz besonders gut. Für Außenstehende kann der Eindruck eines „kubischen Lebensstils“ entstehen, denn schließlich ist das Quadrat nur eine besondere Form des Rechtecks, doch der Schein trügt. Hier steht nämlich das Neue, das aufregend Unbekannte im Mittelpunkt und nicht regelmäßige Gewohnheiten, Struktur und konsequente Berechenbarkeit. Es gibt für diesen Lebensstil nichts Schlimmeres als Alltagstrott und die stete alte Leier. Liebend gerne erweitert man ständig seinen Horizont, lernt aus Fehlern und entwickelt ein analytisches Denken, das neue Informationen sehr schnell auswerten kann.

Mehr Authentizität leben!

Allerdings wirken die sprunghafte Unberechenbarkeit dieses Lebensstils sowie die Fähigkeit unterschiedliche Identitäten anzunehmen und verschiedene Rollen zu spielen auf andere Menschen mitunter sehr verunsichernd. Da man mit dieser Prägung zwar nach außen hin gesellig und wortgewandt auftritt, erkennen andere nur schwer, dass man eigentlich ein ziemlicher „Geheimniskrämer“ ist. Durch diese oft beeindruckende, aber schützende Fassade werden allerdings auch freundschaftlich Gesinnte auf Abstand gehalten, sodass Vereinsamung droht.

Wer jedoch die „tetragonale Fähigkeit“ der Kombination von gefühlvoller Spontanität und analytischem Verstand positiv nutzen kann, wird mithilfe seiner fantasievollen Vorstellungskraft zum „Erfinder“. So eröffnen sich neue Wege und Lösungsansätze dort, wo anders Geprägte oft scheitern.

Das „Rhombische Kristallsystem“

Alle Kristalle mit der inneren Struktur einer Raute (griech. Rhombus) kristallisieren im „Rhombischen Kristallsystem“. Sie zeichnen sich durch die Bildung rautenförmiger Kristalle aus, die im Dreierverbund manchmal aber auch zu einem Sechseck-Kristall verwachsen sein können. Diese Sechseck-Bildung wird treffend mit „pseudohexagonal“ umschrieben, da es sich nur anscheinend und nicht tatsächlich um hexagonal gewachsene Kristalle handelt.

Topas, Peridot (Olivin), Dumortierit, Alexandrit (Chrysoberyll), Anhydrit, Ammolith, Antimonit, Baryt, Bronzit, Diaspor, Cordierit, Danburit, das natürliche Element „Schwefel“ und Aragonit sind Beispiele für rhombische Mineralien, wobei Letzterer beispielsweise auch pseudohexagonale Wachstumsformen zeigen kann.

Der rhombische Lebensstil

Die Rauten-Form hat optisch große Ähnlichkeit mit dem rechtwinkligen Quadrat, obgleich sie natürlich durch zwei spitze und zwei stumpfe Winkel charakterisiert wird. Wer dem rhombischen Lebensstil angehört, führt meistens lange Zeit ein eher ruhiges Leben, ohne besondere Vorkommnisse, was einem kubischen Stil sehr nahe kommt. Man schätzt gleichbleibende Tagesabläufe, geregelte Aufgaben und Kontinuität. Grundsätzlich gibt es so gut wie keine lang vorausschauenden Zukunftspläne, da man glaubt, dass alles immer so bleibt, wie es gerade ist.

Fürsorglicher Gemeinschaftssinn wirkt im Hintergrund

Menschen mit einem rhombischen Lebensstil sind sorgfältige und unauffällige Mitarbeiter, die oft im Team die nötige, aber unbeliebte Kleinarbeit leisten, ohne die kein Projekt verwirklicht werden könnte. Sie sind sozial sehr engagiert und übernehmen Verantwortung, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Mit sachlicher Gründlichkeit setzt man sich tatkräftig für Unternehmungen ein, die nicht „auf dem eigenen Mist“ gewachsen sind, aber einer guten Sache dienen. Empathisch kann man sich dem Wohle der Gemeinschaft unterordnen, in der man lebt.

Rebellion auf Raten

Doch dann kommt urplötzlich die Instabilität der Rauten-Form zum tragen und scheinbar, wie aus heiterem Himmel, erfolgt ein launischer Richtungswechsel, ein depressiver Einschnitt oder eine angsterfüllte Kurzschlussreaktion, die keiner wirklich nachvollziehen kann. Die jahrelange Anpassung und ein unscheinbares Leben im Hintergrund sollten eigentlich Sicherheit vermitteln, doch die verpasste Verwirklichung eigener Wünsche kann sich völlig unerwartet in einem psychischen Zusammenbruch äußern. Leere, Sinnlosigkeit und Depressionen führen schließlich zum sprichwörtlichen „Loch“, in das man dann ohne Vorwarnung fällt.

In diesem Zustand erfolgen oft große lebensverändernde Maßnahmen, … der Arbeitsplatz, Partner oder Wohnort werden spontan gewechselt, um am neuen Standort erneut wieder Fuß zu fassen. Wichtig dabei ist jedoch, dass man lernt die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu berücksichtigen, damit nicht ständig durch eine völlige Anpassung an das Umfeld erneute Ausbrüche provoziert werden. Nur so kann die charakteristische Hilfsbereitschaft und Gastfreundlichkeit dieses Lebensstils langfristig erst richtig aufblühen.

Das „Monokline Kristallsystem“

Monokline Kristalle besitzen die innere Struktur einer Parallelogramm-Form, die durch einen geneigten Winkel gekennzeichnet ist (griechisch: „mono“ für „eins“ und „klinein“ für „neigen, beugen“). Diesen „schiefen Winkel“ eines Parallelogramms kann man ganz besonders gut bei Gipskristallen (Selenit) beobachten. Aber auch Minerale wie Jade, Mondstein, Malachit, Azurit, Kunzit oder Epidot bilden beispielsweise monokline Kristallformen aus.

Der monokline Lebensstil 

Die Form eines Parallelogramms macht einen sehr instabilen Eindruck, denn die obere, zum Boden parallel verlaufende Linie scheint demnächst zur Seite zu kippen. Dementsprechend unbeständig gestaltet sich auch ein monokliner Lebensstil. Mit fast regelmäßiger Sicherheit verändert sich hier das Leben schlagartig, Stimmungen und Meinungen schwanken, sodass ständig ein Hochgefühl ein emotionales Tief ablöst und umgekehrt. Hier kann der Eindruck von manisch depressiven Zügen entstehen, doch diese planlose, permanente Veränderungsdynamik ist ihrerseits so beständig, dass man sie glatt einplanen kann. Ein falsches Wort sorgt schon für ärgerliche Turbulenzen, dafür trägt man aber selten etwas nach und die aufgebrachten Emotionen verrauchen schnell wieder.

Nur mit offener Hintertür

Klare Zusagen, terminliche Verabredungen oder irgendwelche Versprechen sind diesem Lebensstil ein Dorn im Auge, denn man kann schließlich nie wissen, was die Zukunft noch bringt. Deshalb versucht man sich, wenn möglich, Hintertüren für eine vielleicht notwendige Absage freizuhalten. Allerdings gemachte Zusagen und Versprechen werden unter großem Aufwand ganz sicher eingehalten, denn ein „moralischer Barometer“ verpflichtet dazu. Dieser innere Kompass verrät die eigentlichen Ideale des monoklinen Lebensstils, die sich ein zuverlässiges, bedachtes und umsichtiges Handeln wünschen, aber niemals erreichen. Meistens reagiert man nämlich spontan aus dem Bauchgefühl heraus und ist je nach Stimmung eher zu vorsichtig oder aber unbedacht risikobereit. 

Die Extreme leben und offene Konfrontationen zulassen

Da man mit einem monokline Lebensstil die Fähigkeit besitzt immer die Vor– und Nachteile einer Angelegenheit zu erkennen, fallen verständlicherweise Entscheidungen ziemlich schwer. Außerdem schwankt man gerne zwischen den verschiedenen Extremen hin und her. Sportliche Phasen wechseln beispielsweise schnell wieder zu Müßiggang, gesunde Zeiten werden durch das geringste Unwohlsein in eine „bettreife Erkrankung“ verwandelt und das äußere Erscheinungsbild wird so intensiv verändert, dass man kaum wiedererkannt wird.

Immer positiv bleiben!

Somit ist es kein Wunder, dass einige Mitmenschen diese unbeständige Wandlungsfähigkeit nicht nachvollziehen können und teilweise offen kritisieren. Gespräche mit aufrichtigen Freunden sind hier Gold wert, Intrigen und böswillige Sticheleien hingegen verunsichern nur und lähmen den Entscheidungsprozess noch zusätzlich. Doch auf eines kann man sich verlassen – nach dem Regen kommt immer wieder die Sonne durch!

Das „Trikline Kristallsystem“

Die Trapez-Form ist die prägende Struktur trikliner Kristalle, wie beispielsweise Rhodonit, Türkis, Cyanit (Disthen), Mikroklin-Feldspat (mit Aventurin und Amazonit), Plagioklas-Feldspat (mit Labradorit) oder Sonnenstein. Dabei bedeutet die Wortkreation „triklin“, aus dem griechischen „tri“ für „drei“ und „klinein“ für „beugen, neigen“ zusammengesetzt, „mit drei geneigten“ Winkeln oder „dreifach geneigt„. Das „Trikline Kristallsystem“ wird durch verschieden lange Achsen charakterisiert, die sich nie im 90° Winkel treffen. Besonders gut erkennen kann man die trikline Kristallform bei den Kristallen von Amazonit, die sich aus zwei aneinander gefügten Trapezen zusammensetzt.

Der trikline Lebensstil

Wenn die längere Seite des Trapezes die Basis bildet, entsteht der Eindruck von Stabilität und Festigkeit. Dreht man die Form jedoch auf die kürzere Parallele, so verschwindet diese Wirkung und ein Schwanken bis hin zum seitlichen Wegkippen erscheint möglich. Entsprechend verhält es sich auch bei einer triklinen Lebensführung, die sehr stabile, aber auch extrem wankelmütige Phasen kennt. Ganz unberechenbar tauchen immer wieder schicksalhafte Herausforderungen auf, die überraschende Wendungen mit sich bringen. So gibt es Tage, an denen die Zeit verfliegt und alles wie „geschmiert“ läuft, doch manchmal scheint kein Ende in Sicht, denn man ist mit dem sprichwörtlich „falschen Fuß“ aufgestanden. 

Geniale Ideen festhalten 

So sprunghaft und unberechenbar wie das „Schicksal“ selbst, das immer wieder neue Wendungen im Leben beschert, ist auch das „trikline Denken“. Schnell schießen kreative, teils geniale Gedanken durch den Kopf, die man dringend niederschreiben oder sofort umsetzen sollte, denn so fix wie sie gekommen sind, sind sie auch wieder verschwunden. Tage der Inspiration wechseln sich mit Tagen der Ideenlosigkeit ab, die entsprechend frustrierend wirken. Wundervolle Höhepunkte sind gleichzeitig auch die Wendepunkte zur unvermeidlich folgenden Talfahrt.

Auf Wunder hoffen!

Während man den monoklinen Lebensstil mit einem stetigen, eher berechenbaren Wellengang vergleichen kann, so ähnelt der trikline Lebensstil eher einem heftigen Zickzackkurs, der zeitlich nicht kalkulierbar ist. Ohne Vorankündigung und äußeren Anlass wechseln dann auch die Stimmungen von „himmelhoch jauchzend“ bis zu „Tode betrübt“. Aus dem Glückspilz, dem vieles zufällt, wird dann ein Pechvogel mit Opferhaltung, der die Vielfalt an Erfahrungen nur noch als Strafe Gottes begreifen kann.

Wer allerdings gelernt hat in diesem Auf und Ab positiv zu bleiben, kann die Sinne und medialen Fähigkeiten (z. B. Hellsichtigkeit, hochsensible Empathie) schärfen und entwickelt mit der Zeit ein zielsicheres, entschiedenes Handeln. So kann, trotz stetigem Wandel und verschlungenen, undurchsichtigen Lebenswegen, Stabilität und innere Ruhe wachsen, sodass man vertrauensvoll der wankelmütigen Vorsehung große Wunder entlockt.

Amorphe (gestaltlose) Minerale

Der Begriff „amorph“ kommt aus dem Griechischen und beschreibt in der Mineralogie Minerale, die während ihrer Entstehungsphase keine Zeit und Möglichkeit hatten, eine kristalline Struktur zu bilden. Natürlich haben auch diese Exemplare eine äußere Gestalt, bzw. Form, doch im inneren Gefüge gibt es keine erkennbaren Kristallstrukturen. So rechnet man beispielsweise vulkanisches Naturglas, Tektit (bei Meteoriten-Einschlag entstandenes Glas) und Bernstein mit pflanzlichem Ursprung zu den sogenannten „Amorphen Mineralen“. Die Ausnahmeerscheinung in der Mineralogie „Opal“ zählt als quasi-amorphes Mineral ebenfalls dazu. Die geometrische Form für amorphe Minerale ist der Kreis.

Vulkanische Naturgläser 

Da es zur Bildung von Kristallstrukturen vor allem viel Zeit braucht, damit sich die Atome und Moleküle ordnen können, ist hier der Zeitfaktor oft entscheidend, denn amorphe Minerale sind meistens viel zu schnell entstanden. Beispielsweise die Naturgläser „Obsidian“ oder „Moldavit“ haben sich durch eine schlagartige Abkühlung während eines Vulkanausbruchs gebildet, sodass durch den Temperaturschock nur eine erstarrte, glasartige Masse zurückblieb, die keinerlei innere, strukturelle Ordnung zeigt. 

Versteinertes Harz

Neben den Temperaturschock-Ergebnissen „Obsidian“, „Moldavit“ oder „Tektit“, zählen beispielsweise auch der leichte Bernstein und Kopal zu den amorphen Mineralen. Allerdings sind diese aus Baumharz entstanden, das über Jahrmillionen austrocknen konnte und mit der Zeit schließlich versteinerte. Sie setzen sich aus vielen verschiedenen Substanzen zusammen, die ohne Ordnung ineinander gemischt sind.

Quasi-amorphe Opale

Auch die vielfältige Opal-Familie besitzt keine kristalline Struktur und ist deshalb schwer einzuordnen. Da Opale aus Silicium-Kügelchen bestehen, die sich während der Verfestigung durch Wasserverlust aus Kieselsäure-Gel bilden konnten, verwendet man hier allerdings den Begriff „quasi-amorph„. Genau genommen haben Opale nämlich schon eine innere Struktur, aber eben keine kristalline, sodass man sie in die mehr oder weniger passende Ausnahmekategorie „amorph“ steckt.

Der amorphe Lebensstil

So vielfältig wie die Gruppe der amorphen Mineralien ist auch dieser Lebensstil, der durch eine große Vielseitigkeit geprägt ist. Dabei kann jeder Moment ein absolutes Novum sein, dann ist jede Erfahrung neu und nicht reproduzierbar. Deshalb kann man bei einer amorphen Lebensweise nicht von entwicklungsfördernden Veränderungen oder einem tiefgreifenden Wandlungsprozess sprechen, denn das würde voraussetzen, dass es ein Davor oder Danach gab und gibt. Stattdessen handelt es sich hier um eine geistige und seelische Präsenz, die immer im absoluten Jetzt-Moment lebt, bei dem die Vergangenheit nicht mehr zählt und die Zukunft noch ungewiss, und somit uninteressant ist.

Vollkommene Momente und die Kunst zu leben

Wer dem amorphen Lebensstil angehört, hat nur eine Möglichkeit sich unmissverständlich auszudrücken. Gleich einem ewigen Kind wie „Peter Pan“, geschieht alles aus einem spontanen Impuls heraus, so ist das Leben ein buntes Spiel, das unbedingt mit Leib und Seele gespielt werden will. Jede neue Idee wird gefeiert und sofort umgesetzt. Die Kreativität kennt keine Grenzen und selbst das Undenkbare wird angegangen. Erlischt das Interesse an einer Sache oder setzen äußere Faktoren ein jähes Ende, kann man ohne Rückschau und Reue schnell loslassen, denn es gibt so vieles zu entdecken. Da man immer hundertprozentig im Moment lebt, sind auch die jeweiligen Gefühle absolut. Kein Lebensstil ist so authentisch wie der „gestaltlose Empath“, der sich mit allem identifizieren und zigmal über dasselbe freuen kann. Mal ist man frei und flattert umher wie ein Schmetterling, ein andermal steht man fest wie eine lichte Birke und lässt sich lauschend vom Wind bewegen. „Amorphes Denken“ ist einzigartig, erfinderisch und kann in seiner freien, unbeeinflussten Form Genialität in sich tragen.

Exzentriker, Eigenbrötler, Fantast oder Freak?

Wen interessiert das schon?! Instinktiv weiss man aus der alles durchdringenden Gestaltlosigkeit heraus, dass auch die dunkelsten Momente voll destruktiver Aggression oder nebulöser Apathie nicht auf Ewig währen. Denn auch der gestaltlose Lebensstil ist nicht immun gegenüber emotionale Niederungen.

Wer sich allerdings seine Unabhängigkeit und spielerische Leichtigkeit bewahren kann, wird allen kritischen Bemerkungen und verständnislosen Kopfschüttlern zum Trotz, ein auflockernder Gewinn für festgefahrene Situationen und verkrustete Weltanschauungen sein. Ganz nach dem Motto „Es lebe das Leben“, verspricht jeder Tag eine neue Chance und ein anderes Glück.

Interessante Vielfalt der Charaktere

Wer nun glaubt, dass jeder Mensch in eine der oben beschriebenen Struktur-Kategorien passt, wird enttäuscht, denn hier handelt es sich gewissermaßen nur um Prototypen. Michael Gienger hat diese bewusst überhöht gezeichnet und teils klischeehaft charakterisiert, um die Unterschiede der acht verschiedenen Lebensweisen möglichst gut erkennbar zu machen.  Das Menschsein für sich genommen ist in Wahrheit so komplex, dass man schon rein genetisch keine ganz und gar identischen Individuen finden kann. Selbst eineiige Zwillinge besitzen organische Unterschiede und sind im Wesen oft sehr verschieden. Deshalb muss man davon ausgehen, dass wohl die meisten Menschen eine Kombination der acht beschriebenen Lebensstile in sich tragen. Natürlich kann eine Lebensweise stark dominieren, aber es gibt Zeiten, in denen unter Umständen noch eine andere Facette des Wesens durchbricht, die eine andere innere Mineral-Struktur widerspiegelt.

Ein Rat des Entdeckers

In vielen Fällen kann man oft nicht sicher einschätzen, welchem Lebensstil die eine oder andere Person angehört. Deshalb empfiehlt der Autor und Entdecker der acht Lebensstile „Michael Gienger“ in seinen Büchern, im Zweifelsfall nach drei besonders auffälligen Merkmalen im Verhalten eines Menschen zu forschen, die typisch für seinen eigentümlichen Charakter sind. Diese dominierenden Eigenschaften können die Grundtendenz einer Persönlichkeit aufzeigen, sodass eine vorsichtige Einordnung möglich ist.

Ein Selbstversuch mit geometrischen Formen

Da die verschiedenen Kristallstrukturen dabei helfen können, einen passenden Heilstein auszuwählen, schlägt Gienger außerdem ein „kleines Experiment“ vor, bei dem man die individuelle Wirkung einer geometrischen Form (Quadrat, Hexagramm, Dreieck, Rechteck, Raute, Parallelogramm, Trapez, Kreis) selbst erleben kann.

Im ersten Schritt sollte man einige wenige Minuten beispielsweise ein Quadrat oder ein begrenztes Feld betrachtet, das mit Quadraten gefüllt ist. Danach liest man (vielleicht erneut) den dazugehörigen Text über den „Kubischer Lebensstil“ durch. Anschließend betrachtet man im zweiten Schritt eine andere geometrische Form oder ein mit dieser Form ausgefülltes Feld, um dann auch hier den passenden Text zu lesen. Nach dieser Übung kann man sich meistens wesentlich intensiver mit dem Lebensstil des jeweiligen Kristallsystems identifizieren, denn allein die optische Wahrnehmung einer Linie oder Form hinterlässt in uns einen spezifisch prägenden Eindruck und eine entsprechende Wirkung. Das wussten schon unsere Urahnen und tätowierten Linien, geometrische Formen und Symbole auf ihre Haut, um sich damit Schutz, Gesundheit oder Stärke zu verschaffen oder zu sichern.

Beispiele für die „Zusammenführung“ von Lebensstil und Heilstein

Um zu verdeutlichen, wie man einen bestimmten Lebensstil sinnvoll durch den entsprechenden Heilstein unterstützen kann, sollen hier drei Möglichkeiten exemplarisch erwähnt werden. Natürlich sind diese Beispiele nicht allgemeingültig, sondern nur eine Anregung, selbst auf die Suche nach der passenden Mineral-Struktur zu gehen. Dabei gibt es kein „schlechteres“ oder „besseres“ Kristallsystem und somit auch nur unterschiedliche Lebensstile, die einfach nur „anders“ sind. Jeder Mensch hat seine Vor- und Nachteile, die sich hier nur prototypisch einordnen lassen.

Typisch „Kubisch“

Jemand mit ausgeprägtem Ordnungssinn, täglichen Routineabläufen und Gewohnheiten (kubisch) kann schnell aus seiner überschaubaren Bahn geraten, wenn unberechenbare, äußere Kräfte wirken. In diesen Krisenzeiten, in denen das sprichwörtliche „Chaos“ herrscht, kann ein Granat (z. B. Andradit, Pyrop) dabei helfen, eine intuitive Form der Orientierung zu finden, die durch mehr kreative Flexibilität und Gelassenheit geprägt ist. Körperlich soll Granat u. a. die Durchblutung, Konstitution und Vitalität fördern.

Typisch „Rhombisch“

Für Menschen, die sich oft zu viel zumuten und selten an die eigenen Bedürfnisse denken (rhombisch), kann beispielsweise ein Dumortierit ein passender Heilstein sein. Er ist als „Take it easy“ Stein bekannt, der dabei helfen kann, Stress abzubauen, zwanghafte Verhaltensmuster aufzulösen und mehr Leichtigkeit im Leben zuzulassen. Körperlich soll ein blauer Dumortierit u. a. Kopfschmerzen, Krämpfe und Übelkeit lindern.

Typisch „Monoklin“

Wer beispielsweise unter häufigen Gefühlsschwankungen und der eigenen Unbeständigkeit (monoklin) leidet, (meistens leiden jedoch die anderen:), kann unter Umständen von der Ausstrahlung eines Chrysokolls profitieren. Er wirkt entspannend und kann dabei helfen, auch in hitzigen Situationen einen kühlen Kopf zu bewahren sowie Stimmungstiefs und Stress besser abzufedern. Seine ausgleichende Wirkung soll körperlich unter anderem die Leber stärken und bei Menstruationsbeschwerden (Krämpfen) helfen.

Negative und positive Entwicklungen des jeweiligen Lebensstils

Glänzende Aussichten hat jeder Mensch, der seine Talente und Vorzüge zeigen und leben kann. Da jeder Lebensstil natürlich seine Licht– und Schattenseiten hat, treten leider nicht immer die gewünschten positiven Aspekte zu Tage.

Zwei polare Richtungen

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten der Persönlichkeitsentwicklung, die polare Qualitäten in sich tragen. Im Licht lebt man bewusst die Stärken, denkt optimistisch und strebt ein glückliches Leben an. Im Schatten hingegen kann man sich nur schwer von der eigenen, inneren Prägung lösen, sodass man völlig abhängig vom jeweiligen Lebensstil nicht wirklich selbstbestimmt lebt, sondern von Konditionierungen beherrscht wird. Da der Energieaufwand in beide Richtungen gleichermaßen hoch ist, liegt es also nur an unserer Entscheidung, welcher Ausprägung wir unsere Aufmerksamkeit schenken wollen.

Heilende Kristallstrukturen

Heilsteine können bei der Durchsetzung unserer Ziele helfen, damit ein positiver Wandel im Leben stattfinden kann. Ihre jeweilige Kristallstruktur kann Verhaftungen an den dazugehörigen Lebensstil lösen und die Heilungsprozesse von Beschwerden und Erkrankungen unterstützen, die aus den Schattenseiten entstanden sind. Hier gilt der „homöopathische“ Gedanke, dass „Ähnliches“ durch „Ähnliches“ geheilt wird. Im optimalen Fall können ähnliche Heilsteine nicht nur körperliche Heilung fördern, sondern auch horizonterweiternde, geistige Lernprozesse anregen.

Persönlicher Lebensstil und Familiensystem

Oft wirkt neben dem individuellen Lebensstil allerdings noch zusätzlich das Umfeld, in dem man aufwächst und lebt, auf das Denken und Verhalten ein. Wer aus seinem Familiensystem schwerwiegende, unangenehme Prägungen übernommen hat und ohne Hilfe nicht aus krankmachenden Mustern finden kann, sollte sich nicht nur auf Heilsteine verlassen.

Eine „Systemische Familientherapie“ oder „Systemische Aufstellung“ des jeweiligen Problems kann durch geschulte Fachkräfte auch in seelische Schattenbereiche und unterbewusst wirkende Mechanismen Licht bringen, damit man erkennt, mit wem und was man zu kämpfen hat. Und Wissen ist bekanntlich die Macht, um widrige Lebensumstände positiv zu wandeln. Heilsteine sind gerade im Bereich der Selbstreflexion sowie bei Lern– und Umdenkprozessen besonders geeignet, tiefliegende Strukturen aufzuspüren und aufzulösen. Deshalb sind sie therapiebegleitend immer sehr hilfreich.

Kristallstrukturen in der Anwendung

Die „Analytische Steinheilkunde“ versucht in erster Linie die riesige Auswahl an Heilsteinen für eine bestimmte Person und ihr derzeitiges Problem einzuschränken. Durch die Betrachtung der mineralogischen Besonderheiten, die in den oben beschriebenen, verschiedenen Bildungsprinzipien und Kristallstrukturen begründet liegen, sowie durch die Interpretationen der jeweils passenden Lebensstile, entsteht so eine richtungsweisende Orientierungshilfe

Intuition trifft Analyse

Selbst wer seine Heilsteine lieber intuitiv auswählt, kann durch die Beschäftigung mit der passenden Kristallstruktur und dem dazugehörenden Lebensstil einiges lernen. Wenn die momentane Lebenssituation einen bestimmten Heilstein „aufgerufen“ hat, so kann man wahrscheinlich an seiner Entstehungsgeschichte und Kristallstruktur auch etwas über die eigenen Stärken und Schwächen erfahren. Selbstreflexion führt hier zur Selbsterkenntnis und hoffentlich auch zur sprichwörtlichen Besserung, denn jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung von Wahrheit, Lebenssinn und Glück. 

Im Idealfall können wir somit über die verschiedenen Heilsteine zu mehr respektvoller Toleranz oder verständnisbereiter Akzeptanz finden, all denen gegenüber, die mit ihrem anderen Lebenskonzept scheinbar unser eigenes in Frage stellen.

Das dritte Prinzip: Die Mineralstoffe

Wer neben den verschiedenen Bildungsprinzipien und Kristallstrukturen noch einen weiteren analytischen Anhaltspunkt braucht, muss sich intensiver mit der stofflichen Zusammensetzung der einzelnen Heilsteine beschäftigen. Natürlich sagen auch die unterschiedlichen Mineralstoffe und ihre Kombinationen in den jeweiligen Mineralen oder Gesteinen so einiges aus. Ebenso entscheidend ist das Mengenverhältnis, in dem diese Stoffe auftreten, denn es entscheidet oft auch über die spezifischen Eigenschaften eines Minerals oder Gesteins (z. B. Farbe).

Die Menge eines Mineralstoffs macht den Unterschied

Für die Steinheilkunde ist der Mengenanteil eines enthaltenen Mineralstoffes besonders bezeichnend für die Einordnung eines Mineral, denn er entscheidet, ob ein Heilstein zuerst auf der körperlichen, geistigen oder seelischen Ebene seine Wirkung zeigen wird. Dabei unterscheidet man ein großes und geringes Mineralstoff-Vorkommen von Bestandteilen, die nur noch in Spuren vertreten sind. 

Die chemische Formel eines Minerals

Mengenmäßig stark vertretene Bestandteile erscheinen bezeichnenderweise in der charakterisierenden, chemischen Formel eines Minerals, da sie besonders prägend sind. Geringer vorkommende Bestandteile und „Spuren-Mengen“ hingegen vernachlässigt man, um eine allzu komplexe und detaillierte Beschreibung zu vermeiden. Selbst die Vereinfachungen dieser Formeln bleiben für Unkundige teilweise kompliziert genug. 

In der Steinheilkunde setzt man Heilsteine mit häufig vorkommenden Mineralstoffen bewusst zuerst für eine gewünschte, körperliche Reaktion ein, die sich schließlich zeitlich etwas verzögert auch im seelisch-geistigen Bereich zeigen wird.

Mineralstoffe in geringer Menge

Auch wenn diese Bestandteile nicht in der chemischen Formel eines Minerals auftauchen, so kann man sie trotzdem leicht nachweisen. Wenn ein Stoff über eine chemische Analyse klar identifiziert werden kann, dann zählt er in die Kategorie „gut nachweisbar„, denn er ist stark genug, um energetisch zu wirken und chemische Reaktionen auszulösen.

Die Steinheilkunde berücksichtigt diese geringen Mengen hauptsächlich für den therapeutischen Einsatz im seelisch-geistigen Bereich, denn hier ist am ehesten eine Erstreaktion zu erwarten. Eine heilsame Veränderung nimmt in diesem Falle den Weg über die Gedanken und Gefühle, die erst nach spirituellem Wachstum anschließend auch eine körperliche Wirkung zeigt.

„Spurenelemente“ im Grenzbereich

Ist ein Stoff nur noch in Spuren in einem Mineral vorhanden, hat er die Grenze seiner „Nachweisbarkeit“ erreicht. Da man ihn mit herkömmlichen Methoden nicht mehr identifizieren kann, muss man physikalische, „schwerere Geschütze“ auffahren. Mithilfe modernster Anlagen kann man inzwischen über Spektral-Analyse, Elektronen-Sonden, Röntgen-Fluoreszenz-Analyse… auch kleinste Spuren eines Stoffes im Mineral aufspüren. 

Laut Steinheilkunde wirken diese Spuren in Heilsteinen einzig auf der geistigen, bzw. spirituellen Ebene eines Menschen, sodass zuerst Veränderungen im Denken auftreten, die schließlich zu einem Wandel von Verhaltensmustern führen. Auf diese Weise kann man mit der Zeit ungesunde, geistige Strukturen sanft durchbrechen, eine neue Wahrnehmung des eigenen Lebens und Umfeldes in die Wege leiten und charakterlich „erwachsen“.

Die Heilwirkung verschiedener Mineralstoffe

Es folgt nun ein beispielhafter Exkurs in die Welt der Mineralstoffe von A wie „Aluminium“ bis Z wie „Zink“. Dabei werden die Wirkungen dieser exemplarisch ausgewählten Mineralstoffe und Spurenelemente nur kurz beschrieben. Wer ausführlicher in dieses Thema einsteigen möchte, sollte sich das Werk „Die Steinheilkunde – Ein Handbuch“ von Michael Gienger gönnen. Hier kann man die körperliche, seelisch/mentale und spirituelle Wirkung auf einen ganzheitlichen Organismus sehr detailliert nachlesen.

Aluminium (Al)

Befindet sich Aluminium in Heilsteinen, so soll sich im Körper eine sehr beruhigende Wirkung ausbreiten, die auch Ängste, Schuldgefühle und starke Nervosität lindern kann. Aluminium fördert den Wunsch nach Freiheit und Veränderung, sodass man Verhaftungen und ungesunde Verhaltensmuster mit der Zeit lösen und loslassen kann. Dieser Mineralstoff hilft dabei, realistisch und wach im Augenblick zu leben, die Illusionen der modernen Welt zu erkennen und, gemäß der eigenen Identität, den persönlichen Lebensweg so gut wie möglich zu gehen.

Beryllium (Be)

Heilsteine mit Beryllium-Gehalt können die Wahrnehmung und auch die Konzentration auf das Wesentliche verbessern. Außerdem fördert dieser Mineralstoff einen gewissen „Weitblick“, der dabei hilft, die richtigen Ziele zu forcieren und mit konsequenter Disziplin durchzusetzen. Körperlich soll Beryllium Hautbeschwerden (Ekzeme, Allergien…), rheumatische Erkrankungen und Hormonstörungen lindern.

Calcium (Ca)

Dieser Mineralstoff darf bei keiner gesunden Ernährung fehlen, wobei die Calcium liefernden Nahrungsquellen (z. B. Milchprodukte) inzwischen umstritten sind, da sie teilweise Unverträglichkeiten bis hin zu Allergien auslösen können. Klar ist jedoch, dass Calcium unter anderem den Zellstoffwechsel und die Energiegewinnung in den Zellen fördert. Außerdem ist es wichtig für den Aufbau von Knochen, Gewebe und Zähnen sowie für die Bildung der DNS (genetische Informationen) und RNS (Botenstoff / Bildung von Eiweißen, Hormonen und Enzymen).

Bei der Regulierung des Säure-Base-Haushalts im Körper sorgt Calcium für die Ausscheidung von Flüssigkeiten (während Natrium diese speichert) und fördert als Gegenspieler des Magnesiums die Blutgerinnung. Calcium wirkt herzstärkend und auch kein anderes Körperorgan kommt ohne Calcium aus.

Demnach soll Calcium das Gedächtnis und die Wahrnehmungsfähigkeit über die Sinne verbessern, emotional stabilisieren und lethargischen Zuständen entgegensteuern. Dieser Mineralstoff kann die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit unterstützen und das geistige Wachstum fördern (wichtig für Kinder!).

Chrom (Cr)

Dieses Element benötigt unser Körper nur in Spuren für wichtige Prozesse. Beispielsweise regt es den Fettstoffwechsel an, senkt den Cholesterinspiegel und fördert das Wachstum (Hormonbildung). Chrom unterstützt die Entgiftung, wirkt entzündungshemmend (innere Organe, Nebenhöhlen…) und schmerzlindernd (Kopfschmerzen).

Seelisch und geistig bringt Chrom erholsame Entspannung und Regeneration , sodass sich stressige Druckgefühle lösen. Außerdem kann dieses Spurenelement seiner Bedeutung gemäß (griech. „chromos“ für „Farbe“) im übertragenen Sinne „Farbe ins Leben bringen“, indem sich fantasievolle, innere Bilder und individuelle Ideen im Bewusstsein zeigen.  Der Wunsch nach Selbstbestimmung konzentriert sich auf die eigenen Fähigkeiten, um die Verwirklichung der persönlichen Lebensträume anzustreben. 

Eisen (Fe)

Das Element „Eisen“ ist unter anderem wichtig für die Bildung von Hämoglobin und somit maßgeblich für die roten Blutkörperchen, wodurch der Transport von Sauerstoff im ganzen Körper, ein guter Energieumsatz und eine allgemeine Vitalität gewährleistet wird. Eisen regt die Funktion von Organen (Leber, Darm, Milz) und des Rückenmarks an, verbessert aber auch die Immunabwehr.

Seelisch und geistig wirkt Eisen stark aktivierend, wobei es einen dynamischen Tatendrang, die Willenskraft und das Durchsetzungsvermögen verbessert sowie einen begeisterungsfähigen Forschergeist und eine kämpferische Mentalität fördert. Außerdem regt es die aufrichtige, geistige Verarbeitung von Erlebnissen an und hilft so dem Bewusstsein, schmerzhafte Erfahrungen loszulassen. 

Fluor (F)

Für gesunde, kräftige Knochen und Zähne benötigt der Körper bekanntermaßen das Spurenelement „Fluor“, das auch steife Gelenke und Entzündungen lindern kann. Außerdem unterstützt es die Regeneration von Schleimhäuten (Atemwege, Lunge) und Haut sowie die Funktion des Nervensystems und Großhirns.

Seelisch und geistig kann Fluor kleinliche Engstirnigkeit „aufbrechen“ und alte, festgefahrene Verhaltensmuster auflösen, sodass ein flexibles, schnelles Denken und eine hohe geistige Konzentration beim Lernen erreicht wird. Fluor steht für eine „geistige Freiheit“, die sich keiner Tradition unterwirft. 

Kalium (K)

Da Kalium vor allem die Löslichkeit nahezu aller Verbindungen in den verschiedenen Körperflüssigkeiten verbessert, ist es maßgeblich für den Stoffaustausch an den Membranen der Zellen und den Druck innerhalb der Zellen. Dies stimuliert unter anderem die Funktion der Nieren, Nervenbahnen , Zirbeldrüse (hormonelle Impulse) und die Muskeltätigkeit. Kalium ist außerdem beteiligt am Transport von Nährstoffen und an der Eiweiß-Synthese.

Seelisch und geistig wirkt Kalium beruhigend bei Reizüberflutung und fördert ein zufriedenes Selbstwertgefühl, sodass Versagensängste und depressive Gefühle gemildert werden. Selbst Opferhaltungen und die dazugehörenden Gedanken können sich durch ausreichend Kalium mit der Zeit auflösen. Da dieses Element bevorzugt die Lichtwahrnehmung fördert, kann sich mit der Zeit eine sichere Intuition entwickeln, die sich nicht so leicht täuschen oder „hinters Licht“ führen lässt.

Magnesium (Mg)

Dieses Element ist vor allem bei Sportlern als wichtige Nahrungsergänzung üblicherweise im Einsatz, denn Magnesium entspannt die Nerven und Muskeln, sodass man krampfartigen Schmerzen (Darm-, Magen-, Gallenkolik, Muskelkrämpfe, Kopfschmerzen, Migräne…) entgegenwirken kann. Als Gegenspieler des Calciums hemmt Magnesium die Blutgerinnung, steigert die Durchblutung und erweitert die Herzkranzgefäße. So erhöht es die Leistung des Herzmuskels, die Festigkeit der Knochen und die Gesundheit der Gefäße und des Gewebes.

Seelisch und geistig dämpft Magnesium nervöse und ängstliche Erregungszustände sowie gereizte Aggressivität. Es macht friedfertig, entspannt und nervlich belastbarer, sodass die erlangte, selbstsichere und freundliche Ausstrahlung auch auf das Umfeld abfärbt.

Mangan (Mn)

Das Spurenelement „Mangan“ kommt in vielen Mineralen und inzwischen auch oft in Nahrungsergänzungen vor. Es stärkt unter anderem die Abwehr, Fruchtbarkeit und Herztätigkeit, aber auch das allgemeine Wachstum und die Skelettentwicklung kommt nicht auf Dauer ohne Mangan aus. Als Gegenspieler von Eisen hemmt es dessen Aufnahme, um ein Übermaß zu verhindern. Außerdem senkt Mangan den Blutzuckerspiegel und fördert den Fettstoffwechsel.

Seelisch und geistig steht Mangan für empfindsame Herzlichkeit, die seelische Verletzungen mit der Zeit abheilen lässt. Groll, Streitlust und Rachegefühle können sich so verringern und einer vertrauensvollen Zuneigung mehr Raum einräumen.

Natrium (Na)

Der Wasserhaushalt des Körpers ist untrennbar mit einem entsprechenden Natrium-Gehalt verbunden, der den „osmotischen Druck“ in den Zellen und Körperflüssigkeiten reguliert und steuert. Dementsprechend erhöht sich der Blutdruck, während der Kreislauf und der allgemeine Stoffwechsel im Körper angeregt werden. Natrium lindert Schwindelgefühle, regt die Funktion der Nieren an und sorgt somit auch für ein Säure-Basen-Gleichgewicht.

Seelisch und geistig bringt Natrium hauptsächlich Ordnung und Struktur zur Kanalisation der eigenen Energien in sinnvolle Projekte. So fördert es ein standfestes, beharrliches Denken, das auf traditionellen Erfahrungen aufbaut. Archivieren und Bewahren stehen hier im Mittelpunkt und das Vermeiden von Energieverschwendung.  

Phosphor (P)

Der Energie-Stoffwechsel aller Zellen benötigt Phosphor-Verbindungen, denn sie gewährleisten ein gesundes Wachstum, genügend muskuläre Kraft und Wärmeerzeugung. Ohne Phosphor ist beispielsweise die Sinneswahrnehmung über die Augen, Ohren und Nase beeinträchtigt, der neutrale Säure-Basen-Spiegel aus dem Gleichgewicht und die Regenerationsfähigkeit der Zellen, des Gewebes und der Organe herabgesetzt.  Außerdem ist die Aufnahme von Calcium im Darm an die Anwesenheit von Phosphor gebunden.

Seelisch und geistig wirkt Phosphor hauptsächlich „erhellend“ aufmunternd auf düstere Gemüter und mildert reizbare Überempfindlichkeit. Es kann außerdem Müdigkeit und Erschöpfung vertreiben und eine offene Anteilnahme und vertrauensvolle Empathie fördern. Als „Lichtbringer“ hilft Phosphor ein selbstbestimmtes Leben zu führen und die „hellen“ Sinne in ihrer Wahrnehmung zu schulen.

Sauerstoff (O)

Der ultimative Energielieferant auf diesem Planeten ist das Element „Sauerstoff“, so kann kein lebendes Wesen, also auch unser Körper ohne ihn auskommen. Bereits nach etwa zwei Minuten sterben die ersten menschlichen Gehirnzellen ab und spätestens nach circa 10 Minuten ist man „klinisch tot“ (Gehirntod). Das ist kein Wunder, denn Sauerstoff ist in unserem Körper die Voraussetzung für alle Stoffwechselvorgänge der Zellen, Gewebe und Organe. Über die Atemluft durch die Lungen aufgenommen, landet das lebensnotwendige Element im Blut (Hämoglobin / Eisengehalt), um schließlich im ganzen Körper verteilt zu werden. 

Seelisch und geistig bringt Sauerstoff logischerweise Vitalität, eine wache Wahrnehmung, Kreativität und den Wunsch nach Verwirklichung der eigenen Träume. Er fördert die Lebensfreude, Schöpferkraft und die Sehnsucht nach bestmöglichen Lebensbedingungen. Sauerstoff kann außerdem eine emotional starre Gleichgültigkeit aufbrechen, die man sich nach negativen Erfahrungen als Schutzmaßnahme aufgebaut hat. So dürfen endlich wieder erfreuliche Gefühle das Gemüt erreichen und notwendige Heil- und Entwicklungsprozesse können einsetzen.

Schwefel (S)

Der formgebende Baustoff „Schwefel“ ist in unserem Organismus überall zu finden. Er steckt in Hormonen, Enzymen und Eiweißen, wie beispielsweise Keratin (Hornstoff), das für die Bildung der Nägel, Haare und oberen Hautschicht unerlässlich ist. Deshalb zeigt Schwefel vor allem bei Erkrankungen der Haut (Entzündungen, Pilzinfektionen, Schuppenflechte…) eine heilsame Wirkungen. Sogenannte „Sulfate“ (Schwefelverbindungen) sind bedeutend für den Aufbau eines gesunden Bindegewebes und bei allen Prozessen der körperlichen Entgiftung, sodass sogar Schwermetalle gebunden und ausgeschieden werden. Schwefel stärkt die Leber und dadurch auch die körperliche Abwehr

Seelisch und geistig steht Schwefel für eine realistische Wahrnehmung, die unklaren Bildern und illusorischen Betrachtungen entgegenwirkt. So können sich die wahren Gründe einer Erkrankung zeigen und die Symptome mit psychosomatischer Ursache gründlich bearbeitet werden. Schwefel kann die persönlichen Schattenseiten in den Mittelpunkt stellen, die man lange verdrängt hat, damit man die gebundene Energie endlich integrieren und nutzen kann. Es soll ein launisches Gemüt stabilisieren und lethargische, phlegmatische Anwandlungen reduzieren sowie vergessliche Zerstreutheit vertreiben und Wissensdurst fördern. 

Silicium (Si)

Es ist inzwischen allgemein bekannt, dass Silicium Haare, Nägel und die Haut stärkt, aber auch das gesamte Bindegewebe und die Knochen benötigen es für ihre Festigkeit. Dieses Element ist wesentlich für die Funktion vieler Organe (Lunge, Sinnesorgane, Milz…), der Lymphe und des Zellstoffwechsels. Außerdem fördert Silicium die Wundheilung, sodass sich die Narbenbildung reduziert, denn es wirkt entzündungshemmend und verbessert die Elastizität der Blutgefäße. 

Seelisch und geistig fördert Silizium ein allgemeines Wohlgefühl, das sich durch Warmherzigkeit und ein selbstsicheres Auftreten äußert. Unabhängig von äußeren Gegebenheiten fühlt man sich innerlich stabil und bleibt stets entschlossen handlungsfähig. Geistesgegenwärtig und anpassungsfähig kann man schnell ausgediente Wege verlassen und sich der Vielfalt des „geistigen Universums“ öffnen. Silicium ist vor allem bei Erschöpfung und übersensibler Ängstlichkeit angezeigt.

Zink (Zn)

Das Spurenelement „Zink“ gehört zu den Nahrungsergänzungen, deren Dosierung mit Bedacht erfolgt, denn ein Zuviel führt zu teilweise schweren Nebenwirkungen. Allerdings gänzlich darauf verzichten kann man nicht, da Zink in viele körperliche Prozesse eingebunden ist. So regt es beispielsweise die Entwicklung des Gehirns sowie die daran gekoppelte Sinneswahrnehmung an und fördert so den Seh-, Geschmacks– und Geruchssinn. Zink unterstützt außerdem das Abwehrsystem und die Wundheilung sowie die Regeneration und Knochenbildung. Neben der stärkenden Wirkung der Oberhaut, Haare und Nägel, schützt Zink vor Schadstoffen und Strahlung, weshalb es in so mancher Sonnencreme auftaucht. Des weiteren wirkt es auf Enzyme und Hormone (Wachstum, Keimdrüsen, Eierstöcke, Prostata…) und verbessert somit beispielsweise die Wirkung des Insulins. 

Seelisch und geistig wirkt sich Zink maßgeblich auf die Intelligenz aus, die auch ein abstraktes Denken ermöglicht. Es fördert die Intuition, Spontanität und eine geistige Flexibilität, wobei es vor allem während weitreichender Veränderungen und Umwälzungen dabei hilft, diese zuträglich für die eigene Lebensgestaltung zu nutzen. Zink verbessert die Kommunikationsfähigkeit und intensiviert ein optimistisches Lebensgefühl, weshalb es besonders bei erschöpfter Unruhe, Schwächezuständen, Schlafproblemen oder Konzentrationsstörungen sowie mutloser Ängstlichkeit weiterhelfen kann.

Ohne chemische Analyse geht es nicht

Unter den passenden Umgebungsbedingungen entsteht immer das gleiche Mineral bzw. Gestein, aufgrund der charakteristischen Zusammensetzung aller vorhandenen chemischen Stoffe im entsprechenden Verhältnis zueinander. Hier kommen naturwissenschaftliche Erkenntnisse aus der Chemie (Stoffkunde) zum tragen, denn jeder Stoff wird nach seiner Zusammensetzung und den daraus resultierenden Eigenschaften untersucht. Materie wird als eine „einheitliche Form“ beschrieben, die durch charakteristische Eigenschaften definiert ist. 

Physikalische Grundlagen

Die Frage, warum Stoffe sich verbinden und immer wieder umwandeln, kann die Physik beantworten, denn sie weiss, dass sich die Elementarteilchen „Proton“ (griech. „das Erste“, „das Wichtigste“) und „Elektron“ (griech. „Bernstein“) gegenseitig anziehen. Dadurch entsteht eine elektrische Ladung, wobei man das schwere, träge Proton als „positiv“ (+) und das leichte, schnell bewegliche Elektron als „negativ“ (-) definiert. Diese beiden Elementarteilchen streben immer einen „neutralen Zustand“ an, bei dem das Proton den „ruhigen“ Kern bildet, während es von Elektronen extrem schnell umkreist wird.

Doch es gibt noch einen dritten Baustein der Materie, der sich aufgrund seiner ähnlichen Schwere und geringen Beweglichkeit Richtung „Proton“ bewegt. Allerdings verhält sich dieses Elementarteilchen gänzlich neutral, sodass es die Bezeichnung „Neutron“ (lat. „neuter“ = „keiner von beiden“) erhielt. Demnach besteht jedes Atom aus mindestens einem Proton, das den „trägen“ Kern bildet, und unterschiedlich vielen „dynamischen“ Elektronen, die ihn „umschwirren“.

Die chemischen Elemente

Da die Anzahl der Protonen in einem Atom maßgeblich für die Bestimmung bzw. Benennung eines „Natürlichen Elements“ sind, hält man das Proton für „das Wichtigste“ unter den Elementarteilchen. In der Natur existieren nur knapp über 80 verschiedene, stabile Atome, die sich einzig durch die Anzahl ihrer Elementarteilchen unterscheiden. Diese sogenannten „Chemischen Elemente“ bilden die Grundlage einer jeden bekannten Materie, sodass sie auch in Gesteinen und Mineralien in unterschiedlicher Zusammensetzung und Menge vorkommen. Während beispielsweise Wasserstoff nur ein einziges Proton und Sauerstoff acht Protonen enthält, können die Metalle Eisen 26 und Gold 79 Protonen vorweisen, sodass sie auch entsprechend schwer sind.

Die Protonen-Anzahl macht den Unterschied

Noch deutlicher sichtbar wird der „kleine Unterschied“ bei der Anzahl der Protonen des Sauerstoffs (8) und des Gases „Fluor„, das nur ein einziges Proton mehr besitzt. Dieses „winzige Mehr“ an Elementarteilchen macht aus einem Lebensspender ein Giftgas. Größer kann eine unterschiedliche Wirkung auf einen Organismus wohl kaum sein. Im Gegensatz dazu beeinflusst die Neutronen-Menge eines Elements die chemischen Eigenschaften nicht, sodass es sich auch in diesem Falle neutral verhält.

Elektronen auf verschiedenen „Umlaufbahnen“

Der schwerere, positiv geladene Protonen-Kern hat mindestens einen flinken „Umschwärmer“, der sehr nahe um ihn herum seine Bahn zieht. Wasserstoff (H) ist dabei die Nummer 1 unter den „kleinsten Sonnensystemen“ und besitzt nur ein Proton als Kern („Sonne“) und ein einziges Elektron („Planet“). Verdoppelt sich die Anzahl (zwei Protonen und zwei Elektronen) erwächst daraus das Edelgas „Helium“, das durch seine hohe Stabilität glänzt. Das griechische Wort „helios“ für „Sonne“ stand hier Pate. Diese beiden Elektronen bilden die erste Bahn, bzw. Schale um den Atomkern.

Die Elektronen-Hülle

Jedes weitere Elektron schwingt sich nach der ersten Bahn mit zwei Elektronen (Helium / He ) auf die nächste, äußere Bahn ein, die bereit ist acht Elektronen aufzunehmen, um in einen neutralen Zustand zu gelangen. So entsteht eine „Elektronen-Hülle„, die immer die protonentypische Anzahl an Elektronen besitzt und einen entsprechenden Aufbau zeigt, der bei komplexeren Atomen aus mehreren, elektronenbestückten Bahnen bestehen kann.

Dabei besitzt die äußere Schale im stabilen Zustand immer acht Elektronen, doch sobald diese Zahl unterschritten wird, beginnt die bewegliche „Reaktionsfreude“ der Elektronen, die maßgeblich für die Verbindungsfähigkeit der Atome verantwortlich ist. 

Natürliche Verbindungen auf atomarer Ebene

Bei einer „chemischen Verbindungen“ werden entweder fremde Elektronen aufgenommen oder eigene abgegeben, um einen stabilen Zustand zu erreichen. Von Natur aus besitzen nur die sogenannten „Edelgase“ (z. B. Helium, Neon…) diesen Wunschzustand, sodass sie nie eine chemische Verbindung eingehen, und somit auch nicht in Mineralien vorkommen können.

„Atomare Zusammenschlüsse“

Es ist wie im menschlichen Zusammenleben, auch unter den Atomen gibt es mehr oder weniger freigiebige Exemplare. Die einen geben, die anderen nehmen und kommen danach nicht mehr von einander los. Wieder andere wollen am liebsten gar nichts hergeben, sondern nur empfangen, was auch eine enge Bindung zur Folge hat.

Die Ionen-Bindung

Die sogenannte Ionen-Bindung lässt Atome in einen Austausch von Elektronen treten, der zwar dem einzelnen Atom Stabilität verleiht, aber auch eine Anziehungskraft zwischen den entstandenen Kationen und Anionen bewirkt. So führt beispielsweise der Elektronenaustausch bei Chlor- und Natrium-Atomen zur Verbindung „Natriumchlorid“ (Kochsalz), wenn Chlor zur Stabilisation seiner äußeren Schale ein Elektron aufnimmt und Natrium sein überschüssiges Exemplar leicht abgibt.

Da diese Atome in der Verbindung Anziehungskräfte (elektrische Ladung) entwickeln, werden sie zu „geladenen Teilchen“ (Ionen), die man wiederum in positiv geladene Kationen und negativ geladene Anionen einteilt. Durch diese Ionen-Bindung entsteht ein ziemlich fester Zusammenhalt, da sich einzelne Atome miteinander verknüpfen.

Die Atom-Bindung

Auch diese Verbindung zeigt einen festen Zusammenhalt, obwohl hier kein Austausch von Elektronen stattfindet. Da die beteiligten Atome ihrerseits kein Elektron abgeben möchten, sondern zur Stabilisation nur eine Ergänzung ihrer eigenen äußeren Schale anstreben, kommt es zu einem stark bindenden „Pakt“. Damit jedes Atom acht Außenelektronen vorweisen kann, werden einige, geeignete Elektronen einfach gemeinsam genutzt. Diese Elektronen liegen paarweise zwischen den beiden Atomen, von denen sie gleich stark angezogen werden, sodass eine ziemlich feste Verbindung (Elektronenpaar-Bindung) entsteht.

Da sich hier jedoch keine geladenen Teilchen (Ionen) bilden und sich dadurch die Atome neutral verhalten, kann man nur von einer „Atom-Bindung“ sprechen. Zwei Atome sind somit durch einen gemeinsamen Besitz zu gleichen Teilen gebunden… wobei sich diese Bindung durch erneutes chemisches Einwirken mehr oder weniger schnell wieder lösen kann.

Die Metallbindung

Überzählige Atome können aber auch zu einer dritten Bindungsweise genutzt werden, wie die Metallbindung deutlich zeigt. Hier werden die instabil machenden Atome nicht getauscht oder doppelt beansprucht, sondern einfach einem Bindungsgefüge zur Verfügung gestellt. Während sich das einzelne Atom stabilisiert, bewegen sich die „freigelassenen“ Atome zwischen den beteiligten Atomen, sodass eine Art „Elektronenwolke“ den Zusammenhalt bewirkt. Dementsprechend bestehen hier keine festen Verbindungen zwischen Ionen oder Atomen, sondern allein die freien Elektronen zwischen den Atomen halten das Gefüge zusammen. Aus diesem Grunde sind Metalle zum einen verformbar und zum anderen perfekte elektrische Stromleiter, denn die Elektronen zwischen den Atomen können frei fließen.

Die zwei Großgruppen der natürlichen Elemente

Auch wenn die meisten Heilsteine als Mineralien und Gestein keinen metallenen Eindruck hinterlassen, so setzen sie sich doch stofflich aus Metallen, Nichtmetallen und sogenannten „Halbmetallen“ zusammen.

Die Gruppe der Metalle

Zu den Metallen zählen jene Elemente, die Elektronen abgeben können und auch dem Umfeld zur Verfügung stellen. Deshalb gehen sie leicht untereinander Metall-Bindungen ein. Aber auch als „Kationen“ mit positiver Ladung findet man sie in der Verbindung mit Nichtmetallen (negativ geladene Anionen) häufig in Ionen-Bindungen. Atom-Bindungen  mit Metallatomen sind allerdings eher selten.

Metall-Beispiele

Wichtige Metall-Beispiele dieser größten Gruppe im Zusammenhang mit Heilsteinen sind unter anderem Alkalimetalle wie Kalium (K) und Natrium (Na) und Erdalkalimetalle wie Beryllium (Be), Calcium (Ca) und Magnesium (Mg). Zu den Leichtmetallen gehören beispielsweise Aluminium (Al), Titan (Ti) und Lithium (Li), während die Schwermetalle wie Chrom (Cr), Eisen (Fe), Gold (Au), Cobalt (Co), Kupfer (Cu), Mangan (Mn), Nickel (Ni), Silber (Ag), Zink (Zn) und Zirkonium (Zr) eine sehr hohe Dichte besitzen.

Die Gruppe der Nichtmetalle

Die zweite große Elemente-Gruppe neben den Metallen sind die Nichtmetalle, die sich dadurch auszeichnen, dass sie Elektronen aufnehmen können. Deshalb bilden sie in Ionen-Bindungen mit Metallen, wie oben schon erwähnt, den negativ geladenen Anionen-Anteil. Nichtmetalle verbinden sich untereinander üblicherweise durch Atom-Bindungen, allerdings gehen sie niemals eine Metallbindung ein.

Nichtmetall-Beispiele

Wichtige Nichtmetalle im Bereich der Mineralstoffe sind unter anderem Halogene wie Chlor (Cl) und Fluor (F) sowie Kohlenstoff (C), Phosphor (P), Sauerstoff (O) und Schwefel (S).

Die „Zwischengruppe“ 

Wie so oft, gibt es auch unter den Atomen gewisse „Grenzläufer“, die man in keine Schublade stecken kann. Sogenannte „Halbmetalle“ bilden die graue Zone zwischen Metallen und Nichtmetallen, da sie sowohl zur Elektronen-Aufnahme (Nichtmetall), als auch Elektronen-Abgabe (Metall) fähig sind. Bei entsprechenden, äußeren Bedingungen verhalten sie sich somit situativ angepasst und können alle Bindungsformen eingehen. 

Halbmetall-Beispiele

Das wichtigste Halbmetall ist ohne Zweifel „Silicium„, das im Mineralbereich zu den häufigsten, vorkommenden Stoffen gehört. Auch das Element „Bor“ (B) zählt zu den Halbmetallen, selbst wenn es eher die chemischen Eigenschaften eines Nichtmetalls zeigt, denn seine elektrische Leitfähigkeit lässt zu wünschen übrig. Allerdings hat Bor als zweithärtestes, natürliches Element auf diesem Planeten (gleich nach Diamanten) einen sehr hohen Schmelzpunkt, was wiederum auf metallähnliche Eigenschaften hinweist. Weitere wichtige Halbmetalle sind beispielsweise Selen (Se) und Antimon (Sb).

Lebenswichtige Mineralstoffe und Spurenelemente

Für den größten Teil aller chemischen Verbindungen stehen eigentlich nur recht wenig unterschiedliche natürliche Elemente zur Verfügung, sodass sich auch über 95% aller bekannten Mineralien aus diesen Verbindungen zusammensetzen. Jedes Element hat seine spezifischen Eigenschaften, die in jede stoffliche Verbindung mit einfließen, wodurch die ganz typischen Merkmale der einzelnen Mineralien entstehen. Diese sind für die Steinheilkunde von besonderer Bedeutung, da sie sich nicht nur auf den Organismus, sondern auch auf die seelische und geistige Verfassung eines Menschen auswirken.

Mineralstoffe in der Nahrung

Unsere Ernährung ist seit Jahrzehnten auf dem Prüfstand, alle paar Jahre ändert sich die gesundheitliche Einschätzung und die Meinungen gehen bei diesem Thema weit auseinander. Vegetarisch, Vegan, Low Carb oder Paleo stehen sich beispielsweise gegenüber und zu keiner Zeit gab es so viele verschiedene Ernährungsvarianten und „Ideologien“ wie in diesem Jahrhundert. Allerdings hatte der Mensch hierzulande auch noch nie die Qual der Wahl im Überfluss der Konsumgesellschaft. Früher wurde gegessen, was gerade verfügbar war, doch heute kann man sich zum Glück den Luxus leisten und auf die Qualität sowie die Inhaltsstoffe der Nahrung achten.

Im Wirrwarr der verschiedenen Ernährungsweisen und Empfehlungen bleibt allerdings eines unbestritten, ohne ausreichend Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine kann kein Organismus überleben. Dementsprechend besitzen diese Stoffe und Elemente auch für den Menschen Eigenschaften mit großer Wirkung.

Mineralstoffmangel und seine Folgen 

Zu allererst denkt man bei einer Unterversorgung durch Mineralstoffe an die körperlichen Folgen, doch diese melden sich leider oft eher spät. Erste Anzeichen für Mangelerscheinungen sind allgemeine Müdigkeit, aber auch überaktive Nervosität sowie polare Stimmungsschwankungen und immer wiederkehrende düstere Gedanken. Später treten oft Verdauungsbeschwerden (Magen) und Störungen bei der Nahrungsaufnahme und Verwertung (Dünndarm) auf. Und wer denkt bei einer gestörten Ausscheidung von Stoffwechsel-Abfällen und anderen schädlichen Stoffen schon an einen Mineralstoffmangel, wenn sich Verstopfung und Allergien breit machen?

Inzwischen weiss man, dass das körperlich-seelische Wohlbefinden zu einem sehr großen Teil auch mit einem gesunden Verdauungstrakt zusammenhängt. Deshalb können depressive oder übernervöse Phasen auch Anzeichen eines Mineralstoffmangels sein, dem man unbedingt nachgehen sollte (ärztliche Untersuchung mit Bluttest).

Säuren und Basen in Mineralien

Säuren und basische Flüssigkeiten (Laugen) spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung der verschiedenen Mineralien. Dabei ist eine Verbindung, die Ionen des Wasserstoffs (H) abgeben kann, als Säure (z. B. Salz- oder Kohlensäure) definiert, während eine Lauge (Base) H-Ionen aufnehmen und binden kann (z. B. Natronlauge). Wenn Mineralien entstehen, verbleibt meistens ein Rest der maßgeblichen Flüssigkeit im Gefüge gespeichert, sodass sie am Ende einen sauren oder basischen Charakter besitzen können. Saure Minerale sind oft klar transparent oder farbig durchsichtig, während basische Minerale meistens dunkel und undurchsichtig (opak) erscheinen.

Die Säure-Basen-Balance

Dieser Aspekt ist für die Steinheilkunde wesentlich, da auch unser Körper saure (Magen), basische (Dünndarm) und neutrale (Blut) Bereiche aufweist. Ein gesunder Körper befindet sich somit in einem Säure-Basen-Gleichgewicht, das sich schließlich auch harmonisierend auf unsere seelisch-geistige Balance auswirkt. 

Virale und rheumatische Erkrankungen benötigen für ihre Entstehung beispielsweise eher ein saures Milieu, während Bakterien hingegen ein neutrales und Pilze ein basisches Umfeld lieben. Entsprechend kann man auch die passenden Heilsteine, auf das Milieu der jeweiligen Körperflüssigkeiten abgestimmt, aussuchen und so auf den Organismus und das Immunsystem Einfluss nehmen.

Stoffwechsel und Temperament-Prägung

Der Gedanke, dass sich der Gesundheitszustand auch auf das jeweilige Temperament eines Menschen auswirkt, hat unter anderem seine Wurzeln im Mittelalter. Zu dieser Zeit glaubte man, dass durch das „richtige Mischverhältnis“ (lat. „temperamentum“) der sogenannten „vier Körpersäfte“ (Blut, Schleim, gelbe und schwarze Galle) Gesundheit erlangt werden konnte. In der mittelalterlichen Humoralpathologie (lat. „humor“ für „Feuchtigkeit“) ordnete man jedem Körpersaft ein Element, eine Jahreszeit und ein bestimmtes Temperament zu. Bis heute kennt man Menschen, die man lax als Choleriker (Cholera/gelbe Galle), Melancholiker (Melancholia/schwarze Galle) oder Phlegmatiker (Phlegma/Schleim) bezeichnet, wobei das vierte Temperament des Sanguinikers (Sanguis/Blut) im Volksmund nicht so bekannt ist.

In einer technisch und medizinisch hoch entwickelten Welt glaubt man natürlich nicht mehr an die Existenz dieser vier Körpersäfte, denn inzwischen ist wohl allen klar, dass unser Organismus um einiges komplizierter in seiner Funktionsweise ist. Allerdings ist in diesem Zusammenhang trotzdem interessant, dass cholerische Menschen oft einen eher sauren Stoffwechsel besitzen („Ich bin sauer!“), während ein basischer bzw. neutraler Stoffwechsel ein phlegmatisches oder melancholisches Temperament zu unterstützen scheinen („Ich fühle mich ausgelaugt!“ oder „Ich kann mich nicht entscheiden!“).

Die verschiedenen Mineralklassen der Mineralogie

Die Einteilung in acht große Mineralklassen soll die Vielfalt der Mineralienwelt überschaubarer machen, wobei die Verwandtschaft der verschiedenen Mineralarten dazu genutzt wird, um ähnliche Mineralien in einer Gruppe zusammenzufassen. Aus den Gemeinsamkeiten der jeweiligen Mineralklasse ergibt sich für die Steinheilkunde ein spezifisches Wirkspektrum der Mineralstoffe auf den Organismus, sodass mineralogische Aspekte mit heilkundlichen Erfahrungen verknüpft sind.

1. Natürliche Elemente und ihre Wirkung

Da „Natürliche Elemente“ aus nur einem einzigen Mineralstoff bestehen, sind die Mineralien aus dieser Klasse in der Natur sehr selten. In reiner Form stabil zu bleiben und sich nicht mit anderen Elementen zu verbinden, schaffen nur wenige chemische Elemente, dazu gehören unter anderem Edelmetalle wie beispielsweise Gold (Au), Silber (Ag) oder Kupfer (Cu). Findet man sie nicht in winzigen Spuren in Gesteinen eingelagert, so erreichen sie in „gediegener Form“ ihre höchste Reinheit. Das bedeutet, dass gediegenes Gold beispielsweise nicht wie das Metall „Eisen“ auf Sauerstoff (Luft) mit Oxidation reagiert, und außerdem korrosionsbeständig gegen Wasser und die meisten Säuren ist. Somit rostet es nicht und behält immer seine charakteristische, metallgelbe Oberfläche bei.

Unter den Nichtmetallen kann allein Kohlenstoff in Form von Graphit oder Diamant und das Mineral „Schwefel“ ebenfalls diese stoffliche Reinheit eines „Natürlichen Elements“ erreichen. In gediegener Form bildet Schwefel gelbleuchtende Kristalle, die allerdings sehr spröde und weich sind, sodass man sie leicht mit einem üblichen Messer zerkleinern kann.

Unbeeinflussbare Reinheit 

Für die Steinheilkunde repräsentiert ein Mineral in seiner höchsten Reinheit die Fähigkeit einer freien Persönlichkeitsentfaltung, die sich nicht von Fremdfaktoren im Außen beeinflussen lässt. Alles was nicht zum eigenen Wesen gehört, prallt an dieser Reinheit ab, Bindungen und Kompromisse sucht man hier vergeblich. Somit fördern diese Elemente die Erkenntnis, was für die eigene Entwicklung hilfreich oder aber schädlich ist, im besonderen Maße.

Je nach Art des „Natürlichen Elements“ werden außerdem entsprechende Lebensbereiche und Probleme angesprochen. Gediegenes Gold kann beispielsweise das Selbstbewusstsein verbessern und die Sonnenseiten des Lebens hervorheben, wenn Minderwertigkeitsgefühle und depressive Stimmungen das Leben in all seiner Tristesse in den Vordergrund stellen. Silber in seiner gediegenen Form fördert wiederum ein Leben im Einklang mit den Zyklen auf diesem Planeten, macht einfühlsam und fantasievoll.

Reinigung und Entgiftung

Das „Natürliche Element“ Schwefel hat eine reinigende Wirkung, die sich in einer Verbesserung des Hautbildes, Fett- und Bindegewebes zeigen soll. Außerdem kann dieses Mineral zusätzlich auch die Ausleitung von Schwermetallen im Körper fördern.

Laut Steinheilkunde ist Schwefel angesagt, wenn man nicht viel Wert auf ein gepflegtes Erscheinungsbild legt und zur Verwahrlosung neigt. Auch launische, mürrische Menschen sollen von gediegenem Schwefel profitieren, das eine ähnliche seelisch-geistige Wirkung zeigt, wie die nah verwandten Sulfide.

2. Sulfide und ihre Wirkung

Die Grundlage der Sulfide (lat. „sulfur“ für „Schwefel“) ist Schwefel-Wasserstoff, der oft durch Fäulnis ein sehr giftiges Gas bildet und einen markanten Geruch nach faulenden Eiern entwickelt. Im Bereich von Vulkanaktivitäten oder bei der Verwesung von organischen Stoffen kommt Schwefel-Wasserstoff in unterschiedlichen Mengen weltweit vor und kann mit Metallen Verbindungen eingehen. Die daraus entstehenden Sulfide zeichnen sich durch einen metallenen Spiegelglanz aus und sind meistens undurchsichtig. Ein Beispiel ist das Eisen-Sulfid „Pyrit„, das eine gelbgoldene, spiegelnde Oberfläche erreichen kann.

Ein Spiegel für die Seele

Entsprechend der charakteristischen Merkmale eines Sulfids, treten hier verborgene, vergessene oder auch unklare Aspekte in den Vordergrund, die man im Spiegel der Selbstreflexion genauer betrachten kann. Schonungslos zeigen sich die „stinkenden“, „faulenden“ Bereiche in unserem Leben, sodass man nicht mehr wegschauen kann, denn hier ist ein Umdenken und eine Änderung des bisherigen Lebenswandels unbedingt angesagt. Auf die aufrichtige Selbsterkenntnis folgt deshalb hoffentlich auch zügig eine Besserung, bei der Sulfide jedoch nicht wirklich weiterhelfen, denn sie gehören nicht zu den „Steinen der Durchsetzung“, sondern sind lediglich „Steine des ersten Anstoßes“.

Weitere beispielhafte Sulfid-Heilsteine sind neben Pyrit außerdem Antimonit, Chalkopyrit, Bojis, Covellin, Markasit und Sphalerit (Schalenblende).

3. Halogenide und ihre Wirkung

Das griechische „halos genes“ für „Salz bildend“ beschreibt das Hauptmerkmal dieser Mineralklasse. In reiner Form sind Halogene (z. B. Chlor, Fluor…) eigentlich Giftstoffe, die sich jedoch ziemlich schnell chemisch mit anderen Stoffen verbinden, wobei nützliche Salze entstehen.

So bildet sich beispielsweise aus der Verbindung Chlor und Wasserstoff zuerst die ätzende „Salzsäure“ (Chlor-Wasserstoff / HCl), die sich allerdings durch den Kontakt mit Metallen (z. B. Natrium) in das ungiftige Stein- bzw. Speisesalz „Natriumchlorid“ (NaCl) verwandelt. Fluor und Wasserstoff wiederum bilden „Flusssäure“ (Fluor-Wasserstoff / HF), die ebenfalls sehr aggressiv auf ihre Umgebung einwirkt. Diese kann sehr widerstandsfähige Quarze ätzen und Glas sogar gänzlich auflösen. Kommt die gefährliche Flusssäure jedoch mit dem Metall „Calcium“ (Ca) in Berührung, kann beispielsweise das transparente Mineral „Fluorit“ entstehen.

Ungute Bindungen lösen

Aus dieser Mineralklasse sind nur die beiden Halogenide „Fluorit“ und „Halit“ (Steinsalz) als Heilsteine im Einsatz. Doch sie gehören zu den wichtigsten Helfern, wenn man Verhaftungen beenden und hinderliche Denk- und Verhaltensmuster auflösen möchte. Vor allem das Salz hat eine lange Tradition in mystischen Geschichten und magischen Handlungen vorzuweisen. Man schreibt ihm bis heute eine reinigende und schützende Wirkung zu, die sich auch im geistig-seelischen Bereich bemerkbar machen kann.

Salzbäder oder Fluorit-Anhänger?

Wer sich in einer Phase des Umbruchs befindet und alte, prägende Muster endlich hinter sich lassen möchte, kann ein Salzbad nehmen oder bei einem Urlaub am Meer bewusst täglich in den Wellen „seelische Verkrustungen einweichen“ und danach unter der Dusche abwaschen und loslassen. Nicht umsonst sind Strandurlaube so beliebt, da sich viele hinterher erholt und entlasteter fühlen.

Oder man wählt die weniger feuchte Methode, die Fluorit-Anhänger oder Fluorit-Ketten bieten. Dieses Halogenid kommt in unterschiedlichen Farbvarietäten vor, die jeweils zusätzlich noch ihr eigenes Wirkspektrum mitbringen. 

4. Oxide und ihre Wirkung

Auch bei dieser Mineralklasse stand, wie so oft, ein griechischer Begriff Pate, denn „oxys genes“ bedeutet „Sauerstoff-Erzeuger„, somit sind Oxide „Abkömmlinge“ des Sauerstoffs, der sich in verschiedener Konzentration fast überall finden lässt. Sauerstoff ist eindeutig das verbreitetste, chemische Element auf diesem Planeten, denn er befindet sich in großer Menge in der atembaren Luft, aber auch im Wasser und sogar im glühend heißen Magma, sodass auch die feste Erdkruste aus etwa 50 % Sauerstoff besteht.

Deshalb können Oxide faktisch weltweit entstehen und die Mineralbildung findet ständig direkt vor unserer Nase statt. Wenn Metalle wie beispielsweise Eisen mit dem Sauerstoff aus der Luft reagieren, bildet sich entsprechend Eisenoxid, das als Rost oft nicht so gerne gesehen ist. Allerdings gehört das Mineral „Hämatit“ (Blutstein) aus Eisenoxid zu den beliebtesten Schmuck- und Heilsteinen. 

Keine Energie ohne Sauerstoff 

Ob bei der Energiegewinnung in unserem Körper, bei Verbrennungsvorgängen im privaten Holzofen oder in Hochöfen der Industrie, ohne die Zufuhr von Sauerstoff lässt sich durch „Umwandlung“ (Verbrennung von Rohstoffen) keine Energie generieren. Ein sicheres Zeichen, dass der Sauerstoff zur Neige ging, war für die Bergleute Untertage einst das Erlöschen der Öl- bzw. Gaslampe (neben den Kanarienvögeln, die dann tot von der Stange fielen). 

Selbst beim romantischen Lagerfeuer wird das energiereiche Holz als instabile Verbindung in eine energieärmere Verbindung, aber stabilere Substanz „Asche“ umgewandelt. Diese trägt ihrerseits wiederum nützliche Eigenschaften in sich (natürliches Polier- und Scheuermittel, Geruchsbinder, Pflanzendünger…). 

Stabilität schaffen durch Umwandlung

Ihrer oxidativen Kraft entsprechend, stehen Oxide für umwandelnde Prozesse, die im Idealfall, aus einer labilen Situation heraus, einen neuen Zustand der Stabilität erschaffen. Der Begriff „Oxidativer Stress“ aus der Medizin und Biologie beispielsweise bezeichnet ein Ungleichgewicht im Organismus zwischen schädigenden „freien Radikalen“ und körpereigenen Schutzmechanismen (Antioxidantien), das zellenschädigende Prozesse nach sich zieht. Hier wird deutlich, wie wichtig ein allgemeines Gleichgewicht ist, damit kein Extrem dominieren kann und entsprechende Schäden anrichtet.

Im übertragenen Sinne sind Oxide genau dort notwendig, wo man versucht, im Grunde instabile Zustände durch einen enormen Energieaufwand aufrecht zu erhalten. Deshalb setzt die Steinheilkunde Oxide bevorzugt bei liegengebliebenen und halbfertigen Aufgaben und Situationen ein, damit endlich ein energieraubenderZwischenzustand“ in einen harmonischenEndzustand“ überführt werden kann. Denn alles Unfertige hockt uns im Nacken und die Erinnerung daran zu verdrängen, kostet Energie, die man eigentlich für wichtigere Projekte gebrauchen könnte.

Die große Auswahl der Oxid-Heilsteine

Bei den Heilsteinen dieser Mineralklasse hat man die freie Wahl und manchmal auch die „Qual der Wahl“. Neben dem häufig vorkommenden Hämatit (Eisenoxid), Magnetit und Tigereisen gehören auch Chrysoberyll und der seltenere Alexandrit zu den Oxiden. Doch hier ist noch lange kein Ende in Sicht, denn ebenso die Korund-Gruppe (Rubin,Saphir), Spinelle sowie Quarze und die Quarz-Verwandten Opal und Obsidian gehören in diese Mineralklasse. 

Quarze 

Die meisten Oxide stammen eindeutig aus der großen Quarz-Gruppe, die aus Kristallquarzen, derben, faserigen und körnigen Quarzen besteht. Beispiele für Kristallquarze sind Bergkristall, Amethyst, Citrin, Rauchquarz, Rutilquarz und Turmalinquarz. Zu den derben Quarzen gehören beispielsweise Aventurin, RosenquarzTiger- oder Falkenauge…, zu den faserigen Exemplaren Chalcedon, Karneol, Heliotrop, OnyxSardonyx … und körnige Quarze sind vor allem durch die vielfältige Jaspis-Familie vertreten. Außerdem muss man hier natürlich auch die große Gruppe der Achate nennen, die sich aus bandartigen Lagen verschiedener Quarze zusammensetzen.

5. Carbonate und ihre Wirkung

Kohlensäure ist die Voraussetzung zur Bildung eines Carbonats (lat. „carbo“ für „Kohle“), die allerdings eine ziemlich instabile Verbindung aus Wasser und dem Gas „Kohlendioxid“ darstellt. In flüssiger Form zersetzt sie sich bekanntermaßen sehr schnell, wenn das Kohlendioxid beim Öffnen einer Wasserflasche (Sprudel) zischend entweicht. Doch die Verbindung von Kohlensäure mit Metallen bringt eine gewisse Stabilität, sodass Carbonate entstehen können. Diese Minerale sind ihrerseits jedoch oftmals noch sehr reaktionsfähig und somit selten ein absolut feststehendes Endprodukt. Wenn andere Einflüsse wirken, verwandelt sich die „Zwischenstufe“ erneut und entwickelt sich entsprechend weiter.

Entwicklung durch ständige Veränderung

Carbonate sind Heilsteine der Wandlung, die einerseits Entwicklungsprozesse anregend fördern und andererseits aber auch stabilisieren können, wenn diese aus dem Ruder zu laufen drohen.

Dabei können wasserhaltige Carbonate wie Malachit und Azurit in festgefahrenen Situationen und Verhältnissen Verdrängtes aus dem Unterbewusstsein ins wache Bewusstsein spülen, das sich latent behindernd und blockierend auswirkt. So kann mit neuen Informationen im Gepäck ein sinnvoller Richtungswechsel stattfinden, der alles Weitere ins Rollen bringt.

Harmonische Abläufe

„Trockene“ Carbonate wie beispielsweise Aragonit und Calcit hingegen können Prozesse je nach Bedarf beschleunigen oder verlangsamen, damit eine möglichst zeitgemäße, harmonische Entwicklung und Veränderung stattfinden kann. Denn ein zäh fließender Prozess zieht sich wie Kaugummi und kostet unnötig Nervenkraft, während eine zu schnelle Veränderung auch im unguten Sinne mitreißend sein kann. Dabei wirkt Aragonit beruhigend und stabilisierend bei zu schnellen Entwicklungsprozessen und Calcit anregend, wenn das Wachstum ins Stocken geraten ist.

6. Sulfate und ihre Wirkung

Auch die Bezeichnung dieser Mineralklasse leitet sich vom griechischen „sulfur“ für „Schwefel“ ab, doch Sulfate unterscheiden sich deutlich von Sulfiden, deren Ausgangsstoff wie oben schon beschrieben Schwefel-Wasserstoff ist. Im Gegensatz dazu bilden sich Sulfate aus Schwefelsäure, die an der Luft fast nicht verdunstet, träger reagiert und sich als sehr stabile, dichte Flüssigkeit in Verbindungen sehr beständig erweist. Diese Eigenschaft nutzt beispielsweise die Pharmazie, um Medikamente in Form eines Sulfats haltbarer zu machen. 

Sulfate mit Heilstein-Potenzial

Heilstein-Beispiele sind hier Calcium-Sulfate (Gips), die als Fasergips (Selenit), plattenförmiger Gips (Marienglas) und in kristalliner Form (Selenit als Gipskristall) vorkommen. Auch das wasserfreie Calcium-Sulfat „Anhydrit“ (z. B. die blaue Varietät „Angelit„) wird in der Steinheilkunde verwendet. Weitere Heilsteine dieser Mineralklasse sind Baryt, der als Barium-Sulfat auch die Bezeichnung „Schwerspat“ trägt, und das Strontium-Sulfat „Coelestin“.

Schutz und Beständigkeit

Sulfate sind überall dort angebracht, wo man einen bestimmten Zustand dauerhaft erhalten will. Natürlich ist das Leben grundsätzlich ein stetiger Wandel, doch manchmal benötigt man auch eine Ruhepause. Allerdings wirken Sulfate auf alle Entwicklungsprozesse hemmend, sodass die Steinheilkunde von einer dauerhaften Nutzung eher abrät. Ein gewünschter Fix-Zustand trägt eine gewisse Sicherheit in sich und schützt vor äußeren Einflüssen, die unberechenbar sind. Allerdings kann diese Bewegungslosigkeit mit der Zeit auch „höllische“ Ausmaße annehmen, wenn sich nämlich gar kein Fortschritt mehr einstellt, man auf der Stelle tritt und nur noch „Leerlauf-Energien“ verschwendet.

7. Phosphate und ihre Wirkung

Das Element „Phosphor“ (P) ist ein Nichtmetall und kommt in der Natur nur in gebundener Form vor. Die Bezeichnung leitet sich vom griechischen „phosphoros“ für „lichttragend“ ab, was wohl auf die Fähigkeit des sehr reaktiven „weißen Phosphors“ hinweist, dass sich spontan entzünden kann. Bernsteinsucher kennen dieses gefährliche Phänomen und nutzen feuerfeste Sammelgefäße, falls sich tatsächlich bernsteinähnliche „Phosphor-Steine“ zwischen die Funde schmuggeln. Allerdings sind diese gelblichen Phosphor-Reste nicht natürlichen Ursprungs, sondern stammen aus Brandbomben, die einst im Zweiten Weltkrieg ins Meer gestürzt sind. Sie sind zwar schön anzusehen, können aber trotzdem schwere Verbrennungen verursachen. Natürlicher schwarzer und roter Phosphor hingegen sind wesentlich stabiler als die weiße Varietät und haben nicht so schnell „feurige Ambitionen“.

Phosphate im Organismus

Die häufigste Erscheinungsform von Phosphor sind Phosphate, die entsprechend zur Entstehung Phosphorsäure benötigen. Phosphat-Verbindungen sind Energieträger in den Zellen (Energiestoffwechsel) und erhöhen den energetischen Umsatz im Organismus, sodass man sich belebt und aktiv seinen Aufgaben stellen kann. Zusammen mit Calcium sind Phosphate wesentlich für den Aufbau von Zähnen und Knochen, allerdings auch einwichtiger Bestandteil der DNA und RNA.

Als „Puffersubstanz“ können Phosphate außerdem Säuren und Laugen neutralisieren, denn sie können leicht Protonen aufnehmen. Phosphorsäure ist wiederum eine vergleichsweise schwache Säure, die durch den Kontakt mit beispielsweise Natronlauge in der Reaktion schnell neutral wird.

Alle Energien in Balance 

Durch die Pufferfunktion der Phosphate, die ein neutrales Milieu der Körperflüssigkeiten unterstützt, wird die Stabilität der physischen und psychischen Gesundheit verbessert. Gleichzeitig erhöhen Phosphate durch ihre Anlagerung an entsprechende organische Verbindungen das Energieniveau im Körper und können bei Bedarf sogar Energiereserven mobilisieren.

Grundsätzlich wirken Heilsteine der Phosphat-Mineralklasse ausgleichend und belebend. Dabei fördern beispielsweise das Calcium-Phosphat „Apatit“ oder das Kupfer-Aluminium-Phosphat „Türkis“ außerdem ein eigenständiges Handeln und eine zielstrebige Einsatzfreude. Phosphate gelten als traditionelle Schutzsteine, die dabei helfen, das eigene Schicksal tatkräftig selbst zu gestalten.

Weitere, weniger bekannte Beispiele aus dieser Mineralklasse sind das wasserhaltige Eisen-Phosphat „Vivianit“ und wasserhaltige Aluminium-Phosphat „Variscit„.

8. Silikate und ihre Wirkung

Kieselsäure ist der Grundstoff und die Voraussetzung für die Entstehung von Silikaten. Diese Säure ist jedoch sehr vielseitig, sodass sich aus ihrer „kleinsten Einheit“ (Monokieselsäure) Gruppen, Ketten, Ringe, Schichten und Gerüstformen bilden können. Dadurch entstehen vielfältige Kristallgitter, die eine allgemeine Beschreibung von Silikat-Eigenschaften gänzlich vereiteln.

Silikat ist nicht gleich Silikat

In der Steinheilkunde beachtet man die sechs verschiedenen Silikat-Klassen nach ihrer spezifischen Kristallgitter-Struktur, da sie jeweils ihre ganz eigene Wirkung zeigen. So unterscheidet man klar Insel-, Gruppen-, Ring-, Ketten-, Schicht- und Gerüst-Silikate voneinander, denn nicht allein die chemische Zusammensetzung, sondern auch der innere Aufbau eines Minerals prägen deren therapeutisch nutzbare Ausstrahlung.

Insel-Silikate für die Selbstfindung

Diese Silikate zeigen eine große Dichte, die durch eine sehr kompakte Bauweise entsteht. Hier bilden sich zwischen den Metall-Ionen aus Silikat-Molekülen inselähnliche Tetraederformen. 

Die übertragene Entsprechung liegt hier in einer einzigartigen Lebensführung, in der Individualität und dem persönlichen Weg, den man ganz alleine gehen muss. Insel-Silikate fördern die Gesundheit und sind hilfreich in schwierigen Zeiten und bei lang andauernden, großen Belastungen, damit man sich selbst treu bleiben kann. Es gibt Phasen im Leben, in denen man nicht auf äußere Hilfe bauen kann und sollte, sondern ganz auf sich alleine angewiesen ist. Wie ein Schiffbrüchiger auf einer „einsamen Insel“ wird hier unser ganzes, inneres Potential auf den Prüfstand gestellt.

Hier sind Insel-Silikate als Heilsteine besonders angebracht. Geeignete Vertreter sind beispielsweise Dumortierit, Granate, Peridot (Olivin oder Chrysolith), Topas und Zirkon.

Gruppen-Silikate

Treten Silikat-Moleküle mindestens paarweise auf, entstehen aus aneinander hängenden Tetraedern kleine „Gruppen“, wobei die Anzahl der Silicium-Atome sehr variabel ist. So ist beispielsweise der Heilstein „Prehnit“ ein Calcium-Aluminium-Hydroxid-Silikat, das als basisches Gruppen-Silikat aus drei verknüpften Silikat-Tetraedern besteht. Prehnit kristallisiert im „Rhombischen Kristallsystem“, während das Calcium-Eisen-Aluminium-Silikat „Epidot“ monokline Kristalle bildet und sich aus zwei einfachen Tedraedern (Doppeltetraedern / Sorosilikate) zusammensetzt.

Weitere Heilsteine aus der Epidot-Gruppe sind unter anderem das sehr komplex aufgebaute Gruppensilikat „Vesuvian„, das sehr reich an Mineralstoffen ist, sowie der grüne Zoisit. Letzterer ist ein Calcium-Aluminium-Silikat, dessen blaue Varietät „Tansanit“ genannt wird. Ein roter Zoisit wiederum enthält Mangan und trägt die Bezeichnung „Thulit„. Zoisit-Minerale sind „Grenzgänger“, da sie sich teilweise aus Insel- und Gruppen-Silikat-Molekülen zusammensetzen können. 

Regeneration nach Krankheiten

Gruppen-Silikate stehen für Erholung und Neuorientierung, vor allem wenn man nach einer schweren Krise (z. B. körperliche oder seelische Erkrankung) einen Neuanfang wagen muss. Man lernt schnell, über seinen eigenen Schatten zu springen und die Herausforderungen des Lebens optimistisch anzunehmen. Die ursprünglichen Wünsche und Absichten für ein erfülltes Leben können wieder in den Vordergrund treten, sodass man die eigenen, sinnlichen Bedürfnisse endlich ausleben kann.

Gruppen-Silikate können Heilungsprozesse beschleunigen, da sie den Energiefluss anregen und so das Energieniveau anheben. Besonders erotisch stimulierend wirkt ein roter Thulit, der sich stärkend auf die Geschlechtsorgane und die Fruchtbarkeit auswirken soll.

Ring-Silikate

Wenn sich drei bis zwölf Silikat-Tetraeder zu einem Kreis schließen, kann durch die Bindung über Fremdatome aus diesen gebildeten Ringen ein räumliches Kristallgitter entstehen. „Ring-Silikate“ in ungeordneter Form bilden undurchsichtige (opake) Mineralien mit schwammähnlichen Strukturen. Die Heilsteine „Sugilith“ und „Chrysokoll“ gehören zu dieser Gruppe.

Ordnen sich die Silikat-Ringe jedoch zu säulenartigen Strukturen, so entsteht ein effektiver elektrischerLeiter, wie die Edel- und Heilsteine aus der Beryll– und Turmalin-Familie beweisen. Bekannte Berylle sind unter anderem Aquamarin, Heliodor, Morganit und Smaragd. Turmalin-Varietäten der Steinheilkunde sind beispielsweise der blaue Indigolith, rote Rubellit und braune Dravit sowie der grüne Verdelith und schwarze Schörl.

Die innere Struktur macht den Unterschied

In der Steinheilkunde nutzt man die elektrische Leitfähigkeit der „Säulenstruktur“ vieler Ring-Silikate, wie beispielsweise Beryll, Turmalin, Cordierit (Iolith) oder Dioptas, um Energieströme im Organismus gezielt zu lenken. Diese Heilsteine eignen sich vor allem, wenn eine Störung bei bestimmten Energiebahnen vorliegt oder aber ein allgemeiner Energiemangel herrscht, denn sie wirken anregend und neu belebend. Dadurch kehrt ein gesunder, dynamischer Tatendrang zurück.

Im Gegensatz dazu nehmen Ring-Silikate mit einer „Schwammstruktur“ vorhandene Überschüsse an Energie in sich auf, wodurch eine beruhigende und schmerzlindernde Wirkung entsteht. Die Steinheilkunde setzt diese Ring-Silikate bei starken Schmerzen (Sugilith), Hitzegefühlen und Fieber (Chrysokoll) ein.

Ketten-Silikate

Ihrer Bezeichnung entsprechend verbinden sich hier Silikat-Tetraeder zu langen Ketten, deren Länge nicht immer genau bestimmbar ist. Deshalb wird oft das Mengenverhältnis zwischen Silicium und Sauerstoff angegeben, wodurch sich Ring- und Ketten-Silikate unterscheiden lassen.

Heilsteine dieser Gruppe sind beispielsweise die Lithium-Aluminium-Silikate „Kunzit“ und chromhaltige „Hiddenit“ aus der Spodumen-Familie. Aber auch Jadeit, Diopsid und Bronzit aus der Pyroxen-Gruppe, Aktinolith und seine verfilzte Varietät „Nephrit“ aus der Amphibol-Gruppe sowie das Calcium-Mangan-Silikat „Rhodonit“ zählen dazu.

Ausgleich und Anpassungsfähigkeit

Ähnlich wie Ring-Silikate regen auch Ketten-Silikate den Energiefluss im Körper an, allerdings nicht so zielgerichtet. Letztere eignen sich eher dazu, um eine gleichmäßige Verteilung der Energie zu erzielen, um dadurch körperlich-seelische Heilungsprozesse zu beschleunigen. Ketten-Silikate wirken allgemein emotional ausgleichend und verbessern die geistige Aufnahmefähigkeit sowie die körperliche und geistige Flexibilität. Außerdem fördern sie eine konzentrierte Ausrichtung auf persönliche Ziele, ohne dabei Verbissenheit zu entwickeln.

Schicht-Silikate

Verbinden sich Silikat-Tetraeder zu flächigen Strukturen, spricht man von „Schicht-Silikaten“, deren Silikat-Flächen einen sehr starken Zusammenhalt entwickeln. Die verschiedenen Schichten kann man zwar leicht voneinander lösen, wodurch eine längsgerichtete, vollkommene Spaltbarkeit entsteht, aber die Fläche selbst kann quer so gut wie gar nicht durchtrennt werden. Daraus ergibt sich quer zur Schichtung eine sehr schlechte Leitfähigkeit für Energie und Wärme, was Schicht-Silikate für die Technik zu guten Isolatoren macht.

Bekannte Heilsteine unter den Schicht-Silikaten sind beispielsweise das basische Magnesium-Silikat „Serpentin“ (Antigorit) sowie der Magnesium-Eisen-Glimmer „Biotit“ und Lithium-Glimmer „Lepidolith„. Aber auch das wasserhaltige Kalium-Calcium-Fluorid-Silikat „Apophyllit“ und der mineralstoffreiche, sehr komplex aufgebaute Charoit gehören zu den Schicht-Silikaten.

Abgrenzender Schutz

Die Steinheilkunde verwendet Schicht-Silikate zur Abschirmung von äußeren, energetischen Einflüssen, wobei jedoch die Verteilung der körpereigenen Energie nicht behindert wird. Somit eignen sich diese Silikate besonders gut für Personen, die unter Hypersensibilität und Reizüberflutung leiden.

Gerüst-Silikate

Wenn sich Silikat-Tetraeder zu dreidimensionalen Strukturen verbinden, sind meistens weitere Mineralstoffe wie Aluminium (Al), Beryllium (Be) oder Bor (B) im Spiel, die in das Gerüst des Kristallgitters eingebaut sind. Da sich diese Gitterstrukturen dermaßen komplex gestalten, ist eine allgemein gültige, vereinfachte Formel nicht machbar, sodass man zur Verifizierung der einzelnen Gerüst-Silikate  mineralogische Fachbücher benötigt.

Beruhigung und Linderung

Gerüst-Silikate können undurchsichtige (opake) Mineralien bilden, die eine ähnliche Wirkung wie Ring-Silikate mit einer „ungeordneten Struktur“ zeigen. Sie besitzen ebenso eine energieabsorbierende Eigenschaft, die dem Körper überschüssige Energien entziehen kann. Somit sollen sie beruhigend, schmerzlindernd und fiebersenkend wirken.

Passende Heilsteine sind hier Mitglieder der vielfältigen Feldspat-Familie wie beispielsweise der grüne Amazonit sowie das Lasurit-Gestein „Lapislazuli“ und das Natrium-Silikat „Sodalith„.

Neue Perspektiven und Horizonterweiterung 

Bei transparenten und durchscheinenden Gerüst-Silikat-Mineralen kann man teilweise Absorptionen und Lichtreflexionen beobachten, sodass sich therapeutisch ein etwas anderes Einsatzgebiet ergibt. Da jeder Mensch die Welt durch seinen eigenen Filter betrachtet, fällt die Bewertung von Situationen, Ereignissen und Erfahrungen auch immer entsprechend individuell ähnlich aus. 

Gerüst-Silikate, wie beispielsweise Mondstein, Labradorit oder Sonnenstein aus der Feldspat-Familie, können jedoch durch ihre Ausstrahlung die Wahrnehmung so verändern, dass man einen völlig neuen Blickwinkel einnehmen kann. So erweitert sich der „alte“ Filter und bringt ungewöhnliche Facetten möglicher Denkweisen gewinnbringend in ein allzu eingleisiges Lebenskonzept. Wer seinen Horizont erweitert, vergrößert automatisch auch die Breite seiner Toleranz, denn was man besser verstehen und nachvollziehen kann, kann man auch leichter verständnisvoll akzeptieren.

Bildungsprinzip, Kristallstruktur und stoffliche Zusammensetzung

Der Gehalt und das Mengenverhältnis der Mineralstoffe in einem Mineral sind für ihre therapeutische Wirkung entscheidend, allerdings kann die Beachtung der Bildungsprinzipien und Kristallstrukturen weitere, wichtige Aspekte ansprechen. So sollte man einen Heilstein zwar nach den körperlichen Bedürfnissen (Mineralstoffe) auswählen, dabei aber unter Umständen auch den persönlichen Lebensstil (siehe Kristallstruktur) und die herrschende Lebenssituation (siehe Bildungsprinzip) berücksichtigen. Grundsätzlich zeigt sich eine Heilreaktion beim Einsatz von Heilsteinen eher schonend und selten allgemeingültig, da nur individuell benötigte, körperliche und seelisch-geistige  Aspekte zum Tragen kommen. 

Stoffliche Eigenschaften bevorzugt!

Für viele ist die Wahl eines Heilsteins nach optischen und haptischen Gesichtspunkten am einfachsten, doch manche Menschen wollen sich nicht allein auf eine intuitive Auswahl verlassen. Dann muss man tiefer in die „mineralogische Materie“ einsteigen und diesbezüglich Informationen sammeln.

Mineralogische Gesichtspunkte

Wer die stoffliche Seite eines Minerals in den Vordergrund stellt, muss zuerst die Mineralklasse je nach aktuellem Lebensthema ermitteln und den basischen bzw. sauren Charakter eines Minerals herausfinden, der dem eigenen Temperament entspricht. Danach kann man, wenn notwendig, auch noch nach der Konzentration (häufig, gering oder in Spuren) der einzelnen Mineralstoffe forschen.

Anwendungsdauer

Hat man nun nach stofflichen Gesichtspunkten den geeigneten Heilstein gefunden, sollte man ihn einige Wochen bei sich tragen und therapeutisch (Auflegen, Massage, Meditation) anwenden, damit er seine Wirkung mit der Zeit entfalten kann. Dabei ist die Verwendung des Heilsteins solange sinnvoll, bis man plötzlich eine Aversion in sich fühlt oder das Mineral ständig vergisst mitzunehmen, dann ist eine klare Beendigung der Heilmaßnahme anzeigt. Wenn man jedoch beim Tragen des gewählten Heilsteins gar keine Wirkung spürt, muss man erneut auf die Suche gehen, wobei auch die jeweilige Farbe eines Minerals hilfreich sein kann.

Das vierte Prinzip: Die Farbe

Es ist inzwischen wissenschaftlich bewiesen, dass die verschiedenen Farben unterschiedlich auf das körperlich-seelisch-geistige System des Menschen einwirken. Was die schon etwas ältere Farbtherapie schon lange weiss, ist endlich auch in akademischen Kreisen angekommen. So ist es kein Märchen mehr, dass ein gleichtemperierter Raum je nach Tapetenfarbe (rot oder blau) von Versuchspersonen unterschiedlich warm bzw. kalt wahrgenommen wird. Dabei fühlt sich ein roter Raum tatsächlich einige Grad wärmer an als ein blauer, was beweist, dass Farben nicht nur über das Sehorgan, sondern auch über unsere Haut einen Einfluss auf uns ausüben.

„Farbige“ Grundlagen

Schon der deutsche Rechtswissenschaftler und Naturforscher „Johann Wolfgang von Goethe“ interessierte sich für die Farben und ihre Wirkung. Der Schöpfer literarischer Werke, wie beispielsweise „Götz von Berlichingen“ (1773, sein erstes Drama) oder „Die Leiden des jungen Werthers“ (1774, Briefroman aus der literarischen Strömung „Sturm und Drang“), entwickelte einen „Farbkreis„, bei dem erstmals die „Komplementärfarben“ eine wesentliche Rolle spielten. Angeregt durch Licht- und Farberlebnisse in der Natur, widmete er sich ab den 1780er Jahren dem Phänomen „Farbe“ und den psychologischen und philosophischen Aspekten hinter diesen Lichterscheinungen.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist auch, dass Goethe nicht nur philosophische oder psychologische Erkenntnisse im Bereich „Farben“ anstrebte, sondern unter anderem auch ein großes wissenschaftliches Interessen an Geologie und Mineralogie sowie Ackerbau, Botanik und Osteologie (Knochenaufbau, Entstehung der verschiedenen Skelettsysteme…) hatte. 

Die Farblehre des Aristoteles

Erste Betrachtungen und Interpretationen zum Thema „Farbe“ sind jedoch schon durch Schriften des griechischen Universalgelehrten „Aristoteles“ aus der Antike überliefert. Auch hier sind Beobachtungen der verändernden Lichtverhältnisse in der Natur die Grundlagen der Forschung, allerdings besteht das antike Farbmodell aus einer linearen Farbreihe, die sieben Bereiche definiert.

Die sieben Farben des Aristoteles setzten sich aus „Weiß“ (Tageslicht), „Gelb„, „Rot“ (Abendrot), „Grün„, „Violett„, „Blau“ und „Schwarz“ (Nacht) zusammen und wurden wie eine tägliche Zeitabfolge hintereinander dargestellt. Dabei waren die heutigen „unbunten Farben“ Schwarz und Weiß die Grundlagen, aus denen alle weiteren Farben entstehen sollten. Aristoteles glaubte nämlich, dass aus dem Mischen von Licht und Schatten die farbige Vielfalt entstand. Außerdem erforschte er die Veränderung der Farbe bei Pflanzen und Tieren, die bei chemischen Prozessen zu beobachten ist, die beispielsweise durch Hitze- oder Kälteeinwirkung sowie Alterung und Verwesung entstehen.

Der Goethe-Farbkreis

Auch wenn das Farbmodell des Aristoteles schon lange veraltet ist, so erkannte dieser doch die drei Primärfarben „Rot“, „Blau“ und „Gelb“ als Grundfarben an, aus denen alle weiteren Farben entstehen. An diesen Beobachtungen aus der Antike, knüpfte etwa 2000 Jahre später der berühmte „Dichterfürst“ Goethe (1749-1832) an, denn auch er war fasziniert von den wechselnden Lichtverhältnissen und Schattenbildungen in der Natur sowie den Farbveränderungen im Verlauf eines Tages. Aus der Wechselwirkung von Licht und Schatten auf die farbige Welt zog Goethe auch Rückschlüsse auf die psychologische bzw. emotionale Wirkung der jeweiligen Farbqualitäten. Er wählte zur Darstellung der farblichen Zusammenhänge ein Kreis-Schema, das später von Farbtheoretikern wie Johannes Itten aufgegriffen wurde.

Die Entwicklung des Farbkreises

Unbestritten zählt der „Goethe-Farbkreis“ zu den bekanntesten Varianten, wissenschaftlich gesehen ist er allerdings nicht völlig korrekt gestaltet. Wahrscheinlich hatte der berühmte Dichter als Laie keine großen akademischen Ambitionen, denn bekanntlich stand die psychologische Wirkung der verschiedenen Farben auf eine betrachtende Person sowie eine philosophische Farbinterpretation“ im Mittelpunkt seiner Forschungen. Doch immerhin erkannte er die Bedeutung der sogenannten „Komplementärfarben„, die sich jeweils aus der Mischung zweier „Primärfarben“ ergeben. 

Tatsächlich orientierten sich viele späteren Farblehren an dem „laienhaften“ Farbkreis, sodass auch der Schweizer Maler, Kunsttheoretiker und Kunstpädagoge des Weimarer Bauhauses „Johannes Itten“ ihn nicht ignorieren konnte. Dieser entwickelte seinerseits eine Farbenlehre, die ebenfalls in Form eines Farbkreises jahrzehntelang im Kunstunterricht verwendet wurde.

Der Farbkreis nach Itten

Wie vielen noch aus dem Kunstunterricht bekannt, setzt sich der Itten-Farbkreis aus den drei Grundfarben (Primärfarben oder „Farben erster Ordnung“) ROT, BLAU und GELB zusammen, die zu gleichen Teilen den inneren Kreis des Farbkreises bilden. Diese drei grundlegenden Farben können nicht durch andere Farben entstehen, sondern müssen schon in ihrer Reinheit vorhanden sein. Alle anderen Farbvarianten, die eine für den Menschen sichtbare Palette zu bieten hat, sind jedoch Produkte aus einer Mischung dieser drei wesentlichen Farben. Dabei entsteht ein graubrauner Farbton, wenn man alle drei Grundfarben als Farbpigment zu gleichen Teilen vermischt.

Sekundärfarben 

Sogenannte Sekundärfarben (Farben zweiter Ordnung) sind GRÜN, ORANGE und VIOLETT, die man jeweils aus zwei Grundfarben mit gleichen Anteilen herstellen kann. Dabei ist Grün eine Mischung aus „Blau und Gelb„, das leuchtende Orange wiederum entsteht aus „Rot und Gelb„, während ein Mischen von „Rot und Blau“ schließlich die Farbe Violett ergibt. Diese drei Sekundärfarben bilden im Farbkreis um den Grundfarben-Kern einen äußeren Farbring, der aus gleichen Teilen Grün, Orange und Violett besteht. Diese liegen zwischen ihren jeweiligen beiden Grundfarben, wobei Grün gegenüber von der nicht enthaltenen Farbe Rot, Orange gegenüber der nicht enthaltenen Farbe Blau und Violett gegenüber von Gelb liegen.

Farbkontraste

Hier entstehen die drei größten Farbkontraste, nämlich Rot-Grün, Blau-Orange und Gelb-Violett, die als Komplementärfarben gekennzeichnet sind, da sie sich gegenseitig ergänzen. Weitere Farbvarietäten ergeben sich aus der Mischung der jeweiligen Sekundärfarben zu den sogenannten „Tertiärfarben“ u.s.w…

Die Farbmenge der einzelnen beteiligten Farben entscheidet übrigens über die verschiedenen Farbnuancen. So entsteht beispielsweise durch ein Übergewicht an Rot ein Rotviolett, wenn man eine geringere Menge Blau zumischt. Überwiegt jedoch die Grundfarbe „Blau“ dann ergibt sich ein Blauviolett. Doch beide Violett-Varianten bilden den größten Kontrast zur Grundfarbe „Gelb“, die den inneren „Kern“ des Farbkreises aus Rot und Blau ergänzt.

Der heute gültige Farbkreis

Inzwischen stand allerdings auch der lange Zeit gültige Farbkreis des Farbtheoretikers „Johannes Itten“ (1888-1967) unter kritischem Beschuss, da die Definition seiner Grundfarben nicht hinreichend war. Heute setzen sich die Grundfarben aus Magenta statt Rot, Cyan statt Blau und Gelb zusammen (zumindest gab es am Gelb nichts auszusetzen :). Außerdem gelten die „Nichtfarben“ Ittens heute als „unbunte Farben„. Gemeint sind „Weiß“ und „Schwarz„, die jeweils durch Untermischen mehr „Licht“ bzw. „Schatten“ in die Farbpalette bringen.

Farben für Seele und Geist

Wie Goethe schon vermutet hat, so weiss man heute, dass sich die jeweiligen Farben auch auf das Gemüt und die Lebenseinstellung eines Menschen auswirken, sodass man Aggressionen durch Rosatöne dämpfen, kreative Ideen durch Gelbtöne fördern und entspannende Wohn- und Schlafräume durch Grüntöne schaffen kann. Hier war der deutsche Dichter eindeutig ein Vordenker und hat die psychosomatische Wirkung einer Farbe auf den Menschen aus seiner künstlerischen Sichtweise heraus erstaunlich früh erkannt. Die Wissenschaft hat eine dementsprechend entwickelte „Farbtherapie“ erst im 20. Jahrhundert wirklich ernst genommen, sodass die Farbe nun auch bei einigen therapeutischen Ansätzen mit einbezogen wird (z. B. bei Gelenkschmerzen, Winterdepressionen…).

Rot- und Orange-Töne

Rottöne wirken allgemein anregend auf den menschlichen Organismus, sodass man sie traditionell schon lange mit Leidenschaft, Erotik, Antriebskraft und selbstbewusstem Schaffensdrang verbindet. Wer die Farbe „Rot“ liebt, möchte sich nicht verstecken. Die knallige Mischfarbe aus Rot und Gelb „Orange“ birgt einen besonders aufheiternden, lebensbejahenden Aspekt in sich. Fröhlichkeit und Leichtigkeit stehen auf orangefarbenen Fahnen.

Blau- und Violett-Töne

Blautöne wirken nachweislich allgemein kühlend und beruhigend, was sie zu den Lieblingen unter den Farben macht. Gerade bei leicht erregbaren, hitzigen Gemütern kann eine blaue Umgebung hilfreich sein. Die Verbindung von roten und blauen Farbtönen erreicht im „Violett“ eine spirituelle Note, die Gegensätze vereint.

Die Farbe der irdischen Vegetation

Grüntöne aus den beiden Primärfarben „Blau“ und „Gelb“ gemischt, verbinden die dämpfende Wirkung des Blaus und die optimistisch gestimmte, kreative Seite des Gelbs zur wichtigsten Farbe auf diesem Planeten, auch wenn dieser aus dem All betrachtet vorwiegend blau erscheint. Dort wo das vegetative „Grün“ fehlt, fällt ein Überleben vielen organischen Lebewesen sehr schwer. So steht diese Sekundärfarbe beispielsweise für Ausgeglichenheit, Natürlichkeit und friedvolle Harmonie, ein Grundbedürfnis und eine große Sehnsucht vieler Menschen.

Die Wirkung von Grüntönen

Als vorherrschende Farbe in der sauerstoffproduzierenden Vegetation wirken Grüntöne auf uns entspannend und belebend zugleich, denn ein Besuch im Wald entspricht nachgewiesenermaßen einem kleinen „Kurzurlaub“. Da sich unsere Herzaktivität und der Atemrhythmus beruhigt und verlangsamt, mildert ein Aufenthalt im Grünen Stress und Angstgefühle. Wer jedoch seine Anspannungen nur durch zusätzliche sportliche Aktivitäten reduzieren kann, genießt beim Joggen oder Walken wenigstens die frische Waldluft. Hier muss Herz und Lunge noch eine Weile auf Entspannung warten.

Heilsteine mit Farbwirkung

Es ist somit sehr naheliegend, dass auch die Farbe eines Heilsteins ihre Wirkung zeigt, denn physikalische und chemische Eigenschaften sowie die stoffliche Zusammensetzung prägen den farblichen Eindruck eines jeweiligen Minerals oder Gesteins. So lässt sich auch im mineralogischen Bereich beobachten, dass blaue, grüne und violette Heilsteine kühlend und beruhigend wirken, während rote, orangefarbene und gelbe Exemplare wärmende, belebende und anregende Eigenschaften zeigen.

Rote Heilsteine

Die Steinheilkunde setzt rote Heilsteine beispielsweise zur Erhöhung der Herztätigkeit und Anregung des Kreislaufs ein. Rot macht extrovertiert, willensstark und intensiviert elementare Gefühle wie Liebe (auch Erotik) und Hass (Aggression, Kampfbereitschaft).

Orangefarbene Heilsteine

Orange wirkt ebenfalls vitalisierend und kräftigend auf den Körper, zeigt seelisch jedoch eher eine kreative, sinnliche Seite, die Lebensfreude und Harmonie in den Vordergrund stellt. Das Gewebe, der Stoffwechsel und die Energieverteilung im Körper profitieren von orangefarbenen Heilsteinen besonders.

Gelbe Heilsteine

Gelb soll unter anderem die Verdauung unterstützen und stark stimulierend auf viele Organe (Bauchspeicheldrüse, Milz, Magen), das Immunsystem und Nervensystem wirken. Selbstbewusstsein, geistige Reife, Sicherheit und ein Gefühl für Verantwortung können durch den Einfluss von Gelb wachsen.

Grüne Heilsteine

Grün soll wiederum vor allem die Leber stärken, die wichtige Aufgaben in unserem Körper erfüllt (z. B. Entgiftung, Eiweiß-Synthese, Enzym- und Blutbildung, Fettstoffwechsel…). Sie ist das Organ des „Aufbaus“ und der Energiespeicherung, ohne Leber ist bis heute kein Überleben möglich. Grüne Heilsteine stärken den Lebenswillen und wirken harmonisierend, nachdem aufgestaute Emotionen sich endlich entladen konnten. Grün soll die Sinneswahrnehmung verbessern und als „Farbe der Hoffnung“ optimistisch und interessiert aufmerksam machen. 

Blaue Heilsteine

Blautöne sollen den Flüssigkeitshaushalt (Ausscheidung, Flüssigkeitsverteilung) des Körpers sowie den Mineralstoff– und Hormonhaushalt regulierend ausgleichen. Im seelischen Bereich wirkt Blau zwar entspannend, hält das ganzheitliche System jedoch trotzdem in stetiger Bewegung. Blaue Heilsteine fördern das Streben nach Erkenntnis und offener Aufrichtigkeit. Man kann mit ihnen die Angst überwinden und mutig auf eine nicht immer angenehme Wahrheitssuche gehen.

Violette Heilsteine

Die reinigende und seelisch befreiende Wirkung kann man bei der Anwendung von violetten Heilsteinen am deutlichsten erleben. Violett wirkt sich positiv auf die Gehirnaktivität, Nerven, Haut und Lunge (Atmung, Sauerstoffaufnahme, Kohlendioxid-Abgabe) aus, stimuliert aber ebenso die Wasseraufnahme im Dickdarm und dadurch auch die Ausscheidung. Seelisch und geistig fördern violette Heilsteine eine empathische Kommunikation sowie eine sichere Entscheidungs- und Unterscheidungsfähigkeit. Ebenso kann sich die Aufnahme an Informationen und das Erinnerungsvermögen verbessern sowie eine größere, geistige Freiheit (Horizonterweiterung) einstellen.

Bunte Heilsteine

Hier kommen die spielerischen Aspekte des Lebens zum Zuge, denn bunte Heilsteine zeigen ein mehrfarbiges Wirkspektrum, das den ganzen Organismus anregen und Heilungsprozesse beschleunigen kann. So wirken farbig, bunt schillernde Heilsteine besonders aufbauend und stellen die Lebensfreude und das Vergnügen an angenehmer, erholsamer Zerstreuung in den Mittelpunkt. Sie gelten als sogenannte „Urlaubssteine“, da man sich leichtfüßig der kreativen Verwirklichung von Ideen und Vorstellungen widmen kann, wobei man spielerisch ganz neue Möglichkeiten entdeckt.

Farblos-klare, weiße und silberne Heilsteine

Diese Heilsteine nehmen allesamt kein Licht in sich auf, sodass in der totalen Lichtreflexion kein Farbeindruck entstehen kann. In ihrer „Neutralität“ erreicht uns hier das ganze Spektrum der Lichtfarben, das den vorhandenen Zustand unterstützt bzw. verstärkt. Deshalb eignen sie sich hauptsächlich zur Ergänzung anderer Heilsteine, um deren Wirkung zu steigern. 

Körperlich sollen diese farblosen Heilsteine beispielsweise bei Schwäche- und Kälteempfindungen oder Gefühllosigkeit helfen, indem sie Energie zuführen. Seelisch-geistig können klare Mineralien eine innere Klarheit und Reinheit fördern, während sich silberne Exemplare eher als „Spiegel“ der Seele erweisen, und damit die Selbsterkenntnis voranbringen. Farblose Heilsteine stehen vor allem für Neutralität, Vollkommenheit und Fülle.

Schwarze Heilsteine

Da diese Heilsteine das gesamte Licht in sich aufnehmen (absorbieren), eignen sie sich bestens, um Energieüberschüsse in sich aufzunehmen, wie sie bei Schmerzzuständen oft entstehen. Mit schwarzen Heilsteinen kann man Blockaden (Energiestaus) im Körper auflösen, die nicht selten aus seelischen Nöten entstanden sind. Obwohl diese dunkelsten Steine kein bestimmtes Organ ansprechen, schaffen sie doch die Grundlage, dass eine therapeutische Anwendung mit anderen Heilsteinen in einem entspannten und schmerzfreien Zustand möglich ist. 

Schwarze Heilsteine wirken außerdem abgrenzend, sodass man konzentriert, ausdauernd und belastbar Wesentliches erledigen kann. Durch die „Abwesenheit von Licht“ kann man mit schwarzen Mineralien zusätzlich das eigene, innere Licht entdecken, aber ebenso die Schattenseiten, die oft unliebsam im Unterbewusstsein verborgen sind (Selbsterkenntnis durch „Schattenarbeit“).

Die Farbe in unserer Sprache

Da die Farbe eigentlich immer die innere Beschaffenheit eines Minerals, Gegenstands oder Wesens aufzeigt, tritt sie als „charakteristischeEigenschaft zutage. Ganz nach dem althochdeutschen „Farawa“ für „Farbe“, das einst objektiv die Wesensart eines Lebewesens oder Gegenstands beschrieb, und so für alle sichtbar der „Wahrheit verpflichtet“ war („Farbe bekennen„). Als maßgebliches Sinneserlebnis wirkt Farbe allumfassend auf unsere Emotionen, sodass sich entsprechende Redewendungen mit klarer Aussage auch in unserer Sprache finden lassen.

Adjektive der besonderen Art

Alle wissen, was es bedeutet, wenn jemand „Rot sieht“ oder „gelb vor Neid“ keinen guten Faden am anderen lässt. Wer auf „rosaroten Wolken“ schwebt, hat den Blick für die „graue Realität“ verloren und wer zu viel Alkohol intus hat, ist „völlig blau„, sodass er wahrscheinlich an Arbeitstagen „blau machen“ (krankfeiern) muss. Rosige Zeiten oder ein „goldenes Zeitalter“ haben eine ganz besonders angenehme Prägung für den Menschen, während ein „schwarzer Freitag“ in die Geschichte einging. Wer unschuldig ist, trägt eine „weiße Weste“ und wer „rotes Blut an den Händen“ hat, kann diese nicht mehr in Unschuld waschen…

Es gibt unzählige Beispiele, bei denen die Farbe mehr aussagt, als eine abstrakte Wortwahl, da sie automatisch auch eine zusätzliche Emotion im Gepäck hat. So gelten besonders Fantasiebegabte bei verunsicherten Mitmenschen oft als Tagträumer, die nur „bunte Flausen“ im Kopf haben und so mancher Zeitgenosse ist bekannt wie ein „bunter Hund„, selbst wenn er noch nicht „ganz grün hinter den Ohren“ ist und das „Blaue vom Himmel“ herunterlügt …

Objekt und Farbe

Die einzige Sekundärfarbe, die ebenso ein entsprechendes Objekt beschreibt, ist „Orange„, die man komplett ausgesprochen als Südfrucht auch essen kann. Alle anderen Grund- und Sekundärfarben (Rot, Blau, Gelb, Grün, Violett) stehen als Eigenschaftswort (Adjektiv) für sich allein.

Weitere Farbbeispiele sind der namengebende Schmuck- und Heilstein „Türkis“ (Mischung aus Blau und Grün) und die braungrüne „Olive„. Die „Rose“ ist nah an „rosé“ und der Rotwein „Bordeaux“ beschreibt den entsprechenden dunklen Rotton.

Farbige Kleidung

Besonders die Kleidungsindustrie bedient sich inzwischen gerne bei der Natur und ihren Erzeugnissen, um durch attraktive Farbbeschreibungen den Kaufreiz zu erhöhen (zitrone, aprikot, ockergelb, mint, grasgrün, apfelgrün, salbei, lavendel, nussbraun, maron, sand, kupfer, taubenblau, kornblumenblau, tomatenrot, feuerrot, pechschwarz, nebelgrau …). Denn wer möchte schon ein mausgraues oder kotzgrünes T-Shirt tragen, selbst wenn die Beschreibung passend wäre. 

Außerdem ist beispielsweise Blau nicht gleich Blau, denn Babyblau, Marineblau oder Königsblau lassen verschiedene Assoziationen zu und sprechen damit auch unterschiedliche Käuferkreise an.  Aber auch Produkte des täglichen und besonderen Gebrauchs stehen teilweise Pate für die Beschreibung einer Farbe, so gibt es beispielsweise die Farbtöne „Flaschengrün“, „Ziegelrot“ oder „Champagner“ für ein gelbliches Weiß. Auch hier klingt das teure, alkoholische Genussmittel besser als „Gilb“.

Die Bedeutung der Farbe

Als visuell geprägtes Wesen, reagiert der Mensch zuallererst auf die Farbe eines Gegenstands. Erst danach nimmt er die äußere Form und andere Merkmale, wie beispielsweise die prägnante Oberflächenbeschaffenheit, Härte oder das Gewicht, wahr. Wie bedeutend die Farbwahrnehmung tatsächlich ist, zeigt ein Experiment, bei dem das geschriebene Wort gegen die Farbe antritt.

Blau in Rot

Wenn die fetten Buchstaben „B L A U“ in der dominanteren Farbe „Rot“ gefärbt erscheinen, sorgt dieser Widerspruch in unserem Gehirn für eine kurze, messbare Irritation, denn „Rot“ ist der erste gedankliche Eindruck, selbst wenn das Wort „Blau“ beschrieben wird. Folgen mehrere Farbbegriffe hintereinander als „Text“ in der „falschen Farbe“  dargestellt, so empfinden die meisten Menschen das laute Vorlesen mühsamer, als gewohnt. Somit ist es wohl kein Zufall, dass sich eine schlichte, schwarze Schrift auf neutralem, weißem Hintergrund „schwarz auf weiß“ durchgesetzt hat, denn diese Farbneutralität lenkt uns nicht vom schriftlichen Inhalt ab.

Demnach gehören Farben in den Einflussbereich unserer seelischen Erfahrungen und wirken hier besonders intensiv. Der Geist hingegen bevorzugt die beiden unbunten Farben „Schwarz und Weiß“, die keine emotionale Ablenkung zulassen. In der Redewendung „Farbe bekennen“ schwingt bis heute die ursprüngliche Wesensdeutung der jeweiligen Farbe mit, die in ihrem Charakter und ihrer Ausstrahlung der eigenen Wahrheit verpflichtet war.

Ohne Licht – keine Farbe

Die Farbenvielfalt der Mineralienwelt kann sich bestens mit der Blütenpracht der irdischen Flora messen. Während allerdings die rote Rose der Liebe nach einigen Tagen verwelkt ist, überdauert ein Rubin als Liebesbeweis Jahrhunderte und mehr. Beide Beispiele profitieren jedoch von ähnlichen stofflichen Eigenschaften, die das „Spiel“ mit den „Kindern des Lichtes“ erst ermöglichen, denn ohne Licht gäbe es für uns auch keine Farben. 

Mystische oder optische Phänomene 

Waren einst die Farben eng mit mystischen Weltbildern, Göttern oder fernen Planeten verbunden, die ihnen Kraft und Wirksamkeit verschafften, so hat die moderne Wissenschaft diese Anschauung schon lange entmystifiziert. Heute sind Farben spezifische Lichtfrequenzen, die sich in ihrer Wellenlänge unterscheiden und durch Absorption und Reflexion des weißen Sonnenlichts entsprechende Farbeindrücke in unserem Auge und Gehirn hinterlassen. Dabei spielt die beobachtende Person und das jeweilige optische Sinnesorgan eine wesentliche Rolle, welche Farbe tatsächlich wahrgenommen wird. Bienen sehen beispielsweise ein völlig anderes Farbspektrum als der Mensch, wobei allerdings selbst jeder Mensch je nach genetischer und sozial-lokaler Prägung seine ganz eigene „Farbinterpretation“ in sich trägt.

Die Physik erklärt die Farbenvielfalt

In Physikbüchern kann man die Funktionsweise der „Licht-Aufspaltung“ in ihre unterschiedlichen Wellenlängen durch ein natürliches (Regentropfen) oder künstliches (Glas) Prisma anschaulich nachlesen. Während das Licht die Voraussetzung für unsere optische Wahrnehmung ist, so kennzeichnet die Farbe in ihrer jeweiligen Form, was wir sehen.

Doch was wäre das Licht ohne die Materie und ohne ein beobachtendes Wesen, das dieses Spiel mit Formen und Farben, gebührend wahrnimmt. Denn Licht breitet sich einfach nur ganz neutral in alle Richtungen aus, sodass es ohne den „Widerstand“ eines materiellen Objekts und einen passenden Wahrnehmungssensor (Auge) gar nicht sichtbar wäre. Farbe entsteht nämlich nur in unserem Gehirn, wenn ein Lichtstrahl auf einen Gegenstand trifft, der einen Teil des Lichtes verschluckt (absorbiert) und den restlichen Anteil wieder zurückwirft (reflektiert).

Dabei erscheint ein Objekt, das beispielsweise alle blau erscheinenden Wellenlängen des Lichts in sich aufnimmt und die roten Wellen dagegen zurücksendet, für das betrachtende Auge in der Farbe „Rot“. Dementsprechend absorbieren schwarze Gegenstände das komplette Licht, während weiße Oberflächen das gesamte Lichtpotential mit allen Wellenlängen gänzlich reflektieren.

Der Regenbogen als Naturphänomen

Wer diesem bunten Naturschauspiel am Himmel begegnet, kann die Augen nur schwerlich von dem riesigen Farbenfächer abwenden. Bis heute möchte man glauben, dass am Ende des Farbenspiels eines Regenbogens ein Schatz vergraben ist. Dabei ist „Over the Rainbow“ inzwischen längst alles „entzaubert“, denn unzählige Wassertropfen fungieren als natürliche Prismen und zerlegen bzw. spalten das weiße Sonnenlicht in seine Spektralfarben Rot, Orange, Gelb, Grün, Blau, Indigo und Violett. Diese Farbwahrnehmung bezieht sich jedoch nur auf den Menschen, denn keiner weiss, welchen Farbeindruck ein Regenbogen mit seinen, für das menschliche Auge sichtbaren, sieben Spektralfarben bei anderen Lebewesen hinterlässt. 

Additive Farbmischung

Verschwindet das Sonnenlicht hinter den Wolken und dem Horizont, entsteht Dunkelheit bis hin zur absolut schwarzen Nacht, bei der jegliches Licht fehlt. Dann stehen Wolken oder gar der ganze Planet dem Licht (Sonne) im Wege, sodass sich ein Regenbogen-Gebilde sofort auflöst. Besonders beeindruckend ist in diesem Zusammenhang auch heute noch eine Sonnenfinsternis, die den Tag für wenige Minuten in Dunkelheit taucht. Selbst wenn es sich inzwischen nicht mehr um ein Zeichen einer Gottheit handelt, so reagieren die Menschen immer noch mit einer großen Faszination und Ehrfurcht auf dieses seltene Ereignis, das den Tag zur Nacht werden lässt.

Endet jedoch der Regenschauer und die Wasser-Prismen lösen sich auf, während das Sonnenlicht weiter durch die Wolkendecke bricht, verschwindet der Regenbogen ebenso. Obwohl in diesem Beispiel genügend Licht vorhanden ist, verflüchtigt er sich langsam, da sich alle zuvor durch die Regentropfen abgespaltenen Spektralfarben erneut überlagern. Zuerst werden die Farben schwächer, bis sie sich schließlich völlig auflösen und die weißen Lichtstrahlen der Sonne zurückkehren, die nun wieder alle Lichtfarben in sich vereinen. Bei der „additiven Farbmischung“ fügen sich somit alle Frequenzen der Lichtfarben übereinander, sodass weißes Licht entsteht (lat. „addere“ für „hinzufügen“).

Subtraktive Farbmischung

Im Gegensatz zur additiven Farbmischung der verschiedenen Lichtfarben, bezieht sich die subtraktive Farbmischung auf die Farbstoffe, die ein Objekt beschreiben. Die unbunte Farbe „Weiß“ entsteht hier, wenn eine Oberfläche keine bunten Farbstoffe zeigt, und so aufgrund seiner farblosen Beschaffenheit das gesamte Farbspektrum zum beobachtenden Auge zurückwirft (Reflexion allen Lichts). Entsprechend wird bei schwarzen Gegenständen alles Licht aufgenommen (Absorption allen Lichts) und somit dem Licht alle Farben „entzogen“ (lat. „subtrahere“ für „entziehen“). Das Mischen von Farbpigmenten (Magenta, Cyan und Gelb) und die Verwendung von speziellen Farbfiltern sind Beispiele für eine „subtraktive Farbmischung“.

Wie entstehen die Farben der Minerale?

Um eine bestimmte Farbe auszubilden, benötigt ein Mineral sogenannte „Farbzentren„, deren Elektronen die einfallenden Lichtstrahlen bzw. Lichtenergien aufnehmen und in „Bewegungsenergie“ umsetzen. Ebbt diese Bewegung wieder ab, wird die gespeicherte Energie erneut in Form von Wärme (Infrarot-Strahlung), Mikrowellen oder sichtbarem Licht freigesetzt. Allerdings ist diese Eigenstrahlung eines Minerals oft nur schwer erkennbar.

Dabei entsteht Infrarot-Wärme, wenn ein Stein eine längere Zeit in der Sonne liegt, sodass man diese Temperaturveränderung fühlen und messen kann. Einige Minerale wiederum besitzen eine sichtbare Leuchtkraft (Fluoreszenz), die man jedoch meistens nur in einer dunklen Umgebung unter UV-Licht nachweisen kann… Und Mikrowellen sind für unser Auge schlichtweg unsichtbar, sodass man schlussendlich nur die restlichen Lichtwellen des ankommenden, weißen Lichts wahrnehmen kann, die nicht vom Mineral absorbiert, sondern reflektiert werden.

Farbzentren durch Metalleinlagerungen

Am häufigsten kommen Farbzentren vor, die durch elektrisch geladene Mineralstoffe (oft Metalle) entstehen. Da viele Metalle wie beispielsweise Eisen, Chrom, Kupfer oder Mangan bestimmte Farbbereiche des weißen Lichts absorbieren können, nennt man sie „Farbträger“ oder „Chromophore„, nach dem griechischen „chroma“ für „Farbe“ und „phoros“ für „tragend“.

Eigenfarbe oder Fremdfarbe?

Ist der färbende Metallanteil im Mineral hoch genug, dass er in der chemischen Formel vorkommt, entsteht durch die „Eigenfarbe“ des Minerals eine sogenannte „idiochromatische Färbung„. Bei einer Strichprobe hinterlässt dieses Mineral teilweise den gleichen Farbabrieb, wie sein optischer Farbeindruck schon andeutet. Dieser farbige Strich ist ein Zeichen dafür, dass im Mineral genügend Farbzentren vorhanden sind. Minerale mit Eigenfarbe sind eher selten, bekannte Beispiele sind Hämatit (roter Strich), Malachit (grüner Strich) oder Azurit (blauer Strich).

Im Gegensatz dazu, verursachen geringe Metallanteile oder gar nur winzige Spuren an Fremdstoffen eine „Fremdfarbe„, deren gering vorkommenden Farbzentren nur einen farblosen, weißen Strich hinterlassen. Beispiele für farbige Heilsteine mit einer Fremdfarbe sind beispielsweise Fluorite und alle farbigen Quarze (Rosenquarz, Amethyst…). Somit kann man mit der Strichprobe, bei der ein Mineral auf einer kleinen, rauen Tafel gerieben wird, sicher feststellen, ob der farbliche Eindruck durch eine Eigen- oder aber durch eine Fremdfarbe verursacht wird.

Farbzentren durch freie Elektronen

Während der Entstehung eines Minerals können Elektronen aus den Atomen herauskatapultiert werden, die sich danach an einer anderen Kristallgitter-Position wiederfinden lassen. Dies kann unter dem Einfluss von natürlicher, radioaktiver Bestrahlung geschehen. Nach der Ausbildung des Kristallgitters können diese „freien Elektronen“ allerdings nicht mehr an ihren eigentlichen Platz zurückkehren und werden so zu Farbzentren, die einfallende Lichtenergie besonders leicht aufnehmen. Minerale dieser Färbung zeigen immer eine weiße Strichfarbe, da keine stoffliche Substanz (z. B. Metall) vorhanden ist, die einen farbigen Strich erzeugen könnte. 

Nichts ist ewig haltbar!

Manchmal absorbieren Steine mit freien Elektronen im Kristallgitter das völlige Spektrum der Lichtfarben, sodass sie dunkelbraun bis schwarzbraun erscheinen (z. B. Rauchquarz). Allerdings kann man diese Farbzentren durch Erhitzen schnell wieder zerstören, da die Energiezufuhr die Kristallstruktur gewissermaßen „zum Schwingen“ bringt und so eine Rückkehr der freien Elektronen an ihren angestammten Platz möglich macht.

Farbgebende, strukturelle Eigenschaften

Nicht nur die Farbzentren von Mineralstoff-Einlagerungen oder freien Elektronen können farbige Mineralien hervorbringen, sondern auch innere, mikroskopisch kleine Strukturen. Winzige Fasern oder Tröpfchen, aber auch Risse, Spalten oder Lamellen im mikroskopischen Bereich können die Lichtbrechung sowie die Absorption und Reflexion verschiedener Farbfrequenzen ebenfalls so beeinflussen, dass ein farbiger Eindruck entsteht. 

Fasern, Silicium-Kügelchen und Lamellen

Beispiele sind hier die feinfaserigen Kristalle des eigentlich farblosen Chalcedons, in dem alle roten Anteile verschwinden, sodass nur ein heller Blaueindruck übrig bleibt. Aber auch die einzigartige Struktur der Opale, die aus mikroskopisch kleinen Silicium-Kügelchen besteht, bringt durch die Lichtbrechung an diesen gewölbten, winzigen Oberflächen oft spektakuläre Lichtspiele und Reflexionen hervor, wie die edlen Kristallopale, Black Opale oder Light Opale beweisen. Feine Lamellen wiederum beeinflussen das Farbenspiel des Labradorits und Mondsteins.

Der sogenannte „Tyndall-Effekt“ (Entdecker ist der irische Physiker „John Tyndall“) beschreibt, wie sich das Licht an mikroskopisch kleinen Teilchen der inneren Struktur eines Minerals bricht, sodass einzelne Farbfrequenzen verschluckt (Absorption) und die restlichen Farbstrahlen an das beobachtende Auge zurückgesandt (Reflexion) werden. 

Farbeindrücke durch Einschlüsse

Letzte Möglichkeiten der Mineral-Farbentstehung sind feste, flüssige oder gasförmige Einlagerungen in den einzelnen Mineralien, die ebenfalls das vorhandene Licht entscheidend beeinflussen können. Diese Einschlüsse unterscheiden sich in ihrer Wirkung nicht wesentlich von den oben erwähnten strukturellen Eigenschaften eines Minerals, sodass auch hier der „Tyndall-Effekt“ greift. Allerdings handelt es sich in diesem Falle nicht um strukturelle Veränderungen (Risse, Spalten…) oder Besonderheiten (Silicium-Kügelchen), sondern um beispielsweise eingelagerte, feinste Rutil-Nadeln, die den Lichteinfall stören, und so die Mineralfarbe entsprechend verändern. Diese Nadeln verursachen außerdem in der Lichtbrechung Effekte, die bei einigen Edel- und Schmucksteinen einen seltenen „Asterismus“ verursachen. Beispiele für Heilsteine mit Sternbildung sind Stern-Rosenquarz oder die beiden Korunde „Stern-Rubin“ oder „Stern-Saphir“. 

Wasser- und Gas-Einlagerungen

Nicht nur feste Substanzen, wie die erwähnten Rutil-Nadeln, können die Lichtbrechung verändernd beeinflussen, sondern auch fein verteilte, mikroskopisch kleine Wassertröpfchen oder Gaseinschlüsse. Sie lassen das Vulkanglas „Obsidian“ in allen Regenbogenfarben schillern (Wasser) oder verleihen manchen Exemplaren einen goldenen oder silbernen Schimmer (Gas).

Die Unvollkommenheit macht den Reiz aus!

Alle „farbgebenden“ Beispiele beweisen deutlich, dass das Phänomen „Farbe“ kein Kind der stofflichen und strukturellen Reinheit ist, sondern gerade durch die innere Unvollkommenheit an Reiz gewinnt. Nur die Anwesenheit von Metall-, Wasser- oder Gaseinlagerungen sowie inneren, freien Elektronen oder störenden Fehlern in der Gitterstruktur ist verantwortlich für die optische Farbenvielfalt der Schmuck- und Heilsteine.

Die Geschichte der Steinheilkunde

Genau bestimmbar sind die Anfänge der Steinheilkunde nicht, da es aus der Frühgeschichte der Menschheit keine Aufzeichnungen gibt. Man weiss durch Grabungsfunde, dass der Mensch kleinere, attraktive Steine schon früh als Talisman nutzte, und Grabbeigaben verschiedener Schmuck- und Edelsteine beweisen, dass man auch an eine magische Wirkung glaubte. 

Das alte Ägypten

Weltberühmt ist die goldene Totenmaske des „Tutanchamun“, die mit ihren Einlegearbeiten und Verzierungen bis heute Interessierte fasziniert. Dabei stand der intensiv blaue, dominierende Lapislazuli in Verbindung mit dem Göttlichen und war überwiegend dem Pharao zur Nutzung vorbehalten. Da dieses Altägyptische Kunstwerk nicht für menschliche Augen gedacht war, macht hier vor allem eine symbolische Deutung in Richtung magische Schutzwirkung einen Sinn, die dem Pharao auch nach dem Tode ein sicheres, prachtvolles Leben versprach.

Schmuck als Zeichen der Macht

Um seinen göttlichen Machtanspruch zu demonstrieren, war allein dem Pharao ein goldener Brustschmuck vorbehalten, der auch reich mit edlen Steinen verziert war. Neben Lapislazuli war der blaugrüne Türkis ein weiterer beliebter Schmuckstein, den man oft als „Skarabäus-Talisman“ zum Schutz auf der Brust trug. Armreife, Ringe, Broschen und Ketten aus kostbaren Metallen und Schmucksteinen zeichneten vor allem den Adel aus, aber auch Beamte, Soldaten und das einfache Volk hatten schützenden Amulette, die natürlich aus entsprechend geringer wertvollen Materialien gefertigt waren. 

Altägyptische Edelstein-Vorkommen

Schon vor über 2000 Jahren belieferte Ägypten das Römische Reich mit intensiv grünen Smaragden. Der leuchtend grüne Peridot wiederum galt sogar als „Edelstein der Sonne“ und soll der Lieblingsstein von Kleopatra gewesen sein. Inzwischen gilt er als „Nationaledelstein“ des modernen Ägyptens.

Altägypten und Burma waren in der Antike die Hauptlieferanten dieser grünen Kostbarkeiten. Ägypten hat bis heute, neben seinen Edelstein- und Goldvorkommen, einiges an weiteren Bodenschätzen zu bieten.

Bei Grabungen sind außerdem goldene Schmuckstücke mit beispielsweise Karneol, rotem Jaspis oder intensiv grünem Malachit wieder ans Tageslicht gekommen. Man geht auch hier davon aus, dass nicht allein die optisch schmückende Eigenschaft im Vordergrund stand.

Steinerne Kräfte vor der Antike

Aus der Zeit vor der sogenannten „Antike“ (800 v.u.Z. bis 600) ist wenig bekannt und überliefert, da man erst ab dieser Epoche viel niederschrieb und der Nachwelt hinterlassen wollte. Man weiss jedoch, dass man Steine einst als Teil der lebendigen Natur und somit auch als eine lebensähnliche Daseinsform betrachtete, der man bestimmte Eigenschaften und eine eigene Ausstrahlung zugestand. Entsprechend respektvoll ging man mit ihnen um und versuchte ihre schützende Ausstrahlung zur Verbesserung der körperlichen Leistungsfähigkeit und mentalen Stärke zu nutzen. Ihr Einsatz in rituellen, magischen Handlungen ist außerdem ziemlich sicher.

Die Renaissance der „lebendigen Steine“

Interessanterweise gibt es heutzutage erneut Menschen, die unsere Erde auf diese Weise betrachten, nachdem inzwischen jahrhundertelang ein riesiger Raubbau auf ihr stattfindet. Doch für viele ist es ein sehr großer Schritt von einem toten, steinernen Planeten, mit dem man aufgrund des technischen Fortschritts tun kann, was man will, zu einem großartig funktionierenden, lebenden Wesen.

Trotzdem wächst die Heilstein-Fangemeinde in einer immer undurchschaubareren, digitalen Welt wieder deutlich an, denn viele Menschen suchen nach Stabilität, Geborgenheit und Harmonie. Das ist zwar nicht neu, aber scheinbar hat der wirtschaftliche und technische Fortschritt keine geeigneten Lösungen zu bieten, wenn man sein zuversichtliches Urvertrauen und den Glauben an eine hoffnungsvolle Zukunft verloren hat. Ein sicherer Weg oder Untergrund besteht aus solidem Stein, dementsprechend ist auch die Ausstrahlung vieler Steine erdend, beruhigend und entspannend. Schließlich baut niemand gerne sein Haus auf Sand oder in sumpfigen Mooren.

Götter oder natürliche Urgewalten

Da die Menschen schon immer die ungeheuren, oft auch zerstörerischen Kräfte ihrer „irdischen Heimat“ erkannten, versuchten sie sich vor ihren „launenhaften“ Ausbrüchen zu schützen und bemühten sich, die Erde bibelgerecht „untertan“ zu machen.  Waren diese Kräfte einst „Götter“, die man durch Opfergaben besänftigen wollte, so sind es heute wissenschaftlich nachgewiesene Naturgewalten, die den Naturgesetzen folgen. Allerdings trotz moderner, technischer Möglichkeiten sind die Naturphänomene zwar erklär- und teilweise vorhersehbar, aber immer noch ungezähmt.

Während Götter hinter einem Sturm eine klare Absicht vermuten lassen, entdeckte wissenschaftliches Forschen im Laufe der Jahrhunderte die gesetzmäßigen Zusammenhänge erklärbarer Naturgewalten. Neutrale Naturgesetze gehorchten nun keinen menschlichen oder göttlichen Vorgaben mehr, sondern wirkten sich völlig unabhängig von eventuellen Beobachtern oder Verursachern (Götter, Engel, Teufel, Dämonen, Hexen, Magiern oder Menschen) aus… Zumindest solange, bis die Quantenphysik nachwies, dass das Verhalten von Teilchen auf subatomarer Ebene doch davon abhängig ist, ob jemand zuschaut oder nicht.

Schmuck- und Edelsteine in der Antike

Der Wunsch des Menschen, die Kräfte der Natur irgendwie zu verstehen, ist die Antriebsfeder, die im Laufe der Jahrhunderte die Art des menschlichen Denkens stark veränderte. Das Loslösen von Gedanken der göttlichen Vorbestimmung und eines überirdischen Eingreifens in die Belange des Menschen machte schließlich wissenschaftliche Vorgehensweisen möglich, die das alte, religiös geprägte Weltbild aus den Angeln hob.

Menschlicher Wissensdurst und Naturgötter

Forschende Denker schrieben im europäischen Raum erstmals in der Antike ihre Anschauungen nieder, allerdings herrschten hier nach wie vor „Götter“ mit allzu menschlichen Eigenschaften über die Welt und trieben angeblich in menschlicher Gestalt ihr naturgewaltiges Unwesen (z. B. der griech. Hauptgott „Zeus“ mit seinen machtvollen Blitzen und unzähligen amourösen Affären).
Diesen Göttern, die man weltweit in allen Kulturen finden kann, ordnete man nicht nur die Macht über einzelne Naturgewalten (Gewitter, Stürme, Erdbeben, Vulkanausbrüche…) zu, sondern auch bestimmte menschliche Eigenschaften sowie einzelne Planeten, Heilpflanzen und ganz bestimmte Steine.

Archetypische Göttervielfalt

So gibt es Sonnen-, Donner-, Kriegsgötter und Friedensgöttinnen, aber auch Götter und Göttinnen der Liebe, Fruchtbarkeit und Ernte oder Gerechtigkeit und Weisheit, der Unterwelt und des Todes, des Meeres und der Gezeiten… Eine Liste fast so unendlich, wie die Vorstellungskraft des Menschen. Diese „universellen Gestalten“ sind Archetypen mit charakteristischen Eigenschaften und Verhaltensweisen, die überall gleichermaßen auf der ganzen Welt vorkommen, allerdings angepasst an die jeweilige Kultur.

Eine „Steinheilkunde“ im heutigen Sinne gab es damals natürlich noch nicht, allerdings ordnete man jeder göttlichen Gestalt auch heilige Edelsteine zu, die im entsprechenden „göttlichen Bereich“ zur Heilung ebenso selbstverständlich eingesetzt wurden wie beispielsweise Kräuter. Ein Unterschied zwischen einer medizinischen Behandlung und einem religiösen Ritual existierte zu dieser Zeit noch nicht, sodass irdische und kosmische Kräfte meistens Hand in Hand gingen.
Das Wirken der Götter und Göttinnen umfaßte die ganze Welt, die Jahreszeiten, das Wetter, den Lauf der Sonne, des Mondes und der Planeten, den Wechsel von Tag und Nacht, Gesundheit und Krankheit…
Dennoch hatten Edelsteinen auch damals schon eine besondere Bedeutung, denn in vielen, verschiedenen, antiken Kulturen wie Griechenland, Rom, Mesopotamien, Ägypten oder Indien ordnete man dieselben Schmuck- und Edelsteine derselben Art von Gottheit zu. Dies lässt darauf schließen, dass sich die Menschen der verschiedenen Kulturen über die grundverschiedenen Wirkungsweisen der unterschiedlichen Steine im Klaren waren.

Beliebte Heil- und Schmucksteine in der Antike

Wie in Altägypten liebte man auch in der Antike den königsblauen Lapislazuli und den charakteristisch grünen Smaragd sowie Karneol (roter Chalcedon) und andere Chalcedon-Varietäten. Durch den Handel mit fernen Ländern und durch Kriegszüge gelangten aber auch violetter Amethyst, Granat (Indien) und verschiedenfarbiger Jaspis in europäische Regionen.

Die Römer schätzten besonders die verschiedenen Muster und Erscheinungsformen der vielfältigen Jaspis-Familie, aber auch den schwarzen Onyx und dreifarbigen Sardonyx. Im antiken Griechenland waren zusätzlich auch Bergkristalle besonders liebt.

Steinheilkunde und die Astrologie

Die Steinheilkunde war in ihren Anfängen untrennbar mit der Astrologie verknüpft, denn jeder Stein besaß einen Bezug zu einem ganz bestimmten Planeten. Somit wurde jeder Steine zu einer „handhabbaren“ Größe eines Planeten, den man als Ausdruck göttlicher, kosmischer Kräfte zur Heilung heranziehen konnten.

Rote Steine und der „Rote Planet“

In ihrer Einordnung besaßen allerdings manche Schmuck- und Edelsteine auch eine oberflächlich betrachtete Widersprüchlichkeit. So verband man beispielsweise rote Steine mit dem kriegerischen Gott „Mars„, der sich im heutigen „roten Planeten“ wiederfindet, da die Farbe „Rot“ eine enorme Energie der „männlichen Ausstrahlung“ (Yang) in sich birgt. Als Symbol für Leidenschaft, Schaffenskraft und Erotik, aber auch Aggression, Wut und Zerstörungskraft zeigt Rot ganz deutlich seine polare, schöpferische und zerstörerische Prägung.

Andererseits ordnete man jedoch beispielsweise den roten Rubin in manchen Kulturen (z. B. Indien)  weiblichen Göttern zu, weshalb er dort bis heute vorzugsweise in Schmuckstücken für Frauen auftaucht. Der Bezug auf Fruchtbarkeit, Sinnlichkeit und verführerische Erotik hat sich mit der Zeit auch hier im Westen durchgesetzt, sodass die Farbe Rot vorzugsweise als „Farbe der Liebe“ bekannt ist, und im roten Herz sein vielgenutztes Symbol findet. Rubine stehen weltweit, neben Diamant (Ewigkeit) und Saphir (Treue), ganz oben auf der Edelstein-Liste der Schmuckstücke mit „Bindungssymbolik“, die man als „Liebesbeweis“ verschenkt. 

Das Mittelalter

Antike Niederschriften über die Kräfte und Anwendungen von Heilsteinen stießen in den folgenden Jahrhunderten immer wieder auf interessierte Gelehrte, die diese Schriften in die jeweilige Sprache übersetzten oder einfach nur abschrieben. Dabei veränderte sich aber teilweise die Schreibweise oder der Wortgebrauch im Vergleich zu den antiken Quellen so wesentlich, dass diese Überlieferungen keine eindeutige Zuordnung der Mineralart, und damit auch Heilkraft der Steine, mehr zuließen. Demnach gab es im frühen Mittelalter kaum noch verwertbare Überlieferungen, sodass man das Interesse an Heilsteinen einige Zeit gänzlich verlor. Geändert hat sich diese Situation erst im 12. Jahrhundert, als eine Nonne wieder auf die Heilkraft der Schmuck- und Edelsteine aufmerksam wurde.

Ein „frischer Wind“ für Heilsteine

Durch die Benediktineräbtissin „Hildegard von Bingen„, die heute vor allem durch ihre Werke über Kräuter, deren Anwendung und zahlreiche, heilsame Rezepte bekannt ist, sind auch Heilsteine und ihre therapeutische Verwendung wieder in den Fokus alternativer Heilmethoden gerückt. Die außergewöhnliche Nonne beschäftigte sich intensiv mit verschiedenen Schmuck- und Edelsteinen, wobei einige ihrer niedergeschriebenen Beobachtungen und Interpretationen im therapeutischen Bereich aus heutiger Sicht auch etwas seltsam anmuten. Doch sie war die erste Person seit der Antike, die neue Erkenntnisse zur Wirkung von Heilsteinen sammelte und für die Nachwelt dokumentierte. (siehe Beitrag: „Hildegard von Bingen„)

Die Renaissance

Allerdings auch Hildegard von Bingen und ihre „Forschungen“ gerieten nach ihrem Tode schnell wieder in Vergessenheit, denn ihre Werke verschwanden in den Klosterbibliotheken, wo man sie über fast zwei Jahrhunderte hinweg unbeachtet aufbewahrte. Erst in der Renaissance (14. – 16. Jahrhundert) entstand ein erneutes Interesse an der traditionellen Steinheilkunde, was einige Niederschriften beweisen. Doch auch diese letzte Begeisterung verebbte nach kurzer Zeit schon wieder und das Interesse an den hilfreichen Steinen verschwand wieder einmal für mehrere Jahrhunderte.

Die Aufklärung

Mit dem Beginn der Aufklärung Ende des 17. Jahrhunderts begann auch der vorläufige Niedergang der Steinheilkunde. Die vernunftbetonte Philosophie dieser Zeit ließ nur das gelten, was sich rational, mit Hilfe des Verstandes erklären ließ. Da dies bei alternativen Heilmethoden wie der Steinheilkunde nicht möglich schien, verfrachtete man sie einfach in den Bereich des Aberglaubens. Obwohl sich therapeutisch mit Heilsteinen durchaus Erfolge erzielen ließen, fehlte jedoch die wissenschaftlich erklärende Grundlage, ohne die man auch die positiven Ergebnisse anzweifelte.

Alles was man sich nämlich nicht erklären, vorstellen oder beweisen konnte, galt ab dieser Zeit als dubios und unglaubwürdig. Man suchte und entwickelte wissenschaftliche Messmethoden, die „Fachleute“ ermächtigten „fundierte“ Urteile zu fällen. Dabei wurde so manches diskreditiert, was sich in der Geschichte der wissenschaftlichen Forschung später doch noch erklären ließ, weshalb man eigentlich auch heute besser von „vorläufigen Erkenntnissen“ in der Wissenschaft ausgehen sollte. Denn wer weiss, was der forschende Geist des Menschen in der Zukunft an „bahnbrechenden Wahrheiten“ noch findet?

Heilsteine im „Verborgenen“

Das physikalische Wissen über Atome und ihre Elementarteilchen sowie energetische Schwingungen, Kraftfelder und Energieströme, war zu dieser Zeit noch nicht vorhanden, sodass man Steine einfach nur als tote, unbewegliche Materie betrachtete. Als Folge davon verschwanden die Erkenntnisse über die „unerklärlichen und irrationalen Kräfte“ der Heilsteine in den „Geheimgesellschaften“ esoterischer Philosophien, die naturwissenschaftliches Wissen, verborgen vor der Öffentlichkeit, überliefern und so am Leben erhalten wollten.
Heute findet man allerdings nur selten diesbezüglich brauchbare, alte Überlieferungen, denn meistens sind sie verschlüsselt in Märchen und Mythen wiedergegeben, die nicht immer leicht zu verstehen sind. Hier kann das Buch „Kristall-Legenden“ von Moyra Caldecott eine Möglichkeit sein, sich dem Wissensschatz alter Überlieferungen anzunähern.

Die moderne Steinheilkunde 

Auch wenn die New-Age-Bewegung des 20. Jahrhunderts (Beginn in den 1970er Jahren) das Thema „Heilsteine“ neu belebt hat, so erlangte die „Steinheilkunde“ hierzulande erst durch den Buchautor „Michael Gienger“ in der 1990er Jahren auch in nicht esoterischen oder mystischen Kreisen an Bedeutung.

Ein wissenschaftliches Interesse an Steinen

Der leidenschaftliche Sammler von Mineralien entdeckte seine Bestimmung schon in seiner Kinderzeit, doch es sollte zwei Jahrzehnte dauern, bis Michael Gienger (1964-2014) selbst mit dem Thema „Heilsteine“ in Berührung kam. Da er früh ein wissenschaftliches Interesse an seinen Sammelstücken entwickelte und mineralogische Kenntnisse anstrebte, war sein erster Kontakt mit Heilsteinen eher von argwöhnischer Skepsis geprägt. Allerdings war Gienger immer schon sehr beeindruckt von der Schönheit und den Wundern der Natur, sodass er nach einem Jahr voller gesundheitlicher Beschwerden die Empfehlung eines Bekannten ausprobierte.

Ein Smaragd gegen Vereiterungen

Nachdem herkömmliche Medikamente keine Wirkung gezeigt hatten, folgte Gienger dem Hinweis des Bekannten und klebte mit einem Pflaster einen Smaragd auf die Stirn, um seine vereiterte Stirnhöhle zu therapieren. Unter dem Gedanken „Schaden kann es ja nicht“ erlebte er im Jahre 1985 sein erstes Heilstein-Wunder. Beeindruckt von der unerwarteten Wirksamkeit des Edelsteins, war sein Interesse erneut an Mineralien geweckt, die er einige Jahre vernachlässigt hatte. Allerdings dachte er als wissenschaftlich Interessierter eher an ein zufälliges Erlebnis, das einer Überprüfung bedurfte. 

Traditionelle Literatur und eigene Erfahrungen

Doch seine Suche nach passender Literatur zum Thema „Heilsteine“ fiel ernüchternd aus, denn die dort beschriebenen Erfahrungen und Aussagen  waren oft sehr widersprüchlich. Gienger weigerte sich, subjektive Erfahrungswerte anzuerkennen, die sich als allgemein gültige Wahrheiten verkauften. Ihm fehlte der wissenschaftlich mineralogische Ansatz, der bei einer therapeutischen Anwendung nicht nur die Farbe eines Minerals berücksichtigte.

In der Folgezeit widmete sich Gienger jedoch zuerst einmal anderen alternativen Heilmethoden (z.B. Shiatsu Akupressur, TCM…) und führte nur so nebenbei „Experimente“ mit Heilsteinen durch.

Eine Heilstein-Forschungsgruppe entsteht

Im Jahre 1988 folgte Gienger schließlich der Anregung seines Dozenten auf der Heilpraktikerschule und berichtete in einem ersten Seminar über seine Erfahrungen mit Heilsteinen. Überrascht vom allgemein großen Interesse, bildete sich schon im folgenden Jahr eine Forschungsgruppe, die bis ins Jahr 1993 ununterbrochen Heilsteine auf ihre Wirkung im seelisch-geistigen und körperlichen Bereich untersuchte und diese Erfahrungen dokumentierte. Unter dem Prinzip der „Arzneimittel-Prüfung“ testeten mehrere Personen über vier bis sechs Wochen das gleiche Mineral, indem sie den Stein am Körper trugen. Alle auftretenden seelischen, geistigen oder körperlichen Reaktionen und auftretenden Phänomene wurden regelmäßig erfasst und bald zeigte sich erstaunlicherweise ein „roter Faden“.

Charakteristische Gemeinsamkeiten traten zutage, sodass man nicht mehr von „Zufall“ sprechen konnte, denn die Personen der Forschungsgruppe waren in allen Altersgruppen (Schüler bis Rentner) und verschiedenen Berufsgruppen mit unterschiedlichem Bildungsweg vertreten.

Testphase in der therapeutischen Praxis

Um die Erfahrungswerte über die Wirksamkeit der einzelnen Heilsteine einem objektiven Test zu unterziehen, folgte eine Testphase in der Praxis von Heilpraktikern und Ärzten (m/w). Erst als auch dort die Resonanz positiv ausfiel, wagte man sich mit der „modernen Steinheilkunde“ in Vorträgen, Seminaren und Schulungen an die Öffentlichkeit.

Die „Analytische Steinheilkunde“

In den folgenden Jahren analysierte Michael Gienger die gesammelten Ergebnisse der Arbeitsgruppe und fand deutliche therapeutische Zusammenhänge, die auf die Bedeutung der Entstehungsweise eines Minerals hinwiesen. Die dabei entstandene, innere Struktur sowie die stoffliche Zusammensetzung (Mineralstoffe) und Farbe eines Heilsteins schienen maßgeblich für ein ähnliches Wirkspektrum zu sein. Diese Erkenntnisse waren schließlich entscheidend für die Entwicklung der sogenannten „Analytischen Steinheilkunde“ und Giengers prototypische „Lebensstile“, die sich aus der Ausstrahlung der verschiedenen Kristallstrukturen ergeben. 

In seinem Buch „DIE STEINHEILKUNDE, Ein Handbuch“ (Erstveröffentlichung 1995) beschreibt er sehr anschaulich und detailliert „Die Entdeckung der Kristallstruktur als Lebensstil“. Michael Gienger war sich immer bewusst, dass das Gebiet der Steinheilkunde niemals vollständig beschrieben werden kann, da vieles noch im Verborgenen schlummert, trotzdem konnte er sich zum Glück aufraffen einige Bücher zu verfassen, die den derzeitigen Wissenstand ab der Jahrhundertwende wesentlich mit geprägt haben. 

Energetische Heilung

In seinen Büchern hat Michael Gienger die Steinheilkunde erstmals als „Informationstherapieform“ vorgestellt, die über verschiedene Schwingungen einen energetischen Austausch zwischen Mensch und Mineralien ermöglicht. Da schwingende Energie überall zu finden ist und störende Frequenzen zunehmend auf biologische Organismen einwirken, liegt wohl auch die Heilungsmöglichkeit für die Zukunft im energetischen Bereich… und Energie ist nichts anderes als ein Informationsträger.

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