Steinheilkunde ist die Lehre, mit Hilfe von Steinen die körperliche und seelische Gesundheit zu fördern oder zu erhalten. Kurz gesagt: Man identifiziert ein eindeutiges Leiden nimmt einen ausgewählten Stein, um den Heilungsprozess zu unterstützten.

Muß man an Steine glauben?

Nein! Die Wirkung eines Heilsteins ist grundsätzlich zunächst einmal unabhängig davon, ob jemand daran glaubt oder nicht. Dies lässt sich daran sehen, dass Steine sowohl bei Kleinstkindern, bei Tieren und Pflanzen und auch bei Menschen, die der Steinheilkunde sehr skeptisch oder gar ablehnend gegenüberstehen, mit zum Teil großem Erfolg wirken.
Steine können sowohl zur Behandlung körperlicher als auch seelisch / psychischer Erkrankungen genutzt werden. Gerade die Arbeit im seelischen Bereich ist es, die zu der Meinung geführt hat, dass es notwendig ist, an die Heilwirkung der Steine zu glauben.
Um psychische Schwierigkeiten erfolgreich in den Griff zu bekommen, muss man dazu bereit sein, sehr intensiv und aktiv an sich zu arbeiten. Die Steine wirken als Unterstützung oder werden dazu benötigt, den inneren Entwicklungsprozess in Gang zu setzen. Bei dieser Art von Arbeit kann man sich innerlich gegen die anstehende Entwicklung sperren. Dann wirken die Steine auch nicht, weil wir Menschen dazu in der Lage sind so gut wie jeden Prozess abzublocken. Wenn man sich zur Zeit nicht auf einen solchen Prozess einlassen kann oder will, dann kann der richtige Stein das nicht ändern.

Wie wirken Steine?

Steine senden Schwingungen aus. Diese treten mit den körpereigenen energetischen Schwingungen eines lebenden Wesens in Kontakt. Wie auch in der Homöopathie gilt in der Steinheilkunde, daß die Steine Informationen besitzen, die einem Menschen derzeit fehlen können. Wenn jemand diese Informationen aufnimmt, wird er gesund.
Für naturwissenschaftlich orientierte Menschen, die sich für mehr Details interessieren, befindet sich eine ausführlichere Darstellung der Steinwirkung auf der Seite „Wie wirken Steine?“

Was kann man mit Steinen heilen?

Diese Frage läßt sich noch nicht abschließend beantworten. In der Praxis werden Steine selten als einziges Heilmittel verwendet. Heilpraktiker, die mit Steinen heilen, benutzen diese oft zur Unterstützung und zur Beschleunigung der Wirkung anderer Methoden, wie z.B. homöopathischer Medikamente, Akupunktur, Shiatsu-Behandlungen, Reiki oder auch der Bachblütentherapie. Gerade bei der Verbindung von Bachblüten mit Steinen zeichnen sich derzeit interessante Möglichkeiten ab. Im privaten Bereich gibt es jedoch viele Menschen, die Steine als einziges Heilmittel benutzen. Dabei werden diese genauso häufig zur Unterstützung psychischer Prozesse als auch körperlicher Beschwerden verwendet.

Wir möchten an dieser Stelle ausdrücklich vor Behauptungen warnen, dass Steine „Allheilmittel“ seien.
In vielen Büchern werden Steinen Kräfte zugeschrieben, die sie nicht besitzen und auch nicht besitzen können. So gibt es Aussagen, dass Steine Krebs und Multiple Sklerose oder sogar Erbkrankheiten heilen sollen. Dabei handelt es sich jedoch um unbewiesene Behauptungen, die äußerst gefährlich sind. Steine setzen nicht die Naturgesetze außer Kraft. Wenngleich ihre Wirkungsweise noch nicht endgültig erforscht ist, so können sie doch ganz sicher nicht bereits geschehene Veränderungen im Erbgut beeinflussen.
Allerdings können sie Menschen, die unter solchen Veränderungen leiden (oder unter schweren Krankheiten wie Krebs, Aids und Multipler Sklerose) sicherlich Erleichterung und Linderung ihrer Symptome verschaffen.
Für alle Besucher, die sich mit den Themen „Krankheit und Heilung“ tiefer beschäftigen wollen, möchten wir auf die zahlreichen Werke von Rüdiger Dahlke verweisen, der den Schlüssel zur Heilung eines Menschen in dem Verständnis seiner Krankheit sieht.

Wo kommt die Steinheilkunde her?

Wie viele andere Naturheilverfahren ist die Steinheilkunde im Prinzip sehr alt. Sie finden bei uns eine kurze Zusammenfassung ihrer geschichtliche Entwicklung und weiterführende Informationen über die modernen Forschungen zur Steinheilkunde, die zur Entwicklung der analytischen Steinheilkunde geführt haben.

Die Prinzipien der Steinheilkunde

Über die Heilwirkung von Steinen wird heutzutage viel geschrieben: In vielen Büchern finden sich allerlei Behauptungen über die – zum Teil wundersamen – Eigenschaften und Wirkungen die Steine angeblich haben sollen. Immer neue Mineralien und Gesteine werden auf den Markt geworfen und – um der besseren Absatzmöglichkeiten willen – kurzerhand als Heilsteine deklariert ( zum Thema Fälschungen ). Dabei gibt es nur wenige Möglichkeiten, festzustellen ob ein Stein die ihm zugesprochenen Eigenschaften tatsächlich besitzt: Selbst wenn ein Stein bei einem Menschen hervorragend geholfen hat, kann es sein, daß er einem anderen überhaupt nichts nützt. Auch ist es oft schwierig, unter all den Steinen die bei Erkältungen helfen sollen, denjenigen zu finden, der gerade zu jemanden paßt.
Eine Übersicht im Dschungel der Steinwirkungen bietet die von Michael Gienger entwickelte analytische Steinheilkunde, die auf den mineralogischen Eigenschaften eines Steines aufbaut und es ermöglicht, die Wirkungsweise eines Steines anhand seiner Entstehungsweise, seiner Kristallstruktur, der in ihm enthaltenen Mineralstoffe und seiner Farbe zu bestimmen:

Das erste Prinzip: Die Entstehungsweise

Steine können auf drei verschiedene Arten entstehen: Primär, direkt aus dem Magma (Vulkangesteine jeder Art, z.B. Obsidiane), Sekundär, durch Verwitterung und Ablagerung (Sedimente, Sand- und Tongesteine, z.B. Jaspis) und Tertiär, durch Umwandlung wie sie zum Beispiel bei der Auffaltung von Gebirgen vorkommt (viele hochwertige Steine entstehen auf diese Art, z.B. der Diamant). Die Entstehungsweise zeigt in welcher Lebenssituation der Stein wirkt: Ein primärer Stein hilft dabei Dinge in Angriff zu nehmen und zu beginnen, er wirkt grundsätzlich anregend. Ein sekundärer Stein stärkt die Durchführung und die Weiterentwicklung und hilft bei der Auseinandersetzung mit der Umwelt. Ein tertiärer Stein schließlich hilft dabei abzuschließen, zu beenden, sich zu lösen und – was sehr wichtig ist – bereit zu werden für einen Neuanfang.

Das zweite Prinzip: Die Kristallstruktur

Jeder Mensch hat bestimmte Vorlieben und Charakterzüge. Das Bedürfnis nach Ordnung ist zum Beispiel in jedem Menschen vorhanden, jedoch sehr unterschiedlich ausgeprägt: Manch einer ist nur glücklich wenn selbst seine Bleistifte exakt rechtwinklig auf dem Schreibtisch angeordnet sind während ein anderer die Wohnung höchstens einmal im Jahr aufräumt. Je nachdem welche Charakterzüge im Leben eines Menschen gerade dominieren, kann ihm ein Stein, dessen Kristallsystem die Eigenschaften seines Charakters unterstützt, besonders weiterhelfen. Daher kann bei einem Menschen der sich zuviel auflädt (rhombisch) der Dumortierit gegen Streß helfen, während einem anderen, dessen Gefühle häufig stark schwanken (monoklin) ein Chrysokoll viel mehr nützt. Die Kristallstrukturen helfen zu erkennen, bei welchen Menschen ein bestimmter Stein überhaupt wirkt.

Das dritte Prinzip: Die Mineralstoffe

Das Prinzip der Mineralstoffe ist nochmals unterteilt: Zum einen gibt es die Mineralklassen: Alle Quarze gehören zum Beispiel zur Mineralklasse der Oxide. Somit sind sie dazu in der Lage einem Menschen zu innerer Stabilität zu verhelfen und gleichzeitig seine Aktivität und Dynamik zu fördern. Hinzu kommen die in Stein enthaltenen Mineralstoffe, die dafür sorgen, daß der Amethyst lila aussieht (Eisen) während der Rosenquarz durch Mangan rosa gefärbt wird. Die stark unterschiedlichen Wirkungen von Amethyst und Rosenquarz lassen sich somit auf die in ihnen enthaltenen Mineralstoffe und auf ihre Farbe zurückführen. Die Mineralstoffe beschreiben was der Stein eigentlich bewirkt

Das vierte Prinzip: Die Farbe

Die Tatsache das Farben auf Menschen wirken ist schon seit langen bekannt. Es gibt mehrere Therapieformen, die ausschließlich mit der Wirkung von Farben arbeiten. Daher ist es naheliegend, daß auch die Farbe eines Steines einen Teil seiner Wirkung beinhaltet. So läßt sich neben der kühlenden (blau, grün, violett) und wärmenden (rot, orange, gelb) Wirkung einer Farbe beobachten, daß rote und orange Steine Herz und Kreislauf anregen, gelbe die Verdauung, grüne Leber und Galle, blaue den Wasserhaushalt und violette die Lunge. Diese Wirkung wird aber durch die Eigenschaften der Mineralstoffe häufig stark verändert.

Geschichte der Steinheilkunde

Frühgeschichte

Einen eigentlichen, genau bestimmbaren Anfang hat die Steinheilkunde nicht. Es ist vielmehr so, daß in der Antike – und in der Zeit davor, von der wir nur noch sehr wenig wissen – Steine, genauso wie alles andere in der Natur, als etwas lebendiges angesehen wurden. Interessanterweise fangen heutzutage viele Menschen wieder damit an, unsere Welt wieder auf diese Art zu sehen.
Diese Welt und das was wir in ihr vorfinden als etwas Lebendiges anzusehen ist ein sehr großer Schritt. Damit umgibt uns nicht mehr ein toter Planet, mit dem wir tun können was wir wollen. Vielmehr zeigt sich, daß alles was wir sehen können ein Ausdruck von geistigen Kräften ist. Diese Kräfte können wir nicht oder nur schwer direkt wahrnehmen, weshalb wir uns meistens darauf beschränken, ihre Auswirkungen zu erkennen und zu beschreiben. Früher wurden diese Kräfte „Götter“ genannt, heute bezeichnen viele Wissenschaftler sie als Naturgesetze. Sich Götter vorzustellen ist den Wissenschaftlern zu ungenau. Dies würde in ihren Augen bedeuten, daß z.B. ein Sturm nicht einfach entsteht, sondern auch eine Absicht hat zu stürmen. Neutrale Naturgesetze als etwas was halt entsteht und was Gesetzmäßigkeiten gehorcht, die von den Beobachtern unabhängig sind, schienen das Verhalten der Welt besser zu beschreiben. zumindest solange, bis die Quantenphysik nachwies, daß das Verhalten von Teilchen zumindest auf der subatomaren Ebene doch davon abhängig ist ob jemand zuschaut oder nicht.
Bevor die Naturwissenschaften im heutigen Sinne entstanden, bestand jedenfalls ein großer Bedarf danach, die Kräfte der Natur irgendwie zu verstehen. Damit sie leichter vorstellbar und damit verständlicher waren, wurden sie personalisiert, d.h. sie nahmen menschliche Gestalt an und benahmen sich so, wie auch Menschen es tun.
Diesen Göttern, von denen sich die wichtigsten weltweit in allen Kulturen finden wurden Eigenschaften und Kräfte in der Natur zugeordnet, darunter auch Planeten, Heilpflanzen und Steine. Bestimmte Eigenschaften von Göttern tauchen – soweit es uns bekannt ist – in allen Kulturen der Welt auf. So gibt es überall einen Donnergott, der Blitze und Donner schleudert. Eine solche Figur drängt sich einem ja auch geradezu auf, wenn man bei einem schweren Gewitter unter freiem Himmel steht. Diese „universellen“ Figuren, die überall auf der Welt gleich sind, werden auch als Archetytpen bezeichnet. Sie beinhalten Eigenschaften und Verhaltensweisen, die einem jedem Menschen vorstellbar sind.
Eine „Steinheilkunde“ in unserem Sinne gab es damals nicht. Allerdings wurde das Heilen mit Steinen als genauso natürlich angesehen wie das mit Kräutern und ein Unterschied zwischen einer medizinischen Behandlung und einem religiösen Ritual existierte überhaupt nicht. Damals wäre nicht einmal die Existenz eines solchen Unterschiedes vorstellbar gewesen.
Die Kräfte der Götter umfaßten die ganze Welt, alles was Menschen wahrnehmen konnten. Die Jahreszeiten und das Wetter, der Lauf der Sonne, des Mondes und der Planeten, Tag und Nacht, Gesundheit und Krankheit, all das war auf das Wirken und Wünschen der Götter zurückzuführen.
Dennoch kam auch damals schon den Steinen eine besondere Bedeutung zu:
In vielen verschiedenen Kulturen (z.B. in Indien, in Chaldäa, in Grichenland, in Rom, in Mesopotamien und in Ägypten) wurden dieselben Steine derselben Art von Gottheit zugeordnet. Dies läßt darauf schließen, daß die Menschen sich auch damals schon über die grundverschiedenen Wirkungsweisen der unterschiedlichen Steine im klaren waren.
Die Steinheilkunde war in ihren Anfangen untrennbar mit der Astrologie verknüpft. Im Prinzip wurden die Steine als „handhabbare“ Planeten betrachtet, als Ausdruck göttlicher Kräfte die zur Heilung herbeigerufen werden konnten. So gab es schon in der Antike Niederschriften über die Kräfte und Anwendungen von Steinen, die in den folgenden Jahrhunderten immer wieder abgeschrieben wurden.

Das Mittelalter

Konkrete Überlieferungen zur Heilkraft der Steine gab es im Mittelalter kaum. Es scheint so, als sei eine „Flaute“ bei der Steinheilkunde eingetreten, die etliche Jahrhunderte lang andauerte. Über diese ganze Zeit hinweg wurden Berichte über die Heilkraft der Steine nur aus antiken Quellen oder von anderen Autoren abgeschrieben. Da sich sowohl die Schreibweise der Namen als auch der Gebrauch der Worte im Laufe der Zeit änderten, waren die Überlieferungen kaum noch zu gebrauchen: In vielen Fällen stand nicht einmal fest, welcher Stein überhaupt gemeint war. Vieles von dem Wissen der Antike ist dadurch verloren gegangen.
Geändert hat sich diese Situation erst im 12. Jahrhundert durch die Benediktineräbtissin Hildegard von Bingen. Diese außergewöhnliche Frau, die heutzutage vor allem als durch ihre Werke über Kräuter, deren Wirkung und Anwendung bekannt geworden ist, hat sich auch mit der Heilwirkung von Edelsteinen beschäftigt. Dabei hat sie als erste Person seit der Antike neue Erkenntnisse zur Wirkung von Steinen niedergeschrieben. Mehr über Hildegard folgt auf der nächsten Seite .
Doch auch Hildegard von Bingen geriet schnell wieder in Vergessenheit. Ihre Werke verschwanden alsbald in den Klosterbibliotheken und blieben dort über Jahrhunderte hinweg verborgen. Inzwischen wurde weiterhin von Antiken Überlieferungen abgeschrieben und kopiert, meist ohne jegliches Verständnis für die Wirkung der beschriebenen Steine. In der Renaissance schließlich fand die traditionelle Steinheilkunde ihren letzten literarischen Ausdruck

Die Aufklärung

Mit dem Beginn der Aufklärung Ende des 17. Jahrhunderts begann auch der Niedergang der Steinheilkunde. Die Vernunftbetonte Philosophie dieser Zeit ließ nur das als wirklich gelten, was sich rational – also mit Hilfe des Verstandes – erklären ließ. Da dies bei der Steinheilkunde damals nicht der Fall war, wurde sie schlicht und ergreifend als Aberglaube abgewertet. Und daß, obwohl sich bei der Behandlung von Krankheiten mit Steinen durchaus Erfolge erzielen ließen – leider fehlte die wissenschaftliche Begründung, das Begreifen von Kraftfeldern und Energieströmen, das notwendig gewesen wäre um der Steinheilkunde die verlangte Seriosität zu gewähren . Als Folge verschwand das Wissen um die „geheimen“ Kräfte der Steine in den immer existierenden Geheimgesellschaften, die vielerlei esoterisches und naturwissenschaftliches Wissen über Jahrhunderte vor der Welt verborgen überlieferten.
Heutzutage finden sich nur noch wenige dieser alten Überlieferungen. Das meiste davon ist in Märchen und Mythen verschlüsselt wiedergegeben worden. Diese sind jedoch oft schwer zu verstehen. Eine Möglichkeit den Wissensschatz alter Überlieferungen zu erschließen bietet das Buch „Kristall-Legenden“ von Moyra Caldecott

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